goteszam
Adj.
→
gotezam
MWB 2 869,59;
goteweppe
stN.
fein gewebte Oberbekleidung (vgl. detailliert AWB 4,362ff.):
cyclades: goteweppe, hemade SummHeinr
2:207,62;
colobium: gotowebbi ebd.
2:245,02.18.
– Kopftuch, Schleier:
peplum: hoͮbitlachen vel gotewebbi SummHeinr
1:324,122
MWB 2 869,60; Bearbeiter: Helmich
goteweppewurm
stM.
Raupe des Seidenspinners, ‘Seidenraupe’
bombix vermis qui sericum facit: goteweppewrm SummHeinr
2:196,143
MWB 2 870,1; Bearbeiter: Helmich
gotewillekomen
Adj.
Zusammenrückung aus gote willekomen sîn (vgl.
got
1.6.1
); hier ‘sehr, besonders willkommen’
nach Caudyn er sant dan; / der enphie dy poten wol, / als man vor rechte sol /
der den leuten gotwilchömen ist Hawich
3153
MWB 2 870,4; Bearbeiter: Helmich
gotezam, goteszam
Adj.
hier subst. ‘jmd., der Gottes Willen befolgt’
nün warnn auch chomen zesam / mit Silvestro dem gotte czam /
fünf und sibenczik pischolf dar Märt
28298;
Petrus der got zam ebd.
11131;
Apuleius und Marcellus der gotes zam ebd.
11170.
20195
MWB 2 870,9; Bearbeiter: Helmich
gotformelich
Adj.
‘nach Gott gebildet, gottähnlich’
min sele ist got formelich an irem wesende PrWack
63,16;
er sprach ouch was ein gotformelich mensche wêre, unde sprach, sîn sêle ist
vol götlîcher formen, unde sprach alle götlîcher formen die sint formelôs
PrJvSterng
255;
Katrei
375,14
MWB 2 870,15; Bearbeiter: Helmich
gotformic
Adj.
‘nach Gott gebildet, gottähnlich’
di gnâde gibit ein ubernatûrlîch wesen der sêle, und di gnâde machit alliz des
menschen werc annême gote, wanne si uberformet den menschen in gotformige glîcheit
HvFritzlHl
124,18;
man vindet einer hande menschen,
[...] die sijen so gar gelútertes und
gotfoͤrmiges gemuͤtes, daz die tugenden in in standen nach
goͤtlicher glicheit; [...] und sint verwandelt in
goͤtliches bilde und sint eins mit im Seuse
338,3.
356,13;
Tauler
160,3.
357,18
MWB 2 870,22; Bearbeiter: Helmich
gotformicheit
stF.
‘Ähnlichkeit mit Gott’
die maht dez geschaffenen verstans got anzesehen, daz enbekümit im niht nah
siner naturen sunder übermitz [durch] daz lieht der
glori, daz daz verstan setzet in etwaz gotformikeit [
quod
intellectum in quadam deiformitate constituit
]
ThvASu
238,13
MWB 2 870,32; Bearbeiter: Helmich
gotgebildet
Part.-Adj.
‘nach Gottes Vorstellung geschaffen’
wan der mensche ist recht als ob er drú menschen si:
sin vihelich mensche als er nach den sinnen ist, und sin vernúnftiger
mensche und denne sin oberster mensche, sin gotformiger, got gebildeter mensche
Tauler
357,18;
bin ich nâch gotte gebildet, sô ist sîn bilde in mir. das wort in dem ich nâch
gotte got gebildet bin enspriche ich nicht: got spricht es in mir PrJvSterng
253
MWB 2 870,38; Bearbeiter: Helmich
gotgeformet
Part.-Adj.
‘nach Gott gebildet, gottähnlich’
zu deme achten mâle sô scheidet iz [
daz gotis
wort
] den geist von ime selber und uberformit in in gotlîche
einunge und in gotgeformete glîcheit HvFritzlHl
252,29.
