grinnen
stV. (IIIa)
‘(mit den Zähnen) knirschen’
frenduerunt: grunnen PsWindb
34,16
MWB 2 934,28; Bearbeiter: Tao
grint
Adj.
‘grindig, an
grint
1 leidend’
si danne daz [
houbet
] von
blatern grint werde, so [...]
SalArz
28,13;
als das gryndige diere / hasset die scherre
[...] / und das grynte heubt den strel, / also
[...]
Pilgerf
7539.
–
‘kahlköpfig’
glabrio: grinder SummHeinr
2:319,149.5
MWB 2 934,30; Bearbeiter: Tao
grint
stM.
1
‘Kopfgrind, Hautausschlag (verbunden mit Haarausfall), Aussatz, Räude’
2 abschätzig für ‘Kopf’
1
‘Kopfgrind, Hautausschlag (verbunden mit Haarausfall), Aussatz, Räude’
alopicia scabies capitis: grint SummHeinr
2:175,412;
vngwentum album ist uile goͮt ze der rvdem ioch ze deme
grinde Ipocr
321;
daz gesalzene wazzer [...]. swer des
uil trinket so twingit iz vnde derret den lip, vnde machit rudin vnde grint
SalArz
20,1;
gut vur den grint di da ist uon der colera ebd.
82,34.
98,18;
welch ros repsich [rappig, räudig]
ist, [...] daz ryp mit salben unde sal is mit eyme lichte
us burnen daz hor unde den grynt, daz is schone werde Albrant
3,38;
PrüllS
5,1;
SalArz
28,22.
–
‘vom
~
befallener Kopf’
si nam ir [der kranken Kinder] houbet also
bloz, / unlustec grinte [oder nachgestelltes Adj. zu
houbet?] in iren schoz Elis
3596
2
abschätzig für ‘Kopf’
ich slahe durch helm und durch den grint Virg
619,5.
– in blasphemischer Schwurformel:
diß jahr hat man einem weib, Elß Beheimin genannt, die statt ewig verboten
beym grab darumb, daß sie geschworen hat bei gotts grind und bei gotts zers
NüAchtb
69
MWB 2 934,36; Bearbeiter: Tao
grinthüetelîn
stN.
‘Hütchen für den grindigen, kahlen Kopf’
ich gebe em eyn grinthotelin / und eyne alde hoße OsterSpI
579
MWB 2 934,57; Bearbeiter: Tao
grintwurz, grintwurze
F.
auch grunt-.
1
‘Schellkraut’ (vgl. Marzell 1,927) 2
‘Grindkraut, Ackerskabiose’ , s. AWB
4,435.
1
‘Schellkraut’ (vgl. Marzell 1,927):
celidonia major: scellewrz vel grindwrz SummHeinr
2:51,321.
1:191,267;
Gl
3,553,54
(BStK285);
gruntwrza GlGerm
18,67
(BStK138c)
2
‘Grindkraut, Ackerskabiose’, s. AWB
4,435.
MWB 2 934,60; Bearbeiter: Tao
gripfære
stM.
‘Räuber, Entführer’
raptor: zuchari, gripfere SummHeinr
1:292,313;
rapax: gripfere, gripfiger ebd.
2:449,01.23
MWB 2 935,1; Bearbeiter: Tao
gripfen, kripfen
swV.
k- ist entweder germ. *k (vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,613 und
639) oder obd. Anlautvar. zu g- (vgl. ebd. 5,800).
1 intr. ‘(schnell und wiederholt) greifen’
2 tr. 2.1
‘etw. ergreifen’
2.2
‘jmdn. fassen, packen, ergreifen’
2.3
‘etw. in Besitz nehmen’
2.4 übertr. ‘etw. im Geiste erfassen, begreifen’
1
intr. ‘(schnell und wiederholt) greifen’
do gripht er [der Wolf] her und dar
/ [...] und beiz in [den
Gänsen] die hælse enzwei StrKD
48,100
2
tr.
