g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
goltvinger
stM.
‘Ringfinger’ (vgl. auch
golttrage
):
der næhste vinger bî dem dûmen [...] der mittel
vinger [...] der goltvinger [...]
der aller minneste vinger PrBerth
2:193,38;
anularis vel medicinalis [...]: goltvinger
SummHeinr
1:130,198.
2:6,89
MWB 2 856,1; Bearbeiter: Hansen
goltwëbære
stM.
Handwerker, der golddurchwirkte Stoffe herstellt (vgl. Nölle-Hornkamp,
Handwerkerbez., S. 358):
Arnolt der goltweber UrkCorp (WMU)
N344,16
MWB 2 856,6; Bearbeiter: Hansen
goltweppe
stN.
ein golddurchwirktes Kleidungsstück:
ciclas [...]est uestis filis aureis contexta.
wlgariter goltweppe GlZfdW
5,5
(BStK324e)
MWB 2 856,10; Bearbeiter: Hansen
goltwërc
stN.
1
‘Goldarbeit, goldenes Schmuckstück’ (hier bildl. im Vergleich) 2
‘Goldbergwerk’
1
‘Goldarbeit, goldenes Schmuckstück’ (hier bildl. im Vergleich):
obe er [der Berg] durchslagen goltwerg / von grunde
in rehter swere / biz an die hohe were Elis
1310
2
‘Goldbergwerk’
das vnse erbherre der herczoge von alder zcu rechte aller goltwerke, di vmmen
Goltberge sin gewest [...] oberste liher gewest sy
DWB
4,1,5,866
(LiegnitzUB; a. 1342)
MWB 2 856,13; Bearbeiter: Hansen
goltwine
stM.
durch Gold erworbener Freund, hier ‘Vasall’
do hugeter auer widere [dachte er daran,
zurückzukehren] / mit sinen golt wín; / uil willic waren
si im, / want er milticlichen gab / die wile er der marche phlác
Rol
4675
MWB 2 856,21; Bearbeiter: Hansen
goltwolle
swF.
ein Meereslebewesen, wohl die Seemaus (Aphrodita aculeata):
von der goltwollen. aureum vellus haizt goltwol. die zeuht
und speist daz mer [...] und daz gestat pei dem mer gepirt
die wollen, nâch dem gold etswie vil gepildet, und dar umb haizt si auch goltwoll
BdN
245,21
MWB 2 856,26; Bearbeiter: Hansen
goltwurm
stM.
die Spanische Fliege, ein Käfer:
cantarides haizent paumwürm [...].
die würm sint grüen, aber wenn diu sunn scheint, sô sint si goltvar, und dar umb
haizt man si auch goltwürm BdN
300,1
MWB 2 856,32; Bearbeiter: Hansen
goltwurz
stF.
auch golde-.
als Gl. für verschiedene Pflanzenbezeichnungen (vgl. Marzell, 1,923ff.; Etymol.Wb.
d. Ahd. 3,525f.):
coconidium: goltwrz Gl
3:49,38
(BStK694);
celidonium: goltwrz ebd.
3:388,8
(BStK726);
affodillus: goldewrz ebd.
3:525,23
(BStK455)
MWB 2 856,37; Bearbeiter: Hansen
goltzein
stM.
‘goldener Stab’ (vgl.
zein
):
in allen er [der Engel] erschain, /
lieht als ein goltzain Wernh
A 2030.
– Leiste (?) am Gewand (vgl. auch goltphedel):
niderthalp [auf dem Gewand] lag ein goltzæin. / vil
schöne augenwæide der bot. / da was in daz golt rot / ein chrisolitus gestalt
Serv
562
MWB 2 856,43; Bearbeiter: Hansen
gome, gume
swM.
‘Mann’
unz daz die tiurlîche gomen / ir müede heten überkomen
UvZLanz
6613
u.ö.;
zwelf gummin dinotin imo du LobSal
162;
do der gotes goume / lac ruͦwen in deme troume
Albert
626;
ich doͧ dich richen gum; / ich gebe dy weder din herczogthuͦm
KarlElegast
1738;
der vil alte gom LBarl
15708;
Roth
753;
Eilh (L)
4658.
