gouchesvogel
stM.
‘Kuckuck’ (hier übertr.):
[das personif.] Gelücke quam eins zu dem schrin / und
sloz in uf, do was ez [der Inhalt] ein gouchesvogel
Frl
7:16,12
MWB 2 877,46; Bearbeiter: Graën
gouchkobolt
stM.
hier: gouchgovolt.
‘dummer Kerl’
ir gouchgovolt, der sint ir holt / und ahtet sî vil kleine / ûffen iuwern
tœrschen lîp, / wan sist gar ein biderpe wîp KLD:UvW
11:2,11.
11:4,11
MWB 2 877,50; Bearbeiter: Graën
gouchlich
Adj.
‘dumm, unklug’
ez wære ein gouchlichez reht, / daz er der lantliute chneht
/ mit sinen guͦte wære StrKD
161,379;
ist der hase also getan, / daz er lewen wil bestan, / daz
enheize ich niht frumcheit: / ez ist ein gouchlich arbeit ebd.
43,4
(in anderer Ausg. zu goukellich (?):
ez ist ein gouglich arbeit Erz III
175a,12
)
MWB 2 877,54; Bearbeiter: Graën
göud-
→
giud-
MWB 2 877,61;
goufe
swF.
→
kupfe
MWB 2 877,62;
goufe
swF.
‘hohle Hand’, besonders der mit beiden Händen gebildete Hohlraum (vgl.
gopse
,
göuse
,
gousene
; s.a.
greffe
):
mit ir goufen truoc si dar / des wazzers unde gôz im in
Wig
5454;
pugillus: goͮfe SummHeinr (Ho)
14,1;
PsM
Per 4,12.
– als Maßangabe für Getreide:
ein grôz goufen volle nim ir [von der gestampften
Gerste] unde wirf die in einen haven
[Topf] unde wirf ein huon dar zuo unde lâ daz sieden
Barth
152,17;
der im [dem Geizhals] zesamen schütte / weizes
tûsent mütte [Scheffel] / an einen grôzen houfen, / und
trüeg man im ein goufen / desselben weizes hin dan, / er wænte sîn gar zergân / von
sîner grôzen gîtikeit Helbl
2,582.
2,328;
OberBairLdr
340
MWB 2 877,63; Bearbeiter: Graën
göuflich
Adj.
Bed. unklar:
göuflîchez [Laa. geufterleichs, varlich,
verleichs
] birsen, schiezen / muoz ich ouch
underkumen [verhindern]
Hadam
46,1
MWB 2 878,13; Bearbeiter: Graën
gougel-
→
goukel-
MWB 2 878,16;
gougeln
swV.
→
goukelen
MWB 2 878,17;
gougeren
swV.
‘umherschweifen’
da si [Jakobs Tochter Dina] da
govgerente gî / ein richer vurste si gevî VMos
30,12
MWB 2 878,18; Bearbeiter: Graën
göugewete (?)
swM.
‘Landsmann’ (vgl. NeidhWB, S. 103):
die zwên geugeweten [Konjektur, Hs. gent
geweten
] , / sint von Künehôhesteten Neidh
WL 25:6,1
MWB 2 878,21; Bearbeiter: Graën
göugrâve
swM.
vgl. mnd. gogreve
(Schiller/ Lübben 2,130).
‘(gewählter oder bestellter) Vorsitzender eines Grafengerichts’
is ist der lant luete vrie kor, daz si gougreven czu iczlichir gourichteris
tat kisin adir czu bescheydenir czit RbNeumarkt
144;
wen man kusit czu langir czit czu gougreven, den sal des landis herre belenen
ebd.
144;
SSp (W)
1,56;
SSp
49,10
u.ö.
MWB 2 878,25; Bearbeiter: Graën
göugrâveschaft
stF.
vgl. mnd. goschap
(Schiller/ Lübben 2,135).
‘Amtswürde eines Gaugrafen’
an gôgrêveschaft en ist mit rechte chein lên noch chein volge; wand ez ist der
lantlûte vrî kore, daz sie gôgreven kiesen zu [...]
bescheidener zcît SSp (W)
1,56
MWB 2 878,33; Bearbeiter: Graën
göugrâveschaftnisse
stF.
‘Amt eines Gaugrafen’
an gougrevenschaftnus gehorit keyn volge lenis [lehnsrechtliche
Folgepflicht] , wenne is ist der luete vrie kor, daz si gougreven
czu iczlichir gourichteris tat kisin adir czu bescheydenir czit RbNeumarkt
144
MWB 2 878,39; Bearbeiter: Graën
göuhërre
swM.
Geistlicher eines Pfarrbezirks:
geuherren DRW
3,1210
(SteirLArch.; a. 1312)
MWB 2 878,45; Bearbeiter: Graën
göuhuon
stN.
1
‘Zinshuhn’
2
‘Landhuhn’ , übertr. für Landbevölkerung
1
‘Zinshuhn’
umb daz verfluochte geuhuon / treit bruoder sîm bruoder nît, / ob man imer im
êre gît Helbl
8,858
2
‘Landhuhn’, übertr. für Landbevölkerung:
[die] uf daz gou streben / und niht wan roͧbes
wellen leben, / si erchennent niht des gowes chraft / und der goͤu huner
meisterschaft. / diu chluckent etelichem abe / den hals und alle sine habe
StrKD
36,140.
