e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
ërdewase
swM.
‘Rasenstück’
die vüeze hâte er gesat / an eine wunderenge stat. / daz was
ein kleiner erdewase, / gewurzet âne kraft mit grase: / dar ûf enthielt er sînen val
RvEBarl
4623
MWB 1 1841,1; Bearbeiter: Tao
erdienen
swV.
‘etw. durch Dienst erwerben’
und solde mir ie dâ vone / geschehen deheiner slahte guot / daz einiu mînen
willen tuot, / des müese ich sî vil kûme erbiten, / wan daz ist nâch den alten siten
/ daz ichz vil kûme erdienen muoz ZwBüchl
741;
er vert dem wol gelîche, / sam er mit sîner hende an uns welle erdienen ein
künicrîche Kudr
1404,4;
sagen ein ander mære / wie bî dem künege wære / vil manic ritter unerkant, /
der golt bürge noch lant / an im erdienen wolde niht Bit
4073
MWB 1 1841,5; Bearbeiter: Tao
erdieʒen
stV.
1
‘laut ertönen, erschallen, erdröhnen’
2
‘mit einem Geräusch sich bewegen’
2.1 meist von Wasser, Tränen, Öl: ‘(aus etw. heraus, wohin) strömen,
rauschen’
2.2 von niederprasselndem Hagel 3
‘laut rufen, brüllen’
1
‘laut ertönen, erschallen, erdröhnen’
vil krefteclîche lûte manic pusûn erdôz NibB
808,1;
GTroj
25034;
nu vugete sichz daz in irdoz / ein stimme als eines menschen
lut Vät
25398;
Pass III
337,40.
526,68;
der Persen ruof vil lûte erdôz, / ir schal, ir singen wart
vil grôz RvEAlex
7031;
die Chriechen [...] schriern so gar permichlich / das
der schal darnach erdos / als es wer ein doner gross Seifrit
8647;
(refl.:)
die wapene also clungen / daz sich der schal wit erdoz Pass I/II
267,68;
vil kreftec an sin wange er sluc / einen slac, so rechte groz, / daz er witen
erdoz / so hin von sime schalle Pass III
402,94;
hey waz rîcher buckelen vor gedrange lûte erdôz!
NibB
585,4;
eyn swert, das in dem storm als eyn glack [Glocke]
erdoß Alph
1490.
–
‘widerhallen’
lvte began er singen do, / daz der walt von der stimme
erdoz ReinFu
K,245;
von des liutes schalle daz gebirge allez erdôz
NibB
961,4;
HvFreibTr
3568;
WvRh
11827;
Seifrit
6810;
dô sluoc der herre Sîvrit daz al daz velt erdôz
NibB
186,1.
2039,2.
– übertr.:
sô verre joch sîn lob irdôz / an gar ellinthaftir tât, / daz herzoge
Cunrât / zu Masow ouch dâ von vornam NvJer
1797;
der zwîtrachte prâlin / wûchs zu jungist alsô grôz, / daz iz vor dî hêrn
irdôz ebd.
9960.
–
nv waz ein vurste [...] / des gewalt wite erdoz
Pass I/II
177,45
2
‘mit einem Geräusch sich bewegen’
2.1
meist von Wasser, Tränen, Öl: ‘(aus etw. heraus, wohin) strömen,
rauschen’
daz wasser ob den wolken rant, / daz ez ergallmt und erdos
Minneb
31;
in den pful [...] / der in den
tale vluzet / unde uz der sunde irduzet Vät
19564;
do waz so groz sin mitedoln / daz im des herzen vlut erdoz / vnde zv den
ougen vz vloz Pass I/II
204,8.
swaz man im gutes guzet, / daz von genaden vluzet / und uf die reinen
erduzet Pass III
223,13.
– in Vergleichen:
Sybilla hette ouch vor gesaget / [...] als
man daz ervinde / daz ein olei erduzet / vnd als ein brunne vluzet, / so
wirt geborn der heilant Pass I/II
21,36;
man saget daz in der gruben [dem Grab des Apostels und
Evangelisten Johannes] / nidene an dem grunde / noch hute
[...] / manna daz brot erdieze / rechte als die
burnen vlieze / die uz der erden wallen ebd.
243,53
2.2
von niederprasselndem Hagel:
ein slôz [Hagel, Hagelkorn] / in dem heumânde
irdôz / mit ungewittere vil grôz, / in dem sich hernidir gôz / sô ungevûge
hagilstein NvJer
1291
3
‘laut rufen, brüllen’
als eines lewen stimme der rîche künec erdôz / mit herzen
leidem wuofe NibB
2234,2
MWB 1 1841,16; Bearbeiter: Tao
erdigelich
Adj.
‘den Bitten nachgebend, gnädig’
erbetelih erdigelih [
deprecabilis; Laa.: gehuldich, geflelich
] wis du uber scalche dine PsWindb
89,13
MWB 1 1842,1; Bearbeiter: Tao
erdigen
swV.
‘etw. durch Bitten von jmdm. (Gott) erlangen’
Mariam unde Martam, / die umbe dich irdigiton / daz ir brudir Lazarus ghenas,
/ der drie nathe begrabin was Paulus
37
MWB 1 1842,4; Bearbeiter: Tao
ërdîn
Adj.
→
irdîn
MWB 1 1842,8;
erdingen
swV.
1
‘(jmdm.) etw. vom Gericht zugestehen lassen’
2
‘etw. durch Gerichtsverfahren erlangen’
1
‘(jmdm.) etw. vom Gericht zugestehen lassen’
sprechen si abir, daz he nicht gestanden si [keinen formell
richtigen Eid abgelegt hat] , so muz man in anderweide manen, wend
im di holunge [Erlaubnis zur Verbesserung von
Formfehlern] gedinget ist. were im abir di holunge nicht irdinget,
so were der gezuk verlorn StRFreiberg
86,20.
129,14.
204,20;
wen he der holunge nicht irdinget hat unde des wandels, so
[...]
ebd.
205,18
2
‘etw. durch Gerichtsverfahren erlangen’
van den hundert marken [...], di he irdingt hadde
UrkNiederrh
3,128
(a. 1317).
– ohne Akk.-Obj.:
auch ist me gein den forgenanten foiden uͦzgedragen, wanne irs hofes ammetman
umme ir foitguͦd, umme ir zinse unde umme ir gulde nach des hofes rehte unde nahc
der lude urteile, die zuͦ rehte darubir sprechen sullint, erdinget unde gefronet in
der herren gewald; wer daz guͦd furbaz anegrifet ane der foide laube, der sal iz
ferbuzen mit der buͦze UrkFrankf
1,422
(a. 1303)
MWB 1 1842,9; Bearbeiter: Tao
erdinsen
stV.
1
‘etw. (Steine) tragen, fortbewegen’
2
‘jmdn. ergreifen’
3
‘kämpfen’
1
‘etw. (Steine) tragen, fortbewegen’
vil steine kint und wîp / ûf die were truoc, ieslîchs lîp /
sô si meiste mohten erdinsen Wh
97,1;
ab den bergen runse get, wit und groz von steinen. / ein starker wagen
erdunse, ich wen, her von dem reine kum ir einen JTit
6173,2
2
‘jmdn. ergreifen’
eins tags man in erdans / an dem selben geverte
Ottok
85996
3
‘kämpfen’
wir sein zu tewer / daz wiͤr mit den pawern zinsen. / wiͤr
muezzen auf dem veld erdinsen / mit schilt, mit sper, wir edel lauͤt, / da wir wagen
muezzen dw hauͤt Teichn
131,38
MWB 1 1842,29; Bearbeiter: Tao
erdiuhen
swV.
