b – bachhelling bächîn – backwërc bacolôn – badestubære badestube – balde baldecheit – balmunden balmunt – balsamtrôn balsamtropfe – ban, bane 1ban – banekîe banël – bänkelîn banken – bantac bant|âder – banzins banzûn – bârbrët 1barc – bârkleit barkorn – barmhërzeclîche barmhërzege – barten bartenære – base Baseler, Basler – bate bate, pate – bearbeiten bearren – bechersamenære becherweide – beckenknëht beckenkol – bedancheit bedarf (?) – bedingen bedirmen – bedrangen, bedrengen bedrât – begâben begâbunge – begelimpfen begenagen – begin begîne – beglîmen beglîmunge – begrîflich begrîflîcheit – behaft behaftec – behaltunge behandeln – beheimsuochen beheiʒen – behern behêrren – behoven behten – behuoflich behuoren – beie beie – beinîn beinîsen – beiʒe 1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit bekantnisse, bekentnisse – bekerzen bekicken – beklipfen beklocken (?) – bekorunge bekorungnisse – beküelen bekumberhaft – belæren belasten – belîbelich belîben – belônære belônen – bemaln bemangen – bemurmeln bemüseln – benedîunge benediz – bennen bennige – bequâme bequæme – bërc|êrîn bërcgar – bërcphenninc bërcrëht – beredenunge beredet – 1berennen 2berennen – bërhtnaht berhtram – berillîn berîmeln – bërlich bërlîn – bernisch bërnklâ – bêrswîn bertenære – beruofære beruofen – besamentlîchen besamenunge – beschatzære beschatzen – beschemen beschemenisse – beschînen beschirm – beschouwunge beschremen – besebelicheit beseben – besetzunge besëʒ – besîtes besitzære – beslîʒen besloʒ – besnöuwen besnüeren – besprëchære besprëchen – beste bestëchen – bestiure bestiuren – bestürzen bestutten – besuochnisse besuochunge – bët betagen – bëtelære bëtelærinne – bëtemësse betemmen – bëtewîn bëtewîp – betrahtegen betrahten – betrogenlich betrônen – betrûren betrûrigen – bettemunt betten – betûchen betüemen – betwungenheit betwungenlich – bevellicheit bevern – bevliehen bevlieʒen – bevür bevürhten – bewærnüsse bewarsam – bewëlgen bewëllen – bewindeln bewinden – bezâfen bezaln – beziln bezimbern – beʒʒer beʒʒerære – bî bestân bîbilde – bíderben, bedérben biderbenen, bederbenen – bîenkar bîenswarm – bieʒenblat bieʒenkrût – bîhtât bîht(e) – bilchmûs bildære – bildoht bildunge – bilsensaf bilsensâme – bineʒ binide – birden bir(e) – birnwîn birsære – bischolf bî schrîben – bî slâfen bî|slëht – bît bitære – bittern bitternis – biurlîn biuschen – bîvilde bîvilden – bîzeichenen bî zëmen – blahsen 1blæjen – blâsehorn blæselîn – blatengîr blatenrinc – blëchhantschuoch blëchrinc – bleichvëlt blende – blîche blîchen – blîkloz blîkolbe – bliuclich bliuge – blôdern blotschen – blüemunge blüetebërnde – bluomental bluomenvar – bluotgieʒen bluotgieʒende – bluotstürzunge bluotsûgende – bobenthalben boc – bogelîn bogen – 2bolle bollen – 3bor bor-, enbor- – (borliep,) enborliep bormære – bortengewant bortiure – bote botech – bou bouc – boummate boum|öle – bôʒwurz brâ – brâ|hâr bræhen – brantlich brantreite – brâwelîn bræwen – brëhenen brëhentac – brenken brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche brëtsnîdære – brieschen brievære – brionie brîsære – briulêhen briumeister – briuwe briuwe – brohsen bronie – brôthalle brôtheit – bruch bruch – bruckenambet bruckenære, bruggenære – brüeterîn brügel – brünnære brunne – brünselbërc brünseln – bruoderhûs bruoderkint – brust brust – brûtdëgen brûtdrüʒʒel – brûtsanc brûtschaft – buckel buckelære – büellîn büeʒære – buhsboum bühse – bûlslac bulzen – buoben buobengâbe – buochisch buochkamere – buoliân buollîn – buppe bur – burcgrâvenambet burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen burcmeisterschaft – burcstal burcstat – bürde bürdelîn – burgergemeine bûr|gerihte – Burgunder Burgunjoys – bursenære bursît – büschelîn buschoff – bütelin bûtelîn – bûvëlt bûvisch – buʒʒel
|
brangen
swV.
