ballespil
stN.
‘Ballspiel’
zetar [Wehklagen] uber vnser reien vnde uber den dantz, / vber ballespiel vnde manchen rutenkrantz! daz wir also sere dar vff sin verflißen, / daz wir ny kein bekentenisse hatten gein gode ThürJungfrSp
B 346
MWB 1 412,46; Bearbeiter: Diehl
ballieren
swV.
‘tanzen’ (aus afrz. baler):
lât den seiten vor bereiten wie man dâ palliere KLD:UvW
Leich 3,115;
is ieman in diesen hove / de ze eren inde love / minen gesten inde mich / baloeren wilt PassSpK
280;
danzen inde sprengen / baloeren inde sengen ebd.
295
MWB 1 412,51; Bearbeiter: Diehl
balme
FM.
→ palme
MWB 1 412,57;
balme
stswF.
‘überhängender Fels, Felsenhöhle’
das viche traib der werde knab / [...] zu ainer balme ön allen has GTroj
2015;
vor ainem wilden balme, / da des kindes hütte was ebd.
1594.
– als Ortsname (?):
jensid der Are, da diu Balme lit UrkEidgenG
4,1:346
(a. 1312).
– als Bestandteil von Personennamen:
diu edel vrowe vro Clara von der Balmen UrkEidgenG
4,1:344
(a. 1312)
MWB 1 412,58; Bearbeiter: Diehl
balmunden
swV.
‘jmdn. zu einem balmunt erklären, seiner Vormundschaft entheben’
unde wirt er überredet daz er in übel getân hât an ir guote, man sol in balmunden; daz ist daz er niemer mêr voget noch phleger mac gesîn SpdtL
128,12
u.ö., ähnl.
SchwSp
30a
u.ö.
MWB 1 413,1; Bearbeiter: Diehl
balmunt
stM.
1
‘untreuer Vormund’
2
‘untreue Verwaltung, Entfremdung (von Gütern)’
1
‘untreuer Vormund’
unde bit ivch durch die triwe, als ich si iu bevilhe, daz ir ir rethe [rechtschaffener] voget sînt unde ir genadich voget sit, vnde daz ir nit palemunt ne werdent Trauformel
44
2
‘untreue Verwaltung, Entfremdung (von Gütern)’
sine alienatione, que dicitur balmunt DRW
1,1177
(Lacomblet, UB., a. 1209)
MWB 1 413,7; Bearbeiter: Diehl
balrât
stM.
1
‘falscher, böser Rat’
2
‘falscher Ratgeber’
1
‘falscher, böser Rat’
[Herodes] was ein heiden vnd was mit sinen balraden an daz riche cuͦmen PrLpz
99,20;
er vorhte sere Davidis lon / umbe sine valsche rete / und das er danne hete / den lip virlorn und das lebin, / das er Davide muͤste gebin / umbe sinin valschin balrat RvEWchr
29847;
des bleib er ouch geduldic / an sinen misseteten, / wand er von walreten / des tufels hete sich verbost HeslNic
264
2
‘falscher Ratgeber’
und alsô geschiht ez, daz noch rætet ein ungetriuwer balrât, der ein lant oder zwei læt unsælic werden ze leide unde ze schaden von sînem ungetriuwen râte PrBerth
1:213,18;
wer den andern fraͤvellich nemmet ain diep [...] der git dem amman x sol. [...] ainen verraͤter, ain balrat in dem selben reht DRW
1,1178
(LeutkirchStR.; 14. Jh.)
MWB 1 413,15; Bearbeiter: Diehl
balrætære (?)
stM.
zu balrât.
‘falscher Ratgeber’ (oder balredære
‘Lästermaul’, vgl. Glossar):
wes hastu dich genomen an, / balretter, lieger, arger wicht SHort
2719
MWB 1 413,31; Bearbeiter: Diehl
balreder
stM.
→
balrætære
MWB 1 413,35;
balsam, balseme
stswMF.
1
‘Balsamharz’
2
‘Balsamgewächs’
3 übertr.: ‘Linderung, Wohltat’
1
‘Balsamharz’
der balsem ist gelvar und gar lauter BdN
360,1;
nem man des balsems ainen tropfen und tuo in in ain gaizein milch ebd.
359,34;
narde, balsame und mirt, / swaz edelen smac von arte birt / oder arômâtes namen ie gewan KvHeimUrst
1951;
ain edler wurczegarte was, / dar in och studen warend / die balsamen gebarend WernhMl
3146;
Iw
1582;
HvNstAp
17987;
Brun
5763;
Mechth
1:16,2.