150,34;
diu sêle von umbevange götlîcher flüzze abegescheiden wirt von lîplicheit, unt
denne mac si schepfen ûzer eigenem wesenne gotgeformete wârheit Eckh (Pf)
634,22
MWB 2 870,47; Bearbeiter: Helmich
gotgelâʒen
Part.-Adj.
‘gottergeben, auf Gott gerichtet’
ein solicher mensche [...] der einen gotgelossenen
grunt hette MerswBrf
339
MWB 2 870,56; Bearbeiter: Helmich
gotgenôʒet
Part.-Adj.
‘Gott gleichgestellt, in Gemeinschaft mit Gott gebracht’
spîse dîner [Jesus] gotgenôzter menschheit
DvASchr
384,2
MWB 2 870,59; Bearbeiter: Helmich
gotgomman, gotgumman
stM.
‘Mann Gottes’ (zum Ansatz vgl. Richert, Pass., S. 220, AWB
4,327-329; s.a.
gome
):
‘hora, hora’, sprachen sie [Juden] , /
‘waz dirre hat geraset hie! / ja’, sprachen sie, ‘gotgumen, /
sich, ob dir Crist mac gevrumen, / den unse vetere viengen / und an ein cruce
hiengen! / [...]’ Pass I/II (HSW)
13095
MWB 2 870,62; Bearbeiter: Helmich
gothaft
Adj.
‘von göttlicher Natur’ (vgl.
gotheftic
):
kein anevanc wart üns zwein nie, / an mir und an mîm vater ie / was einer
gotheite haft [La. ie einer gothaft
] / und ein
gelîchiu magenkraft WvRh
6860
MWB 2 871,5; Bearbeiter: Helmich
gotheftic
Adj.
‘von göttlicher Natur’
(vgl.
gothaft
):
wan der lîb gotheftic / was und alsô kreftic / in einunge der
gotheit JvFrst
11137
MWB 2 871,9; Bearbeiter: Helmich
gotheit
stF.
selten goteheit.
1 zur Bezeichnung der substanziellen Eigenschaft Gottes ‘Göttlichkeit, göttliche
Natur’
2 im Übergang zur personalen Bezeichnung ‘Gottheit’
1
zur Bezeichnung der substanziellen Eigenschaft Gottes ‘Göttlichkeit, göttliche
Natur’
ich wil den got zegote han, / des gotheit nimmer mac zergan
StrKD
161,466;
er machete oͮch an disem tage daz wazzer ze wine vnde
zaigete da mite die kraft siner gothait Spec
33,14;
div chraft siner goteheit ebd.
155,18;
PrOberalt
165,6;
Überschall
Gl 20;
BdN
482,13;
Lucid
4,3.
– oft menschheit gegenübergestellt:
duo diu gotheit an sih nam die menniskheit
Gen
2788;
nu habin wir iu gesagit, wie erschinnin ist div gotheit
unde div mennischeit unsers heilantis Spec
13,14;
PrOberalt
125,39;
Herb
1701.
– als etwas Leuchtendes oder Fließendes:
diu gotheit kan lûter sîn, / si glestet durch der vinster
want Parz
466,20;
Eckh (Pf)
494,38;
dis buͦch heisset ein vliessendes lieht der gotheit
Mechth
1: Prol. 7;
ich schwime in der gotheit als ein adeler in dem lufft Stagel
10,4;
Seuse
185,29.
– von menschlicher Teilhabe am göttlichen Heil:
er [Christus] nam von uns di
doticheit / undi gab uns di gotheit SuTheol
124
2
im Übergang zur personalen Bezeichnung ‘Gottheit’
wariu, heriu gotheit, / dizze opfer, daz wir dir hie tuon, / daz
ist din ainborn sun BenGeb
4;
diu ziere aller schônheit, / diu gesihte der liehten gotheit: / diu was ir
aller wunne [im Himmel]
Tund
2012;
daz ist daz uierde rat des heren stoͮles, da div
gotheit ûffe sizzet unde elliv dinc rihtet Spec
106,12;
den himel unt den ertrinc / machit diu goteheit wise / ze eim eweclichin
paradise LAntichr
1179;
GenM
126,4;
Aneg
807.
