Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   grimel (?) - grintwurz    


grimel (?) Subst. Bed. unklar, vgl. Anm.z.St.: guldîn was sîn gügerel [Kopfschmuck des Pferdes] , / ein boum mit löubern niht ze breit. / ein grimel was dar an bereit / mit sîdînen weifieren [Spitzen] UvZLanz (K) 4440

MWB 2 929,12; Bearbeiter: Richter

grimheit stF. ‘Grausamkeit’ die ebdisse [...] bekenne daz daz sie sorge intfangen hat der sicher selen und ubir die gesunden keine grimheit [ non super sanas tyrannidem ] BrEb 27

MWB 2 929,17; Bearbeiter: Richter

grimme Adv. grim Adj., Adv.

MWB 2 929,21;

grimme stF. grim stM.

MWB 2 929,22;

grimme swM. krimme

MWB 2 929,23;

grimmede stF. ‘Zorn’ Moyses bat sînen herren got: ‘herre, war umbe zürnet dîn grimmede wider dîn volk?’ [ Cur, Domine, irascitur furor tuus contra populum tuum Ex 32,11 ] Eckh 2:6,4

MWB 2 929,24; Bearbeiter: Richter

grimmelich Adj., Adv. s.a. gremelich . 1 ‘zornig, wütend’
2 ‘grausam, wild, fürchterlich’
   1 ‘zornig, wütend’ das tier gegen dem kunig spranck / mit grymlichem mute HvNstAp 5007; die [Drachen] kament mit grimlichem muͦte / gegen dirre samenunge guͦte WernhMl 3649. – von der Stimme ‘grimmig’ ein gespenste vil unrein, / sprach zu der helle gemein / in grimmeclichem [La. grimmelichem ] done Pass I/II (HSW) 9141    2 ‘grausam, wild, fürchterlich’ das [Unrecht an Samson] er doch grÿmmlich dar nach / gerochen hat mitt strenger rach KvHelmsd 1543; durch sîne [des heidnischen Herrschers Maximian] grimmelichen art / begunde er zornic schînen / und wolte vaster pînen / den jungelinc [Pantaleon] an sînen liden KvWPant 1296. 288; ich müeste ein ende hân genomen / und einen grimmelichen tôt KvWTroj 18265; zwen wurme grimelich SalMor 555,5; Pass I/II (HSW) 6704(La.)

MWB 2 929,28; Bearbeiter: Richter

grimmen stV. (IIIa) s.a. krimmen (zur Vermischung der beiden Wortfamilien s. DWB 5,2307-2310). 1 ‘brüllen, wüten, toben’
2 refl. ‘sich grämen, ärgern’
3 ‘(mit den Zähnen) knirschen’ (vgl. grinnen stV., grisgramen und grisgrimmen swV.)
   1 ‘brüllen, wüten, toben’ si begunden vaste grimmen / mit slegen durch und durch / und ouf ein ander limmen [mit Geheul aufeinander losgehen] Rab 760,1; darumbe sach man limmen / den bâbest unde grimmen / als ein eberswîn, / daz er den willen sîn / mohte niht volfüeren Ottok 53370; ir vanen si ûf bunden / under iegwederme here. / si grummen alse daz mere, / sô iz di starken winde / trîbent an den unden SAlex 2717; Herb 4575; BdN 121,22; Frl 2:15,1; Mechth 4: 4,39. und wan sie in im himel wizzent in sô grôzen vreuden sînde, sô grimmet ir herze mit bitterem jâmer DvASchr 351,6. – subst.: vor im muz nider vallen / sterbende vil manic man, / vursten ire riche lan / allez vor sime grimmen Daniel 6181; dô daz grimmen [Lärmen, Aufruhr] wart vernomen, / daz si mit einander heten Ottok 20557; in eyme grossen grymmen Pilgerf 10362; das brummen und das grimmen und das bissen und das nagen Mechth 7: 39,44; Hiob 1650; Vät 1088    2 refl. ‘sich grämen, ärgern’ so grimmet sich ze ware der arme suntare, / deme sin gewizzede daz saget, daz er gotes hulde niene habet AvaJG 9,6; daz [dass jmd. älter wirkt, als er ist] macht anders nicht dann pein, / daz ein mensch sich grimen tuͤt Teichn 321,9 – hierher (?): daz er [ mannes mut ] sich selwet [betrübt] , grimmet / von nötikeit Frl 7:28,9    3 ‘(mit den Zähnen) knirschen’ (vgl. grinnen stV., grisgramen und grisgrimmen swV.): do Lucifer disú mere vernam, do sas der gruntvient und gram mit sinen zenen und grein, das sines zornes fúr úber alle die helle schein Mechth 5: 23,94

MWB 2 929,46; Bearbeiter: Richter

grimmen swV. krimmen stV.

