entk-
→
enk-, eng-
MWB 1 1674,4;
entlaben
swV.
‘jmdn. schwächen, schädigen’
[die Gefolgsleute der Boten] dicke wârn entlabt / in
urliuges freise, / des gelobten si die reise / ze rîten verre dester baz
Ottok
1432;
darzuo [sich in seiner Klause gefangen nehmen zu
lassen] was aber ze kluoc / der selbe abt, / daz er niht wart
entlabt, / dâ er ze ruowen vant ebd.
56554.
22935
MWB 1 1674,5; Bearbeiter: Runow
entladen
stV.
1 tr. 1.1
‘etw. entladen, leerräumen’
1.2
‘jmdn./ etw. (von einer Last) erleichtern, befreien’ (oft übertr.) 1.2.1 mit Gen. 1.2.2 mit präp. Erg. 1.2.3 als Part.-Adj. 1.3
‘jmdn. entlassen, wegschicken’
2 refl. 2.1
‘sich von etw. befreien, etw. loswerden’
2.1.1 mit Gen.-Obj. 2.1.2 mit präp. Erg. 2.2
‘sich erleichtern, abkoten’
1
tr.
1.1
‘etw. entladen, leerräumen’
dô si daz schif entluoden NibB
1581,1;
si half den wagen selbe entladen StrKD
58(A),172;
s’schêtîses volc ir soum [(Ladung der)
Saumtiere] entluot Wh
243,1;
SHort
6487.
–
‘etw. abladen’
er sal ouch daz getreide entladen
[...], daz in den schiffen kumet
StatDtOrd
109,4;
vil tôter wart entladen dâ von bâren Loheng
5960;
RvEWchr
7708;
bildl.:
des hast du ere, swenne ich
[Jesus] dinen grossen last entlade
Mechth
3: 2,30;
diu burd ir leides und ir schaden / wær ein wênic
entladen Ottok
4328.
– hierher mit Ersparung des Obj. (?):
durch gemach was ich erbeizet, / wan daz ros was mir erheizet, / dem
wolt ich entladen [die Last abnehmen]
Heidin III
1323
1.2
‘jmdn./ etw. (von einer Last) erleichtern, befreien’ (oft übertr.):
ob wir di sunde rehte clagen / so si wir isa incladen
[l. entladen, vgl. App.z.St.]
VMos
49,20;
ich getrawe im [Gott] , daz er
mich entlade, / daz er mich wasche und bade / in siner gnaden unden
StrKD
4,579;
vnde wellen, daz vnser sele vnde vnser ere entladen vnde ledich sie
UrkCorp (WMU)
N736,16;
Tr
1333.
1343;
Lanc
596,20
1.2.1
mit Gen.:
alsus wart leides entladen / der milte künec von
Kardigân UvZLanz
7424;
welt ir mich armut entladen StrKD
2,13;
daz lantvolc enpôrt / dankens der genâden, / daz er
si het entladen / der Bêheim gewalt Ottok
18766;
SM:Te
8: 1,3;
RvEWh
12802.
–
‘jmdn. einer Sache berauben’
ern mac uns niht vil geschaden / ob er der ougen wirt entladen
StrDan
876;
so hete Appolle mich gewert / geltes fuͤr den
grozen shaden / der mich prises hat entladen Rennew
6080;
ains ougen wúrst du entladen FrSchw
1252
1.2.2
mit präp. Erg.:
– meist von:
sin froͮde wart erhaben, / sin herze sa entladen
/ uon sorgen die er hæte Wernh
D 3160;
daz sie die ruwe entluͤde / von ir grozen muͤde
Rennew
31581
u.ö.;
dâmit daz klôster wart entladen / von gulte und
von grôzen schaden, / darin si gevallen wâren Ottok
18601;
Daniel
492.
–
ane:
daz sie nicht schaden / wellen noch ouch entladen
/ den menschen an den eren Daniel
3396.
