Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   grinnen - grîsinc    


grinnen stV. (IIIa) ‘(mit den Zähnen) knirschen’ frenduerunt: grunnen PsWindb 34,16

MWB 2 934,28; Bearbeiter: Tao

grint Adj. ‘grindig, an grint 1 leidend’ si danne daz [ houbet ] von blatern grint werde, so [...] SalArz 28,13; als das gryndige diere / hasset die scherre [...] / und das grynte heubt den strel, / also [...] Pilgerf 7539. – ‘kahlköpfig’ glabrio: grinder SummHeinr 2:319,149.5

MWB 2 934,30; Bearbeiter: Tao

grint stM. 1 ‘Kopfgrind, Hautausschlag (verbunden mit Haarausfall), Aussatz, Räude’
2 abschätzig für ‘Kopf’
   1 ‘Kopfgrind, Hautausschlag (verbunden mit Haarausfall), Aussatz, Räude’ alopicia scabies capitis: grint SummHeinr 2:175,412; vngwentum album ist uile goͮt ze der rvdem ioch ze deme grinde Ipocr 321; daz gesalzene wazzer [...]. swer des uil trinket so twingit iz vnde derret den lip, vnde machit rudin vnde grint SalArz 20,1; gut vur den grint di da ist uon der colera ebd. 82,34. 98,18; welch ros repsich [rappig, räudig] ist, [...] daz ryp mit salben unde sal is mit eyme lichte us burnen daz hor unde den grynt, daz is schone werde Albrant 3,38; PrüllS 5,1; SalArz 28,22. – ‘vom ~ befallener Kopf’ si nam ir [der kranken Kinder] houbet also bloz, / unlustec grinte [oder nachgestelltes Adj. zu houbet?] in iren schoz Elis 3596    2 abschätzig für ‘Kopf’ ich slahe durch helm und durch den grint Virg 619,5. – in blasphemischer Schwurformel: diß jahr hat man einem weib, Elß Beheimin genannt, die statt ewig verboten beym grab darumb, daß sie geschworen hat bei gotts grind und bei gotts zers NüAchtb 69

MWB 2 934,36; Bearbeiter: Tao

grinthüetelîn stN. ‘Hütchen für den grindigen, kahlen Kopf’ ich gebe em eyn grinthotelin / und eyne alde hoße OsterSpI 579

MWB 2 934,57; Bearbeiter: Tao

grintwurz, grintwurze F. auch grunt-. 1 ‘Schellkraut’ (vgl. Marzell 1,927)
2 ‘Grindkraut, Ackerskabiose’ , s. AWB 4,435.
   1 ‘Schellkraut’ (vgl. Marzell 1,927): celidonia major: scellewrz vel grindwrz SummHeinr 2:51,321. 1:191,267; Gl 3,553,54 (BStK285); gruntwrza GlGerm 18,67 (BStK138c)    2 ‘Grindkraut, Ackerskabiose’, s. AWB 4,435.

MWB 2 934,60; Bearbeiter: Tao

gripfære stM. ‘Räuber, Entführer’ raptor: zuchari, gripfere SummHeinr 1:292,313; rapax: gripfere, gripfiger ebd. 2:449,01.23

