e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
erblîchen
stV.
s.a.
erbleichen
swV.
1
‘blass, bleich werden’
2
‘schwinden, vergehen’
3
‘sterben’
1
‘blass, bleich werden’
vil hart er irbleich Gen
625;
erbleichet unde erblichen / was er von herzen leide KvWPart
14834;
ir nent mir wol iuwer geslehte und iuwern namen, / ich wæn, sîn kein iuwer
kint von scham erblîche Loheng
6990.
–
sîn varwe was erblichen, des tôdes zeichen truoc / Îrinc
der vil küene NibB
2069,1;
Er
5722;
Parz
299,23;
EnikWchr
11676;
sîn ougen trüebe wâren / und sîn antlitze erblichen KvWTroj
15575;
MinneR 37
102;
ir liehten wengel erblichen EnikWchr
2479;
ir dicker munt heiz rôt gevar / was dô erblichen unde
bleich, / sît werltlîch freude ir gar gesweich Parz
435,27;
Tund
247;
MinneR 476
403.
–
dâ wurden die helme missevar, / diu swert von bluote
erblichen Wig
11089;
WhvÖst
3089;
die pluͦmen erplichen Wernh
A 4603;
JTit
5636,3.
– refl.:
die [
varwe
] sich also erblichet Pass I/II
112,48
2
‘schwinden, vergehen’
ir hiufeln was vor leide / diu rôsenvarwe entwichen, / diu schœne garwe
[korr. aus varwe
] erblichen Greg
2546;
ez wart nie bezzer nâchgebûr, / denn ein bewærtiu friuntschaft. / sô niuwez
trût an sîner kraft / erblîchet als ein bluome glanz, / sô mac ein altiu liebe ganz
/ belîben an ir glaste KvWTroj
11255;
alsus wirt erblichin / div frovde dirre welte Martina
143,24
3
‘sterben’
daz mein kint erplichen ist, / warer got vnd warer krist, / daz muz mich immer
reven Kirchenl
509,8
MWB 1 1821,1; Bearbeiter: Tao
erblicken
swV.
Prät. erblihte.
1 tr. 1.1
‘etw./jmdn. wahrnehmen, erblicken’
1.2
‘etw./jmdn. anschauen, betrachten’
2 intr. ‘erglänzen, aufleuchten, strahlen’
1
tr.
1.1
‘etw./jmdn. wahrnehmen, erblicken’
eteswaz si an im erblicte, / dâ von ir herze erschricte
Wh
290,17;
den engel er dô erblicte, / vor vorhten er erschricte
EnikWchr
17635.
22085;
die vrowe hette einen elichen man, / der was allez
valschez an. / die vrowe wart des erblichen: / ir wer der wirt entwichen, /
zehant wart des der pfaffe gewar StrKD
58 (H),7;
als er in erblihte ErnstB
5943;
Minneb
2442;
wo er [der Engel]
des [Kreuzzeichens] nicht erblickte, / er
schrickte des huses freuden dach Mügeln
346,11
1.2
‘etw./jmdn. anschauen, betrachten’
vil lieplîcher unmuoze / schuof er in wîbes ougen, / diu in erblihten
tougen Reinfr
984;
dô ich si [die Fährte] beschouwet und erblicket
Hadam
59,4.
–
swer mit den inren ougen / erblicken wil daz wâre lieht
LvRegSyon
3712
2
intr. ‘erglänzen, aufleuchten, strahlen’
helm und panier vîntlîch von in erblicket / und dar zuo diu blôzen swert
Loheng
4246;
nâch irn slegen sach man viur / lieht ûf der hôhe erblicken / ûz ir helmes
randen dicken UvEtzAlex
11879;
ein schone liecht sach man do, / daz ob dem toufe erblicte Pass III
69,67;
daz vinstere ungelucke / warf ich gar zurucke, / do mir daz liecht erblicte, /
daz minem herzen schicte / volle kunst. seht, daz ist /
[...] Iesu Crist ebd.
677,29
MWB 1 1821,30; Bearbeiter: Tao
erblinden
swV.
