e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
erdünen
swV.
‘etw. tönen machen’
der gast nam an kreften zuo, / daz was Friderîch von Telramunt ze vruo, / sîn
slege dem doners krache wârn gesellet. / die erdünten im den gebel, / daz im vür diu
ougen viel ein vinster nebel, / mit sulcher kraft wart im sîn kopf erschellet
Loheng
2164
MWB 1 1845,29; Bearbeiter: Tao
erdûren
swV.
‘etw. ertragen, aushalten’
diu liebe noetet mich in jugent trûren. / ach, wie sol dan daz alter, / lât
siu niht ab, ir ungenâde erdûren? Hadam
167,7
MWB 1 1845,35; Bearbeiter: Tao
erdürsten
swV.
1
‘verdursten, (stark) unter Durst leiden’
2
‘durstig werden’
3 in der Konstr. sich nâch etw.
~ lân
‘nach etw. dursten, streben’
1
‘verdursten, (stark) unter Durst leiden’
seit aber nv niht hie bei / her Lvcans der schenche sei, / her bot, so gebet
den kopf dar, / e mein herr erdurste gar Krone
1801.
– jmdn./sich
~ lân:
der wil uns gern erdürsten lân NibB
966,4;
ez sîn künge od fürsten, / wes lânt se ir wirt erdürsten?
/ wan holent sim hie sîn goltvaz? Parz
147,6;
ez ist ein michel vngevuoch, / daz man einen fürsten / so starch lat
erdürsten / mit seinem aigen guot Krone
1805.
– Sprichw. (vgl. TPMA 2,334):
wer sich bi dem Rine erdursten lieze, / man zalt in zuͦ den lazzen, di da
lebent in selben ze widerdrieze JTit
3397,3
2
‘durstig werden’
stætlichen siht man hân / einen amtman / in ir hoven die
fursten, / swen die liut erdursten, / die in des ziehen ze rât Ottok
16664
3
in der Konstr. sich nâch etw.
~ lân
‘nach etw. dursten, streben’
nu nemet war / des hochgelopten fürsten, / der uf velde, in hürsten, / nach
eren unt nach werdekeit sich sus lat ertürsten: / wol ir, die in mit armen blank sol
drücken zuz ir munde JMeissn
A1:4,11
MWB 1 1845,39; Bearbeiter: Tao
ere
stSubst.
vgl. ahd. ero (AWB 3,427); zur Unsicherheit des Ansatzes s.
Etymol.Wb.d.Ahd. 2,1146f.
1
‘Ackerland’
2 stF., in Anlehnung an
ërde
1
‘Ackerland’
er chouft in des chuniges gwalt die ere manichfalt, / von des
lantes ente chouft er iz al ze des chuniges hente [vgl. Gn
47,20]
Gen
2615
=
GenM
104,16;
vgl. Gen
2605f.
2
stF., in Anlehnung an
ërde
:
wen si [die Ameise] den winter komen
weiz, / hat si icht behalden in der ere, / durch daz si hungers sich irwere, / daz
suchet si allez her vor Brun
450;
waz ich vort ie von eines site / sage, da meine ich den
andirn mite, / und waz ich sagete von der ere [Hs. here
] ie / di volge ich an dem [l. den, vgl. Bech,
ZfdA 40(1896), S. 70] hemil zie ebd.
2009
MWB 1 1845,60; Bearbeiter: Tao
êre
stF.
sw. als Personif. (unten unter 1.1.4).
1
‘hohe Geltung, hohes Ansehen, Ruhm’ und das, worauf sie beruhen: Macht,
Reichtum, Kriegserfolg und Rittertaten, Stand und Amt, Unbescholtenheit usw. 1.1 allgem. 1.1.1 als hohes Glücksgut unter anderen ( sælde, gelücke, heil, guot, lîp,
vrume, nutz usw.), neben ihnen bestehend, sie einschließend oder mit ihnen im Widerstreit liegend 1.1.2 Gegenteil von schande 1.1.3 nicht mit gemach, senfte vereinbar 1.1.4 personif. 1.2 an Herrschaft und Reichtum gebunden, übertr. diese selbst 1.3 gebunden an Überlegenheit in Krieg und ritterlichem Kampf, übertr. für
‘Sieg’
1.4 an Stand oder Amt gebundene Würden und Rechte, übertr. für den Stand, das Amt selbst 1.5
‘Standespflicht, Amtspflicht’
1.6 speziell: weibliche (der Jungfrauen und Frauen) 1.7
‘Vorrecht, Vorzug, Vorzugsstellung’
1.8 einzelne ehrenvolle Handlung 1.9 Fügungen und Wendungen 1.9.1 verbale 1.9.1.1 jmds.
râten, sprechen, singen, begân, tuon
‘raten, tun usw., was jmdm. bringt oder jmds. wahrt’
1.9.1.2 etw. ist jmdm. (ein) ~ getân
‘bringt ihm
’ (wörtl. ‘das zu tun, bringt ihm
’ ; zur Konstruktion vgl. 2
5 Mhd. Gr. § S 30,5) 1.9.1.3 etw. sint jmds. (Pl.) ‘etw. betrifft jmds. ,
wahrt jmds. , wird von jmds. gefordert’ , wohl nicht
‘bringt ihm
’ (Benecke zu Iw
2528 ) oder ‘steht in seiner Macht, ist sein Recht, seine
Befugnis’ (Bech zu Iw
2528 mit Verweis auf den Gebrauch wie
1.2
und
1.4
) 1.9.1.4 andere 1.9.2 in adverb. Präp.-Gruppen 1.9.2.1 im Sg., 1.9.2.2 im Pl., mit / nâch (jmds.) êren
‘auf (für jmdn.) ehrenvolle, würdige, standesgemäße Weise; unter
Wahrung des Ansehens, der Würde (von jmdm.)’
1.9.3 abhängig von einem Nomen 1.9.3.1 als Gen.-Attr. eines Subst., meist vorangest. 1.9.3.2 als Gen.-Erg. zu einem Adj. 2
‘Glanz, Pracht, Herrlichkeit’
3 von Wirtschaftsgütern und -gebäuden ‘guter, gepflegter Zustand’
4 von Gemeinwesen ‘Wohlfahrt’
5
‘Privileg, Recht’ (speziell ‘Verfügungsgewalt über Lehen’ [WMU]?; vgl.
unten UrkCorp
1197 und MLLM 1,649 s.v. honor 14
‘Beneficium, Lehen’ ) 6
‘Ehrerbietung, Respekt, ehrenvolle, zuvorkommende Behandlung’
6.1 allgem. 6.2 in der Wendung guot vür / umbe ~ nëmen sind ursprüngl. die
bezahlten Dienste eines Spielmanns gemeint, besonders Lobreden, die dem Ansehen
eines Herren dienen; dann auch umgedeutet zu ‘das Gut der Ehre vorziehen’
(vgl. MF:Anm., S. 245 zu 21,31 =
MF:Sperv
1:8,3 mit Belegsammlung und Verweis auf frühere Literatur) 6.3 in Präp.-Gefügen mit in, mit, zuo 7 vereinzelter rechtssprachl. Gebrauch 7.1
‘Ehrschatz’ als Handänderungsgebühr 7.2
‘gerichtl. Strafgebühr’ (?) 8
‘Ehrgefühl, Ehrenhaftigkeit’ (selten deutlich von "äußerer" Ehrauffassung zu unterscheiden)
1
‘hohe Geltung, hohes Ansehen, Ruhm’ und das, worauf sie beruhen: Macht,
Reichtum, Kriegserfolg und Rittertaten, Stand und Amt, Unbescholtenheit usw.
1.1
allgem.
1.1.1
als hohes Glücksgut unter anderen (sælde, gelücke, heil, guot, lîp,
vrume, nutz usw.), neben ihnen bestehend, sie einschließend oder
mit ihnen im Widerstreit liegend:
swer an rehte güete / wendet sîn gemüete, / dem volget
sælde und êre Iw
3.
4855.
5531
u.ö.;
des sî pfant mîn sælde und êre Parz
269,30;
div werlt iv vollen lon geit / [...], / so
chvmt iv zegewinne / ir ere [...]: / zesælden seit
ir gecelt / vnt gelvke ce ingesinde, / dem hæile zeliebem chinde
Warnung
2595;
gelücke, heil und sælde und êre Walth
29,31;
got vüege iu heil und êre Iw
1991.
