e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
ebreze
F.
‘Eberraute, Eberreiß’ (Artemisia abrotanum, vgl. Marzell 1,412f., s.a.
ëberwurz
):
abrotanum heiset zu dute ebreze Macer
2,1.
2,9
u.ö.
MWB 1 1482,63; Bearbeiterin: Baumgarte
êbruch
stM.
‘Ehebruch’
ebruch benymt gewisheit noch / des worhaften erbekindes
Hiob
11702;
meister, diz wip ist begriffen an dem e
bruche [Hs. bruche
]
EvBerl
35,2
MWB 1 1483,1; Bearbeiterin: Baumgarte
ecclesie
swF.
‘Kirche’
die gesihte bezeichent uns, daz die ecclesie etteliche rittere
nû sal haben, der begerunge sie der ecclesien vîende mit craft ze vertrîbene
StatDtOrd
24,10
u.ö.;
Spec
133,17;
UrkCorp (WMU)
93,40;
Thomas der erzebischof, / der durch siner ecclesien hof / begriffen wart und
erslagen Pass III
53,2
MWB 1 1483,5; Bearbeiterin: Baumgarte
ech
swM.
ein Seeungeheuer:
echinus [heute fachspr.: ‘Seeigel’
] haizt ain ech. der visch ist halpfüezig,
[...], und ist sô kreftig, daz er ain schef still helt
BdN
251,5;
die echen sint der krebzen geslähtes,
[...], wan si habent auch dorn an der füez stat ebd.
251,21
MWB 1 1483,12; Bearbeiterin: Baumgarte
echisch
Adj.
‘aus Aachen, Aachener’
so sal si nemen echsche penninge, zweilf schillinge vor die marc
UrkCorp (WMU)
255,29
MWB 1 1483,18; Bearbeiterin: Baumgarte
echîtes, etîte
M.
auch achitas (vgl. Suolahti 1,44;
Krone
15713;
Engelen, Edelsteine, S. 187) und
entices [La. echites, ethites
]
HvNstAp
18155;
afrz. echite, lat. echitis; zur Mischung von
echitis und aetites vgl. Rosenqvist 1,101.
ein Edelstein:
Jacobus spricht, daz der adlar ainen stain hab in dem nest,
der haizt echides oder gagates. der hât inwendig ain andern stain in im
BdN
166,32.
445,11;
ein stein ist etîte genant, / [...]
der ist dicke und rôter var. / den hât niwan der adelar / hôhe ûf sîme neste
Volmar
373;
Parz
791,14;
VocOpt
52.038
MWB 1 1483,21; Bearbeiterin: Baumgarte
ëcht
→
êhaft
, →
eht
MWB 1 1483,32;
echtec
Adj.
→
êhaftec
MWB 1 1483,33;
echten
swV.
→
ehten
MWB 1 1483,34;
ecidemôn
stN.
auch zedamon und dezedemon.
ein (Fabel?-)Tier; vor allem bei Wolfram und Texten unter seinem Einfluss;
vermutlich aus ichneumon (eine Schlangen tötende Tierart), vgl. A. Groos,
Wolframs Schlangenliste (‘Parzival’ 481) und Pseudo-Apuleius, in: Licht der
Natur, hg. von J. Domes, 1994, S. 129-148; veraltet ‘Hermelin’
(vgl. J. Siebert, Ecidemôn, ZfdPh 62
(1937) S. 248-264).
1 das Tier 1.1 als Symbol der Reinheit (s. Siebert, S. 258ff.) 1.2 als Schlangentöter 1.3 als Giftschlange (wohl versehentlich in der Schlangenliste, vgl. Groos, bes. S. 136-139) 2 das Fell des Tieres 2.1 als repräsentativer Fellschmuck 2.2 als das Denken verstärkende Kopfbedeckung
1
das Tier
1.1
als Symbol der Reinheit (s. Siebert, S. 258ff.):
durch der minne condwier / ecidemôn daz reine tier / het
im ze wâpen gegebn / [...], / diu küngîn Secundille
Parz
741,16;
ezsydemôn, ein tier, dîn pflac, daz was gar sunder galle Loheng
27.