– als Salbe, die einen Leichnam vor Verwesung bewahrt:
der balsem lât si vûlen niht. / swelhe lîche man sô besiht, / gebalsemt vleisch hût und bein, / der sint tûsent jâr al ein, / als ob si læge die êrsten naht Wh
451,25;
sie strichen wurze vnde krut / an sin fleisch [Hectors Körper] vnde an sin hut. / sie bestrichen in allenthalben / mit balsmen Herb
10654;
und nim dar ûz mîn herze gar, / [...] daz soltu denne salben / mit balsam allenthalben, / durch daz ez lange frisch bestê KvWHerzm
302;
AvaLJ
105,2;
BdN
361,5.
– als Arzneimittel:
dar nach saltu di hende salben mit lorole. oder mit balsem SalArz
98,4;
der balsem hât die kraft, daz er entlœst BdN
360,27;
man schol balsem geben wider all veraltet siehtüem des hauptes ebd.
360,34.
– als Öl für Glaslampen (bes. bei Begräbnissen):
sehs glas lank, gar luter sam di sunne, / di truoc man vur der bare. man sagte mir, daz balsem darinne brunne JTit
991,4;
ein lampade wart dô gehangen / uber Pallases grab / [...] / daz ole daz dar inne was / daz was balsam vile gût En
8357;
vorem grâle kômen lieht: / diu wârn von armer koste nieht; / sehs glas lanc lûter wolgetân, / dar inne balsem der wol bran Parz
236,4;
ein lampen, die [...] was edels balsams voll Seifrit
5874
2
‘Balsamgewächs’
galgân unt pheffer, / balsamo unt wîrouch, timiâm wahset der ouch Gen
245;
und von den andern fünfen [Brunnen] wirt des balsems velt durchfäuht BdN
358,32;
iedoch spricht Avicenna, daz diu erd durchfäuhtt werd, dâ der balsem wechst, von dem prünnel des veldes Engadi ebd.
359,1
3
übertr.: ‘Linderung, Wohltat’
Marke envünde ie dar inne / den balsemen der minne Tr
16500;
das schuf genaden balsam und sin salben Mügeln
151,9;
ach mynne, du werder krisem, / du sußer balsam und bisem! Minneb
1338;
balsems saft in solches herzen grunde blüet Loheng
3049;
din ruch sal alle balseme werwinnen [übertreffen]
Lilie
44,39
MWB 1 413,36; Bearbeiter: Schnell
balsambluot
stM.
‘Balsamblüte’
ir tugent, ir jugent guote / glîche ich dem balsambluote HeidinII
642
MWB 1 414,20; Bearbeiter: Schnell
balsamboum
stM.
‘baumartiges Gewächs, aus dem Balsam gewonnen wird, Balsambaum’
von dem balsempaum. balsamus haizt ain balsempaum. daz ist ain paum oder ain staud BdN
358,19;
ein balsamboum zen füezen [des Grabes] , / des die bedürfen müezen, / die lange junc wellen sîn Flore(G)
2067
MWB 1 414,22; Bearbeiter: Schnell
balsamen, balsemen
swV.
1 tr. 1.1
‘jmdn./etw. mit Balsam (oder anderen heilkräftigen oder wohlriechenden Mitteln) einreiben, salben’
1.2 übertr.: ‘jmdn./etw. (wie durch Balsam) pflegen, verfeinern, angenehmer machen’
2 intr. ‘Balsam von sich geben’ , hier übertr.
1
tr.
1.1
‘jmdn./etw. mit Balsam (oder anderen heilkräftigen oder wohlriechenden Mitteln) einreiben, salben’
den herren sie bewunden / vnde balsmeten sine wunden Herb
13780;
mit balsem balsament man die kristen, / uz balsemen machet man mit listen / do mete man di pfaffen wiet Brun
5763.
– durch Balsam vor Verwesung schützen:
nu wart sîn tôter lîcham / gebalsemt schône HvFreibTr
6482;
er behelt der tôten leib ganz ân faulen gar vil jâr die man balsamt mit rehtem balsem BdN
361,5;
wan balsemt edellîche / für des argen ruches smac, / daz ein totez bilde deste langer wer Marner
14,65;
Wh
451,27;
Tit
21,2;
RvEAlex
13204;
HvNstGZ
3763;
Rennew
24148
1.2
übertr.: ‘jmdn./etw. (wie durch Balsam) pflegen, verfeinern, angenehmer machen’
ir ritter, balsemt iuwer ougen / an guoten wîben RvZw
48,9;
diu gebalsemete minne, / diu lîbe unde sinne / als inneclîche sanfte tuot Tr
16831;
diu milte balsemt edelen man Boppe
1:3,7
2
intr. ‘Balsam von sich geben’, hier übertr.:
swâ sô daz wîp ir wîpheit / unde ir herze von ir leit / und herzet sich mit manne, / dâ honiget diu tanne, / dâ balsemet der scherlinc Tr
17983
MWB 1 414,28; Bearbeiter: Schnell
balsamengesmac
stM.
