b – bachhelling bächîn – backwërc bacolôn – badestubære badestube – balde baldecheit – balmunden balmunt – balsamtrôn balsamtropfe – ban, bane 1ban – banekîe banël – bänkelîn banken – bantac bant|âder – banzins banzûn – bârbrët 1barc – bârkleit barkorn – barmhërzeclîche barmhërzege – barten bartenære – base Baseler, Basler – bate bate, pate – bearbeiten bearren – bechersamenære becherweide – beckenknëht beckenkol – bedancheit bedarf (?) – bedingen bedirmen – bedrangen, bedrengen bedrât – begâben begâbunge – begelimpfen begenagen – begin begîne – beglîmen beglîmunge – begrîflich begrîflîcheit – behaft behaftec – behaltunge behandeln – beheimsuochen beheiʒen – behern behêrren – behoven behten – behuoflich behuoren – beie beie – beinîn beinîsen – beiʒe 1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit bekantnisse, bekentnisse – bekerzen bekicken – beklipfen beklocken (?) – bekorunge bekorungnisse – beküelen bekumberhaft – belæren belasten – belîbelich belîben – belônære belônen – bemaln bemangen – bemurmeln bemüseln – benedîunge benediz – bennen bennige – bequâme bequæme – bërc|êrîn bërcgar – bërcphenninc bërcrëht – beredenunge beredet – 1berennen 2berennen – bërhtnaht berhtram – berillîn berîmeln – bërlich bërlîn – bernisch bërnklâ – bêrswîn bertenære – beruofære beruofen – besamentlîchen besamenunge – beschatzære beschatzen – beschemen beschemenisse – beschînen beschirm – beschouwunge beschremen – besebelicheit beseben – besetzunge besëʒ – besîtes besitzære – beslîʒen besloʒ – besnöuwen besnüeren – besprëchære besprëchen – beste bestëchen – bestiure bestiuren – bestürzen bestutten – besuochnisse besuochunge – bët betagen – bëtelære bëtelærinne – bëtemësse betemmen – bëtewîn bëtewîp – betrahtegen betrahten – betrogenlich betrônen – betrûren betrûrigen – bettemunt betten – betûchen betüemen – betwungenheit betwungenlich – bevellicheit bevern – bevliehen bevlieʒen – bevür bevürhten – bewærnüsse bewarsam – bewëlgen bewëllen – bewindeln bewinden – bezâfen bezaln – beziln bezimbern – beʒʒer beʒʒerære – bî bestân bîbilde – bíderben, bedérben biderbenen, bederbenen – bîenkar bîenswarm – bieʒenblat bieʒenkrût – bîhtât bîht(e) – bilchmûs bildære – bildoht bildunge – bilsensaf bilsensâme – bineʒ binide – birden bir(e) – birnwîn birsære – bischolf bî schrîben – bî slâfen bî|slëht – bît bitære – bittern bitternis – biurlîn biuschen – bîvilde bîvilden – bîzeichenen bî zëmen – blahsen 1blæjen – blâsehorn blæselîn – blatengîr blatenrinc – blëchhantschuoch blëchrinc – bleichvëlt blende – blîche blîchen – blîkloz blîkolbe – bliuclich bliuge – blôdern blotschen – blüemunge blüetebërnde – bluomental bluomenvar – bluotgieʒen bluotgieʒende – bluotstürzunge bluotsûgende – bobenthalben boc – bogelîn bogen – 2bolle bollen – 3bor bor-, enbor- – (borliep,) enborliep bormære – bortengewant bortiure – bote botech – bou bouc – boummate boum|öle – bôʒwurz brâ – brâ|hâr bræhen – brantlich brantreite – brâwelîn bræwen – brëhenen brëhentac – brenken brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche brëtsnîdære – brieschen brievære – brionie brîsære – briulêhen briumeister – briuwe briuwe – brohsen bronie – brôthalle brôtheit – bruch bruch – bruckenambet bruckenære, bruggenære – brüeterîn brügel – brünnære brunne – brünselbërc brünseln – bruoderhûs bruoderkint – brust brust – brûtdëgen brûtdrüʒʒel – brûtsanc brûtschaft – buckel buckelære – büellîn büeʒære – buhsboum bühse – bûlslac bulzen – buoben buobengâbe – buochisch buochkamere – buoliân buollîn – buppe bur – burcgrâvenambet burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen burcmeisterschaft – burcstal burcstat – bürde bürdelîn – burgergemeine bûr|gerihte – Burgunder Burgunjoys – bursenære bursît – büschelîn buschoff – bütelin bûtelîn – bûvëlt bûvisch – buʒʒel
|
bîster
Adj.
