elefant
stM.
→
hëlfant
MWB 1 1575,42;
elefantiasis
F.
auch elefancia.
Krankheit, die (durch Schwellung der Lymphdrüsen) die Vergrößerung eines
Körperteils bewirkt:
is ist einerhande miselsucht, di heiset elephantiasis
Macer
11,8;
daz auch die ander lepra / heizit elefancia PrHess
15,316
MWB 1 1575,43; Bearbeiter: Diehl
elefantisch
Adj.
→
hëlfantisch
MWB 1 1575,49;
êleich
stM.
‘eheliches Zusammenleben’
vor elichen eleich / get kein irdisch leben, / wen daz wart
uns gegeben / dort in dem paradise HeslApk
6602
MWB 1 1575,50; Bearbeiter: Diehl
elelende
stN.
→
ellende
MWB 1 1575,53;
element
stswN.
häufig lat. Formen.
‘Element, Grundbestandteil’ (vgl. LexMA 3,1800ff., v.a. im Zusammenhang mit der
Elementenlehre der Humoralpathologie [z.B. Macer
Prosavorr. oder MNat
1,1ff.], vgl. LexMA 5,211ff.):
di wisen [...], di iehent algemeine,
daz di werlt si von vier dingen, der an ir nicht vber wirt noch gebrichet, der
nimmer me noch nimmer wirt me noch nimmer wirt min. di vier dinc heizen elementa.
daz ist vuer, luft, wazzer vnde erde SalArz
1,5;
BdN
378,12;
diu vier elementâ / stuonden schînlichen dâ / in îr sundervarwe Er
7594;
ein igelich mensch der ist geschaffen ûz den vier elementis
Barth
127,25;
got in vier elementen / sich erscheinet Rumelant
1,267b;
do der sun dot waz, / betrubt worden schiere / die elementen
viere HvNstGZ
3110;
den ursprinc und den anefanc, / und swaz die vier element gebern Frl
4:4,3;
wâ element sich ruorent, / wâ swær wâ lîht wâ heiz wâ kalt
KLD:Kzl
2: 11,15;
und ist genant nach einem vogel, / des sin und des conplexen
schin / wol eines elementen sin Minneb
3374.
1832;
ouch jên des di lêrêre / daz iz ein lûter wazzer wêre / ûz
der sîten [Christi am Kreuz] gar entrent / sam daz gemeine
element, / nicht der vûchte vluzzic vluz / der dâ heizt flegmaticus
JvFrst
10722
MWB 1 1575,54; Bearbeiter: Diehl
elementisch
Adj.
‘durch die vier Elemente bestimmt’ (bezogen auf die sublunare Welt):
daz elementisch oder daz matergleich reich [
elementarem regionem
]
KvMSph
9,15;
daz elementisch reich hat vier stukke. daz klainst ist daz
ertreich, und daz ist reht als ain gemainer mittelpunct aller werlt. uͤmb daz
ertreich ist wazzer, uͤmb daz wazzer ist luft, uͤmb den luft ist feur ebd.
9,17
MWB 1 1576,16; Bearbeiter: Diehl
elen
N.
‘Elch’ (aus litauisch elnis, vgl. 2DWB 7,1223; s.a.
ëlch
und
elent
):
du tier zesamne kamen / und wolten einen kunig weln. / eln und ûren, wisent
und helfant Marner (W)
6:13,3
MWB 1 1576,24; Bearbeiter: Diehl
elen
stswF.
→
elne
MWB 1 1576,28;
elencliche
Adv.
→
alinclîche
MWB 1 1576,29;
elent
stN.
‘Waldesel’ (vgl.
elen
):
do sahe er in wilder art / durch den walt uf ir vart / loufen
ein teil ellende [
vidit … onagros transire
] , / die liefen harte snellende Vät
9051
MWB 1 1576,30; Bearbeiter: Diehl
eleotropia
Subst.
→
eliotrop
MWB 1 1576,34;
ê|lêrære
stM.
‘Rechtskundiger’
Esdras der schriftherre und elerer [
legis doctor
]
Cranc
Vorr. Kl. Proph. 303,8
MWB 1 1576,35; Bearbeiter: Diehl
elfantîn
Adj.
→
hëlfantîn
MWB 1 1576,38;
elfenbein
stN.
→
hëlfenbein
MWB 1 1576,39;
elfenbeinîn
Adj.
→
hëlfenbeinîn
MWB 1 1576,40;
elfentier
stN.
→
hëlfentier
MWB 1 1576,41;
elfte
Num.
→
einlift
MWB 1 1576,42;
êlich
Adj., Adv.
auch ege- ( TrudHL ), adv. auch
-lîchen.
1
‘den Geboten von Religion, Sitte und Recht gemäß; göttlicher oder natürlicher
Ordnung entsprechend; gesetzlich geregelt’
2 meist im Hinblick auf die rechtmäßige Verbindung von Mann und Frau ‘ehelich’
2.1 Adj. 2.1.1 allg. 2.1.2 typische Bezugswörter 2.2 Adv.
1
‘den Geboten von Religion, Sitte und Recht gemäß; göttlicher oder natürlicher
Ordnung entsprechend; gesetzlich geregelt’
âne êlîch dinc mac nieman sîn eigen hin gegeben, daz ez kraft
müge haben SpdtL
143,7.
