betrüebære
stM.
‘Störer, Bedrücker’
daz sie sich also schirment gegen iren anvechtern und betruͤberen
MGHConst
8:413,5
(a. 1347);
ein mayliger des frides oder ein betrueber des landes HandfWien
89;
UrkCorp (WMU)
2345,8;
Eckh (Pf)
368,29.
368,31
MWB 1 717,35; Bearbeiter: Gärtner
betrüebe
stF.
‘Betrübnis’
von der czukumphtigen betrube des Senacherib PsMb
27(Glossar)
MWB 1 717,41; Bearbeiter: Gärtner
betrüebec
Adj.
‘betrübt’
nâch des nidern teiles [der Seele] art / begunde
Christ, der mensche zart, / trûric und betrûbic sîn JvFrst
3305
MWB 1 717,43; Bearbeiter: Gärtner
betrüebecheit
stF.
‘Betrübtnis, Trübsal’
betrûbekeit ist mir geschehen Erlös
1570;
wande in was druweliche leit / ir swere unde ir bedrubekeit, / ir jamer unde
ir ruwe Elis
1262
u.ö.
MWB 1 717,46; Bearbeiter: Gärtner
betrüebeclich
Adj.
‘betrübt, traurig’
Elizabeth di here / in ruwelicher sere / jemerliches smerzen, betrubecliches
herzen / folgete irme herren nach Elis
4398
MWB 1 717,50; Bearbeiter: Gärtner
betrüebede
stF.
1
‘Betrübnis, Trübsal’
2
‘Drangsal, Not’
1
‘Betrübnis, Trübsal’
er [Hl. Geist] sol úns troͤsten in der betruͤbde
und in arbaiten dirr welt PrGeorg
68,19
u.ö.;
Seuse
253,19
u.ö.;
Eckh
5:16,11
(La.);
BdVollk
5,1
u.ö.
–
ir betrubede [...] nach iren lieben kinden
[Jammer um ihre K.]
Pass III
644,34;
ane betrubede underbruh [ungehindert von
Trübsal]
Vät
9197;
verre von alle betruͤbde der ungedult BdVollk
155,5;
er wirt betrüebet von eins andern gebresten übermitz betrüebde
ThvASu
276,18
2
‘Drangsal, Not’
nach der betrubede lere [wie die Not lehrte] / an
Franciscum man do schre / ‘hilf, heiliger Francisce, / dem brudere in der grozen
not’! Pass III
538,94;
da ir hilf und rat soͤltind han, da heind ir betruͤbde und unrat Seuse
381,15.
462,16;
NvJer
23292
MWB 1 717,54; Bearbeiter: Gärtner
betrüebelich
Adj., Adv.
‘betrübt, traurig’
du kelnersen des closteres sal gecorn werden von der samenungen wise vnd guder
sidde, reine vnd cusche, nit homudig, nit betrubelich, nit wedermudich BrEb
31;
des hertzen schrik, der augen regen / hulfen im mit ser wegen / betrublich
geperd [traurige Gebärden hervorbringen]
Vät
39737;
PassI/II
86,49.
– Adv.:
ir versmehekeit, / di si bedrubeliche leit Elis
1176;
das es dem David und seinen helfferen betrublich ging PsMb
27(Glossar)
MWB 1 718,6; Bearbeiter: Gärtner
betrüebelîcheit
stF.
‘Traurigkeit’
waz ist daz leben? / der seligen freude ane leit, / der armen betruplichkeit [
miserorum moestitia
]
Secundus
494
MWB 1 718,16; Bearbeiter: Gärtner
betrüeben
stN.
‘Betrübnis’
herr ich arbayt mit waynen in grossem betrueben PsMb
27(Glossar);
er tut / das er kain betroͤben hat Teichn
582,95
MWB 1 718,19; Bearbeiter: Gärtner
betrüeben
swV.
(st. Part. Prät. betroben
Minneb 5341).