MWB 2 935,1; Bearbeiter: Tao

gripfen, kripfen swV. k- ist entweder germ. *k (vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,613 und 639) oder obd. Anlautvar. zu g- (vgl. ebd. 5,800). 1 intr. ‘(schnell und wiederholt) greifen’
2 tr.
2.1 ‘etw. ergreifen’
2.2 ‘jmdn. fassen, packen, ergreifen’
2.3 ‘etw. in Besitz nehmen’
2.4 übertr. ‘etw. im Geiste erfassen, begreifen’
   1 intr. ‘(schnell und wiederholt) greifen’ do gripht er [der Wolf] her und dar / [...] und beiz in [den Gänsen] die hælse enzwei StrKD 48,100    2 tr.    2.1 ‘etw. ergreifen’ daz vingerlîn er griphte OrtnAW 414,2; daz dheine chripfe [ arripuerit ] ein bvͦch vnde da getvrre gelesin BrEng 38; er kripfte halsperc unde hosen, / [...] und leite an sich diu bêdiu KvWTroj 28554; nieman cripfe duhein wâfen, er erschine ê vor vnserre frowen mvnstere vor deme rate vnd pflege irs rates da UrkCorp (WMU) N238AB,11,29; RvEWchr 23881; [den Käse] krift der vuhs KLD:Kzl 16: 13,12. – mit Präp.-Gruppe: daz [Pferd] kripfte bî dem zoume [...] Hector KvWTroj 39834    2.2 ‘jmdn. fassen, packen, ergreifen’ und gesach si ze ainem mal ain herre und kripfte si und benam ir ir kúnschi PrGeorg 222,27; und sprungen hin in in den wag und kripftan in und hetin ime gern her us gehulfen Seuse 81,25; swer oͮch den andern mit der hant slát, roͮfet ald vreuenlich kriphet ald angrifet UrkCorp (WMU) 26AB,25,26; die súlent den lantman kripfen vnd hân, vnz der stat vnd deme burger gebezsert wirt ebd. 1671,30; PsM 9,30; PrWack 58,32. – mit Präp.-Gruppe: er kripfet ein bi dem hare und sties in darin [ins Wasser] . / ‘daz heisen wir getöfet und sol in gotes namen sin.’ WolfdD (H) 1257,3; siu kripfte [...] / ir schœne tohter in daz hâr Häslein 294. do kom ein jungling und kripft in mit der hant und sprach Seuse 112,9; und loft hin zuͦ und kripft in also nidersigenden under ir arme und huͦb in vast ebd. 80,21    2.3 ‘etw. in Besitz nehmen’ iegeslihchir krifte / das lant das er da stifte RvEWchr 3080    2.4 übertr. ‘etw. im Geiste erfassen, begreifen’ nu so dunkt in, daz er vol gotes sie [...]; und kripfet die sachen ze geswintlich in einer unzitigen wise Seuse 159,6; wan sú núwan got dar inne gekripfet hein, und die sachen sind in noh nit ze grunde worden ze erkennen ebd. 159,14

MWB 2 935,4; Bearbeiter: Tao

gripfic, kripfic Adj. auch griffic (bei Tauler 9,11. 94,6 kann grîfic vorliegen). 1 ‘raubgierig, raffgierig’
2 ‘gut zu greifen, handlich’
3 ‘greifbar’
4 ‘fähig, etw. geistig zu erfassen, erkennen’ , präd. mit Gen.
   1 ‘raubgierig, raffgierig’ sunder nu ist die leide nature also griffig [...] das sú alzuͦhant zuͦ slichet und annimmet sich des daz ir nút ist Tauler 94,6. – subst. ‘Räuber’ rapax: gripfere, gripfiger SummHeinr 2:449,01.23    2 ‘gut zu greifen, handlich’ daz er unserre stette [...] geben sol fúnf guͦti krepfige armbrust UrkStraßb 2:30,18 (a. 1275)    3 ‘greifbar’ du griffic, sichtic, immer gebendez icht [Umschreibung für den Erlöser am Kreuz oder in der Eucharistie, vgl. FrlWB S. 133] Frl 2:1,8    4 ‘fähig, etw. geistig zu erfassen, erkennen’, präd. mit Gen.: die sele hat drie edele krefte, [...] gehugnisse, verstentnisse und frige wille, und durch dise kreften so ist sú gotz griffig und enpfenglich Tauler 9,11

MWB 2 935,45; Bearbeiter: Tao

gripten swV. Ansatz unsicher. ‘etw. mit Gewalt in Besitz nehmen’ daz er wolde gripten / an sich die lant zu Egipten Macc 1389 (vgl. Glossar z.St.)

