biberban
stM.
‘Recht des Biberfangs’
piberpan DRW
2,315
(SteirLArch.; a. 1346 u. 1347)
MWB 1 779,11; Bearbeiter: Hoffmann
bibergeil
stNF.
zu geile swF. ( ‘Hode’).
‘Bibergeil’
castoreum: bibergeile VocBV947
3:538,16;
und spricht Aristotiles, daz des pibers mannesgezeuglein haiz
castorium, daz haizt ze däutsch pibergail BdN
127,5.
– Verwendung als Arzneimittel (vgl. LexMA 2,108; Hwb. dt. Abergl. 1,
1221-1223):
daz pibergail ist ze vil erznei guot, und wænt der piber, man
jag in allain durch der gailn willen BdN
127,6;
dem daz vel vor den ougen washe [l.
wahse
] , der nem bibergeil, diu weich si BenRez
42;
vür gegihte [...] bringet ein ander heil / warm
ziegel, haber und bibergeil Renner
9936;
SalArz
104,35
u.ö.;
OvBaierl
87,14.
– als Aphrodisiakum:
die minnere geile / die vintent hie veile / bibergeil, alrune OsterSpM
3,55
MWB 1 779,13; Bearbeiter: Hoffmann
biberîn
Adj.
‘ aus Biberfell’ (vgl. Brüggen, Kleidung, S. 60):
castorinvm: bibirin VocBV926
3:626,38;
die vedere wâren zöblîn, / bibrîn wâren die lîsten StrDan
6595
MWB 1 779,28; Bearbeiter: Hoffmann
bibervël
stN.
‘Biberfell’
ein veder er dar vnder truoch, / div was reich genuoch, / von lautern
pibervellen. / jr tivr moht gehellen / dem zobel vil nahen Krone
6860;
hie waz oͮch der grave Saniel, / dez lvͥt nvͥt wan pybervel / ze kleide
trvͦgen TürlArabel
*A 274,1
MWB 1 779,32; Bearbeiter: Hoffmann
bî bestân
V.
‘jmdm. beistehen’
di engel di mir [
Lucifer
] wellent bî / bestên an diser stunt, / die tuon mir daz kunt
EnikWchr
199;
lat Symon vallen, den valschen got, / [...] ewer
cheiner beste im bey HvBurg
2361
MWB 1 779,38; Bearbeiter: Hoffmann
bîbilde
stN.
‘Vorbild, Beispiel’
demut ist [...]ein meisterin des vrumen, / eine
stille lererin / mit bibilden di gut sin TvKulm
2042;
Cristes demut reine / ist den uz erwelten czwar / ein by bilde offenbar ebd.
2500
MWB 1 779,43; Bearbeiter: Hoffmann
biblie, bibel
swstF.
auch bibli, biblige/biblege, byblia,
wibel.
‘Bibel, Heilige Schrift’
ez truog Jeronimus von hebraisch in lateines wort ganz waz diu
wibel sinnes hât und auch von andern zungen BdN
Reimvorr. 5,3;
uz der byblien ist dise ubirtragunge in daz mittelste dutsch mit einualdigen
slechtin worten uz gedruckit EvBeh
Einl. 18;
wol wisen phaffen das anzem, / das in die bibel were kunt!
Mügeln
107,4;
er hat ouh dem convent geben sin bibeln vnd ander siniv pvche UrkCorp
2810,34;
Hiob
149;
Loheng
4271.
–
wer nu der bibel buch / wil stricken in sins herzen tuch, /
den wil ich leren [...], / kurz, wie ir ordenunge stat
Mügeln
71,1
( ~ bezeichnet hier nur das Alte Testament; vgl. ebd. 71-109).
– häufig in Quellenberufungen:
als ih ez an der bibli las RvEWchr
13039.
30492;
als ich die biblien han hören sagen HvNstAp
8200;
als wir an der bibeln lesen Ottok
22898;
als an der wibel geschriben ist SchlierbAT(LS)
1,199;
nâch der bibel sag EnikWchr
17764;
davan in der bibelgen lis HistAE
2196
MWB 1 779,48; Bearbeiter: Hoffmann
bîbôʒ
stM.
‘Beifuß’ (Artemisia vulgaris L., vgl. Marzell 1,434-442):
artimesia: biboz VocBV947
3:533,1;
VocBV926
3:580,1;
mater herbarum: biboz VocBV887
3:62,66;
tantes: biboz ebd.
3:63,75;
artemesia heiset in diutschem bybos unde heiset an den
arztbuchen muter aller wuͦrze Macer
1,1.
–
swelch wip mit einem kinde arbeitet, sudet si den bibos mit
wine oder mit bire unde nutzet das: si geniset ebd.
1,10.
ob dir din fuze we tun, nim biboz BenRez
20;
PrüllK
16;
nû ir ein arzat sît / [...] erkennet ir bîbôz?
Sibote
683.
