eiterhecken
stN.
‘das Giftstechen’
du und daz wip [die Schlange und Eva] traget oͮf ein
andir nit, / [...] / si trette dir oͮf daz hoͮbet; so si
dich habe betoͮbet, / so lage ir uersen ebene mit dinem eitir hechene [
tu insidiaberis calcaneo eius (Gn 3,15)]
GenM
16,30
(vgl.
eitergez hechen Wernh
192)
MWB 1 1570,32; Bearbeiter: Diehl
eiterîn
Adj.
‘giftig’
dâ blæt der eiterîne nît / dem vriunde misselinge / an
iegelîchem dinge Tr
15060
MWB 1 1570,38; Bearbeiter: Diehl
eiterklôʒ
stM.
‘Giftklumpen’
di tyevelynne kunde / gifft werffen auff [l.
auß
] der nasen, / [...]. / si schneutzet auf in
zway aiter chloß, / di waren zwayer feuste groß HvNstAp
9045
MWB 1 1570,40; Bearbeiter: Diehl
eiterklûse
stF.
‘Giftblase’
dû luftes nît, dû eiterclûse Walth
149,41
MWB 1 1570,44; Bearbeiter: Diehl
eiterkrût
stN.
Pflanze mit Wirkstoffen gegen den eiter der Ohren:
origanum, [...] daz haizet ôrkraut
und haizent ez etleich aiterkraut, aber ez haizt pilleich ôrkraut, wan ez ist den
siechen ôrn guot BdN
301,20
(vgl.
sô rainigt ez [Holundersirup] diu
fliezenden ôrn von dem aiter ebd.
348,13)
MWB 1 1570,46; Bearbeiter: Diehl
eiterlich
Adj.
‘giftig’
ich leite ubir dîne wunde dîne arbeite alse ein phlaster, dâ
mitte zôch ich dîne eiterlichen nezen [Nässe] ûz dir
TrudHL
35,10.
141,34
MWB 1 1570,52; Bearbeiter: Diehl
eitermælec
Adj.
‘giftbefleckt, ein Giftmal tragend’
des ahte, wie dan moge sin / ir leben sa gar selig, / vnde iz ist eytermelig,
/ ir fraude mvͦz verwerden PrHess
8,294
MWB 1 1570,56; Bearbeiter: Diehl
eitermeilec
Adj.
‘giftbesudelt, gifttriefend’ (übertr.):
ez entwichen sinem [Keie] worte / alte unde junge.
/ siner eitermeiligen zunge / getorste niemen genahen. /
[...] / wan sines herzen galle / kunde mit rede wol
vergeben Mantel
277
MWB 1 1570,60; Bearbeiter: Diehl
eitern
swV.
1
‘jmdn./etw. vergiften, mit Gift versehen’
2
‘
eiter bilden, absondern; eitern’
1
‘jmdn./etw. vergiften, mit Gift versehen’
würd ich geschozzen in ein hant / mit eim geiterten phîl
[...] ich wolde, / [...] / daz
mir diu hant hin würde genomen WälGa
12524;
des küneges wunde geitert was [war voller
Gift]
Parz
481,5;
HvHürnh
25(Überschr.)
2
‘
eiter bilden, absondern; eitern’
Longinus der unsern herren Ihesum Christum stæch in die siten mit dem sper.
daz eneitert nith, noch gewan hitze, noch enswar Segen 5
16;
der saf an di eiterden ougen gestrichen, vertribet daz eiter
Macer
57,9;
lege ez eme an dy wunden: ez wert
[verhindert] ettern vnde heylet
OvBaierl
140,18;
Brun
2841
MWB 1 1571,1; Bearbeiter: Diehl
eiternâter
stF.
‘Giftschlange’
so ist aber ez ein eitter nater / und tuͦt reht als ein
plater, / diu den mennschn toten wil StrKD
124,93
MWB 1 1571,14; Bearbeiter: Diehl
eiterneʒʒel
swF.
mit prothetischem h.