‘verlustig’, des lebens ~
:
darundir ouch ein prîstir / bleib des lebens bîstir NvJer
21075
MWB 1 826,58; Bearbeiter: Tao
bîstrâʒe
stF.
‘Nebenstraße, Nebenweg’, bildl. ‘Abschweifung’
wir suln mit rede lazen / alhie die bistrazen Pass III
197,38
MWB 1 826,60; Bearbeiter: Tao
bistuom
stN.
→
bischtuom
MWB 1 826,63;
bit
Präp.
→ mit
MWB 1 827,1;
bît
stN.
‘Verzug’, sunder/ân (allez) ~
:
komit zu mir alle sunder bit, / di miner genaden gerende sit Brun
4097;
an des turnes venstern schone / giengent sü sitzen sunder bit / durch daz sü
gesehen den strit ParzRapp
14,44;
er [Wolf] tôt daz schâf ân allez bît Boner
5,36
MWB 1 827,2; Bearbeiter: Tao
bitære, bittære
stM.
1
‘jmd., der um etw. bittet, Bittsteller’
2
‘jmd., der Gott (um etw.) für sich/jmdn. bittet, anbetet, Fürbitter’
3
‘Bewerber, Freier’
1
‘jmd., der um etw. bittet, Bittsteller’
der milde [...] sal den bitter des gewern / des her
mit noten muz enpern HeslApk
12429;
NvJer
10339;
dem edlen biter gunde er daz / er Jesum bestatte JvFrst
11094;
wie man der almûsen bittere senden sule
StatDtOrd
34,4.
34,10.
–
‘Bettler’
biter, gîler, glîchsener Renner
4401
2
‘jmd., der Gott (um etw.) für sich/jmdn. bittet, anbetet, Fürbitter’
swer der dinge bitet duͦ gote lobelich und ersam sint
[...], der ist ein wise bitere HlReg
14,30;
die waren bitter [
veri adoratores Io 4,23] die bettent den vater in dem
geiste vnde in der warheit DvAStaff
312;
swer nû wil daz bûchel lesen / der gerûche alsô mîn biter wesen JvFrst
12.
10247
3
‘Bewerber, Freier’
noch fand er bose liste, / do mit er sich friste, / das die
tochter pey im pelaib, / die pitter auch da mit vertraib HvNstAp
354
MWB 1 827,8; Bearbeiter: Tao
bite, bit
stF.
von bîte stF. und bît stN. nicht immer zu
unterscheiden.
1
‘das Warten, Verweilen, Aufenthalt; Verzug, Aufschub’
2
ze ~
‘auf Borg’
1
‘das Warten, Verweilen, Aufenthalt; Verzug, Aufschub’
duo newas des langore bite, / der sunne gie den sternen mite
VEzzo
149;
der mâze als ich hie guotes hân, / daz teile ich iu vil gerne
mite / umb eine kurzlîche bite Tr
8856.
3857.
9975;
mich verdros oft von langer pit HvBurg
4410.
– Funktionsverbgefüge keine/niht ~ (bîte?) hân, in der ~
belîben, ~ gewinnen:
mit sinen argisten, / die des keine friste / noch pite
wolten haben, / si mvͤsten erslahen / die ainvaltigen menige, / div kint in al
der gegene Wernh
A 4201;
welt ir denn ze disen sorgen / unz an den dritten morgen / niht bite hân
[warten auf] / wol zehen tûsent man, / die iu von
den steten kumen sullen Ottok
72350;
daz beleip in der bit [blieb aufgeschoben] /
unz an die herberge des nahts ebd.
26361;
erczney und peschaiden sit / damit gewint der mensch auch pit, / das er
muess dester lenger leben Teichn
624,34.
–
âne ~
‘ohne Verzug, sofort’
wann pegreyffet er [Krebs] dich
do mit, / so zeuhett er dich an alle pit / mit im in deß wassers grunt, / so
pistu dot an der stund HvNstAp
10034.
9989;
daz er dem rîch daz widergæb / âne bit und âne twâle Ottok
13205
2
ze ~
‘auf Borg’
swer schollier [Veranstalter von Glücksspielen]
leicht auf porgen, auf pfant oder auf pitt oder gelichen hat, der geit dem richter
60 dn StRMünch
416,2;
daz [
guot
] mag er geben ze pitt oder umb beraitt pfenning, swem er wil ebd.
421,17.
422,15;
RbRupr
266
MWB 1 827,26; Bearbeiter: Tao
bîte, bît
stF.