–
gegen
‘etw. auf jmdn. abladen/ abwälzen’
daz sînes hazzes burde / niht entladen wurde /
gegen dem herzogen von Osterrîch Ottok
2480
1.2.3
als Part.-Adj.:
in wolgemuͦter entladenr friheit
Seuse
376,1
1.3
‘jmdn. entlassen, wegschicken’
wie gebot / dan Moyses so, daz er solde, / welcher sin wip verlazen wolde,
/ der einen scheidebrief begaden / vnd sie gelieze und wol entladen? [
dimittere Mt 19,8]
EvStPaul
312
2
refl.
2.1
‘sich von etw. befreien, etw. loswerden’
2.1.1
mit Gen.-Obj.:
der angest wil ich mich entladen StrKD
4,396;
der biderbe und der wîse / der ahte, wie sîn anevanc / gewinne guoten
ûzganc, / sô mac er leides sich entladen KvWTroj
18317;
da mit saz er uf den stuͦl / und wolt siner muͤde
sich / entladen WhvÖst
5038;
Kreuzf
3067;
Ottok
20224
2.1.2
mit präp. Erg.:
ich sol mich / wol von disem schaden / vil balde entladen KLD:
Alex
7,11.
–
‘etw. vermeiden, sich einer Sache entziehen’
ouch sagte man bischolf Ruodolfen, / wie grôzen
gewalt / und schaden manicvalt / daz goteshûs enphienc
[...]. / sô getânes vârs / unde ouch solhes
schaden / wolt sich der bischolf entladen Ottok
24037;
ich hiet mich sîn wol entladen, / daz er mir
wolde schaden ebd.
20780
2.2
‘sich erleichtern, abkoten’
swelich ros fueter reh ist, daz plet sich und chert all
virew von im. dem stoz man saif in den leip: so entlet iz sich
Albrant
1,8
MWB 1 1674,12; Bearbeiter: Runow
entladen
swV.
‘etw. entladen, leerräumen’ (s.a.
entleden
):
ir kamergwant truoc man în / und entladete den helfant
Wig
11461;
dô daz gesinde gezzen hât / und der tisch wart entladet Schlegel
579
MWB 1 1675,18; Bearbeiter: Runow
entlâʒen
stV.
1 tr. 1.1
‘etw. loslassen’
1.2
‘von etw. ablassen, etw. sein lassen’
1.3
‘etw. zerlassen, auflösen’
1.4 mit Ersparung des Obj. ‘entspannen’
2 mit Dat.d.S. ‘von etw. ablassen’
3 refl. 3.1
‘sich öffnen’
3.2
‘nachlassen, aufhören’
3.3
‘von etw. ablassen’
1
tr.
1.1
‘etw. loslassen’
Paris hette sinen bogen / also ho vf gezogen, / do er in
entliez vnde schoz Herb
7083.
4271
1.2
‘von etw. ablassen, etw. sein lassen’
du entlieze allen zoren din [
mitigasti omnem iram tuam
]
PsM
84,4
1.3
‘etw. zerlassen, auflösen’
cegolitus ist ain stain, [...]
wenn man den entlæzt in wazzer, sô ist er guot zuo dem niernstain
BdN
443,4;
wenn man ez entlæzt in gar warmem wazzer und tuot zucker
dar zuo, daz rainigt den pauch ebd.
364,31
1.4
mit Ersparung des Obj. ‘entspannen’
[Gummi arabicum] hât die art, daz er fäuht macht und
zesamen leimt und entlæt und sänftigt BdN
369,13
2
mit Dat.d.S. ‘von etw. ablassen’
bitten unde manen / den bischolf man begunde / unzen an die
stunde, / daz er dem zorn entliez Ottok
24094
3
refl.
