g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
grumat
stN.
Kompositum aus grüene
‘frisch’ und mât
‘die Mahd, das Mähen’ (vgl. Kluge s.v. Grummet).
‘Grummet’ (zweiter Schnitt des Heus):
swer heu oder grumad hereinfuͤret, daz er verkaufen wil, swaz danne von heu
oder grumad auf dem wagen ligt oder daran hanget, [...] swenne
er daz verkauft, so sol ez allez dez sein, der daz heu oder grumad gekauft hat
NüP
119;
item terciam partem feni secundi, quod vocatur grvmat UrbNAlteich
440
(a. 1279).
441
(a. 1275);
ad fenum secundum quod gruemat dicitur WeistÖ
8:428,13(Anm.)
(a. 1258)
MWB 2 971,37; Bearbeiterin: Herbers
grumatwise
stF.
‘Grummetwiese’
pratum dictum grumatwise UrbBayS
3,589
MWB 2 971,49; Bearbeiterin: Herbers
grundel
stM.
kleiner, am Grund des Gewässers lebender Fisch: ‘Gründel, Gründling’
der see trug güt vische: / [...]
salmen [...], / hechten [...], /
der klainen grundel vil HvNstAp
18053
MWB 2 971,51; Bearbeiter: Tao
gründel
stN.
‘kleine Vertiefung’, hier wohl ‘Grübchen’
zwei gründel [Hs.:
mündel
] stânt ir wengelînen baz: / die hât si doch ze
stiure, wem si lachet SM:Wi
9: 9,3
MWB 2 971,55; Bearbeiter: Tao
grundelôs, gruntlôs
Adj.
1 eigentl. und bildl., ohne grunt , ‘bodenlos, unergründlich
tief’
2 übertr. 2.1
‘aus tiefstem Inneren heraufkommend’
2.2
‘unergründlich, unbegreiflich’
2.3
‘grenzenlos, unermesslich, unendlich’
1
eigentl. und bildl., ohne grunt, ‘bodenlos, unergründlich
tief’
ain grundlos mer KvHelmsd
4339;
si [Liebe] vert
[...] / ûf einem grundelôsen sê KvWTroj
22141;
grundeloser brunne Mechth
1: 8,3;
WeistGr
2,523f.
(a. 1345);
[...] gedruket in einen grundelosen sumpf, da vinde ich
keinen grunt Mechth
6: 19,8;
daz grundelôse tal [die Hölle]
LvRegFr
239
(ähnl.
Helbl
2,202
);
diu helle ist grundelos Meissner
2:12,3;
StrKarl
9012;
[Gott ist] der grundelosen tiefe ein bodem
FvSonnenburg
11,6;
von des himels abgrunt [Überschr.] .
man siht auch oft des nahtes, als ob ain gruntlôs tiefen gê in den himel
BdN
78,31;
daz der mensche [...] übergange alle geschaffenheit
und alle zîtlicheit und allez wesen und gange in den grunt, der gruntlôs ist
Eckh
2:309,5;
LobGesMar
65,6;
Mechth
6: 31,29;
TvKulm
3055
2
übertr.
2.1
‘aus tiefstem Inneren heraufkommend’
si [...] liess einen grundlosen
súfzen Seuse
138,1;
so liess er die grundlosen erholten súfzen ebd.
126,26
u.ö.
2.2
‘unergründlich, unbegreiflich’
des menschen herz ist gruntlos [
imperscrutabile Jr
17,9] , wer möhtez ergrunden [...]?
PrBerth
2:682,42;
got, / wie grundeloz ist din gebot!
HvNstGZ
4198;
grundelose wisheit ebd.
3;
Eckh
2:486,6;
das ist grundelos, das got den súnder ansihet
fúr einen bekerten menschen Mechth
6: 17,3;
Erlös
1843;
WernhMl
14817
2.3
‘grenzenlos, unermesslich, unendlich’
nû ist ez [von Gott zu reden] sô tief und sô
vremde / und sô gar grundelôs [...], / daz ich ez
[...] / niemer mac verenden Aneg
283;
âne mâz unde ungezalt / ist dîn grundelôser rât Erlös
1141;
daz wir [...] überwinden / die
grundelôsen herzenôt Tr
9363;
sîn wunne diu wart grundelôs KvWTroj
22936;
fon der unbegriflichkeit sines grundelosin lichtis heizit he
[Gott] ein vinsternisse Parad
33,15;
ach wie ist es ein so edel grundelos luter guͦt,
kunnen sterben! Tauler
121,12;
Gnadenl
3:O1,151;
ReinFu
K,1612;
KvWTroj
20752
MWB 2 971,59; Bearbeiter: Bohnert
grundelôselich
Adj., Adv. , -lîchen
Adv.
