bastart
stM.
nicht eheliches Kind, außereheliches Kind ständisch ungleicher Eltern (i.d.R. Sohn
eines Adligen und einer nicht standesgemäßen Frau):
die bruder alle gemeine, / groz vnd kleine, / ez were der
basthart / oder von der edeln art Herb
6729.
4809.
12703;
bin ich geborn von iwer art, / so muͦz ich sin ein basthart: / iwer wip langer
ist verlorn / danne daz ich wart geborn Rennew
13116;
Jephte van sinem bruder wart / abgewurfen als ein basthart HistAE
1624;
JTit
4696,3;
dû muost ein basthart sîn êlôs und erbelôs PrBerth
1:413,29
MWB 1 450,3; Bearbeiter: Schnell
bastëlkopf
stM.
→
pastelkopf
MWB 1 450,14;
bastête, bastêde
swF.
→
pastête
MWB 1 450,15;
bastîe
F.
‘Bastei’ (vorspringender Teil eines Festungsbaues):
ainn man warf, den anndern schoz, / da mit erwert man die pastey!
Suchenw
18,485
MWB 1 450,16; Bearbeiter: Schnell
bästîn
Adj.
‘aus Bast’
er zersluoc den satel dâ se inne reit / [...] / mit
bästînen buosten [Riemen] / bant ern aber wider zuo
Parz
137,10.
137,1.
256,21;
Przemisl graif mid der hant / in sin taschin, dy was pestin Dalimil
5,46;
ez ist auch gesetzet, daz nieman in die sail, die niht pestein sint, kain past
inwendig darein wuͤrke NüP
157
MWB 1 450,19; Bearbeiter: Schnell
bastlist
stM.
jägerspr. ‘die Kunst, einen Hirsch zu enthäuten und zu zerwirken’
vil kündeclîche enbaste er / beidiu sîniu hufbein, / besunder
niht wan beide in ein. / ir reht er ouch den beiden liez, / den brâten, dâ der rucke
stiez / über lanken gein dem ende / wol anderhalber hende, / daz die dâ cimbre
nennent, / die den bastlist erkennent Tr
2906
MWB 1 450,26; Bearbeiter: Schnell
bastsite
stM.
jägerspr. ‘Vorgehensweise beim Enthäuten und Zerwirken eines Hirsches’
daz ist der rehte bastsite: / diu lât er iemer dar an, / der
die brust gelœsen kan Tr
2894;
nu sehet an disen bastsite [Fütterung der Hunde
mit herausgelösten Eingeweiden]
ebd.
3035
MWB 1 450,33; Bearbeiter: Schnell
basûne
swF.
→
busîne
MWB 1 450,39;
bat
stN.
1
‘Bad’ (nicht immer können der gefüllte Badezuber und der Vorgang des Badens
unterschieden werden) 1.1 Wasser in einem Zuber (zur Reinigung, Erfrischung des Körpers oder zu Heilzwecken) 1.2 das Baden im Freien (selten) 1.3 übertr., meist in relig. Kontext 1.3.1 bezogen auf Tränen (zum ‘Bad der Tränen’ aus Reue vgl. Ps 6,7) 1.3.2 bezogen auf das Taufwasser 1.3.3 bezogen auf Blut (hier zur Läuterung der Seele) 1.3.4 bezogen auf Pech und Schwefel in der Hölle, ‘Höllenbad’
1.3.5 bezogen auf das Fegefeuer 2
‘Badehaus, Bad (als Haus oder Raum, in dem gebadet wird)’
3
‘Quelle’
1
‘Bad’ (nicht immer können der gefüllte Badezuber und der Vorgang des Badens
unterschieden werden)
1.1
Wasser in einem Zuber (zur Reinigung, Erfrischung des Körpers oder zu
Heilzwecken):
ein bat hiez er bereiten, / wan er [...] /
sweizic unde râmic wart Er
3654;
daz bat wart schire dar getragen. / iz wart gewermet ze
rechte ReinFu
K,2008;
in den selben jaren meid er ellú bad, beidú wasserbad und sweisbad, dur
ungemach sines zartsuͦchendes libes Seuse
46,2;
ÄJud
145;
Herb
1168;
Eracl
3583;
BdN
384,18.