3.1
‘sich öffnen’
ir wangen also schone schein, / als die rose bi daz blat,
/ swenne sie sich obene entlat Herb
3282;
sich entliz der himel dach, / so daz in der toufe rein / di drivaldekeit
irschein TvKulm
3036
3.2
‘nachlassen, aufhören’
des entweich im sin herze swere / vnde entliez sich sin
leit Herb
797;
dâvon begunde ir werden warm / daz kreftelôse herze / und entliez sich ir
smerze LvRegSyon
1589
3.3
‘von etw. ablassen’
noh nentlozen ih mih niet: / ih wil an miner maze donen / unz ih geweichen
vnde gewonen / in dutischer zungen uor baz Pilatus
1,56;
her [ein bitterer Mensch]
entleset sich dar abe, / daz her dise blumen [Rosen]
habe HeslApk
22075
MWB 1 1675,22; Bearbeiter: Runow
entlëdegen
swV.
1
‘jmdn. frei lassen’
2
‘jmdn. (sich)/ etw. (von etw.) befreien’
3
‘etw. (aus der Verpfändung) lösen’
4
‘jmdn. von etw. freistellen’ (?), mit Akk.d.S. und Dat.d.P.
1
‘jmdn. frei lassen’
du entlediges sie [die unschuldig Verurteilten] vil
schire Pass III
16,53;
swen Antecrist geborn / noch wirt und her dan prediget / und
bindet, nicht enlediget, / daz volk mit houbt sunden, / swaz dan der juden vunden /
wirt [...], / die bekeren sich und genesen
HeslApk
10364
2
‘jmdn. (sich)/ etw. (von etw.) befreien’
so er got loben wil, so sol er sin herze entlidgen von allem dem so uff
ertrich ist PrGeorg
24,28;
daz wir únz entlidigent von únsren súnden ebd.
337,1;
der in diser inniger gelazenheit úbersetzet ist, ist der nit
entlediget von usseren uͤbungen? Seuse
358,8.
– mit Gen.:
ez sol ouch vnser [...] hof gar entlediget sin
der gúlte zwaigher phunde haller UrkCorp (WMU)
1480,16;
subst.:
ufrihtunge des gemuͤtes in got und in ein entlidigen des
innewendigen grundes Tauler
24,20
3
‘etw. (aus der Verpfändung) lösen’
dieselben veste vnd guͦt sol vns vnser vorgenanter bruͦder
[...] von in entledigen UrkWittelsb
2,409
(a. 1349);
DRW
2,1573
(Böhmer-Ficker; a. 1322)
4
‘jmdn. von etw. freistellen’ (?), mit Akk.d.S. und Dat.d.P.:
ob in oder iren erben dehain bruch geschach, [...]
von iemant anders wegen, das schüllen wir in entledigen vnd entlösen on allen iren
schaden UrkIndersd
79
(a. 1347)
MWB 1 1675,52; Bearbeiter: Runow
entleden
swV.
‘jmdn. von etw. befreien’ (s.a.
entladen
):
von allen sorgen ús [l. uns
] entlede! SHort
3982
MWB 1 1676,14; Bearbeiter: Runow
entlëdigunge
stF.
‘Freistellung, Befreiung aus der Verpfändung’ (?):
wir [...] tuͦn kunt an disem brief, daz wir
[...] gewert sein dreier hundert marke
[...] von der entledigunge wegen der dörffer
UrkHohenz
3,116
(a. 1344)
MWB 1 1676,17; Bearbeiter: Runow
entlegen
Part.-Adj.
‘fernab gelegen, weit entfernt’
iu ist ein teil ze sêre entlegen / iuwer lant und iuwer guot RvEGer
2724
MWB 1 1676,22; Bearbeiter: Runow
entlegen
swV.
‘etw. wieder gutmachen, bezahlen’
an swem es brvͦch wirt, den die viere besegent
[benennen] , der sal daz entlegen in einem mande
UrkCorp (WMU)
598,14
MWB 1 1676,25; Bearbeiter: Runow
entlêhenen
swV.