1
‘das Augenlicht verlieren, erblinden’
2 übertr.
1
‘das Augenlicht verlieren, erblinden’
so diu lacerta [Eidechse] eraltet,
so erblintet si in beiden ougen JPhys
12,3;
vnde swel diep sin getrinket, der muͦz ze hant erblinden
Lucid
38,3;
RvEWchr
2997;
BdN
483,5;
herre Tobias, dem da die swalwa den mist in diu oͮgen hant geworfen, dc er
erblindet ist PrSchw
1,128;
PrGeorg
47,12;
der weinete, daz er nâch erblindet was PrBerth
2:27,4.
–
‘(wie ein Blinder) nicht sehen (können)’
[dass] ir sî seht bî iu stân / unde drônde umbe iuch
gân, / und sî doch sô erblindent / daz si iuwer niene vindent Iw
1243
2
übertr.
–
‘verblendet, uneinsichtig sein, werden’
wie möcht er sô erblinden, / daz er anbette diu abgot Priesterl
153;
diser blint bezeichent alles manchuͤnne daz an unserm
ersten vater Adam erblint PrOberalt
53,20;
wie gar sîn herze an hôhvart erblindet was unde wie gar diu hôhvart einen
wîsen man zer werlte machte ze einem îteln tôren PrBerth
1:399,11;
wie si erblindet sint / diser werlde vreuden kint Erz III
36,407;
WernhSpr
29,10;
HeslApk
7114;
di alten juden di wârn erblindet und
ersteinet [verstockt]
PrStPaul
73,24.
–
‘blind gegenüber etw. sein’
swer nâch gotes liebe trahtet, / gar lützel er ûf die werlt ahtet: / swer
aber gein himel ist erblindet / der kratzet, der krouwet, der schabt, der
schindet / üm irdisch guot Renner
3735;
gein allen tugenden ist er [der gîtige
] erblindet ebd.
4851
MWB 1 1821,56; Bearbeiter: Tao
erbliugen
swV.
1 intr. ‘zahm werden’
2 tr. ‘jmdn. schwächen’
3 refl. mit Gen. ‘sich einer Sache schämen’
1
intr. ‘zahm werden’
erzamen und erblûgen / muost allez wilt KvWTroj
6038
2
tr. ‘jmdn. schwächen’
do verlôs grâve Ritschart / sîner gesellen ein michel teil. / man liez in niht
sô vil sô ein seil. / des wart der grâve erbliuget [vgl. Lexer z.St.:
einschüchtern]
UvZLanz (K)
3263.
–
‘jmdn. beschämen’
und dar umb rürt mich aber die vorcht gotz und erplügt mich dar umb, das
ich blinder dem wol gesehenden den weg wis HvNördlBrf
16,54
3
refl. mit Gen. ‘sich einer Sache schämen’
des erblugte sich der holde WhvÖst
9642;
alsô Buzival [Pferdename] gegen im
ûz wolte varn / unt ez Alexander ane begunde starn, / ez erblûcte [Hs.
erbluͦte
] sich aller sîner maht [seiner Wildheit] /
unt wolte ime wesen dienesthaft VAlex
309
MWB 1 1822,21; Bearbeiter: Tao
erblœʒen
swV.
1
‘etw. bloß machen’ , hier ‘das Schwert aus der Scheide ziehen’
2
‘ein Land der Herrschaft berauben’
1
‘etw. bloß machen’, hier ‘das Schwert aus der Scheide ziehen’
Hen [Heime] das schwert erbloßet, an lieff er den
degen Alph
1066.
1027;
den heiz man [...] / diu starken swert erblœzen
Virg
744,6
2
‘ein Land der Herrschaft berauben’
ôwê, daz dîn lant / von dir nû erbelôsez [La. erblozet
D] lît! KlageB
1793
MWB 1 1822,37; Bearbeiter: Tao
erblüejen
swV.