1
‘bodenlos’
2
‘unergründlich’
1
‘bodenlos’
denne enwart dem menschen nie so not eins tieffen versinkens
in den grunt der demuͤtkeit in rechter gelossenheit. so der underval ie
tieffer und grundeloslicher ist, so sich got des menschen und aller siner werke
innerlicher und richlicher underwint Tauler
214,16;
ach, das were eyn wünnigklich dyng, in allem leyden, in
aller gelassenheit, in aller weisen sich zu grunde kunnen lassen, wie der lieber
herr sich so grundlöszlich liesz! Seuse
523,11
2
‘unergründlich’
ie me wir siner [Gottes] wege irkennen, ie
grundelosilicher und ie manicvaldiclicher si uns zu bekennene werdin Parad
80,28;
disen menschen, der gotte alsus gevoͤlgig ist
[...], dem muͦs der herre mit im selber
antwúrten und zúhet disen menschen also grundeloslichen in sich
selber und in sins selbes selikeit Tauler
169,22;
keren wir unser oͮgen wider in daz minnekliche liep
[...] ! und luͦge,
[...] wie suͤsse und wie grundloselich
guͦt es ist zuͦ minnende Seuse
456,23
MWB 2 972,35; Bearbeiter: Tao
grundelôsicheit, grundelôskeit
stF.
‘Unergründlichkeit’
vernünfticheit nimet got, als er in ir bekant ist; dâ enkan si in niemer
begrîfen in dem mer sîner gruntlôsicheit Eckh
1:123,3;
dise tieffe die wirt geborn us dem abgrúnde der
grundeloskeit gotz, die alle verstentnisse engel und menschen mit núte
erlangen noch ervolgen enmúgent Tauler
368,13
MWB 2 972,55; Bearbeiter: Tao
grundelôsiclîche, -lich
Adv.
1
‘(unergründlich) tief’
2
‘unergründlich’
3
‘über alle Maßen’
1
‘(unergründlich) tief’
wie grundelosecliche fúnde er sich in dem
súntlichen gebresten und [...] wie one mosse sine
nature in disem gebresten stot Tauler
322,26;
so man aller lútselikeit, gezierde, schonheit ie
grundlosklicher na gedenken kan, so man es ie úberswenklicher in
dir [Gott] , zartes lieb, vindet Seuse
378,9.
–
‘aus tiefstem Innern’
do ersúfzet aber er als grundlosklich und sprach
Seuse
121,28
2
‘unergründlich’
daz er
[Gott]
[...] grundlosklich
úbertrifet alles ander guͦt Seuse
179,20
3
‘über alle Maßen’
wie man got grundlosklich alle stunde loben sol
Seuse
304,2.
325,15
MWB 2 972,63; Bearbeiter: Tao
gründen
swV.
1
‘(tiefen) Grund haben’ , bildl. 2
‘den Grund (eines Gewässers) erreichen, Grund finden’
2.1 intr.: ‘im Wasser festen Boden und Halt gewinnen’
2.2 tr.: ‘die Tiefe (eines Gewässers) erforschen’ , bildl., übergehend zu
3 3
‘einer Sache auf den Grund kommen, etw. ergründen, verstehen’
4
‘etw. in seinem Ausmaß erkennen, erfassen’
5
‘jmdm. etw. gründlich erklären’
1
‘(tiefen) Grund haben’, bildl.:
daz [die Ketzerei] ist ein sünde, diu sô tiefe
gründet, / daz si mit sünden nieman übersündet RvZw
88,7
2
‘den Grund (eines Gewässers) erreichen, Grund finden’
2.1
intr.: ‘im Wasser festen Boden und Halt gewinnen’
ob ich niht gründe, / so enweiz ich wie ich über [den
Fluss] sol Bit
3542;
dâ diu Muor grôz / in der breite flôz, / daz
si [Pelikane] mohten gegrunden / vor der tiefe
unden Ottok
96198;
hie inn [in dem so verstandenen Sinne des
Schriftwortes] so mag man watten, vnd man mag hie inn gründen
Eckh
2:468,4;
in deme mere inconden si nit gegrundin TundN
431;
[das Schiff] gat mit sweren ünden, / ir
[der Seefahrer] anker niendert gründen Frl
9:15,2;
wie got in dem indewendigen grunde der selen
gegrúndet het und verborgen und bedecket lit Tauler
25,25
2.2
tr.: ‘die Tiefe (eines Gewässers) erforschen’, bildl., übergehend zu
3:
bach diner tugent grunte / nie sinnes maß
Mügeln
155,11
3
‘einer Sache auf den Grund kommen, etw. ergründen, verstehen’
Johannes schreif, dat he da sach, / dat ’n gein sin
envollen gegründen mach MarlbRh
84,12;
ich las niuwelîche in einem buoche - der ez gegründen künde! -, daz got die
werlt iezuo machet als an dem êrsten tage, dô er die werlt geschuof Eckh
2:232,2.