165,16;
daz ich [...] sú [
zehen march guͦtes silbers
] bekeret han in minen elichen nutz UrkCorp (WMU)
2316,37;
ein elicher und ein rechter besiczer der selbigen gewer StatTrient
126;
alse nu bi dirre frist / elich und gewonlich ist
RvEWchr
11011;
HeslApk
4426;
ich [
Meßikeit
] gere keines dinges nicht, / das elich orden widerspricht
MügelnKranz
1660.
576.
–
~ nôt
‘gesetzlich anerkannte Notsituation, die eine Ausnahme vom sonst geltenden
Recht gestattet’ (vgl.
êhaft
):
der sal vffe sinen eith an deme neisten frithage kvmmen in den rath vnde
sal daz rvgen, ez enneime imme danne eliche noth UrkCorp (WMU)
903,18
2
meist im Hinblick auf die rechtmäßige Verbindung von Mann und Frau ‘ehelich’
2.1
Adj.
2.1.1
allg.:
die elichen lúte [...] mit
iren kinden Mechth
7: 1,24;
hât ein man ein wîp ze êlîchen dingen unde begibet er
sich in einen orden SpdtL
108,25;
UrkCorp (WMU)
1638,34;
HvFritzlHl
152,16;
von elichem bande vri Wernh
D 1658;
daz er sol elich leben han SHort
6000;
sîn muoter [...] / was von
êlicher sippe Ottok
32770.
– subst. Pl. ‘Eheleute’
[Maria] ist ein muͦter der wittewen, ein
frúndin der elichen und ein ere aller megden Mechth
4: 3,47.
– übertr.:
ime [dem Hl. Geist] wirt
dîn sêle gefuͦget ze êgelikir unde ze rehtir wineschefte
TrudHL
13,12
2.1.2
typische Bezugswörter:
–
~ gemechede
‘Ehepartner’
het jr kinde deheines da vor oder nah ein eilich gemæchit genomin
UrkCorp (WMU)
248A,11;
wir Schoffrid, grave zu Liningen vnde Iohanna, vnser elich
gemechede UrkOtterb
276
(a. 1307).
–
~ hîrat:
man schol auch nieman twingen, weder vrawen noch man, zv eelichir
heirat wider seinen willen UrkCorp (WMU)
1914,24;
daz schœnste und daz beste leben / daz got der
werlde hât gegeben, / daz ist êlicher hîrât KvHeimHinv
995;
Spec
98,23.
–
~ wîp, vrouwe, wirtinne u.ä.:
ich hân dâ heime ein êlîch wîp, / die minnich als
mîn selbes lîp Tr
8189;
horet, waz einem manne geschach, / an dem sin
elich wip zebrach / beide ir triwe und ir reht! StrKD
58,(A) 2;
HvNstAp
637;
des margrauen Hermannes saͤligen elichû wirtin UrkCorp
(WMU)
2045,8;
Eligenta, sin eliche frowe ebd.
N105,32;
er hête si genomen / zuͦ einer êlîchen chonen Exod
204;
daz ir [...] mich geruochent minnen / als
eine êlichen vrouwen KvWTroj
8337;
wie sere hastu verkebset din elich kúneginne!
Mechth
3: 9,63.
–
~ man, trût, wirt:
swel vrouwe irn elichen wirt erben wil, so er irstirbet
UrkCorp (WMU)
1671,45;
das si sich ir eliches mannes abe tet ze
vnchusche Konr
12,23;
is daz ein vrowi enin elichchin man heit
Mühlh
177,28;
er muoz sîn ein wol berâten êlich man, / der hûs
sol hân SM:Had
7: 1,1;
ich bin ein unedel brut, iedoch bistu min elich
trut; des wil ich iemer froͤwen mich Mechth
5: 17,7.
–
~ kint, sun u.ä.:
ein ieglîch êlîch kint behaltet sînes vater reht
SpdtL
90,4;
StatDtOrd
93,25;
wie Pârîs, der jungelinc, / sîn êlich sun geheizen müge
KvWTroj
5093;
minen lieben muͦman, Katherinen vnd Elizabeten den Stukinan,
Cuͦnrates Stukkins saͤligen, [...], elichen
tohtran UrkKlWald
476
(a. 1350)
2.2
Adv.:
daz ich [...] han gelobt vnd gesworn, min swester
[...] ze geben elichen Chuͦnraden UrkCorp
(WMU)
1024,34;
ob ein witib oder ein tochter chönleich und eleich wirt gegewen einem
fleischakcher UrkStVerf
362
(14. Jh.);
div barmherze unser trûtfrowen bescirmet die drî
ordenunge, die êlichen wol lebent vnde die uerwitewet kûslichen lebent vnde die
ir magetoͮm behaltent Spec
98,34;
Lucid
124,13;
ir meinet ez alsô, daz ich / niht êlîche sî geborn / und
süle dâ mit hân verlorn / mîn lêhen und mîn lêhenreht Tr
5409;
SpdtL
139,3;
StRBern
1:18,12;
wie der ellenthafte degen / elichen was gelegen / bi der
lieben tohter sin RvEWh
14310;
das si den hoh gelobten man / elichen haben solte ebd.
