böugen
swV.
md. bougen, auch bôgen ( EvBerl
58,28).
1
‘biegen, beugen, neigen’
1.1 tr. 1.1.1 etw. 1.1.2 jmdn., jmds. Willen 1.2 refl.: (nieder) zu, vor etw./jmdm. 2
‘(Metall) treiben, biegsam (gebouge) machen’ , hier übertr.
1
‘biegen, beugen, neigen’
1.1
tr.
1.1.1
etw.:
so sal man den struch boygin mit der quiddin
[...] in den top Pelzb
126,4.
–
si böugent vür ime al ir kniͤn
MarlbRh
38,26;
unde bogeten dy kny unde betten en an
EvBerl
58,28;
und si bougiten ire knie vor en EvBeh
Mt 27,29.
Mc 15,19;
ûf gebougiten knîen ebd.
Mc 1,40.
Mc 10,17;
die arme dirne [...] began
[...] ir hende bougen [zum
Gebet falten] , / di si zu gote neigete Pass III
688,2;
kein im wirt er nicht bougen / sine gotlichen
ougen Daniel
5581;
ir sinne wart sich leinen / niderwert und ir
ougen / uf den ertbodim bougen / senende ebd.
7458;
bouge dine oren her ebd.
6385;
des wurden sî dô bougin [:
dougin
] / ir hertin nackin
[...] / und ir helse vil unzam / âne
widirstroubin / undir den geloubin / und zu der brûdre hant NvJer
4986;
und boͤugent uwer schultern under die búrde Jhesu in liebe
und in leide Seuse
489,19.
– übertr.:
sie [die Weisen] namen
/ jene schrift in ir ougen, / ab sie mochten sie bougen / zu lesen und
uz gelein Daniel
4568
1.1.2
jmdn., jmds. Willen:
bouge den willen dines suns / mit bete PassI/II
52,72;
die moͤhtent niemer bas noch
verboͤrgenlicher geboͤuget werden in demuͤtikeit
Seuse
506,26
1.2
refl.: – (nieder) zu, vor etw./jmdm.:
di sele [...] muz sich an den hemil hogen / adir
nidir zur erde bogen Brun
12292;
getruͥe krüze, böug din armen, / böuge dich her
nider, / dins heren muͦder laz dich erbarmen MarlbRh
33,8;
dú boͤget sich noch zuͦ einem kinde vil
gerne Mechth
3: 13,18;
die heligen neigent sich und boͤgent sich vor
gotte ebd.
7: 52,17;
übertr.:
derselbe [...] was genême / in aller luite ougin,
/ want er konde bougin / kegn armen unde rîchin / sich sô minnechlîchen
NvJer
22173.
– unter etw., übertr.:
si neigent und boͤgent sich under alle pine
Mechth
7: 52,12;
und sich nút gentzlichen hant geboͤuget under
gottes willen Seuse
504,5;
und boͤugent sich demuͤtecliche under
den goͤtlichen willen Tauler
23,14
2
‘(Metall) treiben, biegsam (gebouge) machen’, hier
übertr.:
ih bin gebougit vnde gebogen / baz dan ih were Pilatus
1,52;
vgl. ebd. 6-9, →
biegen
1.1
und →
gebouge
MWB 1 952,32; Bearbeiter: Plate
böugunge
stF.
‘Verbeugung’
die lúte, die sich hie geistlichen also sere uswendig zierent mit
so heligem gelasse und mit so tieffer boͤgunge und behenkent sich vor den
[...] lúten mit schoͤnen worten
Mechth
5: 11,12
MWB 1 953,12; Bearbeiter: Plate
boum
stM.
1
‘Baum’
1.1 allgem. 1.2 biblisch 1.3 (weitere) Sprichwörter und Sprichwortähnliches (vgl. TPMA 1,380-398) 2
‘Baumstamm’ (gefällter und entästeter Baum) 3
‘Stange’ des Sekundanten im gerichtl. Zweikampf (vgl.
boumtragære
) 4
‘Stange, Mast’ , als Träger des Feldzeichens 5
‘Schaltbaum, Ruderstange’
6
‘Kelterbaum’
7
‘Sattelbaum’
8
‘Sarg’
1
‘Baum’
1.1
allgem.:
vil boume stuont in blüete / von dem süezen luft des
meien Parz
96,18;
ez bluot allez gelîche, / bluomen unde boume
Wig
639;
ein boum ane blumen obes nicht gebaren mac
Macer
1,2;
ein [...] boum der nicht wucher
treit PrOberalt
155,11;
einen bovm weiz ich wol, / der ist gvtes honeges vol
ReinFu
K,1537;
er heizzet die durren boͮme bloͮn, die
goͮten unde die groͮnen dorren Spec
144,7;
dâ vielen ritter als daz loup / von dürren boumen rîset
KvWTurn
1015;
wer gesach ie obez ûf dürrem boume? Renner
6436;
wy der sorinde boum wydir grvne vnd sich voriuͤnge
Pelzb
117,19.