2:467,5.
2:467,7;
wêre iht in gote, daz crêatûre gründen möhte, sô nême êwekeit ende unde hôrte
himelrîche ûf Eckh (Pf)
648,32;
Tauler
367,31;
Parad
122,19.
27,32;
HvFritzlHl
200,22
4
‘etw. in seinem Ausmaß erkennen, erfassen’
kinder, die frucht und der nutz der dannan
von [von der Befolgung dieser Ordensregel] kumet, das
enkoͤnde nieman bekennen noch gegrúnden Tauler
269,31;
der mordige schade der dannan ab kumet, der ist nút
ze grúndende ebd.
297,23;
und also unmessig vegfúr liden das enkein herze
gegrúnden enmag ebd.
337,25
5
‘jmdm. etw. gründlich erklären’
was konste kristen adir heiden / ie gemachten, der wil ich
bescheiden / si wol [...]; / ich gronden en auch die seben
konste MinneR 481
826.
– wohl auch hierher:
ich wil dir ie die rehten wârheit gründen Loheng
1086;
nycht vuorbaz ich dirz grvnde Wartb
Anh 8,10
MWB 2 973,12; Bearbeiter: Tao
grunderëbe
F.
→
gunderëbe
MWB 2 973,56;
gründic
Adj.
‘auf den Grund, in die Tiefe gehend’
so grundec und so vollen tief / was von gotelicher gift /
sin [Augustinus’] wise herze in der schrift
Pass III
438,81
MWB 2 973,57; Bearbeiter: Tao
grunt
stM.
selten stF. (
Rumelant (R)
6:3,5;
Vät
37206;
LivlChr
9483;
NvJer
24220;
s.a. hellegrunt), vgl. mnd. grunt F., auch M. (MNDWB
2,178).
1
‘Grund, Boden, unterer Bereich eines Gewässers, Gefäßes, Hohlraumes’
1.1 bezogen auf Gewässer o.ä., bes. das Meer 1.1.1 allg. 1.1.2 als Ankergrund 1.1.3 als trockengefallener Flussgrund, ‘Sandbank, Strand’
1.2 bezogen auf Gefäße 1.3 bezogen auf ein Grab, die Hölle 1.4 bezogen auf den Magen, den Bauch 1.5 bezogen auf Wunden, auch bildl. 1.6
‘Grundfläche, Basis (eines Kegels, einer Pyramide)’
2
‘Grund (des Herzens)’ , bezogen auf das Herz als Sitz der Gefühle, des Willens, Quelle der Tränen 3
‘Tal, Niederung, Schlucht’
4
‘Erdboden’
5
‘Grundstück’
6
‘Grundfeste, Fundament’
6.1 eigentl. 6.2 übertr., ‘Ursprung, Ursache’
7
‘Tiefe, Abgrund’
8 als zentrales Wort der Mystik Meister Eckharts und seiner Nachfolger, ‘das
Tiefste, Innerste’
9 in speziellen adv. Präpositionalausdrücken 9.1
von grunde (ûf) , (hin) ze grunde u.ä. ‘gründlich; ganz
und gar, durch und durch’
9.2 etw. unz ûf den grunt, von/ ze grunde
‘gründlich, vollständig’ erzählen, wissen u.ä.
1
‘Grund, Boden, unterer Bereich eines Gewässers, Gefäßes, Hohlraumes’
1.1
bezogen auf Gewässer o.ä., bes. das Meer
1.1.1
allg.:
tief ist des wilden meres grunt LobGesMar
65,1;
an daz mere sluͦc er [Moses] di
ruten. / der grunt sich inbarte VMos
46,12.
68,7;
[...] gedruket in einen grundelosen sumpf, da vinde
ich keinen grunt Mechth
6: 19,9;
der schiffe slûch er [Wind]
ze grunde / vile, daz si versunken SAlex
1064;
diu
[
bruke
] versanc
[...] in des Rînes grunde Kchr
391;
slahem wir den selben hunt
[Joseph] und werfen in in dirre zisternen
grunt! Gen
1793;
der wág vûrt in [Alexander in dem
Glasgefäß] in demo grunte [des
Meeres]
Anno
15,3.
14,16;
dû weist daz mer unz ûf den grunt LobGesMar
56,11;
daz sich beweget der grunt / [...] und hebet
sich ûf von grunde ein wint HartmKlage
357;
Herb
2884;
NibB
1562,3.
1578,4;
KLD:UvL
55: 7,1;
BdN
113,18.
– bildl.:
ir schœne was sô bodenlôs, / daz man niht
grundes drinne sach KvWTroj
19721
1.1.2
als Ankergrund:
swâ der rotte anker hêten grunt, / daz tet ir banier
schône kunt Wh
438,9.