‘Giftnessel, (kleine) Brennnessel’ (Urtica urens, vgl. Marzell 4,921ff.,AWB
3,237f.):
urtica grenanica: heiternezzila SummHeinr
1:195,305
u.ö.;
greganega: heiternescela VocBV945
3:480,46;
vrtica grecanica: heiternezela VocBV887
3:492,21.
3:488,41;
accipe quoque dille [...] et heiternezzele tantum, ut
dille est HvBCC
218,6
u.ö.;
HvBPhys
1:181,9
MWB 1 1571,17; Bearbeiter: Diehl
eitersaf
stN.
‘Giftflüssigkeit’
verlüppet mit vergiften / was der pfîl, der in dô traf. / in eines slangen
eitersaf / het Hercules gestôzen in KvWTroj
38101
MWB 1 1571,25; Bearbeiter: Diehl
eiterschuʒ
stM.
‘Giftschuss’, hier ‘tödlicher Blick’
mit ougen eiter schuzze fuͦrt er den basiliscum durch di fuͦre, / daz er in
den ougen treit vergifte: / swen er gesiht, der vellet tot JTit
3984,2
MWB 1 1571,28; Bearbeiter: Diehl
eiterslange
swM.
‘Giftschlange’
uns gânt zwên eiterslangen / in tûben bilde, in süezem site /
smeichende alle stunde mite Tr
15088;
sin scimphlich wort. de sint ghehort. / vz sînem munde irganghen / durch sînen
haz. her lez iz baz. / ich lich yn eytterslangen Wizlav
Sp 12,10
MWB 1 1571,32; Bearbeiter: Diehl
eitertrache
swM.
‘Giftdrache’
vor der weg was verspert / von den zwein eytertracken, / die jnn iren
kynbacken / die lùte alle verslunden Krone
13645
MWB 1 1571,38; Bearbeiter: Diehl
eitervar
Adj.
‘wie eiter beschaffen, aussehend’
daz blod yst etteruar vnde enen mensch is vmme daz gemechte
we OvBaierl
128,5;
daz hermelin [...], / daz den slangen eitervar
[giftig] / ze tode an siner crefte beiz KvWGS
162.
–
der eiter varwe turggis [Türkis]
Martina
50,81
MWB 1 1571,42; Bearbeiter: Diehl
eiterwolf
stM.
‘Giftwolf’ (bildl. für Hinterhältigkeit):
gunêrter lîp, verfluochet man! / ir truogt den eiterwolves
zan, / dâ diu galle in der triuwe / an iu bekleip sô niuwe Parz
255,14
MWB 1 1571,48; Bearbeiter: Diehl
eiterwurm
stM.
‘Giftschlange’
citwar [Curcuma, ein Gewürz]
[...] ist goͮt wr di hechune
[Biss] der aiterwrmei PrüllK
32;
zehant so wart enprennet / aloe [...], / und darzuͦ
ander wurtz, die waren tiure, / daz gab fur eiter wurme und fur alle gift vil groze
stuͤre JTit
6111,4
MWB 1 1571,52; Bearbeiter: Diehl
eiterwurz
stF.
‘Giftwurz’ (Bez. für den giftigen Eisenhut, Aconitum napellus, vgl. Marzell
1,98ff.):
aconium: eiterwrz SummHeinr
2:179,01.57
MWB 1 1571,58; Bearbeiter: Diehl
eitgenôʒ
stswM.
auch -genôʒʒe.
‘Eidgenosse, durch Eid (an jmdn./etw.) Gebundener’ (vgl.
eitgeselle
):
der schvltheize vnd die burger von Berne vnd alle vnser eitgnoze von
Bivrgendon UrkCorp (WMU)
18,32
u.ö.;
do seint di gesworn der stat ze Prage [...] vnd ander
aidgenossen des ze rat geworden mit sampt den eltesten purgern StRPrag
17;
Friderîch von Valkenstain, / der was sîner aitgenôze ain
Kchr
17058.