– allg. ‘Mensch’
dô dis beide gotes gomen [Maria und Joseph] /
Bethleem wân nâhe komen, / der heilec engel in zwein / mit grôzer schoenheit
erschein WvRh
3260
MWB 2 856,50; Bearbeiter: Helmich
gomman
stM.
→
gotgomman
MWB 2 856,61;
gomor
stN.
ein Hohlmaß (Gomer/ Homer):
svannez [
manna
] iuden
âzen / daz taten si mit maze / iegelicher zeines tages frist / namen ein gomor soz
gescriben ist / so hiz der selbe mezze VMos
79,4;
ein gomor. / das was ein mez do hie bevor
RvEWchr
11208
MWB 2 856,62; Bearbeiter: Helmich
gon
stSubst.
ein Gefäß:
weler smit deheim rosse lât [zur Ader] , der soll
das bluot enpfahen in ein kübel oder in ein gon SchweizId
2,330
(LStadtb.; a. 1300).
– Lit.: Besse, Gefäß- u. Hohlmaßbez., S. 362-366.
MWB 2 857,4; Bearbeiter: Helmich
gopse
F.
‘hohle Hand’
mensuranda cum mensura manuali que vulgariter gobsen dicitur DRW
4,253
(MGladbachUB.; a. 1311).
– mit Metathese:
mit ir goufen [La.
gouspen
] truoc si dar / des wazzers unde gôz im in
Wig
5454
MWB 2 857,9; Bearbeiter: Helmich
gor
stN.
‘Kot, Mist, Dung’
fimum: gor Gl
4:143,14
(BStK391).
3:677,6
(BStK287)
MWB 2 857,14; Bearbeiter: Richter
goras
Subst.
eine Fischart, ‘Karausche’
vorhen, goras und äschen, / roten visch und lachsen
HvNstAp
18047
MWB 2 857,16; Bearbeiter: Richter
gordiân
stM.
→
gardiân
MWB 2 857,19;
gorge
swM.
‘Gurgel, Schlund’
über einen ronen brach er daz sper: / daz vorder stucke daz
stach er / dem trachen zuo dem gorgen în Tr
9209.
2984.
–
‘Schlucker’
vnde sturbent vor den sorgen. / owe, armen gorgen
Herb
10082
MWB 2 857,20; Bearbeiter: Richter
gorz
Subst.
ein Hohlmaß (vgl. DWB 4,1,5,970, vermutlich entlehnt aus slaw. korec,
s. F. v. Krones, Verfassung u. Verwaltung der Mark u. des Herzogthums Steier,
1897, S. 360):
sex modios braze, 1 modium tritici, 3 gorzas siliginis et 3 gorzas hophen ad
pastum porci UrkFreising
547
(a. 1160);
24 gorc tritici totidemque humbuli UrkSteierm
1,408
(a. 1160);
frumenti 8 goͤrz UrbNOÖst
209;
einen halbn gortz magen [Mohn] , ein drittail eins
lamps, zwo gortzes chorns ebd.
306
u.ö.;
UrkEnns
1,617
(13. Jh.);
UrbSteierm
12.
–
per ebdomadam mensuram vnam tritici, que dicitur gorl [wohl
verschrieben für gorz
]
UrkEnns
3,107
(a. 1241)
MWB 2 857,25; Bearbeiter: Richter
gos (?)
Subst.
→
gôʒ
stMN.
MWB 2 857,39;
got
stM.
Pl. gote, götte, götter.