1
‘prangen, prunken, prahlen’
2
‘sich zieren’
1
‘prangen, prunken, prahlen’
ahei, wie prîslichen / palierten [=
polierten
] unde strichen / ze freuden iren lîp / beidiu
man und wîp, / die sich bî den frouwen / wolden lân schouwen / brangend unde brogent
/ ze Nurenberg in zogent Ottok
73289;
swie sêre wir brangen unde brogen, / doch ist manic unflât überzogen / in uns
mit einer bœsen [dünnen] hiute Renner
24059;
hie wirt die rede betwungen / daz er [Frauenlob]
ein teil sin brangen [mit seiner Spruchdichtung] lat
Frl
5:117G,13;
di wil sy uf geluckes rat / sazen unde prangten gnuc Hiob
8597;
do ich prangt vor in allen, / do hiet ich diͤr wol gevallen, / soltzu
mich gesehen han Teichn
397,101.
– besonders das ~ im Krieg, Kampf:
der marschalc [...] mit sturmis prangin / abir
vacht dî vestin an NvJer
24283;
der vîende prangin / dâmit si wârn bevangin ebd.
18212
u.ö.
2
‘sich zieren’
ich mach im [dem Ehemann] kæsewazzer / zezzen.
[...] dâ prang ich bî [ziere mich, davon
zu essen]
Helbl
1,992;
mit îlnder jage sunder prangen / zuckt man [beim Empfang des
Abendmahls] di kost in di wangen. / ditz bringet uns die gernde
lust / die wir [...] gên dem werden lîchnam tragen
JvFrst
1693
MWB 1 967,18; Bearbeiter: Plate
brankieren
swV.
‘etw. prangend vorbringen, vorstellen’ (Suolahti 1,70):
ob ir ez [das Gewand] eht alse hôhverteclîchen
traget, daz ir iuwern lîp dâ mite brankieret unde gampenieret [hüpft,
tänzelt] , unde wizzet niht, wie ir gebâren sullet PrBerth
1:118,15
MWB 1 967,42; Bearbeiter: Hoffmann
brant
stM.
Pl. neben brende auch brande (
HeslApk
6335;
Helbl
7,268
).
1 brennender oder zum Brennen dienender Gegenstand 1.1
‘brennendes Scheit, angebranntes Stück Holz’
1.2
‘Fackel’
1.3
‘(flammendes, blitzendes) Schwert’ (häufig im Mnl.; vgl. MNW 1,1419f.) 1.4
‘Brenneisen’
2 Vorgang oder Zustand des Brennens 2.1
‘Feuer, Feuersbrunst; Brandstiftung; Brandschatzung’
2.1.1 eigentl. 2.1.2 übertr. ‘Glut, Hitze’ , meist mit Gen. 2.2
‘Platz im Wald, wo durch Brand gerodet wurde, Neubruch’
2.3
‘eingebranntes Zeichen (als Eichmarke)’
2.4
‘Schmelzen und Reinigen von Silber, Gewinnung von Feinsilber’
2.5 in med. Kontext 2.5.1
‘Brandwunde’
2.5.2
‘Brennmittel, um dem Körper Feuchtigkeit zu entziehen’
2.6 im Strafrecht: ‘Feuertod; Brandmarkung’
1
brennender oder zum Brennen dienender Gegenstand
1.1
‘brennendes Scheit, angebranntes Stück Holz’
kein viur hât ouch sô grôze craft, /
[...] man enmüges sô vil zesenden / mit einzelen
brenden, / biz daz ez swache brinnet Tr
19446;
vil kezzel wart gerüeret, zefüeret manic brant
NibB
959,3;
VMos
34,7;
VRechte
260;
Herb
2023.
3863.
–
weri abir daz enimi man wurdi ein brant edir ein
briph vur sini turi gihangin, da min umi den mortbrant miti cundigiti
Mühlh
174,20.
175,15.
–
vnde hiz die gazzen reinen / von boumen vnde von
steinen, / die hofstete von brenden Herb
1765;
HeslApk
17882.