1
‘etw. entleihen, auf Borg nehmen’
2 übertr. (nur als Part-Adj.) ‘geborgt, vorgetäuscht’
1
‘etw. entleihen, auf Borg nehmen’
der maister sol niht entlehen oder liehen oder kavfen oder
verkaufen [...] an der brvder willen
SpitEich
31,2;
swer borget oder entlêhent, der sol daz gelten
SpdtL
89,9;
sô entlêhen ledigiu vaz und giuz in ieglîchez ein wênic; daz wehset und nimet
zuo, und verkoufe daz Eckh
2:210,4;
EvAug
10,2.
– mit Ersparung des Obj.:
ich [Habgier] dar in
[in den Sack] werffen / alles das ich dan kan
erwerben, / myne hende und alle die sy hant / odir die umb mich entlehen gant
Pilgerf
9996.
9847.
– als Part.-Adj.:
mit solicher gedinge, daz die selben entlehentû swin fûr das gescheide nût
enkommen denne andere entlehentû swin UrkCorp (WMU)
1047,1
2
übertr. (nur als Part-Adj.) ‘geborgt, vorgetäuscht’
entlêhent sin und tôren rât / vil selten lant betwungen hât Freid
82,14;
scham, die man borget durch die geste, / [...] ist
niht gar nôtveste: / sô die geste zerrîtent, vert entlêntiu scham mit in von dan
RvZw
277,3.
73,9;
ob er biederbekeit hatt die entlehent ist
Lanc
596,6.
–
so heiss ich unweslich, dem daz lieht der tugent in
entlenter, unsteter, unvolkomenr wise lúhtet Seuse
174,23;
so heisset eins ein entlentú vergangenheit, da der mensch
mit einem ufgebene sines frien willens sich got lasset in einem ieklichen nu
ebd.
161,1
MWB 1 1676,29; Bearbeiter: Runow
entleiden
swV.
‘jmdn./ etw. von Leid befreien’
ine [
ich ne, Tristan] wirde niemer leides vrî, / ê daz si
[Ysôt] mich entleidet / und von kumber scheidet
UvTürhTr
115;
als men [...] dat riche / wilt intleiden
HagenChr (G)
718.
– textkritisch problematisch:
vmbe ein ieglich svnde / wolde er [der Mensch gewordene
Gott] buzze leiden / und im selben nicht entleiden
[vgl. Ausg.: entlîben
]
Aneg
2968
MWB 1 1676,56; Bearbeiter: Runow
entleiten
swV.
‘wegführen, entführen’
du wirst mich entlayten [
educes me
] aus yren gelaiten falschen stricke PsMb
28(Glossar);
we mag syn dese junffrawe feir [l. fier
‘stolz’
] / de dese boese paltener / an eren danck haent entleit / ind als
eynen knecht gekleit KarlGalie
9477;
dat min here troste sich / maniger grozer arbeide, / duͦ he uch entleide
MorantGalie
1518
MWB 1 1677,1; Bearbeiter: Diehl
entlemen
swV.
‘lähmen’
hey sante [Papst Leo an Kaiser Karl] ouch bas / den
slussel van dem vanen an has. / [...] / want hey vorte
gezwat [etwas] , / dat id de Romer soulden nemen / ind de
heylge kirche intlemen Karlmeinet
322,65
MWB 1 1677,9; Bearbeiter: Diehl
entlenden
swV.
wohl ‘verlassen’, zu
lenden
‘anlanden von Schiffen, Leuten’, vgl. Anm.z.St. (oder ‘des Landes
berauben’, zu
landen
‘mit Landbesitz versehen sein’?):
ich wil niht langer hie stân, / wir suln zer herberge: /
[...] / nim dîn gesellen mit dir! /
[...] / als er ûz gewendet, / der hof wirt entlendet, /
daz man in siht blôzen. / einen schoc [Menschenmenge]
grôzen / siht man nâch im ûz gên Helbl
15,456
MWB 1 1677,14; Bearbeiter: Diehl
entlenken
swV.
refl. ‘entgehen’
du darft des niht denken / daz du muges dich entlenken / von kumftigen grozen
plagen Macc
9038
MWB 1 1677,23; Bearbeiter: Diehl
entlêren
swV.