68.
432;
Wartb
Rs 5,7.
– i.d.R. als Wappentier:
ich trage ein ecidemôn / ûf dem schilde, als si mir
gebôt Parz
768,24.
739,16.
756,24;
Tedalûn, / [...] vuorte
ecidemôn daz tier, / des Feyrafîz ze wâppen pflac Wh
379,26.
444,8;
der eren hoch geselle, [...] / von Tasme hat
ein pfelle. dar inne vert gebilde nach dem tiere / ecidemon JTit
3010,3.
3363,3
u.ö.
1.2
als Schlangentöter:
er truog ouch durch prîses lôn / ûf dem helme ein
ecidemôn: / swelhe würm sint eiterhaft, / von des selben tierlînes kraft / hânt
si lebens decheine vrist, / swenn ez von in ersmecket ist Parz
736,10;
(und wohl jünger:
Kolm (B)
Verz. Nr. 616
(¹Bop/1/524a)
vgl. Siebert, S. 250)
1.3
als Giftschlange (wohl versehentlich in der Schlangenliste, vgl. Groos, bes.
S. 136-139):
gein aspîs, ecidemon, / ehcontîus unt lisîs, / jêcîs unt
mêatrîs / (die argen slangenz eiter heiz / tragent) Parz
481,8
2
das Fell des Tieres
2.1
als repräsentativer Fellschmuck:
der claider underzug sol sin / vech, zedemon und hermin
GTroj
3786
u.ö.
– adj. (?):
GTroj
24051
2.2
als das Denken verstärkende Kopfbedeckung:
eins dezedemôns hût er umbe bant, / diu gît dem hirne kraft Wartb
(S)
159,7;
er [
Samlon, der wîse man ( V. 827)] satztt
och uff daz hobett sin / ain hüttlin gar über lutt, / daz was ains zedemones
hutt, / die was im gütt für trurekaitt. / suss vand er den underschaid
GTroj
820
MWB 1 1483,35; Bearbeiterin: Baumgarte
ecke, egge
stswF., stN. (z.B.
HvNstAp
19570
s.u. 3 und
HvNstGZ
131
), eck
stN.
(stM. WeistÖ s.u. 2.1)
Aufgrund der Vieldeutigkeit des Wortes bleibt die Zuordnung und Deutung
zahlreicher Belege diskussionsbedürftig (vgl.
1.2
,
2.3
,
3
,
4.2
).
1
‘scharfer Rand, (scharfe/ klar abgegrenzte) Kante’
1.1 häufig ‘Schneide’ (bei zweischneidigen Waffen im Pl.; formelhaft mit den
Epitheta → scharpf und
brûn
; vgl. aber auch 2.2 ) 1.2 hierher ‘Seitenkante’ (vgl. AWB 3,76 egga 1b zur Übers. von
crepido ) oder zu 2.1
‘Ecke’
2 spitzer/ hervorstehender Teil von etw. 2.1
‘Ecke’ , aber auch der dazugehörige ‘Winkel’
2.2
‘Spitze’
2.3
‘Gipfel’ , übertr. wohl auch ‘höchster Punkt, Höchststand’
2.4 hervorstehendes Endstück, ‘Ende’
3 zur Bezeichnung verschiedener Geländemerkmale im Anschluss an 1 und
2 (z.B. Kreuzungen, Gipfel, Grate, Hügel, Halden, Ecken [und Grenzen?] von Feldern und Gehöften u.ä. [vgl. WMU 1,415 und SchweizId 1,156f.]) 4 in Wendungen 4.1
an allen ecken
‘überall’
4.2
über ecke(n) : unklar (z.T. zur Erklärung herangezogenes phras.