– bildl.:
z’eim endelôsen pflûme, / dar inne ein berc
versünke wol, / gelîchen man diz mære sol, / des ich mit rede beginne. /
wil ich den grunt dar inne / mit worten undergrîfen, / sô muoz ich balde
slîfen / hie mîner zungen enker KvWTroj
226;
trûren mit gewalte hât gankert in mîns herzen
grunt KLD:BvH
9: 3,2;
Parz
461,15
1.1.3
als trockengefallener Flussgrund, ‘Sandbank, Strand’
die [...] vischwaid mit allem das sich darinn
machet und von newn dingen erhebt, es sein awn, grünt, schüt oder newschut
WeistÖ
7,968(Anm.)
(a. 1306);
dî brûdre [auf dem gestrandeten
Schiff] von der grunt / sich intbrâchin
NvJer
24220
1.2
bezogen auf Gefäße:
köpfe und schüzzel wirt von mir untz an den grunt
erlochen [geleert]
SM:St
1: 3,8;
ist daz harn an dem grunde lieht unde louter
[...] unde ist obernthalbe dicke unde truobe
Barth
130,1.
131,11;
so bestrichet er [Giftmischer]
daz vaz ze oberist mit dem hoͤnig, ze niderist da giuzzet er daz
toͤtlich eitter in den grunt PrOberalt
139,28;
rure is [den Inhalt eines
Kessels] stetlichin vs deme grunde, das is icht an burne
Pelzb
133,17;
Kchr
7511;
Pass III
156,64;
Pelzb
137,16.
140,32
u.ö.
1.3
bezogen auf ein Grab, die Hölle:
ein lilie wuchs uz sime grabe, [...]. / des nam
die bruder wunder / und gruben alhin under. / do sie quamen uf den grunt,
[...]
Pass I/II (HSW)
14663.
–
hat die helle grunt? Lucid
7,14;
dú helle hat weder grunt noch ende
Mechth
3: 21,62;
Lucifer [...] ist gar an dem grunde der helle
PrBerth
1:203,27
1.4
bezogen auf den Magen, den Bauch:
der grunt des magens ist haisser unnd stercker ze
däenn [= döuwen
]
HvHürnh
31,4.
31,4;
swenne der mage di spie uon grunde uf wirfet
[...] da uon daz sin nider teil kreftiger ist denne
daz ober SalArz
48,58;
das buch wirt, so du iz vrisses,
[...] / bitter in des buches grunde
HeslApk
15388
1.5
bezogen auf Wunden, auch bildl.:
ouch inist nicht kein salbe besser zu trockene trorige
wunden unde ouch zu heilen von grunde [von unten auf (und nicht nur
oberflächlich)]
Macer
16,9;
daz niemer sêle wirt gesunt, / diu mit der sünden swert ist wunt, / sin
habe von grunde heiles funt Walth
6,16.
74,17;
Segremors
7,110;
daz er [
wolves zant
] mich iht
verwunde: / sîn bîzen swirt von grunde KLD:Namenlos
h 11,9
1.6
‘Grundfläche, Basis (eines Kegels, einer Pyramide)’
alles, daz wir sehen, daz sehe wir in ainer form aines
kegels, dez spitz in unser aug ruͤrt und dez grunt ruͤrt an daz
dinch, daz wir sehen KvMSph
14,1.
26,3
2
‘Grund (des Herzens)’, bezogen auf das Herz als Sitz der Gefühle, des
Willens, Quelle der Tränen:
so nimit er [reuiger Sünder] von des herzzen grunde
daz soͮften mit dem munde GenM
17,14;
ich [...] siufte ûf von grunde /
[...] und truobent mir diu ougen. /
[...] wan deiz unmanlich wære, / weinen ich niht
verbære HartmKlage
371;
swaz er in dâ spiles getete [...], /
dazn gie niht von grunde: / daz herze dazn was niht dermite Tr
7528;
got enheine sünde lât, / die niht geriuwent [...] /
hin abe unz ûf des herzen grunt Walth
6,12;
Litan
1166.
–
ir ougen [...] dringent in mîns
herzen grunt MF:Wolfr
8: 4,7;
Walth
27,26;
swenne sî ûz herzen grunde [...] ein lieblich
lachen tuot ebd.
27,36;
sie zerstâchen manegen schaft. / ieder man ûz herzen grunde versuochte
sîne kraft RosengD
619,2.
– ähnl.:
diu mir daz herze hat verwunt / vaste unz uf der minne
grunt Tannh
3,125;
Virg
972,11
3
‘Tal, Niederung, Schlucht’
in einem grunde vil tief, / da ein bach lief Pilatus
2,89;
dâ zwischen was ein cleiner grunt LivlChr
9985.
5086.