‘Gott’
1 der Gott der jüdisch-christlichen Tradition (s.a.
hêrre
,
truhtîn
,
vrô
swM.) 1.1 allg. 1.2 in trinitarischer Sicht 1.2.1 auf die erste Person der Trinität bezogen (Gottvater) 1.2.2 auf die zweite Person der Trinität bezogen (Christus, s.a.
gotmensche
) 1.2.3 in Verbindung mit geist auf die dritte Person der Trinität bezogen (heiliger Geist) 1.3 in Bezeichnungen für Maria 1.4 in Verbindung mit lîcham oder brôt
‘Hostie’ (s.a.
gotlîcham
) 1.5 in Verbindungen und Fügungen, die Gottes Eigenschaften und das Verhältnis
zwischen Mensch und Gott charakterisieren 1.5.1 Gott als Allmächtiger, Herrscher und Gebieter 1.5.2 Gott als strenger Richter oder zorniger Rächer 1.5.3 Gottes Gnade, Barmherzigkeit 1.5.4 Gott als Beschützer, Erhalter, Helfer und Erlöser 1.5.5 in Verbindung mit Vorstellungen von Gottes Körperlichkeit oft pars pro toto 1.5.6 Dienst an Gott 1.5.7 liebende, innige Hinwendung zu Gott 1.6 phras. (ausführliche Darstellung s. Friedrich, PhrasWB, S. 172-179 und TPMA
5,135-209) 1.6.1 in Begrüßungen (s.a.
gotewillekomen
) 1.6.2 bekräftigend, emphatisch 1.6.2.1
bî
1.6.2.2
durch
1.6.2.3
in gotes namen 1.6.2.4
sam/ sô mir/ dir/ iu
( helfe ) 1.6.2.5 als Interj. 1.6.2.6 s.a.
gotelop
;
gotsene
;
gotweiʒ
,
weiʒgot
1.6.3
gesach jmdn.
‘jmd. ist von Gott gesegnet’ (vgl. ergaz im got
ergëʒʒen
2
) 1.6.4
gebietet über jmdn. ‘beruft jmdn. aus dem Leben ab’
gebieten
2
1.6.5 sprichwörtl. Wendungen 1.6.5.1 wem Gott hilft, dem kann niemand schaden 1.6.5.2 Gott verlässt den/ die Seinen nicht 1.6.5.3 Gott fürchten (dienen) ist aller Weisheit Anfang 1.6.5.4 Gottes Wille geschieht 2 in Beschreibungen der Göttlichkeit des Menschen 3 nicht-christlicher, heidnischer Gott (vgl. abgot )
1
der Gott der jüdisch-christlichen Tradition (s.a.
hêrre
,
truhtîn
,
vrô
swM.)
– Lit. zur christl. Gottesvorstellung im MA: A. Angenendt, Geschichte der
Religiosität im Mittelalter, Darmstadt 2009, S. 89-147; H.-W. Goetz, Gott und die
Welt, Berlin 2011.
1.1
allg.:
got voni himili ÄJud
219;
got, der du minni ist SuTheol
195;
ich mac der kristenheite gote / alêrste nu grôzes wunders
jehen Wh
107,18;
diu vorhte des oberisten gotes / daz ist diu gebe zaller
vordirest Vateruns
25.
– anrufend:
ware got, ih lobin dih SEzzo
17;
ey got daz dûs verhanctes! Wh
419,5.
49,16;
ach, got, hæt ich für sterben / mit einem rôtem munde
doch gedinget SM:Tu
2: 1,6;
ach got, des hilf, das sie ir güte kere / zu mir
Mügeln
333,12;
TannhBu
53.
– gegenbildlich für den Antichrist:
so kumt der unselden
barn [Antichrist] , / der also strenget sin
gebot / daz her sich selben nennet got, / und der also wanewitzet / daz her
in gotes tempel sitzet HeslApk
18868
1.2
in trinitarischer Sicht:
die drie sint allentsamen / ein war got under den drin
namen / got vater, got sun und got geist HeslApk
11177
u.ö.;
dar umbe sprechent die meister, daz got, der himelsche
vater, ist des sunes vater und niht herre, noch des heiligen geistes herre. aber
got-vater-sun-und-heiliger-geist ist ein herre und ein herre der crêatûren
Eckh
5: 37,1.