2.1
‘etw. ergreifen’
daz vingerlîn er griphte OrtnAW
414,2;
daz dheine chripfe
[
arripuerit
] ein bvͦch vnde da
getvrre gelesin BrEng
38;
er kripfte halsperc unde hosen, /
[...] und leite an sich diu bêdiu
KvWTroj
28554;
nieman cripfe duhein wâfen, er erschine ê vor vnserre frowen mvnstere vor
deme rate vnd pflege irs rates da UrkCorp (WMU)
N238AB,11,29;
RvEWchr
23881;
[den Käse] krift der vuhs KLD:Kzl
16: 13,12.
– mit Präp.-Gruppe:
daz [Pferd] kripfte bî
dem zoume [...] Hector KvWTroj
39834
2.2
‘jmdn. fassen, packen, ergreifen’
und gesach si ze ainem mal ain herre und kripfte si und benam ir ir
kúnschi PrGeorg
222,27;
und sprungen hin in in den wag und kripftan in und hetin
ime gern her us gehulfen Seuse
81,25;
swer oͮch den andern mit der hant slát, roͮfet ald
vreuenlich kriphet ald angrifet UrkCorp (WMU)
26AB,25,26;
die súlent den lantman kripfen vnd hân, vnz der stat vnd deme
burger gebezsert wirt ebd.
1671,30;
PsM
9,30;
PrWack
58,32.
– mit Präp.-Gruppe:
er kripfet ein bi dem hare und sties in darin [ins
Wasser] . / ‘daz heisen wir getöfet und sol in gotes
namen sin.’ WolfdD (H)
1257,3;
siu kripfte [...] / ir schœne tohter
in daz hâr Häslein
294.
–
do kom ein jungling und kripft in mit der hant und
sprach Seuse
112,9;
und loft hin zuͦ und kripft in also
nidersigenden under ir arme und huͦb in vast ebd.
80,21
2.3
‘etw. in Besitz nehmen’
iegeslihchir krifte / das lant das er da stifte
RvEWchr
3080
2.4
übertr. ‘etw. im Geiste erfassen, begreifen’
nu so dunkt in, daz er vol gotes sie
[...]; und kripfet die sachen ze geswintlich in
einer unzitigen wise Seuse
159,6;
wan sú núwan got dar inne gekripfet hein,
und die sachen sind in noh nit ze grunde worden ze erkennen ebd.
159,14
MWB 2 935,4; Bearbeiter: Tao
gripfic, kripfic
Adj.
auch griffic (bei
Tauler
9,11.
94,6
kann grîfic vorliegen).
1
‘raubgierig, raffgierig’
2
‘gut zu greifen, handlich’
3
‘greifbar’
4
‘fähig, etw. geistig zu erfassen, erkennen’ , präd. mit Gen.
1
‘raubgierig, raffgierig’
sunder nu ist die leide nature also griffig
[...] das sú alzuͦhant zuͦ
slichet und annimmet sich des daz ir nút ist Tauler
94,6.
– subst. ‘Räuber’
rapax: gripfere, gripfiger SummHeinr
2:449,01.23
2
‘gut zu greifen, handlich’
daz er unserre stette [...] geben sol fúnf
guͦti krepfige armbrust UrkStraßb
2:30,18
(a. 1275)
3
‘greifbar’
du griffic, sichtic, immer gebendez icht [Umschreibung für den
Erlöser am Kreuz oder in der Eucharistie, vgl. FrlWB S. 133]
Frl
2:1,8
4
‘fähig, etw. geistig zu erfassen, erkennen’, präd. mit
Gen.:
die sele hat drie edele krefte, [...]
gehugnisse, verstentnisse und frige wille, und durch dise kreften so ist sú
gotz griffig und enpfenglich Tauler
9,11
MWB 2 935,45; Bearbeiter: Tao
gripten
swV.
Ansatz unsicher.
‘etw. mit Gewalt in Besitz nehmen’
daz er wolde gripten / an sich die lant zu Egipten Macc
1389
(vgl. Glossar z.St.)
MWB 2 935,61; Bearbeiter: Tao
grîs, grîse
Adj.
