bârtuoch
stN.
‘Tuch zur Bedeckung des Leichnams, Bahrtuch’
similiche so si daz bartuch ane griffen so clebiten in di hende darzu
PrMd
33
MWB 1 446,56; Bearbeiterin: Baumgarte
bâruc
stM.
Titel des Kalifen (arab. ‘der Gesegnete’):
ze Baldac [Bagdad] / wære ein sô gewaltic man, /
daz im der erde untertân / diu zwei teil wæren oder mêr. / sîn name heidensch was sô
hêr / daz man in hiez den bâruc Parz
13,21;
Wh
466,27;
ain vogt uͤber alle haiden / ist mins bruͦder sun baruk WhvÖst
13319;
Brun
10320;
JTit
701,2
u.ö.
– übertr. auf andere nichtchristliche Herrscher:
er ist ain reicher waruck. / gehaissen ist er Abacuck / von
der grossen romaney HvNstAp
7243
u.ö.
MWB 1 446,60; Bearbeiter: Diehl
bârucambet
stN.
‘Herrschaft, Amt des bâruc’
dez [Herrschers] bâruc-ambet hiute stêt. /
[...] / heidensch orden man dort siht: / ze Baldac
nement se ir bâbestreht / [...] / der bâruc in für sünde /
gît wandels urkünde Parz
13,25;
daz baruchammet zu Baldag, / dem nihtesniht gelichen mag / an keim irdishen
namen Rennew
18517;
JTit
872,4.
2834,2
MWB 1 447,7; Bearbeiter: Diehl
bârucstuol
stM.
‘Thron des bâruc’
so vil wir haben gewaltes mere / dann Akerin von sinem baruc stuͦle
JTit
907,3
MWB 1 447,14; Bearbeiter: Diehl
barûn
stM.
(auch mit sw. Pl., z.B.
Lanc
523,8
u.ö.)
Bezeichnung, Titel geistlicher oder weltlicher Fürsten (afrz. baron,
vgl. LexMA 1,1476f.):
vürsten, grâven, dise unt die, / und swen man vür den barûn
sach Wh
278,11.
264,13;
Parz
785,7;
vil barûne, / des landes cumpanjûne Tr
9761;
do ward manig betschelyr / ze harnasch wol peraittet schir, / ritter und
warun. / vil manig stoltzer garczun / lieffen weytten in di lant HvNstAp
7297;
barûne und lanthêrren HvFreibTr
517;
dinen herczogen und dinen greven und dinen princen und dinen
barunen Lanc
246,27
MWB 1 447,17; Bearbeiter: Diehl
barûnîe
F.
‘Gesamtheit der Barone’
Marke und sîn barûnîe / die bâten an der stunde / alle alse
ûz einem munde Tr
4166
MWB 1 447,29; Bearbeiter: Diehl
barvuoʒ
Adj.
‘mit nackten Füßen’
also dem, der da paruͦz gêt, der stoͮb clebt zvͦ den vͦzzin
Spec
52,28;
und wer er och an eime fusse barfus, er sol sich niht sumen untz er och den
andern schuch angelege UrkEls
2,156
(a. 1336);
WernhMl
6008.
– vom Pferd ‘unbeschlagen’
ein ors das was wol beslagen, / und ein barfuoz pfäret Parz
256,14
MWB 1 447,32; Bearbeiterin: Baumgarte
barvuoʒbruoder
stM.
‘Barfüßermönch, Franziskaner’
Heinrich von Huxere, / ein barvuzbruder und predigere / und lesemeister zu
Meideburg Brun
12461;
weder barfuozenbrüeder noch prediger noch grâwe müniche PrBerth
1:306,10
MWB 1 447,39; Bearbeiterin: Baumgarte
barvuoʒe
swM.
‘Barfüßermönch, Franziskaner’
Franciscum [...] / wie erlich er chumpt fur Got / mit
seinen parfüzzen Vät
40737;
hi an disime sermon lerit ein barfuzzin lesemeistir [ein
Lesemeister der Barfüßermönche] wi sich di sele haldin sal
Parad
6,37;
alz prediger vnd parfuͦzzen vnd augustiner orden sind, vnd auch etzleich ander
oͤrden, die da predigent vnd peicht hoͤrnt RechtssA
A19,18;
SchülerA
A218;
UrkCorp (WMU)
N170,4
MWB 1 447,44; Bearbeiterin: Baumgarte
barweide
stF.
‘Weide zur gemeinschaftlichen Nutzung’
daz nieman dekâine barwâide mag verkoͧfen noch verkumbern âne alle die
gîemainde, die da zuͦ horent UrkCorp (WMU)
1262,11
MWB 1 447,53; Bearbeiterin: Baumgarte
barwen, barn
swV.
zu bar Adj., Adv.
1
‘sich offenbaren’ (vgl. bar 1 ) 2
‘sich von etw. freimachen’ (mit Gen.d.S.) (vgl. bar 2 )
1
‘sich offenbaren’ (vgl. bar 1):
der stein [...] ist von zwein tugenden, / die sich
[...] / an im wol beide barwen HeslApk
21973
u.ö.