9483;
die crichen [...] hetten vur die
stat bracht / an den grunden vnde an der hoe / mangen vnde
ebenhoe [Belagerungswaffen]
Herb
14137;
sus reit der werde degen [...] durch
einen grunt Parz
339,17;
rît ze einer lîten, dâbî in einen grunt RosengD
478,3.
481,4;
wer in di grunde sewet [sät] , / der snidet unde
mewet / daz da mit vollen dihet Elis
3099;
Kchr
13303;
Helbl
4,437;
HvNstAp
19583.
– formelhaft
~ und grât, auch Pl., ‘Niederung(en) und
Höhe(n)’, daher übertr. ‘der gesamte Grundbesitz’
min huobe, min schuopose, [...], getwing und ban
und grund und grete DRW
4,1157
(Geschfrd.; a. 1306);
grund und grad, lib und gut, lebend und tod ist des gotzhus WeistGr
1,311
(a. 1344).
1,166
(a. 1303?);
verkouffend [...] unseren hoff ze Genines mit
grund und mit grate [in ganzer Ausdehnung] , mit wunne
und mit waide UrkGraub (M)
2,169
(a. 1301);
UrkBern
5,156
(a. 1320)
4
‘Erdboden’
getriben ûf von grunde / ûz eines lewen munde / fliuzet der
brunne in ein vaz UvZLanz
3893.
–
die bvrc er an den grvnt brach ReinFu
K,1264;
wann Tyrum die gross stat / er in den grundt zestoret hat Seifrit
2246;
LivlChr
11074.
11340;
übertr.:
nym eyn gloyndich ysern vnde berne se [die
Hämorrhoiden] vf den grunt OvBaierl
121,8
5
‘Grundstück’
[...] haben wir [...] demselben
gotzhaus [...] geben vnd geaygent den grunt, da ez stat,
vnd darzü des vvaldes mit dem grunt UrkNAltaich
1,289
(a. 1241);
daz Johans Herweger [und Angehörige]
[...] daz holz in Oͤtersberch
[...] ze koͧffen hant gegeben mit grunde und mit
allem dem, so derzuͦ gehoͤrt UrkZürich
8,253
(a. 1309);
weitere Belege s. WMU 1,763f. und DRW 4,1161
6
‘Grundfeste, Fundament’
6.1
eigentl.:
ich sach under Lucifer der helle grunt, das ist ein hart
swarz vlinsstein; der sol tragen das werk iemer mere Mechth
3: 21,61;
firmamentum, daz ist der vest himel, dar umb, daz er ain
vest und ain grunt ist aller gesteckten stern BdN
55,22;
daz [Messopfer (Akk.)] sal itenuwe
[erneuern] / mit geistlicheme gebuwe / alle tage
di cristenheit, / di wile daz di werlt steit [...], /
gefundet in den vesten grunt. / Crist er ist der vullemunt Glaub
1059;
Pass I/II (HSW)
10716;
TvKulm
6164
6.2
übertr., ‘Ursprung, Ursache’
du [Gott] bist der elementen
gruͦnt HvNstGZ
11;
[jmd. ist] ain wirt in der helle
[...], / ain grunt aller ubele Rol
5861;
daz diu leber ain grunt ist und ain ursprinch des pluotes
BdN
37,5;
diu versuochende kraft der sêl [d.h. der
Geschmackssinn] und daz gerüerd habent irn grunt in dem herzen;
aber die andern drei sinn sitzent in dem haupt ebd.
13,6
7
‘Tiefe, Abgrund’
ie der grunt tiefer ist [...], ie
ouch diu erhœhunge und diu hœhe hœher
[...] ist Eckh
5: 293,6;
nv vindest dv die hoehe vnd ouch die grúnde Wartb
Rs 85,6;
des abysses ~ , der grundelôse ~
‘die Hölle’
HeslApk
6895.
15282.
19306.
– bes. der helle ~
u.ä. (vgl.
hellegrunt):
der tiefen helle grunt Kchr
2033;
in der helle gründen / muoz ich ân ende quelnde sîn
KvWLd
32,269;
[Christus] lost uns von der helle grunt
Wahrh
34;
Spec
60,32;
MF:Mor
27: 2,9;
WälGa
11867;
RvEBarl
3538
8
als zentrales Wort der Mystik Meister Eckharts und seiner Nachfolger, ‘das
Tiefste, Innerste’
(vgl. McGinn, Mysticism 4,86-90 mit Lit.):
daz der mensche durchgange und übergange alle geschaffenheit und alle
zîtlicheit und allez wesen und gange in den grunt, der gruntlôs ist Eckh
2:309,5;
Tauler
370,6;
dy sele wil er versencken in den grunt ane grunt PBB
114(1992),S. 494;
dû geluogtest nie in disen einvaltigen grunt einen ougenblik Eckh
1:88,4;
ie man die wurzel und den kernen und den grunt der gotheit mê erkennet ein, ie
man mê erkennet alliu dinc ebd.