1
‘etw. (Klares) trübe machen, verunklaren’
2
‘jmdn./etw. betrüben’
2.1
‘jmdn. traurig machen, bekümmern, stören’ , nur mit Akk.d.P. 2.2
‘(jmds. oder jmdm.) abgescheidenheit, gehirn, geist usw. trüben,
stören, beschweren, erzürnen’
2.3 refl. ‘sich betrüben’ , häufig bei Mechth 3
‘jmdn./etw. beeinträchtigen, schädigen; etw. zerstören’
1
‘etw. (Klares) trübe machen, verunklaren’
der luft der wart betrüebet KvWTroj
12900;
man si [Augen] leiht betrüeben mag
BdN
10,16
u.ö.;
daz si [...] sîne wîze gar
betrüebete Tr
12822.
– übertr.:
ir vrouden luter brunne mit sorge wart betruͤbet JTit
146,1;
dâ mit well wir unser red niht betrüeben
BdN
54,10
2
‘jmdn./etw. betrüben’
2.1
‘jmdn. traurig machen, bekümmern, stören’, nur mit Akk.d.P.:
du ensolt dinen vater und muter niht betruͤben
PrOberalt
67,16;
nû hâst dû sô betrüebet mich, / daz mîn vreude ist
geneiget RvEBarl
8178;
bis niht betrubt EbnerChrist
17,34;
die ware schult betruͤbet in so Mechth
4: 4,48
u.ö.
– mit Akk. und präp. Bestimmung:
man sol si ouch nimmer betruben an irm mute
SalArz
65,21;
Tr
8322;
EckenlE2
226,8;
JTit
3195,1;
er hât mir daz herze guot / betrüebet mit unmuot ErnstB
1360;
Greg
2294;
KvWTroj
22674;
ich bin nie von euch betrubt worden EbnerChrist
41,1;
PrBerthKl
1,12.
7:65,20;
BdVollk
8,4
u.ö.;
wie grôzlîchen swêre / um in betrûbet wêre / die lobelîche cristenheit
Kreuzf
194;
2726;
BdVollk
63,1.
– mit Akk.d.P. und Gen.d.S.:
der rede doch betrüebet wart / ein herre KvWTroj
19226;
daz volc der mêre betrûbet wart Kreuzf
489
u.ö.;
Manasses des betrüebet wart UvEtzAlex
17842;
Eckh
5:13,18;
LancII
348,16.
– Part.-Adj.:
der betrûbte kunic Kreuzf
733;
betrûbter der soldân von im reit ebd.
8049
u.ö.;
ein betruͤbet mensche Mechth
4: 6,3.
– subst.:
er troͤstet die betruͤbten Mechth
4: 18,63
u.ö.
2.2
‘(jmds. oder jmdm.) abgescheidenheit, gehirn, geist usw. trüben,
stören, beschweren, erzürnen’
abegescheidenheit Eckh
5: 408,9;
gehirne Pelzb
136,23;
gaist BdN
8,28.
8,23;
gemüete UvEtzAlex
9822;
gewissede Mechth
7: 27,10;
hirne MNat
8,10;
herze NibB
1919,3;
KvWEngelh
5274;
8,8;
UvEtzAlex
4934;
lîp NibB
1762,4;
minne KvWLd
20,17;
häufig: den muot ~
:
GrRud
C 36;
NibB
473,1
u.ö.;
Eracl
205;
Renner
21115;
sêle KvWAlex
1048;
mîn sêle ist betrüebet biz in den tôt Eckh
5: 419,6;
ThvASu
48,20;
EvBerl
47,21;
sin Eracl
3030;
HvNstGZ
4344;
UvEtzWh
5143;
verstandenhait HvHürnh
7,2.
– Part.-Adj.:
ein betruͤbtú sele Mechth
4: 18,2
u.ö.
2.3
refl. ‘sich betrüben’, häufig bei Mechth :
so du súnde wider mich tuͦst, so solt du dich betruͤben
von herzen Mechth
1: 32,4.
nu betruͤbent úch nit ze sere! ebd.