MWB 2 935,61; Bearbeiter: Tao

grîs, grîse Adj. 1 ‘(hell)grau, weiß’
2 ‘grau-, weißhaarig, alt’
2.1 allg.
2.2 mit dem Nebensinn der Erfahrenheit, Weisheit
2.3 von Gott
   1 ‘(hell)grau, weiß’ manger grüenen linden stênt ir tolden grîs; / [...] daz ist allez von des rîfen ungenâden komen Neidh WL 3:1,4. SL 3:2,1; der walt stuont aller grîse / vor snê und ouch vor îse ebd. SL 5:1,1; KLD:KvK 6:1,2; SM:JvW 4: 1,4; seht an disen grîsen rok: / ich gewinne alsülchen lok / und ein grawez kinne als ein bok Walth XVII,38. merke wol die stunt, / so dú wolken verwent sich / und werdent gris Marner (W) L2:1,4. L1:2,10; des morgens dô der grîse / tac ûf dringen solte KvWPart 16394; KvWTroj 9180. vil schône grîs und aphelgrâ / sô schein daz ros von sneller art KvWSchwanr 1004; der zagel was im [dem Pferd] einvare / crisp [La. gris ] und swarz als ein bech En 5265; alsam ein grîsiu tûbe grâ KvWTroj 10739; der wolf der was greis Fabelcorp 37,6. sin bart was im lanch vnd gris Wernh D 1882; sin grawer loc, sin griser bart / die wurden im gebriunet KvWGS 1536; gemischet was sîn hâr / mit einer grîsen varwe NibB 1734,3; KLD:SvT 5:2,6; Frl 5:23,7; ich bin mîner jâre / gar ein kint, / wan daz mînem hâre / die locke sint / grîse Neidh SL 17:5,7    2 ‘grau-, weißhaarig, alt’    2.1 allg.: mîn grîsez houbet: Neidh WL 21:6,6; ain wilder man, / der was kotzott und rauch; / payde ruck und pauch / waren greyß als ain hunt HvNstAp 9890; ein man aldir unde gris Athis C* 105; der grîse künec alt Wh 431,21; ein grise man Wernh D 1703. A 3511; Wh 263,1. 278,22. 421,18. – mit Gen.: sô bin ich jâre grîse Greg 1466; er wirt mit schaden schanden grîs, / wan er fur gut daz bose nimt Jüngl 974. – jmdn. ~ machen: mensche, [...] buwe enzit. / ein starker winter auf dir lit, / der machet dich in sorgen alt und in dem alter grise Marner (W) 1:1,6; si machet mich an jugende grîs SM:KvA 3: 2,11. vor/  von/  in etw. ~ sîn/werden: ein olbente von Thvschalan, / die was frvmic vnde wis / vnd dar zv vor alter gris ReinFu K,1440; der von alter wære grîs KvWTroj 10945; schouwet an mîn hâr, / daz gevar ist als ein îs! / daz grâwet mir [...]. / jener Engelmâr, / von des schulden bin ich grîs Neidh WL 32:5,6; von manigen kriegen wart er grîs UvZLanz (K) 46; dû vervluochter alte unwîs, / in gotes vluoche bist dû grîs RvEBarl 12748; in zühten werden grîs Winsbeckin 6,5. – subst. ‘alter Mensch’ die grîsen wolten michs überkomen, / [...] Walth 121,33; der vil alte grîse RvEBarl 5937; die jungen zuo den grîsen LvRegFr 254; HartmKlage 4; HvNstGZ 2150. 5376    2.2 mit dem Nebensinn der Erfahrenheit, Weisheit: daz dô die tumben wâren, wie grîse die nu sint! NibB 1798,2; dan noh was er ein lutzil kint / unde was doh wîser, / dan dihein man grîser SAlex 2506; der vürsten einer [...] des lîbes edelîch und alt, / beidiu grîse unde wîse Tr 15347. – mit Gen. oder Präp.: du wære der witze griß / und der jore gar ein kint TristMönch 2059; swie tumb ich doch sî der tage, / ich sî doch wol sô sinne grîs UvLFrd 47,7; eyn meystir wys, / an synnen grys, / Gotfrid genant Pelzb 116,29. – subst.: der witzige grise Albert 759; jâ ist si [die Minne] gewaltec der tumben und der grîsen Tit 70,1. 170,3; die wîsen, / die getageten und die grîsen Tr 2742. 15425; Wernh D 4574; Helmbr 1507    2.3 von Gott: juncherre wîs, du wære grîs: / nu zieret dich ein brûner vahs [Haar] KvWLd 1,17; du bist ein brûner jungelinc und ein altherre grîse ebd. 32,17; got, [...] du alter griser iungelink HeinzelJoh 70,3. – subst.: der alte grise Frl 5:1,5; Daniel 5833 (vgl. Dn 7,13)

