Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   beswernisse - bëtegen    


beswernisse stF. ‘Zauberformel’ sie kvnde [...] von nygromancien, / daz man heizzet swarze buch, / da man ane findet fluch / vnde beswernisse, / wie man in vbelnisse / die vbeln geiste beswert Herb 555; maister Virgilius [...] laz sein beswernuͦzz an eynem puͦch GestRom 161

MWB 1 696,51; Bearbeiter: Hoffmann

beswerunge stF. ‘Zauberformel’ ouh tihter beswerunge, / mit der worte grozer kraft / er zoubirte RvEWchr 32430; der swarzen buoche wîse / diu rîlîche maget was. / swaz man beswerung ie gelas, / der kunde si den überhort KvWTroj 7428; daz wîp sprach unde las / manic beswerunge lanc Ottok 33710

MWB 1 696,57; Bearbeiter: Hoffmann

beswîch stM. 1 ‘Betrug, Falschheit’
2 ‘Schaden’
   1 ‘Betrug, Falschheit’ sô gedâhte er [Teufel] die stêten / ze schenden volliclîche / mit sîme biswîche EbvErf 1268; die dunken wol die cronen / tragen dem golde glich / durch iren valschen beswich, / daz in die lute werden holt HeslApk 14070. 18326. 893    2 ‘Schaden’ dô wâren sîne gesellen rîch, / die êdes grôzen beswîch / vor sîner künfte dulten UvZLanz 3314; jr [ Key ] müezt immer sin, / der ir her gewesen seit, / ein stæt haz, ein ewich neit, / [...] ein besweich an allem lobe Krone 1736

MWB 1 697,1; Bearbeiter: Hoffmann

beswîchen stV. 1 mit Akk.d.P.
1.1 ‘jmdn. betrügen, täuschen, verführen’ (häufig in frühmhd. Texten)
1.2 ‘jmdn. belasten, jmdm. schaden’
2 mit Dat.d.P. ‘jmdm. versagen, jmdn. im Stich lassen’
   1 mit Akk.d.P.    1.1 ‘jmdn. betrügen, täuschen, verführen’ (häufig in frühmhd. Texten): disiu werlt mich betrogen hat; / si hat mir armen getan / also vil manegem man, / den sie hat beswichen SüklV 418; Tristan der hât iu nâch gezogen, / biz daz er iuch beswichen hât Tr 13419; Gen 403. SuTheol 116; Iw 3859. daz íh da nîeth besuuîchan uuérde mít peruersa doctrina Will 13,14; ein uil scone sanch. heizzit musica. damite biswichint si die scefman JPhys 5,8. 2,15; mit dem [ zouber ] suln wir beswîchen / Falerînen den kargen UvZLanz 6994; Gen 863 u.ö.; Rol 919. – refl.: daz ich mich niht besweich / selb an disen dingen Krone 4732    1.2 ‘jmdn. belasten, jmdm. schaden’ die sich selbe rîchent, / ir undertâne beswîchent / mit ungefüeger stiure Tund 1418; enphahe sy [die Seele] genedichleichen, / doch soltu [Frau Buße] sei nicht besweichen / mit ze chleiner buesse! HvBurg 1256. 1112. 3370; Krone 4877; Brun 8482; HeslApk 7107    2 mit Dat.d.P. ‘jmdm. versagen, jmdn. im Stich lassen’ da besweich im das hercz, und viel in onmacht Lanc 483,34; das im der arm beschweich da er den schilt inn furt ebd. 513,35; syne macht eme zo mael intgeynck. / alle syn lyff eme besweich Karlmeinet 489,10; Rab 463,4 (La. )

MWB 1 697,12; Bearbeiter: Hoffmann

beswîfen stV. besweifen stswV.

MWB 1 697,38;

beswiften swV. stV.? (vgl. jedoch swiften swV.). nur als Part.-Adj. belegt: ‘gedrückt, niedergeschlagen’ ich sach manig schön frowen fin, / der ir müt beswifften [l. beswiftet ] was. / do gesach ich manig, die gehüb sich baß. / doch wart der mertail wol gemüt MinneR 439 653

MWB 1 697,39; Bearbeiter: Hoffmann

beswîgen stV. ‘durch Schweigen sein Recht verlieren’ doch gîngen sie zu râte, / daz siez noch gerner tâtin [sich mit dem Kampf Tristrants gegen Morold einverstanden erklären] , / wen daz sie ez zu mâle beswegin Eilh(L) 589 (vgl. Anm.z.St.)

