g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
gelle
swM.
ahd. gi-ello zu ello swM. (AWB 3,269f.).
1
‘Rivale’ , im ritterlichen Kampf 2
‘Liebhaber’
1
‘Rivale’, im ritterlichen Kampf:
ein sper nam er sâ in die hant. / dô ich in sô bereiten vant,
[...] / dô freut ich mich ze gesellen [Hs.
gellen
] sîn; / dô bant ich ûf den helm mîn
UvLFrd
455,7
2
‘Liebhaber’
in dem hag und in dem moß / ist Serpanta di
hose [l. muore : huore
] / und
Idrogant ir gelle [zwei Ungeheuer]
HvNstAp
8916
MWB 2 358,29; Bearbeiter: Bohnert
gelleht
Adj.
‘mit
2gallen, Beulen bedeckt’
wor daz eyme pherde der rucke serik ist adir czubrochyn adir
gellit Albrant
3,55;
der esel sprach: [...] / ich han grozze secke
getragen, / slege han ich vil derliden; / ich bin ouch gellecht geriten
[habe vom Reiten oder Säcketragen
2gallen
bekommen]
KgvOdenw
10,76.
– auch vom Menschen:
blawe mal sich uf cloben / uber al an siner [des
gegeißelten Christus] hut. / gellecht was der engle trut / wurden
ane missetat Daniel
4236
MWB 2 358,37; Bearbeiter: Bohnert
1gellen
swV.
1
‘vergällen, bitter wie Galle machen’
1.1 eigentl., mit Akk.d.S. 1.2 übertr. ‘jmdn./etw. verbittern, widerwärtig machen,
verekeln’
2
‘einen Fisch entgällen: von der Galle befreien, ausnehmen’
1
‘vergällen, bitter wie Galle machen’
(Ggs. honegen
Tr ; SHort ; Suchenw )
1.1
eigentl., mit Akk.d.S.:
mîn süeze ist nû gegellet [Hs.
gegallet
] / und mîn vröude genideret Mai
75,24.
– mit erspartem Obj.,
Oxymoron:
daz honegende gellet, / daz süezende siuret
Tr
11884.
– Part.-Adj.:
ir [der trunkenheit
] bach
gegellet [gallenbitteres] wasser treit
MügelnKranz
1692
1.2
übertr. ‘jmdn./etw. verbittern, widerwärtig machen,
verekeln’
gehonihte hertzen gellet /
[derjenige,] zuͦ dem sich zorn gesellet
SHort
313;
in dem himel ist ez so guͤt / daz chain neyd nieman
do gellet Teichn
11,105.
– mit erspartem Obj.:
maniger stellt nach grozzem gŭt / in geitichait mit valschem mŭt
[...], / er smaichet unde trenget, / er
hoͤniget unde gellet Suchenw
21,109.
– Part.-Adj.:
wir bûwen die minne [das Feld der Liebe,
vgl. bûwen
5.2
] / mit
gegelletem [galligem, bitterem] sinne
Tr
12238
2
‘einen Fisch entgällen: von der Galle befreien, ausnehmen’
nû bâten si in [den Fisch] dâ / den wirt selben
gellen [La. engellen, s. ZfdA 5 (1845), S. 63 zu V.
3119] . / do begunde er in zevellen
[zerlegen]
Greg
3291
MWB 2 358,47; Bearbeiter: Bohnert
2gellen
swV.
Kausativum zu gëllen.
‘zum Schallen bringen’
di grôzen sumber [Pauke] er vernam
/ gellen [mit ihrem Widerhall erfüllen] berc unde tal
EnikWchr
17423
MWB 2 359,6; Bearbeiter: Bohnert
gëllen
stV. (IIIb)
vereinzelt
gillen [: willen
]
Minneb
632.
1 von Tieren, Fabelwesen, Menschen, ‘die Stimme laut ertönen
lassen’
1.1
‘(meist vor Wut, Schmerz, Hunger) schreien, brüllen’
1.2
‘(vor Freude) laut bellen’
2 von Unbelebtem 2.1
‘einen lauten Ton von sich geben, laut tönen, schallen’
2.2 von den Ohren, ‘dröhnen’
2.3 von einem hohlen Felsen, ‘mit Echo wiederhallen’ , Part. Präs.
1
von Tieren, Fabelwesen, Menschen, ‘die Stimme laut ertönen
lassen’
1.1
‘(meist vor Wut, Schmerz, Hunger) schreien, brüllen’
die nateren und die slangen [...] bliesen unde
gullen, / freislîche si bullen En
3251;
er stach den lewen, daz er gal Pyramus
271;
si [der wazzerman und seine
waltgesellen
] gvllen vnd rieffen, / daz der
walt allr nach hal, / wan dirre iamerlich gal, / der den arm het verlorn
Krone
9282.
9517;
Wig
7025;
Seifrit
5489;
ir negesten armen, / den sie [die
Geizigen] sen hungers
swellen [verschmachten] / und so jamerlichen
gellen HeslApk
5864;
do geriet es [Säugling] uil erbermekliche
gellen ElsLA
434,15;
SHort
2962;
Tauler
225,32.
–
des fürsten sele nu da gal, / der so niulich ist verschæiden
Serv
1966.
– mit präp. Erg.:
sie [La. die jungen Drachen]
gullen nâch der spîse WolfdD(J)
8:107,1.
– subst.:
dar abe wirt ein
gellen [Jauchzen] / uz menschen munde gehort,
/ gesanc, minnecliche wort Daniel
2024
1.2
‘(vor Freude) laut bellen’
Fuͤrst sin edel bracke gal / vor vræuden
WhvÖst
5680
2
von Unbelebtem
2.1
‘einen lauten Ton von sich geben, laut tönen, schallen’
sie horten irschellen / busunen, pfifen gellen
Daniel
1202.