‘etw. erdrücken’, hier übertr.:
ir selde was erdieht, / dar zvo ir gelucke / dvr die bœsen tucke, / so siv der
megde zeigton, / da mit siv sich veigton Martina
1112,42
MWB 1 1842,41; Bearbeiter: Tao
erdiuten
swV.
‘(jmdm.) etw. kundtun’
nimanne er [der hl. Silvester] des vergonde / ob im
icht gutes geschach. / sin herze er stete dar uf
brach [richtete] , / daz er ez konde erduten / mit gute
allen luten Pass III
64,65;
ein ander antwort daz [nämlich, dass nur Joseph
und Nikodemus beim Begräbnis waren] bewêrt, / di von gotes willen
vert, / wan got erdûte iz alsô, / daz kein junger wêre dâ JvFrst
11239
MWB 1 1842,45; Bearbeiter: Tao
erdoln
swV.
1
‘etw./jmdn. erdulden, ertragen’
2
‘etw. überstehen’
3 (kausativ zu 1 ) ‘jmdn. etw. erdulden lassen’
1
‘etw./jmdn. erdulden, ertragen’
mir hilfet wol min got / alle dine pine erdoln Pass III
165,32.
380,13;
daz er solde alda erdoln / den tot mit vngemache Pass I/II
84,34.
286,28.
312,39;
vil kume mochte er daz lieht erdoln / daz von ir antlitze gie ebd.
388,25;
die kemerischen[...], / den die iuncvrowe was bevoln,
/ [...] enmochten nicht erdoln / diz unrecht an voller not,
/ als si den grozen goten bot Pass III
340,60.
–
dar uf sin ubel herze in truc, / er wolde in lenger nicht erdoln / und do
liez er in wider holn / und brengen vor die abgote Pass III
479,37
2
‘etw. überstehen’
[der jüdische Gelehrte Zara:] umme den namen
[Gottesnamen] ist ez gewant / also, daz er zu sure /
ist aller creature, / wand si in nicht gehoren mac. / siner worte herten slac / ouch
ein stein nicht mac erdoln Pass III
86,48;
mac er [der Zettel, auf dem der hl. Dominicus die Argumente gegen
Ketzer aufgeschrieben hatte] die hitze wol erdoln / sunder
brunst [ohne verbrannt zu werden] / so ist Dominicus
gerecht ebd.
356,38
3
(kausativ zu 1) ‘jmdn. etw. erdulden lassen’
o Cosma und Damiane, / ir heiligen merterere, / loset mich von dirre swere, /
die mich dirre wil erdoln Pass III
503,71
MWB 1 1842,54; Bearbeiter: Tao
erdorren
swV.
auch erdürren
Seuse
538,9.
‘dürr, trocken werden, verwelken, verdorren (und absterben)’
1 eigentl. 2 bildl. 3 in Vergleichen 4 übertr.
1
eigentl.:
[Urinprobe mit der Nessel:] ist si [
nezel
] grüene sam ê, sô geniset er [der Kranke]
wol; ist ave si erdorret, vil gewislîche sô stirbet er Barth
135,23;
sô gar was ez [die Pflanzen] verbrunnen / unt
erdorret von der sunnen KvFuss
1420;
do kom ain wurn und baiz [...] den boͮm hinz, dc er
erdorrot und [...] niderviel PrSchw
2,103;
wie schier verblichen, erdorret und erdarbet ist der bluͦme,
den disú welt brichet! Seuse
212,1;
EvAug
28,17;
her [Pelikan] walgert sich in dicken phuͦle oben
unde under / unde let den slim an im irdurren Meissner
12:3,6;
ist mir daz herz erdorret, / iedoch ich dester minner niht enweine JTit
5453,4.
– Part.-Adj.:
alle ertorreten bluͦmen Seuse
210,11
2
bildl.:
got aine treit die segense, dâ die iungen mitte ze der
gedigenhait gemêt werdent, daz siu howe werdent unde an in irdorrent die girde des
flaiskes TrudHL
123,10;
min kint, sich an, war ist der frœlich minnenklich meiie worden
[...]. [...] er ist erdorret.
und diu schœne bluost ist verrisen PrEngelb
194,49;
daz unser hertze so fuͤhte und so stætich si,
[...] daz der same dez hiligen gotes wortes hie ze uns
iht erdorre PrOberalt
52,10;
KvWGS
1576
3
in Vergleichen:
sam ein hov snelle erdorrent si [die Bösen] unde
sam daz chrut des grases schiere nideruallent PsM
36,2.
128,6.
89,6;
erdorret ist als div dahe [Scherbe] div chraft min
ebd.
21,16
4
übertr.:
er [der Engel] dwang
ime [Jakob] die huf, daz march swizte dar ûz, / same
in ime erdorrete swaz er gelustes hête Gen
1529;
ob daz hvr vnd des fleisches gelvste an vns ersterbent vnd erdorrent, so wirt
vns der segene gegebene [l. gegeben
]
PrFrgmLpz
379;
wie sú doch ettewenne zuͦmole engont in selber und zuͦmole
erdorret sint und alle goͤtteliche ding hinder sich werffent, doch hant sú eine
grosse vorhte, [...] also sú zuͦ in selber kumment, und daz
tuͦt der heilge geist Tauler
394,5;
wie ellú sinú [Jesu Christi] kraft
erdorret und sin natur ertodet Seuse
35,17;
swenne ich dich lan in trostlosem lidenne, in hertikeit
erdarben und ertorren ane alle suͤzikeit, als mich min himelscher vatter lie ebd.
273,31
u.ö.
MWB 1 1843,14; Bearbeiter: Tao
erdœʒen
swV.
‘etw. schallen, klingen machen’
alsô dicke wurden lân / die schüzze nider ûf sie. / ouch wart von slingen
würfen hie / erdœzet [Hs.: es toset
] manic helmvaz Bit
1601
MWB 1 1843,59; Bearbeiter: Tao
erdrëschen
stV.
1
‘jmdn. verprügeln’
2
‘jmdn. erschlagen’
1
‘jmdn. verprügeln’
im was zeblowen sin lip, / erdroschen was ovch wol sin wip
ReinFu
K,532;
die begunnen in wol erdreschen, / daz von keiner weschen, / diu in der hant
einen bliuwel hât, / weder hemed noch niderwât / nie sô wol gebliuwen wart
Fressant
347
2
‘jmdn. erschlagen’
da nu virlasch / Abel, den Cain irdrasch, / da floch er hin her und dar
HistAE
220
MWB 1 1843,63; Bearbeiter: Tao
erdrieʒen
stV.
‘jmdn. verdrießen, einer Sache überdrüssig werden’, unpers.
1 ohne Subj., mit Akk.d.P. und Gen.d.S. (oder Inf.-Konstr.) 2 mit sachl. Subj. und Akk.d.P.
1
ohne Subj., mit Akk.d.P. und Gen.d.S. (oder Inf.-Konstr.):
alsô chument iene uon eineme lastere zaineme mêren lastere.
wande si erdrûzzet alles daz siu gesehent guͦter dinge TrudHL
138,16;
einen engel sach er do / stan mit einem swerte bloz / gein
im, des in vil sere erdroz RvEWchr
16105;
do mich ungetrúwen menschen erdros miner pine, do gab mir got
disen trost Mechth
5: 2,14;
RvEWchr
19373;
PrGeorg
15,22;
JTit
3862,3
(La. zu verdriezen);
(mit Inf.-Konstr.:)
und ob mich erdrieze / ze fürdern iuwer êre / hinnen fürder iemer mêre, / sô
geswîche mir got Flore
5274.
– in negierten Sätzen:
in der gotelichen crahft / da sin si brinnendez liht / si
[die drei höchsten Engelchöre] ne irdruzet es niht
VMos
3,22;
derne [
der rede
] solde mich nîht erdrîzen / mahte ich ir genîzen / vor den
nîdêren JJud
5;
nu lern mit den hirten hie / din vih behúeten und dich, /
so let daz kint [Jesuskind] in gnaden sich, / der
nieman mag erdrizzen, / dich vinden, schowen, niessen SHort
1343.