–
brende schürn:
dane [in der Küche] schürte
niemen viuwer noch brant Wh
289,10;
ich muͦste shuͤrn die brende / und in
zuͤbern wazzer tragen Rennew
17854;
Kudr
996,4.
–
brinnender/glüender ~
:
als ein liuhtende lieht, daz alle zît liuhtet, und als ein brinnender
brant, der alle zît brinnet Eckh
2:30,6;
VMos
33,29;
er hiez dem kúnege ein gluͤjenden brant / gen
in die hant RvEWchr
9051;
ChristhChr
12080;
Wh
286,3.
– häufig swarz als ein ~
:
si was swarz als ein ander brant Wh
318,30;
Orites ist ein stein genant, / der ist swarz als ein
brant Volmar
558;
ain mor was schwartz als ain prant
HvNstAp
19098.
14282;
Ottok
33635;
ErzIII
6,465;
Eilh
Rm,19.
–
und wære si nacket sam mîn hant / unde swerzer dan ein brant Er
653;
ez [das Pferd] schein noch swerzer, denne
ein brant KvWTroj
3792.
22485;
KvWTurn
557;
nâch den branden / gevarwiu wâpenkleit Helbl
7,268.
– übertr.:
und lasse mich dur die kolen der minne ziehen und mit
den brenden der smacheit sclahen Mechth
3: 3,26;
der sele arzt, lesch ab der sünden brende / und
strich genaden salben [...] in unsers herzen wende
Mügeln
322,10
(oder zu 2.5.1?)
1.2
‘Fackel’
eine strâle von golde / hêt er
[
Amor
] in der zeswen hant, / in der
andern einen brant Wig
837;
da von so tun sie molen / min
[Amors] bilde mit eim strolen, / wie ich den hab
in einer hant / und in der andern einen brant, / durch zundet wol mit fure
Minneb
2116;
ebenso
KLD:Alex
7,72
1.3
‘(flammendes, blitzendes) Schwert’ (häufig im Mnl.; vgl.
MNW 1,1419f.):
ich [Bischof Turpin] en
[ihnen] doe mit desem brande, / den ich hye voren
in mynre hande, / sulche vesper syngen, / dat man sy horet clingen, / schrien
och ind we Karlmeinet
453,30;
wol gevazzet [mit einem Band befestigt; vgl.
veʒʒel stM.] was der brant. / dâ von leit er
eine hant / ûf den knopf des swertes vor, / daz ez hinden stuont enbor
Helbl
1,333;
einen brant niwen / von Piestinc Ottok
77085
1.4
‘Brenneisen’
welch gast brengit sensin, brende, kessele, pfannin, glockin vnde sin
glich UrkBresl
112
(a. 1327)
2
Vorgang oder Zustand des Brennens
2.1
‘Feuer, Feuersbrunst; Brandstiftung; Brandschatzung’
2.1.1
eigentl.:
und habent betracht und besorgt den grozzen schaden, den diu stat
genomen hat von dem fewr und von prant StRMünch
478,8;
mit brande / sachend sy ain burg enzuntt
GTroj
13110;
Lanc
374,30;
Mechth
2:26,3.
–
swelhe brvder oder swester ainen menschen
toͤttet oder brant tvet oder stilet SpitEich
17,23;
wiert iemand um prant gevangen, der schol mit dem gericht
verurtailt werden StRBrünn
359.
–
mîner mâge tôt, des landes brant
Wh
261,7;
in Walwanes lande / scholtu wuͤsten mit
brande / alle sine veste WhvÖst
6342;
RvEWchr
16787;
die vînde sach man phlegen / niht wan brandes
unde wuostens Ottok
8428;
Rol
276.
– häufig in der Formel roup und ~
:
mit roube und ouch mit brande wuosten si daz lant
NibB
176,3;
die Crichen zv furten vnser lant / mit roube vnde
mit brande Herb
2563;
und heretin in dem lande / mit roube und mit
brande Tr
394;
KvWSchwanr
165;
Rennew
19784;
GTroj
19932.
–
roͮb unde brant unde hoͮr scult ir
uermiden Spec
141,26;
er wendet roup, mort unde brant
Tannh
1,46;
diepstâl, roup unde brant, / zouber, manslaht
unde mort / sint der grœsten sünden hort RvEBarl
10622;
StRAugsb
133,18;
KLD:Kzl
16:20,11.