1
‘(hell)grau, weiß’
2
‘grau-, weißhaarig, alt’
2.1 allg. 2.2 mit dem Nebensinn der Erfahrenheit, Weisheit 2.3 von Gott
1
‘(hell)grau, weiß’
–
manger grüenen linden stênt ir tolden grîs; / [...]
daz ist allez von des rîfen ungenâden komen Neidh
WL 3:1,4.
SL 3:2,1;
der walt stuont aller grîse / vor snê und ouch vor îse ebd.
SL 5:1,1;
KLD:KvK
6:1,2;
SM:JvW
4: 1,4;
seht an disen grîsen rok: / ich gewinne alsülchen lok / und ein grawez kinne
als ein bok Walth
XVII,38.
–
merke wol die stunt, / so dú wolken verwent sich / und werdent
gris Marner (W)
L2:1,4.
L1:2,10;
des morgens dô der grîse / tac ûf dringen solte KvWPart
16394;
KvWTroj
9180.
–
vil schône grîs und aphelgrâ / sô schein daz ros von
sneller art KvWSchwanr
1004;
der zagel was im [dem Pferd] einvare / crisp
[La. gris
] und swarz als ein bech
En
5265;
alsam ein grîsiu tûbe grâ KvWTroj
10739;
der wolf der was greis Fabelcorp
37,6.
–
sin bart was im lanch vnd gris Wernh
D 1882;
sin grawer loc, sin griser bart / die wurden im gebriunet
KvWGS
1536;
gemischet was sîn hâr / mit einer grîsen varwe
NibB
1734,3;
KLD:SvT
5:2,6;
Frl
5:23,7;
ich bin mîner jâre / gar ein kint, / wan daz mînem hâre / die locke sint /
grîse Neidh
SL 17:5,7
2
‘grau-, weißhaarig, alt’
2.1
allg.:
mîn grîsez houbet:
Neidh
WL 21:6,6;
ain wilder man, / der was kotzott und rauch; / payde ruck
und pauch / waren greyß als ain hunt HvNstAp
9890;
ein man aldir unde gris Athis
C* 105;
der grîse künec alt Wh
431,21;
ein grise man Wernh
D 1703.
A 3511;
Wh
263,1.
278,22.
421,18.
– mit Gen.:
sô bin ich jâre grîse Greg
1466;
er wirt mit schaden schanden grîs, / wan er fur gut daz bose nimt
Jüngl
974.
– jmdn.
~ machen:
mensche, [...] buwe enzit. / ein starker
winter auf dir lit, / der machet dich in sorgen alt und in dem alter grise
Marner (W)
1:1,6;
si machet mich an jugende grîs SM:KvA
3: 2,11.
–
vor/ von/ in etw. ~
sîn/werden:
ein olbente von Thvschalan, / die was frvmic vnde wis
/ vnd dar zv vor alter gris ReinFu
K,1440;
der von alter wære grîs KvWTroj
10945;
schouwet an mîn hâr, / daz gevar ist als ein îs! / daz grâwet mir
[...]. / jener Engelmâr, / von des schulden bin
ich grîs Neidh
WL 32:5,6;
von manigen kriegen wart er grîs UvZLanz (K)
46;
dû vervluochter alte unwîs, / in gotes vluoche bist
dû grîs RvEBarl
12748;
in zühten werden grîs Winsbeckin
6,5.
– subst. ‘alter Mensch’
die grîsen wolten michs überkomen, / [...]
Walth
121,33;
der vil alte grîse RvEBarl
5937;
die jungen zuo den grîsen LvRegFr
254;
HartmKlage
4;
HvNstGZ
2150.
5376
2.2
mit dem Nebensinn der Erfahrenheit, Weisheit:
daz dô die tumben wâren, wie grîse die nu sint!
NibB
1798,2;
dan noh was er ein lutzil kint / unde was doh wîser, /
dan dihein man grîser SAlex
2506;
der vürsten einer [...] des
lîbes edelîch und alt, / beidiu grîse unde wîse Tr
15347.
– mit Gen. oder Präp.:
du wære der witze griß / und der jore gar ein kint TristMönch
2059;
swie tumb ich doch sî der tage, / ich sî doch wol sô sinne grîs
UvLFrd
47,7;
eyn meystir wys, / an synnen grys, / Gotfrid genant
Pelzb
116,29.