–
niht ~ dürfen:
er bat sich lâzzen [gehen
lassen] , daz is sînen hêrren ieht dorfte irdrîzzen
Gen
1017;
ir mugent dâ manic dinc schouwen, / des iuch niht darf erdriezen
UvZLanz (K)
2423;
SM:UvS
21: 2,5.
–
sich (niht) ~ lâzen:
swes ein man wol allen tac / sô rechte lîhte engelten mac / und nimmer
niht geniezen, / des lât iuch, vriunt, erdriezen [La.
verdriezen
]
Er
7641;
(mit Inf.-Konstr.:)
so la dich nit erdriessen / arbait liden in gedult
SHort
1648
2
mit sachl. Subj. und Akk.d.P.:
in ein gaden er si stiez / und bat si drîn besliezen, / wan in begunde
erdriezen / ir clegelîche swære KvWTroj
23382.
–
niht ich iu gezellen kan, / wer die hundert rîter wæren; / ez müese iuch
beswæren / und billîch erdriezen UvZLanz (K)
5505;
iz ist zu vil und wil mich liht verdriezen [La.
erdriezen
]
JTit
1666,3.
932,3
(La. zu verdriezen);
Martina
22,108.
– mit Ersparung des Akk.d.P.:
des honeges süeze verdriuzet [La. erdriuzet
] , / sô mans ze vil geniuzet Freid
55,13
MWB 1 1844,7; Bearbeiter: Tao
erdringen
stV.
1 tr. 1.1
‘jmdn./ein Tier zu Tode drücken’
1.2
‘etw. durch Drängen erreichen, erzwingen’
2 intr. ‘sich verbreiten’
1
tr.
1.1
‘jmdn./ein Tier zu Tode drücken’
ez weren kint oder wip, / der behilt keinez den lip. /
sie wurden erdrungen oder irtrat, / do man rante in die stat Herb
3691;
swa der wech was enge, / da wart solich gedrenge, / daz
die swachen und iungen / ertreten und erdrungen / vil nach zetode warn
StrKD
70,82;
er wart ze tôde erdrungen RvEAlex
16573;
etslicher lebt, so was sin ors erdrungen JTit
4117,3.
– refl.:
uil manige tot uielen, / selbe si sich erdrungen
Rol
4449
1.2
‘etw. durch Drängen erreichen, erzwingen’
erdringest dû [Frau Minne] dâ [im
Herzen der Geliebten] dîne stat, / sô lâ mich in, daz wir si
mit ein ander sprechen Walth
55,23
2
intr. ‘sich verbreiten’
von dem ase groben stanc, / der vil witen erdranc Pass I/II
274,86
MWB 1 1844,49; Bearbeiter: Tao
erdroʒʒenlich
Adj.
‘umständlich’
einer hande zal, heizit epacte, die leret welhes tages der
mane enzundet werde. die ist swere unde erdrozzenlich MNat
15,13
MWB 1 1845,1; Bearbeiter: Tao
erdrücken
swV.
auch dir- (
Brun
A 2,8
).
‘jmdn. zu Tode drücken’
eins nahtis irdruhte si ir kint / und do si des rehte
empfant, / so das siz bi ir totis vant RvEWchr
32216.
32234;
EnikWchr
12285;
PrSchw
2,7;
PrBerth
1:32,9;
wa Bayngransz [ein Riese] hett gewölt vf jne /
gefallen sin, vf den sin, / er hette jne erdru̍cket Krone
27060;
das [Haus] vil nydir
[...] / und hat irdruket dine kint Hiob
890;
ein teil der want viel vnd erdructe sine ratgebin JenMartyr
10.
– übertr.:
swer vorschen wil die majestât, / der wirt erdrucket von der
êre [Prv 25,27]
LvRegSyon
3298
MWB 1 1845,5; Bearbeiter: Tao
erdrumen
swV.
‘etw. zerbrechen’
des libes totlichen gewalt / saltu [Maria]
nichtesnicht erchumen, / wande er [der Tod] din herze sal
erdrumen / sunder clegeliche not. / dich sal vellen nicht der tot, / wande er dich
sal vf stigen tvn, / mich zv schowene dinen sun Pass I/II
121,64
MWB 1 1845,17; Bearbeiter: Tao
erdulden
swV.
‘etw. ertragen, erdulden’
von den selben schulden / muoz ich genuoc erdulden / spot haz
unde nîden Eracl
2140;
dâvon er ouch mit nichte / in sîme angesichte / mochte den irduldin, / der dâ
lac in schuldin / unkûschlîchir unvlâte NvJer
9623
MWB 1 1845,23; Bearbeiter: Tao
erdünen
swV.
‘etw. tönen machen’
der gast nam an kreften zuo, / daz was Friderîch von Telramunt ze vruo, / sîn
slege dem doners krache wârn gesellet. / die erdünten im den gebel, / daz im vür diu
ougen viel ein vinster nebel, / mit sulcher kraft wart im sîn kopf erschellet
Loheng
2164
MWB 1 1845,29; Bearbeiter: Tao
erdûren
swV.
‘etw. ertragen, aushalten’
diu liebe noetet mich in jugent trûren. / ach, wie sol dan daz alter, / lât
siu niht ab, ir ungenâde erdûren? Hadam
167,7
MWB 1 1845,35; Bearbeiter: Tao
erdürsten
swV.
1
‘verdursten, (stark) unter Durst leiden’
2
‘durstig werden’
3 in der Konstr. sich nâch etw.
~ lân
‘nach etw. dursten, streben’
1
‘verdursten, (stark) unter Durst leiden’
seit aber nv niht hie bei / her Lvcans der schenche sei, / her bot, so gebet
den kopf dar, / e mein herr erdurste gar Krone
1801.
– jmdn./sich
~ lân:
der wil uns gern erdürsten lân NibB
966,4;
ez sîn künge od fürsten, / wes lânt se ir wirt erdürsten?
/ wan holent sim hie sîn goltvaz? Parz
147,6;
ez ist ein michel vngevuoch, / daz man einen fürsten / so starch lat
erdürsten / mit seinem aigen guot Krone
1805.
– Sprichw. (vgl. TPMA 2,334):
wer sich bi dem Rine erdursten lieze, / man zalt in zuͦ den lazzen, di da
lebent in selben ze widerdrieze JTit
3397,3
2
‘durstig werden’
stætlichen siht man hân / einen amtman / in ir hoven die
fursten, / swen die liut erdursten, / die in des ziehen ze rât Ottok
16664
3
in der Konstr. sich nâch etw.
~ lân
‘nach etw. dursten, streben’
nu nemet war / des hochgelopten fürsten, / der uf velde, in hürsten, / nach
eren unt nach werdekeit sich sus lat ertürsten: / wol ir, die in mit armen blank sol
drücken zuz ir munde JMeissn
A1:4,11
MWB 1 1845,39; Bearbeiter: Tao
ere
stSubst.
vgl. ahd. ero (AWB 3,427); zur Unsicherheit des Ansatzes s.
Etymol.Wb.d.Ahd. 2,1146f.
1
‘Ackerland’
2 stF., in Anlehnung an
ërde
1
‘Ackerland’
er chouft in des chuniges gwalt die ere manichfalt, / von des
lantes ente chouft er iz al ze des chuniges hente [vgl. Gn
47,20]
Gen
2615
=
GenM
104,16;
vgl. Gen
2605f.