–
roup und ~ stiften:
si bewarten wol zwâren, / daz si ie roub oder
brant / gestiften in unse lant SAlex
6545;
si ritent in diu lant, / si stiftint ruͦb
unde brant Rol
202;
GrRud
δ 18;
SM:JvR
1:2,2
2.1.2
übertr. ‘Glut, Hitze’, meist mit Gen.:
wem en sal din wisheit niͤt werden bekant, /
we ensal niͤt vernemen dins herzen brant? MarlbRh
92,28;
des zornes brende Mügeln
375,8
u.ö.;
ein enzúndunge [...] in dem
brande der minne Tauler
166,27.
230,3
u.ö.;
Eckh
2:168,4;
brant der untruwen HeslApk
6747.
–
Seraphin is he drümb genant, / wand in gar
entfengt der minnen brant. / he birnet suͤzelich ind sere, / des
minsamen gods groz minnere MarlbRh
88,20;
Eckh
2:217,3
2.2
‘Platz im Wald, wo durch Brand gerodet wurde, Neubruch’
(vgl. Schmeller, BWB 1,360; Dalby, Mediaeval Hunt, 37b):
ûf einem brant hôrt ich die hunde erleschen [mit Bellen
aufhören]
Hadam
130,5;
in walde, ûf dem brande, / an wazzer, ûf den
traten [Weide]
ebd.
508,1.
131,2.
406,4
2.3
‘eingebranntes Zeichen (als Eichmarke)’
und all fuͤtrer und gastgeben suͤllen gerechtew und prantew
viertail haben, oder [...] der stat 1 pfunt pfenning
von dem prant StRMünch
411,25
2.4
‘Schmelzen und Reinigen von Silber, Gewinnung von Feinsilber’
daz man alles silber, daz man prennet hie in der stat, zehant nach dem
prant zaichen sol StRMünch
458,25;
vmb zwienzich mark sielbers Nevrenberger brandes UrkCorp
3394,16;
funf und zwainzig mark silbers loͤtiges Friburger brandes und
gewaͤges UrkMägdeb
297
(a. 1347).
–
‘Prüfung des Silbergehalts einer Münze’
vnd sol er vnd der rât [...] die selben
phenninge zem brande tragen, vnd sol mans da versvͦchen in dem fúre
nach rechte UrkCorp
1325A,10.
188,43
2.5
in med. Kontext
2.5.1
‘Brandwunde’
lylien wuͦrzeln [...]
hilfet zu dem brande, ob man di stat mit bestrichet Macer
16,1;
swer sich uerbrennet. der sal uf den brant legen e er
blatern gewinne uerbrantez mirtel loup SalArz
79,45.
2.5.2
‘Brennmittel, um dem Körper Feuchtigkeit zu entziehen’
sô [durch diese
Methode] gêt all diu pœs fäuhten her für, diu in dem glit ist,
reht als von aim prand, und ist als guot sam manig
prant [
cauterium
] , der ain jâr
wert BdN
300,10;
sein [des
slintpaum
] asch ist gar durchpeizent, wenn man
in mit ezzeich mischet, und dar umb machet man prend
[
cauteriorum vulnera
] dâ mit an
den painen oder anderswâ ebd.
325,1.
475,6;
sumeliche machent [bei
Kopfschmerzen] einen brant uf den armen. sumeliche hinden
an deme houbite SalArz
31,20;
man sneit sîn âder manigen ende / und macht im ûf dem houbet brende /
und leit im drûf vil herbiu phlaster LvRegFr
3616.
– übertr.:
so sol dir apt tvͦn als ein wise arzat, het
er dar irbottin [...] die arznia dir heiligon
scrifton vnde zeivngist den brant dir
virmeinsamvnga [
ustionem
excommunicationis
]
BrEng
28
2.6
im Strafrecht: ‘Feuertod; Brandmarkung’
unde wirt er darnach begriefen, so sol man uber in rihten
mit dem brande, wande er mortlichen gebrennet hat StRAugsb
94,13.
96,6.
–
den [Dieb] sol man merkchen mit dem prant
und sol er darzu dem rihter ze puͦzze geben sehs schillingen der
langen StRMünch
271,12
MWB 1 967,48; Bearbeiter: Hoffmann
brantkrût
stN.
