eitlôs
Adj.
‘nicht durch Eid bestimmt’ (?):
man soll alle jor die vorgenanten rechten einst erkennen (an dem) eidlosen
zinstag WeistGr
5,374
(a. 1344)
MWB 1 1572,63; Bearbeiter: Diehl
eitoven
stM.
‘Schmelzofen’
daz got prüevet und versuochet, wer gereht sî, als man ein
golt prüevet und versuochet und brennet in einem eitoven Eckh
5: 48,10;
Vateruns
186;
BrEng
1;
dar zuͦ sahin si da och / das sere bibinde unde roch / als
ein eit oufen der berch RvEWchr
11566.
4886;
da varent die tifele uz alse die ganeister
[Funken] uon dem eitouene Lucid
9,7;
DvAStaff
552;
kúng Nabochodonosor / die knaben do von Israhel [...]
/ in ainen aitofen werffen hiess, / dar gluͤgte starke fúres diess KvHelmsd
2427;
in dem heissen eitoven dez grimmen vegfúres
Seuse
258,5
MWB 1 1573,1; Bearbeiter: Diehl
eitphenninc
stM.
‘Gerichtsgebühr im Zusammenhang mit einer Eidesleistung’
si sullen ouch umme allerhande slechte clage keine eidepfenninge gebin
UrkSchlesSt
278
(14. Jh. kopial)
MWB 1 1573,13; Bearbeiter: Diehl
eitschillinc
stM.
‘Gerichtsgebühr im Zusammenhang mit einer Eidesleistung’
mit dem richtegelde, eytschillingen und achteschillingen DRW
2,1316
(MünchenRArch.; a. 1341)
MWB 1 1573,17; Bearbeiter: Diehl
eitsuone
stF.
‘Sühnehandlung zur Wiederherstellung eines Eides’
pro concordia juramenti, quod eytsune vulgariter dicitur UrkSchlesSt
565
(a. 1348)
MWB 1 1573,21; Bearbeiter: Diehl
eiʒ
stM.
‘Geschwür, Eiterbeule’
daz sehste waren eize / di chestegoten si mit flize / si
swaren von beine / si wrden unreine VMos
39,15;
swa der aiz ist an der hæut, der ziuht daz aitter auz dem
leib, daz der leip heilet PrOberalt
118,21;
ainen siechen menschen [...], der was voler ayss vnd
geswer Schachzb
67,227;
RvEBarl
3371;
KvWWelt
223;
swelich ros ain ays hat, den durch prinn chreutzling
Albrant
1,10.
–
nû hât der sundin eiz / bevlochtin mîner sêle gadim, / daz des sûzin geistis
âdim / von mir lenkit sîne kumft NvJer
54
MWB 1 1573,24; Bearbeiter: Diehl
eiʒel
stN.
Dimin. zu eiʒ, ‘kleines Geschwür’
swie lützel ein mensche verwundet wirt, / swie kleine an im ein eizel swirt, /
doch blâsent die drüse dem smerzen zuo Renner
14334;
ein eizel eins nagels breit ebd.
11686
MWB 1 1573,35; Bearbeiter: Diehl
eizuht
stF.
auch aduht, aytzucht, eituch; zu weiteren Formen und Herkunft vgl.
2DWB 1,1323f., DRW 1,418f.
‘Wasserleitung, (überdeckter) Ab- oder Zuflussgraben, (unterirdischer) Abzugskanal
in der Straße’
de aizucht in foro UrkSchles
3,152
(a. 1290);
per aquaeductum, qui dicitur aeduche UrkFrankf
1,427
(a. 1304);
den mac sin nakebure zu dinge brengen [...] daz in
sin aizucht trenkit oder sin rinne StRFreiberg
31,29;
nymant sal haben ayzcuchte, die da vegen heymelikeyt an die straze odir in daz
wazzer der Breytsultze StRMühlh
131;
meatum aque, qui vulgariter eituch dicitur UrkBöhm
3,646
(a. 1330);
der stunt an der aytzucht des obirsten tyches an deme wege
des blechveldis Cranc
Jes 36,2.
Jes 7,3.