– subst.:
der witzige grise Albert
759;
jâ ist si [die Minne] gewaltec der tumben
und der grîsen Tit
70,1.
170,3;
die wîsen, / die getageten und die grîsen
Tr
2742.
15425;
Wernh
D 4574;
Helmbr
1507
2.3
von Gott:
juncherre wîs, du wære grîs: / nu zieret dich ein brûner
vahs [Haar]
KvWLd
1,17;
du bist ein brûner jungelinc und ein altherre grîse ebd.
32,17;
got, [...] du alter griser iungelink
HeinzelJoh
70,3.
– subst.:
der alte grise Frl
5:1,5;
Daniel
5833
(vgl. Dn
7,13)
MWB 2 936,1; Bearbeiter: Tao
grîse
F.
‘Alte, Mutter’
sie [...] huop sich von der grîsen Neidh
SL 6:5,5
MWB 2 937,7; Bearbeiter: Tao
grîse
M.
1
‘der Graue’ , den Wolf bezeichnend 2
‘Ältester’
1
‘der Graue’, den Wolf bezeichnend:
2
‘Ältester’
sie waren ir [des
Volkes] grisen [vgl. senes Dn
13,41]
Daniel
7678
MWB 2 937,9; Bearbeiter: Tao
grîse
stF.
1
‘graue Farbe, Grauheit’
2
‘Alter’
1
‘graue Farbe, Grauheit’
der walt mit niuwen loube sîne grîse hât verkêret Neidh
SL 15:2,1;
der walt hât sîner grîse gar vergezzen; / der meie ist ûf ein grüenez zwî
gesezzen ebd.
SL 21:3,1
2
‘Alter’
si [Gott Vater und Gott Sohn] sind
recht in ainer greis Teichn
564,3201
MWB 2 937,12; Bearbeiter: Tao
grisegram
stM.
→
grisgram
MWB 2 937,18;
grisegrammen
swV.
→
grisgramen
MWB 2 937,19;
grîseleht
Adj.
‘mit Grau durchsetzt, graulich’, oder ‘rauh’ und zu (mhd. nicht
belegtem) kriselicht (so Anm.z.St. mit Verw. auf DWB 5,2332)?:
im entsproz / har glich eim alden aren; / gar griselecht sie
waren Daniel
3758
(vgl. Dn 4,30)
MWB 2 937,20; Bearbeiter: Tao
grîsen
swV.
1 intr. 1.1 von Heide, Wald: ‘grau, weiß werden’
1.2 von Personen: ‘ alt werden’
2 tr. 2.1
‘etw. grau, weiß machen’
2.2
‘jmdn. grau, alt machen’
1
intr.
1.1
von Heide, Wald: ‘grau, weiß werden’
heide grîset SM:KvL
20: 1,8;
so der walt greiset Warnung
2147
1.2
von Personen: ‘ alt werden’
swer volget wîsen, / der muoz mit êren grîsen KLD:
BvH
13: 3,9;
mit tummer fure er griset JMeissn
A1:23,6;
er kunde in êren sîniu jâr / wol grîsen unde grâwen
KvWTroj
39817;
grîsen und alten:
BFrau
326;
Hadam
546,1.
242,1;
KvWPart
7712;
SHort
268
2
tr.
2.1
‘etw. grau, weiß machen’
den walt der winder greiset, / daz loup von froste reiset Warnung
1925
2.2
‘jmdn. grau, alt machen’
wirt er nu hie geletzet, daz ist ein dink, daz mich an jugende
griset [La. daz meine ivgende greiset
]
JTit
5672,4
MWB 2 937,25; Bearbeiter: Tao
grîsgevar
Adj.
‘grau’
ungemach mir geschach, / do ich von êrste ein wîp ersach
[...]. ist mîn hâr grîsgevar, / daz kumt von ir
schulden gar Neidh
SL 30:3,7
MWB 2 937,39; Bearbeiter: Tao
grîsgrâ
Adj.
