Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gogelwîse - goltbuochstap    


gogelwîse stF. ‘Zügellosigkeit, Übermut’ (vgl. gogelheit ): ir gogelweis der ist so vil Neidh (S) 2,33 c12:4,1; sie haben uppiglicher gogelweis begunnen ebd. 2,53 c15/16:5,13; Neidh WL 29:4b,4

MWB 2 845,41; Bearbeiter: Hansen

gogen swV. ‘wiegen, schwingen’ (vgl. 1gogelen und gugen ): vil manic zimier gogende sach man uf den helmen JTit 3658,2

MWB 2 845,45; Bearbeiter: Hansen

gogenvuore stF. gogelvuore

MWB 2 845,48;

golander M. galander

MWB 2 845,49;

golde F. ‘Gelber Affodill’, eine Pflanze (vgl. Marzell 1,474f.): alscotilus: golde Gl 3:534,63 (BStK947)

MWB 2 845,50; Bearbeiter: Hansen

göldelîn, göldel stN. Dimin. zu golt . ‘Gold, goldenes Schmuckstück’ dû solt ouch dîne reine hûsfrouwen wol handeln; sî sie niht gar ein göldelîn mit dem glanze, daz lâ dir mêr liep sîn danne leit PrBerth 1:331,7. – bildl. für die weibliche Scham (vgl. goltbüschel ): nv gap lieht zobel schin / daz goͤldel dvrch die siden TürlArabel *A 280,17. *A 280,20

MWB 2 845,52; Bearbeiter: Hansen

golen, goln swV. ‘lärmend schreien, johlen’ er [...] huob an unde sanc / lûte und nicht gar lîse; / in tœrischer wîse / lac er unde golte HvFreibTr 5357; er golte sînen alten sanc, / der tœrisch gnuoc von im erklanc ebd. 5455. 5378. – ‘Unfug, Possen treiben’ swer auch dem andern nimt seinen wagen oder seinen carren [...] oder sein pfert [...] wider seinen willen und damit golet, [...], der gibt fuͤnf pfunt NüP 99

MWB 2 845,60; Bearbeiter: Hansen

golenzen swV. ‘lärmend schreien, Possen treiben’ (zu golen swV.): dem volkelîn und den diernlech unde den knehtelech den vert daz herze alle zît gôlenzende, unde wirt manic tûsent menschen von hôhverten verlorn PrBerth 1:83,24

MWB 2 846,5; Bearbeiter: Hansen

goler stF. Bed. unklar, wohl allg. ‘Schandtat’ (o.ä.): umbe die goler, als die von Basil hant geklagt, die Heinrich von Eptingen anleite [d.i. anelegete ‘antat’ ] Jacob dem Meyer irem burger, die ungewonlich were, da sprechen wir bi u̍nserm eide, wan ez an den lip nit gan sol, daz er besseren sol ein freveli UrkBasel 4:64,10 (1.H.14. Jh.); daz du̍ goler wurde anegeleit irem burger ebd. 4:64,19 (1.H.14. Jh.)

MWB 2 846,10; Bearbeiter: Hansen

golf Subst. ‘Geschrei’ (zu gëlfen , vgl. galf ): si [die Böhmen] schrien vf en [l. in, den Deutschen] golf, / als vf einen wolf Dalimil 67,35

MWB 2 846,19; Bearbeiter: Hansen

gollen swV. unpersönl. mit Dat.d.P. ‘jmdn. ekeln, reuen’ sô in der glust gedwinget daz er sînen magtuom zebrichet / unt er denne verstât wie lutzel guotes er dar ane hât, / sô beginnet ime gollen daz er sich hât bewollen [besudelt] Gen 431