–
wie im [Iwein] iuwer
[Lunetes] hövescheit / dise êre hât
gevüeget [...]: / er hât von iu ein schœne wîp
/ ein rîchez lant und den lîp / und swes ein man zer werlte gert
Iw
2745.
–
daz herze mir dô alsô stuont, / als alle werlttôren tuont / den
daz rætet ir muot, / daz si êre unde guot / âne got mügen hân
AHeinr
398.
617.
1439;
jâ leider des enmac niht sîn, / daz guot und weltliche êre / und
gotes hulde mêre / zesame in ein herze komen Walth
8,14.20;
êre unde guot / hât nû lützel ieman, wan der übel tuot ebd.
90,29;
vgl. auch guot umbe / vür êre nemen unten unter
5.2 in der Umdeutung ‘der Ehre
vorziehen’.
–
nach eren ir iv peinet, / daz iv der leip versweinet, / vnt wizzet
ir churze zeit wol, / daz si iv nicht langer wern sol Warnung
2637;
RvZw
263,7
(vgl. unten unter 1.1.4);
ezn ist niht ein biderbe wîp, / diu ir êre durch
ir lîp, / ir lîp durch ir êre lât, / sô guote state sô si des hât, / daz
si si beidiu behabe Tr
17999.
–
sî [Lunete] hetes vrume
und êre [wenn sie Iwein zum Mann nähme]
Iw
4133.
2415.
4350.
5209;
durch unser vorgenanter stat frum und ere haben wir in
[...] elliu diu reht
[...] verniwet UrkCorp (WMU)
1975AB,14;
nutz und ere ebd.
2345,19
1.1.2
Gegenteil von schande:
sîner êrn und Keiî schande / vreuten sî sich alle dô
Iw
2616;
der guoten ræte der sint drî, / drîe ander bœse stênt dâ bî / zer
linggen hant. [...] / vrum unde gotes hulde und
weltlich êre, / daz sint die guoten. [...] / die
andern heizent schade, sünde und schande Walth
83,33
1.1.3
nicht mit gemach, senfte vereinbar:
Keiî leite sich slâfen / ûf den sal under in: / ze
gemache ân êre stuont sîn sin Iw
76;
gemach daz ist der êren tôt, / dâ mans ze lange und
ouch ze vil / in der kintheite pflegen wil Tr
4432;
Flore
38;
Winsb
42,2;
Greg
1677;
Wig
2874;
mit senfte nieman êre hât, / als nû die werlt stât Freid
92,5;
dagegen:
ein muͦter allez guͦtes, daz ist die einhellekeit, alse sie den, die
sie liep hat, vriden, gemach und ere birt UrkCorp (WMU)
N77,22
1.1.4
personif.:
des uacht der Erin holde / in helidis geberdin / vn̄
tungite die erdin / mit reueigin bluͦte Athis
C 72;
Êrec der Êren holde Er
9963;
Eren bist dû ingesinde [Dienstmann im Hause der
Ehre]
Walth
149,22;
vrowen Êren amîs ûzerkorn HvFreibTr
61;
waz wil werltlîch Êre mê / wan daz man lîbe unt guote wê / tuo durch
ir werden hulde? / wil si ir diener des betwingen / daz si sich gar ze nihte
bringen [...] / son wær si aller guoter ding nicht
gar ein übergulde RvZw
263,7;
weitere Belege W. Grimm, Kl. Schr. 3,286 zu Athis C
72
1.2
an Herrschaft und Reichtum gebunden, übertr. diese selbst:
ez waren dri chunege [Reiche] ,
die alle die werlt bedwngen heten; einez was in Persia, daz ander in Grecia, daz
dritte in Roma. der sint zwei an deme gewalte unde an den eren zegangen
Spec
144,24;
des tôten ist vergezzen: / der lebende hât besezzen /
beidiu sîn êre und sîn lant Iw
2437;
und solde mich der
[Schwiegersohn] überleben, / der gewünne michel
êre [...] / und wurd im allez diz lant ebd.
6607;
mîn urbor und mîn êre, / die ich in disen landen hân, /
die wil ich [Tristan] lîhen unde lân / mînem vater
Rûâle Tr
5796;
ouch half Gurmûnen sêre / und gab im craft und êre, / daz
er Môroldes swester nam ebd.
5932;
waz sol mir beide êre unde gewalt? / über driuzehen künicrîche was ich ein
frowe gezalt. / diu hân ich geben durch got WolfdB
732,1;
an der kure, die der selbe [Erzbischof Balduin von
Trier] umb sine herschaft und ere zuͦ behaldene getan hat,
eynen Romesschen kuning zuͦ kysene MGHConst
8:109,16
(a. 1346);
weitere Belege für "die fürstliche Macht, die Gewalt des Gebieters, die
Herrschaft (vis regia, imperium, corona)" bei Bech zu Iw
2437.
–
mich hete mîn troum gemachet / zeinem rîchen herren.
/ [...] Troum, [...] dû
machest rîche in kurzer vrist / einen alsô swachen man / der nie nâch êren
muot gewan Iw
3552;
dô clagetes harte sêre / ir guot und ir êre ebd.
5704;
swenne si mugint darnach ginade irwerben an dem babeste, sol sulent
sie ir ere vnd ir guͦt wider haben UrkCorp (WMU)
680,2.
1944,10;
ez wâren bî ir viure / under wîlen tiure / daz
vleisch zuo den vischen. / sî muose verwischen [ihnen
entging] / wirtschaft und êre Iw
6219.
– bei Armut keine ~ :
armuot [...] kan êren niht begân Freid
42,20;
nieman in der eren saz / komt ane schaz Frl
7:15,11;
swer [...] in dem biutel niht enhât, / der
mac leider ê verderben / denne âne guot grôze êre erwerben Renner
6226
1.3
gebunden an Überlegenheit in Krieg und ritterlichem Kampf, übertr. für
‘Sieg’
dô sah man über sätele fliezen daz bluot. / sus wurben
nâch den êren die riter küene unde guot NibB
203,4;
da sie nach den eren drungen / beidenthalben imme strite
GrRud
Fb 13.
Fb 16;
ir rumet uch des siges zefruͦ: / swer genozen hinne
uare [mit dem Leben davonkommt] , / der habe di ere
gare; / swer morgen lebe ze dirre zît, / der habe di marche ane strit
Rol
5314.
5723;
behabent di cristen di ere, / so ne ruche ich mere /
nicht ze lebene ebd.
5443;
ê si hin furen die ere ebd.
5227;
dô im diu êre was geschehen [es ihm gelungen
war, mich zu besiegen] , / do gebârter rehte diu gelîch / als
im aller tägelîch / zehenstunt geschæhe alsame. / der prîs was sîn, und mîn diu
schame Iw
752;
ouch enwâren sî niht zagen / die dâ mit im vâhten
[...] dochn mohten si im dehein êre / vürnames an
gewinnen ebd.
5368;
dit vrlouge ein teil do wart / den zwelf gesellen zv hart / wande si ir
ere da virlurn / vnde die walstat virkurn Pass I/II
40,38
1.4
an Stand oder Amt gebundene Würden und Rechte, übertr. für den Stand, das Amt
selbst:
so sol in der babst scheiden von allen sinen phaflichen ern, vnd sol sin
bistvm eim andern bischof lazen [...]. wan der babst
volleclichn gewalt hat, so mac er im sin bistvm lan vnd sine phafliche ere
SchwSp
64a;
das die bürger zu Mospach kein gesatz noch recht machen über die chorhern,
vicarier, die pfaffheit gemeinglich [...], das widder
pfefflich ere und geistlich recht si StRMosb
545;
swer den fride brichet [...], ist der des rates
oder ein scheffel, den sol man entsetzen der eren sines ambahtes UrkCorp
(WMU)
N238AB,2.26;
so vertreiben wir di juden von der pflegenvͦsse der ampt ze Wienne dar
vmbe, daz si vnder den eren der herschefte oder des offenne amptes di christen
niht beswæren ebd.
2345,3;
dem pannen vnd gebieten wir frid von dem gewalt vnser fvͤrstlichen ern
ebd.
2237B,21;
ze pfande ich mîne triuwe / setz unde ritters êre / daz ich her wider kêre
KvWEngelh
4187;
er sei in den êren, daz er wol aigen læut gehaben mach RbRupr
304;
da zuͦ sol men in [Friedensbrecher] haben vuͥr
meineidig unde eloz unde erlos unde von aller wertlicher eren gescheiden. er mag
oͮch mit rehte niemer werden rihter, vuͥrspreche noch gezuͥg noch erbe keines
guͦtes [...]