MWB 2 930,16;

grimmetât stF. ‘grausame Tat’ daz uns der tot berawͧbet hat / mit seiner vrechen grimmetat Suchenw 2,26

MWB 2 930,17; Bearbeiter: Richter

grimmic Adj. auch krimmic. 1 ‘zornig, wütend, angriffslustig’
2 ‘wild, ungestüm’
3 ‘grausam, schrecklich’
   1 ‘zornig, wütend, angriffslustig’ da sach ich [ein heidnischer Spion] den grimmigen kaiser: / er froͮt sich diner raise [König Paligans Kriegszug] / di wir her haben getan Rol 7953; der ameyze zv im [dem Löwen Vrevel] lief / mit einem grimmigen mvte ReinFu K,1295; des wart der herre zornec unde grimmic genuoc NibB 207,4. 2301,4; chrimmigez gemuͦte TrudHL 55,29; Roth 1049. – ‘feindselig’ der gotes engel [...] sagete ire [Hagar] ze wâre daz si sciere einen sun gebâre, / der wurde scarf unde grimmich, wider daz liut unsâlich Gen 855    2 ‘wild, ungestüm’ di grimmigen Sorbiten / unt Baire di stritegen / [...] : / si musen im [dem Kaiser] alle nige Rol 6839; capreola [...] ist ain wildeu gaiz [...] und ist gar ain grimmigz tierl under seinem gesläht. aber gegen andern tiern ist ez vorhtig und sänftig BdN 128,32. 121,11; PrOberalt 6,17; Mechth 5: 11,18    3 ‘grausam, schrecklich’ vil grimmech wirt diu not [ an dem jungisten ende ] AvaA 7,4; mich habent begriffen div lêit des ubeln tôdis, div sere der grimmigin helle habint mich geuangin Spec 38,14. 126,5; der wirt sprach unsuoze, / wan er ein grimmic herze truoc UvZLanz 4453; ich vorchte dich, wen du eyn grymmyk [strenger] mensche bist [ quia homo austerus es Lc 19,21] EvBerl 138,21; TrudHL 62,21; NibB 1961,4. – als Attribut zu tôt: si wolten den grimmigen tot dolen Rol 5459. 8002; der esel [Bileams] habete groze not / uor ime sach er den krimmigen tot [den Engel mit dem Schwert, Nm 22,23ff.] VMos 73,24; Reinhart bleip in grozer not, / er wante den grimmigen tot / vil gewislichen han ReinFu K,360. K,1248; Spec 75,12; Roth 518

MWB 2 930,20; Bearbeiter: Richter

grimmicheit stF. 1 ‘Zorn, Wut, Feindseligkeit’
2 ‘Grausamkeit, Härte’
3 ‘Wildheit’
   1 ‘Zorn, Wut, Feindseligkeit’ der knecht vorte [fürchtete] sinez herren grimekeit HlReg 71,19; ein bilde sie hervur tete, / [...] / bezoubert vnd besworn. / ez was gut wider den zorn / vnde wider ander grimmekeit Herb 1019; der guote man Silvester, / der hie ze Rôme bâbest ist, / der hât vil harte lange vrist / entsezzen dîne [Kaiser Konstantins] grimmekeit KvWSilv 1229; KvWPant 856; Pass III 50,86    2 ‘Grausamkeit, Härte’ die ubeln [...] heten iren spot daran. / den vil heiligen man / si mit den gabeln mueten, / die von der hitze glueten / und stachen mit grimmekeit Pass III 385,51; vih unde liute wæren tôt / von sîner grimmekeite KvWPart 18173; he [...] vurchte nicht di grimmikeit / der vinde PfzdHech 245,11; UvZLanz 1203; Cranc Vorr. Aba 347,20    3 ‘Wildheit’ er [der Leopard] wirt nümmer sô zam, daz er seiner grimmichait vergezz BdN 145,18. 147,24; als balde ich [Jesus] zuͦ in [den wilden Tieren] kam, / do bettetont sú mich allú an / und kertent in senftmuͦtekait / ir naturlich grimekait WernhMl 5472; WvRh 5978