5: 41,21;
Parz
817,16;
HvNstGZ
6875
1.2.1
auf die erste Person der Trinität bezogen (Gottvater):
got uater unser, du bist in den himelen, geheilegot
werde din name Spec
156,13;
herro got uater min / daz sol imer din lop sin
VMos
67,9;
got der vater niht in im enwürket diu werk
Eckh
5: 19,6;
sun gotis, barn der magidi. / er nam von uns di
doticheit SuTheol
122
1.2.2
auf die zweite Person der Trinität bezogen (Christus, s.a.
gotmensche
):
dô sprach der rîter grâ gevar / meint ir got den diu
magt gebar? Parz
448,2;
nu wil ich bitten den got, / der von den juden wart
gemarterot Wahrh
1;
VatGeb
64;
VEzzo
233.
–
gottes geburt
‘Christi Geburt’ (auch in Datierungen):
diu hilig schrift diu nach gotes geburt
geschriben ist, diu hiligen ewangelia, apostolus und ander hilig schrift
PrOberalt
87,19;
dis geschach [...], do von vnsers heren
gottes geburt waren zwelfhundert vnd nv́nzig iar UrkCorp
(WMU)
2389,32
u.ö.
1.2.3
in Verbindung mit geist auf die dritte Person der Trinität
bezogen (heiliger Geist):
got geist der von in beiden [Gottvater und
Christus] schein, / daz wort in
ir [Maria] entprante, / daz got vater ir dar
sante HeslApk
636;
dâ ist ûzvluz und ursprunc des heiligen geistes, von
dem aleine, alsam er gotes geist und geist got selber ist
Eckh
5: 41,12;
der geist, der gotes und got ist ebd.
5: 43,4;
ouch vliuzet von uns got-der-heilige-geist ebd.
5: 42,4;
RvEBarl
2916
1.3
in Bezeichnungen für Maria:
gotis brut, du seli adilvrowi SuTheol
275;
si was aller magede herist von diu
[...], / daz si gotes maget ware
AvaLJ
2,3;
da gent si nach deme lambe. gotes muͦter ist ein mait VMos
60,11;
ave, [...], / gotes muter Maria. /
frou dich, gotes porta, / diu verslozzen gebære MarseqS
4;
dat ich dich, vrow, gods thron mach nennen, / wand de
overst godesthron bis du, / selich muͦder ’s selgen Jhesu!
MarlbRh
62,17
1.4
in Verbindung mit lîcham oder brôt
‘Hostie’ (s.a.
gotlîcham
):
dez selbin tages, so wir gotis lichamen nemen
Lucid
114,12;
VatGeb
49;
dich wundert, wie das brot wirt gotes lichnam
[...], / ab es got selber si ader ein zeichen? /
ein zirkel ist ein zeichen und bedütet win. / wie gotes brot im zirkel, nicht
ein zeichen sin / sal unde mag Mügeln
15,5
1.5
in Verbindungen und Fügungen, die Gottes Eigenschaften und das Verhältnis
zwischen Mensch und Gott charakterisieren
1.5.1
Gott als Allmächtiger, Herrscher und Gebieter:
ich geben mich an des almehtien godes gewalt
SüklU
9;
[Eva] brach gotes gebot / und verlôs sich selben
unde got Tr
17945;
nu hilf mir, alwaltintir got ÄJud
195;
dem geweltigen gote VEzzo
140;
herre got der gvte ReinFu
K,1296;
ich pin niht got, / ich leiste ab gerne sîn gebot
Parz
122,29.