MWB 1 697,45; Bearbeiter: Hoffmann

beswinde Adj., Adv. ‘geschwind, rasch’ gang frólich hin beswinde / ir fragen nach dem kint SHort 1755. 7934 (La.); denne sint etliche menschen so zornig und grimmig und [...] als grúwelichen beswinde Tauler 236,1

MWB 1 697,50; Bearbeiter: Hoffmann

beswingen stV. ‘jmdn. geißeln (mit Ruten, Besen)’ sold doch ich iuch lêren, / ich beswung iuch sô mit mîner ruoten ber, / daz [...] SM:UvS 24: 3,4; daz mich ir [der meister ] wisiv zeseme [Ordnung, Regel] / mit ir kvnste zvhte beseme / genedeclichen hie beswinge Martina 291,69

MWB 1 697,55; Bearbeiter: Hoffmann

bët stN. v.a. bair. ‘Gebet’ daz gemeine bet, daz hiut brâht wirt fur unsern herren von allen sînen holden PrStPaul 71,14; etelîche an ir ruowe lâgen, / sumelîche ir betes phlâgen LvRegFr 1989; er taet daz bet [...] / andaehticlîchen hin ze got Loheng 1253; EnikWchr 7044 u.ö. (z.T. als La. zu gebet, vgl. Glossar); Wig 2976

