edelvrîe
swM.
(swF. ?, s.u. Mantel )
subst. Adj. (?), vgl.
adelvrî
.
‘Edelfreier, Adeliger’
jch Cvͦnrat, der edel vrie von Tengen UrkCorp (WMU)
3159,21;
ez muoste ein andriu für zehant, / die der künic selbe nant, / Gâweins âmîen,
/ die zwêne edelfrîen / schône für beleiten Mantel (W)
926;
Alexander der edelvrie BuchdKg (M)
94,36;
dar het durch kriechischiu lant / brâht ûz Türkîe / Walber der edel vrîe
[C und D der vrîe
] / zwelf hundert sîner man KlageB
356
MWB 1 1496,25; Bearbeiterin: Baumgarte
edelvrouwe
swF.
Kompositum und attr. Gebrauch von edele sind nicht zu
unterscheiden.
‘adelige Frau, Edelfrau’ (vgl.
adelvrouwe
):
in den ersten sieben jaren wol drißig edelfrauwen darinn
[in das Kloster] sich hetten begeben
Lanc
42,18.
– auch vor dem Namen als Standesmerkmal (attr.
edele
?):
man schribet allen rêten und burgern, als dú edel fruͦwe fro Beatrix von
Wolhusen durch der burger bette willen von dem kriege der Abteý lies
StBZürich
139;
UrkCorp (WMU)
N157,10.
3455,35;
nach wertlicher geburte waz si ein edel frow, si waz von dem
geslæchte Aser PrOberalt
23,38
MWB 1 1496,35; Bearbeiterin: Baumgarte
êdëns, êdënst
Adv.
→
êdës
MWB 1 1496,47;
êdës
Adv.
vereinzelt auch edeste(n) und edens(t).
‘früher, vorher’
si liezen slîfen gar ir habe / und lebten jæmerlîche, / die
êdes wâren rîche UvZLanz
70
u.ö.;
frau [...] ich bin uwer gefanger,
und hat mich der ritter zu uch gesant der myn öheim Segurates edes uberwant
Lanc
332,24
Will
87,10
u.ö.;
Ottok
29694;
Brun
5597.
–
sagent mir warumb ir edeste lachente Lanc
232,16.
–
sam ich davor edesten sprach Macc
544.
–
eine rede ich edens sprach, / do min munt offenbar jach
Brun
5508
u.ö.
–
bî des selben Otten tagen, / alse ich êdenst solde sagen, / Merseburc wart
alsô kranc EbvErf
396
u.ö.
(vgl. Anm.z.St.)
MWB 1 1496,48; Bearbeiterin: Baumgarte
êdëste, êdësten
Adv.
→
êdës
MWB 1 1496,61;
edictum
N.
hier noch lat.? (vgl. 2DWB 7:82,63).
‘Erlass, Anordnung’
der riche keiser gebot, / daz man die heidenschaf uirschielde
/ vnde die cristenheit ane gienge. / daz was sin edictum TrSilv
345
MWB 1 1496,62; Bearbeiterin: Baumgarte
êdürftige
swM.
‘der des (christl.) Glaubens (um Gnade zu finden) Bedürftige’ (?), die
Bedeutung von ê ist unklar (vgl. die abweichenden Vorschläge bei BMZ
1:364b,15ff. und Lexer 1,510):
daz ist diu hœhste güete, der sînen vînt mit liebe ze vriunt machet. diu zimt
dir, hêrre [Gott] , aller beste gein uns armen dînen
êdürftigen DvASchr
386,3
MWB 1 1497,3; Bearbeiterin: Baumgarte
effære
stM.
→
affære
MWB 1 1497,11;
effebêre (?)
stM.
‘Fangnetz’ (vgl.
bêre
), unklar ist die Deutung von effe, das Glr.z.St. übersetzt
‘Trugnetz’ (vgl.
effen
swV.), vgl. auch die frnhd. Bezeichnungen für Fischfangvorrichtungen
affe (FWB 1, 665) und affenberne (ZGO 4,83):
sô wê dir, bischolf Gêrhart, / daz in dich ie gestôzen wart
/ sô manic trugelicher sin, / dâmit dû ziuhest hin / in dînem
effebêr [Hss. auch êffper und æpphër
] / die fursten hôch und hêr Ottok
59271
MWB 1 1497,12; Bearbeiterin: Baumgarte
effede
stF.
‘Torheit’
er lebete cristenliche. / zu werltlichen sachen / wolde er sich selden machen:
/ virgenclich gescheffede / in duchte gar ein effede Elis
486
MWB 1 1497,21; Bearbeiterin: Baumgarte
effelîn
stN.
Dimin. zu affe
‘Äffchen’
alt und junge äffelein / di waren in dem garten fein
HvNstAp
13337.
19594
MWB 1 1497,25; Bearbeiterin: Baumgarte
effen, affen
swV.
1
‘jmdn./sich zum Narren machen, täuschen’
2
‘sich bewegen wie ein Affe’
affen
1
‘jmdn./sich zum Narren machen, täuschen’
do [am Brunnen] wart aber geeffet
der gief [Dummkopf] . / Ysengrin
[...] / sinen schaten sach er dinne, / er want, daz iz
sin minne / were ReinFu
K,866;
swaer aber ze sinen tagen komen ist, laet sich der aeffen,
der habe den schaden StRAugsb
126,16;
du hast dich selben geaffet StrKD
32,137;
daz sie aller werlde spot / nicht enmochte geeffen Pass III
619,13;
Iw
3546;
Wh
399,2
2
‘sich bewegen wie ein Affe’
→
affen
MWB 1 1497,28; Bearbeiterin: Baumgarte
effenlich
Adj.