2
‘sich von etw. freimachen’ (mit Gen.d.S.) (vgl. bar 2):
ich wil recht gen Rom varen / und mich meiner sunden parn Teichn
346,52;
ir muͤst mir borgen noch daz jar, / daz ich mich der schulden par ebd.
520,36
MWB 1 447,57; Bearbeiterin: Baumgarte
barwîp
stN.
Frau aus der Gruppe der → barschalken:
quedem femina Hiziwip nomine aliquantule libertatis (parwip) UrkEnns
1,748
(13. Jh.)
MWB 1 448,1; Bearbeiterin: Baumgarte
barz
Subst.
Name verschiedener Pflanzen
1 Kaperngewächse (vgl. Marzell 1,787) 2 Tamariske (vgl. Marzell 3,258ff.)
1
Kaperngewächse (vgl. Marzell 1,787):
caparis: bartz VocOpt
48.097
2
Tamariske (vgl. Marzell 3,258ff.):
tamariscus: bartz VocOpt
50.291
MWB 1 448,5; Bearbeiter: Schnell
barzen
swV.
‘prahlen, protzen’
sie vachten gar wol paide / mit also grosser grimickait /
[...] / sie grinen an einander an, / gunden gar ser do
partzen EckenlE7
155,10
MWB 1 448,9; Bearbeiter: Schnell
base
swF.
1
‘Tante’ , i.d.R. Schwester des Vaters 2
‘Nichte’
1
‘Tante’, i.d.R. Schwester des Vaters:
[Jakob] sprach er wâre ire
[Rahel] basun sun Gen
1276;
mîn veter und mîner basen sun Wh
255,9;
ich Wernher unde ich Katherine von Westhoven, des hern Huges selgen kint
[...], unde ich Helike, des selben Huges swester unde
des vor genanten Wernhers unde Katherinen base UrkCorp (WMU)
N362,4;
SpdtL
131,12;
Herb
2568.
– selten auch für die Schwester der Mutter:
Josweizes basen tohter sun / was der künec Ehmereiz
Wh
389,14.
350,3
2
‘Nichte’
jch her Dietrich von Túselingen [...] vergihe an
disem brieve [...] durh bette miner vorgenanten basvn der
Meierin [Dietrich ist Oheim der Meierin]
UrkCorp (WMU)
2182,41
MWB 1 448,13; Bearbeiter: Schnell
Baseler, Basler
stswM.
1
‘Baseler’ als Bezeichnung für eine Münze 2
‘Baseler’ als Bezeichnung für einen Messertyp, Dolch
1
‘Baseler’ als Bezeichnung für eine Münze:
umbe sechs phunt basileren, die danne ze Basil genge und gebe sint
UrkCorp (WMU)
2312,19.
40,28
2
‘Baseler’ als Bezeichnung für einen Messertyp, Dolch:
man hat verboten [...] daz dhein burger weder in der
stat noch auzwendig niht sol tragen dhein silberin gürteln
[...] dhein welhisch messer noch dheinen basler
NüP
217;
wel man zu Meinze inne woninde ist, der rutinge dregit odir swert odir
beseler, der sal uz Meinze varin ein vierteil iaris MainzFriedgI
101;
daz hat nu ain swert umb geben / und ain baßlar lang da neben Teichn
588,118
MWB 1 448,27; Bearbeiter: Schnell
bäselîn
stN. (swN.
RvEWh
13129
)
Dimin. zu base:
ach vroͮwe, raines baͤselin RvEWh
12687;
vil liebes baͤselin ebd.
13139;
uf ir baͤselinen schos ebd.
13129
MWB 1 448,40; Bearbeiter: Schnell
basenkint
stN.
‘Kind der base’
und sint dis die mage: bruͦdere und bruͦderkint und swesterkint, eheimes kint,
muͦmenkint, vetternkint, basenkint UrkCorp (WMU)
N 238 AB,15;
jener geiz und dirre boc / wêrn basen kint Renner
7458
MWB 1 448,43; Bearbeiter: Schnell
basensun
stM.
‘Sohn der base’
amitinus: basensun SummHeinr
2:3,15.
1:119,60
MWB 1 448,48; Bearbeiter: Schnell
basîlie
swSubst.
‘Basilikum, Basilienkraut’ (als Heilpflanze):
unde mugestû gewinnen basilien die wurz, die mische dâ zuo
Barth
144,11;
von dem basiligen. basilicon haizt ain basilig. daz ist ain
kraut, daz hât gar ain edeln smack BdN
387,3;
diu sint gestalt sam der basiligen pleter ebd.
391,31;
basilisca: basilie VocBV947
3:537,20.
– sonst in der lat. Form:
basilicon ist heiz vnde trucken vnde zu loset daz fleuma
SalArz
21,55
MWB 1 448,50; Bearbeiter: Schnell
basilisc
Adj.
→
beselich
MWB 1 448,59;
basiliske
swM.
‘Basilisk’ (schlangenartiges Fabelwesen, dessen Blick tötet):
ez dimpf et [l. eht
] uz irs augen blicke / totlicher untrost uff der vart / reht nach
basilisken art! Minneb
1288;
dû gîtiger basilisken zagel Ottok
63503.