122,15;
me, / den loubes si an boume Herb
2243;
di boume ir loub liezen SAlex
5345;
swaz palme man bî dem wege vant / und boume geloubet
KvHeimUrst
89;
do treip mich hitze vnde sweiz / vnder einen kalden boum
Herb
2180;
sus kam er und sîn vrouwe Îsôt / zem brunnen an des
boumes schate Tr
14503;
das ouch andir suwir [saure Frucht
tragende] boume werdin suze Pelzb
123,35;
sam der wilde schûr / boume velwet KvWLd
19,17;
ein boum dar ûf
[
anger
] gebelzet was / rehte enmitten
in daz gras, / des schat den anger gar bevie Wig
4613;
dar umb nement die pelzer vil kern in ain säckel und
grabent daz in die erd, wenn si den paum wellent setzen BdN
337,7;
er truoc in verre in den walt, / dâ manic boum was gevalt
Wig
6260;
glich eime ackermanne der sine boͮme besnidet und
sin krut uzgittet und sin ertrich umbkeret zuͦ mertzen
Tauler
97,4;
das erste, das man hi in disim buche handilt, das ist dy
wyse czu pfroppin manchirhande boum Pelzb
117,12;
als ein tûbe tuot, / [...] dâ si
ûf einem boume stât RvEBarl
5226;
er solte Alexander ûf einen poum hâhen, / daz inz gevugel
êze VAlex
1412;
Roth
3208;
der paum
[
Myrtus
] haizt paz ain staud denn ain paum,
wan er ist klain BdN
332,10;
ain vogel [...], der
[...] haizt ze däutsch paumheckel und nistet in den
holen paumen ebd.
380,12
1.2
biblisch:
– Baum des Lebens, Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen (Gn
2,9):
ze mitterest des garten hiez got zwêne boume wahsen, /
misliches gelâzes, unglîches obezes Gen
258;
der êrste mensche wart betrogen an dem boume, dô er
daz obez az, daz ime got verbôt PrMd(J)
342,21;
der poͮm, der hiez ein poͮm des libes
Konr
17,21;
übertr.:
sint dat in dins
[Marias] lives boumgart / de boum des levens
[Jesus] geplantet wart MarlbRh
7,13.
– die Axt ist an die Wurzel der Bäume gelegt (Mt 3,10):
und îczunt ist di axst gesatzet zuͦ der worzelin der boume
EvBeh
Mt 3,10;
EvAug
4,23;
daz wir fúrthen vnseres herren rache, die dem
boͮme an die wurcel ist geleit Lucid
88,2.
– an den Früchten erkennt man den Baum (Mt 12,33):
wan sicherlîchen ûz der vrucht wirt der boum bekant EvBeh
Mt 12,33;
EvAug
26,23;
(weitere Belege TPMA 1,385, Nr. 78-80).
– guter Baum bringt gute Früchte, schlechter schlechte (Mt
7,16-20):
der guͦt baum der treit guͦt wucher
PrOberalt
140,13;
aber der böse bavm machet böse fruhte
EvAug
14,9;
EvBeh
Mt 7,17;
der vbel paum ne mach nehein guͦte
wͦcher getragen Konr
12,76
(weitere Belege TPMA 1,388f., Nr. 156-164).
1.3
(weitere) Sprichwörter und Sprichwortähnliches (vgl. TPMA 1,380-398):
michels boumes schone / machet dicke hoene: / er dunchet
uzzen gruͦne, / so ist er innen duͦrre Rol
1962;
ähnl.
Renner
21875;
der wint [...] schütet die hôhen boume veste, /
daz er bricht vil gar ir este. / dem kleinen wirret niht sô vil, / der sich
nâhem winde neigen wil WälGa
3209;
uns manent die runzeln und grâwez hâr, / wie wir verzert haben unser jâr.