1 intr., seltener auch refl. 1.1
‘aufblühen, (aus etw.) erblühen, erwachsen, hervorgehen’ , bildl. 1.2
‘aufleuchten, erglänzen’
1.3
‘hervorbrechen, entstehen’
1.4 mit herûz
‘offenbar werden’
2 tr. ‘jmdn./etw. aufblühen lassen, etw. aufleuchten lassen’
1
intr., seltener auch refl.
1.1
‘aufblühen, (aus etw.) erblühen, erwachsen, hervorgehen’, bildl.:
wurze aller guote, / von der der ast erbluote Litan (M)
226;
an sînem arm ein swankel
[schlank] rîs / ûz der süezen minne reblüete
Wh
280,1;
in sînem herzen stæte grüenet / der stam, dâ von erblüet daz rîs, daz
treit werdeclîchen prîs UvEtzAlex
4039;
si rôse in meien touwe, / erbluot von süezer fruht
SM:Pf
1: 3,15;
nu alrêste sach manz velt erblüen / mit rîterschaft der
werden, / als ob gâhes ûz der erden / wüehs ein krefteclîcher walt
Wh
393,20;
ei Heimrîch von Narbôn, / waz was erblüet ûz dîner vruht
/ kiusche, milte, manheit, zuht! ebd.
167,21;
ûz mînes [Terramers (Arabels Vater)
] herzen saffe / ist doch ir [Arabels]
liehter blic erblüet ebd.
355,11;
[Schönheitsbeschreibung: ] ir stirne, ir nase, ir
kinne / erbluote ûz rehter minne Mai
10,4;
ich bin von art und ouch von kraft / erbluot von rœmscher ritterschaft
HvBer
3002.
–
also div blume an dem velde, also erblût er [
tamquam flos agri sic efflorebit
]
PsM
102,15;
alrêst sîn manheit dô erbluote UvEtzAlex
20170;
refl.:
ir kuslich [= kiuschlich
] gemute / so lustlich sich erblute / daz sich von ir kusheite
/ ein kuschlich ruch zvspreite / an allerhande lute Pass I/II
10,62;
als dik du von minnen alsus dir selb erstirbest, als
dike ergruͤnet und erbluͤjet sich min [Jesu
Christi] toͮd an dir [die Sühne durch meinen
Tod in dir]
Seuse
261,11
1.2
‘aufleuchten, erglänzen’
sô erblüet sich mîn varwe, als der rôse an dem dorne tuot MF:
Kürenb
2:4,3;
do erblüete ir liehtiu varwe, dô si diu mære reht’
ervant. / ir scœnez antlütze daz wart rôsenrôt NibB
240,4;
viande sin an lege ich mit schande, uber in abe erbluet div heilicheite
min [
super ipsum autem efflorebit sanctificatio mea
]
PsM
131,18
1.3
‘hervorbrechen, entstehen’
di haiden plisen ir horn. / michel grisgrammen unt zorn /
was unter in erpluͦt Rol
5281;
daz ez mîn herze sêre müet / und lîhte ein zorn dâ von erblüet
UvTürhTr
2206
1.4
mit herûz
‘offenbar werden’
nu ist iz aller erist her uz erbluͦt / daz du mir ie rite
an den lib Rol
1391
2
tr. ‘jmdn./etw. aufblühen lassen, etw. aufleuchten lassen’
alz des maien zeit erbluͦt / waz der winter braht von
sig [hat verschwinden lassen]
Teichn
473,50;
sî mac mich wol erblüejen und ergeilen, / wil sî mir teilen / durch heilen /
ir gruoz HvBer
2,59;
Sigûnen glanz sol dîne varwe erblüen nâch den bliclîchen bluomen Tit
106,4
MWB 1 1822,44; Bearbeiter: Tao
erblüemen
swV.
‘erblühen, hervorsprießen’
geert sy die safftig wurtzes zucht, / uz der dü suß balsam frucht / erplumet
und ersprungen sy! MinneR 272
97
MWB 1 1823,30; Bearbeiter: Tao
erbluoten
swV.
refl. ‘verbluten’
nu het der mære degen balt / sich erbluotet und erstriten PleierGar
15961
MWB 1 1823,34; Bearbeiter: Tao
erbolge
stF.
