Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
erbeman – erbeschilt
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   erbrimmen - erdecken    


erbrimmen stswV. ‘anfangen zu brummen’ ez [ schretel, der Kobold] beiz, ez kratzte in [den Bären] unde kram, / daz er vor zorne lûte erbram / unde schrei in grôzem grimme / sîn angeborne stimme Schrätel 242. – übertr. ‘sich empören’ dô si [Akk.] Jhêsus sach weinen, unde di juden di mit ir kuͦmen wâren, di weineten, abir her irbrimmite in dem geiste [ infremuit spiritu ] und betrûbite sich selbir EvBeh Io 11,33

MWB 1 1826,55; Bearbeiter: Tao

erbringen V. ‘etw. zustande bringen’ er ein slechter lai was, / [...] und hat materig tzu deutsch erpracht [gelehrte Stoffe in deutscher Sprache wiedergegeben] , / die einem glerten nicht versmacht / hiet in der gramatica Suchenw 19,65

MWB 1 1827,1; Bearbeiter: Tao

erbrinnen stV. 1 ‘in Brand geraten’
2 übertr. ‘entbrennen’
   1 ‘in Brand geraten’ daz hûs von einem winde vil balde al erbran NibA 2048,3 (vgl. enbran NibB 2111,3 ); vil manic rîchiu tjoste durch schilde wart genomen. / daz velt begonde stieben, sam ob al daz lant / mit louge wære erbrunnen NibB 596,4    2 übertr. ‘entbrennen’ so da erbrinnet churzelichen zoren sin [interl. zu cum exarserit in breui ira eius ] , so sint sælich alle die da getruwent an ime PsM 2,13; PsWindb 2,13; sîn muot ûf ellentrîche tât / vil sêre was erbrunnen KvWPart 18821

MWB 1 1827,6; Bearbeiter: Tao

erbrochen swV. vgl. ahd. brohhôn (AWB 1,1416). – ‘etw. zerbrechen’, übertr. ‘jmdn. peinigen’ in dem [um des Glaubens willen] hat genuger sich lan / [...] zu tode erbrochen Pass III 99,55

MWB 1 1827,17; Bearbeiter: Tao

erbrogen swV. ‘sich gegen jmdn. erheben’ diz allis hat dem menschen got / in sin gewalt vnd sin gebot / gegebin vnd in zeinem voget / dar vbir gesat, swie dic erbroget / gein im der kranke stovp / der vil lihtir danne ein lovp / gen sinen hohin creftin wiget Martina 2,70

MWB 1 1827,21; Bearbeiter: Tao

erbrüeten swV. ‘jmdn. großziehen’ der uorsage Esaias der sprichit sus uon gote: ich gebar chint unt irbruͦte diu, si uermaneten mich JPhys 20,10

MWB 1 1827,27; Bearbeiter: Tao

erbsal F. ‘Sauerdorn’ (vgl. Marzell 1,575): berberis: erbsal VocOpt 48.086. – s. a. erbesip

MWB 1 1827,30; Bearbeiter: Tao

erbüegen swV. zu buoc stM. ‘die Schulter von jmdm./einem Tier ausrenken’ ir arme vz dem geleiche / vz den ahziln slichen, / [...] siv [Folterknechte] waren erbuoget Martina 186,45; manic ors erbüeget, / erstôzen und erlemet wart / ûf der ritterlîchen vart Reinfr 7388