MWB 2 846,22; Bearbeiter: Hansen

gollier, kollier stN. auch goller, koller, golmer (?); vgl. afrz. coler, colier (Tobler/  Lommatzsch 2,563f., vgl. auch Suolahti 1,124f.). 1 ein Stehkragen, bes. als Teil der Rüstung, ‘Koller’
2 ‘Halsband’ (eines Hundes)
   1 ein Stehkragen, bes. als Teil der Rüstung, ‘Koller’ manigen [der Ungarn] gie umb den kragen, / [...], / ein mederîn gebræme [ein Ziersaum aus Marderfell] / ûf einem hôhen golliere Ottok 7980; die von Troyge [...] hetten pancir, kollir, / krocanir, testir, / armysen vnde platen Herb 4735; davon moͤcht dy chraft verswinden / von dem goller aufgeschozzen / als ein hals eysen an der drossen [Kehle] Teichn 671,61 u.ö.; halsperge gupfen gollier barbel KLD: Kzl 3: 1,4; daz guͦte colier [...], / daz der tegen ziere het vmb sin kragen WolfdD 850A,3; KvWSchwanr 1226; Neidh WL 11:5,2. – wohl hierher: ez was e mangen wirten zorn, / stechmezzer, houben und sporn, / truk man iz an urloup vor die vrowen; / so must man in spotte schowen / golmer und naz har, / braht er ez ane houben dar Jüngl 715 vgl. auch Anm.z.St.    2 ‘Halsband’ (eines Hundes): ein koller von eime borten guldin: / die truog ez [ breckelin ] umbe sinen nac, / do manig guot stein inne lac ParzRapp 207,19

MWB 2 846,27; Bearbeiter: Hansen

gollierleppel stN. ‘Läppchen am Koller’ mit einem ermel mentel sint / und gollierleppel Jüngl 690

MWB 2 846,50; Bearbeiter: Hansen

golmer stN. gollier

MWB 2 846,52; Bearbeiter: Hansen

golse (?) swSubst. götze

MWB 2 846,53;