‘das Warten, Verzögerung, Aufschub’
daz ruowen mit der bîte / und den wehsel ame strîte / gap
Terramêr von Cordes Wh
38,17;
daz der sorclîchen bîte / mit vreuden ein ende wart gegeben
ebd.
215,4;
ir sult nach owir langen bit [
sît: bît
] / werden [...] / irvrouwet mit ires trostes
suge Brun
3540.
– Funktionsverbgefüge deheine/niht ~ hân, ~ ûfnemen:
wir suln des deheine bîte hân Kreuzf
3076;
Teichn
541,128.
482,14;
vnd werdent menschen glich erkant, / die byde irs herren hant uf gnumen, / bis
er sol von der brutlauft kumen EvStPaul
8338
(vgl. Lc 12,36).
–
âne ~
:
ân aller slahte bîte / îlten si balt / über den Priewalt Ottok
29129
MWB 1 827,56; Bearbeiter: Tao
bitel
stM.
1
‘jmd., der eine Bitte vorbringt’
2
‘Freier, Bewerber’
1
‘jmd., der eine Bitte vorbringt’
ein des keisers bittel / des keisers bet den herren allen niuwet Loheng
3235.
3249;
daz nu min fraw uzerwelt [...] dez gerucht, / daz sie
wer an mich ein bitel, / daz ich uß legt daz virde capitel, / durch sie so wolt ichs
gern tun Minneb
2703
2
‘Freier, Bewerber’
div antwrte was ungemah / dem bittel Wernh
D 1494;
meide bitel, spiler, rostûscher, / âbrecher und viertêter Renner
10479.
12402;
do gewan sie pitel mer / denn einez kunges tohter vein Teichn
548,22;
Helbl
6,188;
HBirne
14
MWB 1 828,6; Bearbeiter: Tao
biten, bitten
stV. (Vb)
1 . ‘jmdn. um etw. bitten’ , besonders ‘im Gebet um etw. bitten, zu Gott
(um etw.) beten’ . 1.1 abschwächend, höflich-indirekt oder verhüllend auch im Sinne von ‘anflehen,
ersuchen, fordern, befehlen’ usw.; öfters bestimmt ein weiteres Verb das Gemeinte 1.2
‘bitten’ im Gebet 1.3
‘beten’ ohne deutlichen Bezug auf ein Bittgebet 1.4 Wendungen. 2
‘(sich/jmdm.) etw. wünschen, (für sich/jmdn.) um etw. (im Gebet) bitten’
2.1 mit Dat.d.P. und Gen.d.S. 2.2 mit daʒ -Satz oder AcI ‘einen Segenswunsch aussprechen’ , besonders beim Abschied, als Abschiedssegen, -gruß 3
‘(bei jmdm.) Fürbitte tun/ Fürsprache einlegen/ eintreten für (über, umbe,
vür) jmdn.’
4
‘um eine Frau/ einen Mann werben, ihr/ihm einen Antrag machen’ mit Gen.d.P.
oder Präp.-Obj. mit umbe 5
‘jmdn. laden (als Gast, Teilnehmer an einer Versammlung u.ä.)’ ; mit Akk.d.P. und Richtungsergänzung
1
. ‘jmdn. um etw. bitten’, besonders ‘im Gebet um etw. bitten, zu Gott
(um etw.) beten’.
– Die Pers., die um etw. gebeten wird, erscheint in der Regel im
Akk.,
selten im Dat. (
vil wol er gedâhte, / wes ime der rîche kuninc bat
SAlex
3986.
4847;
Lanc
274,33),
in der Bed. ‘zu Gott (um etw.) beten’ als Präp.-Obj. mit
ane / zuo, vgl.
1.2
und
1.3
. Die Sache oder Handlung, um die gebeten wird, erscheint in der Regel als
Gen.,
Inf.,
oder daʒ-Satz,
selten als Akk. (
das [worum] uch diße jungfrauw
bittet und ich selbs Lanc
145,8
u.ö.),
Präp.-Obj. mit umbe (
got wil umbe alliu dinc gebeten werden
Eckh
5: 415,1;
SM:UvB
4:3,2;
Lanc
339,28)
oder Inf. mit ze/zuo (
der wirt den herren Gâwein bat / ze leisten sîne
sicherheit Wig
956;
Lanc
4,33).
1.1
abschwächend, höflich-indirekt oder verhüllend auch im Sinne von ‘anflehen,
ersuchen, fordern, befehlen’ usw.; öfters bestimmt ein weiteres Verb das
Gemeinte:
nû bit ich iuch als sî mich bat. / sî hiez mich iuch,
herre, / manen harte verre Iw
6048;
den künec sî alle bâten / und begunden râten / daz erz
durch got tæte ebd.