– Umdeutung des Wortes zu bîvuoʒ, wohl aufgrund des Glaubens, dass
die an den Fuß gebundene Pflanze gegen Müdigkeit helfe (vgl. Hwb. dt. Abergl.
1,1007):
artemisia haizet peipôz [La. byfuosz
] . [...] ez sprechent auch die maister, wer
ez an diu pain pind, ez benem den wegraisern ir müed BdN
385,13;
byvoz OvBaierl
130,12;
byvus samen Pelzb
140,15
MWB 1 780,5; Bearbeiter: Hoffmann
bîbrief
stM.
‘beigefügter Brief’
deinen beibrieff und das messer han ich gesant ze Cöln unserm getruwen in got
HvNördlBrf
48,61
MWB 1 780,23; Bearbeiter: Hoffmann
bibunge
stF.
‘Beben, Zittern’
daz [bei der Klage um den
Toten] die stimme vnde die zvnge / mit der bibunge / also sere vz doz
Herb
10566;
he zonede sine suchede [zeigte seine Schwäche] an
siner bivungen, / he sueizede blut umbe dine bekerunge Lilie
36,29;
und si gingen ûz und vluͦhin von dem grabe, wan si hatte undir gangen ein
bibunge und irscreckunge [
tremor et pavor
]
EvBeh
Mc 16,8;
PrLpz(L)
60,10;
Tauler
222,9;
bewunge Cranc
Jes 33,14.
Jer 8,21
MWB 1 780,26; Bearbeiter: Hoffmann
bic
stM.
‘Stich, Schnitt’
si kunden bêde wol den bic, / der von den swerten sol geschehen KvWTroj
34582;
tuͦt ir der túvel einen bik, des ahtet die sele aber niht
Mechth
1: 10,5;
ein mordes bic KvWLd
1,145;
jamers pic Frl
7:7,18;
neidez pikch Teichn
73,4.
–
‘Einschnitt’
der wagenleisen bic [Furchen durch Wagenspuren] /
sîne waltstrâzen meit: / vil ungevertes er dô reit Parz
180,4.
–
‘das Picken’
sô bickte ir [der Elster] snabel ouch her wider /
beidenthalben bî den wegen. / "wölt ir der alten bicke pflegen," / sprach diu tûbe
Renner
5750
MWB 1 780,36; Bearbeiter: Hoffmann
bichen
swV.
‘etw. mit Pech bestreichen, abdichten’;
Gefäße:
wen man di vas picht mit vngesotinem peche
Pelzb
136,20
u.ö.;
ain gepichtez vaz BdN
320,23;
vnd schuͤte sie [die Kirschen] denne
in einen hafen, der gebichet si BvgSp
84;
Renner
14004.
14836.
17159.
– Rüstung:
sie namen heiß bech und bichten im [
Lancelot
] die hende innwendig und beide
dieher [Schenkel] umb die ende da yn das schwert
schniden solt Lanc
629,3.
–
ez [
unrechtz guͤt
] wiͤrt manigem haften an / recht sam ez gepikcht sey Teichn
149,77
MWB 1 780,47; Bearbeiter: Hoffmann
bickære
stM.
‘Steinhauer’
dô wurden si ze râte, / daz si santen drâte / nâch brechern [La.
piecharen
] und nâch mûrær [um das Stadttor zu
vergrößern]
EnikWchr
12009.
– Zu späteren Belegen s. DWB 7,1841
MWB 1 780,58; Bearbeiter: Hoffmann
bickel
stM.
‘Spitzhacke, Pickel’
als durh die dicken mûre / brichet der bickel
Wh
54,21;
daz ûzer her zer mûre gie / mit bickeln und mit brenden RvEAlex
3489;
swer wil einen brunnen graben, / der muoz haben howen und bickel, / schûfel
unde grabesticke LvRegSyon
3423;
SHort
10912;
Brun
8405.
–
einen bickel giezen Renner
13469;
KgvOdenw
13,145
MWB 1 780,63; Bearbeiter: Hoffmann
bickelhûbe
swF.
→
beckenhûbe
MWB 1 781,7;
bickelhuot
stM.
→
beckelhuot
MWB 1 781,8;
bickelmeister
stM.
‘Leiter des Würfelspiels’
der herre Gunderam [...] / der ist bickelmeister
disen winder Neidh
WL 10:1,9
MWB 1 781,9; Bearbeiter: Hoffmann
bickelspil
stN.
‘Würfelspiel’
bickelspil / wil sich aber [im Winter] in der stuben
uoben Neidh
WL 2:1,9;
bickelspil / habent in den stuben junge liute. / unverdrozzen man sî siht
Neidh(HW)
16,19
MWB 1 781,12; Bearbeiter: Hoffmann
bickelstein
stM.
‘Würfel’
herre, ich hân in mînem schrîn / beslozzen driu pfunt vingerlîn / und zehen
bickelsteine Häslein
91
MWB 1 781,16; Bearbeiter: Hoffmann
bickelwort
stN.