– das Bad zu Heilzwecken:
so setze den sichen in ein lauez bat eine kurze wile
SalArz
67,19;
vnde sal in setzen in bat uon swebeligem wazzer ebd.
56,2;
is hilfet ouch, ob si sich in dem bade dicke bahet
nidertalp dem nabele Macer
1,4;
man sol avch alle mittichen den siechen ain bade machen
SpitEich
40,20
1.2
das Baden im Freien (selten):
an deme anderen tage. do gi dev chuneginne ze bade
[im Nil, Ex 2,5]
VMos
32,17.
– hier ironisch:
gein der muntâne / kêrte sînes hers genuoc, / des man sît
dâ vil ersluoc; / etlîche ouch gein des meres stade. / al gewâpent hin zem bade
/ man manegen vürsten kêren sach Wh
436,8
1.3
übertr., meist in relig. Kontext
1.3.1
bezogen auf Tränen (zum ‘Bad der Tränen’ aus Reue vgl. Ps
6,7):
si bereite aber ein bat / mit weinenden ougen AHeinr
518;
so sich diu [die Tochter des Pharao, Ex
2,5] badot und weschet in dem bade der riuwe dc si hât
gemacht ûz ieren zehern PrSchw
2,111;
o sunder, nu irkunde / dine groze missetat! / louf hin zu der bichte
bat, / twach dich [wasche dich] mit der ruwe zar
[l. zâher
] ! Daniel
3514
1.3.2
bezogen auf das Taufwasser:
do er [hl. Nikolaus] in sin erste bat / in
ein wazzer wart geleit Pass III
6,52;
[Christus ließ sich taufen] durch daz daz die
toufe geheiliget wuͦrde [...] zu einem seligen bade
und reinicheit al der christenheit PrLpz
158,5
1.3.3
bezogen auf Blut (hier zur Läuterung der Seele):
doch sint si [u.a. der gute
Schächer] getoufet sat / in irs selbes blutes bat TvKulm
3214.
– bezogen auf Christi Blut:
wan alz groz dein [Christ] lieb ist, alz
haiz ist auch daz pad des prünnen, der von deinem herczen sprang
Baumgart
112,10
1.3.4
bezogen auf Pech und Schwefel in der Hölle, ‘Höllenbad’
ein bat gemachet, gemischet von fúr und von beche,
von pfuͦle, roͮch und stanke. [...] da lagen die
selen inne gelich als die krotten in dem horwe Mechth
3: 15,30.
3:15,50;
wand er uns irloset hat / von des gluenden ovens bat [
de inferno Dan 3,88]
Daniel
1516;
die sitzent in den finstern baden / vnd ligent in des dodes schaden
EvStPaul
5834;
Udo
563
1.3.5
bezogen auf das Fegefeuer:
[im Fegefeuer] da ieglich sele nimt ir bat
Pass III
582,52
2
‘Badehaus, Bad (als Haus oder Raum, in dem gebadet wird)’
diseme phlaster sol man den rudigen mennischin ribin in dem
bade odir ze der sunnun Ipocr
268;
ich wære ê nacket âne tuoch, / sô ich in dem bade sæze, / ob ichs questen
[Badewedel] niht vergæze Parz
116,3;
unde dô der unverzagt / kom ze Marchpurc in die stat, / er gie zehant in ein
bat Ottok
5656;
KgvOdenw
4,45
3
‘Quelle’
ist aber daz ertreich sweflik, als do die haizzen pad
enspringent, so fuͤrt der dunst mit im aschen und feur und verprent doͤrfer und stet
KvMSph
17,28
MWB 1 450,40; Bearbeiter: Schnell
batalieren
swV.