MGHConst
4:359,13
(a. 1310).
–
tuot dem kriuze rehte, / sô sît ir gotes knehte / und dar zuo sîniu
lieben kint. / die zwô êre die sint / iu dâ ze himele gewegen StrKarl
712
1.5
‘Standespflicht, Amtspflicht’
nu bite ich beide / die fürsten und des rîches man / und swer mir mîner
êren gan, / daz er mir rehtes helfe hie. / ich [...]
lône in iemer mêre, / die ir triwe unde ir êre / hie behaltent
[...] / an mir und an dem rîche StrKarl
11764;
wider sein ere, phlicht gelubd und eid damit er unns als romischen kaiser
verbunden DRW
3,1266
(MittSalzbLk 5; a. 1328);
[der Schultheiß] sal den
[erlegten] hirtz mit den scheffen deilen alse sin
ere ist WeistGr
6,400
(a. 1338);
nach der Mitte des 14. Jhs. häufig, s. DRW 3,1266f.
1.6
speziell: weibliche ~ (der Jungfrauen und Frauen):
[
wie ein kint vater vnd mvͦter erbe verwvrken mac:
] ob ein tohter vngeraten wirt, daz si man zvͦ ir leit ane ir
vater willen, die wile si vnder fivnf vnd zweinzec iarn ist. kumt si vber fivnf
vnd zweinzec iar, so mac si ir ere wol verliesen, aber ir erbe kan sie niemer
verliesen SchwSp
12a;
daz du niemir uirhengest, daz ich iemir giscendet werde uon deheime
irdischin menischin, unde mir des gunnist mit dinir gnade, daz ich dise welt
uirwandelon moͮze ungischendet, unde min wiblich ere an mir niemir ginideret
werde MuriGeb
147;
si [Crescentia] enbaite
sîn [ihres Gemahls] mit êren / ân alle
werletscande, / unz in ir got sande ze lande Kchr
11673;
ein schone wip ane ere, / diune hat niht lobes mere, /
wan als diu schone bluͦme hat, / diu uf einer grozen chroten stat
StrKD
29,93;
gib mir deß ain urkúnd! / nim an diser stund / mein junckfroͤlich er: /
die sol deß sein din rechter gewer FrSchw
4367
1.7
‘Vorrecht, Vorzug, Vorzugsstellung’
daz mvget ir merken bi vil mæniger ere, da mit er
[Christus] in
[Johannes] gezieret hat in himel vnde in erde. er
was des wert, daz in vnser herre Iesus Christus mer minnete denne deheinen sinen
ivnger. er entslief vf siner brvste an sinem merde. do er hie an dem heiligen
crvce, do bevalch er im sine mvͦter [...] er gie vz dem
wallenden ole vngelaidigeter. er trank daz aitter, daz ez im niht enwar
[...]
Spec
29,29;
nû sult ir herren [...] mir die wal lân
[...], und daz mir erloube / vor iu iuwer beider
munt / die êrsten tjost hie zestunt / [...]. dô
gewerten si in der êre Er
3215.
–
das guldein tal: / das hatt di ere fur alle land / di
menschen augen sind pekant HvNstAp
4326
1.8
einzelne ehrenvolle Handlung:
eine Kâlogrenant [...] spranc
engegen ir [der Königin] ûf zehant, / er neic ir unde
enpfienc sî. / do erzeicte aber Keiî / sîn alte gewonheit: / im was des mannes
êre leit Iw
110;
armuot mac niht tugende hân, / wan sie kan êren niht begân
["kann keine ehrenvollen Taten verrichten", Anm.
z.St.]
Freid
42,20;
vgl. auch unten unter 1.9.1.4
1.9
Fügungen und Wendungen
1.9.1
verbale
1.9.1.1
jmds. ~
râten, sprechen, singen, begân, tuon
‘raten, tun usw., was jmdm. ~ bringt oder jmds. ~ wahrt’
sô rât ich dir dîn êre Kchr
6654;
nu râtet waz ich drumbe tuo: / râtet die gotes êre, / ine ger
nihtes mêre, / wan daz wir sô gedingen, / daz wir gotes hulde gewinnen
StrKarl
1539;
ich riet iu wîplîch êre Parz
614,29;
scheidet er von hinnen / mit selhen unminnen, /
ern gesprichet nimmer mêre / dehein iuwer êre Iw
4578;
der wirt sprach sîn êre Parz
173,11
( ‘sagte, was ihm, dem Gastgeber Gurnemanz, zur Ehre
gereichte’; oder, wahrscheinlicher: ‘riet, was Parzival zu
~ verhelfen sollte’);
swâ kirchen ode münster stuont, / dâ man gotes
êre sprach ebd.
461,5;
dâ von wirt sîn sin bereit, / [...] daz
er singet / iuwer êre und werdekeit Walth
113,14;
und wi ez stê, des wundert mich. / er begât sîn êre, swer mirz
saget UvZLanz (K)
2213;
diu frowe tet ir êre / uber daz nôthaft
wîp [indem sie ihr aus der Not half]
Kchr
12019
1.9.1.2
etw. ist jmdm. (ein) ~ getân
‘bringt ihm ~
’ (wörtl. ‘das zu tun, bringt ihm ~
’; zur Konstruktion vgl. 2
5Mhd. Gr. § S 30,5):
ob ich nû daz erwirbe, / daz ist iu êre getân, / des ich neheinen
frumen hân Flore (S)
6459;
drizzit [l. -ic
] koninge / die kumin dir alle / unde hant mich indeme
scalle / daz ist dir ere getan Roth
3991;
wolder aber here uore gan / daz were ime ere
getan ebd.
3923.
1547;
si lônte den spileman / mit vil grôzer gâbe; daz
was ir êre getân NibB
1498,4;
sô sol iu got gebieten, daz ir frümeclîchen tuot.
/ slaht uns ellenden [...] : daz ist iu êre
getân ebd.
2096,4.
–
ze (den, einen) êren, hierher oder zu 6.3?:
iu hât der künec erloubet, ir sult ze hove
gân, / sîn swester sol iuch grüezen; daz ist zen êren iu getân
NibB
290,4;
daz wart zeinen êrn getân / froun Cunnewârn
der künegîn Parz
336,28
1.9.1.3
etw. sint jmds. ~ (Pl.) ‘etw. betrifft jmds. ~ ,
wahrt jmds. ~ , wird von jmds. ~ gefordert’, wohl nicht
‘bringt ihm ~
’ (Benecke zu Iw
2528) oder ‘steht in seiner Macht, ist sein Recht, seine
Befugnis’ (Bech zu Iw
2528 mit Verweis auf den Gebrauch wie
1.2
und
1.4
):
ichn gewähenes niemer mêre, / nû daz sîn iuwer
êre Iw
2528;
sol ich lîden / von im langez mîden, / daz müet
mich wol sêre, / ich spriche im niht mêre, / wan daz er mich siht, daz
sint sîn êre MF:Reinm
55: 1,11;
ich [Frosch] sage dir, sneke, was dv
tv: / phlige dines amptes alsam e [zu kriechen, nicht zu
springen wie ein Frosch] , /
[...] daz sint din selbes ere. /
[...] dein site
[...] der ist wanderbære
FabelCorp
19,86;
nu erlâz mich, küener degen balt, / suone gein
disem wîbe, / und gebiut mîme lîbe / anders swaz dîn êre sîn
Parz
267,5;
volge er mîner lêre, / sît daz ich in warnen sol; / sô tuot er wol
und sint sîn êre KLD:UvW
29:1,10
1.9.1.4
andere:
–
~
hân + Gen. ‘wegen etw.’
swaz helde nu dar under müese ligen tôt, / wir
hetens lützel êre und ir vil kleinen frum NibB
124,3;
er gâhte abe anders sêre, / daz es dez ors
het êre / (wan daz erzeigte snelheit) Parz
536,14;
iwerr helfe habt ir êre ebd.
642,17.
323,21;
Walth
18,1.
– jmdm. an sîne ~ sprechen
‘jmdn. ~ mit Worten angreifen’
im was des mannes êre leit, / und beruoft in
drumbe sêre / und sprach im an sîn êre Iw
112.
168.
1071;
ob ich ez an ivch ræche, / ob man mir niht spræche / dar vmb
an mein ere Krone
3777.