MWB 2 936,1; Bearbeiter: Tao

grîse F. ‘Alte, Mutter’ sie [...] huop sich von der grîsen Neidh SL 6:5,5

MWB 2 937,7; Bearbeiter: Tao

grîse M. 1 ‘der Graue’ , den Wolf bezeichnend
2 ‘Ältester’
   1 ‘der Graue’, den Wolf bezeichnend:    2 ‘Ältester’ sie waren ir [des Volkes] grisen [vgl. senes Dn 13,41] Daniel 7678

MWB 2 937,9; Bearbeiter: Tao

grîse stF. 1 ‘graue Farbe, Grauheit’
2 ‘Alter’
   1 ‘graue Farbe, Grauheit’ der walt mit niuwen loube sîne grîse hât verkêret Neidh SL 15:2,1; der walt hât sîner grîse gar vergezzen; / der meie ist ûf ein grüenez zwî gesezzen ebd. SL 21:3,1    2 ‘Alter’ si [Gott Vater und Gott Sohn] sind recht in ainer greis Teichn 564,3201

MWB 2 937,12; Bearbeiter: Tao

grisegram stM. grisgram

MWB 2 937,18;

grisegrammen swV. grisgramen

MWB 2 937,19;

grîseleht Adj. ‘mit Grau durchsetzt, graulich’, oder ‘rauh’ und zu (mhd. nicht belegtem) kriselicht (so Anm.z.St. mit Verw. auf DWB 5,2332)?: im entsproz / har glich eim alden aren; / gar griselecht sie waren Daniel 3758 (vgl. Dn 4,30)

MWB 2 937,20; Bearbeiter: Tao

grîsen swV. 1 intr.
1.1 von Heide, Wald: ‘grau, weiß werden’
1.2 von Personen: ‘ alt werden’
2 tr.
2.1 ‘etw. grau, weiß machen’
2.2 ‘jmdn. grau, alt machen’
   1 intr.    1.1 von Heide, Wald: ‘grau, weiß werden’ heide grîset SM:KvL 20: 1,8; so der walt greiset Warnung 2147    1.2 von Personen: ‘ alt werden’ swer volget wîsen, / der muoz mit êren grîsen KLD: BvH 13: 3,9; mit tummer fure er griset JMeissn A1:23,6; er kunde in êren sîniu jâr / wol grîsen unde grâwen KvWTroj 39817; grîsen und alten: BFrau 326; Hadam 546,1. 242,1; KvWPart 7712; SHort 268    2 tr.    2.1 ‘etw. grau, weiß machen’ den walt der winder greiset, / daz loup von froste reiset Warnung 1925    2.2 ‘jmdn. grau, alt machen’ wirt er nu hie geletzet, daz ist ein dink, daz mich an jugende griset [La. daz meine ivgende greiset ] JTit 5672,4

MWB 2 937,25; Bearbeiter: Tao

grîsgevar Adj. ‘grau’ ungemach mir geschach, / do ich von êrste ein wîp ersach [...]. ist mîn hâr grîsgevar, / daz kumt von ir schulden gar Neidh SL 30:3,7