– Lit.: Th. Kochs, Zum Wort Gottheit, insbesondere zu ahd. und frühmhd.
got(e)heit, PBB 82 (Sonderband, 1961), S. 199-215.
MWB 2 871,12; Bearbeiter: Helmich
gothungeric
Adj.
‘Gott begehrend’
dem gothungerigen menschen smeket nicht want blosse gotheit PrWack
63,52
MWB 2 871,46; Bearbeiter: Helmich
gothûs
stN.
→
goteshûs
MWB 2 871,49;
gothûsdienestman
stM.
‘zu einer geistlichen Herrschaft gehörige Person’ (s.a.
goteshûsdienestliute
):
wir Hug der Munich der vogit, Peter der Schaler der schultheise
[...], die gothusdienistman, der rat
[...] vnd gemeinlich daz gidigen
[Bürgerschaft] von Basel UrkCorp (WMU)
189,12;
mit rate vnsirs capitels, vnsirre gothus dienestmanne, vnsirs rates, vnsirs
gidigenes gemeinlich ebd.
155,3
MWB 2 871,50; Bearbeiter: Helmich
gotic
Adj.
‘Gott in sich tragend, gotterfüllt’
in disem [Bild] wirt die sele
alzemole gotvar, gotlich, gottig. si wirt alles das von gnaden das got ist
Tauler
146,21
MWB 2 871,58; Bearbeiter: Helmich
götîde
stN.
zu
gote
, göte swMF.
‘Patenkind’
und weder frawen noch man suͤlln chainem
goͤteit mer gebn dann 12 dn StRMünch
198,19;
filiolus: goͤttidi VocOpt
3.068;
vnkivschekeit began mit e livten, oder mit gesipiden, oder mit gevetirden,
oder mit goetiden, oder megeden, [...] oder mit geislichen
livten Bihteb
35
MWB 2 871,62; Bearbeiter: Helmich
götinne, gütinne
stF.,
selten sw. (
WernhMl
4181;
Herb
3601
u.ö.)
auch -în, -in.
‘Göttin’
1 meist von antiken Göttinnen 2 von Feenwesen 3 von der Seele 4 von Frau Minne 5 Bezeichnung einer verehrten Frau
1
meist von antiken Göttinnen:
Vênus diu götinne MF:Wolfr
8: 5,9;
Djone, diu ein gütin was Tannh
4,6;
die götin Cytharea ruwe brachte Mügeln
231,10;
dâ mit êrten si di guttinne Kchr
13346;
Iw
6444;
RvEWchr
8696
2
von Feenwesen:
ein hundelîn [...]; / daz was
gefeinet, hôrte ich sagen, / und wart dem herzogen gesant / ûz Avalûn, der feinen
lant, / von einer gottinne Tr
15809;
daz hundelîn / Petitcriu [...] / ûz
der gotinne lant HvFreibTr
4458;
Krone
18722
3
von der Seele:
ich [Gott, der himmelsche
vatter
] bin got aller goͤtten, du [die
Seele] bist aller creaturen goͤttinne Mechth
3: 9,51
4
von Frau Minne:
diu gotinne Minne Tr
4809.
16723
5
Bezeichnung einer verehrten Frau:
ach, goͤtinne mines libes, / reiniu fruht eines wibes,
/ bezzer vil danne alles guͦt! WhvÖst
2095;
darunter [unter einem spiegel
] get ein
göttin, / das ist mein fraw Friderun Neidh (S)
2,220 c124:6,15
MWB 2 872,5; Bearbeiter: Helmich
götlære
stM.
jmd., der den göttlichen Willen erkennt, ‘Seher’
Aristotiles spricht, die götlær oder die weissagen sprechent,
wenn sich diu tier von enander tailnt, daz bedäut streit zwischen den menschen, aber
wenn sich diu tier samnent und ainz dem andern volget, daz bedäut vrid
BdN
116,24
MWB 2 872,25; Bearbeiter: Helmich
gotlesteren, gotlestern
swV.
unklar, ob Syntagma.