/ swelch boum wil dorren, der hebet an / in dem wipfel Renner
23809
2
‘Baumstamm’ (gefällter und entästeter Baum):
ûz beiden hern geselleschaft / mit storje kômen hie unt
dort, / ieweder her an sînen ort, / dâ ir zil wârn gestôzen / mit gespieglten ronen
grôzen. / [...] der boume hundert wâren / mit liehten
blicken clâren Parz
690,23.
ebd.
205,20.
– als Bauholz:
grôze poum er gewan / unde thede die zesamene spannen /
von chundigen zimbermannin VAlex
780.
860;
swær zimberholtz hin vz furet, ez sin flecken [Bretter,
Balken] oder baume, der git von dem wagen einen phenninch
UrkCorp
548ABC,20;
man sol auch fuͤrbaz chainerlay holtz, paem, saewln, nuͤsch
oder swie daz genant ist, lenger an dem margt lan ligen StRMünch
406,12.
– für das Kreuz bzw. den senkrechten Balken des Kreuzes:
der gotis sun der newurde gemarterôt an deme boume des
heiligen chriuces PrMd(J)
342,24;
vrone krüze, edel boum MarlbRh
33,3;
do das unschuldige gottes lamp einen grossen minnetot an
dem hohen boͮme nam Mechth
5: 23,145
3
‘Stange’ des Sekundanten im gerichtl. Zweikampf (vgl.
boumtragære
):
he [der vorderer
] gert eines grizwarten
[...] unde bitet hern Ludewiges, daz he sinen boum
trage StRFreiberg
165,11;
unde wenne diselben sigewarten di boume heizen uzzihen [zur
Eröffnung des Kampfs] , so sullen si di grizwarten uzzihen ebd.
165,28;
ziuh uz den boum, griezwarter [...] stôz under boum
[zwischen die Gegner, zur Unterbrechung des Kampfs] ,
griezwart Regenb
351b.
–
ûf den / sînen ~ komen (zu der vor Beginn des Kampfes in den
Boden gestoßenen Stange des Sekundanten treten):
unde wenne si [die sigewarten
] di
kempfen [...] heizen ufsten, so sullen si
[...] uf di boume kumen StRFreiberg
165,28;
biz he uf sinen boum kume ebd.
164,17
4
‘Stange, Mast’, als Träger des Feldzeichens:
Salatînes banier dâ het / iren got Machmet, /
[...] des bilde von golde, / rîch und kostelîchen gnûc,
/ ein karrotsche hôhe enpor iz trûc, / uf einen boum versmidet vast; / ouch nider
wart des boumes last / uf den karrotschen versmit Kreuzf
1367
5
‘Schaltbaum, Ruderstange’
want der schaltboum [La. boum
] was grôz
/ [...] dâ mit stûrder daz schif sîn En
3022
6
‘Kelterbaum’
also man diu weinper mit grozzer areweit und mit swærem baum
druchet PrOberalt
70,29
7
‘Sattelbaum’
man soͤlt ein newen satel kawfen. /
[...] so hebt er sich dann
[...] und uberzeuht
[stattdessen] den alten baum Teichn
552,19.
552,28
8
‘Sarg’
man sold in boumes blôzen / in dem grab verbünen / und steine
darûf rünen Ottok
862;
der fuͤrst tot wart do ze frist / in den richen baum
[Totenbaum] getragen WhvÖst
19149;
und also tattend sy den bom haimlichen uff, und fundent das alsus ir lib und
ire gelider als gantz warent Stagel
119,22;
ElsLA
201,13
MWB 1 953,17; Bearbeiter: Plate
boum|ast
stM.
‘Ast am Baum’
die brachen ab dem boume die este [La. di bowm
este
]
AvaLJ
109,1
MWB 1 955,18; Bearbeiter: Plate
boumblat
stN.
‘Blatt am Baum’
daz ich [...] ein grune schepil machen pflac / von blumen
oder von boumblaten MarLegPass
21,165;
und schol den kinden wern, daz si ez ["natürlichen"
Honig] niht ab den paumpletern saugen BdN
88,25
MWB 1 955,20; Bearbeiter: Plate
boumbluot
stF.
‘Baumblüte’
diu süeze boumbluot sach den man / sô rehte suoze lachend an
Tr
569;
schouwent an der boumenblüete, / wie diu heide lît / sô gar
wunneklîch bekleidet SM:Wi
5: 1,5
MWB 1 955,25; Bearbeiter: Plate
boumbusch
stM.