MWB 1 1827,32; Bearbeiter: Tao

erbunnen Prät.-Präs. konjugiert wie gunnen , vgl. 2 5Mhd. Gr. § M 97. 1 ‘jmdn. (um etw.) beneiden, jmdm. etw. missgönnen’ , auch ‘jmdm. etw. nicht gewähren, versagen’
1.1 mit Dat.d.P. und Gen.d.S.
1.2 mit Dat.d.P. und Obj.-Satz ( daz -Satz)
1.3 mit Dat.d.P., ohne Gen.-Obj.
1.4 mit Refl.-Pron. im Dat. und Gen.d.S.
2 ‘jmdm. jmdn. wegnehmen’
3 ‘jmdm. etw. zu ersparen wünschen’
4 ‘(wegen etw.) Mitleid mit jmdm. haben’
   1 ‘jmdn. (um etw.) beneiden, jmdm. etw. missgönnen’, auch ‘jmdm. etw. nicht gewähren, versagen’    1.1 mit Dat.d.P. und Gen.d.S.: duo begund er ime erbunnen der himelisken wunnen Gen 313. 1741. 669; er sol ouch nieman nihts erbunnen, / des er mit rehte hat gewunnen VRechte 181; waz frumt den rîchen argen man, / der al der werlt guotes erban [...] ? Wig 65. 116; wê im der uns fröide erbunne! KLD:GvN 3: 1,7; Tannh 4,134; SM:St 4: 2,3; KLD:SvL 2:1,5; KLD:RvR 1,15; swer mir des verban [La. erban ] , obe ich si minne tougen, / seht, der sündet sich MF: Mor 22: 2,1; diu [Stute] was so kostlich beclait / daz ich irs muͦz erbunnen WhvÖst 17863; dc si ierem nehsten erbunnen sinez geluͥckez PrSchw 2,49. 2,87. 1,33; DvASchr 331,18; KvWTroj 10263; nu tet der wol versunnen vil cleine dem geliche, / daz im diu kraft erbunnen kund ir helf als ungenedicliche JTit 3840,2. – mit daz-Satz, bezogen auf vorangehendes Gen.-Obj. des: des erbunde ir alsô harte / ain gotes widerwarte [...], / daz diu frowe den ruom / in dem hove habete Kchr 12103    1.2 mit Dat.d.P. und Obj.-Satz (daz-Satz): vrô Pallas und vrô Jûne / [...] erbunden im [Paris] [...], / daz Vênus [...] het ûf in hôhen vlîz gewant KvWTroj 3114; umbe waz er ime erbunde, / daz er sîniu chint und ire barn ê nemuose geruozzen / ê si von ime skieden Gen 1446; nû leidest dû mir daz leben / und erbanst mir daz ich frô sî HartmKlage 433. 1567; frow, sid mir duͤ kunst erban, / daz ich uch nit tancken kan / vwer gab nach myner ger KonstBrf 7,1. 35,83    1.3 mit Dat.d.P., ohne Gen.-Obj.: dô Rachel gesach daz si umbâre was, / ire swester si irbunde Gen 1327. – als Wiedergabe von detrahere: die da geltent daz ubel umbe daz gute, die erbunden mir, wande ich nah gie der gute [ qui retribuunt mala pro bonis detrahebant michi: quoniam sequebar bonitatem ] PsM 37,21    1.4 mit Refl.-Pron. im Dat. und Gen.d.S.: ich tete als die tôren tuont [...], / die êren unde guotes / in selben erbunnen Er 5968; wil dû danne gunnen mir, / des dû wilt selbe erbunnen dir RvEBarl 14650; im selbin er erbunde / dez cristenlichen tovfes Martina 218,42; (hier anzuschließen:) daz ich solches prises mime libe erban WolfdD (H) 1472,3    2 ‘jmdm. jmdn. wegnehmen’ ir geltet mîniu leit. / ir habt uns hinne [= hie inne ] erbunnen vil maneges recken gemeit NibB 2304,4 ( vgl. erbunnet NibA 2241,4 ); iuch endûhte niht der volle an der grôzen nôt, / dô ir uns Rüedegêren den helt sluoget tôt: / nu habet ir mir erbunnen aller mîner man NibB 2330,3    3 ‘jmdm. etw. zu ersparen wünschen’ ich erban iu des vil sêre / daz wir iu iuwer êre / müezen nemen untten lîp / umb ein sô ungetriuwez wîp Iw 5255; vrau, mir ist ungemach / diu rede, wan ir [= ich ir ] iu erban ! / ich bin ain ellender man, / so habt ir so grozz ere / an mich gelait, daz sere / iu missezimt al soͤlhiu rede WhvÖst 13097; der [der neuen Minne (Wankelmut)] gebott nu volget manic man / vnd frowen den ich [die alte Minne (Treue)] sin erban, / das sy sint in ir gebott MinneR 451 369    4 ‘(wegen etw.) Mitleid mit jmdm. haben’ der hof und al die sinen gar / erbunden im der aͤrebait [...], / und vragton was im waͤre, / ob si ze siner swaͤre / im iht geraten kunden RvEWh 4493; maniger hôher man, / der mir mînes leides erban / und dur mich ist für Troie komen, / [...] ze rechenne daz laster mîn KvWTroj 44454; swer beswaerde ald kumber leit, / dem was dîn [Marias] erbärmde bereit. / swaz leides ieman anegie, / des erbundest du im ie WvRh 15468. 2216. 9971; min herz erbander [= erban der ] / zarten kuͤnginne / daz der tot ir minne / wil so suͤrlich gelten WhvÖst 8618; o aller schoͤnstú magt, der kleglichen geberd menig hertze ze erberm bewagde [...], die dir erbunnen [= erbunden (vgl. Anm.z.St.)] , do sú saͮchen den grossen jaͮmer und leit, so du von dinem geminnten kinde hattost in dinem reinen hertze Seuse 546,6

MWB 1 1827,38; Bearbeiter: Tao

erbunst st.Subst. s.a. urbunst . 1 ‘Anfeindung’
2 ‘Mitleid’
   1 ‘Anfeindung’ in der cellen was sin site / daz er den lib zemte / und an im gar vorlemte / aller sunden erbunst Vät 30865; unser lieben vrouwen, / durch di im was verhouwen / aller sunden urbunst [La. sunder erbunst ] , / der truc er willicliche gunst MarLegPass 24,643    2 ‘Mitleid’ allermenlîchen buten si sich / in ir noeten sicherlich / ze helfe mit ir guote / ald mit erbünste muote WvRh 252; diu edel magt Marîa leit / aller menlîchez leit / mit erbünste smerzen / von allem ir herzen / und bôt in werke und worte trôst, / sô daz si wurden erlôst ebd. 1649

MWB 1 1828,54; Bearbeiter: Tao

erbünstec Adj. ‘mitleidend, -fühlend’ diz ûzerwelte tugende vaz / ärbeite erbünstec was, / erbärmec ûze und inne / und vol rehter minne WvRh 1636; er was erbünstec ärebeit, / senfte unde guot, vol reinecheit ebd. 6116