414,15
1.5.2
Gott als strenger Richter oder zorniger Rächer:
unz an die zît / daz gotes gerihte râche gît / nâch
sînen werken über in Wig
9940;
si [die Sünder in der
Hölle] pineget eyn vuer heyz / nach gotes rechte
Hiob
9884;
hie ist geschen / gotes rache ReinFu
K,975;
daz wir des almæchtigen gotes zorn und sines gerihtes
uͤberich werden PrOberalt
66,9;
gottes urtêl SSp
197,19;
StatDtOrd
36,26;
AvaJo
30,6;
Mühlh
106,7
1.5.3
Gottes Gnade, Barmherzigkeit:
von gottes barmherzekeit und von siner bekorunge und
gerehtekeit Mechth
3: 22,1;
gots gerechtikeit was im wol kundic, / gots irbarmde
was im unirvundic HeslApk
17582;
mâze machet gottes gunst, / so hât unmâze der helle
brunst / gemêret SM:JvR
1: 7,11;
der engili minni undi gotis huldi / virluri wir durch
disi sculdi SuTheol
117;
dar ane ist gotes gnaden ouch worden scin
Himmelr
4,20;
Gen
2779;
Parz
186,26
1.5.4
Gott als Beschützer, Erhalter, Helfer und Erlöser:
der almæchtig got der haist von recht
‘herre’, wan er ist schepphær und beschirmær aller geschepfte
PrOberalt
158,33.
160,9;
Iw
1172;
SpdtL
81,7;
vil lieber vriunt, swer sô dû sîs, / got müeze dich
gehalten! Tr
2683;
gott halte dich, konig Artus Lanc
47,14;
Wig
11529;
Mechth
5: 35,45;
min geist is gevröwet sere / in minem god, mim
heilere! MarlbRh
74,32;
Rol
3482;
nu hilf mir, got der guote, / uz der starchen note
Hochz
1032;
SM:We
1a: 1,6;
Parz
121,2;
got bewar nv mich ReinFu
K,1832;
Tr
12620;
mit sinem vil heren bluote / lost uns got der riche /
alle geliche Hochz
875.
995;
got der hat dich erlost Herb
6019;
Tannh
13,36;
ÄJud
139
1.5.5
in Verbindung mit Vorstellungen von Gottes Körperlichkeit oft pars pro
toto:
sone wizzen wir armen toren / niht, daz uns gotes
oren / so nahen an unserm munde stent, / daz diu wort elliu drin gent
StrKD
120,64;
daz hvn were / heilic vor gotes gesichte
ReinFu
K,1497;
da ich schuldig an bin vor gottes oͮgen
Mechth
7: 38,4
u.ö.
1.5.6
Dienst an Gott:
da dient er dem almehtigen got vnd vnser frowen mit
sinem ambet vil fleizecliͤchen mit vasten, mit wachen, mit sinem
reinem gebet und mit anderen heiligen werchen Konr
7,10
u.ö.;
gott zu dienen das ist die gröst zuversicht zu freuden
Lanc
19,4;
Hochz
412;
SM:Pf
1: 2,5;
Eckh
5: 189,4;
êhafte nôt [...] : daz ist
vancnüsse, oder ob er in des rîches dienst ist oder in gotes dienst ûzerhalp
landes, oder siechtuom SpdtL
109,23;
Mechth
5: 23,27.
– in Verbindungen, die den Gottesdienst bezeichnen (s.a.
gotesdienest
):
sante Barlââme was / worden baz, unz er gelas /
und gar gesanc die messe hie / und gotes ambet gar begie
RvEBarl
15572;
LobSal
134;
Konr
3 W1,206;
die brûdere phaffen unde leigen sulen gemeinlîche
kumen tages unde nahtes zu gotes dieneste unde zu ir gezîten
StatDtOrd
34,28;
swie vil man gote gediente oder iemen dâ gesanc,
/ des dûhte Prünhilde diu wîle gar ze lanc NibB
844,1;
KlageB
3393;
Kudr
1671,4
1.5.7
liebende, innige Hinwendung zu Gott:
des bekennen ich mich gode hie SüklU
54;
Eckh
5: 117,3
u.ö.;
SuTheol
192;
HeslApk
259;
gedenkt an got ze aller zit TannhHofz
24;
Wig
5388;
StatDtOrd
26,13;
dir enbiutet der keiser uon Rome, /
[...], / daz du dich touphest, / an einen waren
got geloubest Rol
2029;
Hochz
87;
Parz
817,13;
Wh
100,29;
ob man hât grôze hoffenunge und zuoversiht ze gote
Eckh
5: 238,9;
ich hoff auch zu got Lanc
250,21
u.ö.;
des scul wir gote wol getruwen Rol
198;
Eckh
5: 20,19;
SM:JvR
1: 2,11;
SuTheol
266;
wir schulen got furhten unde minnen – / so
mugen wir sin hulde gewinnen Hochz
576;
der scol in der waren gotes minne / ain pater noster
singe Rol
9087;
do wurden die anderen engel so ueste in der gottes
minne, daz sie niemer mothen gewenken von dem gotes lobe
Lucid
6,17;
Mechth
2: 22,8;
PrBerthKl
5,70;
SpdtL
80,10.