MWB 2 930,54; Bearbeiter: Richter

grimmiclich Adj., Adv. auch grimmenclich ( Pass I/II 105,14 ), chrimmiclich ( TrudHL 39,22 ); adv. auch -lîchen. 1 ‘zornig, grimmig, feindselig’
2 ‘grausam, schrecklich, fürchterlich’
3 ‘schmerzhaft, heftig’
4 intensivierend ‘außerordentlich, sehr’
   1 ‘zornig, grimmig, feindselig’ daz wort er grimmiclichen sprach Rol 5696; si erzeicten âne triegen / einen grimmeclîchen zorn Er 9082; got herre, wes hât mich gezigen / dîn râche unmâzen grimmeclich KvWEngelh 5375; si [die Verdammten in der Hölle] sint stetelich in so grimmeklichem muͦte, das inen grúwelt vor allem guͦte Mechth 3: 21,79; RvEAlex 14814; HvNstAp 5125    2 ‘grausam, schrecklich, fürchterlich’ dô sie [die Kästchen] wâren ûfgetân, / dô begunde für gân / ein sô grimmiclîcher stanc / daz sie diu wîle dûhte lanc LBarl 2118; [Gott] mensche wart, dur daz er uns von grimmeklicher nôt zuo im erlôste SM:JvR 1: 5,13; wie rehte grimmeclîchen vil swerte darinne erklanc! NibB 2212,1. 2365,3; RvEBarl 3732; WernhMl 11256. – als Attribut zu tôt: ich han durch iuwere not erliten einen grimmechlichen tot AvaLJ 163,2; ez muoz sîn bitter ende sîn / und wirt sîn grimmeclicher tôt KvWTroj 18199; KvWLd 15,16; WvRh 11531    3 ‘schmerzhaft, heftig’ o Kyliane du pinigst mich gar grimmeklich [ acriter ] ! ElsLA 785,17; o Colomate du enzúndest mich gar grimmeklich mit hiczen! ebd. 785,18    4 intensivierend ‘außerordentlich, sehr’ grimmeclich groz was sin zorn, / daz tet her harte wole schin GrRud Kb 33; diu rede was der frouwen / sô grimmiclichen swære / daz diu vil tugentbære / gar inniclichen weinde / und grimme clage erscheinde / mit herzen und mit munde KvWSchwanr 1473; er quam an mich sô hurtlich / unde stach mir einen stich / sô starc, sô grimmeclîchen hart, / swaz ich ie gestochen wart, / zwâr daz ist ein wint dâ wider HvFreibTr 2213

MWB 2 931,12; Bearbeiter: Richter

grimmigære stM. ‘jmd., der Grausames tut, grausam ist’ du [Gott] bist mir hart / in eynen grymmeger gekart Hiob 12738 (Iob 30,21); dem grimmiger, / der do hatte virhert / Agregentinos und virsert, / und waz he lute gewan, / di leite he groze martir an PfzdHech 185,1. 261,1. 276,33. 292,8. – bezogen auf Verleumder: ein kung gut [...] virnam di mere / daz sine grimmigere / zcu wirtscheftin sozin, / [...] mit snodin lumundin / si den herren stochin / mit snodir aftirsprochin PfzdHech 181,30

MWB 2 931,47; Bearbeiter: Tao

grîn stM. 1 von Menschen: ‘Geschrei, Jammer’
2 von Tieren: ‘Wiehern, Schreien; Knurren, Bellen’ usw.
3 ‘(aufgesperrter) Rachen’
   1 von Menschen: ‘Geschrei, Jammer’ elliv vrivde in churzer vrist / ist gærlichen hin geleit. / guͦt gemvte niemen treit / niwan biterlichen grein Warnung 1677; daz weinen lât / uber mich [Christus] al hî sîn, / tût ûres weinens grîn / uber ûch selbe und ûwer kint / di von ûch geboren sint JvFrst 8136; in bitterkeit und in gryne Hiob 8479; der mensch [...], / der kummerlich und in gryne / von wibesnam geboren wirt ebd. 6012 (vgl. Iob 15,14); HagenChr (G) 4971    2 von Tieren: ‘Wiehern, Schreien; Knurren, Bellen’ usw. – von Pferden: von stoze in hurte pine zwei orse [...] / in grozem, lutem grine gaben schrie JTit 2264,2; daz ors unt daz phärdelîn / erhuoben ein sô hôhen grîn, / daz ez Iwânet erhôrte / vor der stat Parz 155,30. – vom Hund: da lit min hunt, der heizzet Grin KgvOdenw 13,110    3 ‘(aufgesperrter) Rachen’ dû [Maria ] bræhte uns wider den lebenden schîn / mit dîner reinen güete, / den uns verlôs der helle grîn LobGesMar 27,11