– bergm. ‘Erbstollen (Wasserabzugsstollen)’
quandam fodinam in monte Cezzen que dicitur Munichaituht, quibusdam ciuibus
Frisacensibus tradidit laborandam UrkSteierm
2,94
(a. 1202)
MWB 1 1573,40; Bearbeiter: Diehl
êkamere
F.
‘Hochzeitsgemach’
min chunig leite mich in sine êchamere. nu menden und wesen frô
mit ime JPhys
2,47
MWB 1 1573,59; Bearbeiter: Diehl
êkarl
stM.
‘Ehemann’
diu [Maria Magdalena] was nach der werlt ain edil
wip [...], da liez aver si den ir echarl unde wart ain
offeniu sundærinne Konr (Sch)
198,27
MWB 1 1573,62; Bearbeiter: Diehl
ekates
Subst.
‘Achat’ (vgl. Engelen, Edelsteine, S. 276f., 322 und
achates
):
von ekates man schribet, vil werdicheit si er an kreften mugende. / da zuͦ kan
er di vergifte melden JTit
568,2
MWB 1 1574,1; Bearbeiter: Diehl
êkint
stN.
‘eheliches Kind’
ein wîp mac gewinnen êkint, vrîiu kint, eigen kint unde
kebskint SSpAug
141,17;
gewinnet der man einen sun unêlîche, dâ mac der bâbest wol ein
êkint ûz machen und auch der keiser, ietweder nâch sînem rehte SpdtL
119,23.
117,8;
wâ sint nû die daz habent gesehen, / daz gemehelschaft sî
geschehen / und Jêsus ein êchint sî? KvHeimUrst
649;
den sô wol ist geschehen / daz si rehtiu êkint / von vater und von muoter sint
StrAmis
525;
HvNstGZ
5033
MWB 1 1574,5; Bearbeiter: Diehl
ekken
swV.
→
egen
MWB 1 1574,15;
êkone
swF.
‘Ehefrau’
vnd sol der selb svn [...] hern Vͦlreichs tohter
[...] nemen ze einer rehten êchonen UrkCorp
(WMU)
1274A,24;
diz ist die echone din / die nim in dine gewalt
Roth
4691;
iz was einem iegilichen urloͮblich, der sin échonne hete, bi ir ze ligen
PrHoff
110,20;
iedoch trug er [David] uͤbel
wucher, do er eines mannes êchonen beslief PrOberalt
140,23;
wand si dú reht echone was RvEWchr
7011
MWB 1 1574,16; Bearbeiter: Diehl
êkonvrouwe
swF.
‘Ehefrau’
der graui Siboti gab [...] sinr ekonvronu Hiltigarti
[...] die burc zu Herrantistaine UrkFalk
142
(nach 1185)
MWB 1 1574,25; Bearbeiter: Diehl
ekub
Subst.
‘kleines, primitives Zelt’ (aus afrz. aucube, vgl. Vorderstemann,
Fremdw., S. 80f.):
wol gehêret wart daz velt: / preymerûn und manc gezelt, /
ekube, treif unt tulant / man vil dâ ûf geslagen vant Wh
316,7.
197,11
MWB 1 1574,28; Bearbeiter: Diehl
ël
Adj.
‘fahlgelb, ockergelb’ (vgl. AWB 3,271):
elbidum: elwez VocBV926
3:625,35;
fulvum: rotaz elewaz brunaz SummHeinr
2:296,58
MWB 1 1574,33; Bearbeiter: Diehl
elas
Interj.
auch eylas (vgl. Suolahti 1,83).
Ausruf des Bedauerns (aus afrz. hélas):
waz han ich, herre got, getan / wider dich? sprach er, eylas!
/ daz du mich svs gevntrostet has Herb
10535;
owe, leider, elas! ebd.
11208.
10488
MWB 1 1574,36; Bearbeiter: Diehl
elbe
swM.
auch als Pl. zu →
alp
gedeutet (vgl. MF:Anm., S. 455).
‘dämonischer Elbe’
von den elben wirt entsehen [durch den Anblick
bezaubert] vil manic man MF:Mor
5: 1,1;
di sele irkennet sich ouch selben, / nu entrigen mich nicht
di elben, / di sele irkennet den engel wol, / der bi ir ist also her sol
Brun
7342;
ich wæn dich trieg der elbe Anteloye
298
MWB 1 1574,41; Bearbeiter: Diehl
elbisch
Adj.