MWB 1 697,61; Bearbeiter: Hoffmann

betagen swV. 1 intr.
1.1 ‘zu Tage treten, ans Licht kommen, erscheinen’
1.2 ‘die Tage, die Zeit hinbringen’
1.3 ‘bis zum Anbruch des Tages bleiben, den Tag abwarten’
1.4 unpersönl. ‘Tag werden, tagen’
2 tr.
2.1 ‘jmdn./etw. (mit dem Licht des Tages) bescheinen’
2.2 im Passiv mit Dat.d.P. ‘in Erscheinung treten, vor Augen geführt werden’
2.3 ‘jmdn. zu Tage bringen, hervorbringen’
2.4 in Bezug auf tac i.S.v. ‘Termin einer Verhandlung, Versammlung’
2.4.1 ‘jmdn. einladen; vor Gericht ziehen’
2.4.2 ‘etw. anberaumen; etw. zu einem best. Termin vor Gericht verhandeln’
   1 intr.    1.1 ‘zu Tage treten, ans Licht kommen, erscheinen’ daz buͦch fuͤr war von im saget / daz man uf erde nie betaget / der groͤzerr tugende wielte Rennew 33114; schœner crêatûr ûf erde / nie betagte SM:AvR 3: 3,2; daz nî ein mensch betagte / der geredet habe sô wol JvFrst 572; WhvÖst 2148; RvMunre 421. darnach do dye czeit betagt Märt 7705; do der tac betagete / daz her segente sine kint HeslApk 19100. – mit Dat.d.P. oder Präp.-Obj. mit an: swenne mir der sêlden tac betaget, / daz mir getrûwet würde ein maget HvFreibTr 1073. wie moht der tôt an dir betagen? Wh 101,30; mir hât mîn werlîchiu hant / biz her an disen tac bejaget, / daz an mir ist der prîs betaget RvEBarl 8646; Ottok 38891    1.2 ‘die Tage, die Zeit hinbringen’ ich enwil nû nimmer sô betagen, / ich enwelle den edelen Mîlen klagen Wh 254,7. 7,6; daz dû wîplîchiu cleider tragest / und bî den frouwen hie betagest KvWTroj 14858; daz ich iemer / kan alhie bî dir betagen ebd. 17181; Rennew 30388; RvEBarl 13082; Teichn 44,18. tumber gouch, der dar an [mit der Ergründung der Größe Gottes] betaget oder benahtet! Walth 10,7; Winsbeckin 39,7    1.3 ‘bis zum Anbruch des Tages bleiben, den Tag abwarten’ ich vürhtez [das bettespil ] ir sô wol behage, / daz si vil lîhte dâ betage Tr 12626. 17331; der ritter sol niht hie betagen, / wecke in, frouwe! KLD:MvH 5:3,2; KLD:OvB 13:3,3; Helmbr 1733; KvWTroj 45578    1.4 unpersönl. ‘Tag werden, tagen’ als ez betaget morgen, sô sult ir gên von mîner kemenâte Kudr 1191,4    2 tr.    2.1 ‘jmdn./etw. (mit dem Licht des Tages) bescheinen’ dû Cristes muoter, reiniu magt, / du erliuhtest vinster naht, als si mit sunnen sî betagt RvZw 21,5; swer si mag / umbevâhen / und mit kus ir lieblîch nâhen, / den betaget ein sælig tag SM:KvL 11: 3,10; ach, waz sælden den betagt / den ir kus und diu richait / wart gegeben! WhvÖst 14016; SM:Ro 2:2,3; SM:UvS 7:3,1; KvWTroj 17428; SHort 1166    2.2 im Passiv mit Dat.d.P. ‘in Erscheinung treten, vor Augen geführt werden’ eine schœne maget, / daz mir sô schœnez nie betaget / in herzen noch in ougen wart HvFreibTr 1084. 870. 3589; nu warte wie mirs ist petaget! HvNstAp 1357; daz sô genædiclich geschiht / im von gote wurd betagt Ottok 1875. 68051; GTroj 12046. 17391 JMeissn B 1:12,7; Daniel 1195    2.3 ‘jmdn. zu Tage bringen, hervorbringen’ der reinen süezen maget, / von der uns ist der sun betaget Walth 3,29; rôse in himeltouwe, / sunder sünde dorn betaget Marner 14,6; Rennew 25784; Renner 13098    2.4 in Bezug auf tac i.S.v. ‘Termin einer Verhandlung, Versammlung’    2.4.1 ‘jmdn. einladen; vor Gericht ziehen’ wie Etzele hete betaget / vil vürsten lobelîche / heim in siniu rîche KlageC 186. haben wir hintz in iht ze sprechen, da suͤln wir si umb betagen MGHConst 4:171,32 (a. 1305); so sol si der richter baid betagen mit fronboten auf daz naechst taedinck OberBairLdr 324. 199. 297    2.4.2 ‘etw. anberaumen; etw. zu einem best. Termin vor Gericht verhandeln’ nu wart zeimal betaget / ein hochzit den heiden Pass III 413,50. di selbe chlage vnd die sache wart betaget mir vnd dem apt von Zwetel [...] hin ze Poelan in den marcht von minem herren UrkCorp 3333,23. – ‘etw. vertragsmäßig festsetzen’ ein blinde nam ein êlich wîp, / [...] daz wart bestætet unde betaget, / man gap si im für eine maget Bîspel(Pf) 34,3

MWB 1 698,4; Bearbeiter: Hoffmann

betaget Part.-Adj. 1 ‘in einem bestimmten Alter’
2 ‘hochbetagt, alt’
   1 ‘in einem bestimmten Alter’ eine wol geshonte maget, / der jugent was also betaget / daz sie nach zweintzec jarn jach Rennew 19120; volwachsen unde wol betaget / in megetlîchen jâren HvFreibTr 98; der jâre wol betaget ebd. 3870; in aldere betaget / uf vumfzen iar Pass III 327,68    2 ‘hochbetagt, alt’ ich bin cristen und ir ein heiden, / ich bin jung und ir betaget Rennew 24913; die jungen und ouch die wol betagten JTit 3666,1. 3535,3. – übertr.: úns enwart niemere kunt / das ein so rehtú junge magit / an wisheit were so betagit RvEWchr 9157

MWB 1 699,9; Bearbeiter: Hoffmann

betalle Adv. → mitalle

MWB 1 699,21;

betalleclîche Adv. ‘ganz und gar’ der britänische herzoge / der was betalleclîche ein helt / ze allen nœten ûz erwelt GFrau 589; das ir uch so betalleclich hant gekert an gotts dinst Lanc 45,25; betalliclichen ebd. 120,33. 155,36