Pflanzenname:
esula: brandkrut VocOpt
50.125
MWB 1 970,1; Bearbeiter: Hoffmann
brantlich
Adj.
‘brennend’
dü vakel guldin, / da von brandlicher pin / hie nach an Throye
für gatt GTroj
844;
sonder brantlichen has MinneR 497
397
MWB 1 970,3; Bearbeiter: Hoffmann
brantreite
stF.
‘Feuerbock, Gestell zum Auflegen der Holzscheite’ (vgl. Heyne,
Hausaltertümer 1,118 und 243):
andena: brantraite. ferrum trivm pedum super quo ponuntur ligna ad faciendum
focvm VocBV926
3:645,34;
andena: brantreit VocOpt
10.060.
–
havenstein, fürisen [Steingut und Feuereisen] / kan
ich niergent bewisen; / hoheln [Kesselhaken] und
brantreiden / hant sich gar von mir gescheiden KgvOdenw
13,29;
sulch droich [raubte] dat bette, sulch den pot, /
[...] sulch droich den haich ind die
brantreide [Hs. brantrichten
] , / dat irme
live wart zo leide HagenChr(G)
1343
MWB 1 970,6; Bearbeiter: Hoffmann
brantschade
swM.
‘Schaden durch Brandstiftung’
vor den brantschaden vnd namen [Raub] , die sie ye
getan haben in dyser zweyunge UrkRhStädteb
166
(a. 1342)
MWB 1 970,18; Bearbeiter: Hoffmann
brantschatzen, brantschetzen
swV.
‘Geld durch Branddrohung erpressen; niederbrennen und plündern’
(vgl. DRW 2,449):
und kriegetent darus [aus der Stadt Brumat] uf daz
bistuͦm mit brande und brantschetzende ClosChr
139,20;
daz der greven von Solmes marschalk [...] bi nacht
unde bi slafinder diet unser ingesezzin burgere nachtbranten, brantschaczeten unde
in ir pherde, kuwe, viehe [...] da namen UrkWetzl
1,662
(a. 1349)
MWB 1 970,22; Bearbeiter: Hoffmann
brantschatzunge, brantschetzunge
stF.
‘Geldzahlung, um sich von Plündern und Niederbrennen
freizukaufen’ (vgl. DRW 2,449 unter brandschatz und
brandschatzen; s.a.
brennschaz
stM.):
alle gevangen, brantschetzung vnd reysge habe sullen vnd wellen wir gleych
teylen, nach der manzal UrkHohenz
3,212
(a. 1350);
wir sprechen ouch in derselben suͤne, daz alle geuangen
[...] vnd alle gedinge vnd brantschatzunge sollent sin
ledig vnd loys UrkWürzb
39,299
(a. 1327).
40,248
(a. 1339);
UrkLudw
206
(a. 1342);
von der ersten brantschetzunge oder schetzung, die er von unsern vienden nymet
DRW
2,450
(Würdtwein, Subs; a. 1334);
UrkMoselQ
440,20
(a. 1341/42)
MWB 1 970,31; Bearbeiter: Hoffmann
brantstat
stF.
‘Brandstätte’
daz sev die prantstat mit samb den vmbseczen habent beschaut vnd geschaczt,
daz si so tewr nichten ist, als daz versezzen purchrecht UrkKlostern
1,323
(a. 1348)
MWB 1 970,45; Bearbeiter: Hoffmann
brantstiure
stF.
‘Unterstützung bei Brandschäden’ (vgl. SchwäbWB 1,1349):
unsern purgern ze prantstewr und ze ainer hilffe
[...] alle gewohnleichen stewr
[...] ze 5 ganzen jaren [...]
gelazzen DRW
2,451
(Stampfer, MeranChr; a.1339)
MWB 1 970,49; Bearbeiter: Hoffmann
brantsûl
stF.
‘Grenzpfahl’ (?):
vnd den widemacher datz Hinterperch, als in der phlvk bevangen hat, vnd den
acher datz Crepach vnd di alten hofstat datz Telfs als si di prantsevl bevangen
habent UrkCorp
2556,28
MWB 1 970,54; Bearbeiter: Hoffmann
brâslac
stM.
auch brâwenslac.