2
stF., in Anlehnung an
ërde
:
wen si [die Ameise] den winter komen
weiz, / hat si icht behalden in der ere, / durch daz si hungers sich irwere, / daz
suchet si allez her vor Brun
450;
waz ich vort ie von eines site / sage, da meine ich den
andirn mite, / und waz ich sagete von der ere [Hs. here
] ie / di volge ich an dem [l. den, vgl. Bech,
ZfdA 40(1896), S. 70] hemil zie ebd.
2009
MWB 1 1845,60; Bearbeiter: Tao
êre
stF.
sw. als Personif. (unten unter 1.1.4).
1
‘hohe Geltung, hohes Ansehen, Ruhm’ und das, worauf sie beruhen: Macht,
Reichtum, Kriegserfolg und Rittertaten, Stand und Amt, Unbescholtenheit usw. 1.1 allgem. 1.1.1 als hohes Glücksgut unter anderen ( sælde, gelücke, heil, guot, lîp,
vrume, nutz usw.), neben ihnen bestehend, sie einschließend oder mit ihnen im Widerstreit liegend 1.1.2 Gegenteil von schande 1.1.3 nicht mit gemach, senfte vereinbar 1.1.4 personif. 1.2 an Herrschaft und Reichtum gebunden, übertr. diese selbst 1.3 gebunden an Überlegenheit in Krieg und ritterlichem Kampf, übertr. für
‘Sieg’
1.4 an Stand oder Amt gebundene Würden und Rechte, übertr. für den Stand, das Amt selbst 1.5
‘Standespflicht, Amtspflicht’
1.6 speziell: weibliche (der Jungfrauen und Frauen) 1.7
‘Vorrecht, Vorzug, Vorzugsstellung’
1.8 einzelne ehrenvolle Handlung 1.9 Fügungen und Wendungen 1.9.1 verbale 1.9.1.1 jmds.
râten, sprechen, singen, begân, tuon
‘raten, tun usw., was jmdm. bringt oder jmds. wahrt’
1.9.1.2 etw. ist jmdm. (ein) ~ getân
‘bringt ihm
’ (wörtl. ‘das zu tun, bringt ihm
’ ; zur Konstruktion vgl. 2
5 Mhd. Gr. § S 30,5) 1.9.1.3 etw. sint jmds. (Pl.) ‘etw. betrifft jmds. ,
wahrt jmds. , wird von jmds. gefordert’ , wohl nicht
‘bringt ihm
’ (Benecke zu Iw
2528 ) oder ‘steht in seiner Macht, ist sein Recht, seine
Befugnis’ (Bech zu Iw
2528 mit Verweis auf den Gebrauch wie
1.2
und
1.4
) 1.9.1.4 andere 1.9.2 in adverb. Präp.-Gruppen 1.9.2.1 im Sg., 1.9.2.2 im Pl., mit / nâch (jmds.) êren
‘auf (für jmdn.) ehrenvolle, würdige, standesgemäße Weise; unter
Wahrung des Ansehens, der Würde (von jmdm.)’
1.9.3 abhängig von einem Nomen 1.9.3.1 als Gen.-Attr. eines Subst., meist vorangest. 1.9.3.2 als Gen.-Erg. zu einem Adj. 2
‘Glanz, Pracht, Herrlichkeit’
3 von Wirtschaftsgütern und -gebäuden ‘guter, gepflegter Zustand’
4 von Gemeinwesen ‘Wohlfahrt’
5
‘Privileg, Recht’ (speziell ‘Verfügungsgewalt über Lehen’ [WMU]?; vgl.
unten UrkCorp
1197 und MLLM 1,649 s.v. honor 14
‘Beneficium, Lehen’ ) 6
‘Ehrerbietung, Respekt, ehrenvolle, zuvorkommende Behandlung’
6.1 allgem. 6.2 in der Wendung guot vür / umbe ~ nëmen sind ursprüngl. die
bezahlten Dienste eines Spielmanns gemeint, besonders Lobreden, die dem Ansehen
eines Herren dienen; dann auch umgedeutet zu ‘das Gut der Ehre vorziehen’
(vgl. MF:Anm., S. 245 zu 21,31 =
MF:Sperv
1:8,3 mit Belegsammlung und Verweis auf frühere Literatur) 6.3 in Präp.-Gefügen mit in, mit, zuo 7 vereinzelter rechtssprachl. Gebrauch 7.1
‘Ehrschatz’ als Handänderungsgebühr 7.2
‘gerichtl. Strafgebühr’ (?) 8
‘Ehrgefühl, Ehrenhaftigkeit’ (selten deutlich von "äußerer" Ehrauffassung zu unterscheiden)
1
‘hohe Geltung, hohes Ansehen, Ruhm’ und das, worauf sie beruhen: Macht,
Reichtum, Kriegserfolg und Rittertaten, Stand und Amt, Unbescholtenheit usw.
1.1
allgem.
1.1.1
als hohes Glücksgut unter anderen (sælde, gelücke, heil, guot, lîp,
vrume, nutz usw.), neben ihnen bestehend, sie einschließend oder
mit ihnen im Widerstreit liegend:
swer an rehte güete / wendet sîn gemüete, / dem volget
sælde und êre Iw
3.
4855.
5531
u.ö.;
des sî pfant mîn sælde und êre Parz
269,30;
div werlt iv vollen lon geit / [...], / so
chvmt iv zegewinne / ir ere [...]: / zesælden seit
ir gecelt / vnt gelvke ce ingesinde, / dem hæile zeliebem chinde
Warnung
2595;
gelücke, heil und sælde und êre Walth
29,31;
got vüege iu heil und êre Iw
1991.
–
wie im [Iwein] iuwer
[Lunetes] hövescheit / dise êre hât
gevüeget [...]: / er hât von iu ein schœne wîp
/ ein rîchez lant und den lîp / und swes ein man zer werlte gert
Iw
2745.
–
daz herze mir dô alsô stuont, / als alle werlttôren tuont / den
daz rætet ir muot, / daz si êre unde guot / âne got mügen hân
AHeinr
398.
617.
1439;
jâ leider des enmac niht sîn, / daz guot und weltliche êre / und
gotes hulde mêre / zesame in ein herze komen Walth
8,14.20;
êre unde guot / hât nû lützel ieman, wan der übel tuot ebd.
90,29;
vgl. auch guot umbe / vür êre nemen unten unter
5.2 in der Umdeutung ‘der Ehre
vorziehen’.
–
nach eren ir iv peinet, / daz iv der leip versweinet, / vnt wizzet
ir churze zeit wol, / daz si iv nicht langer wern sol Warnung
2637;
RvZw
263,7
(vgl. unten unter 1.1.4);
ezn ist niht ein biderbe wîp, / diu ir êre durch
ir lîp, / ir lîp durch ir êre lât, / sô guote state sô si des hât, / daz
si si beidiu behabe Tr
17999.
–
sî [Lunete] hetes vrume
und êre [wenn sie Iwein zum Mann nähme]
Iw
4133.
2415.
4350.
5209;
durch unser vorgenanter stat frum und ere haben wir in
[...] elliu diu reht
[...] verniwet UrkCorp (WMU)
1975AB,14;
nutz und ere ebd.
