erbesip
M.
‘Berberitze’ (vgl. Marzell 1,575, s.a.
erbsal
):
so daz tegeliche fiuer si uon dem suzen fleumate, so gip deme
siechen crociscos vnde rosen vnde uon dem erpsibe SalArz
72,24;
nim denne ersip vnd schabe dar ab die mittern riden [l.
rinden?]
Barth (H)
474;
herbitum: erbisib SummHeinr
1:181,148;
crispula: erbesib VocBV947
3:540,20
MWB 1 1808,1; Bearbeiter: Richter
erbesipber
stM.
‘Beere der Berberitze’
purzeln sam. scariole erbesipber. liquiritie saf. tragant.
igliches zwo dragme SalArz
94,28.
94,1
MWB 1 1808,9; Bearbeiter: Richter
erbesite
stM.
‘angestammte Verhaltensweise’
[die Art, wie der Teufel Menschen verführt,] daz ist der
helle ein erbesit Frl
5:52,14
MWB 1 1808,12; Bearbeiter: Richter
erbesmërze
swM.
‘angestammter, ererbter Schmerz’
eines tages dô gesaz Tristan / und giengen in gedanke an /
von sînem erbesmerzen: / er bedâhte in sînem herzen / manege und maneger hande nôt
Tr
19127;
vgl. Steinmetz, Tristans erbeminne, in: ZfdA 129 (2000), S.
388-408.
MWB 1 1808,15; Bearbeiter: Richter
erbes|nëmunge
stF.
‘Übernahme des Nachlasses’ oder ‘Einsetzung zum Erben’ (?):
dú vorgenanten ding und gelúbde und erbsnemunge UrkBern
6,284
(a. 1336)
MWB 1 1808,21; Bearbeiter: Richter
erbespil
stN.
‘gewohntes Treiben’
Tristan und die künegîn / die triben ir aldez erbespil / unde
pflâgen des sô vil, / dâ von ein niuwer muntschal / wart in dem hove über al
HvFreibTr
3029
MWB 1 1808,25; Bearbeiter: Richter
erbestam
stM.
‘Stammbaum’
also stirbt ain mensch, so vellet sein gut auff seine echint oder auf seine
chindes chind den erbstam also nider RechtssB
E103,7;
ez [durch Unrecht erlangtes und dann gespendetes
Gut] wiͤrt nur einem dem ers nam / an seinem rechten erbstam
Teichn
149,12
MWB 1 1808,29; Bearbeiter: Richter
erbestat
stF.
‘angestammte Heimstatt’ (übertr.):
daz êrste ist, daz diu sêle von nâtûre zuo dem himel geschaffen ist, wan got
ist ir rehtiu erbestat Eckh (Pf)
235,36
MWB 1 1808,35; Bearbeiter: Richter
erbestolle
swM.
bergm. ‘Wasserlösungsstollen’ (Bergwerksstollen, der das Wasser der
höhergelegenen Stollen abführt) (vgl.
erbehaft
2 und
erbehaftec
2):
hat ain erbstollen, den man jahr und tag gearbait hat, und einen pau zu hilf
bringen will, und luft und wasser nemmen will, jahr und tag freiung DRW
3,141
(Lori,BairBergr.; a. 1308);
das virde recht eins erbstollen: [...] welchir der
allirtiefste ist, der beheldet sin recht unde di eigenschaft BgRIglauD
23.
21
u.ö.
MWB 1 1808,39; Bearbeiter: Richter
erbesun
stM.
‘erbberechtigter Sohn’ (vgl.
erbekint
):
so der man si tot, / hap er niht erbe súne gelan, / die
tohtirn suln sin erbe han RvEWchr
15028;
juden, ketzer und heiden / [...], / die enwârn niht
rehte erbe süne [des alten Königs, allegor. für Gott]
Renner
24319.
24353;
UrkWittelsb
2,338
(a. 1334);
Helbl
7,827;
EvStPaul
4465
MWB 1 1808,49; Bearbeiter: Richter
erbesünde
stF.