MWB 1 1829,1; Bearbeiter: Tao

erbürn swV. 1 tr.
1.1 ‘etw./jmdn. hochheben’
1.1.1 eigentl.
1.1.2 übertr.
1.2 ‘jmdn. aufstacheln’
2 refl.
2.1 ‘sich aufrichten (und wohin bewegen), sich erheben, aufsteigen’ , eigentl. und übertr.
2.2 ‘entstehen’
   1 tr.    1.1 ‘etw./jmdn. hochheben’    1.1.1 eigentl.: in den rinc spranc Rennewart, / daz er die stangen möht erbürn Wh 429,7; Rose [Ortnits Schwert] er erborte WolfdD 803,3. 862,3; Bit 10925; so mochte ot man sin [den Stein] nicht erburn Pass III 225,24; er [Christus] wart dem tôde zû gevûrt / als ein schâf und ouch erburt JvFrst 7610. – Part.-Adj.: mit erbürtem schilde Bit 10823. einen slac ~ ‘einen Schlag (von oben herab) ausführen’: ze jungst erburtte Hector / ainen schlag so hoch enbor / daz manig des helmes nietten brach GTroj 17603; ob er [Gott] den slach vf vns erbur, / daz du [Maria] in haldes da beneben Pass I/II 153,75    1.1.2 übertr.: die stimme ~ ‘die Stimme erheben, zu reden beginnen’ do Jhesus dese wort gesprach, do irborte eyn wyp ere stymme [ extollens vocem Lc 11,27] von der schare unde sprach EvBerl 30,31. den muot, daz herze ~ : swer sîner [Christi] marter reht entsebet, / dem erburt sie und erhebet / in solhen gedanc den muot, / der wê und doch wol tuot LvRegSyon 1036; sprich ich, daz er [der Geizhals] sîn herze erbür, / nein, spricht er, ob ich verlür / ein halbez scherf oder ein ort, / waz hülfe mich frumer liute wort? Renner 4521    1.2 ‘jmdn. aufstacheln’ mit bet si derpurtin / Rudolfin den Romischin Dalimil 92,20    2 refl.    2.1 ‘sich aufrichten (und wohin bewegen), sich erheben, aufsteigen’, eigentl. und übertr.: gein liebem liebe ich mich erbür [vgl. Ct 5,5 surrexi ] Frl 1:9,3; [Elisabeth zu Maria:] sich hat erpuͤrt [ exsultare Lc 1,41] in meiner prust / daz chint in frewdenreicher lust / von deiner tzuchunft Suchenw 41,211; swenn er [ der geistlîche sin ] des frides inne wirt, / den der heilig geist gebirt, / so erburt er sich. wâhin? aldar / dâ er der ruowe wirt gewar, / die diu sêl sol haben am ende, / sô sie gerûmet ditz ellende LvRegSyon 2589. 3304; weder engelisch sin noch menschlîch verstantnüsse mac sich niht alsô hôch erbüren mit sîn selbes maht, daz sie daz lûterlîchen ervinden waz dû [Gott] bist DvASchr 367,7    2.2 ‘entstehen’ din mutes phat verstrich und laß nicht spüren / den fint, von dem sich schade mag erbüren, / und laß dins herzen türen / den argen reten sin verspart Mügeln 213,10

MWB 1 1829,6; Bearbeiter: Tao

erburnen swV. ‘etw. verbrennen’ diz ist iamerlich, / daz ir des guten mannes buch / werfen wollet in unruch [...]. / nu wizzet, daz ir widerschrift [Abschrift] / harte witen ist zuspreit, / des ist verlorn die arbeit, / daz man einez erburnet Pass III 211,89

MWB 1 1829,51; Bearbeiter: Tao

erburzeln swV. ‘jmdn. niederwerfen’ sin yllen mengen erbürseltt / alsam ain wolff by schaffen tütt GTroj 3232