5439;
diere tode erschlagne held / hette ainen fürsten usserweltt /
der sin aidgenosse was GTroj
18729;
ich meine got, iuwern eitgenoz, / den nicht verdroz / des jamers doz
JMeissn
A1:16,14;
wie er waz geton / - des tifels eit genosse WolfdD
894,4.
– abgeschwächt ‘Begleiter, Freund, Kumpel’
er muoze e werden vertriben / in die helle vnd gestozin / zvo sinen eit
genozin / den div helle ist gegebin Martina
208,56;
zwelf risen grosse erhertent sÿ do gar. / des waldes eit genossen
[Waldbewohner] koment geslichen dar WolfdD
394,4.
– übertr.:
der tugend ain stetter aidgenoss GTroj
5380;
ich bin ain eidgenoss / truriger sachen iemer me ebd.
24560.
– im Rechtsverfahren:
slehit ein burger einen lantman in der stat ze tode oder wundet vnd mag ers
erzvͥgen mit zwein sinen eitgenôzsen [Zeugen,
Eideshelfern] die ez horten vnd sahen UrkCorp
1671,27;
ob er das vrteil nicht vinden kunde mit seinem aytgenozen
[Schöffen] , dy bey ym sizent StRPrag
116
MWB 1 1571,61; Bearbeiter: Diehl
eitgenoʒe
stF.
‘eidliche Verbindung, Schwurgemeinschaft’
daz wir uns [...] niemer me zu nieman verbinden
sullen, noch mit nieman enkein burgrecht noch eitgenossi nemen sullen UrkBern
7,403
(a. 1349)
MWB 1 1572,26; Bearbeiter: Diehl
eitgeselle
swM.
‘Eidgenosse, durch Eid (an jmdn./ etw.) Gebundener’ (vgl.
eitgenôʒ
):
sînem wecgeverten unde sînem eidgesellen [...] dem
sol der man helfen wider menneclîchen SchwSp (W)
132,10;
sie [...] nigen der künegîn, / ûf saste sie ir
ieglîchem ein rôsen krenzelîn: / ein helsen und ein küssen gab sie dô ie dem man. /
dô wurden eitgesellen die stolzen recken wol getân RosengC
1453.
– abgeschwächt ‘Begleiter, Freund, Kumpel’
also sind die aid gesellen / die den guten schaden wellen
Teichn
579,59;
neit ist des teufels aitgesell Suchenw
40,100;
GTroj
22030
MWB 1 1572,31; Bearbeiter: Diehl
eitgeselleschaft
stF.
‘Schwurgemeinschaft, geschworene Freundschaft’
sy schwuren aid gesellschafft, / das sy mit leib und mit
krafft / pey ainander wolten wesen, / payde sterben und genesen
HvNstAp
3417
MWB 1 1572,43; Bearbeiter: Diehl
eitgespil
stF.
‘durch Schwur verbundene Frau’
‘ich sprich es wol mit worten schlecht / daz sölichen schild
knechtt / kain nöttig ritter nie gewan / als ich an miner frowen han. / dü vil trutt
gespille min / [...].’ / [...] /
der hochen erren aydgespill / ward daz beste da bekantt GTroj
21122;
sa we dir, argiz luͦge vaz! / duͦ reizil clobe unde eitgespil / eitirlichir
gifte Marner (W)
ML 1:4,4
( RSM¹Marn/7/101)
MWB 1 1572,47; Bearbeiter: Diehl
eithaft
Adj.
‘durch Eid verpflichtet’
der bâbes begunde im daz wîzen / unt alle haithaften [La.
eithafte
] hêrren Kchr
16878;
he werde myme jungherren eithaft DRW
2,1312
(Varrentrapp,Marken; 14. Jh.).
–
‘festgelegt’
swenne der man zo dem eithaftin tage [
determinatum diem
] zo lenrechte kumit, der ime bescheidin is in den hof dar inne der
herre tegedingit RbGörlitz
79
MWB 1 1572,55; Bearbeiter: Diehl |