7323;
der künec gebôt unde bat, / daz in Tristan an der stat /
der rede gewis tæte, / als erm gelobet hæte Tr
11387;
vrouwe, lât iuwer biten; / ir sult sîn niht ze harte
gern, / wand ichn mac iuch sîn niht gewern Wig
3208;
so wil ich und bitte uch das ir uwer vechten laßent
Lanc
422,28
so mugt ir schiere hân vernomen, / ob iuwer bitten ald
iuwer flêhen / iu iemer sol ze trôste komen SM:Tr
6: 4,6
1.2
‘bitten’ im Gebet:
so bitten wir tegiliche: / ‘herre, zuo chome din riche’
Vateruns
87;
sî bâten got den rîchen, / sî sprâchen ‘got herre, / wir
biten dich vil verre / daz dû [...] ’ Iw
5204;
er sach, daz dû in morgen wilt mit ernste aneruofen und
biten, und daz aneruofen und gebet enwil got niht morgen erhœren
Eckh
5: 415,8.
– in der Wendung zuo got
~ :
er bat auch zu got [...] das er
ee erslagen must werden Lanc
466,2.
472,24.
579,11
1.3
‘beten’ ohne deutlichen Bezug auf ein Bittgebet:
labia mea aperies! / nu gestate, herre, mir des, / daz ich
din lop gesprechen mege. / minen munt ensliuz unde phlege / der werche miner
zungen; / daz ich dich biten chunne, / daz gimmir, heiliger Crist!
SüklZw
6.
–
an einen got
~
‘sein Gebet an einen Gott richten, zu einem Gott beten’
an welchen got er bæte, / daz er in daz chunt tæte Serv
1347
1.4
Wendungen.
–
gerne ~ (wellen) im Konj.:
nu bæte ich dich gerne, / vrouwe, vil verre
SüklV
179;
des selben wolte ich gerne biten, / daz man mit
guotlîchen siten / und sô mîn wort vernæme, / als ez dem lande zæme
Tr
8791;
herre, [...] ich han uch
off gnad geheischett und wolt uch gern bitten durch myns dinstes willen das
[...]
Lanc
238,29.
– jmdn. willekomen sîn
~ (statt heizen):
den herren Gâwein dô bat / der künic willekomen sîn
Wig
671;
her Gwîgâlois zen gesten sprach / sînen gruoz vil
minniclîche / und bat si alle gelîche / im dâ willekomen sîn ebd.
9341
2
‘(sich/jmdm.) etw. wünschen, (für sich/jmdn.) um etw. (im Gebet) bitten’
2.1
mit Dat.d.P. und Gen.d.S.:
unser herre Jesus Christus der bat den antlozzes die sin
æchten Konr
2 O,167;
wand er ir daz wol an sach / daz sî nâch im ungemach / ûf
der verte hete erliten, / do begunde ouch er ir heiles biten Iw
6008;
daz liut im allez heiles bat Wig
1407.
6211;
sus reit her Gwîgâlois von dan. / im bat dâ guotes manic
man ebd.
1882.
8019;
der huot in allen ich wünsche unde bit
KLD:UvL
18: 3,7
2.2
mit daʒ-Satz oder AcI ‘einen Segenswunsch aussprechen’,
besonders beim Abschied, als Abschiedssegen, -gruß:
dô bat dâ man unde wîp / daz got sîn êre und sînen lîp /
vriste und behuote Iw
5139;
manec zunge dâ mit triuwen bat, / daz got sîn helfe wære
Tr
2386.
–
alsus bat er ir got pflegen: / ouch gâben si im vil
manegen segen Iw
6423;
den gelieben beiden / gap der helt vil süezen segen /
und bat ir got aller pflegen Wig
11593;
[...] und bôt der schœnen sînen segen; / er bat ir
got den guoten pflegen / und schiet er weinende dan Tr
17616
3
‘(bei jmdm.) Fürbitte tun/ Fürsprache einlegen/ eintreten für (über, umbe,
vür) jmdn.’
swenne si in genaden pitent vber vns arme svndære
Konr
22,9;
er sol bitten uber mich, / daz si tüeje tugentlîch / und si
trœste mich vil senden armen SM:St
9: 2,4.
–
nu so getane chamfwat, / herre, niemen nehat / wane deme
du sie geben wil, / nu wære reht, daz wir dich vil / innerchlichen bæten / umbe
alle, die ir nine hæten SüklV
772;
sant Stepfan bat umb die in stainten Konr
2 O,168;
vil tiure sî got bâten [...] /
umbe ir herrn und umbe ir trôst, [...] daz er im sælde
und êre [...] müese geben Iw
6859.