golt stN. 1 ‘Gold’ als Edelmetall, vom gediegen vorliegenden natürlichen Rohstoff über verschiedene Legierungen bis hin zum durch Läuterung gewonnenen Feingold; häufig näher charakterisiert, insbes. nach Farbigkeit (v.a. rôt , auch bleich ), geogr. Herkunft ( arâbesch , bernisch oder mit Präp.), Reinheitsgrad ( geliutert , durchsotten , reine etc.) oder Verarbeitungsform ( gespunnen , gemaln etc.)
1.1 als Material verschiedenster gefertigter Objekte, metonym. diese bezeichnend
1.1.1 insbes. Goldschmuck
1.1.2 Goldverzierungen an Kleidung
1.1.3 Goldmünzen, als Zahlungsmittel (nicht immer eindeutig von 1.1.1 zu trennen)
1.2 allg. (Gold-)Schätze (einer Person), häufig in Verbindung mit silber , schaz , gesteine o.ä.
1.3 ‘Goldfarbe’ oder ‘Blattgold’
1.4 übertr. zur Bez. eines goldenen Farbtones
1.5 in Vergleichen
2 phras. (vgl. TPMA 5, 118ff. und Friedrich, PhrasWB, S. 168ff.)
   1 ‘Gold’ als Edelmetall, vom gediegen vorliegenden natürlichen Rohstoff über verschiedene Legierungen bis hin zum durch Läuterung gewonnenen Feingold; häufig näher charakterisiert, insbes. nach Farbigkeit (v.a. rôt, auch bleich), geogr. Herkunft (arâbesch, bernisch oder mit Präp.), Reinheitsgrad (geliutert, durchsotten, reine etc.) oder Verarbeitungsform (gespunnen, gemaln etc.): aurum haizt golt. [...] man vint ez in etleichen pächeln und in prunnen und auch in den pergen, aber daz ist selten BdN 474,10; doch bedorfter wênec soldes: / von Arâbîe des goldes / heter manegen knollen brâht Parz 17,22; des goldes werdicheit / al andre metalle üvergeit MarlbRh 119,7; Will 52,19; einen stab machter hol / und schutte den enbinnen vol / gemalnes goldes Pass III 19,80; BdN 430,1. – metonym. ‘Goldvorkommen’ die ynselen hant vil silbers vnde goldes vnde sint iemer ebin gruͤne Lucid 21,3    1.1 als Material verschiedenster gefertigter Objekte, metonym. diese bezeichnend: du [l. diu ] lagil undi du hantvaz, / di viole undi du lichtvaz, / du rouchvaz undi du cherzistal, / daz roti golt was iz al LobSal 130; di spanbette wâren, / daz sagih û zwâren, / von gelûterten golde SAlex 5895; Er 7866; schilt, sper vnd swert / gap man in darwert. / daz was, als ez solde, / von silber vnde von golde / wol gezimieret Herb 4456. – Kronen: uf irme hoͮbet ein cronen, dú ist gewúrchet von rotem golde Mechth 4: 3,53; do cronete man in mit golde / vnd leh ime ein lant dar / do wart he koninc in Grecia Roth 4719; MarlbRh 119,1. – heidn. Götzenbild: siule von golde und bilde vil / machten sie [ in dem lande Egyptô ] den valschen goten RvEBarl 10568    1.1.1 insbes. Goldschmuck: zwêne ôringe / und zwêne armbouge ûz alrôteme golde Gen 980; nuskelin vone goldes gesmelze Himmelr 9,31; ir golt in vor den brüsten wart von trähen sal [trüb] NibB 373,3; Hochz 25; daz golt [den goldenen Ring] leit si an die hant Wig 8781; UvTürhTr 1012; Walth 50,12. – ‘Haarband, goldener Haarschmuck’ ir zöpfe wârn gebunden, / mit golde wol bewunden / unz an des hâres ende Wig 864. – ‘Goldfassung’ oder goldenes Schmuckstück mit Fassung (für Edelsteine o.ä.): manec wîbes schœne an lobe ist breit: / ist dâ daz herze conterfeit, / die lob ich als ich solde / daz safer ime golde Parz 3,14; als div edele gimme scînet uzzer golde Spec 97,21; swelch frouwe in [einen Amethyst] treit in golde, / diu hât ir mannes holde Volmar 227; BdN 471,4    1.1.2 Goldverzierungen an Kleidung: dar ne hette nichen matil [l. mantil ] namen / her newere mit golde besclagen Roth 1582; purper was sîn wâpencleit, / dâ rôsen wâren ûf geleit / von golde lûter unde fîn KvWTroj 25517; da was ein phellel vf gebreit, / [...]. / da was daz golt ane erhaben. / mit guldinen buchstaben / dar in geworcht vnde genat, / swaz Plato gescriben hat Herb 10667. – term. gespunnen ~ mit geplättetem Golddraht umsponnene (Seiden-)Fäden (meist zur Weiterverarbeitung in Kleidung): die aller best lînwât, / mit gespunnem golde wol genât Eracl 1938; ein uf gerichtit trage [Drache] , / als er iezu vliegin solde, / von gespunnenime golde / meistirliche dar in gewebin Athis A* 160; er begund her für suochen sîn kleine gespunnen golt. / dô worthe er an ein hûben diu wunder âne zal WolfdB 66,2; Wh 409,25 vgl. daz lernte sî in kurzen zîten, / spinnen, rîhen unde naen, / daz golt umbe de sîden draen Philipp 587    1.1.3 