– spez. (An-)Beten, Bitten u.ä.:
daz aneruofen und gebet enwil got niht morgen
erhœren, wan er hât ez erhœret in sîner êwicheit
Eckh
5: 415,8;
Mechth
7: 3,37;
JPhys
6,8;
dar umbe bit ich got ze helfe SpdtL
80,5;
Iw
5351;
Wig
3500;
got hat si wol gewert / des si an in gerten
Rol
228;
wil got geben, des ich beger, dar ane sô hân ich
ez und bin in wunne Eckh
5: 23,5;
Vateruns
135;
Konr
10,156;
MF:Mor
7: 6,3
1.6
phras. (ausführliche Darstellung s. Friedrich, PhrasWB, S. 172-179 und TPMA
5,135-209)
1.6.1
in Begrüßungen (s.a.
gotewillekomen
):
got grvͤz vch, gevater min ReinFu
K,178;
got grüeze dich, muome Renner
1569;
Mechth
1: 1,2.
–
sint, frouwe, gote willekomen!
KvWWelt
113;
KvWHvK
724;
vrowe mîn, / du solt willekomen sîn / dem rîchen
got unde mir UvZLanz
1087;
sitt mir und got wilkuͦmen, edeler
ritter! Lanc
560,34.
48,28;
Tr
5188;
Parz
305,27
1.6.2
bekräftigend, emphatisch
1.6.2.1
bî
~ :
das will ich dir pey got jehen
HvNstAp
4227;
wærlîche, wærlîche, bî gote, bî gote, und sît des als gewis, als
daz got lebet Eckh
3:364,2;
1.6.2.2
durch
~ :
hêr, durch got, die rede lât Parz
368,2.
556,15;
‘dû redest sam ez sî dîn spot.’ / ‘wê, nein ez,
durch got.’ Er
7513;
lât stân! durch got, waz gât ir an?
Tr
2794;
SM:Te
10: 3,7
1.6.2.3
in gotes namen:
ich hup mich uz [zog
los] in gotes namen Rol
1074.
8158;
sîn schiffelîn daz stiez er an / und vuor in
gotes namen dan Tr
6786.
2370;
Konr
3 W1,50;
Eckh
5: 306,6
1.6.2.4
sam/ sô mir/ dir/ iu
~ (helfe):
sam mir got der guote Tr
10076;
ir sit hubisch, so mir got Herb
8207;
Lanc
168,22
u.ö.;
sô helf mir got, des vreut ich mich
Iw
6163.
–
ir aller nîden unde ir haz / nu sô dir got,
waz schadet dir daz? Tr
8394.
2231;
so dir got der gute! Herb
9632;
sô helf iu got, wie varnt ir sô?
UvZLanz
486.
4292;
Wig
4805
1.6.2.5
als Interj.:
sie sprach: got, du [Salmans Frau] bist
mir zu swere SalMor
589,5;
ach got, das ir nicht leret / der romer tat, ir
richen Mügeln
325,13
1.6.2.6
s.a.
gotelop
;
gotsene
;
gotweiʒ
,
weiʒgot
1.6.3
gesach jmdn. ~
‘jmd. ist von Gott gesegnet’ (vgl. ergaz im got
→
ergëʒʒen
2
):
jâ süezer got, wie liep ein lîp! / gesach in got, der
ir vil reinen lîbes hât gewalt! KLD:GvN
8: 3,4;
eya, wel geselschaft, wel vroͤlich lant!
gesach in got, daz er ie geborn wart, der iemer hie wonen sol!