MWB 1 1829,57; Bearbeiter: Tao

erbûwen, erbiuwen, erbouwen V. erbiuwen ( UvEtzAlex 8220 ). 1 auf die Landwirtschaft bezogen
1.1 ‘das Land, einen Acker, ein Feld bestellen’
1.2 ‘(Weingarten, Bäume) kultivieren; einen Baumgarten anlegen’
1.3 ‘etw. anbauen’
1.4 übertr.
2 ‘etw. (Land, Erdteil, Zelt usw.) bewohnen, besiedeln’
3 ‘etw. (Burg, Kirche, Stadt usw.) (er)bauen, errichten; etw. konstruieren, anlegen’
4 ‘etw. (Mühle, Bergwerk) für den Betrieb einrichten, in Betrieb nehmen’
5 ‘jmdn. (mit etw.) ausstatten, schmücken’
   1 auf die Landwirtschaft bezogen    1.1 ‘das Land, einen Acker, ein Feld bestellen’ do fur er schowen, wie daz lant wære erboͮwen. / [...] allez daz dehein boͮman ze boͮreht solde han, / [...] man muͦse imz vil balde geben GenM 87,7; daz wazzer wart da ze wîne [...]. / div ŵste wart erbuwen, / do disiv rede nivwe / vz wart gechundet Wernh D 97; wâ wart ie dehein acker [...] alsô zertlîche erbûwen [...] und als lieplîchen getunget PrBerth 1:358,21; (Part.-Adj.:) ia lazze ich ire wole erbuͦwen / manige breite hube, / scazes gnuͦge Rol 1717; ein erbuwen velt Rennew 730. – in Verbindung mit lant nicht immer deutlich von 2-3 abzugrenzen: daz wüeste lant erbûwen wart, / dâ krône truoc Parzivâl Parz 222,12; hêr, mirst niht bekant / daz weder wazzer oder lant / inre drîzec mîln erbûwen sî. / wan ein hûs lît hie bî ebd. 225,21; iuch möht des waldes hân bevilt, / von erbûwenem lande her geritn. / inre drîzec mîln wart nie versnitn / ze keinem bûwe holz noch stein ebd. 250,21. 398,23. 534,19; [der Steuermann:] got wil helfen uns von nôt: / ich hân erbûwet lant gesehen ErnstD 2001. – formelhaft ~ und unerbûwen: daz gvet ze Richartswiler mit allem dem, daz dar zve gehoret, æcher, wisen, wæide, holtz, wazer vnd wazersflvz, besvhtes vnd vnbesvhtes, erbvwens vnd vnerbvwens UrkCorp (WMU) 1910,42 u.ö.    1.2 ‘(Weingarten, Bäume) kultivieren; einen Baumgarten anlegen’ der weingart ist diu hilig christenheit, der selb weingart ist gepflantzet und erbawen von angeng diser werlt PrOberalt 47,24; die habent den weingarte / gotes niht erbowen Wernh A 3251; die paum habennt vil schüsling unnd esste unnd auf gerichtt stökk, ettlich wuecher unnd nütze samen zu der merunge irs geschlachttes, wann si wol erpauenn werdent und gerichttet HvHürnh 72,2; ein rilichir boungarte, / irbuwen alse harte / von ediln boumen manigvalt / reht als ez were ein dickir walt RvEWchr 32928    1.3 ‘etw. anbauen’ swaz man harte erbûwet, daz verderbest dû PrBerth 1:258,28; die helde nuzzen âne wer / swaz erbouwen hete daz lant Bit 5407    1.4 übertr. : der schaffenær den er da hete, der im sin guͦt hete oͤde geleit, dc ist ain ieglich lerær, der sin cristenhait versûmet vnde si niht erbuwet mit der gotes lere PrWeing (Pf) 188,29 (Auslegung zu Lc 16,1ff.).    2 ‘etw. (Land, Erdteil, Zelt usw.) bewohnen, besiedeln’ erde diniv wirt erbuͦwen [ terra tua inhabitabitur, vgl. Is 62,4] PsM Per 24,4; die uzeren zua strazen [Erd- oder Klimazonen] sint nith erbuwen Lucid 18,10. 18,12. 18,13; ez [ Ẏspania ] was das erste lant / das nah der ersten uz fart / irbuwin von dem kúnne wart / von Japhet RvEWchr 2699; ich hôrte ie sagen von kinde für ein wazzermære, / dâ ze Gîvers in dem berge ein wîtez künicrîche erbouwen wære Kudr 1128,4; si wirt ein michel wunne / aller der werlde, / so got erboͮwet ir gezelte Wernh A 566. – unsicher, ob hierher oder zu 3 oder 4: im walde vant er einen berc, / den hâten gar wildiu getwerc / erbûwen und besezzen Goldemar 5,3    3 ‘etw. (Burg, Kirche, Stadt usw.) (er)bauen, errichten; etw. konstruieren, anlegen’ ez enwart nie burc dehein / erbûwen baz noch alsô wol UvZLanz (K) 7119; ûz ir niwen veste, / die si heten erbûwen Ottok 34358; ich denke, erbuwe ich mir ein hus nach tumber liute rate Tannh 12,21; wie er [der Turm] innen wære erbûwen Flore 4995; die kirchen ~ LvRegFr 1096; den tempel ~ EnikWchr 12102; ein stat ~ EnikFb 39; EnikWchr 6162; aber zkloster [...] sol also erbovwen werden [ constitui ] , daz alliv notdurftigiv, daz ist wazzer, mvͤl, gart, pfister vnd mislih liste inner zklosters geworht werden, daz niht dvrft si mvnichen, vz ze gen BrAsb 66. – übertr.: in den strît spranc Hildebrant [...]. / dâ mohte vil wol der tôt / erbouwen sîne strâze Bit 10655; der stain beczaichent die glaubhëfftigen kristen, da die heilig krisstenhait mit erpawn ist, als sannd Pauls sprichtt [vgl. Eph 2,19-22] SchlierbAT (LS) 1,84; si [die Frauen] gebent wunnebernden solt, / ir lob ist wol erbouwen KLD:RvB 3:2,6; manic stolze vrouwen, / die mit ir süezen sprüchen rîch / kunden schôn enpfâhen den künic lobelîch, / dâ von sîn herze den muot kunde hôch erbouwen Loheng 1666; von dem alten vnd dem kinde / wart si [die Klage um die entführte Ginover] da wol erbowen Krone 11523. – ‘etw. mit Bauwerken versehen, bebauen’ vnde sol man den selben invanc vnzewuschont der selbun mure vnd dem hvse niemer bezimberren noh erbuwen weder mit holze noh mit stainon UrkCorp (WMU) 2209,24; wir gewinnen lîhte noch die kraft / daz wir erbouwen sô daz lant / daz unser ellen unde hant / vor allen künegen ez wol wer. / zwischen der Elbe und dem mer / stênt ninder bezzer burcstal Bit 13327; es ist auch das landt nit wuegst, / woll erpawen uber all / paid in perig und in tall / mit stetten und mit vesten guett Seifrit 6933; Estrelo, ain veld erkantt, / dar sitt ain statt ward gelaitt, / Constantinopel [...]. / ee hette es den namen wol [...]; / sid her es bas erbuwen ward / in richer coste unverspartt / von dem künge Constantin GTroj 23753. – ‘Geld verbauen, zum Bauen verbrauchen’ jch nim ez ouf mein triwe, daz ich ovf Charlstain erbvͦn han mines gvͦtes vierhundert phunt Salzpurgær oder me UrkCorp (WMU) 898,9    4 ‘etw. (Mühle, Bergwerk) für den Betrieb einrichten, in Betrieb nehmen’ vnd beschieden also, daz des aptes mvͤl vvͤrwaz nimmer mer schol erpavͤn werden UrkCorp (WMU) 3259,23; das man eczliche berge unde stollen in manchem jare nicht czu nuczcze irbuwen mag BgRIglauD 29    5 ‘jmdn. (mit etw.) ausstatten, schmücken’ Gynouer mit den frauwen, / nach wijbes reht erbuwen, / da in den sal gingen Krone 23030; einer schonen jumpfrauwen, / die auch was erbowen / mit kostlicher gezierde ebd. 26392; zwa ander jumpfrauwen, / die waren wol erbuwen / an libe vnd an gewand / sunder alle schand / mit richer gezier ebd. 29363