‘Zorn’
du [...] truͤge der smeh erbolge JTit
4333,2
MWB 1 1823,36; Bearbeiter: Tao
erbolgen
swV.
s.a.
erbëlgen
stV.
1
‘jmdn. erzürnen’
2
‘(auf jmdn. / über etw.) zornig werden’
1
‘jmdn. erzürnen’
als ofte si erbolgeten [interl. zu exacerbauerunt
] in PsM
77,40.
77,41.
105,43;
si erbolgeten geist sinen ebd.
105,33
2
‘(auf jmdn. / über etw.) zornig werden’
deme tuvele er erbolgete Pass III
496,92;
ich enruche wer da wedir erbolge Brun
12569.
– mit zorn als Subj.:
ein bittir zorn in sînre brust / mit leide sô irbolgete, / daz er den
vîendin volgete NvJer
19948.
12282
MWB 1 1823,38; Bearbeiter: Tao
erbolgenisse
stFN.
‘Unwille, Zorn’
indignatio: unwirdiske, erbolgenusse PsWindb
77,49
MWB 1 1823,47; Bearbeiter: Tao
erbolgenlîche
Adv.
‘zornig’
wie reht erbolgenlîche si zuo dem recken sprach NibC
2426,2
MWB 1 1823,49; Bearbeiter: Tao
erboln
swV.
refl. ‘sich aufwerfen, erheben’
das vorhaubt vorn, / das hett sich usz als ein horn / gespitzet vnd hoh erbult
Krone
19647
MWB 1 1823,51; Bearbeiter: Tao
erbœren
swV.
1 tr. 1.1
‘etw./jmdn. in die Höhe heben, aufrichten’
1.2
‘etw. anheben, beginnen’
1.3
‘etw. (als Gewinn beim Spiel) erhalten’
2 refl. ‘sich erheben, aufrichten’
1
tr.
1.1
‘etw./jmdn. in die Höhe heben, aufrichten’
dar umbe wart er hôch an daz kriuze erbœret unde genagelt DvASchr
326,10;
unde der herre der engil [...]
wirt si [
gerte
] irboren Cranc
Jes 10,26.
Jer 38,10.
– Part.-Adj.:
dw [Frau] der slayr erst
gedacht / durichel recht in all der acht / alz ein websen nest derpoͤret
Teichn
359,37.
– übertr.:
so aber dv́ hizze der andaht wahsende wirt, so
erboͤret der ander grat den geist ze dem dritten DvAStaff
184;
die wîl sie [die Seele] in dem geiste
brinnet, / der ir den muot ze gote erboeret LvRegSyon
1022.
–
herr mein hertze ist niht erhöhet vnd meine augen sint
niht erbört [nicht stolz erhoben, vgl. domine, non est
exaltatum cor meum neque elati sunt oculi mei
]
BrAlt
7
1.2
‘etw. anheben, beginnen’
ich wil eine rede erboren, / [...] fon dem guoten
sancte Vite Veit
1,12;
der rappe dur den valschen prîs / mit lûter stimme im
sînen sanc erbôrte KLD:Kzl
16: 13,10;
von wîben und von man / wart erbôrt ein ruofen
Ottok
76670;
Cranc
Ez 21,22.
Jes 37,4
1.3
‘etw. (als Gewinn beim Spiel) erhalten’
si haben geteilet sîne wât / und dar ûf daz lôz gelât, /
welcher si erborte [
mittentes sortem super eis, quis quid tolleret Mc
15,24]
JvFrst
9321
2
refl. ‘sich erheben, aufrichten’
als schier [...] in der wurm erhôrte, / von vröude er
sich erbôrte UvZLanz (K)
7890;
er trat in sin stegereiff und erbort sich in synem sattel
Lanc
328,34;
dô si der markîs hôrte, / mit bet er sich erbôrte / ze dem künig und bat si în
lân Georg
3008;
unde wen di tyer sich irboreten von der erde, so irboreten
sich ouch di redir gliche mitte Cranc
Ez 1,19.
Ez 10,17.