‘grau-, weißhaarig’
der ander [...] bracht ein alten man
mit im, der aller grißgra was Lanc
171,33;
der konig sah jhenen grißgraen man ebd.
171,33
MWB 2 937,43; Bearbeiter: Tao
grisgram
stM.
auch grise-.
‘Zähneknirschen, -klappern’
da ist niht wan weinen unde woͮfen unde grisgram der
zene Spec
139,21
(Mt 8,12);
der armen cene grisegram / piniget sie [die
Verdammten] besunder Vät
15210
MWB 2 937,47; Bearbeiter: Tao
grisgramen, grisgrammen
swV.
grisegrammen
HeslApk
10642.
1 von Menschen: ‘(mit den Zähnen) klappern, knirschen’
1.1 als Symptom einer Krankheit, bes. der Besessenheit 1.2 vor Kälte 1.3 vor Angst, Verzweiflung, Schmerz 1.4 vor Zorn, Wut, Feindseligkeit u.ä. 1.5 als Ausdruck der Ergriffenheit 2 von verschiedenen Tieren: ‘(gegen jmdn.) mit den Zähnen
knirschen’ , wohl auch ‘(drohende, wütende) Laute von sich geben’ (knurren, brüllen usw.), oft in Vergleichen von Menschen, Teufeln
1
von Menschen: ‘(mit den Zähnen) klappern, knirschen’
1.1
als Symptom einer Krankheit, bes. der Besessenheit:
ligget eyn mensche in eyner sucht, vnde daz her myt den
czenen grisgramet, dat bedudet antwer den dot ader daz er vnsynnich wyl werden
OvBaierl
70,2;
also groz was sein toben. / [...] er grisgramete
unde phnach [schnaubte] . / die liute er sluoc unde
raufte Serv
3086;
[der vom bösen Geist Besessene] schuͦmet und
grizgrammit mit den zcenen EvBeh
Mc 9,17;
EvAug
99,3
1.2
vor Kälte:
uon rehte grisgramen si in dem froste
Lucid
129,3;
si tuͦn von kelti grisgramen SHort
870;
(subst.:)
da [in der Hölle] ist iemer
weinen der ougen von deme rouche vnde grisgramen der cene uon dem froste
Lucid
8,14
1.3
vor Angst, Verzweiflung, Schmerz:
ich hœre dâ grisgrammen, / wäinen unt wûffen, / vil
chläglîch rûffen Erinn
730;
um die roten vures flammen, / dar die sele grisegrammen /
inne von ewen zu ewen / mit marterlichen wewen HeslApk
10642;
da sihe ich die grisgrament mit iren zenen VitasPatr
266,6;
von himilrich dv [Teufel] verstozin, /
[...] grizgrame vnde zanne / vnd var vz dinem huse
/ der verfluchten cluse Martina
157,66.
– subst.,
~ der zene u.ä.:
RvEBarl
3493;
HlReg
26,31;
EvBeh
Mt 8,12;
HvNstGZ
7253
1.4
vor Zorn, Wut, Feindseligkeit u.ä.:
daz sîn gemüete in zorne bran / und er grisgramen began
RvEBarl
8420;
(subst.:)
michel grisgrammen unt zorn / was unter in erpluͦt
Rol
5280;
alle mine vint shrieren ob mir vnt grisgramten mit ir zenden vnt
íahen si wolten mich vrezzen PrLeys
18,27;
(adj. Part.:)
mit grisgramenden zenden [...] huob ér
sich dar Kudr
1508,2.
– mit Präp. gegen, ûf:
mit schilhen ougen ane sach / Jêsum al diu menigîn /
[...] und begunden allesamen / gägen im von
zorne grisgramen WvRh
9181;
da Sancta Maria Magdalena unserm herren sin heubt begoz und sin
fuͤße mit der edeln salben, daz verkert man ir, und grisgrameten uf
sie und muͤrmelten gein ir PrBerth (K)
110;
KvWPant
1129
1.5
als Ausdruck der Ergriffenheit:
sus kam Jesus hin da daz grab / waz gemachet, laides vol
/ und grisgramet SHort
9070;
aber Ihesus do er si sach weinent vnd di ivden weinten
[...] do grisgrammet er in dem geist [
Io 11,33] , vnd betrübet sich selber EvAug
245,11.