36,153
u.ö.
MWB 2 878,47; Bearbeiter: Graën
goukel
stM.
wohl ‘Schauspieler’, abwertend ‘Gaukler’
wis niht der andern gevkel [Gl. zu non sis
%’ystrio
]
UvLil
259 rd 20
MWB 2 878,55; Bearbeiter: Graën
goukel
stN.
auch gougel.
1
‘(falscher) Zauber, Blendwerk’
2
‘Belustigung’
1
‘(falscher) Zauber, Blendwerk’
von gougel muoz geschehen / daz er die siechen alle stunt / mit sîner helfe
tuot gesunt KvWPant
852;
sîn gougel und sîn zouberlist ebd.
912;
HvNstAp
14374;
sie kunde vil zaubers und gauckels Lanc
568,32.
572,24
u.ö.;
über zouber, goukel, ketzerîe / sölten alle kristen wâfen schrîe Renner
11127;
[das Glück kann] verswinden / als ein gougel RvZw
264,3;
ich bin ein kint, doch sihe ich wol, / daz disiu werlt ein goukel ist
Winsb
58,2;
Teichn
305,1;
sagt mir, unsæligiu diet, / wer iu ditz goukel riet?
EnikWchr
8840
2
‘Belustigung’
dô sante in unser herre boten daz sie sich bezzerten, oder er wolte sie alle
ertrenken in dem sintwâge. daz was niht dan ir gespötte und ir goukel PrBerth
1:81,6.
1:33,17
MWB 2 878,58; Bearbeiter: Graën
goukel-
s.a.
gogel
-
MWB 2 879,10;
goukelære
stM.
auch gougelære.
‘Zauberer, Zauberkünstler’
dû [Simon Magus] bist ain
goukelære: / die tievel helfent dir dar zuo, / sô dû zouber wil tuon, / die liute dâ
mit triegen Kchr
2546;
si solten wizzen, / daz got stercher wâre / danne die goͮcgelâre
Exod
1762
u.ö.;
da widere taten oͮch des chuneges goͮckelare
[
sapientes et malefici Ex 7,11] zeichen
genoͮgiv; daz was allez mit dem tieuele Spec
144,33
u.ö.;
ainer vragt mich der maͤr, / zwew ein herr
gauklaͤr / und narren in seinem haus hiͤt Teichn
378,2;
schirmer, gîger, goukeler Renner
16507.
–
‘Taschenspieler, Betrüger’
genuoge hêrren sint gelîch den gougelæren, / die behendeklîche kunnen triegen
Walth
37,34;
si waren lugeneren / unde waren ouh couhcheleren Glaub
1405;
prestigiator: ein goͮgler VocOpt
40.012;
hastu ye keinen gauckeler gesien, / der mit dem
huͤtgin dribet daz spiel sin, / das er hait uff die erde gesatzt nieder, /
und dut die lude verstaen wyder / das ettwas dar under sij Pilgerf
8006;
Renner
3678
u.ö.;
Kröllwitz
4179
MWB 2 879,11; Bearbeiter: Graën
goukelbilde
stN.
‘Trugbild, Vorspiegelung’
disiu werlt ist valschaft und sô wilde / als in einem spiegel ein goukelbilde
Renner
6174
MWB 2 879,32; Bearbeiter: Graën
goukelblic
stM.
‘Trugbild’
[das Glück] swindet als ein gougelblic Frl
5:89,12;
Kolm (B)
23,50
MWB 2 879,35; Bearbeiter: Graën
goukelbühse
swF.
‘magisches Kästchen’
vil manige rîche herren ich vinde, / die gerne hêten schœn gesinde, /
die ûz einer goukelbühsen füeren / swenne si ir bedörften Renner
2201;
hab dîn valschen gougelbühsen dâ Walth
38,5
MWB 2 879,37; Bearbeiter: Graën
goukelen, goukeln
swV.
auch gougeln.
‘täuschen, zaubern’
zu denselben zyten waren alle die frauwen
fein [Feen] geheißen die da kunden zaubern und
gauckeln Lanc
19,24;
mîn dürkel vriunt kan gougeln ouch, / daz ein ar wirt ein riudic gouch
RvZw
243,9;
den geleich ich [...] einem man /
der verslahen [betrügen] und gaukeln chan
Teichn
428,8;
ein gefüeger goukeler, / der under dem huote goukeln kan Renner
3679;
Frl
5:95,19.
–
‘sein Spiel treiben’
[das Glück] goukelt mit uns allen Renner
17281
MWB 2 879,42; Bearbeiter: Graën
goukelheit
stF.
‘Vortäuschung’
mit der gaukelhait der zungen Teichn
428,61;
mit sô getâner lurzheit [Täuschung] / bringt mans
in die goukelheit [hält man sie zum Narren] , / daz si
enkunnen sterben noch leben, / weder behalten noch geben WälGa
14244
MWB 2 879,53; Bearbeiter: Graën |