‘kreuz und quer’ ist nur für die Verbindung bunt über ecke
[erst frnhd.] gesichert) 4.2.1 bei SM:Go wohl ‘überall’ (vgl. NeidhWB
61 und Seelbach, Helmbr., S. 74) 4.2.2 im Helmbr wohl ‘querfeldein’
1
‘scharfer Rand, (scharfe/ klar abgegrenzte) Kante’
1.1
häufig ‘Schneide’ (bei zweischneidigen Waffen im Pl.; formelhaft mit den
Epitheta → scharpf und →
brûn
; vgl. aber auch 2.2):
speres ort, swert bare / wurden da gevrbort, / daz in
beide ecke vnd ort, / [...], / entweder in dem libe
blieben / oder, [...], / des mannes lip namen /
Herb
6702;
Wig
7356;
einen gêr vil scharpfen, [...] /
der ze sînen ecken harte vreislîchen sneit NibB
440,4;
Rol
3310;
Er
9259.
– auch für das ganze Schwert:
dô griffen di recken / zô den scarfin ecken / und
vohten mit nîde SAlex
3273
1.2
hierher ‘Seitenkante’ (vgl. AWB 3,76 egga 1b zur Übers. von
crepido) oder zu 2.1
‘Ecke’
die tavel [der Tafelrunde]
houbt noch ende / hât nicht weder hie noch dort, / nindert ecke noch kein
ort [nirgendwo Seitenkanten (?) noch Ecken]
HvFreibTr
1342;
der tigel hat dri ecke, / die gar ein
fletze [Boden] han [die Öffnung ist
ein gleichseitiges Dreieck]
Mügeln
343,1;
umbe den wurf der sorgen / wart getoppelt [
‘gewürfelt’ oder ‘ein Pasch geworfen’ (Bartsch/ Marti, Parz.
u. Tit. z.St.)] , do er den grâl vant, / mit sînen ougen, âne
hant / und âne würfels ecke Parz
248,13
(würfels ecke pars pro toto [Bartsch/ Marti, Parz. u.
Tit. z.St.]; vgl. das frnhd. Kompositum eckenwürfel [Tauber,
Würfelspiel, S. 75];
s.u.
2.3
)
2
spitzer/ hervorstehender Teil von etw.
2.1
‘Ecke’, aber auch der dazugehörige ‘Winkel’
wüehse das spitze egge, dâ das A stêt, êweklich, es enwurde niemer alsô
grôs als das stumpfe egge, das hinder im stât dâ das B stât, wand dis wêre
allezît spiz wie sêre es wüehse unde genes stumpf Vorsmak
1,445;
KvMSph
13,2;
ain ekke der gruntueste daz ist diu diemuͦt die wir habin
sulen umbe den lîp TrudHL
49,17;
RvEWchr
1282;
di sewl hette acht ecken HvNstAp
12000.
18000;
HvNstGZ
131.
– z.T. übertr. Teil eines Raumes/ Gebietes (auch mit dem Nebensinn der
Abgeschiedenheit) :
dâ het er bî im einen kruoc, / den er von ecken ze ecken truoc / in
der zelle hin und her Renner
22920;
da saß einer in eym eck, der het gesellenn nit Alph
306;
dô er die schrift gelas in einer ecken Wartb
Rs 16,6;
Lanc
235,9;
vnd in ainem ekk der stat was gepawn der turn, der hies Babel
Schachzb
113,37;
[des Erzbischofs Holz] des 7 eck
sind [sieben turnusmäßig wechselnde Waldgebiete zum
Holzschlag] , daz churtz eck,
[...], Haimbuͦchech
[...] daz si ie zuͦ dem jar einen ekk abnemen
WeistÖ
9,384 Anm.
(a. 1331).
–
‘Straßenecke’ (?):
her Eberhart der schvlthaiz von Rotwil, [...]
her Hainrich der wirt ander egge UrkCorp
N178,19
2.2
‘Spitze’
sumeliche namen [...] krumme isen /
[...] / in sinen lib si slugen / die scharfe ecken
überal Pass III
122,69.