MWB 2 931,57; Bearbeiter: Tao

grindel, grëndel stM. ein längeres Stück Holz, Balken zu verschiedenen Zwecken 1 ‘Tür-, Torriegel’
2 ‘Sperrvorrichtung, Schlagbaum’
3 Holz, womit die Falle gestellt wird
   1 ‘Tür-, Torriegel’ den grindil mîner ture nam ich abe daz ich mîneme gemahelen intsluzze TrudHL 71,8; die ture sich entsluzzen, / die grintil dannen schuzzen, / diu helle wart ouf getan Hochz 991; die grintel muosen bresten AvaLJ 160,3; darumbe mohte der reinen juncfroͮwen geist in den himel nit komen, wan Adam hatte den grendel alze verre fúr geschoben Mechth 5: 23,10. 6: 16,41    2 ‘Sperrvorrichtung, Schlagbaum’ zweinzeg viertel rogen von dem aker, der da lit ze Brisach bi dem grendel UrkCorp (WMU) 586,45. – wohl ‘Gatter, Palisadenwerk am Stadttor’ (vgl. SchweizId 2,757f.), nur Pl.: daz dû diu tor gemeine / mit den fuozliuten wol bewarst / und mit in an die grendel varst KvWTroj 30312; lâ der stete gesinde / dâ beiten unde harren / der grendel und der barren ebd. 30302; Prîant [...] dâ mit sîner huote wielt / der grendel und der porten ebd. 34161    3 Holz, womit die Falle gestellt wird: ich vurchte nit sin lag, / an duͤ grendel ich ez wag. / wie ichs nit vor wiste, / so vieng er mich mit liste Ratte 20

MWB 2 932,13; Bearbeiter: Tao

grinden swV. ‘mit Grind bedeckt sein, Hautausschlag haben’, Sprichw. (TPMA 1,232): an dem arse grindet die mat [ = maget ] , / wan sie sich nit ruren lat SalMark 341

MWB 2 932,36; Bearbeiter: Tao

grindic Adj. ‘mit Ausschlag behaftet, grindig; räudig’ daz helpet de lude, de eyn bose houet han vnde grindich, ef en daz houet myd syner harn weschet alle dage eyn half iar OvBaierl 75,9; Pilgerf 7537 ( → grint Adj.)