‘Gott lästern, schänden’
blasphemo: gotlestern EvAlem
32(Mc 3,29)
MWB 2 872,32; Bearbeiter: Helmich
gotlich
Adj., Adv.
auch gotelich, göt(e)lich, adv. auch -lîchen.
1
‘göttlich, auf Gott bezogen’ (mit fließenden Übergängen zwischen den
einzelnen Bedeutungen) 1.1
‘zu Gott gehörig, Gott eigen’
1.2
‘von Gott stammend, von Gott geschaffen’
1.3
‘auf Gott bezogen, auf Gott gerichtet’
2
‘gottgefällig, gottesfürchtig, fromm’
1
‘göttlich, auf Gott bezogen’ (mit fließenden Übergängen zwischen den
einzelnen Bedeutungen)
1.1
‘zu Gott gehörig, Gott eigen’
er fuor in siner gotlichen crefte / ze himele also scone
AvaLJ
189,6;
das der himelsche vatter gebirt seinen eingebornen sun in
goͤtlicher wesenlicheit Tauler
7,17;
der göteliche schin, / des glanz die sunnen blendet KvWGS
1270;
PassSpM
321;
PrOberalt
34,14;
BdN
482,11.
–
da wirkit got pobin der sele craft nicht alse in der sele, sunder in
gode godeliche [in der ihm eigenen Weise]
Parad
83,2;
der got alsô in wesenne hât,
[...] dem liuhtet er in allen dingen; wan alliu
dinc smeckent im götlîchen [nach Gott]
Eckh
5: 205,11
1.2
‘von Gott stammend, von Gott geschaffen’
mit also gotlichen worten so volleschreib vnde volbraht
der gvͦt sant Johannes sin ewangelium Konr
3 W1,175;
daz sint die hailigen lêr der götleichen geschrift
BdN
211,23;
nu getraw wir ewern gnaden wol, ir lasst uns darumb ain gotlaich recht
widerfaren BgRIglau
351,28;
Tauler
96,5
1.3
‘auf Gott bezogen, auf Gott gerichtet’
[die Seele wird] bereitet ze götlîcher schouwunge
Eckh
2:367,5;
so bekenne ich daz wol, daz goͤtteliche minne vnd die creaturen
minnen nv́t wol bi einander geston mag MerswZM
4,28;
die regule des gotlichen dinstes BrEb
Prolog;
theologya: gotlichi kunst VocOpt
38.008.
–
~ ruom (vgl.
ruom
stM.) ‘Prachtentfaltung zu Ehren
Gottes’
[des verstorbenen Alexius’] vil schône wart
gedâht / mit gotlichem ruome KvWAlex
1353;
liutkirchen, klôster, bistuom / der wart durch
gotlîchen ruom / vil gemachet überz lant RvEBarl
13608;
KvHeimHinv
85;
Greg
3767
2
‘gottgefällig, gottesfürchtig, fromm’
her tvͦt goteliche dinc / mer durch den werltlichen
ruͦm Ägidius
170;
ir andâht diu was gotelîch Tr
15655.
1965;
iezu di godelichen man [Pilger] / schiften unde
vuren an Elis
4605;
sîn lêre ist reht und gotlich RvEBarl
16118;
vnt shuͤllen den bestaten bei vns goͤtlich vnd
bruͦderlich nach vnsers ordens weisunge UrkCorp (WMU)
N748,15;
ez sol auch ain ieglicher pfarrer dez vorgenanten spitals
[...] ainen erbern redlichen priester zu im haben
[...], der im [...] helf
verwesen und volbringen all goͤtlich ordnung und gotzdienst mit singen und
mit lesen und mit aller anderr goͤtlicher ordnung und notdurfft
StRMünch
590,19;
JPhys
17,23;
Eckh
5: 232,7;
Lucid
140,18.
–
‘Gott in sich tragend, gotterfüllt’
als verre er [der Mensch] dar inne ist
[in Gottes Bild in der Seele] , als verre ist er
götlich Eckh
2:341,8;
in disem [Bild] wirt die sele
alzemole gotvar, gotlich, gottig Tauler
146,21;
PrBerthKl
4,8
MWB 2 872,35; Bearbeiter: Helmich |