1: 44,76
u.ö.;
PrBerthKl
1,13;
Renner
23606
3
‘jmdn./etw. beeinträchtigen, schädigen; etw. zerstören’
daz allez rœmesch rîche / von dir wirt vil grôzlîche / betrüebet und beswæret
StrKarl
3849;
KvWSilv
900;
UrkCorp (WMU)
2417,24
MWB 1 718,22; Bearbeiter: Gärtner
betrüebenisse
stFN.
fast ausschließlich in relig. Texten, in Bibelübersetzungen für tristitia,
tribulatio, conturbatio.
1
‘Betrübnis’
1.1 allgem. 1.2
‘Trübsal, Traurigkeit, Kummer’
1.3
‘Drangsal, Not’
2
‘Beeinträchtigung, Schädigung’
1
‘Betrübnis’
1.1
allgem.:
der [Gott] uns trœstet in allen
unsern betrüepnissen Eckh
5: 8,5
1.2
‘Trübsal, Traurigkeit, Kummer’
ir sult uch vrouwen / di in dem betrubnisse gewesin sit Brun
3539;
leit betrupenisse unde not / sich dem herren do erbot PassI/II
379,80;
betrubnisse und vorchte MarLegPass
25,245;
22,317;
Elis
944;
PfzdHech
316,37.
–
der betrupnisse cleit [Trauerkleidung]
Hester
1029;
zuͦ einem urkunde / sines herzen leide / vloz durch die ougen beide /
der betruͦbnisse ein bach Vät
4385.
23792;
PfzdHech
379,1.
1.3
‘Drangsal, Not’
daz [...] deme here von in iht
kume betrûbnisse StatDtOrd
114,9;
80,32;
ez wirt bedrubnisse also groz, / nie wart beschauwet sin genoz
EvStPaul
1255
u.ö.
2
‘Beeinträchtigung, Schädigung’
si zirgezind [l. ze ergetzende
] der selbin bitroͤpnuzze mit allim vlisse UrkCorp (WMU)
1829,32
MWB 1 719,12; Bearbeiter: Gärtner
betrüebesal
stN. , betrüebesale
stF.
1
‘Betrübnis, Trübsal’
2
‘Beeinträchtigung’
1
‘Betrübnis, Trübsal’
dv solt gedultich sin gein got, swenne er vber dich verhenget
siechtvmes betrvͤbsal PrBerthKl
5,53;
Sente Johane deme zoigete och got sine heimelichkeit, do er in bedrubesale waz
HlReg
55,34;
PrGeorg
122,9
u.ö.;
BdVollk
3,1
u.ö.
2
‘Beeinträchtigung’
an allez betruͤbsal von vns vnd von vnsern erben UrkCorp (WMU)
N550,1
MWB 1 719,32; Bearbeiter: Gärtner
betrüebetlîche
Adv.
‘betrübt’
betruͤptlich sy zuͦ im gieng FrSchw
5427
MWB 1 719,40; Bearbeiter: Gärtner
betrüebunge
stF.
1
‘Störung, Verwirrung’
2
‘Traurigkeit, Trübsal’
1
‘Störung, Verwirrung’
er hiez in in der celle wesen / und sine gebet zu Gote lesen / ane betrubunge
Vät
9267;
iz geschit dikke, daz von der wiungen der probsten grozze betrubunge wassent
in den clostern BrEb
65;
69;
BdVollk
211,13;
VitasPatr
306,4.
320,23
2
‘Traurigkeit, Trübsal’
owe die selben mere / waren Petro vil swere / mit betrvbunge zvplicht
PassI/II
58,83
MWB 1 719,42; Bearbeiter: Gärtner
betrüejen
swV.
‘gedeihen’
sô betrüejete er [Mensch] dester
baz und wüehse ûf ze gote, des sâme er ist Eckh
5: 111,12;
das unße stadt vnnd vnsre koeffluthe zcu Ilmene, by frede, bie eynunge, bie
ere, vnde bie guthe mogen bedrue vnnd beste UrkIlmenau
44
(a. 1330, kopial 15. Jh.)
MWB 1 719,50; Bearbeiter: Gärtner
betrügelich
Adj.
→
betrogenlich
Adj., Adv.