‘etw. verlernen lassen, abgewöhnen’
der [deutsche] keisir im [dem böhm.
Herzog] vaste anlag, / biz im der libe Sobezlab / must sin sun
sendin. / er liez sin zcungin schendin, / der er wart virlorn, /
[...] / sin sun er [der
Kaiser] entlart / [...]. / er gebot si
[die ihm überlassenen böhm. Kinder] tutsch zcu leren,
/ noch liez si widir heim keren. / do sy czu den stunden / wenig bemisch kunden
Dalimil
70,13
MWB 1 1677,26; Bearbeiter: Diehl
entlesten
swV.
‘jmdn./ etw. ablösen, befreien’
sus was der hirz enbestet, / diu hût billîche entlestet
Tr
2916;
her, durch dat beste, / we sy uns ouch entleste, / des laesset uch, here,
gedencken KarlGalie
13873.
– oft mit Gen.d.S. oder präp. Erg. von:
allir best, / sî wurdin allir leid intlest NvJer
19471;
von disem wort aleine was ich aller werdikeit entlestet JTit
4964,4;
nû hatte sich ouch ûzgemacht / meistir Karl [...] /
daz er wold intlestin / Cristmemel von den gestin NvJer
24623;
hey soulde schere syn entlest / van ruwen ind van zorne KarlGalie
5503;
MorantGalie
1232.
4224.
– refl.:
mit glanzen stahelringen / stuont er dâ wol gegestet / und hete sich entlestet
/ wîplicher wæte garwe KvWTroj
28592
MWB 1 1677,35; Bearbeiter: Diehl
entlîben
stV.
‘schonen’
1 ohne Obj. 2 mit Dat. 2.1 d.P. 2.2 d.S. 2.3 mit zusätzl. Gen. 3 mit Nebensatz 4 mit Pron.-Adv.
1
ohne Obj.:
dv intlibis vnde richis Litan
46;
da der richter nicht entleibet, wan also wir ez verdient
haben PrOberalt
147,12
2
mit Dat.
2.1
d.P.:
sô dc er ainin ûf hebet, den anderen uirwirfet unde ainen
uillet, deme anderen entlîbet TrudHL
131,32;
herre uater dv uns entlibe / durh di engellischen botscaf
Litan
1362;
irne scult in [Pl.] nicht
entliben. / nemet zehenzec tusent man Rol
5830;
LBarl
13937;
PrGeorg
95,1
2.2
d.S.:
nu entlip minen sunden / durch din selbes guote
SüklV
716;
LvRegFr
4840;
ich intlibe [nehme Rücksicht
auf] dineme gemuͦte / sint da inne ueunf man / so laze ich di
burc stan VMos
17,14;
ob si ir zorne entlîben
[zurückhalten] wolte Kchr
8349;
her slahende und hinwert, / dô si ein ander umbe triben,
/ wan si den swerten niht entliben, / diu si in den handen truogen
UvZLanz
2578.
– phras. (vgl. TPMA 9,393ff.):
nû vernemet mîn lêre: / swer dem besem entlîbet, / den
sun hazzet unt nîdet Kchr
1377
2.3
mit zusätzl. Gen.:
entlîp mir keiner marter niht: / ich enruoch wie wê mir geschiht
Georg
3693
3
mit Nebensatz:
nu doch ewechlichen uerwirfet got ode niht entlibet er daz er genædiger si
[interl. zu aut non apponet ut complacitior sit (vgl.
Anm.z.St.: entweder parcet zu ergänzen oder im Vorgriff auf
complacitior)]
PsM
76,8
4
mit Pron.-Adv.:
mit armen er den schatz vertreip, / vil lützel er daran entleip LBarl
14195
MWB 1 1677,50; Bearbeiter: Diehl
entlîben
swV.