2345,19
1.1.2
Gegenteil von schande:
sîner êrn und Keiî schande / vreuten sî sich alle dô
Iw
2616;
der guoten ræte der sint drî, / drîe ander bœse stênt dâ bî / zer
linggen hant. [...] / vrum unde gotes hulde und
weltlich êre, / daz sint die guoten. [...] / die
andern heizent schade, sünde und schande Walth
83,33
1.1.3
nicht mit gemach, senfte vereinbar:
Keiî leite sich slâfen / ûf den sal under in: / ze
gemache ân êre stuont sîn sin Iw
76;
gemach daz ist der êren tôt, / dâ mans ze lange und
ouch ze vil / in der kintheite pflegen wil Tr
4432;
Flore
38;
Winsb
42,2;
Greg
1677;
Wig
2874;
mit senfte nieman êre hât, / als nû die werlt stât Freid
92,5;
dagegen:
ein muͦter allez guͦtes, daz ist die einhellekeit, alse sie den, die
sie liep hat, vriden, gemach und ere birt UrkCorp (WMU)
N77,22
1.1.4
personif.:
des uacht der Erin holde / in helidis geberdin / vn̄
tungite die erdin / mit reueigin bluͦte Athis
C 72;
Êrec der Êren holde Er
9963;
Eren bist dû ingesinde [Dienstmann im Hause der
Ehre]
Walth
149,22;
vrowen Êren amîs ûzerkorn HvFreibTr
61;
waz wil werltlîch Êre mê / wan daz man lîbe unt guote wê / tuo durch
ir werden hulde? / wil si ir diener des betwingen / daz si sich gar ze nihte
bringen [...] / son wær si aller guoter ding nicht
gar ein übergulde RvZw
263,7;
weitere Belege W. Grimm, Kl. Schr. 3,286 zu Athis C
72
1.2
an Herrschaft und Reichtum gebunden, übertr. diese selbst:
ez waren dri chunege [Reiche] ,
die alle die werlt bedwngen heten; einez was in Persia, daz ander in Grecia, daz
dritte in Roma. der sint zwei an deme gewalte unde an den eren zegangen
Spec
144,24;
des tôten ist vergezzen: / der lebende hât besezzen /
beidiu sîn êre und sîn lant Iw
2437;
und solde mich der
[Schwiegersohn] überleben, / der gewünne michel
êre [...] / und wurd im allez diz lant ebd.
6607;
mîn urbor und mîn êre, / die ich in disen landen hân, /
die wil ich [Tristan] lîhen unde lân / mînem vater
Rûâle Tr
5796;
ouch half Gurmûnen sêre / und gab im craft und êre, / daz
er Môroldes swester nam ebd.
5932;
waz sol mir beide êre unde gewalt? / über driuzehen künicrîche was ich ein
frowe gezalt. / diu hân ich geben durch got WolfdB
732,1;
an der kure, die der selbe [Erzbischof Balduin von
Trier] umb sine herschaft und ere zuͦ behaldene getan hat,
eynen Romesschen kuning zuͦ kysene MGHConst
8:109,16
(a. 1346);
weitere Belege für "die fürstliche Macht, die Gewalt des Gebieters, die
Herrschaft (vis regia, imperium, corona)" bei Bech zu Iw
2437.
–
mich hete mîn troum gemachet / zeinem rîchen herren.
/ [...] Troum, [...] dû
machest rîche in kurzer vrist / einen alsô swachen man / der nie nâch êren
muot gewan Iw
3552;
dô clagetes harte sêre / ir guot und ir êre ebd.
5704;
swenne si mugint darnach ginade irwerben an dem babeste, sol sulent
sie ir ere vnd ir guͦt wider haben UrkCorp (WMU)
680,2.
1944,10;
ez wâren bî ir viure / under wîlen tiure / daz
vleisch zuo den vischen. / sî muose verwischen [ihnen
entging] / wirtschaft und êre Iw
6219.
– bei Armut keine ~ :
armuot [...] kan êren niht begân Freid
42,20;
nieman in der eren saz / komt ane schaz Frl
7:15,11;
swer [...] in dem biutel niht enhât, / der
mac leider ê verderben / denne âne guot grôze êre erwerben Renner
6226
1.3
gebunden an Überlegenheit in Krieg und ritterlichem Kampf, übertr. für
‘Sieg’
dô sah man über sätele fliezen daz bluot. / sus wurben
nâch den êren die riter küene unde guot NibB
203,4;
da sie nach den eren drungen / beidenthalben imme strite
GrRud
Fb 13.
Fb 16;
ir rumet uch des siges zefruͦ: / swer genozen hinne
uare [mit dem Leben davonkommt] , / der habe di ere
gare; / swer morgen lebe ze dirre zît, / der habe di marche ane strit
Rol
5314.
5723;
behabent di cristen di ere, / so ne ruche ich mere /
nicht ze lebene ebd.
5443;
ê si hin furen die ere ebd.
5227;
dô im diu êre was geschehen [es ihm gelungen
war, mich zu besiegen] , / do gebârter rehte diu gelîch / als
im aller tägelîch / zehenstunt geschæhe alsame. / der prîs was sîn, und mîn diu
schame Iw
752;
ouch enwâren sî niht zagen / die dâ mit im vâhten
[...] dochn mohten si im dehein êre / vürnames an
gewinnen ebd.
5368;
dit vrlouge ein teil do wart / den zwelf gesellen zv hart / wande si ir
ere da virlurn / vnde die walstat virkurn Pass I/II
40,38
1.4
an Stand oder Amt gebundene Würden und Rechte, übertr. für den Stand, das Amt
selbst:
so sol in der babst scheiden von allen sinen phaflichen ern, vnd sol sin
bistvm eim andern bischof lazen [...]. wan der babst
volleclichn gewalt hat, so mac er im sin bistvm lan vnd sine phafliche ere
SchwSp
64a;
das die bürger zu Mospach kein gesatz noch recht machen über die chorhern,
vicarier, die pfaffheit gemeinglich [...], das widder
pfefflich ere und geistlich recht si StRMosb
545;
swer den fride brichet [...], ist der des rates
oder ein scheffel, den sol man entsetzen der eren sines ambahtes UrkCorp
(WMU)
N238AB,2.26;
so vertreiben wir di juden von der pflegenvͦsse der ampt ze Wienne dar
vmbe, daz si vnder den eren der herschefte oder des offenne amptes di christen
niht beswæren ebd.
2345,3;
dem pannen vnd gebieten wir frid von dem gewalt vnser fvͤrstlichen ern
ebd.
2237B,21;
ze pfande ich mîne triuwe / setz unde ritters êre / daz ich her wider kêre
KvWEngelh
4187;
er sei in den êren, daz er wol aigen læut gehaben mach RbRupr
304;
da zuͦ sol men in [Friedensbrecher] haben vuͥr
meineidig unde eloz unde erlos unde von aller wertlicher eren gescheiden. er mag
oͮch mit rehte niemer werden rihter, vuͥrspreche noch gezuͥg noch erbe keines
guͦtes [...]
MGHConst
4:359,13
(a. 1310).
–
tuot dem kriuze rehte, / sô sît ir gotes knehte / und dar zuo sîniu
lieben kint. / die zwô êre die sint / iu dâ ze himele gewegen StrKarl
712
1.5
‘Standespflicht, Amtspflicht’
nu bite ich beide / die fürsten und des rîches man / und swer mir mîner
êren gan, / daz er mir rehtes helfe hie. / ich [...]
lône in iemer mêre, / die ir triwe unde ir êre / hie behaltent
[...] / an mir und an dem rîche StrKarl
11764;
wider sein ere, phlicht gelubd und eid damit er unns als romischen kaiser
verbunden DRW
3,1266
(MittSalzbLk 5; a. 1328);
[der Schultheiß] sal den
[erlegten] hirtz mit den scheffen deilen alse sin
ere ist WeistGr
6,400
(a. 1338);
nach der Mitte des 14. Jhs. häufig, s. DRW 3,1266f.