– jmdn. an (den) êren krenken
‘jmds. ~ mindern, schaden’
wer möhte daz verclagen / sweder ir dâ wurde
erslagen / od gekrenket an den êren? Iw
7281;
ich trunke gerne, dâ man bî der mâze schenket / unde der
unmâze niemen iht gedenket, / sît sî den man an lîb, an guot und an
den êren krenket Walth
29,27;
heite in [Tristan] daz tranc der
minne / niht brâht ûf unsinne! / daz krankte in dicke an êren
UvTürhTr
3583.
– jmdm. geschiht dehein ~
‘gelingt eine ehrenvolle Handlung, Tat’
daz dû [Keiî] den
iemer hazzen muost / deme dehein êre geschiht Iw
141.
835.
2777.
2489.
–
bî mîner, unserer / ûf mîne, unsere
~
‘auf Ehr und Gewissen, bei meiner, unserer Ehre’
geloben, râten, sprechen, tuon, in ehrenwörtlichen
Versicherungen, besonders bei Ehrenverpfändungen:
[wir] han globit in guden truwen by vnsirm
eyde vnde by unseren eren vur vns vnde vnse erben, daz
[...]
UrkCorp
1200,37;
vnd daz diz wâre sige, so sprechen wir es mitte gvͦten trúwen
vnd bi v́nsern êren UrkCorp (WMU)
N135,22;
daz sol man an vier erber man lazen,
[...] vn swaz diͤ darvmbe sprechen
vffeͥ ir sele vnd vf ir ere, daz sol beiderthalp stete wesen ebd.
611,1;
wande wir disen koͮf gemeinliche haben getan vffen vnser trvwe
vnde vnser ere dvr besservnge vnsers dorfes vnd des kilchoves ebd.
671,38;
ih rate uf min ere, / [...] daz
[...]
OsterSpM
2,64
1.9.2
in adverb. Präp.-Gruppen
1.9.2.1
im Sg.,
bî / durch jmds. / einer Sache ~ :
sô man i’n dennoch mêre / bî des helmes êre
/ unt durch ritter ordenlîchez lebn Parz
321,26;
Anfortasen bat dô sêre / durch sîner swester
êre / Feirefîz ebd.
820,6;
Walth
24,23.
12,35;
daz liez er durch sîn êre Wig
3034.
275
1.9.2.2
im Pl., mit / nâch (jmds.) êren
‘auf (für jmdn.) ehrenvolle, würdige, standesgemäße Weise; unter
Wahrung des Ansehens, der Würde (von jmdm.)’
si sprâchen daz nemahten si getuon mit deheinen
ire êren, / daz si decheim unbesnitenen manne gâben ire swester ze wîbe
Gen
1619;
Alexander weinte den hêren. / mit vil grôzen êren
/ wart di bâre bereit / und der lîchame dar ûf geleit
SAlex
3873;
in diente von ir landen vil stolziu ritterscaft /
mit lobelîchen êren unz an ir endes zît NibB
6,3;
deiswâr, sô hâstû guot heil, / gescheidestû mit
êren dan Iw
597;
hie huop sich ein strîten / daz got mit êren
[unbeschadet seiner Würde] möhte sehen
ebd.
1021.
1591;
ergebet iuch in mîne gewalt; / odr ir sît schier
von mir bezalt, / daz iwer vallen rüert den snê. / sô tæt irz baz mit
êren ê Parz
288,2.
228,18.
336,22;
alle fürsten lebent nû mit êren, / wan der hœhste ist geswachet, /
daz hât der pfaffen wal gemachet Walth
25,20;
man seit mir ie von Tegersê, / wie wol daz hûs [die
Abtei] mit êren stê ebd.
104,24.
28,20;
vnd sol der svn [als Erbe des Vaters zu dessen
Lebzeiten] an sine stat treten, vnd sol im sine
notdvrfte geben, vnd sol im die mit eren geben und nach den eren, als er
gelebt hat SchwSp
12a.
–
der künec dô gie ze râte, wie er lônte sînen
man; / si heten sînen willen nâch grôzen êren getân
NibB
256,4.
885,1;
ir hât alsô gelebet unz her /
[...] nâch êren als ein guot kneht
Iw
2901;
gespîset [mit Lebensmitteln
versehen] wol nâch êren [wie es sich
gehört] / sint ir schif in der habe
Parz
753,20;
zuo flieze im aller sælden fluz, / niht wildes mîde sînen
schuz, / sîns hundes louf, sîns hornes duz / erhelle im und
erschelle im wol nâch êren Walth
18,28;
darnach hiez der von Pern / [bei
Tisch] iegleichen sitzen nach sein ern
Walberan
1228;
an ir was niht vergezzen / deheiner slahte
güete, / wand ir reinez gemüete / ie nâch êren blüete
Wig
3186
1.9.3
abhängig von einem Nomen
1.9.3.1
als Gen.-Attr. eines Subst., meist vorangest.:
daz er der êren krône / dô truoc und noch sîn name
treit Iw
10;
wand er hêt ie des gegert / daz im der êren krône
/ ze jungest wær ze lône / gevallen Wig
3567.
11022;
Tannh
4,102;
Winsb
12,5;
BdN
228,35.
–
ritterschaft, wie stêt dîn orden? / sage an,
wem’st dîn wirde worden? / [...] setze ûf
wider der êren kranz KLD:UvL
59: 3,12;
du hâst von kindes jugende / getragen ie der
êren cranz KvWWelt
141.
–
der êren chünic Christ [
rex gloriae Christus
] , / der aller tugende orthabe ist
KvHeimUrst
1699.
1860.
2027;
diemuot unde willigiu armuot, dâ sich der êren künic mite
gezieret und gekleidet hât DvASchr
343,9.
–
der slac sîner êren Iw
3204;
welt, dû stêst sô lasterlîchen, / daz ich ez niht betiuten
mac. / triuwe und wârheit sint vil gar bescholten. / daz ist ouch
aller êren slac Walth
21,24.
–
wer zieret nû der êren sal ? der jungen ritter zuht ist smal,
/ sô pflegent die knehte gar unhövescher dinge / mit worten und mit
werken ouch Walth
24,3.
–
unde folgest mîner lêre, / sâ bûwes dû ûf êren strâze
Walth
149,26.
–
milte ist gar ein troum / widr im, er ist der
eren wirt Tannh
1,50.
–
durch daz solde er sizzen / uffe der eren
banke GrRud
δ 45.
–
diu jugent wil vrô sîn unde vrî: / der beider hân ich mich
bewegen. / diu hôchvart velwet êren zwî: / ich wil mîn herze lâzen
nider Winsbeckin
4,7
1.9.3.2
als Gen.-Erg. zu einem Adj.:
alsus überslief den tac / der êren rîche und
lasters arm Parz
581,1
2
‘Glanz, Pracht, Herrlichkeit’
der palas was hêre / gezîrt mit manigen êren. / obene di
swibogen / wâren mit golde ubirzogen SAlex
5906;
ich vuor des endes [...] / und vant
dâ grôz êre [einen prachtvollen Brunnen]
Iw
603;
dâ was wünne und êre, / vreude und michel rîterschaft / und
alles des diu überkraft / des man zem lîbe gerte ebd.
2442;
dô huop sich von den liuten vil michel der gedranc, / dâ si ze
riter wurden nâch riterlîcher ê / mit alsô grôzen êren NibB
33,4.
–
fremdiu wunder, frœlich êre / bringet uns des werden meien bluot
KLD:HvW
2:1,1;
vil ist, des ich minn an ir: / sô des meijen êre / varwe
rêret, stolzen leijen, / secht, so gent ir wengel liechten SM:Wi
4: 2,8;
got gebe, daz der herbest sîn êre volbringe, / sît des
menschen fröide gruntveste da lît! SM:UvB
3: 1,9
3
von Wirtschaftsgütern und -gebäuden ‘guter, gepflegter Zustand’
so sol er vns vnde vnsern erben die burg wider entwurten in den eren vnde in
dem gancen bûwe [...], als ez ime geentwurtet ist
UrkCorp (WMU)
N412,22;
daz si disen vorst sol han mit banne vnd mit getwinge vnd mit nvzze vnd in
allen dien eron, als er vnz her ist komin vnwͤsticliche ebd.
65,21;
hie wider sol der Oͤninger vnd sin rehten eͮrben das selbe gvͦt in eron han
mit buwe [durch Bewirtschaftung]
ebd.