‘Wimpernschlag, Augenblick’
so chumt der jungiste tach also sciere so ein braslach
AvaJG
17,8;
diz leben niht geherten [dauern]
mac, / wan als ein kurzer brâwenslac [La.
braslac
]
RvEBarl
8496;
daz vor got tausent jar / sein als der gestrig tach, / der heut ist als ein
proenslach MvHeilGr
1936;
Martina
256,35
MWB 1 970,59; Bearbeiter: Hoffmann
brast
stM.
‘Lärm’
da schutte sich der vierde ast; / es ward ain galm und ain
prast: / do saß auff galadrius / und der edel pellicanus / und di susse nachtegal
HvNstAp
13154
MWB 1 971,1; Bearbeiter: Hoffmann
brasteln
swV.
‘prasseln, krachen’:
– von brennendem oder brechendem Holz:
er [der Donner] prastelt auch oft
sam dâ tännein holz prastelt [La. braszelt
] in
ainem feur BdN
93,2;
dâ von sprach her Salomôn: / ‘ein tummer brastelt [La.
brasselt
] in sînem zorn / als under einem hafen
rösche dorn [trockene Dornen] .’ Renner
14026;
es prastlate als ain grosser walt / den der wint nider wät /
und di pawme zedrät HvNstAp
6270.
7586;
WhvÖst
6483.
– von Feuer:
und dar umbe, ê diz her zuo kome [dass das Holz
ganz im Feuer aufgeht] , sô ist dâ iemer ein rouch, ein widerkriec,
ein prasteln, ein arbeit und ein strît zwischen viure und holze Eckh
5: 34,2;
dez fures brasteln Minneb
3291;
alse der vlamme prastilt [
sicut sonitus
flammae
] einis vuers, daz da vorswendet stuppiln Cranc
Joel 2,5;
HistAE
529.
–
brasteln vnd krachen [Hs. brachen
] /
horte er vil vor yme da. / darvnder entzundte sich da / ein zü male groszes fùwre
Krone
27401;
da [beim val der
Sünder] hebt sich ein rasteln, / ein krachen und ein brasteln / als
alle berge vallen HvNstGZ
7437.
– von Menschen:
mîn herze wirt in jâmer dâ
verkastelt [eingeschlossen] , / swenn ich mich lieb
durch leide / verwegen wil, daz ez mit krachen brastelt Hadam
483,7;
dô quam sô her [zu der belagerten Burg] mit grôzir
bracht / geprastilt gene hûte, / dî mit vordroznim mûte / dort was gehaldin ubir tac
NvJer
19170
MWB 1 971,5; Bearbeiter: Hoffmann
brasten
swV.
‘prasseln, krachen’, nur subst. Inf. belegt:
als ob der donre slüege enzwei / mit kreften einen ganzen walt, / sus wart ein
brasten manicvalt / von scheften und von lanzen KvWTroj
36922.
12241;
do sin wirtinne [Loths Frau] nu horte hinder ier dc
fiur und dc groze braston do sach si umbe sich PrSchw
1,25
MWB 1 971,34; Bearbeiter: Hoffmann
brât
stN.
‘Fleisch, Weichteile des Körpers’
und [der Löwe] zart
im [dem Riesen] cleit unde brât / als lanc sô der
rücke gât / von den ahseln her abe Iw
5053;
er sluge sines swertes ort / durch Diomedes sarewat / in sin
fleisch vnde in sin brat Herb
9926;
brât und lide im tâten wê Parz
215,27.
75,6.
153,9;
în gedrücket dur daz brât / biz ûf daz bein ze grunde KvWTroj
38438.
37522.
38516
MWB 1 971,41; Bearbeiter: Hoffmann
brâtære
stM.
‘Bratenwender’ oder ‘Schlemmer’ (ausführl.
zur Bed. AWB 1,1324):
ardalio: pratere VocBV926
3:428,51;
ir habt âne swær / einen edelen brâtær / in iuwer kuchen hie
ze stunt, / [...] ez ist der künic von Engellant
EnikFb
1444
u.ö.;
sô wirt der brâte harte dünne [La. C wirt dem brater harte
harte [!] kleinē
]
KLD:Schulm
1:1,13.
– als Bestandteil von Personennamen:
Haug der Prater, Albrecht der Prater UrkCorp (WMU)
304,37,38
MWB 1 971,49; Bearbeiter: Hoffmann
brâte
swM.