MWB 2 932,40; Bearbeiter: Tao

grînen stV. (Ia). 1 von Tieren: ‘(wütende, drohende, klagende) Laute von sich geben’
1.1 allg.
1.2 bes. von Hunden
1.2.1 absol.
1.2.2 mit Präp.; meist in Vergleichen
1.3 von Schweinen
1.4 von Pferden
1.5 von anderen Tieren
1.6 übertr., vom tosenden Meer, subst.
2 von Menschen
2.1 ‘knurren, murren’
2.1.1 absol.
2.1.2 mit Präp.
2.2 ‘weinen, heulen, wehklagen, traurig sein’
2.3 ‘(mit den Zähnen) knirschen’
2.4 ‘(hämisch) lachen, grinsen’
   1 von Tieren: ‘(wütende, drohende, klagende) Laute von sich geben’    1.1 allg.: sô machte sich des tiuvels spil / ze vorhtlîchen tieren vil, / die vil den herren muoten: / sie grinen sêre, sie luoten / mit ängestlîcher stimme / gên im in grôzem grimme RvEBarl 15084. – subst.: da hub sich ain greynen: / das [l. ie das ] dier pestund den seynen [jedes Tier bekämpfte seinesgleichen] HvNstAp 10159    1.2 bes. von Hunden    1.2.1 absol.: ime wêre vil unmêre [gleichgültig] , / waz der hunt gebulle / und grene unde sculle, / der ime [...] gescaden niht ne mohte SAlex 4313; weder ez [= hundelîn ] engrein noch enbal, / noch erzeigete ungebærde nie, / swaz schimpfes man mit ime begie Tr 15886; [der Höllenhund Cerberus] ne grein noch enrief En 3264; der hunt enizzet höuwes niht / und grînt doch, sô erz ezzen siht Freid 138,12; (subst.:) daz zwêne hunde ein bein nagen / ân grînen, [...] hœre ich selten sagen ebd. 138,14 (vgl. TPMA 6,255f.); (Part.Präs.:) grînunden hunt, der nie gebeiz, / sult ir harte fürhten niht Helbl 8,544. – in Vergleichen: do grein er als ein hunt / vnde sluc mit eime slage dare / Cedio von sime libe gare Herb 7590; ichn wil mich mit dem munde / niht gelîchen dem hunde, / der dâ wider grînen kan, / sô in der ander grînet an Iw 877 (oder zu 1.2.2); di haiden we sungen: / si grinen sam di hunde Rol 4837; dv bist als gedultich als ein hunt, so man den straichet so swiget er, so man in denne sleht so grinet er PrBerthKl 3,63    1.2.2 mit Präp.; meist in Vergleichen: der grimmen helle hunde / die da alle stunde / gein miner sele grinent Martina 111,31; sus wart zu Rome geniden / Ieronimus [...]. / sumelicher uf in grein / alsam ein ungeslachter hunt Pass III 507,16; vnder ein ander sie grienen / als zwene hunde Herb 6316. swie lîhte im iht wirret der dâ in grôzen sünden ist, sô grînet er umbe sich alse ein hunt unde zürnet gein gote PrBerth 1:427,6; er lît reht als ein hunt, / der in sich grînet und doch niht bîzet / und keiner guoten dinge sich flîzet Renner 16011    1.3 von Schweinen: man hort sy [ eberswîn ] chierren [= kërren ] und greynnen Seifrit 5555; under swinnen, / dú man hort rúheln und grinen / nach grúschen [Getreideabfällen, Kleien] SHort 4320; (Part. Präs.:) ain greindez swein BdN 136,6    1.4 von Pferden: man hôrte ros dâ weien / unde lûte grînen KvWPart 21723; die [...] frechen jungen / diu ors mit spornen twungen, / daz sî in grôzer müede schinen / und von übernœte grinen Reinfr 17414; DietrGlesse 675    1.5 von anderen Tieren: sin [des Bären] widermvt was grozlich, / mit grimme grein er vber [La. umbe ] sich ReinFu K,2216; und sein [des Kamels] weip hât sô grôzen gelust zuo im, daz si vor gelust greint BdN 124,23; [der Drache] greint und ginet mit dem maul, aber er schatt mit den zenden niht vil, iedoch ist sein piz gar schad ebd. 268,22; Flata kam gelauffen herr, / tobigk als ain wilder per. / si grain als ain lintwurm HvNstAp 5519; (Part.Präs.:) wanne der widerwertige vigent get umbe also ein grinender lowe und suͦchet das er úch verslinde Tauler 100,19    1.6 übertr., vom tosenden Meer, subst.: dar nach pey ainer kurtzen stund / ließ das mer sein greynen HvNstAp 4961    2 von Menschen    2.1 ‘knurren, murren’    2.1.1 absol.: untriuwe in deme schînet, / swer lachende grînet Freid 43,25 (vgl. TPMA 7,246); (Part.Präs.:) der ouch grinunde gat, / so man sin unzuht understat Jüngl 271; (subst.:) mîn alter man der zürnet und ist ime leit, / ob ich einen jungen gerne minne. / [...] ich hân an in [den jungen] bewendet mîne sinne, / daz ich dur sîn grînen nien enlâze MF:Reinm 64: 2,5. – verbunden mit Verben ähnlicher Bedeutung: grisgrammen: PrBerth 1:466,12; Jüngl 343; zannen: Pass I/II (HSW) 35148; BFrau 36; zürnen: PrBerth 1:101,3. 1:271,5    2.1.2 mit Präp.: der tûvil aldâ vor in quam / [...] und vreislîch kegn im grînende NvJer 18921(S. 523); si grinen in sei [murrten über sie (fremebant in eam Mc 14,5)] EvAug 113,14; die svnder [...] / die man hie sit grinen / und werbin wider gotte Martina 198,42; [der Leib zur Seele:] do ich vasten solt, / do grain ich vast wider dich HvBurg 4713. Iuda der da murmerot und grain wider sich selber do er sach dc Maria Magdalena unserem herren sine fuͤze [...] hat gesalbet PrSchw 1,47    2.2 ‘weinen, heulen, wehklagen, traurig sein’ Pollixena [...] so lute schrei vnde grein, / daz aller der palas / von irme ruffe vol was Herb 10638; sam der tuot, / der niht erwern mag sîn guot / âne flêhen, wan [= man ] füere imz hin: / der lachet herûz und grinet hinin SM:Gl 2: 4,12; ir hertz dik grinnet / so der lip geparet sich / sam er si maniger froden rich SHort 424; (Part.Präs.:) und her wart betrûbit [...] und gînc inwec grînende [ mærens ] EvBeh Mc 10,22. – verbunden mit Verben ähnlicher Bedeutung: hiulen: Mechth 7: 39,13; weinen: EvBeh Io 16,20. Lc 6,25; Tauler 193,6; BdN 208,26; zannen: MarLegPass 25,260; SHort 885    2.3 ‘(mit den Zähnen) knirschen’ vnd sendent si in den ofen des fivres. da wirt weinen vnd greinen der zende [ stridor dentium Mt 13,42] EvAug 31,13. 32,5    2.4 ‘(hämisch) lachen, grinsen’ nû habent si haz unt nît, / missehellunge unt strît, / wol chunnen si spoten unt grînen Erinn 201; ander in [Jesu] do schultent, / irn spot also erfultent / mit grinen und mit rassen [= razzen ‘Toben’ ] : / also laid er ir hassen WernhMl 9629