– im Ggs. zu snîde:
jglicher sin swert gewan / von der scheiden; mit nijde / das eck vnd
die snijde / jglicher sinem gesellen bot Krone
15512
2.3
‘Gipfel’, übertr. wohl auch ‘höchster Punkt, Höchststand’
da im sin [des Berges Oreb
] egge allir nehste lag, / da nieman ufe weidennes pflag / durh
der wilde ungeleginheit; / [...] / er
[Moses] treip zuͦ dem berge dar / nahir
RvEWchr
9398.
– höchster Stand des Schicksalsrades:
wene daz geding in eren gatt / und an der höchsten
egken stat, / daz ist uns dik worden kund, / es weltzett gern hin in den
grund GTroj
24774.
– hierher (?) ‘höchste Punktzahl der ougen auf den Würfeln
bei einem Wurf, der höchste Wurf (bei mehreren mögl. Würfen)’
ir [Frau Minne] habt mir
mangel vor gezilt / und mîner ougen ecke alsô verspilt / daz ich iu niht
getrûwen mac Parz
292,10
(andere Deutungen zu 292,10: ecke als
‘Würfelspiel’ [BMZ 2,2:507b,34ff.] und ‘Wurf’ [Bartsch/
Marti, Parz. u. Tit. z. St.]).
–
‘höchste Punktzahl, gewinnender Punktestand’ vielleicht auch
Parz
248,13;
(s.o. 1.2), dann etwa ‘‘ohne dass jmd. (die) Würfel in
die Hand genommen hätte und ohne einen guten Wurf’’)
2.4
hervorstehendes Endstück, ‘Ende’
zwêne man sint nû dâ / an eine tür gegangen / und tragent
eine stangen / alles twerches [quer] vor in / und
koment doch nimmer dar in, / si kêren danne ein ecke für SpdtL
106,22;
sînen tribelwegge [des Böttchers Schlegel
(euphemistisch)] den nam si in die hant / mit sîner slehten
egge KLD:GvN
39: 4,3;
die vier ecke an deme crúce betútent die geloͮbe vnde die
zuͦuersiht vnde die ware minne vnde verendunge guͦter werke Lucid
112,10
3
zur Bezeichnung verschiedener Geländemerkmale im Anschluss an 1 und
2 (z.B. Kreuzungen, Gipfel, Grate, Hügel, Halden, Ecken [und
Grenzen?] von Feldern und Gehöften u.ä. [vgl. WMU 1,415 und SchweizId
1,156f.]):
den steik hin bis an daz ekke der wuesthub UrkCorp (WMU)
462,4;
ein acher an Sêhaltv̂n, ligent an dem velde vnd an der egge ze Horgen ebd.
395,27;
zwo hvͦbe am langen ekke ebd.
2328A,16;
von sime guͦte, daz da lit an Buͦcholter egge ebd.
1120,29,22
u.ö.;
mir ist der tewrist man erslagen /
[...] / das det ain ungetrewer man: / er habt auff dem
ecke dort HvNstAp
19570
4
in Wendungen
4.1
an allen ecken
‘überall’
vnd swer vnreht wirbit / ane libe an sele stirbit / vnselic an allen eggen
Martina
108,29
4.2
über ecke(n): unklar (z.T. zur Erklärung herangezogenes phras.
‘kreuz und quer’ ist nur für die Verbindung bunt über ecke
[erst frnhd.] gesichert)
4.2.1
bei SM:Go wohl ‘überall’ (vgl. NeidhWB
61 und Seelbach, Helmbr., S. 74):
wol gezieret stât diu grüene heide: / daz loub uber
eggen / kiuset man bî den tolden wunneklîche SM:Go
3: 1,2;
jârlang gruonet loup über egge / vil schône ze walde
ebd.
2a: 3,1
4.2.2
im Helmbr wohl ‘querfeldein’
über velt [La. vber ecke
] wil ich draven / âne angest mînes verhes / und alle welt
dwerhes Helmbr
416;
ez müezen rinder vor mir lüen / die ich über ecke trîbe ebd.
367;
daz ich niht ensnurre / mit den andern über ecke / und die gebûren
durch die hecke / niht enfüere bî dem hâre, / daz ist mir leit zewâre ebd.