Seuse
244,5
u.ö.;
gesach mich got SpJesu
395;
gesach dich got, daz dich dîn muoter ie getruoc! PrBerth
1:337,8;
TrudHL
140,33
u.ö.;
VMos
61,12
1.6.4
~
gebietet über jmdn. ‘beruft jmdn. aus dem Leben ab’
→
gebieten
2
1.6.5
sprichwörtl. Wendungen
1.6.5.1
wem Gott hilft, dem kann niemand schaden:
nu ergienc daz sprichwort, als ich las: / swem
got wol, dem nieman übel HvFreibTr
3193;
ach herr, wie ist daz wort so war, daz man von
dir seit: dem got wol, dem nieman úbel! Seuse
130,4.
–
daz habet ir wol gehœret, vil dicke ist daz gesagt: /
swem got sîn leben wil fristen, niht leides dem geschiht
WolfdA
87,3
1.6.5.2
Gott verlässt den/ die Seinen nicht:
jâ verliez got den sînen nie HartmKlage
808;
er hêt vor ougen ie / got, der die sînen nie
verlie Wig
1621;
iedoch sô hôrte ich sagen ie / daz got die sînen nie verlie
Gauriel
4382.34;
got die sinen nie verlie / swa sie warn
benoͤtet Rennew
5860.
6516;
Mai
205,31;
HvNstAp
1444;
Reinfr
50.
18974.
–
got gelie die sinen nie, / daz wizzt
sicherlichen WhvÖst
17268;
got [...], / der die
sîne niemer uerlat Wernh
D 3346;
NvJer
15295
1.6.5.3
Gott fürchten (dienen) ist aller Weisheit Anfang:
anegenge des wihstuomes diu vorhte des herren
[interl. zu initium sapientiae timor
domini
]
PsWindb
110,10;
daz urhap aller wîsheit / ist diu grôze vorhte
gotes RvEBarl
14815;
die vorchte des almaͤchtigen gotes, diu ist
ein angenge des wistumes PrOberalt
4,37;
PrLeys
19,31;
PrLpz
74,40.
388,9;
HlReg
76,16;
ein anevang (ân allen spot) / der wîsheit, das ist vürhten got
Ammenh
16418;
‘aller wîsheit anevanc / ist gotes vorhte sunder wank’
/ sprach der wîse Salomôn Helbl
7,2;
Erlös
6801;
Martina
44,105;
Hiob
658.
–
gote dienen âne wanc / deist aller wîsheit anevanc
Freid
1,5;
Renner
17613;
der rehte wîstuom ist / got dienen zaller vrist WälGa
11796
1.6.5.4
Gottes Wille geschieht:
swaz got wil, daz mvͦz geschehen!
TürlArabel
*A 150,10;
RvEGer
4141;
Dulcifl (N)
939;
Waldbruder
89;
swaz got wil, daz sî getân RvEBarl
8905;
gotes wille muͦze irgan!
Vät
4511;
RvEGer
4129;
gotes wille ie geschach / und sal an uns vil gar geschehn
LivlChr
10306;
Kröllwitz
2153.
2650
2
in Beschreibungen der Göttlichkeit des Menschen:
dis enmag man nit anders betúten won daz wir goͤtte werdent mit
gotte und werdent im glich an der gothait PrGeorg
321,15;
also sprichit únsir herre: ‘ego dixi dii estis [Ps
81,6; Io 10,34] .’ ‘ich spriche, daz ir gotte
sint.’ PrGeorg (Sch)
2,16;
in der liebe bin ich me got, dann ich in mir selber bin. der prophet spricht:
‘ich hab gesprochen, ir sind gött und kinder des aller höchsten’. daz
hellt wunderlich, daz der mensch also mag got werden in der liebe; doch so ist es in
der ewigen warheit war Eckh
1:80,2
3
nicht-christlicher, heidnischer Gott (vgl. abgot):
swenne aver sî [die Israeliten] von im gechêrten /
unde einen andern got êrten, / sô wurden sî gevangen unde erslagen JJud
618;
si brâhten opfers vil ir goten Parz
45,1;
nu merkend hie das erst gebott! / das ist: du hab kain fraͤmden gott!