‘kleiner Baum’
rubus ist ain paum in dem land gegen der sunnen aufganch, sam
Ambrosius spricht, und in Italia ist ez ein paumpusch BdN
344,5
MWB 1 955,29; Bearbeiter: Plate
böumelchen
stN.
‘kleiner Baum’
er sah wo ein spere stunt an einem felß, und was ein beumelchen
daran Lanc
229,27
MWB 1 955,33; Bearbeiter: Plate
boumelîn
stN.
auch boümelîn, boumel, böumel.
‘kleiner Baum’
dîe [
humiles
] bezêichenet
cynamonum, uuênegaz bôumelin, unte ábo mícheler chréfte Will
69,33;
er habete sich vil vaste / ze des boumelînes aste
RvEBarl
4620.
4617.
4717;
boumel ebd.
4628;
ein agger bi Malotes boͤvmelin UrkCorp (WMU)
N539,17
u.ö.;
da stunden edle pewmelein: / muscat und nagelein, / cardamomum
und muscat pluet / trugen da di pewmel HvNstAp
12933.
13075;
man sach das pewmel auch da stan / das den edlen palsamen pirt
ebd.
17986;
daz päumel wechset zwair daumeln lang oder dreir
BdN
332,1
MWB 1 955,36; Bearbeiter: Plate
boumen
swV.
1 Part.-Adj. ‘auf Bäumen gewachsen’ (?) 2 refl. ‘sich aufbäumen’
1
Part.-Adj. ‘auf Bäumen gewachsen’ (?):
iz wirt also geschehende, daz ditz lant so fruhtic wirt der erden / daz si
zucker, balsem treit geboumet JTit
3807,3
2
refl. ‘sich aufbäumen’
manic ors begunde sich boumen Loheng
5167
MWB 1 955,49; Bearbeiter: Plate
boumgarte
swM.
‘Baumgarten’, als Nutzgarten (vor allem Obstgarten) oder
parkähnlicher Lustgarten (vgl. LexMA 4,1121-1124), nicht immer deutlich
unterscheidbar
1
‘Obstgarten’
2
‘Lustgarten’
1
‘Obstgarten’
an dén állersláhto túgede uúnden uuérdent, sámo in démo
bômgárten áller sláhto óbaz Will
68,12.
68,1;
von dem bovmgarten ze Vbingen vnde von wisen git man ain pfvnt
UrbBayÄ
1287,a.
1461,a;
wiltu machin eynen boumgartin, das her frucht brenge in dem
drittin iare, so mus man in dem erstin czwen iarn di bluyt ab brechin
Pelzb
121,28
2
‘Lustgarten’
an ein daz schœneste gras / daz sî in dem boumgarten vant, /
dar vuorte sî in bî der hant Iw
6491;
in des wirtes boumgarten / dâ beidiu luft unde gras, / schate
und schœne sidel was, / dar giengen si sitzen KvHeimUrst
1332;
ez ist ougenwunne hort, / sô man schœne frowen sament / in
dien boungarten sicht gân. / dâ hœrt man ir senften wort, / wan si sich so wîblîch
schament, / sô ir achtent junge man SM:Had
21: 2,3.
– als Ort der Erholung und Genesung:
swer daz fiber hat, / ich gelaube, im werde sin rat, / ob er in einen
schonen bavngarten gat Baumgart
1,22;
übertr. im Buchtitel:
dittze puͦche [...] ist geistlicher herzen
bavngart genant ebd.
1,3
MWB 1 955,54; Bearbeiter: Plate
boumgartenære
stM.
‘Besitzer, Pächter eines Baumgartens’
als ein boumgertenere, / der in so tragem mute lit / daz er der boume nicht
enpflit Secret
2648;
ueberfuͤr ez ein pawmgartner, der sol chain obs arbaiten in dem jar ze
pawmgarten noch ze margt StRMünch
426,25;
povngartnær UrkGeisf
438.
– als Bestandteil von Personennamen auch
boͮmgarter UrkCorp (WMU)
396,26;
bongarter ebd.
825,38.39
MWB 1 956,15; Bearbeiter: Plate
boumgartlêhen
stN.
‘Lehen eines Baumgartens’
aber ze Ronig in dem marcht paungart lehen, giltet x. pfenning von einem
pavngarten vnd von einem lehen UrbBayS
4,163
MWB 1 956,24; Bearbeiter: Plate
boumgertelîn
stN.