842,23
4
von Gemeinwesen ‘Wohlfahrt’
wan sit si der stat ere gesworn hant, so ist ouch billich vnd reht, daz si
gvͤtlich mit einander leben vnd do mit der stat ere behalten UrkBasel (S)
12,13
(a. 1286);
UrkCorp
3570,33;
die sü dunket alre nuzberst darzuo, und die der herschefte und der stat wol
fügent, ir ere und ir gefüre [...] ze behütende
UrkFreiburg (Sch)
132
(a. 1293)
5
‘Privileg, Recht’ (speziell ‘Verfügungsgewalt über Lehen’ [WMU]?; vgl.
unten UrkCorp
1197 und MLLM 1,649 s.v. honor 14
‘Beneficium, Lehen’):
es sey umb aigen, lehen, gelt, gült oder pfantschaft
[...] und ander ir ere und recht und guet gewohnhait
BairFreibr
16;
[ich] han ime dc selbe gvͦt mit allem rechte, mit allen
eron, mit allem nuzze [...] gelúwen ze rechtem lehene
UrkCorp (WMU)
434,29;
vnd sol er ouh bei seinen eren [
honoribus
1197A,9
] , bei seinen rehten vnd bei alter gewonheit beleiben, als ander sein
vordern gehabt habent ebd.
1197B,18;
weitere Belege aus der 1. H. d. 14. Jh.s s. DRW 3,1268.
6
‘Ehrerbietung, Respekt, ehrenvolle, zuvorkommende Behandlung’
6.1
allgem.:
der chnecht eret sinen herren, daz chint sinen vater. ob ich nv der herre
pin, wa ist min ere. ob ich der vater pin, wa ist min libe? PrLeys
4,4.
–
gloria in excelsis deo, [...]
lob unde êre sî got in den himeln Spec
13,8.
21,9.
24,31;
der heilige Christ, / [...]
dem geben wir lop unt êre Kchr
3028;
des sî dir lop und êre geseit, Marîâ künigîn Walth
37,1;
RvEGer
1880.
–
grôzer êren ist er [Mars]
wert Kchr
3712;
diu reinen wip mit guotem site / diu sint wol aller êren wert
KLD:HvP
1:2,2.
–
die êre und die minne, / die ich û [König Euander dem
Eneas] getûn mach / [...] des
solt ir sîn vil gewis, / daz û daz gereit is En
6130;
dô ir diu êre geschach / daz sî der künec durch in
gesach Iw
2675;
daz sî der grôzen êre / mich armen man erlâze ebd.
4790;
nû vürht ich aber vil sêre / daz ich dise grôze êre /
vil tiure gelten müeze ebd.
6558;
dem milten künige Artûs / gnâdeten si der êren
[dankten ihm für die ihnen erwiesene Ehre]
Wig
4038.
2183.
4038.
– häufig ~
bieten:
jâ gebôt er unde bater / daz man muoter unde vater / minne und êre
biete AHeinr
643;
ern bôt mir nie die êre / daz er mich wolde ane
gesehen Iw
750;
ezn gebôt nie wirt mêre / sînem gaste grœzer êre
ebd.
356;
man biut iu êre unt gemach Parz
227,4;
dâ wart im von in beiden / mit dienst erboten êre
ebd.
765,25;
bietet den gesten êre Wig
11546.
–
diz zinsreht unde disen prîsant / den liezen disiu
zwei lant [
Curnewâle und Engelant
] / in dem vünften jâre ie schouwen / die werden Rôme, ir
vrouwen. / doch butens ir dise êre / niht ellîch alsô sêre / weder durch
reht noch durch got / sô durch Gurmûnes gebot Tr
6003
6.2
in der Wendung guot vür / umbe ~ nëmen sind ursprüngl. die
bezahlten Dienste eines Spielmanns gemeint, besonders Lobreden, die dem Ansehen
eines Herren dienen; dann auch umgedeutet zu ‘das Gut der Ehre vorziehen’
(vgl. MF:Anm., S. 245 zu 21,31 =
MF:Sperv
1:8,3 mit Belegsammlung und Verweis
auf frühere Literatur):
swaz der diete dar kam, / diu guot umbe êre nam Er
2167;
golt, silber, pfeller breit / gap der edel wîgant / den guoten knehten
[...], / di guot umb êre nâmen / oder durch
geselleschaft UvZLanz (K)
8394;
[was das elterliche Erbe verwirkt:] ob der svn ein
spilman wirt wider sins vater willen, daz er gvͦt fvr ere nimt, vnd daz der
vater nie gvͦt fvr ere genam SchwSp
11b;
RbRupr
182;
wohl umgedeutet:
in küneges râte nieman zimt, / der guot für’s rîches êre nimt
Freid
72,8.
– aus der Sicht des Herrn: guot vor êre (niht) (ver)sparn
‘(nicht) an Lohn für Ehrung durch Spielleute sparen’ (vgl. die
Belegsammlung in MF:Anm. a.a.O.):
erst tump, swer guot vor êren spart MF:Sperv
1:8,3;
got gnâde Wernharte, / der ûf Steinsberc saz / und niht vor den êren
versparte MF:Her
1:2,7
6.3
in Präp.-Gefügen mit in, mit, zuo:
daz vierde [Gebot] ist ouch sô gedân: / dû salt
vader und mûder hân / alle zît in êren Erlös
6865;
want si bî des kaiser Liuthêres zît / in grôzzen êren
wâren Kchr
17194.
–
Israhêl habe mich mit êren. / ih pin ain got unt ain
hêrre Kchr
8610;
dar nach so lese der abbit ein leccien von dem ewanglio vnde sten alle
dar zv mit eren inde mit vorhte BrHoh
11;
frou, nû klagt niht alsus! /
[...] ich wil iur pflegen mit êren vil
EnikWchr
15639.
–
Rômêre, duͦ sin infiengin, / einin nûwin sidde aneviengin: / si
begondin igizin [ihrzen] den heirrin
[Caesar] . / daz vundin simi cêrin, / wanter
eini duͦ habite allin gewalt, / der é gideilit was in manigvalt Anno
28,8;
dune darft mir wizzen keinen danc, / swaz dir mîn
dienst hie zêren tuot Parz
68,5;
sîme gote ze êren [...] ich
mich gerne toufen solte ebd.
57,6;
in die banier was gesniten / Amor der minne zêre
Wh
24,5;
disen wunneklîchen sanc / hân ich gesungen mîner
[...] frouwen ze êren Walth
118,37;
vgl. auch oben unter 1.9.1.2
7
vereinzelter rechtssprachl. Gebrauch
7.1
‘Ehrschatz’ als Handänderungsgebühr:
vnd swenne dv́ hant wandelot als reht ist, so svn sî als vil ze eron gen
als [wie sonst] ze zinse UrkCorp (WMU)
2335,2
7.2
‘gerichtl. Strafgebühr’ (?):
jst oͮch, dc sich fvͦget eteswenne von misselingen ân alle geverde vnd
âchvst, dc achzehen phenninge ab der march gewicht gât, dar vmb svn die
mv́nzemeͥster êrn olde gvͦts dekeime gerichte schvldich sin UrkCorp (WMU)
188,40
8
‘Ehrgefühl, Ehrenhaftigkeit’ (selten deutlich von "äußerer" Ehrauffassung zu
unterscheiden):
ein wîp die man hât erkant / in alsô stætem muote, / diun
bedarf niht mêre huote / niuwan ir selber êren Iw
2893;
er was der nôthaften vluht, / ein schilt sîner mâge, / der milte ein glîchiu
wâge: / im enwart über noch gebrast. / er truoc den arbeitsamen last / der êren über
rücke AHeinr
69;
si nam, daz ich ir bôt, / einem kinde vil gelîch, daz êre hât Walth
74,29;
nieman kan mit gerten / kindes zuht beherten. / den man zêren bringen mac, /
dem ist ein wort als ein slac ebd.
87,3;
man sint niht in êren, / daz si tougen unser minne gern Neidh
SL 28:3,3
MWB 1 1846,10; Bearbeiter: Plate
êrebære
Adj.
→
êrbære
MWB 1 1854,21;
êrebegerunge
stF.
‘das Trachten, Verlangen nach êre
’
ere begerunge [
appetitum honoris
]
BdT
381,8
MWB 1 1854,22; Bearbeiter: Tao
êrebërnde
Part.-Adj.