245,16
2
von verschiedenen Tieren: ‘(gegen jmdn.) mit den Zähnen
knirschen’, wohl auch ‘(drohende, wütende) Laute von sich geben’
(knurren, brüllen usw.), oft in Vergleichen von Menschen, Teufeln:
– Hund, Wolf:
dô grisgrimmete [La.
grisgrammete
] der
hunt [Teufel] , / vil lût er ingegen dem hêrren
scrai Kchr
13304;
grisgramende er do grein, / als ein hovewart ein bein / alles grinende
naget. / svz grein er gein der maget Martina
165,43;
(mit Präp. ûf:)
si begonden grisgramen / wol gelich den hunden / uf Stephanum
[...], / der als ein lemmel vor in stunt
Pass III
39,84.
77,34;
als under zamen schâfen / ein wilder wolf grisgrammet /
und ûf si wirt entpflammet, / alsô wart Hercules enzunt / ûf die von Troye
[...] / und reit grisgrammend under in
KvWTroj
12619.
– Löwe:
do begonde der loͤwe grisgramen, vnd vngeberdig sin
VitasPatr
223,9;
als ain leowe an ainer lanen / sach man
sie [Kämpfer] grisgramen WhvÖst
8323;
sie [Teufel] grînent sam die hunde
[...] unde grisgramment sam die lewen,
[...] dar umbe, daz der mensche verzwîvel
PrBerth
1:46,9.
1:46,17
(subst.);
der túfel der get úch noch
[nach] alse ein grisgrammeder lowe
MerswBgr
168
(vgl. I Pt 5,8).
– Stier, Schwein:
der pfarre dô begunde / grisgrammen unde lüejen KvWSilv
4829;
der freche / wart grisgramen als ain eber
WhvÖst
8187;
KvHeimUrst
735.
– Drache:
vil starc ist sîn grisgrammen / und sîn toben, daz er
tuot KvWTroj
8202.
– Vögel:
[die Krähe] sa in [den
Habicht] zornchlichen an / vnt grischramt als ein han
FabelCorp
22,46
MWB 2 937,52; Bearbeiter: Tao
grisgramunge
stF
‘Knirschen, Klappern (der Zähne)’
stridor: grisgramunge EvAlem
68
(Mt 8,12)
MWB 2 939,3; Bearbeiter: Tao
grisgrimmen
swV.
wie →
grisgramen
.
‘mit den Zähnen knirschen’
1 von Menschen 2 von Hund, Löwe
1
von Menschen:
– vor Angst, Verzweiflung:
werfit in in die vzirste vinsternisse, da sol wesin ein weinen vnd
grisgrimmen der zende PrLpz (L)
73,22.
– als Ausdruck des Zorns; Part.Präs.:
vil griscrimmente er sprach Kchr
6252;
subst.:
da wart michel grisgrimmin Rol
5914
2
von Hund, Löwe:
dô grisgrimmete der hunt [Teufel] ,
/ vil lût er ingegen dem hêrren scrai Kchr
13304.
– Part.Präs.:
der richter sal sin ein grisgrimmender lewe, und ein man der nit wandels
an ime habe KlKsr
1,6
MWB 2 939,5; Bearbeiter: Tao
grisgrînen
stV.
vom Hund, ‘Zähne blecken, knurren’, im Vergleich:
do wurden sy grisgrainen / sam dy hunt an einer lainen, / das in der jest
[Schaum] dy meuler streit [=
ströuwete bespritzte] , / und ÿgleicher im
pesunder dreit [= dröuwete
]
Hawich
2651
MWB 2 939,17; Bearbeiter: Tao
grîsinc
stM.
‘der graue Haare hat’
swenne ein alter eine junge frouwen genimet, sô wære eht er sô gerne junc
[...]; sô ist er doch ein alter grîsinc PrBerth
1:320,39.
1:321,1.
1:321,3
MWB 2 939,23; Bearbeiter: Tao |