–
[Maria] bittet ir kint fur die armen súnder die in
der werlt sint Lanc
250,11
4
‘um eine Frau/ einen Mann werben, ihr/ihm einen Antrag machen’ mit Gen.d.P.
oder Präp.-Obj. mit umbe:
er hîz dich pitten / umbe dine tohter Rebecken / sineme sune
ze wibe / ze minnen unde ze lîbe / zeiner gemahelen unde zeiner bruͦte
VMos
20,27.
25,8;
miner tochter nebat nie niehein man / er ne moste sin houet
uirlorin han Roth
336
ê ich iuwer enbære, / ich bræche ê der wîbe site: / swie
selten wîp mannes bite, / ich bæte iuwer ê Iw
2330.
4596
5
‘jmdn. laden (als Gast, Teilnehmer an einer Versammlung u.ä.)’; mit Akk.d.P.
und Richtungsergänzung:
daz ir iu kieset einen man, / [...]
/ der ze kampfe sî getân / und an gelücke welle lân, / weder er genese oder entuo; /
und bitet den alle derzuo [...]
Tr
6120;
da gingen sie anderwert uß und baten Galahut aber zu irme
rade Lanc
523,27;
übertr.:
unz mich mîn muot begunde biten / und schünden stæteclîche /
in vremediu künicrîche Tr
3112.
– mit abhängigem Bewegungsverb:
ich sol [...] morgen komen an
eine stat / dar mich ein vrouwe komen bat Iw
4744;
Wig
4681;
Lanc
524,17
MWB 1 828,17; Bearbeiter: Plate
bîten
stN.
zu bîten stV.
‘Verweilen, Warten, Säumen, Zögern’
dô wart der jeger bîten bî ein ander niht ze lanc
NibB
931,4;
den halben tac, die ganzen naht / in dem klôster er beleip. /
[...] des bîtens het in doch bevilt Wh
126,5;
dô wart ein liebez bîten von schœnen kinden getân
NibB
1163,4.
– in der Wendung âne/sunder ~
:
daz wil ich ane biten / iu gar aigenliche sagen WhvÖst
394;
di gûtn zenander er geselt / ûf di rechten sîten, / di bôsen sunder bîten /
mûzen zû der tinken sîn JvFrst
8248.
8610
MWB 1 830,5; Bearbeiter: Tao
bîten
stV. (Ia)
sw. Part. Prät. gebît bei
Herb
6663.
7897.
13518.
1
‘verweilen, warten, zögern’ , ohne Obj. 2
‘auf jmdn./etw. warten, jmdn./etw. erwarten’
2.1 mit Gen.-Obj. 2.2 mit Dat.-Obj. 2.3 mit Präp.-Obj. ( an, nâch, zuo ) 3
‘jmdm. Zeit für etw. geben, jmdm. eine Frist einräumen’
1
‘verweilen, warten, zögern’, ohne Obj.:
er nebeit sâ nieht, er sprach: ‘nû wese lieht.’
Gen
51;
war umbe bîtet Hagene [...], / daz er
niht gâhet strîten [...] ? NibB
125,1.
2206,2;
ich bin [...] / gunêret ob ich rîte
/ und geschendet ob ich bîte Iw
4886.
– mit (temporaler) Adverbialbestimmung:
mir geuellit uile uͦbele / daz wir so lange hi biten
Rol
3775;
bîtet unz morgen NibB
1486,3.
147,1;
Iw
2763;
er hât von kinde hie
gebiten [gelebt] / in mîme hove mit grôzer zuht: /
er begienc nie sölhe ungenuht Wh
190,28
2
‘auf jmdn./etw. warten, jmdn./etw. erwarten’
2.1
mit Gen.-Obj.:
er hiez si in Palestîna bîten bezzere wîla
Gen
1096;
des [Riesen] sî dâ biten
Iw
4915.
956;
ich muoz des tages hie bîten [auf den
Anbruch des Tages warten]
ebd.
6158;
Tr
1666;
Kudr
321,4.
–
~ unde warten:
in der stat, da si
[Apostel] der heilant bîtin hiez unde wartin
des geheizzis, des er in getan hete Spec
77,31.
68,15;
daz der tac enpfienge / ein ende ân alle sûme, / des wart von ir vil
kûme / gebiten und gewartet KvWTroj
8515;
UrkCorp
1197B,21,31
2.2
mit Dat.-Obj.:
irret aver den êhafte nôt der ez mit reht erben sol, dem
muoz man bîten unz er komet; sô sol man im reht bieten SpdtL
123,16
(vgl.