‘dämonisch’
dich hât geriten der mar, / ein elbischez âs, / dû solt daz übele getwâs
[Gespenst] / mit dem kriuze vertrîben RvMunre
647;
nû sagâ mir, elbischez getwâs, / vil rehte dînen namen ebd.
1310.
1187.
1206.
–
‘von bösen Geistern bewirkt’
min minne ist gewisse, / als ich gesprochen han, / ein
elbisch vure vnde ein wan Herb
12836;
die vrowen raseten vor in da / in elbischer anschowe
[Betrachtung]
Pass I/II
97,15.
–
‘(durch Einwirkung von Dämonen) verwirrt, von Sinnen’
wænestu daz ich elbisch si? / mir wonent guote witze bi RittermdN
131;
si [die Arznei] ist gut fur di
uallende sucht, vnde ist gut den elbischen vnde den
uorchtlunigen [Blödsinnigen]
SalArz
104,3
MWB 1 1574,49; Bearbeiter: Diehl
elbiʒ
stM.
auch albiʒ.
‘Schwan’ (vgl.
swan
, v.a. erwähnt im Hinblick auf seine weißen Federn oder den sagenhaften
Schwanengesang vor dem erahnten Tod, vgl. LexMa 7,1611, TPMA 10,277-281, weiteres
Material Batereau, Tiere, S. 53f.):
de avibus [...] cignus a canendo, vel olor quod totus
plumis sit albus (suano vel) elbiz SummHeinr
1:161,681
u.ö.;
cignus haizt ain elbiz oder ain swan. daz ist ain weizer
vogel BdN
174,8;
der albez wîz alsam der snê, / geverwet sô daz blüende rîs
KvWSchwanr
300
u.ö.;
LBarl
11103;
wie wunderlichen tôt / der fênix und der elbiz nemen Renner
19741;
der vogel der uff dem ast sitzet, daz ist ain elbs. daz waiss von nature sin
tot vor; und so er hút sterben sol oder morn, so singet er aines tages der vor ains
froͤlichen sanges PrGeorg
265,20;
alsus klage ich mîn nôt / mit sange untz an den tôt, / alsam
der elbez tuot SM:Gl
1: 12,23.
– vereinzelt ‘Ibis’
ibis: elbiz UvLil
41re
MWB 1 1574,63;
ëlch
stM.
‘Elch’ (s.a.
elen
N.):
alx: genus bestie id est elaho SummHeinr
2:162,203;
alx vel falx: eleho VocBV926
3:443,16;
ibex ist ain tier, [...], und
sprechent etleich maister, ez sei der nâtûr und des geslähtes, des die hirz sint. dâ
von wæn ich, ez sei daz tier, daz ze däutsch älch haizt, wan daz ist grœzer dann ain
rêch und klainer dann ain hirz und hât gezinnteu hörner sam ain hirz. aber ez hât si
prait und ain hirz sinwel BdN
141,10.
– unter Betonung von Größe und Wildheit:
er tranc ûz grôzen kannen. / [...] / von ûren und von
elhen / wart solher slünde nie niht getân Weinschwelg
10;
dar nâch sluoc er schiere einen wisent und einen elch, /
starker ûre viere, und einen grimmen schelch NibB
937,1
MWB 1 1575,18; Bearbeiter: Diehl
eldergëlt
stN.
‘Erbzins’ (vgl. Anm.z.St.):
notandum, quod census hereditarius in Totelstete, qui vocatur eldergelt,
potest augmentari WeistErf
79
(a. 1332)
u.ö.
MWB 1 1575,33; Bearbeiter: Diehl
eldrize
Subst.
‘Elritze, Bitterfisch’ (Kleinfisch aus der Karpfenfamilie):
di hecht heiz in ezzen, [...], kleine vische di da
heizen eldrize; die andern verbut im alle RogerChir
89
MWB 1 1575,37; Bearbeiter: Diehl
electuarje
Subst.
→
latwârje
MWB 1 1575,41; |