MWB 1 719,56;
betrügenlîche
Adv.
→
betrogenlich
Adj., Adv.
MWB 1 719,57; Bearbeiter: Gärtner
betrügnisse
stF. , betriegnisse
stF.
‘Hinterhältigkeit; Täuschung, Betrug’
wetriegnüss, vntrew vnd verrätnüss, die tagleich in der welt wachsent
Schachzb
62,97;
Teichn
704,21;
straffent ir mich mit boͤser kuͦnst, / mit bedruge und bedrugnisse / durch
gebresten des verstentenisse Pilgerf
2961.
2992
u.ö.
MWB 1 719,58; Bearbeiter: Gärtner
betrüllen
swV.
‘jmdn. betrügen’
daz mære iuch niht betrüllet Helmbr
60;
sus hete er widernullet [gerächt] , / daz er was
betrullet SchneekindA
82;
JTit
3012,2.
5274,4
MWB 1 720,1; Bearbeiter: Gärtner
betrûren
swV.
‘etw. beklagen’
der trûrige Marke [...] der betrûret
aber daz Tr
14918
u.ö.;
betrûren und bedriezen / muoz vil maniger muoter kint, / daz ûf dem mer der
segelwint / die Kriechen her gefüeret hât KvWTroj
37518;
MinneR 496
162
MWB 1 720,5; Bearbeiter: Gärtner
betrûrigen
swV.
‘jmdn. betrüben’
svelh bruͦder von geschihte von im ettewaz vnredlih vorderet, den sol er niht
versmahen noh betrourigen BrAsb
31.
34.
36
u.ö. (immer für contristare)
MWB 1 720,10; Bearbeiter: Hoffmann
betschelier
stM.
auch beschelier, ba(t)schelier, bachelier,
zahlreiche weitere Formen (bacheler, batzillier,
bascelier, beczel(i)er u.a.) im Lanc ; aus afrz.
bachelier. Zu Herkunft und Formen s. Suolahti 62; Rosenqvist 1,82f.;
Vorderstemann, Fremdw. 59-61.
–
‘Knappe, junger Ritter’
ich [Rennewart] bin ein armer
betschelier, / und doch vil werder liute vruht Wh
290,24;
ich bin ein armer beczeler, und erkennet mich licht
etschlicher von synen [Artus’] rittern Lanc
239,3;
dirre betschelier gemeit UvZLanz
2695.
–
ir edelen betscheliere, / vüerent her an schiere / rosse und swaz dar ûfe lît
UvTürhTr
915;
alle jung batschelier die der jost gerten
Lanc
380,24;
ich [
Pêleus
] bin ein junger betschelier / und hân gevohten selten KvWTroj
3638.
–
manig werder wetschelir, / ameral und cavalier HvNstAp
4020;
wol hundert soldenier, / sarjant und baschelier Ottok
45016
MWB 1 720,14; Bearbeiter: Hoffmann
bëtstuol
stM.
‘Betstuhl’
(s.a.
bettestuol
):
dô gienc daz münechlîn [...] unt vant daz kindelîn
enbor / ûf dem betestuole sîn Mönchl
234
MWB 1 720,32; Bearbeiter: Hoffmann
bëtswëster
stF.
‘Begine’
die begin von der stat, die man petswester heizzet UrkEichst
2,36
(a. 1307).
MWB 1 720,35; Bearbeiter: Hoffmann
bette
stN.
1
‘Bett, Nachtlager; Sitzbett, Diwan; Federbett, Bettpolster; Lager,
Liegestatt’
1.1
‘Liegebett, zur Nachtruhe bestimmtes Bett’
1.1.1 allgemein 1.1.2 verbale Wendungen 1.1.3 übertr.; 1.2
‘gepolsterter Sitz, Sitzbett, Diwan’
1.3
‘Unterbett, mit Federn oder Stroh gefülltes Bettpolster’ (Teil von
1.1 ) 2
‘Beet, Ackerstück, Feldmaß’
1
‘Bett, Nachtlager; Sitzbett, Diwan; Federbett, Bettpolster; Lager,
Liegestatt’
1.1
‘Liegebett, zur Nachtruhe bestimmtes Bett’
1.1.1
allgemein:
stratus ab sternendo dictus betti SummHeinr
1:369,387;
stratus: bette vel lectus ebd.
