ëbenslëht
Adj., Adv.
1
‘gleichmäßig, ausgewogen’
2
‘flach’
3
‘übereinstimmend’
1
‘gleichmäßig, ausgewogen’
ez muoz immer ebensleht / vil stæte an uns beiden sîn / iuwer triuwe und ouch
diu mîn Bit
7234;
von der geschepfde [von der äußeren
Beschaffenheit der Adern] ist zewekenn das si sol sein sinwele an
dem umbkraiß unnd ebenschleht HvHürnh
46,6.
–
‘ruhig, gelassen, entschlossen’
disen grozen unvuc / leit der ware gotes knecht / durch got in demut
ebenslecht Pass III
382,20;
min wille ist daran eben slecht, / daz ich dir immer volge mite ebd.
541,34.
180,27;
ain piderman merkch ebenslecht, / wie lieb im sey sein eleych weib, / dar tzu
sein gŭt, dar tzu sein leib / und auch sein weltleich er Suchenw
39,200.
–
‘gleichrangig’
an den gotes geisten, / [...], /
die alle engel sint genant, / so groz herschaft ist irkant, / die da treit ein
dem andern obe, / doch [ist] allez in dem gotes lobe /
vireinet und eben sleht Vät
15291;
sîn [Gottfried] süeziu bluot
ebensleht [mit der Dichtung Hartmanns und
Wolframs] / wæhe reine vollekomn RvEAlex
3144;
der [Nicht-Makedonen] reht und
der Mâzen [Makedonen] reht / ist mir allez ebensleht /
und wil gevolgec gerne sîn ebd.
19576
2
‘flach’
es ist das aller schonist land, / eben slecht als ain handt
HvNstAp
4301;
[sie] zugen den buhel [Erdwall]
in [l. în, sc. in den Befestigungsgraben] ,
/ daz er ebenslehte wart, / alsô daz in diu vart / hin zuo behende was
Ottok
48965
3
‘übereinstimmend’
‘pâr’ und ‘gelîch’ sint ebensleht / und ist an in kein
underbint, / wan daz si mit den worten sint / gesundert und gescheiden
KvWTroj
664
MWB 1 1477,42; Bearbeiter: Runow
ëbensnël
Adj.
‘gleichermaßen kräftig, gewandt’
bi dem selbin her, / der waren sibin hundirt / dafúr uz
gesundirt / das in was ietwedir hant / ebin snel ze strite irchant
RvEWchr
21323
MWB 1 1478,9; Bearbeiter: Runow
ëbenspil
stN.
in der Wendung: jmdm. ein
~ tuon
‘es einem gleich tun’
dem swin ein ebenspil er tut mit willen Frl
11:9,5
MWB 1 1478,13; Bearbeiter: Runow
ëbenstarc
Adj.
1
‘gleich stark’
2
‘von angemessener Kraft’
1
‘gleich stark’
hab dîn valschen gougelbühsen dâ, / wær ich dir ebenstarc, ich slüeges an daz
houbet dîn Walth
38,6
2
‘von angemessener Kraft’
ebenstarc und vollenhôch / was ez [das
Pferd] zu mâze wol dem man HvFreibTr
1644
MWB 1 1478,16; Bearbeiter: Runow
ëbenstrenge
Adj.
‘gleich mächtig’
den rîchen was er ebenrîch / und ebenstrenge an guote, / den armen an muote /
was er genædig unde reht KvWTroj
40807;
blibit iz [
ditz vremde lut
] sus di lenge
/ daz iz uns ebin strenge / wirt. und sterkir dan wir sin ChristhChr
11584.
–
‘ganz unerbittlich’
so was doch sin [Pharaos] herze
irkant, / sin muͦt und sin geverte / ebin strenge und ebin hertte, / biz das
er an alle wer / irtranch in dem roten mer RvEWchr
11049
MWB 1 1478,22; Bearbeiter: Runow
ëbensuoʒe
Adv.
‘gleichermaßen angenehm’
ein insola, die heizet Perdita, die ist ebin schoͤne
vnde ebin gruͤne vnde wazset eben suͦze alse daz paradyse
Lucid
39,2
MWB 1 1478,32; Bearbeiter: Runow
ëbenswære
Adj.