Goldmünzen, als Zahlungsmittel (nicht immer eindeutig von 1.1.1 zu trennen): swenne ers im gedæhte / und dar sîn opfer bræhte, / einen phenninc von golde, / ob er daz kriuze sehen wolde Eracl 4527 (vgl. goltphenninc ); von lande und von gesten / gewan er sehzic umbe solt; / des râtes hæte er âne golt [ohne dafür bezahlen zu müssen] / zweinzec lantbarûne Tr 8590; ich wil haben meinen tail / und bút den altag fail / umb bares gold FrSchw 1649. – in der Wendung mit bereitem ~ ‘in bar’ (vgl. bereite ): wir haben ohn [ihnen] solch dorff und forwergk gegebin vor viherhundert gute rynsche gulden, die sie uns gnuglichen mit bereitem golde betzalt haben UrkBürgel 187 (a. 1333). valsches ~ : ist auch daz man in eins biderben mannes gewalt vindet valsche phenninge oder valsch silber oder valsch golt StRAugsb 107,23; sui mit valschin phennigin edir mit valschimi silbiri edir mit valscimi goldi bigrifphin wirt Mühlh 115,16    1.2 allg. (Gold-)Schätze (einer Person), häufig in Verbindung mit silber, schaz, gesteine o.ä. : sîn golt hiez er ze schiffe tragn Parz 55,9; ich wold’ im wesen holt, / der geteilen kunde mîn silber unt mîn golt / mîn unt des küneges gesten NibB 513,2; da [Jüngstes Gericht] nehilfet golt noch scaz AvaJG 28,1; ich han beyde eygen vnd len. / seluer gold gesteyne Athis Ac 39; PrOberalt 60,32; BdN 357,32    1.3 ‘Goldfarbe’ oder ‘Blattgold’ diu want [...] enhât keinen lust von der varwe, niht mê von golde oder von lâsûre dan von kolvarwe Eckh 5: 28,14; da [ schilt ] was uil meistirlichin in / von bernisschin gold ein arn, / [...] / gemalit und intworfin Athis B 27; daz golt sie ne hâlen: / sie thâten die turne mâlen, / daz daz rôthe golt dar ab schein / gemûseth [mosaikartig eingearbeitet] oben an den stein VAlex 715; Iw 1141; StatDtOrd 46,33. er hieß ainen schwartzen dracken / an seinen schilt machen, / das veld was geslagens gold [Blattgold] HvNstAp 18845 (vgl. goltslahære )    1.4 übertr. zur Bez. eines goldenen Farbtones: dû blüender plân / lieht under sunnen golde LobGesMar 23,8. – in adjektivischer Verwendung: nu stuont der schilt gevieret / nâch kostbærlichem flîze / mit rôte und ouch mit wîze / und underbriten swarz und golt KvWTurn 567; der pfellor varwe ist alse ein graz: / golt, lazvr vnd wiz TürlArabel *A 187,5. – in der Wendung in/  ze ~ gân, vom Schein der untergehenden Sonne: diu sunne hete irn glast / geneiget und dar uf gelan / daz sie wolte in golt gan Vät 8246; auch deilent die hubener, daz niman sal farn in der wilthude [...] vor daz die sonne uf komt und nach der zid daz die sonne ingolt goid WeistGr 6,399 (a. 1338); die sun ging zu gold Magd 276,28    1.5 in Vergleichen: bêle Îsolt, / schœne und schœner danne golt Tr 13136; diz golt [ dú edile minne ] ist gelich deme golde von Arabia, daz da lútir vnde schoͮne ist vnde blaich PrGeorg (Sch) 1,47; her lebet [d.i. liebet ] sich sam schoniz golt / den luten in ir herzen und ir ougen Goldener 4,7; KvWLd 18,2; Will 88,1. – von (rot)blondem Haar: ir har gelich dem golde Tannh 4,69; der im fast wol stunt uff synem schönen hare, das was kruselecht und liecht als ein golt Lanc 91,5; KvWTroj 19915. – spez. in Bezug auf den Prozess der Läuterung: dem golde glîche ich wol den man / des herze ist sô geliutert und sô reine / daz in der bôsheit hitze enkan / niht brennen KLD:Kzl 16: 4,9; si wunsten in allen gnaden, / antlaz umbe got. / sam durch soten golt / wurden si hie gelutteret unt gerainet Rol 7754; got prüevet und versuochet, wer gereht sî, als man ein golt prüevet und versuochet und brennet in einem eitoven Eckh 5: 48,9; Vateruns 186; Litan 248    2 phras. (vgl. TPMA 5, 118ff. und Friedrich, PhrasWB, S. 168ff.): iz en ist nicht allez golt daz da glizzit Rol 1959; ez ensî ouch allez golt niht, / daz man doch glîzen siht StrKarl 2503. swer rôtez golt under diu swîn / werfe und edel gesteine: / des vreuwent si sich doch kleine Wig 76. dar umb spricht man: gê zuo dem teufel umb golt BdN 475,12. swer der vrouwen / hüetet, dem künde ich den ban; / wan durch schouwen / sô geschuof si got dem man, / [...]. / waz sol golt begraben, des nieman wirt gewar? MF:Mor 18: 3,6. daz sprichwort ist ouch hie beliben, / man vint alsô dar ûf geschriben: / ‘dich dürst nâch gold, sô trink ouch golt.’ HvBer 6944 – Lit.: LexMA 4, 1535ff.