MWB 1 1829,60; Bearbeiter: Tao

ërc st.Subst. Bedeutung unklar, hier umschreibend: di [...] ire tûnde werc / richten ûf des lobes erc [= ûf lob ] JvFrst 8958

MWB 1 1831,53; Bearbeiter: Tao

erche- erze-

MWB 1 1831,56;

erclich Adj., Adv. arclich

MWB 1 1831,57;

ërd- s.a. → ërt-

MWB 1 1831,58;

erdâht stM. oder stN. 1 ‘Plan, Vorhaben’
2 ‘Trug, Betrug’
   1 ‘Plan, Vorhaben’ do der kuninc daz irhorte, / groz irschrecken en bekorte / unde wart beweit so sere, / [...] daz er in dem bette belac / von betrubnisse und unmaht, / wand ez niht gienc nach sim irdaht Macc 3134    2 ‘Trug, Betrug’ zum andern male dut sij [die sechste Hand der Habgier (Betrug)] [...] / erdacht und falscheit umb im lande dragen Pilgerf 10050

MWB 1 1831,59; Bearbeiter: Tao

erdarben swV. 1 ‘etw. entbehren’
2 ‘Mangel leiden; hinschwinden’
   1 ‘etw. entbehren’ swaz an im was ervollet / dâ vor mit guoter spîse, / daz hete nu der wîse / und der vil sælden rîche / erdarbet jâmerlîche KvWPart 592    2 ‘Mangel leiden; hinschwinden’ swenne ich dich lan in trostlosem lidenne, in hertikeit erdarben und ertorren ane alle suͤzikeit, als mich min himelscher vatter lie Seuse 273,31; der usser mensch des kúnges, der da an dem krúz erdarbete ebd. 368,12. 441,20; und nement war, wie schier verblichen, erdorret und erdarbet ist der bluͦme ebd. 212,2