SSp(W)
1:28 )
2.3
mit Präp.-Obj. (an, nâch, zuo):
[...] hiez er allen sagen, /
[...] daz si nâch dem sumere von des winters
stunten solten bîten Kudr
37,4;
ez nâhent zuo den zîten, daz si zuo dem sê [auf die
Seefahrt] / niht lenger wolten bîten nâch
jenen [um jene zu holen] , den vil wê / was in
fremeden landen mit starken arbeiten ebd.
1074,2;
si svllen ovh an einander beiten vnd warten vierzehen tag / in des chvnges
hof UrkCorp
1197B,13
3
‘jmdm. Zeit für etw. geben, jmdm. eine Frist einräumen’
– mit Dat.d.P. und Akk.d.S.:
einen rîter vund ich [...], / ob
man mir vierzec tage bite Iw
4152;
sô ist hie site, / swer ûf den anderen clage, / daz er im
wol vierzec tage / kampfes müeze bîten ebd.
5745.
5754;
diͤ zît wil ich dir peiten noch, / niht lenger ich
gepeiten mac GvJudenb
4530.
– mit Dat.d.P. und Gen.d.S.:
die wîle und mich got / wil in sîner huote hân, / sô enmac mir niht
missegân: / und wil er mirs niht bîten, / sô mac ich ze disen zîten / alsô mære
sterben Er
8150.
– nur mit Dat.d.P.:
nu hat dier got verlichen vrist / das du dich sullest verslichten / mit im
und verrichten / aller deiner missetat. / wie wol er dier gepiten hat!
HvBurg
1206
MWB 1 830,15; Bearbeiter: Tao
bitevart
stF.
→
bëtevart
MWB 1 831,1;
bî tragen
stV.
1
‘etw. in der Nähe von etw. tragen’
2
‘etw. zu jmdm. bringen’
1
‘etw. in der Nähe von etw. tragen’
die truogen lieht dem silber bî; / vier kint vor missewende vrî Parz
234,27
2
‘etw. zu jmdm. bringen’
daz [
achmardî
] truoc mîn juncfrouwe uns bî Parz
810,12
MWB 1 831,2; Bearbeiter: Tao
bî trëten
stV.
1
‘an etw. herantreten’
2
‘beiseite treten’ , übertr. ‘(eine Erzählung) unterbrechen’
1
‘an etw. herantreten’
den estrîch er [mit Mehl] besæte, /
ob ieman bî getræte / dem bette dar oder dan, / daz man in spurte ab oder an
Tr
15148
2
‘beiseite treten’, übertr. ‘(eine Erzählung) unterbrechen’
hie tret ich ein teil bi / von Apocalipsi HeslApk
17751.
– subst., âne bîtreten
‘ohne Ausflüchte’
ey, nu sage mir ein teil / mit warheit ane bitreten, / wen sal man nu
anbeten? Pass III
382,1
MWB 1 831,7; Bearbeiter: Tao
bîtrit
stM.
1
‘Tritt zur Seite’ , im Funktionsverbgefüge einen ~ von jmdm.
nemen 2
‘Abweg’
1
‘Tritt zur Seite’, im Funktionsverbgefüge einen ~ von jmdm.
nemen:
daz si doch einen bitrit / nindert von im namen Pass III
525,94
2
‘Abweg’
daz er des mochte / wandern uz des gelouben gelit / in einen valschen bitrit
Pass III
467,72
MWB 1 831,16; Bearbeiter: Tao
bitschart
stM.
aus afrz. bichat (bichier), nur in Dattenried im Elsass in der Gegend
von Belfort belegt (Rosenqvist 2,198).
ein Getreidemaß:
ein vierndenteil einez cehenden, der giltet ix bitschart
roggen vnd ix bitschart habern WeistGr
4,26;
UrbHabsb
1:37,4;
bitzschart ebd.
1:39,7
MWB 1 831,22; Bearbeiter: Tao
bitte
stF.
zu biten stV.
‘Gebet’
sich schoͤpfer din hantgetot vnd hilff ir noch der bitt Frl
5:1,12
(Sonderlesungen Gk)
MWB 1 831,28; Bearbeiter: Tao
bitter
Adj.