→
êrenbërnde
MWB 1 1854,24;
er|echzen
swV.
‘zu ächzen beginnen’
ez [
der minne ungetüem
] tut mich dicke uff rucken, / so swinde zu im drucken, / daz mir der
lip derehtzet / und auch daz hertz derlehtzt, / als ez den lip wolle ruͦmen
Minneb
1817
MWB 1 1854,25; Bearbeiter: Tao
er|effen
swV.
‘jmdn. ganz zum Narren machen’
[Pallas und Juno zu Venus (im Streit um den goldenen
Apfel):] si [die (unbeständige) minne
] lât witz unde rîchtuom / sich kündeclichen treffen / und alsô vaste
ereffen, / daz si des wænet, daz ir sî / mit triuwen manic herze bî, / daz mit
valsche ist überladen. / [...] man sol witz unde rîcheit /
vür alle minne rüemen KvWTroj
2294
MWB 1 1854,30; Bearbeiter: Tao
êregërnde
Part.-Adj.
auch êrengërnde, eregern (
WhvÖst
382
), eringerin (
MinneR 481
750
).
–
‘nach êre begierig, strebend’
1 attr. 1.1 von Personen 1.2 als Beiwort zu ouge, muot, wille, sin usw. 2 subst.
1
attr.
1.1
von Personen:
dô sprungen zuo ein ander die êregernde man
NibB
2218,3.
790,1;
êre unt ein wîp die lîdent wol gedrenge / unt lâzent sich ensamt besliezen
/ einen êregernden man, / des herze si behûsen kan RvZw
47,10;
RvEWh
14.
3265;
KvWTurn
1017;
der eregernder helt RvEWchr
21607;
der eregernder knabe RvEWh
3197.
– in Umschreibungen mit lîp:
wis, beschaidenlichen guͦt, / ellenthaft und
hohgemuͦt / was sin eregernder lip RvEWh
12557.
13467.
15147;
swâ man ez z ôren trüege / den êregernden lîben, /
mannen und wîben RvEAlex
8033;
die êre gernden vrouwen KlageB
1937;
daz êre gernde wîp ebd.
3978;
trúwe, zuht, beschaidenhait / sint der eren beste
clait, / si tugenden ere gernde jugent RvEWh
3405;
swer aber durch guot wirt sîner êren âne / unt doch leben wil in êren
wâne / bî den êregernden liuten, / reht in der mâze er bî in ist / als bî
dem pheffer miuse mist RvZw
74,9;
êregernden stolzen leien, fröit iuch gen dem süezen
meien KLD:Kzl
9: 2,1
1.2
als Beiwort zu ouge, muot, wille, sin usw.:
ir vrouwen, [...] / seht wol gemuoten man mit
êregernden ougen an RvZw
38,2;
êregernder muot
RvEWh
3349.
10514.
12295;
RvZw
70,5;
Mai
1,8;
diu scham dem muote sâ benimt / der schanden tât ûz
êregerndem willen KLD:Kzl
16: 15,10;
liebe liebet minne / mit eregerndem sinne, / minne ane
herzeliebe phliht / hat vollekomenr krefte niht RvEWh
5008;
mit êregernden tugenden RvZw
83,3;
RvEWchr
21599;
RvEWh
2081;
WhvÖst
382.
–
mit êregernder hant
‘mit Freigebigkeit’
daz er behielte wol die stat / und er mit êregernder
hant / an sich gewunne wol diu lant, / wan diu êregernde hant / betwinget
liut unde lant: / mit gerne gebenden handen / gesigt man an den landen
RvEAlex
7993
2
subst.:
swes ieman von maͤren gert, / des man den ere gernden sol /
sagen und in gezimet wol / ze hoͤre ane missetat RvEWh
121.
2154;
die jungen, eregernden JTit
1462,4;
den ungetrüwen wigand / schlüg der erengerende tod
GTroj
20555.
20573
MWB 1 1854,38; Bearbeiter: Tao
êregir
Adj.
→
êrengir
MWB 1 1855,17;
êregirescheit
stF.
‘Begirde nach êre
’
vür wâr ich iu daz sagen wil, / daz si tuont durch ruom mêre / danne durch
tugende êre. / [...] der einn phenninc kan versagen / eim
armen, gît ein phert drât / dem der sîn wol möht haben rât, / wan erz hin und her
seit: / ouwê armiu êre girescheit! WälGa
3734.
– s.a.
êrgir
stF.
MWB 1 1855,18; Bearbeiter: Tao
êregiric
Adj.
‘nach êre strebend’
suueler ist heizer vnde nazer nature, der ist der besten
natur. der ist gerne milte vnde ere girich vnde minnet uil wibe vnde ist doch stete
vnde lieb an der minne Lucid
50,17
MWB 1 1855,25; Bearbeiter: Tao
êregîtec
Adj.
auch êrengîtec.
‘nach êre begierig, strebend’
[Joseph] hât an im kein hôchvart, / êregîtec er nie wart,
/ noch dur kein uppeclich geschiht / sôn erhuop er sich niht WvRh
2264;
bis erengeitig, rechter milt, / gen ritter und gen chnechten Suchenw
38,65
MWB 1 1855,30; Bearbeiter: Tao
êregîtikeit
stF.
‘das Trachten, Verlangen nach êre
’ (s.a.
êrebegerunge
):
von eregitekeit [
ambitio
]
BdT
381,2;
wan nu eregitikeit nút anders ist denne ein vngeordente begerunge der eren,
har vmb so ist es auch lasterber vnd súnde ebd.
381,18.
30,18
MWB 1 1855,36; Bearbeiter: Tao
ê|rëht
stN.
‘(Erb-)Recht der Ehegatten’
der vorgenanten vron Jtvn ir êrecht an dem aker, alse am andren gewinnottem
guͦte [Weingut] sol behalten sin UrkCorp (WMU)
2141,14
MWB 1 1855,41; Bearbeiter: Tao
êrelôs, êrenlôs
Adj.
auch êrlôs.
‘ohne Ehre, Ansehen, ehrlos’
1 allgemein. 2 rechtsspr., bezogen auf Personen mit geminderter Rechtsstellung, oft in Formeln
wie
~ und rehtelôs, ~ , triuwelôs unde meineidic u.ä.
1
allgemein.
meist attr. und subst. von Personen:
unde wirt er danne sigelôs, / sô ist er imer êrenlôs /
under sînen genôzen / cleinen unde grôzen SAlex
6502;
Iw
766;
diu êrelôse unwerde [Minne] , /
si slîchet under hûsen biten / und treit von lasterlîchen siten / gemanicvaltet
einen sac Tr
12290;
den tugendelosen bin ich gram, den wunsche ich, daz sie sterben. / ouch
bitte ich keinen erelosen nicht, der hie lebet lesterliche Meissner
16:4,7;
Rumelant
3,60a;
ungetriu und êren lôs / sint si selben und ir kint
Ottok
39871;
we dem kloster, da disú zwei
[Untugenden] in gebrechent! wan daz wirt fridlos
und ze jungst erelos Seuse
382,20;
GTroj
24268;
Bussard
27.
– attr. in Anreden, Verachtung ausdrückend:
êrelôsiu vrouwe [Frau Welt] , wê, waz welt ir
mîn? Neidh
WL 30:5,1;
nu hoͤrt, ir êrelôsen zagen BuchdRügen
1245;
du arme êrlôse gediet, / dich hazzet alz daz dich gesiet Boner
40,23.
– von Götzen:
si [Götzen] wurden in pfuole unde in graben /
sô tiefe alle getreten; / swer si dar nâch ane solte beten, / der vant si alsô
êrlôs, / daz er niender an in kôs, / daz si iht ze goten tohten / od ieman
gehelfen mohten StrKarl
4269
2
rechtsspr., bezogen auf Personen mit geminderter Rechtsstellung, oft in Formeln
wie
~ und rehtelôs, ~ , triuwelôs unde meineidic u.ä.:
ipso iure privatus quod wlgo dicitur erenlos et rethlos UrkCorp
4F,42;
exlex [...] et infamis, quod dicitur erelois et
rechtlois WeistGr
3,344
(a. 1239);
sô blîbt jener [Dieb] êrenlôs und rechtelôs
SSp (W)
2:13,1;
wirt er des vor sinem richter erzúget [...], der
selbe sun si erlos vnd rechtlos eweclichen UrkCorp (WMU)
879K,16
u.ö.;
–
welre aber vnder vns hie wider iht dête vnde dez stête niht enhilte
[...], so in die zwene ratman besagent, der ist da
nach erloz, trvweloz vnde meineidic UrkCorp
N369,36;
so sulen wir si halden vor meinedech, truwelois vnde eirlois ebd.