MWB 1 1832,3; Bearbeiter: Tao

ërde stswF. s. a. ere stF. 1 ‘von Menschen bewohnte Erde, (irdische) Welt’ , besonders in den Wendungen ûf (der) erde(n), hie in erde (enerde)
2 ‘Erdboden, fester Boden’ , auch ‘Erde, in der die Toten begraben sind, etw. verborgen ist’
2.1 allg.
2.2 mit Präp.
2.3 in präp. Verbindungen mit bestimmten Verben: Mauern, Gebäude zuo der erde, ûf die erde brechen (slahen) ‘dem Erdboden gleichmachen’
3 ‘festes Land’ (im Ggs. zum Wasser)
4 ‘Land, Gebiet, Herrschaftsgebiet’
5 ‘Grund und Boden, Landbesitz, Grundstück’
6 ‘fruchtbare Erde, bewachsener Boden, Ackerland’
7 ‘Erde, Lehm, Staub’
8 die Erde als jungfräuliche Mutter Adams
9 ‘Erde’ als eines der vier Elemente
10 im kosmologischen Weltbild des MA.s: ‘Erdkugel, Erdball’
   1 ‘von Menschen bewohnte Erde, (irdische) Welt’, besonders in den Wendungen ûf (der) erde(n), hie in erde (enerde): wan sich gesament ûf der erde / bî niemens zîten anderswâ / sô manec guot ritter alsô dâ Iw 40; in wirde niemer wîp / ûf erde decheines man, / wan den ich umbevangen hân Parz 199,27; ûf erde niht sô guotes was, / der helm, von arde ein adamas / dicke unde herte ebd. 53,3; SM:Tu 2: 7,4; solt ieman ûf der erden / von triuwen halben werden / künic oder künigîn Tr 1811; Rennew 2028; in lüften noch ûf erde noch in allen grüenen ouwen Walth 27,19; dû brinnend minne über elliu lant, / ez wart bekant / nie lieberz ûf der erde LobGesMar 64,4. dô er [Gott] mensche hie enerde was Aneg 2153; Walth 11,18; KvFuss 796; wâne ich und dîn muoter jouch dîne bruoder / noch hie in erde dîn durftig werden? Gen 1770; dô diu gotinne Pallas / rîchsete hie en erde Er 8204. – dem Himmel entgegengesetzt: dâ ze himel ist niemen gar / ê ouch der lîp chumet dar, / der dannoch hie enerde ist Aneg 2170; daz ez ie wurde gesungen / in stimmen oder von zungen / ûz allen ordenungen / ze himel und ûf der erde Walth 7,31; swer ûf der erde rehte tuot, / daz dunket ouch ze himele guot Freid 31,24; swaz iender lebe / enzwischen himel und erden, / der aller leben ist dir bekant LobGesMar 71,7. 72,4. kint der ~ : dien gotes minne vrömde sint, / [...] diu selben kint / diu heizent kint der erde. / die aber gotes minne hant, / diu kint sint gotes kint genant LobGesMar 3,4. – bildl.: diu geburt [Christi] was wunterlich, / [...] duo trante sih der alte strit, / der himel was ze der erde gehit VEzzo 170; und der hailige adem entswebete ir [Maria] den lichnamen / von den vuozen unze an den wirbel, do gihite der himel zuo der erde AvaLJ 7,3    2 ‘Erdboden, fester Boden’, auch ‘Erde, in der die Toten begraben sind, etw. verborgen ist’    2.1 allg.: diu erde erbibete uberal VAlex 108; AvaJG 10,1; die erde inslôz sich, dâ die nagele lâgin PrMd (J) 346,7; vnde ob du unrechte sweris, daz dich di erde virslinde ErfJud 5; daz dû mich niht verslindes – / ich meine dich, breitiu erde –, / daz ich bezîte werde / dir gelîch: ich kom von dir Wh 60,29; HvNstGZ 7445; sô wê im, der den werden fürsten habe erslagen / von Kölne! ôwê, daz in diu erde mac getragen! Walth 85,11; UvLFrb 214; EckenlE2 143,12; des morgens [...] sô mac er ir [der Ehefrau] gegeben [...] einen kneht und eine maget [...] unde ziune unde gezimber ob der erde. und als ir man stirbet, sô sol si daz ertrîche [das Grundstück, auf dem das zur Morgengabe gehörige Gebäude steht] rûmen inner sehs wochen [...] unde sol ez alsô rûmen daz si die erde niht verwunde [aufgrabe] SpdtL 95,14 (vgl. SSp (W) 1:20,2 ).    2.2 mit Präp. an: von dem bette sie dô gienk / nider an die erden En 1361; der gote werde boug sich unz an die erde Gen 873; unde zu iklichem male spi her an di erde Macer 52,13; do screip der gotes werde mit den vingeren an der erde AvaLJ 113,4. in: so grebet denne diu asida [der Strauß] in die erde unde berichet diu eier mit dem sante JPhys 24,9; daz selbe vaz solt dv begrabin in der erde nivn tage Ipocr 311. 316; umbe solich gût, da mich dirrer man umbe hat beclaget, daz enweiz ich noch enhan es nit noch [...] in erden verborgen noh in muren vermuret PfJud 14. gegen: der zügel gein der erden seic Parz 445,14. obe: sam die buhile obe der erde Gen 2959. ûf: daz ich ûf der erde gelac Iw 652; so nemach niwiht des gestan, des uf der erde sol gan AvaJG 10,3; zu beiden sîten sich erbôt [erstreckte] / der mantel ab dem pferde / vaste hin ûf die erde HvFreibTr 4498. under: mir wâre lieber unter der erde denne er in deme âmer irsterbe Gen 2406; unde der dracho uuiret [wird] so vorhtal, daz er liget, alsor tot si, under der erdo ÄPhys 2,10. von: dô sah er eine leiteren fon der erde in den himel gên Gen 1240. zuo: jmdn. zuo der erde werfen VAlex 543; slahen ebd. 1266; stechen En 7537; si hânt ir schildes breite / nâch jâmers geleite / zer erden gekêret [als Zeichen der Trauer] Parz 92,3; dô seic si zuo der erden, daz si niht ensprach NibB 1009,1; Iw 3942; der helt lussam / zû der erden bequam [zu Boden fiel] En 7836; dô half der mâre wîgant / der frouwen zû der erden [half ihr absteigen] ebd. 1831. ob erde unde under erde u.