– übertr.:
ir rede dú was so genaden rich / und gebessert
allermengelich: / wer ainest si gehorte, / zem globen er sich erborte
WernhMl
12562.
–
‘beginnen’
ie sâ mit disem worte / ein ertweige
[Erdbeben] sich erbôrte WvRh
12361
MWB 1 1823,54; Bearbeiter: Tao
êrborn
Part.-Adj.
‘früher geboren’, hier subst. für ‘Recht der Erstgeburt’
er [Esau] gab ime
[Jakob] sin erborn [
primogenita Gn 25,33]
VMos
22,15
MWB 1 1824,28; Bearbeiter: Tao
erbœrunge
stF.
‘Erhöhung’
swer sich selber höhet, der wirt gediemütigt, vnd wer
diemütigt sich, der wirt gehöht. so er daz spriht so [...]
erzeigt er vns daz alle erbörung [
exaltatio
] ein geschlacht der hochuart [
superbiae
] ist BrAlt
7
MWB 1 1824,31; Bearbeiter: Tao
erbôsen
swV.
‘etw. schlecht machen, schädigen’
daz er Gamuret von im gescheiden / solt, verjagen sam die rehte losen, / ob er
kuniges wirde und mænlich ere an im nicht wold verbosen [La.
erbosen
]
JTit
3855,4
MWB 1 1824,36; Bearbeiter: Tao
erbœsern
swV.
‘etw. schlechter machen’
swanne si [die Seele] sich aber her nider keret
kegen der creaturen und sich zu vil bekummert mit zergenclichen dingen, so wirt sie
irblendet und wirt irbosert und wirt zirstoret alles gutes HlReg
9,14
MWB 1 1824,41; Bearbeiter: Tao
erbôʒen
stV.
‘etw. von jmdm. erzwingen’
also hat ez chain macht / waz man lert ein tumen leib, /
[...] der von art ist unbeschaiden. / dem chan nieman
sein weiz erlaiden / noch chain zucht ab im erpozzen Teichn
106,15
MWB 1 1824,46; Bearbeiter: Tao
erbrëchen
stV.
1 intr. 1.1
‘zerbrechen’ , übertr. 1.2
‘sich erheben, erschallen’
2 tr. 2.1
‘etw. (zer)brechen, zerstören’
2.2
‘jmdm. Körperteile brechen, jmdn. peinigen’
2.3
‘etw. gewaltsam aufbrechen, öffnen’ , 2.4
‘etw. von jmdm./etw. loslösen, -reißen’ , übertr. 2.5
‘jmdm. ein Unrecht antun’
3 refl., meist mit sachl. Subj. 3.1
‘hervorbrechen, (plötzlich und deutlich) hörbar, sichtbar werden’ ,
besonders von Stimme, Licht und Flamme 3.2
‘über jmdn. hereinbrechen’
3.3
‘Vergleichbares übertreffen’
3.4
‘sich erheben’ übertr. 3.5
‘sich von jmdm./etw. entfernen, loslösen’
1
intr.
1.1
‘zerbrechen’, übertr.:
wann er rekcht dw hant dar / nach der chonschaft so
getan [gemeint: eine Ehe, die nur aus materiellen Gründen
geschlossen wird] , / da erpricht sein trewe an, / seint got
selb mit seiner chraft / hat gestift dw chonschaft / so istz ein grozz missetat
/ der sew unordenleichen hat Teichn
426,138
1.2
‘sich erheben, erschallen’
des schriens gehuce [= gehiuze
] / mit gedone wit erbrach Pass I/II
71,44
2
tr.
2.1
‘etw. (zer)brechen, zerstören’
wie si sich gerâchen / und ime sîn hûs erbrâchen LaurinD
2752;
er wirt nimmer geruͦt, / er woͤll häwen unnd stechen, / manig sper
erbrechen FrSchw
5480.
6319.
8000.
– übertr.:
daz ir mich an im rechet, / sinen gewalt erbrechet, / den er dicke an
mir ubet Pass III
523,84
2.2
‘jmdm. Körperteile brechen, jmdn. peinigen’
durch dich bin ich [Jesus Christus] zustochen /
vnde an dem cruce erbrochen / nach maniger villate Pass I/II
74,66.