‘Erbsünde’
got ist mit dir, der al unser erbsuͤnde buͦzte Marner (W)
4:3,12;
so sin wir armen geborn / in der erben sünden dorn Martina
130,16;
ainen lost er mit der touff / von der erbsünden lauff
Teichn
464,730;
er selber muͦs mit den erbesúnden varen zuͦ der helle
Mechth
5: 23,173;
Seuse
333,23;
KvHeimHinv
778;
HeslApk
1119.
–
‘Ursünde, Sündenfall’
daz kom von erbesünden, / die Âdam und Êva tâten, / dô si übertrâten / unde
brâchen daz gebot, / daz in gap der êwige got AlexiusF
172;
wazzer, blut aldar [aus Christi
Wunde] uz vloz / [...] / sin blut zu
irlosunge, / wazzer zu reinigunge / von alder erbe sunde / Adams und siner vrunde
Daniel
5273
MWB 1 1808,56; Bearbeiter: Richter
erbeteil
stMN.
‘Erbteil, Anteil an einem Erbe’
ih binz der
gutswende [Verschwender] , / der in dem ellende / sin
erbeteil verwesen hat Litan
1197;
swester, dû muost mir / mînen erbeteil lân / ode einen
kempfen hân Iw
5657;
dem [deutschen Orden] er ouch den erbeteil / gab
mit willin allin, / der im angevallin / was von des vatir herzoctûm NvJer
17613;
RbRupr
38;
StrKD
138,173.
– übertr.:
der werlt lop, der sele heile, / der beider wirt im [dem
Einsichtigen] erbteile Erz III
36,8.
– das Himmelreich als Erbteil jedes Christen:
verdienestû der sêle heil, / des himels vröuden erbeteil / besitzestû
RvZw
191,11;
das ir ie gesigetent den vngelobigen an vnd strittent nv vmbe das ewige
erbeteil, das vch got bereit hat UrkCorp (WMU)
93,21;
da von die rehten sint /
sine [Christi] bruoder unde siniu chint, / mit im ain
gaist unde ain muot, / vlaisch, gebaine unde bluot, / erben unde siptail, / getailen
an dem erbetail BenGeb
40;
Renner
2379;
PrBerth
2:213,1
MWB 1 1809,6; Bearbeiter: Richter
erbeteilen
swV.
‘jmdn. mit einem Erbteil ausstatten’
[wir] sullen oich vnsen svͦn Apetzen erbeteile nach vnsen
willen UrkCorp (WMU)
1286,12;
wil aber der [verwitwete] man adder di frauwe sich
vorandern, so mag he nicht di kindere von eme geerbeteilen, eß wollen dan di kindere
mit willen StRHeiligenst
77
MWB 1 1809,26; Bearbeiter: Richter
erbeteilhaftec
Adj.
‘beteiligt am Erbe’ (hier übertr.):
herre, ich bite dich, daz duͦ mich erbe teilheftig machest dines vaters rich,
daz ich immer ewiklich nach disem leben muͤzze gen zuͦ dines vaters tische
BdVollk
219,3
MWB 1 1809,33; Bearbeiter: Richter
erbeteilunge
stF.
‘Aufteilung eines Erbes’
hatten si [
ûʒgesunderte (mit Erbteil ausgestattete) Kinder] aber
ir erbeteilunge dar an verlobt, der suln sie entberen SSp (W)
1:13,2;
RbMagdeb
377,38
MWB 1 1809,38; Bearbeiter: Richter
er|bëtelich
Adj.
‘gnädig, nachsichtig’
erbetelih erdigelih wis [interl. zu deprecabilis esto
] du uber scalche dine PsWindb
89,13
MWB 1 1809,42; Bearbeiter: Richter
er|bëteln
swV.