ä., formelhaft in Urkunden: den maierhof vnde zw hvbe fvr ein frîges eigen in holz vnde in velde, an wisen vnde an akkern, gesvͦchet vnde vngesvͦchet, ob erde vnde vnder erde, mit allen den vallen vnde dem rechte, daz ze dem selben gvͦte horet UrkCorp 1803,41. 2050,9. 2333,37; UrkHohenz 3,174 (a. 1348)    2.3 in präp. Verbindungen mit bestimmten Verben: Mauern, Gebäude zuo der erde, ûf die erde brechen (slahen) ‘dem Erdboden gleichmachen’ dâ brâchen sie die besten mûre zû der erde, / diu der ie dehein solte werden VAlex 917; oder man breche in div hævser avf di erde UrkCorp (WMU) 1209,28. 615,7; er sol die burg vf die erde brechen SchwSp 114a; wand er si [Burgen] ûf die erde brach / und vertilgte si sô gar Ottok 11720; daz hus [...] sol man vf die erde slahen SchwSp 115a. zuo der erde(n) erbeizen, getreten, komen: ‘vom Pferd absteigen’ do erbeizte zuo der erden vil manic ritter gemeit NibB 1527,4; do rebeizte der werde / nider zuo der erde Parz 516,26; zu der erde si chomen baide Rol 8917; unz er getrat ze der erde StrDan 7267. under die erde gân, komen ‘sterben’ nv mvz ich vnder die erden gan / oder ich gereche minen haz Herb 5205; ich weiz wol daz niht bejaget / min clage daz er lebende werde, / swer kumet under die erde, / daz nymmer me der erstat / biz daz diu welt gar zergat Rennew 25746. – jmdn. (zuo) der erde bevelhen/  enphelhen, (zuo) der erde(n) bestaten, zuo/  in der erde begraben: dô man den ritter werde / bevolhen hât der erde UvTürhTr 3300; Ottok 1216; der nam den heiligin lîchamin unt bivalch in zû der erdin PrMd (J) 349,31; vnd suln mich fuͤrn hinz Reͣun vnd da der erden bestatten UrkCorp (WMU) 3229,40; sîn hôchgeborne lîch / wurd nâch sîner werde / bestatet zuo der erde Ottok 22083; do liez er sinen lichnamen zuo der erde begraben AvaLJ 159,2; sol ez iemer dâ zuo komen, / [...] daz triuwe und êre werde / begraben in der erde, / sô ligent si beidiu hie begraben Tr 18658. – jmdn. in/  under die erde legen ‘begraben’ si legent dich under di erde Glaub 2525; daz in deheine phaffen / getorsten gelegen niht / in die erd, als man noch siht, / die dâ hânt verdient den ban Ottok 16994; ‘töten’ ern müez iwer man werden, / od ich legen under di erden StrKarl 2348; daz ouch ich in die erd / geleget wird in kurzer frist Ottok 46828    3 ‘festes Land’ (im Ggs. zum Wasser): gêt an die erde unde îlet daz ûwer vile werde Gen 713; er wolte mere unt erde / cinshapht bringen, / unter des kaiseres uanen dingen Rol 3694; êr ir komet zer erden / jenehalp uber mere En 3708; ir [Frau Minne] sît gewaldec ob der wer. / bêde ûf erde unt in dem mer / waz entrinnet iwerm kriege [...] ? Parz 293,2; zweier krône rîcheit / stêt vorhteclîche in sîner pflege / ûf dem wazzer und der erden wege ebd. 328,8; dich minnet erde und ouch daz mer, / viur, luft und ouch die winde LobGesMar 61,9; ein michel her / nâch ir füeren solte erde unde mer [zu Lande und zu Wasser, über Land und Meer] Kudr 594,2; vil suͤzer reiner spise gnuͦc, / swaz daz wazzer und die erde truͦc Rennew 3334    4 ‘Land, Gebiet, Herrschaftsgebiet’ sus reit er mit den werden / sîns lands und anderr erden Parz 280,6; swaz er gesach der werden / ûf kristenlîcher erden, / ez wære magt wîp oder man, / der ist iu hie vil undertân ebd. 659,12; Wh 313,24; daz si den gotes werden fuorten widere in die israhelisken erde AvaLJ 35,7; erslehes du Rolanten, / [...] elliu palwischiu erde / si iemir din aigen Rol 3678; thaberiske erde / han ich hie mit gewunnin, / cinsis bedwungin ebd. 3734; tiuscher erde Parz 4,29; StrAmis 1732; rœmischer erden Wh 225,16; über al kriechische erden / ist kein sô rîche bistuom StrAmis 1656; sît mîn sündic ouge siht / daz hêre lant und ouch die erde [gemeint: Palästina] Walth 15,1    5 ‘Grund und Boden, Landbesitz, Grundstück’ mit der breidin erdin / musten [ muste in (den Vasallen)] gelonet werden Roth 4857; er gap in ze eigen dâ zehant / daz breite geriute, / die erde und die liute AHeinr 1444; wir [...] sein gewert des selben guͦtes baidev mit beraitem silber vnd ouch mit gulte vf der erden UrkCorp (WMU) N367,7; daz si dar vmb solden chouffen ainen weingarten oder ain ander erte ze ainem ewigen selgeret UrkHeil 2,104 (a. 1324). – als Flächenmaß: tria jugera, quae fuerunt vulgariter dicta ein erde DRW 3,166 (Würdtwein, DioecMogunt; a. 1311)    6 ‘fruchtbare Erde, bewachsener Boden, Ackerland’ ebehoͮe [Efeu] , daz an der erde wahsset Ipocr 7; er hiez die erde allez daz neren / mit dem wuochere unde si bâre Gen 82; dô besaz [ruhte] diu erda, dâ newolt nieht ane werden ebd. 800. 