–
daz herz ~
:
ach, / daz mir diz bitter ungemach / niht kan daz
hertz erbrechen! WhvÖst
10623
2.3
‘etw. gewaltsam aufbrechen, öffnen’,
bildl.:
ir ougen klâr, ir varwe glanz / diu erbrechent wünschen tür / in herzen
Virg
230,12.
–
‘etw. durch Aufbrechen entstehen lassen’
aldâ der regen unt des guz / erbrochen hete wîten
vluz / an einer tiefen halden Parz
603,8
2.4
‘etw. von jmdm./etw. loslösen, -reißen’, übertr.:
hie bedorft ich helfeklîch / guotes râtes zuo, / wie ich
getuo, / daz ich den muot, / lîb unde guot / muge erbrechen gar von ir / alde
aber baz / âne allen haz / muge bringen wol hin zir SM:Gl
1: 3,15;
sî [...] wolt ein klein dur ir gemach / gân in
der ruowe lâge. / ‘ob iemen nâ mir frâge, / dem sagent sô, ich kum her wider, /
swenn ich ein stunde mîniu lider / von dem slâfe erbriche’ Reinfr
2951
2.5
‘jmdm. ein Unrecht antun’
ich stan an meins vaters statt: / was der an úch erprochen hat, / die
búrdin wil ich fúr in tragen FrSchw
7642
3
refl., meist mit sachl. Subj.
3.1
‘hervorbrechen, (plötzlich und deutlich) hörbar, sichtbar werden’,
besonders von Stimme, Licht und Flamme
– von Stimme:
von aller craft er do schre / [...] man horte
verre vnde bi / die stimme sich erbrechen Pass I/II
74,47.
182,3;
Pass III
48,83.
200,58;
swaz die apostelen sprachen / ir wort sich do erbrachen / daz ein
iechelicher man / horte [...] / die zvnge siner
geburte Pass I/II
113,94.
– von Licht und Flamme:
wie sich ein schone liecht erbrach / vnde uber dem heubete erschein
Pass I/II
195,24;
ein sulch geluchte sich erbrach / von sinen ougen her ab ebd.
304,19;
er hiez Romam die stat / wit enzunden her unde dar. /
[...] wie schone sich die vlamme erbrach
[: sach
]
ebd.
194,43;
der vlamme sich alume erbrach / an daz lut. da von zuhant / ir vil und
vil wart verbrant Pass III
343,34.
– von Vorgängen (Streit, Wehklage): ‘ausbrechen, sich erheben’
bî sînen zîten ouch geschach, / daz sich ein misshellunge irbrach /
zwischin dem pâbste Honôriô [...] und zwischin
keisere Friderîche NvJer
1144.
1191;
ô waz dâ jâmirs sich irbrach, / dô daz kint dî mûtir sach / in sô
harten bandin! ebd.
23580
3.2
‘über jmdn. hereinbrechen’
da was ein sunderlich getwanc, / daz uf die armen sich erbrach. / eine
burnende bach / alsam gesmelzet isen vloz, / die sich in vil gruben goz / in den
lute waren alda Pass III
238,19
3.3
‘Vergleichbares übertreffen’
zu Jerusalem ein dinc geschach / daz sich do witen erbrach / an
iemerlicher schowe Pass I/II
275,12
3.4
‘sich erheben’ übertr.:
waz sal ich von dir [Evangelist Johannes]
sprechen, / din herze kunde erbrechen / so ho sich in die gotheit / daz allen
zvngen ist virseit / da uon icht endelichen sagen Pass I/II
226,80
3.5
‘sich von jmdm./etw. entfernen, loslösen’
do er sich mit lidene und mit schaden von den
gwaltigen [der Obrigkeit] hat erbrochen
Seuse
77,1.
– subst.:
sin wilder muͦt nam des ersten menges sterben von dem
erbrechene, daz er tet von úpiger geselschaft Seuse
9,26;
daz erbrechen [Loslösung vom
Irdischen] daz tuͦt des ersten we, als billich ist ebd.