15027;
Willehalm [...], ein junger künic von Engellant,
/ [...] / dem antwurte êlîche / des landes künic die
tohter sîn, / die hôchgemuoten künigîn RvEGer
1746;
ist er êlîche gehît Iw
2809.
–
~ zesamen/ ze einander komen; nëmen u.ä. ‘heiraten’
man unde wîp diu êlîch unde rehte zesamen komen sint
SpdtL
84,7.
84,8;
ist, daz en man vnd ain vrowa elich ze en anderen koment
UrkCorp (WMU)
2597,14;
swenn zwai gemaecheit eleich gesaement werdent StRMünch
346,15;
der vil rîterlîche degen / wolte si êlîehen nemen /
âne valsche minne / durch erben gedingen Wernh
1550;
welt ir Gotelinde / êlîchen nemen, sô sprechet jâ Helmbr
1513
MWB 1 1576,43; Bearbeiter: Diehl
êlîcheit
stF.
‘auf den Geboten von Religion, Sitte und Recht beruhende Verpflichtung; göttlicher
und natürlicher Ordnung entsprechende Lebensführung’
mit truwen halt dine elicheit, / geloube, laz unrecht gewin,
/ nicht roube, ensla, noch stil, noch brin / und vare zu gnaden ane wan
HeslApk
5326;
sie sint vor gote irkorn, / ob sie wol tuen ir elicheit / mit
anderer irre guten arbeit ebd.
4757
u.ö.
–
‘Ehestand’
ez sint drier hande luͦte die behaldin sin. daz eine ist recht elicheit, daz
andere witwetum, daz driette magetum PrLpz
319,6;
Zæwisch [von Rosenberg] algeriht /
dem kunic von Bêheim seit / umb sîn êlicheit Ottok
20349;
hierher? (vgl. Klein, Hesler u. Athis, S. 114):
daz ist uns noch ein bilde / und ein gezuc der elicheit
Athis
C* 37
MWB 1 1578,10; Bearbeiter: Diehl
êlîchen
swV.
‘heiraten’
dô hin heim kam / der kunic Albreht, / sînem sun er
gereht [richtete] , / swaz er haben solde, / sô er
êlichen wolde, / [...] / allez, daz er solde haben, / was
bereit ze sîner hôchzît Ottok
75198.
–
‘jmdn. (Kinder) durch Heirat legitimieren’
sullen di vodern [vorehelichen] chint daz erbtail
nemen mit den lesten [in der Ehe geborenen] ?
[...] jâ, wan deu ê sôgetân chraft hât, dâ si geêligt
sint mit der ê RbRupr
178;
lude, dye do offenlichen sint unelich, sy ensin dan geelichet bit rechte
StRWorms
38
MWB 1 1578,26; Bearbeiter: Diehl
elider
stM.
auch enidros.
ein Edelstein (vgl. Engelen, Edelsteine, S. 25 u.ö.):
von dem elider. elidros oder enidros ist ain stain, der
geleicht ainer cristallen und tropft ân underlâz fäuht tropfen sam ob er switz, und
die tropfen sint den fibrigen läuten guot BdN
446,24;
[der agestein
] ist auch den hinvallenden guot, [...]. und
alsô ist auch der elider in geleicher weis ebd.
447,20;
enîdrus Parz
791,18;
enidorium diezen sicht man zu allen stunden / und wazzer dar uz vliezen, und
wirt an siner groͤz nicht minner funden JTit
41,1
MWB 1 1578,37; Bearbeiter: Diehl
elin
stswF.
→
elne
MWB 1 1578,48;
ëlintesel
stM.
→
ëlnte
MWB 1 1578,49;
eliotrop
Subst.
überw. lat. Formen, auch elitrop.
‘Heliotrop’, ein Edelstein mit verschiedenen Wirkungen (vgl. Engelen,
Edelsteine, S. 25f. u.ö.):
ein stein heizt elitrôpîe. / [...] /
der man hât guot und êre, / der den stein bî im hât, / daz bluot ouch dâ von verstât
Volmar
445;
elitropia [...] / den sumer git er kuͤle, swie daz
wazzer im winter von im wellet JTit
334,1;
elitropius haizt sunnenwendel. ist daz man den in ain vaz
mit wazzer tuot, sô macht er die sunnen pluotvar [...] der
stain ist grüen sam ain smaragt und ist besprengt mit pluotvarben tröpfleinn
BdN
445,26;
eljotrôpîâ Parz
791,7;
eleotropia HvNstAp
18155
MWB 1 1578,50; Bearbeiter: Diehl |