1.6
speziell: weibliche ~ (der Jungfrauen und Frauen):
[
wie ein kint vater vnd mvͦter erbe verwvrken mac:
] ob ein tohter vngeraten wirt, daz si man zvͦ ir leit ane ir
vater willen, die wile si vnder fivnf vnd zweinzec iarn ist. kumt si vber fivnf
vnd zweinzec iar, so mac si ir ere wol verliesen, aber ir erbe kan sie niemer
verliesen SchwSp
12a;
daz du niemir uirhengest, daz ich iemir giscendet werde uon deheime
irdischin menischin, unde mir des gunnist mit dinir gnade, daz ich dise welt
uirwandelon moͮze ungischendet, unde min wiblich ere an mir niemir ginideret
werde MuriGeb
147;
si [Crescentia] enbaite
sîn [ihres Gemahls] mit êren / ân alle
werletscande, / unz in ir got sande ze lande Kchr
11673;
ein schone wip ane ere, / diune hat niht lobes mere, /
wan als diu schone bluͦme hat, / diu uf einer grozen chroten stat
StrKD
29,93;
gib mir deß ain urkúnd! / nim an diser stund / mein junckfroͤlich er: /
die sol deß sein din rechter gewer FrSchw
4367
1.7
‘Vorrecht, Vorzug, Vorzugsstellung’
daz mvget ir merken bi vil mæniger ere, da mit er
[Christus] in
[Johannes] gezieret hat in himel vnde in erde. er
was des wert, daz in vnser herre Iesus Christus mer minnete denne deheinen sinen
ivnger. er entslief vf siner brvste an sinem merde. do er hie an dem heiligen
crvce, do bevalch er im sine mvͦter [...] er gie vz dem
wallenden ole vngelaidigeter. er trank daz aitter, daz ez im niht enwar
[...]
Spec
29,29;
nû sult ir herren [...] mir die wal lân
[...], und daz mir erloube / vor iu iuwer beider
munt / die êrsten tjost hie zestunt / [...]. dô
gewerten si in der êre Er
3215.
–
das guldein tal: / das hatt di ere fur alle land / di
menschen augen sind pekant HvNstAp
4326
1.8
einzelne ehrenvolle Handlung:
eine Kâlogrenant [...] spranc
engegen ir [der Königin] ûf zehant, / er neic ir unde
enpfienc sî. / do erzeicte aber Keiî / sîn alte gewonheit: / im was des mannes
êre leit Iw
110;
armuot mac niht tugende hân, / wan sie kan êren niht begân
["kann keine ehrenvollen Taten verrichten", Anm.
z.St.]
Freid
42,20;
vgl. auch unten unter 1.9.1.4
1.9
Fügungen und Wendungen
1.9.1
verbale
1.9.1.1
jmds. ~
râten, sprechen, singen, begân, tuon
‘raten, tun usw., was jmdm. ~ bringt oder jmds. ~ wahrt’
sô rât ich dir dîn êre Kchr
6654;
nu râtet waz ich drumbe tuo: / râtet die gotes êre, / ine ger
nihtes mêre, / wan daz wir sô gedingen, / daz wir gotes hulde gewinnen
StrKarl
1539;
ich riet iu wîplîch êre Parz
614,29;
scheidet er von hinnen / mit selhen unminnen, /
ern gesprichet nimmer mêre / dehein iuwer êre Iw
4578;
der wirt sprach sîn êre Parz
173,11
( ‘sagte, was ihm, dem Gastgeber Gurnemanz, zur Ehre
gereichte’; oder, wahrscheinlicher: ‘riet, was Parzival zu
~ verhelfen sollte’);
swâ kirchen ode münster stuont, / dâ man gotes
êre sprach ebd.
461,5;
dâ von wirt sîn sin bereit, / [...] daz
er singet / iuwer êre und werdekeit Walth
113,14;
und wi ez stê, des wundert mich. / er begât sîn êre, swer mirz
saget UvZLanz (K)
2213;
diu frowe tet ir êre / uber daz nôthaft
wîp [indem sie ihr aus der Not half]
Kchr
12019
1.9.1.2
etw. ist jmdm. (ein) ~ getân
‘bringt ihm ~
’ (wörtl. ‘das zu tun, bringt ihm ~
’; zur Konstruktion vgl. 2
5Mhd. Gr. § S 30,5):
ob ich nû daz erwirbe, / daz ist iu êre getân, / des ich neheinen
frumen hân Flore (S)
6459;
drizzit [l. -ic
] koninge / die kumin dir alle / unde hant mich indeme
scalle / daz ist dir ere getan Roth
3991;
wolder aber here uore gan / daz were ime ere
getan ebd.
3923.
1547;
si lônte den spileman / mit vil grôzer gâbe; daz
was ir êre getân NibB
1498,4;
sô sol iu got gebieten, daz ir frümeclîchen tuot.
/ slaht uns ellenden [...] : daz ist iu êre
getân ebd.
2096,4.
–
ze (den, einen) êren, hierher oder zu 6.3?:
iu hât der künec erloubet, ir sult ze hove
gân, / sîn swester sol iuch grüezen; daz ist zen êren iu getân
NibB
290,4;
daz wart zeinen êrn getân / froun Cunnewârn
der künegîn Parz
336,28
1.9.1.3
etw. sint jmds. ~ (Pl.) ‘etw. betrifft jmds. ~ ,
wahrt jmds. ~ , wird von jmds. ~ gefordert’, wohl nicht
‘bringt ihm ~
’ (Benecke zu Iw
2528) oder ‘steht in seiner Macht, ist sein Recht, seine
Befugnis’ (Bech zu Iw
2528 mit Verweis auf den Gebrauch wie
1.2
und
1.4
):
ichn gewähenes niemer mêre, / nû daz sîn iuwer
êre Iw
2528;
sol ich lîden / von im langez mîden, / daz müet
mich wol sêre, / ich spriche im niht mêre, / wan daz er mich siht, daz
sint sîn êre MF:Reinm
55: 1,11;
ich [Frosch] sage dir, sneke, was dv
tv: / phlige dines amptes alsam e [zu kriechen, nicht zu
springen wie ein Frosch] , /
[...] daz sint din selbes ere. /
[...] dein site
[...] der ist wanderbære
FabelCorp
19,86;
nu erlâz mich, küener degen balt, / suone gein
disem wîbe, / und gebiut mîme lîbe / anders swaz dîn êre sîn
Parz
267,5;
volge er mîner lêre, / sît daz ich in warnen sol; / sô tuot er wol
und sint sîn êre KLD:UvW
29:1,10
1.9.1.4
andere:
–
~
hân + Gen. ‘wegen etw.’
swaz helde nu dar under müese ligen tôt, / wir
hetens lützel êre und ir vil kleinen frum NibB
124,3;
er gâhte abe anders sêre, / daz es dez ors
het êre / (wan daz erzeigte snelheit) Parz
536,14;
iwerr helfe habt ir êre ebd.
642,17.
323,21;
Walth
18,1.
– jmdm. an sîne ~ sprechen
‘jmdn. ~ mit Worten angreifen’
im was des mannes êre leit, / und beruoft in
drumbe sêre / und sprach im an sîn êre Iw
112.
168.
1071;
ob ich ez an ivch ræche, / ob man mir niht spræche / dar vmb
an mein ere Krone
3777.
– jmdn. an (den) êren krenken
‘jmds. ~ mindern, schaden’
wer möhte daz verclagen / sweder ir dâ wurde
erslagen / od gekrenket an den êren? Iw
7281;
ich trunke gerne, dâ man bî der mâze schenket / unde der
unmâze niemen iht gedenket, / sît sî den man an lîb, an guot und an
den êren krenket Walth
29,27;
heite in [Tristan] daz tranc der
minne / niht brâht ûf unsinne! / daz krankte in dicke an êren
UvTürhTr
3583.
– jmdm. geschiht dehein ~
‘gelingt eine ehrenvolle Handlung, Tat’
daz dû [Keiî] den
iemer hazzen muost / deme dehein êre geschiht Iw
141.
835.
2777.
2489.
–
bî mîner, unserer / ûf mîne, unsere
~
‘auf Ehr und Gewissen, bei meiner, unserer Ehre’
geloben, râten, sprechen, tuon, in ehrenwörtlichen
Versicherungen, besonders bei Ehrenverpfändungen:
[wir] han globit in guden truwen by vnsirm
eyde vnde by unseren eren vur vns vnde vnse erben, daz
[...]