‘gleich schwer’
den phaffen unt den schuldigen hât gebunden / ein ebenswærer
beie [eiserne Kette]
Priesterl
606
MWB 1 1478,36; Bearbeiter: Runow
ëbenteil
stM.
‘gleicher Anteil’
in [den Bewohnern der Himmelsburg] ist eîn alter,
êines rîches ebentêil Himmel
32;
wen sie zum ersten an daz tor / des rechten gelouben giengen
/ [...] / daz sie den zu gote bekanten / der mit in uf der
erden gienc / und eben teil ir durft enpfienc HeslApk
11304
MWB 1 1478,39; Bearbeiter: Runow
ëbenteilec
Adj.
‘in gleichem Umfang teilhaftig’
da zu daz sie sich heilic / machen und eben teilic / den
gotes engelen dort HeslApk
22124.
21362;
mit heiligen allen ebentailich Christes [interl. zu cum
sanctis omnibus consortes Christi
]
PsM
H 96,4.
– subst.:
des wolde ir got ze lône geben / gemeinschaft aller heilegen / und ir
ebenteilegen, / der heilegen engel mitewist EbvErf
3794.
4321
MWB 1 1478,45; Bearbeiter: Runow
ebentiure
stF.
→
âventiure
MWB 1 1478,53;
ëbentiure
Adj.
‘ebenbürtig’
im [König Ladislaus] diu
gehiwer [die treffliche Elisabeth] / was wol
ebentiwer: / kunic Karles tohter si was Ottok
24427
MWB 1 1478,54; Bearbeiter: Runow
ëbentiuren
swV.
1
‘etw. wertmäßig ausgleichen’
2
‘etw. gleich hoch schätzen, gleichstellen’
1
‘etw. wertmäßig ausgleichen’
swederthalbe di lævt edeler od reicher sint, di
[Akk.] suln vier man, di wir darzv weln, ebentivren
UrkCorp (WMU)
345,17.
–
‘jmdm. etw. im gleichen Wert ersetzen, ausgleichen’
vnd ob in daz gut wurde an gewunnen vor reht, so schul wir ins ebenturen
mit anderm vnserm gut UrkCorp (WMU)
998,24;
so schvl wir in die selben hvbe mit andern vnsern aigen erstaten vnt
ebenteuwern ebd.
N464,28;
UrkPölt
317
(a. 1335)
2
‘etw. gleich hoch schätzen, gleichstellen’
als man datze Ungern tuot, / dâ man kleinât und meidem
[Hengste] guot / gegen landen kan ebentiwern
Ottok
7916
MWB 1 1479,1; Bearbeiter: Runow
ëbentiursatzunge
stF.
‘Sicherheitsleistung’
fur alle die, die furbaz tail oder recht daran [an dem
Zehnten] suchent [...] ze rechter
aebentevr vnd auch ze rechtem gewern vnd scherm fur alle ansprache, als lehens
recht, aygens reht vnd aebentevr satzzunge reht ist UrkHeil
2,149
(a. 1332)
MWB 1 1479,15; Bearbeiter: Runow
ëbentrehtec
Adj.
1
‘gleichrangig’
2
‘einträchtig, harmonisch’
1
‘gleichrangig’
sô drukchet got ouch etelichen ze anderre lûte bezerunge dc
er ebentrahtich wirt ainime ieclichen TrudHL
142,25
2
‘einträchtig, harmonisch’
Concordia, sit daz sie git / so grozen fruͦmen zu aller zit, /
so sollen wir ebentrehtig sin HvNstGZ
765;
volkomen ist, ebentræhtic, sin herschaft, diu nicht slifet JTit
6,1
MWB 1 1479,21; Bearbeiter: Runow
ëbenunge
stF.
1
‘Schlichtung, Versöhnung’
2
‘Gleichheit, Ebenmaß’
1
‘Schlichtung, Versöhnung’
Vlrich Wakerzil, Jacob von Dirnstein vnt manich biderbe man, di an vnser
ebenvnge waren UrkCorp (WMU)
345,6;
daz disiv ebenunge ymmer mêre von ietwederm teile stête vnde vnverbrochen
ewichliche belibe ebd.