1
‘Fleisch, Weichteile des Körpers’
2
‘zum Braten geeignetes Stück Fleisch, Braten’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 37f.)
1
‘Fleisch, Weichteile des Körpers’
zwene der viervndzweinzigen schowent des klegers wunden, ob si gange dvr hvt
vnd dvr braten, also daz es mvge heizen ein blvͤtiger slag UrkCorp
1797A,3;
si [die Vögel] zartten yme [dem
Riesen] das fleisch ab / mit so gijrischer vngehab, / das sie jne
dorch slügen / vnd jne bisz vf das hertz nügen / vnd zerteilten sine braden
[La. sein braten
]
Krone
14140;
sage mir, vil trût geselle, / wie sint dîn [des
Hundes] brâten und dîn belle / sô veizet und ouch dîn balc sô vol?
Renner
7350
2
‘zum Braten geeignetes Stück Fleisch, Braten’ (vgl. Dalby,
Mediaeval Hunt, 37f.):
nû schant erz [das Reh] dâ erz
weste / veizet und aller beste, / und nam des einen brâten dan Iw
3903;
Tr
2902;
der hunt was wol beraten, / einen grozen braten / trug er in dem munde
ErzIII
90,10.
–
dv wirdest meister vber die braten ReinFu
K,687;
ez briet sîn vleisch vür sich dar, / unz daz ez rehte wart gewar, / daz nû
der brâte sûste / und in der hitze brûste Schrätel
221.
–
er [Herbst] wil manig her
birâten / veizzer brâten unde wil / trachten vil darzuo si machen vol
SM:Had
20: 1,5;
veizze swînîn brâten ebd.
18: 1,4;
dise salse ist guͦt zvͦ scheffinem braten
BvgSp
32a;
zvͦ rinderinen braten ebd.
33;
die wol gemachten pratten HvBurg
5565;
sô man teilt spec, würste und brâten Renner
15542;
GTroj
8058;
EnikWchr
6112.
– bildl.:
wir suln den kochen râten, / [...] daz sî der
vürsten brâten / snîden grœzer baz danne ê, / doch dicker eines dûmen
Walth
17,14;
her Vogelweide von brâten sanc: / dirre
brâte [der in der Glut liegende Koch] was dicke
und lanc Wh
286,19
MWB 1 971,58; Bearbeiter: Hoffmann
brætelîn
stN.
‘kleiner Braten’
praten / sol man uns daz pretlein, / und daz die fisch
gesoten sein! Teichn
560,17
MWB 1 972,27; Bearbeiter: Hoffmann
braten
swV.
zu mnl. praten (MNW 6, 634f.).
‘plaudern, schwatzen’
siv bratent vnde schallent, / siv runent vnde kallent Martina
127,23;
weib, du außerwelte frucht / las túme minner braten Neidhc
1:2,10
MWB 1 972,30; Bearbeiter: Hoffmann
brâten
stV.
(VIIa)
1 tr. 1.1 mit sachl. Obj. ‘etw. (Fleisch, Eier, Früchte) braten, rösten,
dörren’
1.2 mit persönl. Obj. ‘jmdn. braten, mit dem Feuertod
bestrafen’
2 intr. ‘gebraten werden’
2.1 mit sachl. Subj. 2.2 mit persönl. Subj. 2.3 übertr.
1
tr.
1.1
mit sachl. Obj. ‘etw. (Fleisch, Eier, Früchte) braten, rösten,
dörren’
iz was in alzoges verboten / beidiu rôch unde gesoten, /
in was daz geraten / daz si ez [das Lamm] solten
braten VMos
41,12;
ein schone swin, [...] / daz
fulte si und brietez wol StrKD
58(A),91;
ein gebraten gefultez ferhelin BvgSp
8;
vulle da mite ein gans vnde brate di
SalArz
81,40;
zwêne gebrâten gâlander Parz
622,8;
junge gebratene huͤnre BvgSp
28;
BdN
245,3.
–
so gip ime tageliche gebratenv aiger ze ezzinne
Ipocr
213;
ein toter [Dotter] eins
gebrâten eiges Barth
133,13.
–
lylien wuͦrzeln gebraten in der aschen
Macer
16,1;
nim einen gebraten apfel SalArz
40,23;
gebetiz [geröstetes] brot
mit gebraten mandilkernin ebd.