MWB 2 846,54; Bearbeiter: Hansen

goltamer stM. auch -hamere. ‘Goldammer’, ein Vogel (vgl. 2amer und Suolahti, Vogelnamen, S. 103): amarellus: goltamir Gl 3:25,4 (BStK285); amarellus: golt hamere ebd. 3:24,63 (BStK376)

MWB 2 849,20; Bearbeiter: Hansen

golt|asche swstF. hier -esche. Bed. unklar, wohl ‘Goldstaub’, ‘Asche mit Goldanteilen’ oder ‘Goldschlacke’ (vgl. asche swMF.): swes man bedarf von ertze / oder von erde haben sol, / man vindet uf dem berg wol. / dez brennet man da sunder twal / golt, silber, isen, kupfel, stal. / man siht da die golt eschen / och us dem wasser weschen SHort 6789; nim zwo vnze goltesche vnd zwo vnze granat oͤppfel schoͤlotten [Granatapfelschale (?)] ElsArz 222

MWB 2 849,24; Bearbeiter: Hansen

goltbant stN. ‘golddurchwirktes Band’ (vgl. goltborte ): sô was ez [Bett] umbevangen / mit guldînen spangen. / in diu selben goltbant / manic liehter jôchant / was geleit Gauriel 195; sie heten zir siten schilte uil wite, / den lach umbe den rant uil manich golt pant GenM 158,19. – als Stirnbinde der Frauen: nimbus: goltbant est fasciola transversa ex auro assuta in linteo, quod in fronte fœminarum est SummHeinr 2:35,100. 1:330,213

MWB 2 849,34; Bearbeiter: Hansen

goltbërc stN. ‘Goldbergwerk’ (vgl. 1bërc 5 ): alles daz, daz daz egenant goczhaus hat in dem land ze Kerenden, leut und gut, stet, vesten, [...] goltperk und pleyberch UrkLudw 181 (a. 1337)

MWB 2 849,43; Bearbeiter: Hansen

goltblat stN. ein Stück Blattgold: ein coph [Becher] der zubrochen ist. swane er wider wirt gemachet mit einem goltblate. vnd mit einem silberdrate. so ist er an der zubrochen stat bezzer danne an einer andern PrLpz (L) 52,34. 52,38

MWB 2 849,47; Bearbeiter: Hansen

goltbluome swF. ‘goldgelb blühende Blume’ (hier bildl.): pei der guldeinn wollen verstên ich die himlischen goltpluomen, ich main die muoter der parmherzichait Mariam gotes muoter BdN 245,32

MWB 2 849,52; Bearbeiter: Hansen

goltborte swM. ‘aus Goldfäden gewebte Borte’ (vgl. borte swM.): sîner wâpen obedach / was ein samît tûr [...], / geziert nâch werdiclîcher aht / mit goltborten reine, / dar uf gewieret gesteine Kreuzf 1457; goltborten unde harbant, / alle uppeclich geziere / verwarf di frouwe schiere Elis 1994; Glaub 2414; aurifrigium: goltborto SummHeinr 1:331,236; GTroj 20474

MWB 2 849,56; Bearbeiter: Hansen

goltbrâcha F. wohl ‘Goldprägung’ oder ‘Goldgravierung’ (vgl. AWB 4,323): gozionz: goltbracha GlHvB 398,67

MWB 2 850,1; Bearbeiter: Hansen

goltbuochstap stM. ‘goldener Buchstabe’ an ein ieglichez blat [der Lilie] / was von goltbuchstaben / ‘ave Maria’ erhaben Pass I/II (HSW) 14659

MWB 2 850,4; Bearbeiter: Hansen