196,26
u.ö.;
StRWeinheim
386;
UrkMoselQ
193,25
(a. 1345);
were, das ieman vnder vns [...] das brêche
[...], der sol sin êlos, êrlos vnd meineide vnd sol
dar zuͦ niemer reht me gewinnen ze Kolmer UrkRapp
315,37
(a.1331).
–
alle die unêlich geboren sint, oder die sich êrlôs gemachet hânt mit untât
an ir rehte, den sol man deheinen vormunt geben SchwSp (W)
61,1;
lebet aber ain soͤlicher [Steuerhinterzieher] ,
so sol er ain erloser man haissen und sin, und sol an răt noch an geriht
niemermere komen StRÜberl
24
MWB 1 1855,45; Bearbeiter: Tao
eren
Adj.
→
êrîn
MWB 1 1856,31;
eren, ern
stM.
ahd. erin (AWB 3,397f.).
‘Fußboden’
heiz dînen eren / flîzeclîchen keren, / dar ûf einen tepech
spreiten Eracl
241;
daz wir got zu uns geladen, / die sele reine gebaden / mit
inneclichen ruwen, / daz vleisch wider irnuwen / und wir vil reine den ern / siner
kumfte vorgekern, / den esterich begiezen HeslApk
3305.
3311
MWB 1 1856,32; Bearbeiter: Tao
eren
V.
→
ern
MWB 1 1856,39;
1êren
swV.
1
‘jmdn./etw. in Ehren halten, verehren, achten’ , im Sinne einer
Grundhaltung 1.1 Personen, allg. 1.2 Gott, Götter, Heilige, Priester 1.3 etw. 1.4 Part.-Adj. 2
‘jmdm. Ehre, Respekt erweisen’ , mit Akk.-Obj. 2.1 mit Akk.d.P., ohne weitere Ergänzung 2.2
mit etw. 2.3
an jmdm. 2.4 refl., sich an jmdm. : ‘jmdn. ehrerbietig, respektvoll
behandeln’
2.5 mit Akk.d.P. und Gen.d.S.: ‘jmdm. etw. gewähren, einer Bitte entsprechen’
3
‘jmdn./etw. preisen, rühmen’
4
‘jmdn. durch eine Gnade, Gunst auszeichnen, hervorheben’
5
‘jmdm. zur Ehre gereichen; jmds. Ansehen erhöhen, jmds. Ruhm vermehren, jmds. Ehre
wahren’
6
‘jmdn. (mit etw.) beschenken’
7 übertr. ‘etw. schmücken’
1
‘jmdn./etw. in Ehren halten, verehren, achten’, im Sinne einer
Grundhaltung
1.1
Personen, allg.:
ewe diu gebiutet daz man sinen uater unt sine muͦter êre
JPhys
25,2;
PrOberalt
29,29;
êre unde minne elliu wîp Tr
5034;
Îsôt diu was dô starke / von ir hêrren Marke / geminnet
unde gehêret, / geprîset unde gêret / von liute und von lande ebd.
12678;
der chnecht eret sinen herren, daz chint sinen vater PrLeys
4,4
1.2
Gott, Götter, Heilige, Priester:
du gæbe uns einen herren, / den scholte wir vil wol eren
VEzzo
32;
den vatir erit da zi himili der sun / mid den er hat hi in
erdi giwunnun SuTheol
307;
wil er got eren, / zu der cristinheit cheren
Rol
1506.
2026;
sît er [Gott] ist vater unde
kint, / die al gelîche geêret sint Parz
817,18;
die gote wurden gêret, / als heidensch orden lêret
RvEBarl
11507;
daz in die heiligen, die si hant geerent in dirre welte,
die bringent in vil michelen tróst in der wizen Lucid
67,1;
den ewarten eren, / der uns diu gotes wort sol leren
Hochz
506;
StatDtOrd
64,13
1.3
etw.:
daz ich den heiligen svntach vnde ander heilige tage so
niht gevîret noch so geêrt han, so ich solte Spec
3,15;
die heiligen dieteuaste [...], die
han ich so nicht geuastet noch so geêrt ebd.
3,18;
eret daz uil heilige cruce Rol
259.
4979;
dô nam er die tabelin unt begonde sie ce êrine durh daz
bilde [des hl. Nicolaus] , daz dar ane stûnt
PrMd (J)
349,13;
durh got êrt er ouch die buochstaben, / daz er sie niht liez abschaben
LvRegFr
3073
1.4
Part.-Adj.:
die geerten viginti quatuor seniores
Himmelr
12,3;
ê ein sus gêret man / den tôt in mînem namen kür / ode
sîn êre verlür, / mîn lîp und unser beider lant / wæren bezzer verbrant
Iw
7304.
– vor einer Standesbezeichnung:
des gewaltigen vnd des geerten herren herzogen Albrehtes von Oͤsterich
UrkCorp (WMU)
1979,45;
das die hettin enphangin dvrch got den geertin rittir hern Arnoltin
ebd.
1820,36
u.ö.;
– subst., als Titel von Geistlichen:
den geerten in gotte, der priolin vnd der samenvnge der vrowen von
Klingendal von der minren Basil UrkCorp (WMU)
2927,26;
von dem abte dec selben gotteshuses, geertem an gotte ebd.
2434,27.
2932,25
2
‘jmdm. Ehre, Respekt erweisen’, mit Akk.-Obj.
2.1
mit Akk.d.P., ohne weitere Ergänzung:
mich dunket gevüege unde reht / und bite iuch des verre / daz von iu mîn
herre / dâ mite sî gêret / daz ir ûf sîn hûs kêret Er
3526;
man hete iuwer hie wol rât. /
[...] ir werdet hie lützel gêret. / wem sît ir hie
willekomen, / od waz hât ir iuch an genomen / mit iuwer reise dâ her?
Iw
6098;
swâ man solhen sanc nu tuot, / des sint die valschen
gêret Parz
297,27;
ich solde dich gruzen und êren, du enbist aber nicht êren wert: danne di
êre di du gote erbiten soldest, di erbûtest du den krêatûren HvFritzlHl
253,34;
(subst.:)
her Îwein [...] wart von leide
schamerôt, / daz er im der êren bôt / ein lützel mêre danne gnuoc. / daz êren er
im niht vertruoc Iw
7640;
lat ein herre sinen eigennen man vri, vnd wil er in dar nach nvͥt eren,
alse da vor, daz er gegen im nvͥt wil vf stan, noch den huͦt gegen im nvͥt wil
abe ziehen SchwSp
162a.
– relig., anbetend:
do entweich der esel unde daz rint, si erten iesa daz
frone chint AvaLJ
13,6;
got ist daz wort [...] und
daz wort êr wir und anpeten ez BdN
492,17;
ich han vor gesehen, / vns kan gutes niht geschehen,
/ swenne wir hinnen keren, / ez ensi daz wir geeren / Dianen di gotinne
Herb
3608
2.2
mit etw.:
alser [der Löwe] in sît alle
wege / mit sînem dienste êrte / und volgt im swar er kêrte / und gestuont im
zaller sîner nôt, / unz sî beide schiet der tôt Iw
3879;
sie giengen mit der bâren / und trûgen an den handen / kerzen, die lieht
branden. / die [tote] frouwen êrden sie dâ mite
En
9367;
der kaiser si damit erte: / er nam uon Tirriche / drizec
gisel dem riche / in dem selben gedinge Rol
8868;
swaz ez nû sî des ich bite, / dâ êret mich mite / und lât
die bete her ze mir, / wand ich ir anders gar enbir Iw
4552
(vgl. unten 2.4);
êren unde triuten / kunden sin [= si
in
] mit werdekeit Parz
59,18.
– mit Abgaben:
[...] was ouch niemen in der werlt, / erne muose
daz keiserlîch gezelt / mit chamerschatze êren, / den frône hort mêren
Wernh
3737;
si svlen im auch alle iar [...] von
iegelichem weingarten zwir weinpir senden vnd svͤln in auch alle jar eren
mit nvzzen vnd mit obzze, swenne in daz wirt UrkCorp (WMU)
2632,7.