MWB 1 699,22; Bearbeiter: Hoffmann

bëtære stM. ‘Beter’ wâre betære, die betent mînen vater ane im geiste und in der wârheit Eckh 1:318,11; HvFritzlHl 148,35. – Mitglied einer spätantiken Mönchssekte: mv́niche, die hiessen euchite, das sprichet ze tv́tsche bettere VitasPatr 325,13; sumeliche brudere [...], / die [...] hiezen betere, / wan sie stete solten beten Vät 21162

MWB 1 699,27; Bearbeiter: Hoffmann

betastelen swV. ‘jmdn. berühren, streicheln’ wer einen menschen an greift vnchaͤuschleich vnd in halset oder chuͤsset oder betastelt in vnchaͤuscher lieb, [...] der taͤt ein tot suͤnd RechtssA V8,18

MWB 1 699,34; Bearbeiter: Hoffmann

betasten swV. ‘jmdn./etw. betasten, anfassen, berühren’ hende vnd fuze mir besehent: / daz ich ez bin, an mir daz spehent. / bedastent [ palpate Lc 24,39] vnd beschauwent mich EvStPaul 10709; der kam ze sinne ein gedanc, / obe si mähte betasen / Jêsu gewandes vasen WvRh 7906 (zur Form vgl. Anm.z.St.); ChristhChr 7654; PrLpz 51,30; NvJer 11010. die bî gewîhten liuten dâ ligent unde mit in sündent unde sich lâzent betasten mit der hende, dâ mite man der megede sun handelt PrBerth 1:205,31; wenn sich auch ein mensch selber mit vnchaͤuschkait betastet vnd begreifft, oder lat daz einen andern tuͦn RechtssA I11,20; SM:Wi 9:14,2; Widerstr 2041

MWB 1 699,38; Bearbeiter: Hoffmann

bëte, bët stF. 1 ‘Bitte, Wunsch; Aufforderung’
2 ‘Abgabe, Bede’ (urspr. eine auf Bitten des Herrn geleistete außerordentliche Abgabe, später eine regelmäßig, meist jährlich, zu entrichtende Steuer; vgl. LexMA 1,1779-81)
   1 ‘Bitte, Wunsch; Aufforderung’ Beatris in so viele bat, / daz her tet al ire bete GrRud Ib 58; der furste von der synagogen [...] viel zu hant / fur sine fuze da mit bede / und die mit grozer flehe dede [ et deprecatur eum multum Mc 5,23] EvStPaul 3092. diu bete ist unbetelich RvEBarl 8728; di pette doch petlich was HvNstAp 19529; mit großer bede Lanc 566,32; ReinFu K,246; StRAugsb 58,12; mit minniclicher bete KvWSchwanr 799; KvHeimUrst 1621; diu bette ist ungenæme SM:WvK 7: 1,12; ein ungefüegiu bete UvZLanz 7273. – an Gott gerichtete Bitte; Einzelbitte eines Gebets (selten): ein gebet [...] ist pater noster genamet. / [...] da sint inne siben bete Vateruns 21; nah der bete Dauidis Litan 1441; Mechth 7:20,7. – i.S.v. ‘Gebot, Aufforderung’ (s.a. unten Paarformeln mit gebot): her gebôt daz Ênêas / sîne tohter kuste, / [...] ez hete gerne Ênêas / ân des kuneges bete getân En 12885. – in verbalen Wendungen (mit biten, gewern, leisten, tuon, verliesen, vervâhen): diß ist die erst beth der ich uch ye gebat Lanc 137,29; NibB 532,4; UvZLanz 9312; got in erhôrte, dere bete er in gewerte Gen 1061; Iw 1464; RvEBarl 7105; ich leiste gerne dine bete Herb 5976; En 6170; Tr 19103; Wh 87,14; daz sol ir wesen harte gut, / ob sie mine bete tut Herb 11288; GrRud G 51; Tannh 10,29; diu bete [um Herausgabe des Horts] ist gar verlorn [vergebens] , / vil edeliu küniginne NibA 2305,1; AHeinr 1307; werbet irz [...] / daz iuwer bete an in vervâht KvHeimUrst 1540; Herb 12155; Wig 3234. – in Paarformeln (mit drô, gebot, rât, vlêhen): mîn bete unde mîn drô Iw 507; Herb 2860. 3425; RvEBarl 8577; nû gesamnete der helt guot / mit bete unde mit gebot / eine kreftige rot Eracl 4577; Iw 238; Tr 12839; weder durch bete noch durch rat / en mochte des niet geschen Herb 9838; Iw 3152; KvHeimHinv 943; ir vlêhen und ir bet Wig 3223; Tr 4862; UvZLanz 5210    2 ‘Abgabe, Bede’ (urspr. eine auf Bitten des Herrn geleistete außerordentliche Abgabe, später eine regelmäßig, meist jährlich, zu entrichtende Steuer; vgl. LexMA 1,1779-81): swer über reht arme liute twinget / und si ze grôzem schaden bringet / mit bete, mit ungelte und mit stiure Renner 2223; unreht gewalt, bete und stiure ebd. 22807 u.ö.; beide mit stiure und mit bete AHeinr 275; EvStPaul 100 (für tributum, Mt 17,24); Cranc Uzl 262,15 (für exactio). – häufig in Rechtstexten (vgl. WMU 1,227f.; DRW 1,1336-1339): daz vnser herre der bischof von Strazburc ze einem mal in dem iare [...] eine bette haben sol ze rehte UrkCorp 77,46; dîe bêtte alle von habern vnd von pfenningen, die er von den lv̓ten nimet ebd. 645,27. – in Aufzählungen von Pflichten und herrschaftlichen Rechten: her [der Richter] mûz niechein gebot, noch herberge, noch bede, noch dînst, noch chein recht uffez lant sezzen, ez en willekore daz lant SSp(W) 3:91,3; daz wir sie ledich sagen aller stiure, bete, gabe, lehens, borgschefte, beschatzunge StRMünch 60,8; RechtssB P2,6