MWB 2 932,45; Bearbeiter: Tao

grîner stM. ‘einer, der grînet ’, hier als Bestandteil eines Personennamens: Volmar der Griner UrkCorp (WMU) 682,13

MWB 2 934,25; Bearbeiter: Tao

grinnen stV. (IIIa) ‘(mit den Zähnen) knirschen’ frenduerunt: grunnen PsWindb 34,16

MWB 2 934,28; Bearbeiter: Tao

grint Adj. ‘grindig, an grint 1 leidend’ si danne daz [ houbet ] von blatern grint werde, so [...] SalArz 28,13; als das gryndige diere / hasset die scherre [...] / und das grynte heubt den strel, / also [...] Pilgerf 7539. – ‘kahlköpfig’ glabrio: grinder SummHeinr 2:319,149.5

MWB 2 934,30; Bearbeiter: Tao

grint stM. 1 ‘Kopfgrind, Hautausschlag (verbunden mit Haarausfall), Aussatz, Räude’
2 abschätzig für ‘Kopf’
   1 ‘Kopfgrind, Hautausschlag (verbunden mit Haarausfall), Aussatz, Räude’ alopicia scabies capitis: grint SummHeinr 2:175,412; vngwentum album ist uile goͮt ze der rvdem ioch ze deme grinde Ipocr 321; daz gesalzene wazzer [...]. swer des uil trinket so twingit iz vnde derret den lip, vnde machit rudin vnde grint SalArz 20,1; gut vur den grint di da ist uon der colera ebd. 82,34. 98,18; welch ros repsich [rappig, räudig] ist, [...] daz ryp mit salben unde sal is mit eyme lichte us burnen daz hor unde den grynt, daz is schone werde Albrant 3,38; PrüllS 5,1; SalArz 28,22. – ‘vom ~ befallener Kopf’ si nam ir [der kranken Kinder] houbet also bloz, / unlustec grinte [oder nachgestelltes Adj. zu houbet?] in iren schoz Elis 3596    2 abschätzig für ‘Kopf’ ich slahe durch helm und durch den grint Virg 619,5. – in blasphemischer Schwurformel: diß jahr hat man einem weib, Elß Beheimin genannt, die statt ewig verboten beym grab darumb, daß sie geschworen hat bei gotts grind und bei gotts zers NüAchtb 69

MWB 2 934,36; Bearbeiter: Tao

grinthüetelîn stN. ‘Hütchen für den grindigen, kahlen Kopf’ ich gebe em eyn grinthotelin / und eyne alde hoße OsterSpI 579

MWB 2 934,57; Bearbeiter: Tao

grintwurz, grintwurze F. auch grunt-. 1 ‘Schellkraut’ (vgl. Marzell 1,927)
2 ‘Grindkraut, Ackerskabiose’ , s. AWB 4,435.
   1 ‘Schellkraut’ (vgl. Marzell 1,927): celidonia major: scellewrz vel grindwrz SummHeinr 2:51,321. 1:191,267; Gl 3,553,54 (BStK285); gruntwrza GlGerm 18,67 (BStK138c)    2 ‘Grindkraut, Ackerskabiose’, s. AWB 4,435.

MWB 2 934,60; Bearbeiter: Tao