– relig.:
daz man got besunder dâ mit [mit
Weihrauch] êrt BdN
377,28
2.3
an jmdm.:
wol du himilischer herre, / dinen heiligin namen an uns
ere! Rol
7908;
nu êret an mir elliu wîp Parz
88,27;
sît daz mir fröide ist worden wilde, / sô êre an mir wîbes
bilde: / nieman mag getrœsten mich, / wan dîn helfe, frowe guot! SM:
JvW
3: 5,5;
nu êret an mir ritters prîs Parz
136,11
2.4
refl., sich an jmdm. ~ : ‘jmdn. ehrerbietig, respektvoll
behandeln’
wider was aber dâ manic man / der sich an ir êrte / und
ez ir ze guote kêrte Tr
15691;
die herren êrten an mir sich, und stuonden ûf und gruozten mich
RvEGer
5361
2.5
mit Akk.d.P. und Gen.d.S.: ‘jmdm. etw. gewähren, einer Bitte entsprechen’
geêrent [
UvZLanz (K) : gewerent
] mich des ich iuch bite UvZLanz
568;
genâde, vrowe hêre, / durch got und durch dîn êre / und
durch dîn adelîche site / geêre mich des ich dich bite ebd.
1766.
1304;
êr uns der bete durch die tugent / dîner hôchgelobten
jugent RvEAlex
20243
3
‘jmdn./etw. preisen, rühmen’
der redet recht, der den almæchtigen got lobet und eret mit
den salmen, mit der messe, mit andern guten und rechten worten, der anderiu læut
bezzert PrOberalt
152,12;
der von Trîbalibot / Jupiter sînen got / mit worten êrte
manegen wîs. / er gap ouch vil hôhen prîs / sîner gotîn Jûnô Parz
750,3;
vil liut mit lobe si [Burg Lôgroys
] êrten ebd.
507,30;
den tac ich êre, dô ich die vil guoten êrste sach KLD:
UvL
2: 3,1.
– formelhaft:
gêret sî dîn süeziu jugent / unt dîn antlütze minneclîch
Parz
139,26;
gêrt sî diu wîle unt dirre tac, / der mir brâht disen
umbevanc, / dâ von mîn trûren wirdet kranc ebd.
801,10.
748,23.
748,28.
–
des sî got iemer gêret Iw
6798;
gêret sî diu gotes hant / und al diu crêatiure sîn
Parz
283,2;
al mîne gote des gêret sint ebd.
748,16
4
‘jmdn. durch eine Gnade, Gunst auszeichnen, hervorheben’
so werdent die vil harte geret, die hie von der werlt cherent.
/ die sizent da ineben gote in der scare der zwelfpoten AvaJG
20,5;
swen got so geeret, / daz er in den wistuom geleret
Hochz
59;
daz er uns dâ mit hât geêrt / dâ mit er di engel hât gekleit, / mit sinne und
mit bescheidenheit WälGa
8590;
nu in unser herre vor andern sinen martrærn geeret hat, nu
suͤln wir [...]
PrOberalt
20,22;
sît daz iuch got sô gêret hât / daz alsô gar ze prîse stât /
vür manegen rîter iuwer lîp Iw
6051;
die juncvrouwen bâten alle got / daz er sîn gnâde und sîn
gebot / in ze helfe kêrte, / und ir kempfen êrte [den Sieg
verliehe] , / daz er in ze trôste / ir gespiln erlôste ebd.
5354;
op die [gefangenen Frauen]
hie’rlœset iwer kraft, / sô sît ir prîss gehêret / und hât iuch got wol gêret: /
ir muget mit freuden hêrre sîn / über manegen liehten schîn, / frowen von manegen
landen Parz
558,24.
–
daz her [König Latinus] sîne genâde / sô an mich
kêrde / und mich sô vil êrde / vor den lûten offenlîche, / daz her mir sîn rîche
/ mit sîner tohter wolde geben En
5356;
als si [Stadt Wien] mit wirden vnd mit eren von
vnsern vodern geeret vnd gevriet ist als ein havbet vnd ein behaltærinne vnseres
fuͦrstentvmes UrkCorp (WMU)
2345,20.25
5
‘jmdm. zur Ehre gereichen; jmds. Ansehen erhöhen, jmds. Ruhm vermehren, jmds. Ehre
wahren’
– mit nicht-pers. Subj.:
diu bete dich lützel êret, vil edeles fürsten wîp, / daz
du dînen mâgen rætest an den lîp NibB
1902,1;
sô diuhte mich und wære ouch reht / und êret ouch mich
starke, / swer mînem hêrren Marke / liep oder sippe wære, / daz ich dem êre bære
Tr
14783;
nu hilf mir, herre, süezer got! / lâ dîn genâde und dîn
gebot / an mir schînen: daz êret dich Wig
6496.
– mit pers. Subj.:
uor gote ist er, / want er mit gote uͦber want / uil manige
heideniske lant, / da er die cristin hat mit geret Rol
15;
von rîtern und von vrouwen / ein selch gesinde
[...] daz wol den wirt êrte Iw
5935;
swelch man tuot solhe diemuot schîn, / der êret ouch die
muoter sîn Parz
299,8.
– im Passiv:
ir sît mit im [durch ihn] gêret
/ und endurfet iuchs niemer geschamen Iw
2104;
wær ich sô biderbe und sô wert / daz mîn
[durch mich] gêret wære ein wîp ebd.
2751;
jâ bistû von der künfte mîn / werder, dan dû wândest sîn,
/ und bist ir [Gen.] gêret iemer mê Tr
4383;
dâ von der touf [das
Christentum] noch gêret ist / pflager, triwe ân wenken
Parz
751,12;
da wirt mein name geeret / und dein lob gemeret
HvNstAp
6151.
– refl.:
si gerten [...] einer kranken
ernstlîcher bete, / daz der künec an Gahmurete / bruoderlîche triwe mêrte, / und
sich selben êrte, / daz er in niht gar verstiez Parz
6,16;
sînen kampfgenôz er bat / daz er sich selben êrte / und
mangen würfe werte ebd.
212,7;
si sprach ‘welt ir iuch êren, / sölhe mâze gein mir kêren
/ daz ir mit mir ringet niht, / mîn ligen aldâ bî iu geschiht.’ ebd.
193,29
6
‘jmdn. (mit etw.) beschenken’
se [Helena] wolde ouch thure the minne unses herren
Jerusalem mit themo cruce eren. / thure that deilde se that cruce, that se iz thar
half lieze MfrkReimb
615;
die frouwen [Maria] si [die heiligen
drei Könige] dannoch êrten / mit solher gâb,
[...] / diu rîch unt chuniclîche was KvFuss
1284;
der rât mag ouch wol den schrîber êren zu heiligen âbenden mit eime bescheiden
trancgelde StRZwick
20.
–
lat der edel man sich ern? Teichn
479,28
7
übertr. ‘etw. schmücken’
eine kemenâten sân. / diu was alsô gehêret / mit einem bette
gêret, / daz mich mîn armuot immer müet, / sît d’erde alsölhe rîchheit blüet
Parz
242,28;
nû hât aber der meie die heide geêret SM:Tr
2: 1,3
MWB 1 1856,40; Bearbeiter: Tao
2êren
swV.
zu
êr
‘früher’.
‘etw. voranstellen’
daz wir der drier personen [des göttlichen
Wesens] / suln eweclichen schonen, / daz wir der namen nicheinen /
weder grozeren noch cleynen, / noch minneren noch meren, / noch letzeren noch eren /
vor den anderen ichtes icht / [...] wen ir diekeiner der
drier / ist mechtiger noch vrier, / noch gewaldiger noch herer, / noch letzerer noch
erer HeslApk
676
MWB 1 1859,44; Bearbeiter: Tao
êrenbære
Adj.
→
êrbære
MWB 1 1859,53;
êrenbërnde
Part.-Adj.
auch êre-bërnde.
‘
êre bringend’
so kund er so gefuͤge schimph, / so rehten manlichen gelimph
/ das sin ereberndiu kunst / bejagte an lobe ir aller gunst RvEWh
10471;
dîn vil hôchgelopte güete spilt dâ êrenbernde spil / mit den
tugenden alle zît KLD:UvL
41: 2,4;
ir sult für wâr gelouben daz: / niht kleider stât den vrowen baz, / danne die
si von der güete treit: / daz sint êrenberndiu kleit UvLFrd
557,22.
232,33;
LobGesMar
47,14
(Hs.)
MWB 1 1859,54; Bearbeiter: Tao |