MWB 2 937,39; Bearbeiter: Tao

grîsgrâ Adj. ‘grau-, weißhaarig’ der ander [...] bracht ein alten man mit im, der aller grißgra was Lanc 171,33; der konig sah jhenen grißgraen man ebd. 171,33

MWB 2 937,43; Bearbeiter: Tao

grisgram stM. auch grise-. ‘Zähneknirschen, -klappern’ da ist niht wan weinen unde woͮfen unde grisgram der zene Spec 139,21 (Mt 8,12); der armen cene grisegram / piniget sie [die Verdammten] besunder Vät 15210

MWB 2 937,47; Bearbeiter: Tao

grisgramen, grisgrammen swV. grisegrammen HeslApk 10642. 1 von Menschen: ‘(mit den Zähnen) klappern, knirschen’
1.1 als Symptom einer Krankheit, bes. der Besessenheit
1.2 vor Kälte
1.3 vor Angst, Verzweiflung, Schmerz
1.4 vor Zorn, Wut, Feindseligkeit u.ä.
1.5 als Ausdruck der Ergriffenheit
2 von verschiedenen Tieren: ‘(gegen jmdn.) mit den Zähnen knirschen’ , wohl auch ‘(drohende, wütende) Laute von sich geben’ (knurren, brüllen usw.), oft in Vergleichen von Menschen, Teufeln
   1 von Menschen: ‘(mit den Zähnen) klappern, knirschen’    1.1 als Symptom einer Krankheit, bes. der Besessenheit: ligget eyn mensche in eyner sucht, vnde daz her myt den czenen grisgramet, dat bedudet antwer den dot ader daz er vnsynnich wyl werden OvBaierl 70,2; also groz was sein toben. / [...] er grisgramete unde phnach [schnaubte] . / die liute er sluoc unde raufte Serv 3086; [der vom bösen Geist Besessene] schuͦmet und grizgrammit mit den zcenen EvBeh Mc 9,17; EvAug 99,3    1.2 vor Kälte: uon rehte grisgramen si in dem froste Lucid 129,3; si tuͦn von kelti grisgramen SHort 870; (subst.:) da [in der Hölle] ist iemer weinen der ougen von deme rouche vnde grisgramen der cene uon dem froste Lucid 8,14    1.3 vor Angst, Verzweiflung, Schmerz: ich hœre dâ grisgrammen, / wäinen unt wûffen, / vil chläglîch rûffen Erinn 730; um die roten vures flammen, / dar die sele grisegrammen / inne von ewen zu ewen / mit marterlichen wewen HeslApk 10642; da sihe ich die grisgrament mit iren zenen VitasPatr 266,6; von himilrich dv [Teufel] verstozin, / [...] grizgrame vnde zanne / vnd var vz dinem huse / der verfluchten cluse Martina 157,66. – subst., ~ der zene u.ä.: RvEBarl 3493; HlReg 26,31; EvBeh Mt 8,12; HvNstGZ 7253    1.4 vor Zorn, Wut, Feindseligkeit u.ä.: daz sîn gemüete in zorne bran / und er grisgramen began RvEBarl 8420; (subst.:) michel grisgrammen unt zorn / was unter in erpluͦt Rol 5280; alle mine vint shrieren ob mir vnt grisgramten mit ir zenden vnt íahen si wolten mich vrezzen PrLeys 18,27; (adj. Part.:) mit grisgramenden zenden [...] huob ér sich dar Kudr 1508,2. – mit Präp. gegen, ûf: mit schilhen ougen ane sach / Jêsum al diu menigîn / [...] und begunden allesamen / gägen im von zorne grisgramen WvRh 9181; da Sancta Maria Magdalena unserm herren sin heubt begoz und sin fuͤße mit der edeln salben, daz verkert man ir, und grisgrameten uf sie und muͤrmelten gein ir PrBerth (K) 110; KvWPant 1129    1.5 als Ausdruck der Ergriffenheit: sus kam Jesus hin da daz grab / waz gemachet, laides vol / und grisgramet SHort 9070; aber Ihesus do er si sach weinent vnd di ivden weinten [...] do grisgrammet er in dem geist [ Io 11,33] , vnd betrübet sich selber EvAug 245,11. 245,16    2 von verschiedenen Tieren: ‘(gegen jmdn.) mit den Zähnen knirschen’, wohl auch ‘(drohende, wütende) Laute von sich geben’ (knurren, brüllen usw.), oft in Vergleichen von Menschen, Teufeln: – Hund, Wolf: dô grisgrimmete [La. grisgrammete ] der hunt [Teufel] , / vil lût er ingegen dem hêrren scrai Kchr 13304; grisgramende er do grein, / als ein hovewart ein bein / alles grinende naget. / svz grein er gein der maget Martina 165,43; (mit Präp. ûf:) si begonden grisgramen / wol gelich den hunden / uf Stephanum [...], / der als ein lemmel vor in stunt Pass III 39,84. 77,34; als under zamen schâfen / ein wilder wolf grisgrammet / und ûf si wirt entpflammet, / alsô wart Hercules enzunt / ûf die von Troye [...] / und reit grisgrammend under in KvWTroj 12619. – Löwe: do begonde der loͤwe grisgramen, vnd vngeberdig sin VitasPatr 223,9; als ain leowe an ainer lanen / sach man sie [Kämpfer] grisgramen WhvÖst 8323; sie [Teufel] grînent sam die hunde [...] unde grisgramment sam die lewen, [...] dar umbe, daz der mensche verzwîvel PrBerth 1:46,9. 1:46,17 (subst.); der túfel der get úch noch [nach] alse ein grisgrammeder lowe MerswBgr 168 (vgl. I Pt 5,8). – Stier, Schwein: der pfarre dô begunde / grisgrammen unde lüejen KvWSilv 4829; der freche / wart grisgramen als ain eber WhvÖst 8187; KvHeimUrst 735. – Drache: vil starc ist sîn grisgrammen / und sîn toben, daz er tuot KvWTroj 8202. – Vögel: [die Krähe] sa in [den Habicht] zornchlichen an / vnt grischramt als ein han FabelCorp 22,46