371
(vgl. auch ‘kreuz und quer’ [2DWB 7:45,45], ‘hin und
her’ [Seelbach, Helmbr., S. 74], ‘beiseite, davon’ [Lambel,
Helmbr. Anm.z. St., so auch Übers. Tschirch])
MWB 1 1484,12; Bearbeiterin: Baumgarte
eckeht
Adj.
1
‘eckig, kantig’ (vgl. ecke 2.1 ) 2
‘spitz, stechend’ (vgl. ecke 2.2 )
1
‘eckig, kantig’ (vgl. ecke 2.1):
die stain ir gestalt in der erden nemen nâch der stete
schickung, [...], sei aber diu stat ekkot, sô werd der
stain auch ekkot BdN
427,24.
428,1;
doch ist daz gersten korn / alumme eckecht, unde vorn / spitz
Daniel
2320;
die wunden waren vrisch und bluͦtig, und etlich waren sinwel
und etlich eggeht Seuse
199,5
2
‘spitz, stechend’ (vgl. ecke 2.2):
ez ist ein eckechter grat [Fischgräte] , / o we, der
sich leit entwer / als man in wil slinden! Pass III
673,68
MWB 1 1486,10; Bearbeiterin: Baumgarte
eckehûs
stN.
‘Eckhaus’
swer von des Schoͤnnecgaeris eckehaus untz an daz Taltor uf dem marcte lat
[...] mist oder holtz ligen StRMünch
278,12;
einen rechten myst an eyme eckehuͤse Pilgerf
10800
MWB 1 1486,20; Bearbeiterin: Baumgarte
eckel
stM.
‘Stahl’
nâch lêr der meister wîsen / wart er [der
Rammbock] beslagen mit îsen / und an dem orte über al / mit
wehsem [scharfem] eckel unde stâl Ottok
31185;
von dem hvndert echkels V pfenn[ing] UrbBayJ
480;
wann man das wasser auf silber geusset, / so wirt es hertter an der frist /
dann stachl oder ekchel ist Seifrit
4974;
ErnstB
3676;
Teichn
10,91.
– auch für das Schwert:
dâ liezen sie vil drâte / die liehten ekkel schînen. / den künic mit den sînen
/ valten sie mit swerten ErnstB
3443
MWB 1 1486,25; Bearbeiterin: Baumgarte
eckelîn
stN.
Dimin. zu
ecke
1
‘Winkel’ (vgl. ecke 2.1 ) 2
‘Stückchen, Endchen’ (vgl. ecke 2.4 ) 3 Geländemerkmal (vgl. ecke 3 )
1
‘Winkel’ (vgl. ecke 2.1):
von dem schrenken komen ungleicheu und schilhendeu winkelein
oder eklein [
angulos impares et obliquos
]
KvMSph
29,9.
51,28
2
‘Stückchen, Endchen’ (vgl. ecke 2.4):
und sament sich alliu eklein des widerprechends in ain dicke
des scheins zuo ainem stuck ains kraizes BdN
98,20
3
Geländemerkmal (vgl. ecke 3):
von sime guͦte, daz da lit hinder dem egglin UrkCorp (WMU)
1120,26
MWB 1 1486,36; Bearbeiterin: Baumgarte
eckeln
swV.
‘stählen’
er meint sîn zunge. nû hüet iu / vor dem swert
[...] / daz gehertet und geeckelt ist / mit valscheit
und mit untriwen Ottok
77083
MWB 1 1486,46; Bearbeiterin: Baumgarte
1ecken
swV.
eine Reihe (z.T. okkasioneller?) verbaler Ableitungen zu →
ecke
1 zu ecke 1.2
‘schärfen’
2 zu ecke 2
2.1
‘eckig machen’ (vgl. ecke 2.1 ) 2.2
‘jmdn. mit etw. Spitzem verletzen’ (vgl. ecke 2.2 )
1
zu ecke 1.2
‘schärfen’
keiner hande ecken / kan si [die Sinne] so scharf
gesliͤfen / daz si da icht begriͤfen / waz mugen ader inphaen, / sint sich di sinne
nahen / czu im [Christus] nicht mugn gemachen
TvKulm
5088
2
zu ecke 2
2.1
‘eckig machen’ (vgl. ecke 2.1):
wanne under allen leiben, [...]