‘kleiner Baumgarten’
hie mite sô volget er dem spor / hin durch ein boumgertelîn
Tr
13565;
daz wir allez daz guͦt [...] haben gechouffet
[...] die weinpeunt [...] vnd daz
povmgertel zenahst an der selben weinpevnt UrkCorp (WMU)
N377,16
MWB 1 956,28; Bearbeiter: Plate
boumgetröufe
stN.
‘Harz’
resina: boͮngetroͤife VocOpt
51.001
MWB 1 956,34; Bearbeiter: Plate
boumgewehse
stN.
‘Baumpflanzung, Baumgarten’
arbustum: boͮngewechsce VocOpt
48.014
MWB 1 956,36; Bearbeiter: Plate
boumheckel
stM.
‘Specht’ (vgl. Suolahti, Vogelnamen, S. 29f.):
ain vogel [...], der haizt ze latein
merops und haizt ze däutsch paumheckel und nistet in den holen paumen BdN
380,11
MWB 1 956,38; Bearbeiter: Plate
boumheckelkrût
stN.
eine Pflanze, die Felsen sprengt, Schlösser öffnet usw. und vom Specht gefunden
wird (vgl. Hwb. dt. Abergl. 8,314-320 s.v. Springkraut):
daz kraut haizt ze latein herba meropis, daz spricht
paumhäckelkraut BdN
380,16;
daz paumhäckelkraut, daz diu sloz auftuot ebd.
430,4
MWB 1 956,42; Bearbeiter: Plate
boumklimmære
stM.
‘Baumkletterer’
nû sön wir lernen ûf klimmen an daz kriuze mîns lieben herren Jêsu Kristi. welz
sint nû die rehten boumklimmer? PrNvStr
293,15
MWB 1 956,49; Bearbeiter: Plate
boummate
F.
‘Wiese mit Baumbestand’
danach die biegmathe [...], danach boͮmmathe
UrkCorp (WMU)
207,7
MWB 1 956,53; Bearbeiter: Plate
boum|öle
stN.
auch boumolei.
‘Olivenöl’
oliva haizt ain ölpaum [...]. des fruht
haizt ze latein oliva und sein saf, der auz den frühten kümt, haizt oleum und haizt ze
däutsch paumöl BdN
335,5;
man pflac in der alden e, / swen man under der diete / konige und priester wiete,
/ daz man in daz houbet wole / mit gesegentem boum ole / bestreich allenthalben
HeslApk
15730;
ein grille stirbet, swer ûf in giuzet / boumöle, swenne ez üm in fliuzet
Renner
20042.
20422;
merke daz boum ole, win vnde honic, also uil si edeler sint, also
uil sint si bezzer zu der ercenie SalArz
27,36;
der selbe saf mit boumolei in di oren gegossen, vertribet den
orswern Macer
21,15
MWB 1 956,56; Bearbeiter: Plate
boumrîch
Adj.
‘reich an Bäumen’
do was der garte pawm reich. / sein obs das was wunnicleich HvNstAp
12523
MWB 1 957,6; Bearbeiter: Plate
boumschabe
swFM.
ahd. boumscaba swF. und boumscabo swM., vgl. AWB
1,1303f.
‘Hobeleisen, plana’
plana ferrum quo planatur lignum id est boͮmscabo SummHeinr
2:418,395;
plana: boͮmschabe VocBV926
3:639,23
MWB 1 957,9; Bearbeiter: Plate
boumtragære
stM.
Sekundant beim Gerichtskampf, der für den Kämpfer eine hölzerne Stange trägt, um
sie ─ unter festgelegten Bedingungen ─ zu seinem Schutz zwischen ihn und seinen Gegner
zu stoßen (vgl.
boum
3
):
ist aber, daz ir [der Kämpfer] einer des boumes gert,
alse recht ist, den sal man darstozen; di sigewarten sullenz aber heizen, unde wenne si
heizen di boume uzzihen, so sullen di boumtreger uzzihen StRFreiberg
166,12;
di boumtregere sullen sie [die Kämpfer] nichtes irren
zu rechte; wen welchir den boum eischet unde sin gert, deme sullen si in geben ebd.
165,19
MWB 1 957,14; Bearbeiter: Plate
boumtroufe
F.
‘Bernstein’
electrum: boͮntroffa VocOpt
14.036
MWB 1 957,26; Bearbeiter: Plate |