1 sinnlich, konkret 1.1
‘bitter schmeckend, übelriechend’
1.2
‘scharf, schneidend, spitz’
2 übertr. 2.1
‘qualvoll, schmerzlich’
2.2
‘heftig, groß; erbittert’
2.3
‘Verderben bringend, böse, furchtbar’
2.4 bezogen auf eine Person (oder Personifikation): ‘böse; zornig, wütend;
Furcht einflößend’
1
sinnlich, konkret
1.1
‘bitter schmeckend, übelriechend’
diu mirre ist bitter, da mit pflogen die alten loͤut ir
toten mit bestrichen PrOberalt
32,5;
MarlbRh
45,34;
der boum der do truk butir vrucht Pelzb
124,1;
ich sihe die bittern gallen mitten in dem honige sweben Walth
124,36;
zeineme wazzer si chomen, / daz was pitter [Ex
15,23]
VMos
51,5;
biz der win bitter wirt uon der wermute
SalArz
39,50;
Eckh
5:52,12;
Ipocr
141;
die liute [...] entvunchent ir
arômatâ, / daz dirre süeze smac deme [dem Leichnam] /
sîn bitter smecken beneme KvHeimHinv
568.
– subst.:
swelch man in sinem munde / kein bitter nie nicht hat geliden, / wie
wil er smiden / der süze kraft? Frl
6:4,2.
– in Vergleichen:
daz keiner slahte nezzelcrût / nie wart sô bitter
noch sô sûr / alse der sûre nâchgebûr Tr
15049;
ich bin verdorben als ein mist, / sam bitter als ein
galle KvWKlage
16,2.
– bildl.:
diu bitter nîtgalle, / der truhsæze Marjodô
Tr
15686
1.2
‘scharf, schneidend, spitz’
ir wâpencleider [...], / diu sich
von slegen rizzen / und von den swerten bitter KvWTurn
809;
auch sach die minnen riche / sin hende unde sine fuze / durchslagen gar
unsuze / mit nageln bitter unde scharp Elis
1915
(zu 2.1?).
– von ätzendem Gift:
daz dehein eiter sî sô bittir / daz ez ime scade oder
wider ime chraft habe Gen
102;
wan dû bist bitters eiters vol Iw
156
2
übertr.
2.1
‘qualvoll, schmerzlich’
[Maria] erloste in uon der bitteren helle
Spec
99,8.
129,6;
duͦ din sun dat bitter krüze leit MarlbRh
35,36;
bitter smerze / lêret mich daz ich von sender nôt / gelige
an hôher wunne tôt KvWLd
15,48;
an dem vierzehenten tage so wirt diu biterste chlage
AvaJG
16,1.
1311;
mit bitteren trehenen Ägidius
203.
664.
–
der bittere tôt (lat. mors etymologisierend zu
amarus):
dô dû sâhe wîb scôniste, wîb liebeste / den bitteren
tôt chiesen Gen
1688;
an deme galgen suln sie kiesen / den vil bitteren tot
GrRud
Cb 30;
SAlex
1170;
Herb
16505;
si wâren aber in dem herzen / mit dem heiligen geiste
erliuhtet, / [...] daz si deheiner slahte nôt /
noch den bittern tôt / nimmer mêr gevorhten KvHeimUrst
1196;
weinet bit mir al sin not, / weint bit mir sin bittern
dot MarlbRh
35,4;
si [
die valscheit der welte
] lonete mir mit dem bitteren tode Mechth
4: 28,8
2.2
‘heftig, groß; erbittert’
dâ hûb sich der bitteriste strît, / dâ ich noch ie abe
hôrte gesagen VAlex
920;
Lanc
65,7;
dem wart mit slegen bitter / sô nôt und alsô wê getân
KvWTurn
898;
do hetten die sinen genomen / vil bittern schaden, leit
groz Herb
5124;
751;
der unser angest bitter / beriuwen lâze sîniu lit
KvWSchwanr
828.