‘jmdn. entleiben, töten’
daz sî mit gemeinre macht / dî brûdre woldin tûn
vorâcht / unde gar intlîbin NvJer
5977;
di ouch dâ wurden erslagen / êmâl und entlîbet
JvFrst
8319
u.ö.;
Teichn
48,19;
JTit
3633,1;
PrBerth
1:427,25;
untlijfft, interfft ind verdreven HagenChr (G)
5961
u.ö.
MWB 1 1678,14; Bearbeiter: Diehl
entlîbunge
stF.
zu entlîben stV.
‘Schonung’
hæiz mich under erwelten dinen gezalt werden [...]
mit in in ere erchuchet werden und wunden ze æntleibung sel miner ansehen [
et sancta vulnera ad remedium anime mee inspicere
]
SeckauBrev
165,212.
– hierher? (Verständnis problematisch wegen Textlücke hinter
schryen):
ach ich arme sündige creatur [...] beger das
[...] der vatter nit richt an mir noch siner
gerechtikeit sunder noch siner göttlichen erbarmhertzikeit. vnd noch entlibung das
du ewige wisheit Jhesu Christe alle zit forderest von dinem vatter mit dinem bluott
giessenden schryen … PrWack
99,107
MWB 1 1678,20; Bearbeiter: Diehl
entlîchen
stswV.
mit Refl.-Pron. ‘sich unkenntlich machen’
sus mois ein hertze gain uit sinen eigen / und sich zu liebes
wille neigen. / is mois hem selbe auch ontlichen / und alle tzyt nach liebe
strichen, / is si zu vreuden of zu noden MinneR 497
179;
hei hade sich entlichen so waele / an cleidern ind an anderen zale, / dat en
nemant da en kant KarlGalie
812
MWB 1 1678,33; Bearbeiter: Diehl
entlîchesen
swV.
1
‘etw. verhehlen’ (zur Übers. von lat. dissimulare ) 2
‘etw. entlarven’ (vgl. Mhd. Gr. Wortb. § V 30)
1
‘etw. verhehlen’ (zur Übers. von lat. dissimulare):
er [der Abt] en sol auch niht
entlichsen die missetat der die da sundent BrAlt
2;
daz er icht entlichs oder klein acht daz heil der sel die im
enpholhen sint ebd.
2;
vnde sol oͥch nv̂t intlichson der vbirtvͦendon sunda
BrEng
2.
2
‘etw. entlarven’ (vgl. Mhd. Gr. Wortb. § V 30):
dem galt er sînen willen wol / mit rede, mit muote als man
noch sol / entlîchesen die valscheit / die der ungetriuwe treit
RvEAlex
6001
MWB 1 1678,41; Bearbeiter: Diehl
entliden
swV.
‘etw. abtrennen, zerlegen, zergliedern’
nim huͤnre, die brat niht volle gar, entlide sie zvͦ morseln
BvgSp
30;
liessen sij sich zerryssen und entlieden; / sij dadent sich
lyden not / und pynigen bis inn den dot Pilgerf
3506.
5743.
– übertr.:
dat lant was vnuerhert / ind stoent bis noch in vreden. / dan aff woult id
Karlle entleden / ind reit daryn mit gewalt Karlmeinet
313,60;
gar sul wir uns besnîden / und entliden von den sitten / di in
snôdem leben mitten / an uns von altem wandeln haften JvFrst
1641
MWB 1 1678,51; Bearbeiter: Diehl
entliehten
swV.
‘
lieht werden, zu leuchten beginnen’
nu bin ich itzunt / bittende Ihesum Cristen / in dines herzen listen / der
bekentnisse ein liecht. / [...] / horchen, denken, vragen /
soltu mit vlize dicke, / daz dir des liechtes blicke / geben ein sulch gesichte, /
daz din herze dir entlichte Judith
2304
MWB 1 1678,62; Bearbeiter: Diehl |