‘Balsamduft, Balsamgeruch’ (vgl. auch balsamsmac):
wan als ein balsamenvaz des enpfindet, daz ez versenket wære an des meres grunt, und als wênic daz edele syropel oder balsamengesmac der bitterkeit des meres enpfindet PrBerth
1:187,37
MWB 1 414,52; Bearbeiter: Schnell
balsamgarte
swM.
‘Garten mit Balsamgewächsen’
[die Königin von Saba] brechte wrzen balsami, / von den gemachet in Engadi / ein edel balsam garte wart RvEWchr
33285
MWB 1 414,58; Bearbeiter: Schnell
balsamholz
stN.
‘Balsamholz, Holz von Balsamgewächsen’
nim cynamomi. negelin. ingeber. ancardi. balsem holtz SalArz
97,9.
99,16;
opobalsamum: balsamholcz VocOpt
48.084
MWB 1 414,62; Bearbeiter: Schnell
balsamîe
stF.
‘Balsampflanze’, hier übertr. als Bezeichnung für Maria:
ich meine dich, hochgelobte balsamie, / du gotes muter [...] du apoteca rich Frl
9:1,4
MWB 1 415,1; Bearbeiter: Schnell
balsamîte
stF.
‘Balsamkraut, Balsampflanze’ (wohl Tanacetum balsamita):
peonia diu guota, salvaia unt rûta, / nardus unt balsamîta, der stanch wahset sô wîta Gen
250;
mache eme eyn bad, da origanum [...] vnde balsamita myt gesoten sy OvBaierl
129,8.
– übertr. als Bezeichnung für Maria:
balsamîte, margarîte, / ob allen megden bist dû [Maria] , maget, ein magt, ein küniginne Walth
4,35;
vröut iuch immer miner balsamiten! Frl
1:20,32;
min balsamite, frawe gut, / nim mich durch dinen hohen muͤt Minneb
2661
MWB 1 415,5; Bearbeiter: Schnell
balsamkiste
swF.
‘Gefäß zur Aufbewahrung von Balsam’, hier übertr. zur Bezeichnung der hl. Martina:
div edil balsem kiste / die so reine got wiste Martina
96,83
MWB 1 415,16; Bearbeiter: Schnell
balsamlich
Adj.
‘dem Balsam zugehörig’
gebalsemt vleisch hût und bein, / der sint tûsent jâr al ein, / als ob si læge die êrsten naht. / sölh art hât balsemlîchiu maht Wh
451,30
MWB 1 415,20; Bearbeiter: Schnell
balsammæʒec
Adj.
‘balsamartig’
– bezogen auf die konservierende Kraft des Balsams:
was balsemmæzec stæte an ir. / daz riet ir werdeclîchiu gir Parz
427,17.
– bezogen auf den Duft:
der luft balsammæzic wart / von sîner tugentlîchen art Georg
5893
MWB 1 415,24; Bearbeiter: Schnell
balsamrebe
swF.
‘Balsamrebe’ hier übertr. als Fürstenlob:
si balsamrebe diu sich lat so schone bernde vinden! FvSonnenburg
51,12
MWB 1 415,30; Bearbeiter: Schnell
balsamrinde
stswF.
‘Balsamrinde’
nim bibergeil, calamentum, balsam rinde, nezzeln samen vnde wilden kumel vnde mache da uon ein stuppe SalArz
73,18.
59,8.
98,46;
carpobalsamum: balsamrinde VocOpt
48.085
MWB 1 415,33; Bearbeiter: Schnell
balsamrîsel
stN.
‘kleiner Balsamzweig’, hier übertr. als Kosename, zärtliche Anrede:
mîn blüendez balsam rîsel Hadam_(Sch)
691,3
MWB 1 415,38; Bearbeiter: Schnell
balsamsaf
stN.
‘Balsamsaft, Balsamsekret’
an andern steten gibt diu staud nümmer kainen balsemsaft BdN
358,33;
opobalsamum: balsemsaf VocOpt
48.084;
sumelîch boum treit muscâtobz, sumelîcher balsamsaf, sumelîcher zimînsmac DvASchr
320,19
MWB 1 415,41; Bearbeiter: Schnell |