1522;
nû wil ich iu bescheiden daz, / wie herzeminne und bitter
haz / ein vil engez vaz besaz Iw
7042;
alse die guͦten ein suͦze frúntschaft samenent, also
martilet die úbelen ein biter vigenschaft Lucid
160,2
2.3
‘Verderben bringend, böse, furchtbar’
mít bítteremo flûoche Will
136,17;
dat bitter mer [lat. mare
etymologisierend zu amarus
] der sünden MarlbRh
16,36;
Mechth
7:3,56;
Konr
11,88;
dâ von ze jungest bitter / wart ir ende leider
KvWHerzm
36;
SM:JvR
1:8,3;
diz merke ein ritter, dem ze bitter / al sîn fröude werden
mac, / ob er langer ûf den tac / wil spulgen hinne süezer minne
KvWLd
15,17;
SM:HvF
1:2,10
2.4
bezogen auf eine Person (oder Personifikation): ‘böse; zornig, wütend;
Furcht einflößend’
waz hât der bitter tôt getân / an dem clâren süezen
kiuschen vrebel! Wh
253,28;
des bittern viandes nit Wernh
D 2845;
ez wirt ofte ein übel hût / eines rîchen mannes brût, /
diu bitter ist und sûre; / und nimt ein armer gebûre / vil lîhte dâ wider eine,
/ diu lûter ist und reine Eracl
2623;
vil herren sint nu bitter; / er si knecht oder ritter, /
swer ir willen begat, / der muz verdienen, swaz er hat, / ane lop und ane danch
StrKD
4,115;
er was ein man vierschrœtec / mit einer wîten brüste, / er
hæte zuo verlüste / gefrumet mangen ritter. / er dûhte sich gar bitter, / und
wart iedoch bestanden KvWTurn
166;
rôt under sînen ougen / wart er von zorne bitter KvWTroj
19129;
kein löuwe noch kein serpant / nie wurden alsô bitter, / sô der kürlîche
ritter / in sîner grimmekeite was ebd.
35251;
er sach vil swarzer pferde, / uf den mit unwerde / pech swartze lute
riten, / die mit archlichen siten / alle waren bittere Vät
26579
MWB 1 831,31; Bearbeiter: Tao
Bitterbûch
Name eines Riesen:
nu soltu vehten alzehant / mit eime risen küene, / der ist geheizen Bitterbûch
Virg
879,4.
879,7
MWB 1 832,53; Bearbeiter: Tao
bittere
stF.
1
‘bitterer Geschmack, Bitterkeit’
2
‘Bitternis, Schmerz, Leid’
3
‘Bosheit, Schlechtigkeit’
1
‘bitterer Geschmack, Bitterkeit’
wan von der bitter der mirren so sturben die wuͤrm
PrOberalt
32,7;
[
dî brüste mîn,
] dî gîzen balsim unde wîn, / milch, honig âne bittere NvJer
22030
2
‘Bitternis, Schmerz, Leid’
daz er dîe bíttere des tôdes dúrh míh uuólta lîdan
Will
20,3.
21,6;
gegen einer iegelîchen sunde er gedâhte / einer ebengelîcher buoze: / die
bittere gegen der suoze, / die er lîden solde Aneg
2672;
wilder lattuoch was ouch ire maz: / der riwe bittere zaicte daz
SiebenZ
70;
der tiefel underwindet sich / mit jemerleicher pitter dein, / wiltu nicht
gelaubig sein Märt
10061;
NvJer
23832
3
‘Bosheit, Schlechtigkeit’
waz ist div galle? daz ist div bittere unserr sunden. der
bittere wil got daz wir ane sîn unde daz wir uergezzen unsers zornes, uerlazzen daz
unreht Spec
125,17;
Wernh
D 1019;
daz wir alle bitter und alle uͤbel lazzen und vlizzen uns der
guͤte und der senfte und der heiligen gedulticheit PrOberalt
114,31;
BrEng
72
MWB 1 832,56; Bearbeiter: Tao
bitter(e)cheit
stF.
→ bitterkeit
MWB 1 833,12;
bittergrimme
Adj.
verstärktes grimme:
der [Sünder] leit iæmerlichen tot, / wan
bittergrimme wirt sein not / an ende immer mere / mit smerzendem sere Warnung
502
MWB 1 833,13; Bearbeiter: Tao
bitterheit
stF.
s.a. bitterkeit.
1
‘Bitterkeit, Schärfe, Schneide’ , bildl. 2
‘Bissigkeit, Verbitterung’
1
‘Bitterkeit, Schärfe, Schneide’, bildl.:
dat scharpe swert giͤnc durch din herze, / dat was de ruͥ ind
ouch de smerze, / des bittercheit [Hs. bitterheit bei Grimm,
ZfdA 10 (1856), S. 114] din herz durchsneit MarlbRh
114,21
2
‘Bissigkeit, Verbitterung’
ih han gesundot in nide, in abunsta, in hazze, in ungeuuardi, in elnunge, in
allereo ubelero flizzicheite, in allereo bitterheite WessobrGlBI
144,10
MWB 1 833,17; Bearbeiter: Tao
bitteric
Adj.
‘bitter, qualvoll’
also blutigete der tot / mit bitterer [La. bitteric,
s. Glossar] unsuze / Crist dort sine vuze, / siten, hande, rucke /
der menscheit zu gelucke HeslApk
7807
MWB 1 833,26; Bearbeiter: Tao |