‘kämpfen’ (von afrz. batailler):
die burger bâten in dô sâ / daz er [...] / ir
wahsende ritterschaft / mit ritters schimphe zierte / und mit in batalierte, / daz
sie mit schimphlîcher wer / lêrten wol ir jungez her / vehten RvEAlex
3514;
der konig von Uber der Marcken was gebatelliert zu
strytt [kampfbereit]
Lanc
198,3
MWB 1 451,42; Bearbeiter: Schnell
batalierre
stM.
→
batelirre
MWB 1 451,49;
batalje, batelle
stF.
1
‘Kampf, Schlacht’ (von afrz. bataille ) 2
‘Heerhaufen, Schar’
1
‘Kampf, Schlacht’ (von afrz. bataille):
die ritter sagen hut das die patellie sere groß sy gewesen
und der strit starck Lanc
239,12.
126,5;
dâ von huop sich dô michel strît / und ein patelle ritterlich KvWTroj
11961;
RvEAlex
3521;
von starker patalje huop sich vil ofte nôt WolfdA
400,3;
KvWTurn
945;
Reinfr
16946.
– übertr.:
wenne wir an unsim ende ligen / und mit dem tode vaste krigen / mit mancher
starken batalja, / so kumt der prister ane falja [ohne
Fehler] / und brenget eine salbe so / gemachet uz oli und balsamo
Brun
5769
2
‘Heerhaufen, Schar’
da sie dem konig entflohen waren und von im komen waren, da
samelten sie ir volck wiedder zuhauff und machten zwo patellen Lanc
76,25;
er reit úber das waßer mit sim here und macht sin batailien,
er beschiet syn here ebd.
236,31;
die inren ritter pflâgen / mit mangem helde snelle / daz sî in patelle / dik
ûz ze velde ritten / mit ritterlîchen sitten / und suohten tjostiure Reinfr
15710
MWB 1 451,50; Bearbeiter: Schnell
bataljen, batellen
swV.
‘kämpfen’ (von afrz. batailler):
die selben besaz Riwalîn / und gab ûz voller hant dar în /
bataljen unde strîten Tr
387;
herre Johannes von Liehtenberg [...], der patellete
mit den ußern, daz er sü schedegete me danne an 15 hundert pferden ClosChr
60,4;
eins andern tages hub sich ein batellen von den Romern und des keisers dienern
ebd.
66,10
MWB 1 452,6; Bearbeiter: Schnell
bataloen
stM.
‘Kriegerschar, Abteilung’ (vgl. Rosenqvist 1,78, nach Bartsch, Karlmeinet, S.
266 ‘Schlachtordnung’):
na desen worden alzo hant / quam der konynck Aygolant / vs der stat van
Panpilone / ind mit eme eyn her schone / ind zoch vp eyn velt breyt, / dat da vur
stoent breit, / ind machde synen bacoloon [l. bataloen
] da / van syme volck wa ind wa Karlmeinet
357,2
MWB 1 452,14; Bearbeiter: Schnell
bate
stF.
von nd. bate, hierher auch obd. bazze.
1
‘Vorteil, Gewinn, (guter) Zustand’
2
‘Zins, Steuer’
1
‘Vorteil, Gewinn, (guter) Zustand’
allez, daz ich ie gwan, / lant, burge, dinstman. / ez kvmet
allez wol zu baden Herb
2697;
sie hetten pancir, kollir, / krocanir, testir, / armysen vnde
platen, / geschutze in guten baten ebd.
4738;
erferest du [Minner] nach bazze, / daz sie
[Merker] erfuren dinen strich
[Weg]
Frl
7:38,13;
doch schein her als durch einen schaten / sime jungeren in sulchen baten, /
als her den jungeren irschein HeslApk
2138
2
‘Zins, Steuer’
→
bëte
stF.
MWB 1 452,22; Bearbeiter: Schnell
bate, pate
swM.