2:85,201;
lectus: bette VocOpt
20.005;
thorus: bette ebd.
20.006.
–
Möbelstück, das - im Gegensatz zu dem leichteren spanbette
- aus einem hohen hölzernen Gestell mit Bretterboden, Kopf-, Fuß- und
Seitenbrettern (vgl. bettebret) und Bettpfosten
(stollen) bestand und mit Vorhängen versehen sein konnte
(vgl. Heyne, Hausaltertümer 1, 265-268):
ein bette [...] ûf vier guldînen stollen
ErnstD
2377;
Parz
561,23;
ir bette [...] was vil
senfte und hoh. / dar uf moht ein sneller floch / mit sprungen niht
gelangen. / ez was vil wol behangen / alumbe und umbe fur den stoup
StrKD
145,366;
ein hôhez bette Boner
48,18;
ein schœne bette [...] drumbe swief / ein
wol getâner umbehanc Flore(G)
5953.
– häufig Beschreibungen der kostbaren Ausstattung des ~ mit
Polstern, Kissen und Decken (vgl. auch
bettewât
):
den [
sal
] funden si berihtet [...] mit vil
rîchen betten, lanc unde breit. / [...] vil
manigen kolter spæhe von Arraz man dâ sach / der vil liehten pfellel und
manec bettedach / von arâbîschen sîden, [...] /
diu declachen härmîn [...] und von swarzem
zobele NibB
1824,3;
ein kulter wart des bettes dach, / [...]
mit einem pfellel, sunder golt / [...]
gesteppet ûf palmât. / dar über zôch man linde wât, / zwei lîlachen
snêvar. / man leit ein wanküssen dar, / unt der meide mantel einen, /
härmîn niwe reinen Parz
552,13.
– weitere ausführliche Beschreibungen von Prunkbetten
En
1265;
Er
374;
Tr
18146;
Warnung
2953;
Schlegel
688
1.1.2
verbale Wendungen:
daz ~ bereiten / machen (vgl. auch
betten
swV.) ‘das Bett herrichten’
ein bette was da bereitet, / mit phellele wol
bebreitet GrRud
Ib 22;
ir bette hiez sie ir bereiten, / daz was schiere
getân Eracl
3104;
er hieß ein bette machen in die schonsten kamern
die da was Lanc
127,23.
–
ze ~ / an daz ~ gân
‘miteinander ins Bett, zu Bett gehen’
do begonden sie zu bette gan. / des nedarf nie man
vragen, / ob sie icht liepliche insamet lagen GrRud
Ib 29;
denne sol man des abendes gar zitlich ze bette gon, zehant nach
der complete Tauler
384,22;
der künic gienc an sîn bette wider / unde leite sich dâ nider
HvFreibTr
2961;
so si denne gazzen harte wol, / so begundens an
ein bette gan / und begunden da churtz wile han StrKD
58(A),25.
–
an (seltener in / ûf) dem ~ ligen
‘im Bett liegen’
ir iegelich an sin bette lac / vnde ruweten biz
an den tac Herb
7845;
so íh in súlehemo bétte gelígon mit mîne wíne
Will
32,1;
Hestor lag eins nachtes off sim bette, und
traumet im [...]
Lanc
319,26
u.ö.
–
ze ~ ligen
‘krank im Bett liegen, das Bett hüten’
sie lag auch alles zu bett und stanck so das
nymant bi ir beliben kund Lanc
537,15
u.ö.;
den swestern, die staiteclich ze béth ligenth UrkCorp
1624,23.
N756,12.