KvHelmsd
626.
1945;
von des gewalt und sim gebot / únser goͤtt und
goͤttinnen / sint alle geflochen hinnen WernhMl
4181.
4119;
alle úwer goͤtter sint dúfel, alleine ist ein got der
den himmel het geschaffet ElsLA
293,24
u.ö.;
BdN
377,22;
welhen got an betestu? Konr
13,66.
– mit Namensnennung:
Mars des wîges got En
5626;
mîn kreftec got Jupiter / dirre sælden was mîn wer. / gote unt gotinne, /
iwer kraft ich immer minne Parz
748,21;
noh wart der valschen goͤte me, / die dú
scrift úns nennet sus: / Mars und Saturnus, / Jupiter unde Archas
RvEWchr
3209;
ein got in Kreten saß, / Saturnus, wisse sunder haß, / der aller göter
vater was Mügeln
242,1;
KvHelmsd
2021;
MNat
16,13;
sînem liebisten got Mahmeten / und andern goten sînen, /
den liez er dicke erschînen / mit opfer mange êre Wh
9,8
u.ö.;
Rol
7274.
– von Götterbildern:
do sy das kalb gar ungesund / hatten gemacht uss goldes letten / und das
begunden an betten / fúr gott mitt schalle und lobes pris
KvHelmsd
1487;
Parz
454,3;
do wart gesait im och zehant / wie sin goͤtte da
geschant / lægent schamlichen gar / und zervallen har und dar / zestuken vil uf
den esterich / in dem tempel alle gelich WernhMl
4136;
LBarl
13265
MWB 2 857,40; Bearbeiter: Helmich
got-, gotes-
kann als Erstglied in Wortbildungen eine verstärkende Funktion übernehmen, vgl.
DWB 4,1,5,1084-1086. Aufgrund der zentralen, absoluten Bedeutung von got ist
die Verstärkung nicht immer eindeutig.
Vgl. gotes-alt, -arm, -biderbe, -ellende, -milte, -mordærinne, -reine,
-tumbe, -unrëht, -wâr; gotsüeʒe, gotunkluoc,
gotunreine
MWB 2 862,11; Bearbeiter: Helmich
gotberât
stM.
nur in ostschwäb. Quellen belegt.
‘(testamentarische) Stiftung, Spende’ (vgl. DWB 4,1,5,1148):
hie ze Augspurg und in alle sunder siechhuser daselbs zwen
gottberaett alz hernach erclaeret wirt geben, ainen uff den obristen tag ze
weyhennaechten, den andern uff dez hayligen crützes tag ze mayen
[...]. und zuͦ yeglichem gotberaut sol man geben
suppflaysch, krut, frischen schweinin speck darunder StRAugsb
273,8.
273,12;
ain goͧten gotberdt [l.
gotberat
] , ain sydlin weins, ain pfaenwert [l.
phennnincwert
] wizzes brotz UrkKaufb
37
(a. 1330)
MWB 2 862,18; Bearbeiter: Helmich
gotbërnde
Part.-Adj.
‘Gott hervorbringend’
zu deme anderen mâle sal der geist daz êwige wort widertragen in den vater in
grôzer dangbêrikeit und ouch in den weselîchen ursprunc der gotberinden
persônlichkeit des vater HvFritzlHl
150,37;
MWB 2 862,30; Bearbeiter: Helmich
gotbildic
Adj.
‘nach Gottes Ebenbild, Vorstellung geschaffen’
denne ist die dritte ierarchie: die würket und sicht in den
aller innerlichesten menschen, in den gotbildigen, gotformigen menschen
Tauler
375,23;
der aller innewendigoste mensche, der verborgene oberste
gotbildige gotformige mensche ebd.
378,15
MWB 2 862,35; Bearbeiter: Helmich |