UrkCorp
1200,37;
vnd daz diz wâre sige, so sprechen wir es mitte gvͦten trúwen
vnd bi v́nsern êren UrkCorp (WMU)
N135,22;
daz sol man an vier erber man lazen,
[...] vn swaz diͤ darvmbe sprechen
vffeͥ ir sele vnd vf ir ere, daz sol beiderthalp stete wesen ebd.
611,1;
wande wir disen koͮf gemeinliche haben getan vffen vnser trvwe
vnde vnser ere dvr besservnge vnsers dorfes vnd des kilchoves ebd.
671,38;
ih rate uf min ere, / [...] daz
[...]
OsterSpM
2,64
1.9.2
in adverb. Präp.-Gruppen
1.9.2.1
im Sg.,
bî / durch jmds. / einer Sache ~ :
sô man i’n dennoch mêre / bî des helmes êre
/ unt durch ritter ordenlîchez lebn Parz
321,26;
Anfortasen bat dô sêre / durch sîner swester
êre / Feirefîz ebd.
820,6;
Walth
24,23.
12,35;
daz liez er durch sîn êre Wig
3034.
275
1.9.2.2
im Pl., mit / nâch (jmds.) êren
‘auf (für jmdn.) ehrenvolle, würdige, standesgemäße Weise; unter
Wahrung des Ansehens, der Würde (von jmdm.)’
si sprâchen daz nemahten si getuon mit deheinen
ire êren, / daz si decheim unbesnitenen manne gâben ire swester ze wîbe
Gen
1619;
Alexander weinte den hêren. / mit vil grôzen êren
/ wart di bâre bereit / und der lîchame dar ûf geleit
SAlex
3873;
in diente von ir landen vil stolziu ritterscaft /
mit lobelîchen êren unz an ir endes zît NibB
6,3;
deiswâr, sô hâstû guot heil, / gescheidestû mit
êren dan Iw
597;
hie huop sich ein strîten / daz got mit êren
[unbeschadet seiner Würde] möhte sehen
ebd.
1021.
1591;
ergebet iuch in mîne gewalt; / odr ir sît schier
von mir bezalt, / daz iwer vallen rüert den snê. / sô tæt irz baz mit
êren ê Parz
288,2.
228,18.
336,22;
alle fürsten lebent nû mit êren, / wan der hœhste ist geswachet, /
daz hât der pfaffen wal gemachet Walth
25,20;
man seit mir ie von Tegersê, / wie wol daz hûs [die
Abtei] mit êren stê ebd.
104,24.
28,20;
vnd sol der svn [als Erbe des Vaters zu dessen
Lebzeiten] an sine stat treten, vnd sol im sine
notdvrfte geben, vnd sol im die mit eren geben und nach den eren, als er
gelebt hat SchwSp
12a.
–
der künec dô gie ze râte, wie er lônte sînen
man; / si heten sînen willen nâch grôzen êren getân
NibB
256,4.
885,1;
ir hât alsô gelebet unz her /
[...] nâch êren als ein guot kneht
Iw
2901;
gespîset [mit Lebensmitteln
versehen] wol nâch êren [wie es sich
gehört] / sint ir schif in der habe
Parz
753,20;
zuo flieze im aller sælden fluz, / niht wildes mîde sînen
schuz, / sîns hundes louf, sîns hornes duz / erhelle im und
erschelle im wol nâch êren Walth
18,28;
darnach hiez der von Pern / [bei
Tisch] iegleichen sitzen nach sein ern
Walberan
1228;
an ir was niht vergezzen / deheiner slahte
güete, / wand ir reinez gemüete / ie nâch êren blüete
Wig
3186
1.9.3
abhängig von einem Nomen
1.9.3.1
als Gen.-Attr. eines Subst., meist vorangest.:
daz er der êren krône / dô truoc und noch sîn name
treit Iw
10;
wand er hêt ie des gegert / daz im der êren krône
/ ze jungest wær ze lône / gevallen Wig
3567.
11022;
Tannh
4,102;
Winsb
12,5;
BdN
228,35.
–
ritterschaft, wie stêt dîn orden? / sage an,
wem’st dîn wirde worden? / [...] setze ûf
wider der êren kranz KLD:UvL
59: 3,12;
du hâst von kindes jugende / getragen ie der
êren cranz KvWWelt
141.
–
der êren chünic Christ [
rex gloriae Christus
] , / der aller tugende orthabe ist
KvHeimUrst
1699.
1860.
2027;
diemuot unde willigiu armuot, dâ sich der êren künic mite
gezieret und gekleidet hât DvASchr
343,9.
–
der slac sîner êren Iw
3204;
welt, dû stêst sô lasterlîchen, / daz ich ez niht betiuten
mac. / triuwe und wârheit sint vil gar bescholten. / daz ist ouch
aller êren slac Walth
21,24.
–
wer zieret nû der êren sal ? der jungen ritter zuht ist smal,
/ sô pflegent die knehte gar unhövescher dinge / mit worten und mit
werken ouch Walth
24,3.
–
unde folgest mîner lêre, / sâ bûwes dû ûf êren strâze
Walth
149,26.
–
milte ist gar ein troum / widr im, er ist der
eren wirt Tannh
1,50.
–
durch daz solde er sizzen / uffe der eren
banke GrRud
δ 45.
–
diu jugent wil vrô sîn unde vrî: / der beider hân ich mich
bewegen. / diu hôchvart velwet êren zwî: / ich wil mîn herze lâzen
nider Winsbeckin
4,7
1.9.3.2
als Gen.-Erg. zu einem Adj.:
alsus überslief den tac / der êren rîche und
lasters arm Parz
581,1
2
‘Glanz, Pracht, Herrlichkeit’
der palas was hêre / gezîrt mit manigen êren. / obene di
swibogen / wâren mit golde ubirzogen SAlex
5906;
ich vuor des endes [...] / und vant
dâ grôz êre [einen prachtvollen Brunnen]
Iw
603;
dâ was wünne und êre, / vreude und michel rîterschaft / und
alles des diu überkraft / des man zem lîbe gerte ebd.
2442;
dô huop sich von den liuten vil michel der gedranc, / dâ si ze
riter wurden nâch riterlîcher ê / mit alsô grôzen êren NibB
33,4.
–
fremdiu wunder, frœlich êre / bringet uns des werden meien bluot
KLD:HvW
2:1,1;
vil ist, des ich minn an ir: / sô des meijen êre / varwe
rêret, stolzen leijen, / secht, so gent ir wengel liechten SM:Wi
4: 2,8;
got gebe, daz der herbest sîn êre volbringe, / sît des
menschen fröide gruntveste da lît! SM:UvB
3: 1,9
3
von Wirtschaftsgütern und -gebäuden ‘guter, gepflegter Zustand’
so sol er vns vnde vnsern erben die burg wider entwurten in den eren vnde in
dem gancen bûwe [...], als ez ime geentwurtet ist
UrkCorp (WMU)
N412,22;
daz si disen vorst sol han mit banne vnd mit getwinge vnd mit nvzze vnd in
allen dien eron, als er vnz her ist komin vnwͤsticliche ebd.
65,21;
hie wider sol der Oͤninger vnd sin rehten eͮrben das selbe gvͦt in eron han
mit buwe [durch Bewirtschaftung]
ebd.