2:560,6;
suln wir iemer komen in den grunt gotes und in sîn innerstez, sô müezen wir ze
dem êrsten komen in unsern eigenen grunt und in unser innerstez ebd.
2:551,1;
in dem grund der sele, da gottes grund vnd der sele grund ain grund ist ebd.
1:253,5;
Katrei
375,20;
Eckh
1:90,8.11;
Seuse
124,24.
157,24.
165,25;
Tauler
39,33.
149,34
9
in speziellen adv. Präpositionalausdrücken
9.1
von grunde (ûf), (hin) ze grunde u.ä. ‘gründlich; ganz
und gar, durch und durch’
uͥr herzen suln van grund erbiven!
MarlbRh
34,26;
dur waz hâst du die sêle mîn / betrübet hin ze grunde KvWAlex
1049;
HartmKlage
1658;
KvWPart
3209.
–
des herzen schrîn / wirt vreuden vol von grunde LobGesMar
63,14;
dâ von fröit ez mich von grunde KLD:
UvL
48: 3,3;
des vröuwe ich mich ze grunde Virg
747,3.
199,10;
KLD:Rub
14:1,2.
–
er was uon grunde vf geborin / zo deme aller
truvistin man, / den ie sichein kuninc gewan Roth
5087;
diu schœne diu bran unde wiel / von minnen
gar ze grunde KvWTroj
22917;
die bôsen unde die ungeloubigen lûte
[...] vertiligeten sî biz ûf von grunde
[
funditus exterminaverunt
]
StatDtOrd
24,19
9.2
etw. unz ûf den grunt, von/ ze grunde
‘gründlich, vollständig’ erzählen, wissen u.ä.:
er seit ime daz mære / von obene hin ze grunde
[bis zu Ende, gründlich]
Tr
8235;
Îsôt tet ouch Brangænen kunt / ir beider rede unz ûf den
grunt ebd.
14148;
[Christi] marterlichen tôt / entsliuz
[...] von grunde mir KvWSilv
4335;
daz wizze wir of von grunde HeslApk
3418;
Walth
13,1;
Tr
14017.
10743;
HvFritzlHl
44,16.
– einer Sache (Gen.) ze grunde komen
‘etw. gründlich, vollständig verstehen’
daz ich mit dem gedanke mîn / der reinen gotheite
[...] / ze grunde und zeinem ende kome
KvWSilv
2653
MWB 2 973,61; Bearbeiter: Bohnert
gruntâder
F.
ein bestimmtes Blutgefäß:
diu ander [Ader kommt] von der leber,
deu haizt ze latein epatica. aber als daz puoch spricht haizet si basilica, daz ist
gesprochen diu gruntâder, dar umb, daz diu leber ain grunt ist und ain ursprinch des
pluotes BdN
37,5
MWB 2 977,10; Bearbeiter: Tao
gruntbœse
Adj.
‘von Grund auf schlecht, sehr schlecht’
[ein] schefman, / der nie tugent gewan / und sprichet
grundbœser wart [= wort
] / vil ûf sîner
nouvart [Fahrt stromabwärts]
Helbl
7,811;
welhes augen an der rœten dem feur geleichent, daz ist
ain gruntpœsez mensch und gar widerprüchig oder ungevölgig BdN
44,5.
44,17
MWB 2 977,16; Bearbeiter: Tao
gruntbœsewiht
stM.
‘Erzbösewicht’
[diese Strafe] hat der grundboͤswicht wol
verschuldet Seuse
77,23
MWB 2 977,23; Bearbeiter: Tao
gruntboum
stM.
1 Wehr- oder Fachbaum einer Wassermühle (vgl. DWB 4,1,6,756 und DRW 4,1172) 2 in den Flussgrund eingerammter Pfeiler einer Jochbrücke (vgl. H. v. Voltelini, Die Bozner Eisakbrücke, in: Fs. v. Ottenthal, Innsbruck 1925, S. 164-169, hier S. 167)
1
Wehr- oder Fachbaum einer Wassermühle (vgl. DWB 4,1,6,756 und DRW 4,1172):
durfen aber die vrauhen [= vrouwen
]
eines gruntbaumis ader eins melbaumis [l. welboum? (vgl.
Anm. z.St.)]
[...] zu ere molen UrkDOHess
2:369,26
(a. 1326)
2
in den Flussgrund eingerammter Pfeiler einer Jochbrücke (vgl. H. v. Voltelini, Die
Bozner Eisakbrücke, in: Fs. v. Ottenthal, Innsbruck 1925, S. 164-169, hier S.
167):
gruntpome et panwerch et panpome et ligamina et omnia necessaria pontis
UrkTirol
1:3,142
(a. 1239).
1:3,141.