362,17;
da er Ambrosium vernam / so wol von gote sprechen, / daz sich begonde
erbrechen / sin irrekeit ein teil von ime Pass III
419,26
MWB 1 1824,51; Bearbeiter: Tao
erbrëhen
swV.
intr. ‘hervorleuchten, -strahlen’
durliuhteclichen sol erbrehen [: gesehen
] / din name zaller zite KvWGS
800.
– refl. von Fußspuren: ‘sich zeigen’
in dem mermelsteine / sult ir vuzstaphen sen, / die sich gegen vch erbrehen, /
als si ein mensche habe getreten Pass I/II
336,74
MWB 1 1826,7; Bearbeiter: Tao
erbreiten
swV.
1
‘etw./sich ausbreiten’
2
‘etw. (Augen) weit öffnen’
1
‘etw./sich ausbreiten’
wande im [dem Gras] der sunnen gebrast / durch
manigen bovm, der sinen ast / dar vmme hette erbreitet Pass I/II
35,86.
– refl.:
do sich do die christenheit irhub und erbreitete PrLpz
162,15;
der werde kuͤnc von Orgalum / wær neben der schar drum /
da si sich schol zerbraiten [La. solte erbrayten
]
WhvÖst
8001
2
‘etw. (Augen) weit öffnen’
vf daz ich nach der pine / [...] dort vor gote
erschine / vnde in die schone forme gots / [...] mine ougen
wol erbreite Pass I/II
119,83
MWB 1 1826,13; Bearbeiter: Tao
erbrennen
swV.
1 tr. 1.1
‘etw. anzünden’
1.2
‘jmdn. heiß, fiebrig machen’ (?) 2 intr. 2.1
‘in Brand geraten’
2.2
‘verbrannt werden, den Feuertod sterben’
1
tr.
1.1
‘etw. anzünden’
in iegelichem hûse erbrant / was ein viur ân allen rouch KvWPart
906.
– übertr.: ûf etw. erbrennet werden
‘von etw. heftig ergriffen sein’
dô wart sîn muot erbrennet / ûf sînen alten smerzen KvWPart
10848
1.2
‘jmdn. heiß, fiebrig machen’ (?):
in sein [des Kaisers Hadrian, der die hl.
Symphorosa und ihre sieben Söhne töten ließ] tochter ein
tiefel cham / andem achtenn tag darnach. / der tiefel vil laute aus ïr sprach: /
‘ir heiligen martrere / vil rain und lobebäre / erprennet mich vil sere: / habt
mein genad durch ewer ere!’ Märt
11425
2
intr.
2.1
‘in Brand geraten’
ûz ir slegen vuoren gneister grôz, / reht als erbrennet wære der walt
Virg
1044,13
2.2
‘verbrannt werden, den Feuertod sterben’
der muoz mit strô / vil jæmerlîch erbrennen, / der mich
niht künic wil nennen EnikWchr
6213
MWB 1 1826,24; Bearbeiter: Tao
erbrësten
stV.
1
‘abbrechen’
2
‘in etw. (Weinen, Schreien) ausbrechen’
1
‘abbrechen’
der engel zuht einen ast, / daz er alsô lûte brast [La.
erbrast
]
KvFuss
1500
2
‘in etw. (Weinen, Schreien) ausbrechen’
do ward si als herzklich bewegt ze grosser erbermde, daz si
erbrast an ein weinen und an ein húwlen Seuse
122,20
MWB 1 1826,42; Bearbeiter: Tao
erbrieʒen
stV.
‘hervorsprießen’, übertr.:
schiere wart der smac [Paradiesduft]
sô grôz / daz mir mîn chraft zwispilde erbrôz KvHeimUrst
1940;
min honigseym zu sure / ist mir leider worden, / in der ruͤwer orden / ist myn
freud gesloßen, / unheyl het mir erbrossen / und ving myn heil in sorgen strik
MinneR 444
80
MWB 1 1826,48; Bearbeiter: Tao |