1
‘Taufpate, Pate’
2
‘Patenkind’
1
‘Taufpate, Pate’
dit getruͦch sich zu einer hogezit / daz man daz aller beste
wip / cristen machen wolde. / die ire paten werden solden, / daz waren zveine kunige
GrRud
Gb 4;
da han ich eynen ritter besprochen von morde, der mir mynen
patten ermordet Lanc
37,13;
hêre ind pate mîn, / ir solt uns wilkome sîn Crane
1053
2
‘Patenkind’
ich sag vch gewerliche: / redet min pate tvmpliche, / daz ist
niht wunder, deswar, / von dev er treit noch daz garzehar ReinFu
K,548.
K,1211;
da begegent im ein ritter, der des konigs Bans pate was
Lanc
7,23.
511,16;
RvZw
168,10
MWB 1 452,33; Bearbeiter: Schnell
bâte
stF.
→
bëte
MWB 1 452,45;
batêle
swM.
‘kleines Schiff, Boot’ (aus afrz. batel):
Tristan der sante boten zehant / in zwein batêlen wider lant
Tr
12528
MWB 1 452,46; Bearbeiter: Schnell
batelirre, batelierre
stM.
‘Kämpfer, Schleuderer’ (von afrz. bateilleir
‘Kämpfer’ oder von mlat. paterellarius
‘Schleuderer’, vgl. Vorderstemann, Fremdw., S. 215-217):
die werlîche kômen dar, / slingære
[Steinschleuderer] und patelierre, / der was ein
langiu vierre Parz
183,7;
slingære und patelirre [
dirre :
] , / sarjande unde schützen / [...] / die
erhuoben mit gemeiner kraft / einen sturm bî der naht Wh
223,10;
dar nach zwei hundert tusent waren varnde / ane slinger, patelierre
JTit
6192,4
MWB 1 452,49; Bearbeiter: Schnell
batelle
stF.
→
batalje
MWB 1 452,59;
batellen
swV.
→
bataljen
MWB 1 452,60;
batelôs
Adj.
‘trostlos, hilflos’
dô diu sêle ir voget verlôs, / dô wart sî sô batelôs, / si gestuont in manegen
riuwen Tund
1176
MWB 1 452,61; Bearbeiter: Schnell
batônje
swF.
‘Betonie, Betonika, (Heil-)Ziest’ (Stachys betonica, Lippenblütler, vgl.
Marzell 4,460-464; LexMA 1,2085)
1 als Heilpflanze 2 als Zauberkraut
1
als Heilpflanze:
swem diu ougen tunchel sîn, der nem patônjen unde welle si in
einem wazer unde trinch des wazers Barth
145,12;
batenie gesoten unde getrunken ist guͦt den, di mit arbeiten
pissen Macer
38,2
u.ö.;
von der patonigen. betonica haizt patönig. daz kraut ist
haiz und trucken [...] und seineu pleter sint zuo erznei
guot BdN
386,21;
BenRez
11;
Ipocr
52
2
als Zauberkraut:
wan du solt niht geloben an zober [...] noch an die
nahtfrowen noh an der agelstrun schrien [...] noch an die
battaͤnien PrGeorg
5,2;
meide ûf der heide / hiwer an einem vîretage / suochten under in ein krût: /
batonje sô ist ez genant und grabent altiu wîp Neidh
WL 22:2a,4;
sô geloubent etelîche an bœse hantgift. sô gênt etelîche mit bœsen batônjen
umbe PrBerth
1:264,29;
BdN
430,4
MWB 1 453,1; Bearbeiter: Schnell
batônjekrût
stN.
‘Betonie, Betonienpflanze’ (als Zauberkraut):
ez habent auch andreu kräuter gar wunderleicheu werch, sam
patönigekraut und eisenkraut BdN
380,20
MWB 1 453,20; Bearbeiter: Schnell
batônjenkorn
stN.
‘Samenkorn der Betonie’ (hier zur Abwehr von Zauber):
Macer sprichit daz, daz peyonyen korne den kinden an den hals
gehanghen groze helfe bringen OvBaierl
87,24
MWB 1 453,24; Bearbeiter: Schnell |