1:3,143
MWB 2 977,26; Bearbeiter: Tao
grunteffin
stF.
verstärktes effin, Schimpfwort für eine Frau:
[ihr Ehemann] waz bose [...] und
sluch si bitterliche und hild si wuͦr ein dorin und wuͦr eine
grunteffin HlReg
87,12
MWB 2 977,37; Bearbeiter: Tao
grunthaft
stM.
‘was die Meerestiefe stützend festhält, Meeresboden’ (Neumann, Teichn., S.
163):
wer got sey mit seiner chraft, / daz ist aller maisterschaft
/ gar zu vremd und unbechant. / wa der himel widerwant / und alter [l.
aller?] wazzer grunthaft, / daz hat man mit
maisterschaft / wol begriffen und aus genomen Teichn
448,5
MWB 2 977,41; Bearbeiter: Tao
grunthêrre, -hërre
swM.
‘Grundbesitzer, -eigentümer’
mit des ersamen aptes hern Wilhalmes insigel [...],
der avch der vorgenanten bastvben rehter grvntherre ist UrkCorp (WMU)
1618,10;
aber um alles gruntrecht, das man versitzet und gelegen ist in disem purkfrid,
sullen die gruntherrn clagen vor dem statrichter StRWien
126;
ir hous [...], [...] des wir
rechter gruntherre sein, [...] vnd man vns von dem selben
grunde dienen sol alle iar ze gruntreht vierzich phennige Wienner ebd.
B 136
(a. 1303);
UrkKlostern
1,276
(a. 1340);
UrkWSchott
247
(a. 1344);
UrkEnns
7,61
(a. 1348).
– auch für den Stellvertreter des
grunthêrren:
der ich an meines herren stat des aptes [...] stifter
vnd storer vnd auch gruntherre pin UrkWSchott
265
(a. 1350).
– als Bestandteil eines Personennamen:
her Wernher der Grvͦntherre, purger von Nvrenberch UrkCorp (WMU)
3185,1
MWB 2 977,48; Bearbeiter: Tao
gruntîs
stN.
‘Grundeis’
glich dem kristallen stain / wart sin hertze uf tugenden balt,
/ wider der untugende kalt / reht alsam ein grunt ys WhvÖst
631
MWB 2 978,1; Bearbeiter: Tao
gruntlich
Adj., Adv. , -lîchen
Adv.
1
‘im Grunde des Herzens, der Seele, im Innern, innerlich’
2
‘bis in den Grund des Herzens, der Seele hinein, bis in die Tiefe
reichend, ins Innerste gehend’
3
‘aus dem Grunde des Herzens, der Seele kommend’
4
‘gründlich, vollständig, gänzlich’
5
‘bis auf den Grund, bis ins Letzte, genau’
6
‘grundlegend, wesentlich’
7
‘ergründbar’
8
‘bodenlos, tief’ , übertr.
1
‘im Grunde des Herzens, der Seele, im Innern, innerlich’
der sich echt gruntlichen zuͦ ime
[Gott] innerlichen kerte Tauler
210,7;
ich [...] bitte úch das ir
lerent gotte innerlichen und luterlichen bichten alle úwer gebresten, und
lerent ime úch gruntlichen schuldig geben ebd.
274,23;
got versteet hertzen sprach und seelen meinung, eyn
gruntlich, innerlich und wesenlich ansprechen Seuse
520,33
2
‘bis in den Grund des Herzens, der Seele hinein, bis in die Tiefe
reichend, ins Innerste gehend’
das die klaren goͤtlichen oͮgen uns als
gruntlichen an sehent und durch sehent in unsern grunt Tauler
215,20.
347,31;
daz ist so tief und so gruntlichen gevestent in die
nature [des Menschen]
ebd.
48,13;
und dis was ain als gar gemerliche gesicht das es ir als gruntlich ze hertzen
gieng das sy fúr die stund nie wolt geslafen Stagel
26,22;
wie múgen wir des so gruntlichen uns schamen
Tauler
215,23;
sin [Christi] heilige menschheit
die enwart im nie so gruntlichen lieb ebd.
251,34.
– in Verbindung mit (sich) lâzen, übergehend zu
4:
wie gruntlichen man sich ze grunde lossen muͦs
Tauler
356,31;
eime einvaltigen gruntlich uf got sich
lossen [subst. Inf.]
ebd.
87,9;
hie myt synt alle menschen also gefangen und gebunden,
das sich nyemant lassen enwil; ime were lichter zehen wercke dann eyn gruntlich
lassen Seuse
511,5;
Jesu Cristi, des laszen mer und gruntlicher was dan
alles das laszen zu samen were, das alle menschen in der zyt sich ye gelieszen
ebd.
517,15
3
‘aus dem Grunde des Herzens, der Seele kommend’
das ist ein war verloucken der mensche sin selbes und ein
luter gruntlich blos meinen und minnen got Tauler
48,32;
also das er in ime vinde ein gruntlich getrúwelich
mitliden mit sinem nechsten ebd.