– i.d.R. in der lat. Form basiliscus:
basiliscus haizt ain unk. der ist ain künich aller slangen
BdN
263,27;
der slangen künige fintlich, / der Basiliscus ist genant, /
gar giftig ist sin blick Mügeln
205,4;
Brun
2804;
HvNstAp
10148.
– in Verbindung mit asp:
ich aht iuch ze gelîcher wîs / ze dem wurme aspîs / und ze dem basiliscus. /
der art ist beider sampt sus: / der einen smeckt, den andern siht, / der enweders
mac genesen niht Georg
4201;
Vät
31988.
– Vergleich des Basiliskenblicks mit dem Neid:
der nît ist gein im selber blint, / gein andern liuten sint sîn ougen /
scherpfer und ouch unreiner tougen / denne eines basilisken sîn Renner
14359;
myn [des Neides] augen sint augen von basiliscus, /
die doͤdent wen sie aneblickent sus Pilgerf
8329
MWB 1 448,60; Bearbeiter: Schnell
basis
N.
‘Basis, Sockel’
zwo suͤl sint uf der ein den spiegel habende, / dar uf ein basis, uf die zwo
nu viere / suͤl gelicher lenge und ot aber ein basis richer ziere JTit
6240,3.
6243,2
MWB 1 449,16; Bearbeiter: Schnell
bast
stMN.
1
‘Bast’ (pflanzlicher Faserstoff unter der Rinde eines Baumes), selten auch
‘Rinde’
2 bildl. für Geringfügigkeit, oft zur Verstärkung einer Negation 3 jägerspr. ‘Haut (des Hirsches)’ , auch übertr. auf den Vorgang des
Enthäutens und Zerwirkens; nur Tr (vgl. H. Kolb, Ars venandi im
‘Tristan’ , in: FS Ruh, Tübingen 1979, S. 175-197, bes. S. 182f.)
1
‘Bast’ (pflanzlicher Faserstoff unter der Rinde eines Baumes), selten auch
‘Rinde’
wurz, este, ris, loub unde bast Mügeln
254,8.
– meist als Material zum Binden:
so binde is czu samen mit eyner wit odir baste odir
semdin [Schilf, Binse]
Pelzb
120,26;
man slîzet ab der wîden / ein bast vil sterker mit der hant, /
dann iezuo sî der minne bant KvWHerzm
545;
die gevangen si bunden / in die wegen vaste / mit stricken und mit baste
Ottok
84738;
Iw
4940;
Tr
2950.
– teilweise zeigt der Kontext, dass Bast als einfaches, wenig edles Material
angesehen wird (vgl. 2):
diu stîcledr von baste Parz
530,25;
Mechth
4:27,15;
HvNstAp
6752;
ez ist auch gesetzet, daz nieman in die sail, die niht pestein sint, kain past
inwendig darein wuͤrke NüP
157.
– übertr. für den (mit Band benähten) Saum eines Kleides:
do der kittel hette den bast / do sach ich froeiden richen last / des beines
ein vil wening blos MinneR 333
65.
– übertr. für die Dornenkrone Christi:
ich klage, daz dû dich solt phlihten / [...] / zuo
dem sældenrîchen bast, / den got ûf sînem houbte truoc Ottok
63648
2
bildl. für Geringfügigkeit, oft zur Verstärkung einer Negation:
ez was im anders sam ein bast [es war ihm sonst
gleichgültig]
Iw
2635;
ich sag iu ein bast [überhaupt
nichts]
ebd.
6273;
dise veste [...] ist sô vast, / daz
si ne vorhtent niht ein bast / uns noh alle di nû leben SAlex
6994;
doch vorvienc iz nicht ein bast HeslApk
14851;
Eckh
1:103,7;
Kreuzf
3392;
Hiob
6740.
– in der Wendung ein fûleʒ/ fûler
~ :
daz schilt unde sper benamen / zerbrâsten als ein fûlez bast EnikWchr
16847;
EnikFb
3622;
rehte als ein vûler bast Krone
16380;
daz si als einen fulen bast / in vnd den keiser ahte Martina
165,40;
Er
2798
3
jägerspr. ‘Haut (des Hirsches)’, auch übertr. auf den Vorgang des
Enthäutens und Zerwirkens; nur Tr (vgl. H. Kolb, Ars venandi im
‘Tristan’, in: FS Ruh, Tübingen 1979, S. 175-197, bes. S. 182f.):
und bâten, daz er [Tristan] si den
bast / von ende zende lieze sehen Tr
3462;
hie mite sô was der bast bereit ebd.
2920;
seht [...] meister, deist der bast /
und alse ist disiu kunst getân ebd.
2922
MWB 1 449,20; Bearbeiter: Schnell
bastart
Adj.
‘unecht, minderwertig’
einez was ein pflûmît, / des zieche ein grüener samît; / des niht von der
hôhen art: / ez was ein samît pastart Parz
552,12
MWB 1 449,63; Bearbeiter: Schnell |