Pl. ‘hingewürfelte Worte’
swer nu des hasen geselle sî / und ûf der wortheide /
hôchsprünge [hochspringend] und
wîtweide [weitschweifig] / mit bickelworten welle sîn
Tr
4641
MWB 1 781,19; Bearbeiter: Hoffmann
bicken
swV.
1
‘mit dem Schnabel auf etw. hacken’
2
‘(jmdn./etw. mit etw.) stechen’
3
‘etw. (Stein) mit einem spitzen Werkzeug behauen’
4
‘schlagen, ausschlagen’
1
‘mit dem Schnabel auf etw. hacken’
so kumt ein vogel durch not / und wenet iz si ein todez as,
[...] und bicket im vaste um sin houbet Brun
9499;
und bicket ir [der Elster] snabel hin und her
Renner
5759.
8127;
WernhSpr
21,10
2
‘(jmdn./etw. mit etw.) stechen’
mugen, bremen [...] bissend in daz
im daz blütt / den rugken hin ze talle wütt, / als im mit tussend
flidmen [Aderlasseisen] drin / were gebikett
GTroj
6178;
froͤd von dem suͤssen binen bick / den mir din munt kan bicken KonstBrf
56,34.
–
er bicket, der ritzet, er machet stricke [...]: /
da wirt der tisch niht schoner van Jüngl
544;
mit eime metze he bickede / sine vuͦze inde sine bein / dat id bluͦt al da
schein MorantGalie
3140;
Rol
1974
(La.)
3
‘etw. (Stein) mit einem spitzen Werkzeug behauen’
der dâ bûwet und houwet daz holz und bicket den stein
[...], daz er ein hûs mache Eckh
5: 52,7;
Mechth
6:1,66
4
‘schlagen, ausschlagen’
daz ros hinden unde vorne / begunde ouch dar bicken / mit slegen harte dicken
/ und ouch den wurm tretten HeidinIII
1423
MWB 1 781,23; Bearbeiter: Hoffmann
bîdaʒ, bedaʒ
Konj.
‘um die Zeit als, wenn; während’
bedaz er getete die mandâte sô was daz ezzen gesoten jouch
gebrâten Gen
879;
bîdaz dû [Jakob] wider chumest ze
lante sô ist sînes [Esaus] heizmuotes ente, / sô riuwet in
daz er dich vertreib ebd.
1226
u.ö.;
bedaz div rede was getan, / der abent begunde anegan
Wernh
D 3779.
587;
NibB
2174,1
MWB 1 781,45; Bearbeiter: Hoffmann
bidell
Subst.
eine Heilpflanze (Bdellium, Balsamodendron africanum Arn.):
von dem bidell [Überschrift] .
bidellia haizt ain bidell. daz ist ain paum, der wechst in Arabia. des paumes zäher
ist scheinig und weizlot und ist leiht und gleichvirbich BdN
358,2;
wiltu dyacastorium machen, so nim
[...] saluei, rosen, bidelly, igliches sibenzehen korn
SalArz
95,42
MWB 1 781,53; Bearbeiter: Hoffmann
bidem
stN.
‘Zittern’
daz öl, daz dar auz [
cinamom
] wirt gemacht, daz ist guot zuo rehter wegung der gelider und hindert
der gelider pidem und siehtum BdN
362,28.
–
‘Erdbeben’
daz ander pidem ist, daz diu erd schotelt snell, sam dâ ainr
den andern mit den henden schütelt ebd.
108,13
MWB 1 781,61; Bearbeiter: Hoffmann
bidemen
swV.
auch pitemen ( Barth ), pittwen (
GvJudenb ), bidnen ( WernhMl ).
‘zittern, beben’
do truͦk der pideminde man [
Joseph
] / eine chruchen fraissam, / daruber muͦst er sich lênchen
Wernh
A 1695;
sô dû sehest daz [...] ime
[dem Kranken] der arm gerne pitement
Barth
157,13;
BdN
127,14.
–
da [beim Jüngsten Gericht] bidemt engel vnt man; /
der nie vorchte gewan, / der muz da zitern als ein loup Warnung
3327;
Georg
4631;
daz wip fürhtend vnd bidemde [
timens et tremens Mc 5,33]
EvAug
88,8;
Lanc
625,9.
505,18;
dô bidemte von dem froste daz arme ingesinde Kudr
1216,3.
1232,1;
der bidemt vor girde als ein loup Helmbr
1850.
–
ez kümt oft, daz daz ertreich pidemt in etsleichen landen,
alsô daz die pürg nider vallent BdN
107,15;
und die kemenate begund ein wenig biedemen
Lanc
607,19;
Vät
1062;
GvJudenb
2018.
– subst.:
Minneb
3195;
WernhMl
11256.
11282
MWB 1 782,3; Bearbeiter: Hoffmann |