148,4;
luͦg, mit welen gruntlichen súfzen und
bitterlichen trehen sú sprechent Seuse
287,18;
also süllent wir auch tün, [...] das wir habent
grüntliche diemut, götliche mynne, gedult und ander tugent pis in den tod
Stagel
121,17
4
‘gründlich, vollständig, gänzlich’
und sloͤiffest du dich in der worheit nút
[wie die sich häutende Schlange] alzuͦmole
grúntlich durch disen stein Tauler
95,33;
[die Speise] muͦs so gruntlich verderben und
verwerden an ime selber e denne es in den magen kumme ebd.
121,16;
er sol zuͦ dem ersten abehoͮwen und
uzrúten die súben hoͮbtsúnde gruntlichen und
weckerlichen ebd.
97,27;
tuͦnt oder hant geton einen waren gruntlichen abker
von allem dem das got nút luter und blos enist ebd.
138,29;
gentzlichen und grúntlichen ebd.
38,13;
RvBib
69,23.
87,27
5
‘bis auf den Grund, bis ins Letzte, genau’
nün west er ir meinung nit grüntlichen Stagel
4,31
6
‘grundlegend, wesentlich’
und merke, daz alle kreaturen ewklich in gotte sint got und
hein da enkeinen gruntlichen underscheit gehebt, denn als gesprochen ist
Seuse
331,23
7
‘ergründbar’
in disem wilden gebirge des úbergoͤtlichen wa
ist ein enpfintlichú vorspilendú allen reinen geisten
abgrúntlichkeit [...]. und daz ist daz grundlos
tiefes abgrúnd allen creaturen und im [sich]
selber grúntlich Seuse
189,3
8
‘bodenlos, tief’, übertr.:
gruntlichen [schwer
(profunde)] haben sie gesundegit Cranc
Os 9,9
MWB 2 978,4; Bearbeiter: Tao
gruntlieplîche
Adv.
‘auf sehr liebevolle Weise’
wie gruntlieplich ich [Maria] in
mit minen armen [...] umbvieng Seuse
275,13
MWB 2 979,5; Bearbeiter: Bohnert
gruntneigen
stN.
‘das Neigen zum grunt
9
’ (vgl. Wyser, Seelengrund S. 235f.):
das gemuͤte [d.h. der menschliche
Geist] , der grunt, der hat ein ewig neigen, ein gruntneigen wider
in den ursprung Tauler
350,28
MWB 2 979,8; Bearbeiter: Bohnert
gruntnîdic
Adj.
‘sehr feindselig, sehr missgünstig’, wortspielend mit grunt
‘Meeresboden’
mine valschen vründe [...] hoffen, daz ich sinken zuo
dem grunt beginne: / min heilschif gestozen hat uf ir gruntnidik stein
Rumelant
3,61b
MWB 2 979,13; Bearbeiter: Bohnert
gruntrëht
stN.
1
‘Grundzins, Abgabe an den Grundherrn’
2
‘grundherrliches Recht’ (?) 3
‘ursprüngliches Recht’
1
‘Grundzins, Abgabe an den Grundherrn’
daz man daz vorgenant grvntreht dem chloster hintze den Schotten immer ze
seiner zeit vor dienen sol UrkCorp (WMU)
1618,45;
daz ich vnd mein erben ze rechtem gruntrechte haben
[...] ein satelgadem, [...] da
wir [...] von dienen suln zwelif schilling Wienner phenning
ze rechtem gruntrechte alle jar [...], als man ander
gruntrechte ze Wienne dienet UrkKlostern
1,148
(a. 1315);
als gruntrechtes recht ist vnd der stat recht ze Wienn UrkWSchott
240
(a. 1342);
weitere Belege s. DRW 4,1207.
– auf den abgabepflichtigen Hof übertr.:
vnd derselbe hof ist auch gruntrecht von den gaestleichen pruͤdern
datz dem Teutschen haus datz der Newenstat UrkHeil
2,204
(a. 1348)
2
‘grundherrliches Recht’ (?):
daz si ir gruntrecht ovf ir vischwaidt mit ganczem gewalt also haben daz
niemant vischen oder aericht [Fischfang mittels Reuse (vgl. →
arke stswF. 2.4)] haben sol
UrkHerzogenb
67
(a. 1318)
(anders DRW 4,1209: ‘fundamentales Recht, Privileg’)
3
‘ursprüngliches Recht’
din wille, herre, himelischer vater, ist daz ewige grvnt reht,
von dem allev rehticheit flivzzet [...]. swaz nach disem
willen gerihtet ist, daz ist gereht; swaz aber da von gechert ist, daz ist chrvmp
vnd schedelich DvAPatern
117
MWB 2 979,18; Bearbeiter: Bohnert |