– die Ehefrau an daz ~ geben /
legen:
diu iuncvrouwe nû an daz bette wart gegeben, / dar an sie muoste
der minne bûhurt lîden Loheng
2359;
darnâch diu kuniginne / schœne und gehiwer / zuo dem fursten tiwer
/ wart gelegt an ein bette Ottok
90533
1.1.3
übertr.;
‘Lager, Liegestatt’
under der linden / an der heide, / dâ unser zweier bette was
Walth
39,13;
TürlArabel
*A 163,19;
sein kunigleiches pette was / laub, kle, blumen
und graß HvNstAp
6783;
KvWTroj
16484;
SM:Had
41:2,2;
tracken galle ist unser [der
Verdammten] trank, / [...] die
wurme sullen unser bette sin ErzIII
6,381.
– in Hoheliedauslegungen:
daz bétte ueri Salomonis. [Ct
3,7] daz íst ęcclesia. in íro rûouuet ér. also der mán
in sînemo bétte Will
51,6;
got unse̜r allir herre
[...] rvͦwete̜ aller êrest an deme bette
daz was mîner trût froͮwun sêle TrudHL
41,8;
Maria di were gotis bette, / dar in er sich legete durch libe /
der tochtere Jherusalem Brun
1552.
– als Ort der unio mystica:
daz bette da únser herre und dú sele an ruͦwen sont PrGeorg
20,23;
Mechth
7:21,39;
Tauler
279,25
1.2
‘gepolsterter Sitz, Sitzbett, Diwan’
mit pfelle von Kaukasas / vil bette wârn gedecket wol; /
diu sâzen edler vrouwen vol Wig
10854;
sie saßen alle dry nieder off ein bette und begunden von
manigerhande ding zu reden; [...] uber ein wil stund
die konigin off und ging schlaffen Lanc
297,31.
257,30.
633,12
u.ö.;
KvWTroj
22783;
UvLFrd
347,23.
– bei der Bewirtung von Gästen ausgelegte Sitzgelegenheit:
des wirtes sun, ein knappe, truoc / senfter bette dar genuoc / an der
want gein der tür: / ein teppich wart geleit derfür. / dâ solte Gâwân sitzen
Parz
549,24.
229,28;
swie wunneclîch der garte was, / [...] dâ
wurden bette în getragen / mit phellînen ziechen KvFuss
2350.
– in Doppelfunktion als Sitz- und Liegebett:
ûf einem strô was ir baz, / dâ sie bî im
lac ode saz, / danne mit aller der zierheit, / die
ûf des keisers bette was geleit Eracl
4398;
UvLFrd
348,14;
PrOberalt
37,4
1.3
‘Unterbett, mit Federn oder Stroh gefülltes Bettpolster’ (Teil von
1.1):
culcitra: bette VocOpt
20.010;
abir dv bettv [
lectisternia
] . dv svns [= suln si
] han nah ir wandlunga vnde nah der gesezida ir aptis
BrEng
22
(in anderen Übers. stattdessen bettegewant).
–
zwei bette wâren drûf [auf das spanbette
] geleit, / mit rîchem pheller wol bezogen ErnstB
2600;
ouch was daz bette [Bettgestell] wol beriht
/ mit betten [Bettpolstern] lieht gemâle, /
bezogen mit zindâle, / dar obe zwei lîlachen klâr ErnstD
2391;
daz stroͮ ist umbe kornes willen und nit me, man welle denne ein bette
daruz machen do du uffe ruͦwest Tauler
20,8;
En
1275.
– im Sprichw.:
ich wæne, daz iht bettes sî, / dâ sî ein bœsiu veder bî Freid
120,21
2
‘Beet, Ackerstück, Feldmaß’
areola lectulus: lectus in horto id est bette, diminutivum ab area
SummHeinr
2:103,70.
2:161,200;
areola: bet VocBV927
3:351,35;
dar nâch dô stacte̜ er die̜ edilen planze in,
[...] dô was daz pette wol gebouwen
TrudHL
81,16.
– in elsäss. Urkunden (nur hier stF.):
zweî bette dez aggkerz, der da lit vf der burstat UrkCorp
2260,45;
die zwenzig fuͤder wingeltes, die ich der fuͥr habe vf der bette ze
Mollesheim ebd.
N778,7.
N609,13
MWB 1 720,37; Bearbeiter: Hoffmann |