2115; die bârigin erde ebd. 2837; ube diu erde wurt umbâre / unte lange lâge wuoste ebd. 2606; von erden fruht Adâm genas Parz 464,11; dâ honiget diu tanne, / dâ balsemet der scherlinc, / der nezzelen ursprinc / der rôset ob der erden Tr 17985; Rennew 3334 (s. u. 3)    7 ‘Erde, Lehm, Staub’ uber dîne brust solt tû gên, die erde muost tû ezzen Gen 407; ir scult iz [ gebeine ] mit iu fuoren, heime mit erde bitrôrin ebd. 3032. 1703. 2526; sine speichelen er nam, / dar zuo nam er erde, er temperote si werde AvaLJ 92,2; der [Löwe] kratzet unde beiz dan / holz und erde unz er gewan / ein gerûme ûzvart Iw 6748; in eime gademe, daz was von erden gemachet HvFritzlHl 244,17; so bewillet si [der Fuchs] sich in der roten erde und ligit also si tôt si noch neâtemot nieht JPhys 15,3; MillPhys 108,3. – als Stoff, aus dem Gott den Menschen erschaffen hat: ûz hertem leime tet er gebeine, / ûz brôder erde hiez er daz fleisk werden, / ûz letten deme zâhen machôt er die âdare Gen 196; wie die roten erde got hiez lebentich werden / mit sinem adem den er in in begunde blasen GenM 7,18 Bildüberschrift; sît daz Adâm von dîner hant / gebildet wart von erden LobGesMar 69,10; nâch unser bêder lebtagen / wirt er mir aber sô gelîch: / ich vil arm und er rîch / geligen bêd in einem wert, / gelîch der ungetânen ert Helbl 8,700. der erden ze teile werden, ein erde, zu erde werden: sô mûst dû der erden / hie ze teile werden, / dîn fleisch und dîn gebeine En 12039; der lîp wirt ein erde / und lît dan unwerde / unz an die jungesten zît RvEBarl 3297; wirde ich wider danne zu erde, / so hat diu sele doch gemach Rennew 2182; Unverzagt 1:8,5    8 die Erde als jungfräuliche Mutter Adams: diu erde ist verflûchet diu ê was rein unt maget, / diu [...] dînes bruoderes [Abels] bluot hât verslunten Gen 637; und unser vater Âdâm, / diu erde in magetlîche gewan Kchr 9557. 9568; diu erde Adâmes muoter was: / von erden fruht Adâm genas. / dannoch was diu erde ein magt Parz 464,11; unde erkenne wol dâ bî / daz unverwert diu erde was / dô si des menschen êrst genas / und drûz Adam gebildet wart. [...] si was ein maget dannoch, / wan kein schrunde noch kein loch / dar în von starkem bûwe gie / und was dar ûz kein dorn nie / gewahsen noch gegangen. / ouch was sie dem slangen / dannoch zeim ezzen niht gegeben, / der sît ir gnâden muoste leben / und mit ir wart gespîset hie. / ouch was dar în begraben nie / kein tôter mensche dannoch KvWSilv 3471. 3466; VMos 10,26; Aneg 1572; Freid 7,10; Pass III 79,2; Martina 117,65. 119,17    9 ‘Erde’ als eines der vier Elemente: der iunger sprach: wele warent die uier elementa? do sprach der meister: daz waz daz fúr vnde daz wasser vnde der lufth vnde die erde Lucid 6,3; SalArz 1,6; BdN 68,28; der al die crêatiure / geschuof, daz wazzer und daz viure, / dar zuo den luft unt die erden Wh 215,13; OvBaierl 2,1; HvNstGZ 14; die erde, das vierde elementum, ist kelder unde trokener nature Macer Prosavorr. 10; ein igelich mensch der ist geschaffen ûz den vier elementis: ûz der erde, von dem lufte, von dem wazer, von dem fiure Barth 127,25; melancolici. die artent nach der erden, unde sint sorghaft, gerne truric, gitic unde habende, ungetruwe, zahe unde swarzir varwe MNat 1,18    10 im kosmologischen Weltbild des MA.s: ‘Erdkugel, Erdball’ dise welt ist sinewel vnde ist vnbeslozen mit dem wendelmer. da inne suebet die erde alse der duter in dem wisem des eiges Lucid 17,8; MNat 1,24; wan diu erde ist rehte geschaffen alse ein bal PrBerth 1:392,22; diu [Erde] ist kugeleht MNat 1,2; [Gott] vmbekreizet himel vnde erden Pilatus 1,47; si jehent, der himele der sîn drî / und diu erde mitten drinne sî. / deist ein michel wunder, / daz himel ist obe und under, / und doch diu erde stille stât, / sô der himel umbe gât Freid 11,5-10. – als Schöpfung Gottes: er begunde scaffen, himel unde erde machen Gen 49; got, der scephære ist himels unde der erde Spec 99,31; uon deme lebendingen gote, / der himel unde erde / uon nichte hieze gewerden Rol 715; got himel und erden umberinc / geschuof und dar in alliu dinc Freid 6,1

MWB 1 1832,14; Bearbeiter: Tao

ërde- s. a. → ërt-

MWB 1 1836,22;

ërdec Adj. ‘irdisch’ also sundic und als erdic / ich waz vons vleisches brode HeslApk 9366; al were daz vleisch erdic / daz im von Marien quam ebd. 9802

MWB 1 1836,23; Bearbeiter: Tao

erdecken swV. refl. ‘sich aufdecken’ alle di diser blosheit nit war nement, daz sich diser verborgen grunt nút mag erdecken noch erbilden, di sint alle kúchin dirnen, und den ist dis joch bitter Tauler 26,21

MWB 1 1836,27; Bearbeiter: Tao