MWB 1 699,52; Bearbeiter: Hoffmann

bëtealter stM. ‘Götzenaltar’ die lúte mahten [...] / ir bete altir [...] / und betten durh des túvils spot / gnuͦge ouh an dú abgot RvEWchr 22436

MWB 1 700,49; Bearbeiter: Hoffmann

beteben stV. ‘etw. zerquetschen, zerdrücken’ do ward er [ der vrosch ] betaben / mit der aeten [Egge] auf dem veld Teichn 130,2. – vgl. auch ebd. 176,4 (Konjektur)

MWB 1 700,52; Bearbeiter: Hoffmann

beteben swV. ‘jmdn. zu Boden drücken’ umbe kêrn er [der Drache] sich begunde / mit offenem wîten munde [...] und liez von im sô grôzen stanc, / daz ez den herren sêre betebt [Hs. betoͤbt : erhebt ] HeidinIII 1495

MWB 1 700,56; Bearbeiter: Hoffmann

bëtebloch stN. ‘Betschemel’ ein matte sol vor sinem bette ligen und ein bettebloch Mechth 6: 2,27 (vgl. Anm.z.St.)

MWB 1 700,61; Bearbeiter: Hoffmann

bëtebûr Subst. ‘kleines Heiligtum, Kapelle’ sacellum: betebur / betebura SummHeinr 2:468,206

MWB 1 701,1; Bearbeiter: Hoffmann

bëtegarbe stswF. ‘Garbe als Abgabe’ [Graf Albrecht von Werdenberch gelobt dem Kloster Salmanswiler Befreiung von] bet garben vnd bet korns UrkFürstenb 5,345 (a. 1321 [Regest]) [= UrkSalem 3,245 ]

MWB 1 701,3; Bearbeiter: Hoffmann

bëtegen swV. ‘beten’ daz er vil bettegi und venie und disciplin neme PrGeorg 202,24; da von ist úns not daz wir inneklich bettegint an únserm ende ebd. 254,15

MWB 1 701,8; Bearbeiter: Hoffmann