51,21;
wer die aicheln prætt und si izt BdN
343,33;
gebratene birn BvgSp
10;
ein gebraten milich ebd.
25.
47.
– mit näherer Bestimmung:
gebratin uleisch an deme spizze SalArz
17,57;
brat di [Leber] uf eime
roste sere ebd.
34,47;
oͮch muͦsst das osterlamb gehúr / gebraten werden bÿ dem
fúr KvHelmsd
1102;
brat sie gar vf eime huͤlzinen roste
BvgSp
18;
fuͤlle den teyc vnd teilez vnd brat den in
smaltze oder in butern ebd.
43;
brate ez sanfte ebd.
8;
die brat niht volle gar ebd.
30;
schône er ez [Wild] briet
HvFreibTr
3357.
– häufig sieden und ~
:
bedaz er getete die mandâte / sô was daz ezzen gesoten
jouch gebrâten Gen
879;
sîn salse was diu hungers nôt, / diuz im briet unde
sôt Iw
3280;
maneger slahte spîse / gesoten und gebrâten
Wh
133,27;
EnikWchr
18253;
daz allerlai geprâten piren gesünter sein denn rôch
und gesünter geprâten wan gesoten BdN
341,11
1.2
mit persönl. Obj. ‘jmdn. braten, mit dem Feuertod
bestrafen’
der vil ungehiure [der
Antichrist] , der bratet si in dem fiure. / fur diu tier er si
leget AvaA
1,5;
HeslApk
15671;
unde dv, herre sancte Laurenti, / dv wurde gebraten ufe
deme roste Litan
674;
PrLpz
26,19;
alsam diu driu kint tâten, / dô man si wolde im oven brâten LvRegFr
3054;
PrBerthKl
3,88;
Lanc
541,7.
–
so muͤstu als unmessig vegfúr liden, und solt
gebachen und gebraten werden licht bis an den jungsten tag
Tauler
138,19.
337,24
2
intr. ‘gebraten werden’
2.1
mit sachl. Subj.:
hiet er [der Adler] des stains
niht, sô prieten seineu air von grôzer hitz in dem nest BdN
167,2;
vnde la di leber braten vorbaz SalArz
39,6;
stec ez an einen spiz vnd laz ez braten
BvgSp
47
2.2
mit persönl. Subj.:
si [die Verdammten] sutten und
brieten mit einander Mechth
3: 15,35.
3:21,65;
und muͦs man ie do [in der
Hölle] beliben und bachen und braten Tauler
168,1;
der richter [...] / gestoßen
wart an einen spieß, / zu Rome man in braten sach Mügeln
207,8
(oder als tr. aufzufassen?);
MarlbRh
104,27
2.3
übertr.:
von minnen hette er sulche not: / sin herze brit vnde sot
Herb
11468;
aines gruses trost / der mir begiesz dez fuͤres rost / in dem myn
hertze brattet KonstBrf
13,91
MWB 1 972,35; Bearbeiter: Hoffmann
brâtenruch
stM.
‘Bratengeruch’
swer so gienge vor die tur [des
Gasthauses] , / der mohte braten ruch [
cocturae
odorem
] vernemen Vät
16883;
den [l. bî dem
] braten
ruch den suzen, / virstant den lustlichen gedanc ebd.
16894
MWB 1 973,29; Bearbeiter: Hoffmann
brâthuobe
F.
‘Brathufe’, Hof, der eine spezielle Abgabe für die herrschaftl.
Küche entrichten muss:
x agri, qui dicuntur brathuve, qui non dant decimam;
[...] et nota, quod iste mansus dicitur propterea
brathuve, quia antiquitus dabant ferrum, quod spiz vocatur, ad coquinam
archiepiscopi de isto manso WeistErf
126
MWB 1 973,34; Bearbeiter: Hoffmann
bratsche
swF.
aus afrz. broche (Suolahti 1,71).
‘Schmucknadel’
die selben meide viere / druͦgen glich geziere, /
[...] borten unde harbant, / bratschen unde furspan, /
surkot unde kidele an Elis
905;
sie hatte bratschen, vingerlin, / spenalden unde vorspan, / surkot unde mantel
an ebd.
1886
MWB 1 973,41; Bearbeiter: Hoffmann |