MWB 2 937,52; Bearbeiter: Tao

grisgramunge stF ‘Knirschen, Klappern (der Zähne)’ stridor: grisgramunge EvAlem 68 (Mt 8,12)

MWB 2 939,3; Bearbeiter: Tao

grisgrimmen swV. wie → grisgramen . ‘mit den Zähnen knirschen’ 1 von Menschen
2 von Hund, Löwe
   1 von Menschen: – vor Angst, Verzweiflung: werfit in in die vzirste vinsternisse, da sol wesin ein weinen vnd grisgrimmen der zende PrLpz (L) 73,22. – als Ausdruck des Zorns; Part.Präs.: vil griscrimmente er sprach Kchr 6252; subst.: da wart michel grisgrimmin Rol 5914    2 von Hund, Löwe: dô grisgrimmete der hunt [Teufel] , / vil lût er ingegen dem hêrren scrai Kchr 13304. – Part.Präs.: der richter sal sin ein grisgrimmender lewe, und ein man der nit wandels an ime habe KlKsr 1,6

MWB 2 939,5; Bearbeiter: Tao

grisgrînen stV. vom Hund, ‘Zähne blecken, knurren’, im Vergleich: do wurden sy grisgrainen / sam dy hunt an einer lainen, / das in der jest [Schaum] dy meuler streit [= ströuwete bespritzte] , / und ÿgleicher im pesunder dreit [= dröuwete ] Hawich 2651

MWB 2 939,17; Bearbeiter: Tao

grîsinc stM. ‘der graue Haare hat’ swenne ein alter eine junge frouwen genimet, sô wære eht er sô gerne junc [...]; sô ist er doch ein alter grîsinc PrBerth 1:320,39. 1:321,1. 1:321,3

MWB 2 939,23; Bearbeiter: Tao