ist die sinbel form aller uͤmbgreiffigst, als du maht versuchen an ainem
wehseinem vazz, daz von ersten sinbel ist, ob du ez darnach ekest
KvMSph
12,18
2.2
‘jmdn. mit etw. Spitzem verletzen’ (vgl. ecke 2.2):
do wart her [Christus] geecket
an vumf hu [Hieben (5 Wunden Christi, vgl. Gl.z.St.)]
Brun
1257
MWB 1 1486,49; Bearbeiterin: Baumgarte
2ecken
swV.
zu ecke 1 (Schärfe) oder von anderer Herkunft? (vgl. 2DWB
7:48,70ff.
2ecken).
‘stinken, unangenehm (beißend, scharf ?) riechen’
er hât ouch zwâr eins gîres muot, / dem der smac sô sanfte tuot, / der von den
fûlen âsen ecket, / daz er in harte verre smecket LvRegSyon
2314.
– wohl hierher (es geht um einen Backenzahn) oder ‘eckig oder spitz
hervorstehen’ (
1ecken):
owe, truter man, / dir ecket lasterlich ein zan, / des dich nieman mac erliden
Zahn
64
MWB 1 1486,63; Bearbeiterin: Baumgarte
ecker, ecker(e)n
stM.
→
ackeram
MWB 1 1487,9;
eckerich
N.
→
ackerach
MWB 1 1487,10;
eckerlîn
stN.
→
äckerlîn
MWB 1 1487,11;
eckern
swV.
‘(Schweine) zur Mast mit Eicheln und Bucheckern in die Wälder treiben’ (vgl.
ackeram):
das ein iegelicher [...] burger oder inwoner zuͦ
Sletzstatt die swine [...] mag slahen und eckeran
StRSchlettst
7
MWB 1 1487,12; Bearbeiterin: Baumgarte
eckestein
stM.
‘Eckstein’ (kantig gearbeiteter Stein für Gebäude- und Mauerecken, mit
stützender oder strukturgebender Funktion):
unt mûrit danne dar ûf. dar zû hôrit danne mortere unt
vullesteine unt ekkesteine PrMd (J)
352,17;
HvNstAp
11987.
– übers. biblisches caput anguli und lapis angularis (vgl.
Ps 117,22; Is 28,16; Mt 21,42; Eph 2,20; I Pt 2, 4.8) bzw. nimmt Bezug auf diese
Stellen:
den steyn den dy muwerere vorsmeten der ist gemachet czu eyme
eckesteyne EvBerl
28,27;
ich wil senken in di gruntvesten Syon eynen vorsucheten
tuwirn ecksteyn, gevestet in di gruntvesten Cranc
Jes 28,16.
Jer 51,26.
–
si [die Apostel] sint die zwelf
eckesteine, die sante Iohannes in deme gotes rîche an der gruntueste der himelisscen
Ierusalem geleit sach Spec
124,17;
EnikWchr
12108;
Tauler
95,32.
– in bildl. Übertragung der Stützfunktion:
alsô soltû fliehen ze einem eksteine, daz ist der almehtige got PrBerth
1:558,21;
er [Roland] was ein rechter ecke
stain, / want in wafen nehain / in der werlt nie geseret Rol
5175;
her was [...]ein ekkestein der êren En
12621;
aller tugend ein eckestein EbvErf
3247.
– für die innere Ecke eines Bauwerks:
dô nu der liehte morgen schein / in des sales eckestein Bit
9634
MWB 1 1487,17; Bearbeiterin: Baumgarte
eckewëc (?)
stM.
→
eggewëc
MWB 1 1487,42;
edekouwen
swV.
→
itekouwen
MWB 1 1487,43; |