‘etw. erbetteln’
si hofte erbeteln etewaz, / davon si mochte vurbaz / ernern ir vil armez leben
Pass III
648,37;
diu rotte fuor beschiltet / nâch wunsche und ouch besetelet. / man hete niht
erbetelet, / swaz si gezierde brâhten dar KvWTroj
32650;
swaz wir rebetelen baide, / daz ist algemaine
Kchr
2757;
ElsLA
734,9
MWB 1 1809,45; Bearbeiter: Richter
erbetôt
stM.
durch den Sündenfall bedingte Sterblichkeit des Menschen:
Criste, der sich gab / vrikuric [aus freiem
Willen] in unser leit, / do sin untotliche gotheit / an zoch unsen
erbe tot HeslApk
10273;
sin gebinediet leben / wolder zu dem tode geben, / uf daz unser erbetot / sich
bezilte [ein Ende nehme] mit der not / an dem lichamen
sin Pass III
82,39
MWB 1 1809,52; Bearbeiter: Richter
erbevater
M.
Adoptivvater, der das Kind als Erben annimmt:
Tristan, gâ her und küsse mich! / und zwâre, soltû leben und
ich, / ich wil dîn erbevater sîn Tr
4301
MWB 1 1809,60; Bearbeiter: Richter
erbeveste
stF.
‘erbliche, ererbte Burg’
man setzet die geste / oͮf iwer erbe veste Dietr
7993
MWB 1 1810,1; Bearbeiter: Richter
erbevîent
stM.
‘seit Generationen verhasster Feind, Erbfeind’
we, wi bin ich [Helena] sus
geuort [dorthin entführt] , / da min erbe finde sint
Herb
2665;
also reit Antenor / mit sinen gesellen vf daz spor / gegen der
stat, dar inne was / ir erbe fiant Pelias ebd.
1932;
dem argen anticriste, / [...] / wirt
ein erbe vient dan [beim Jüngsten Gericht]
HeslApk
18513
MWB 1 1810,3; Bearbeiter: Richter
erbevîentschaft
stF.
‘ewige Feindschaft, Erbfeindschaft’
ein erbe vientschaft / under im [dem
Teufel] waz und der menscheit HeslApk
6094
MWB 1 1810,11; Bearbeiter: Richter
erbevierteil
stN.
‘Viertel des Nachlasses (als Abgabe)’
de nostro erbevirtail terciam partem decimarum UrbNAlteich
614
MWB 1 1810,14; Bearbeiter: Richter
erbevoget
stM.
1
‘Amtsinhaber einer erblichen Vogtei, Erbvogt’
2
‘Vormund’
1
‘Amtsinhaber einer erblichen Vogtei, Erbvogt’
wir bekennen an diesem brive, das wir geleyen habin und leyhen dye voytey in
demselbin dorfe zcu Kloßwitz Heinrich von Molewitze und allen seinen erbin
[...], das er und alle seine erbin darubir unser
erbvoyt sall sein UrkJena
187
(a. 1346 kopial);
daz er ze diser stunt / daz goteshûs schermen solde, / sît
er wesen wolde / sîn rehter erbevogt Ottok
34096;
UrkCorp (WMU)
3168,2;
UrkBresl
133
(a. 1334).
– bildl. ‘ewiger Schutzherr’
sie [die Geliebte] hat gehuset und wil sin ein
erbevoget / nach minem [der Minne] mute in diner
brust Frl
14:31,8
2
‘Vormund’
ich mane dich vnd gebút dir [...] wand du dines
bruͤders seligen suͦn [...] wissenthaffter erbvoͤgt bist,
von reht, das du [...] dich an siner stat vor mir vnd minen
mannen verantwuͤrtest zuͦ Rapoltzwiler vor geriht UrkRapp
389,36
(a. 1341 kopial)
MWB 1 1810,17; Bearbeiter: Richter
erbevogetîe
stF.
‘erbliche Herrschaft, Erbvogtei’
und schol der selb egenant hof datz Wochaw mein und meiner chind ewig und
recht erib vogtai sein UrkPölt
222
(a. 1308);
daz mein vodern von alten dingen vnd ich vntz her ein vogtai haben gehabt, vnd
haben si her praht in rehter erbe vogitai gewêr von des lants herren ovf der herren
gvͤt von Richersperge UrkCorp (WMU)
N468,25;
UrkKlostern
1,248
(a. 1334);
UrkEnns
6,517
(a. 1345)
MWB 1 1810,35; Bearbeiter: Richter |