597,28;
man moht wol hie ze Stîre klagen / die ebenunge, diu dâ
geschach Ottok
2577.
28614;
Wartb
Rs 61,9;
Vät
23727
2
‘Gleichheit, Ebenmaß’
frowen sich [...] die diete wande du
[...] rihtes die liute in der ebenunge [
iudicas populos in aequitate
] unde die diete an der erde gerihtis PsWindb
66,5;
wir megen ebenunge unde reht behuoten ebd.
10,Oratio
MWB 1 1479,28; Bearbeiter: Runow
ebenus
M.
auch ebanus.
‘Ebenholz’
ein holz, daz heizet ebenus. daz enfulet niemer, daz uerburnet
niemer Lucid
38,9;
ebanus haizt ain eiban. der paum wechst
[...] in India und in der môrn lant. wenn man den
abhawet, sô wirt er hert als ain stain BdN
321,3;
ain holtz daz haizzet ebenus, / dar uz der schilt gehawen was
WhvÖst
3990.
3662;
KvWTroj
30014;
Flore (S)
2071
MWB 1 1479,41; Bearbeiter: Runow
ëbenvanc
stM.
‘gleichmäßige Abgabe’ (?):
requirendo ab ipsis vel alteri eorum viginti, triginta, vel quadraginta marcas
aut minus vel magis quod ebevang vulgariter nuncupatur UrkFrankf
1,350
(a. 1297)
MWB 1 1479,49; Bearbeiter: Runow
ëbenvar
Adj.
‘von gleicher Farbe’, mit Dat.:
sin bart was [...] ebenvar sinem hare
Lentulusbrief (W)
575
MWB 1 1479,54; Bearbeiter: Runow
ëbenvërrer
stM.
‘Parallelkreis zum Äquator’ (vgl. Glr.z.St.):
der ebennehter mit den vier klainen kraizzen haizzen die fuͤnf
ebenverrer, [...] daruͤmb haizzent sie die ebenverrer, daz
zwen gegen ain ander genomen geleich abstend von ain ander an allen iren stukken
KvMSph
32,12.
32,18
u.ö.
MWB 1 1479,57; Bearbeiter: Runow
ëbenvërrerinne
stF.
‘Parallellinie zum Himmelsäquator’ (vgl. Glr.z.St.):
sehs lengen ebenverrerinne dem ebennehter
[...] tailent daz gantz wonhaft viertail
[der Erde] in siben stuͤkke KvMSph
52,18
MWB 1 1479,63; Bearbeiter: Runow
ëbenvol
Adj.
‘gleich voll’
in dem twalme wahsen an einem halme / siben eher schoniu dei waren eben volliu
GenM
85,12
MWB 1 1480,4; Bearbeiter: Runow
ëbenvrî
Adj.
‘gleichermaßen frei’
vone Chames sculde wurden allerêrist scalche. / ê wâren si
alle eben vrî unde edele Gen
767
MWB 1 1480,7; Bearbeiter: Runow
ëbenvröuwen
swV.
refl. ‘gleiche Freude haben, sich mitfreuen’ (mit Dat.):
wenn die sele gelabet wirt und gevesstent, so ebenpilldet und
ebenfreuet sich ir der leib HvHürnh
30,10
MWB 1 1480,10; Bearbeiter: Runow
ëbenwâc
stM.
‘ruhige See’
der ûf dem ebenwâge swebet, / sô er den wint ze wunsche hât Er
7795
MWB 1 1480,14; Bearbeiter: Runow
ëbenwâge
stF.
‘Ausgleich (Bild der ausgeglichenen Waage), angemessene Gegengabe’ (Komm.z.St.
vermutet Übers. von lat. compensatio):
daz du herre gewerdest [würdigst] dise cherzen vnde
disiv dinch, daz si sin din sælbes ebenwage BenRat
85
MWB 1 1480,16; Bearbeiterin: Baumgarte |