842,23
4
von Gemeinwesen ‘Wohlfahrt’
wan sit si der stat ere gesworn hant, so ist ouch billich vnd reht, daz si
gvͤtlich mit einander leben vnd do mit der stat ere behalten UrkBasel (S)
12,13
(a. 1286);
UrkCorp
3570,33;
die sü dunket alre nuzberst darzuo, und die der herschefte und der stat wol
fügent, ir ere und ir gefüre [...] ze behütende
UrkFreiburg (Sch)
132
(a. 1293)
5
‘Privileg, Recht’ (speziell ‘Verfügungsgewalt über Lehen’ [WMU]?; vgl.
unten UrkCorp
1197 und MLLM 1,649 s.v. honor 14
‘Beneficium, Lehen’):
es sey umb aigen, lehen, gelt, gült oder pfantschaft
[...] und ander ir ere und recht und guet gewohnhait
BairFreibr
16;
[ich] han ime dc selbe gvͦt mit allem rechte, mit allen
eron, mit allem nuzze [...] gelúwen ze rechtem lehene
UrkCorp (WMU)
434,29;
vnd sol er ouh bei seinen eren [
honoribus
1197A,9
] , bei seinen rehten vnd bei alter gewonheit beleiben, als ander sein
vordern gehabt habent ebd.
1197B,18;
weitere Belege aus der 1. H. d. 14. Jh.s s. DRW 3,1268.
6
‘Ehrerbietung, Respekt, ehrenvolle, zuvorkommende Behandlung’
6.1
allgem.:
der chnecht eret sinen herren, daz chint sinen vater. ob ich nv der herre
pin, wa ist min ere. ob ich der vater pin, wa ist min libe? PrLeys
4,4.
–
gloria in excelsis deo, [...]
lob unde êre sî got in den himeln Spec
13,8.
21,9.
24,31;
der heilige Christ, / [...]
dem geben wir lop unt êre Kchr
3028;
des sî dir lop und êre geseit, Marîâ künigîn Walth
37,1;
RvEGer
1880.
–
grôzer êren ist er [Mars]
wert Kchr
3712;
diu reinen wip mit guotem site / diu sint wol aller êren wert
KLD:HvP
1:2,2.
–
die êre und die minne, / die ich û [König Euander dem
Eneas] getûn mach / [...] des
solt ir sîn vil gewis, / daz û daz gereit is En
6130;
dô ir diu êre geschach / daz sî der künec durch in
gesach Iw
2675;
daz sî der grôzen êre / mich armen man erlâze ebd.
4790;
nû vürht ich aber vil sêre / daz ich dise grôze êre /
vil tiure gelten müeze ebd.
6558;
dem milten künige Artûs / gnâdeten si der êren
[dankten ihm für die ihnen erwiesene Ehre]
Wig
4038.
2183.
4038.
– häufig ~
bieten:
jâ gebôt er unde bater / daz man muoter unde vater / minne und êre
biete AHeinr
643;
ern bôt mir nie die êre / daz er mich wolde ane
gesehen Iw
750;
ezn gebôt nie wirt mêre / sînem gaste grœzer êre
ebd.
356;
man biut iu êre unt gemach Parz
227,4;
dâ wart im von in beiden / mit dienst erboten êre
ebd.
765,25;
bietet den gesten êre Wig
11546.
–
diz zinsreht unde disen prîsant / den liezen disiu
zwei lant [
Curnewâle und Engelant
] / in dem vünften jâre ie schouwen / die werden Rôme, ir
vrouwen. / doch butens ir dise êre / niht ellîch alsô sêre / weder durch
reht noch durch got / sô durch Gurmûnes gebot Tr
6003
6.2
in der Wendung guot vür / umbe ~ nëmen sind ursprüngl. die
bezahlten Dienste eines Spielmanns gemeint, besonders Lobreden, die dem Ansehen
eines Herren dienen; dann auch umgedeutet zu ‘das Gut der Ehre vorziehen’
(vgl. MF:Anm., S. 245 zu 21,31 =
MF:Sperv
1:8,3 mit Belegsammlung und Verweis
auf frühere Literatur):
swaz der diete dar kam, / diu guot umbe êre nam Er
2167;
golt, silber, pfeller breit / gap der edel wîgant / den guoten knehten
[...], / di guot umb êre nâmen / oder durch
geselleschaft UvZLanz (K)
8394;
[was das elterliche Erbe verwirkt:] ob der svn ein
spilman wirt wider sins vater willen, daz er gvͦt fvr ere nimt, vnd daz der
vater nie gvͦt fvr ere genam SchwSp
11b;
RbRupr
182;
wohl umgedeutet:
in küneges râte nieman zimt, / der guot für’s rîches êre nimt
Freid
72,8.
– aus der Sicht des Herrn: guot vor êre (niht) (ver)sparn
‘(nicht) an Lohn für Ehrung durch Spielleute sparen’ (vgl. die
Belegsammlung in MF:Anm. a.a.O.):
erst tump, swer guot vor êren spart MF:Sperv
1:8,3;
got gnâde Wernharte, / der ûf Steinsberc saz / und niht vor den êren
versparte MF:Her
1:2,7
6.3
in Präp.-Gefügen mit in, mit, zuo:
daz vierde [Gebot] ist ouch sô gedân: / dû salt
vader und mûder hân / alle zît in êren Erlös
6865;
want si bî des kaiser Liuthêres zît / in grôzzen êren
wâren Kchr
17194.
–
Israhêl habe mich mit êren. / ih pin ain got unt ain
hêrre Kchr
8610;
dar nach so lese der abbit ein leccien von dem ewanglio vnde sten alle
dar zv mit eren inde mit vorhte BrHoh
11;
frou, nû klagt niht alsus! /
[...] ich wil iur pflegen mit êren vil
EnikWchr
15639.
–
Rômêre, duͦ sin infiengin, / einin nûwin sidde aneviengin: / si
begondin igizin [ihrzen] den heirrin
[Caesar] . / daz vundin simi cêrin, / wanter
eini duͦ habite allin gewalt, / der é gideilit was in manigvalt Anno
28,8;
dune darft mir wizzen keinen danc, / swaz dir mîn
dienst hie zêren tuot Parz
68,5;
sîme gote ze êren [...] ich
mich gerne toufen solte ebd.
57,6;
in die banier was gesniten / Amor der minne zêre
Wh
24,5;
disen wunneklîchen sanc / hân ich gesungen mîner
[...] frouwen ze êren Walth
118,37;
vgl. auch oben unter 1.9.1.2
7
vereinzelter rechtssprachl. Gebrauch
7.1
‘Ehrschatz’ als Handänderungsgebühr:
vnd swenne dv́ hant wandelot als reht ist, so svn sî als vil ze eron gen
als [wie sonst] ze zinse UrkCorp (WMU)
2335,2
7.2
‘gerichtl. Strafgebühr’ (?):
jst oͮch, dc sich fvͦget eteswenne von misselingen ân alle geverde vnd
âchvst, dc achzehen phenninge ab der march gewicht gât, dar vmb svn die
mv́nzemeͥster êrn olde gvͦts dekeime gerichte schvldich sin UrkCorp (WMU)
188,40
8
‘Ehrgefühl, Ehrenhaftigkeit’ (selten deutlich von "äußerer" Ehrauffassung zu
unterscheiden):
ein wîp die man hât erkant / in alsô stætem muote, / diun
bedarf niht mêre huote / niuwan ir selber êren Iw
2893;
er was der nôthaften vluht, / ein schilt sîner mâge, / der milte ein glîchiu
wâge: / im enwart über noch gebrast. / er truoc den arbeitsamen last / der êren über
rücke AHeinr
69;
si nam, daz ich ir bôt, / einem kinde vil gelîch, daz êre hât Walth
74,29;
nieman kan mit gerten / kindes zuht beherten. / den man zêren bringen mac, /
dem ist ein wort als ein slac ebd.
87,3;
man sint niht in êren, / daz si tougen unser minne gern Neidh
SL 28:3,3
MWB 1 1846,10; Bearbeiter: Plate |