→
affenlich
MWB 1 1497,38;
efferîe
stF.
‘betrügerisches Spiel’
si [...] betruͤgt in auch noch hut fur war. /
[...] / da von, vil suße mynne, /
[...] / umb ditz efferye / bit ich daz ir wolt richten
mir / uber sie nach miner gir Minneb
3958
MWB 1 1497,39; Bearbeiterin: Baumgarte
effinne
stF.
→
affinne
MWB 1 1497,44;
ege
F.
→
egede
stswF., →
agene
F.
MWB 1 1497,45;
ege
stFM.
‘Furcht, Schrecken’
dáz sîe míh besûochen. súmstunt mít ége. súmstunt mít smêiche
Will
73,5;
si sâhen vil dike / die grôzen himelblike, / die unmâzen
donreslege. / der chunich lait sô grôz ege, / daz er dannen muose entrinnen
Kchr
15345;
si teten im angest und ege JvFrst
5532;
Tund
1160;
Krone
10706.
1750
u.ö.
MWB 1 1497,46; Bearbeiter: Diehl
ege|bære
Adj.
‘erschreckend, furchterregend’
si wart zeinem slangen / grôzzem unde langem, / harte egebâre Exod
705;
nv horint furbaz als e / uon dem iungsten gerihte me / daz ist so egebere / so
grimme so swere Martina
203,71;
sîn varwe, [...] / diu wart noch rœter danne ein
bluot / und gap vil egebæren schîn KvWEngelh
5159;
RvEBarl
4564
MWB 1 1497,53; Bearbeiter: Diehl
ê|gëbære
stM.
‘Gesetzgeber’
want der herre unse richter, der herre unser egeber, der
herre unse kunig wirt uns seligen Cranc
Jes 33,22
MWB 1 1497,61; Bearbeiterin: Baumgarte
ege|bærlich
Adj., Adv.
‘erschreckend, furchterregend’ (vgl.
egesbærlîche
):
vnde sol gedenchin an die egberlichvn vrteilda dis heiligin
apostoli BrEng
25;
din name ist egberlich / allen den gewerlich / die in niht erkennint / und ane
vorhte nennint Martina
73,91;
so schriet er [der Pfau] vil egeberlich und weket
sich selben PrGeorg
262,21
MWB 1 1498,1; Bearbeiter: Diehl
ê|gedâht
Adj.
‘oben genannt, zuvor erwähnt’
so erteilt man oͮch in dem egedachten hof, das die gotzhus lút noch der vogt
kein einung machen sullent noch ab lan ân des gotzhus amptman WeistGr
1,162
(Anfang 14. Jh.);
UrkAarau
43
(a. 1332)
MWB 1 1498,9; Bearbeiterin: Baumgarte
egedære
stM.
‘jmd., der mit der Egge arbeitet’
erpicarius: egdere VocBV926
3:449,49;
erpicarius: egider VocBV287
3:669,21;
erpicarius: egidare SummHeinr
2:58,53;
arpagarius: egidare ebd.
1:146,434
MWB 1 1498,15; Bearbeiterin: Baumgarte
egede
stswF.
kontrahiert eide, auch aete (
Teichn
130,3
).
‘Egge’
er [der eynhorn
] wil sich zu dir nicht vrunden, / daz er dir dine egde zy / glich dem
pherde Hiob
14453;
swaz in enkegen reit, / daz wart vor in nider geleit / als
der hanf vor der eiden Ottok
7360;
des mannes sât die er mit sînem phluoge würket, diu ist
verdienet, alse diu egede dar abe gât SpdtL
214,13;
erpica vel arpaga: egida, eide SummHeinr
1:367,356;
aratrum et eiden UrbNAlteich
157.
– in Anspielung auf die Fabel vom Frosch, der unter die Zähne der Egge gerät
‘Man muss so viele Schläge erleiden, wie man Herren hat’ (vgl. Dicke/
Grubmüller, Nr. 165, TPMA 4,80f., 7,210f.):
‘allez herren!’ sprach der frosch, / gie diu eid über in, / ‘wie ich mit in
bekumbert bin!’ Helbl
8,531;
Teichn
130,3.
130,93
MWB 1 1498,19; Bearbeiterin: Baumgarte
egedëhse
swF.
auch eudechse und aydexe.
‘Eidechse’
sleht man ir [der Schlange] den
swanz ab, er wehset ir wider von nâtûr, sam der egdehsen BdN
260,8
u.ö.;
neme grune eudechsen vnde egelin SalArz
27,4;
aydexen und natren HvNstAp
9021;
lacerta, dicta quod brachia habeat: egidehsa SummHeinr
1:154,554
u.ö.;
egedehsa JPhys
12,1;
Renner
7304
MWB 1 1498,35; Bearbeiterin: Baumgarte
ëgele
swF.
‘Blutegel’
nim die egulun. div des mannes bluít svge. vnde brenne sie ze
pulvere Ipocr
344;
man schüll die egeln mit dornen stechen
[...], unz si die vergift lâz, die si in dem wazzer
genomen hât von den fröschen BdN
306,35
u.ö.;
PrBerth
2:110,27;
Pilgerf
8277
MWB 1 1498,43; Bearbeiterin: Baumgarte |