– von dem Ton, Schall selbst:
des volc was [...] âne
menneschlîch stimme erkorn: / der dôn von ir munde / gal sam die leithunde /
oder als ein kelber muoter lüet Wh
35,16;
der donr ist mangerlai, wann oft gillt er sam der
ainem ain plâtern voller luftes auf dem haupt zerslüeg BdN
92,31.
–
ez gillet jmdm. durch diu ôren:
sie sageten antwurt von dem künige Rolfen, / daz ez die besten über al
/ hôrten, den ez allen durch ir ôren gal, / wie gar getriuwelîch er wolt sîn
geholfen / dem rîch und dem keiser Loheng
3965
2.2
von den Ohren, ‘dröhnen’
beginnent diu ôren gellen, nemugestû dem menschen anders
niht gehelfen, sô muost dû [...]
Barth
146,27;
wer iz horet, deme werden syn oren gellen
Cranc
Jer 19,3
2.3
von einem hohlen Felsen, ‘mit Echo wiederhallen’, Part.
Präs.:
ein turn von nâtûre [aus gewachsenem Fels
bestehend]
[...], / innen hol und ûzen
hart / als ein gellendiu fluo [Fels(wand)]
UvZLanz
7127;
der gellende vels der sich von der gerten slege uf tet
[...] daz sich ain gellender stain von ainer gerten
slege uf tuon solte [vgl. Nm 20,9
]
Konr(Sch)
195,26
MWB 2 359,10; Bearbeiter: Bohnert
gellic
Adj.
1
‘gallig, bitter wie
1galle’ ; übertr.
‘Leid zufügend, verursachend’
2
‘an der
2galle (Pferdekrankheit) leidend’
1
‘gallig, bitter wie
1galle’; übertr.
‘Leid zufügend, verursachend’
ez enist niht gelligers dan lîden und enist niht honicsamers
dan geliten-hân Eckh
5: 433,4;
[Kaiser Dâciân ist] væric als der slange, /
unheiles wâre zange, / gellic als diu vipper Georg
4185;
ir [schlechter, böser Herren] dornic herze, ir
durkel rât, ir gellec munt / hât verhouwen dâ man was gesunt Sigeher
13,11
2
‘an der
2galle (Pferdekrankheit) leidend’
daz ros [...] wart mager unde slach
[...]. / ouch wart ez gellig unde laz Boner
51,39
MWB 2 359,57; Bearbeiter: Bohnert
gellin
stF.
‘Rivalin, Nebenbuhlerin’ (zu gelle swF., vgl.
Wilmanns, Dt. Gr. 2,311 und Anm. z.St.) oder Verschreibung von →
gesellinne (so Klein/Bumke, Index s.v.):
Cassandra quam gande [...]. / mit ir
ginc Dimena / vnde ir gellin Ethra Herb
16359
MWB 2 360,4; Bearbeiter: Bohnert
gellof
stM.
‘Schwager, Bruder des Mannes’
levir: gellof Gl
3:427,50,
vermutlich ist aber gello = mhd. →
gelle
swM. zu lesen, s. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,142f., dort
auch Näheres zur Bed. der Gl.
MWB 2 360,9; Bearbeiter: Bohnert
gëllunge
stF.
‘lautes Tönen, Klingen’
wann sich darinne [im Kopf]
gesämenent die überflüssigkait, das macht du kennen pei disen zaichen, das ist
vinstre der augenn [...], gellunge der
orenn [
tynnitus aurium
]
HvHürnh
44,2
MWB 2 360,13; Bearbeiter: Bohnert
gëlm
stM.
→ galm
MWB 2 360,18;
gëlmen
swV.
‘laut tönen, schreien’, subst. Inf.:
von lûter stimme gelmen / huop sich dâ wüefen unde braht
KvWTurn
1036;
rüffen und gelmen / was pey der wilden diet
HvNstAp
13897;
KvWTroj
33916.
36918;
WhvÖst
10250.
– bildl., genauere Bed. unklar, wohl verblasst:
in des wunsches [personif.] gelmen
/ geloͤtet und gemalet was / an im [Wilhelm] der
schoͤne spigel glas RvEWh
3160
(oder zu galm, gëlm stM.?)
MWB 2 360,19; Bearbeiter: Bohnert
gelobære
stM.
‘der ein Gelöbnis ausspricht’
wirt ouch eyn gelobde vorwandilt zwischen dem gloubere und gelobir
[...], die burgen syn von deme ersten
[ursprünglichen] gelobde los RbMagdeb
424,34;
an dit gelovede salt du din herce hangen [...]. / de
gelovere, he is warehtihc [= wârhaftic
]
Lilie
15,7
MWB 2 360,28; Bearbeiter: Bohnert
gelobede
stF.
→
gelübede
MWB 2 360,35;
gelobnisse
stN.
‘Versprechen, Verpflichtung’
wir sulen och werven an deme pauiste einen conseruatôr
[...] vͦuir dat gelofnisse inde dit gescrihte
UrkCorp (WMU)
59,8.
79,14;
vor dise gulde inde vor dit gelofnisse, so hain wir der selver vrouwen ze
vnderpande gesat vnse hus ebd.
N223,26
MWB 2 360,36; Bearbeiter: Bohnert
geloc
stN.
auch gelo(y)g, -loch. – vgl. mnl. gelach (MNW
2,1185ff.).
Bed. wohl ‘Mahlzeit’ oder ‘Anteil, den jeder
Teilnehmer eines Gastmahls bezahlt’
des hain ich gehaven 26 geloch, ygelich vor 7 haller StRechAachen
404,13.
404,15.
407,32.
407,37
MWB 2 360,42; Bearbeiter: Bohnert
gelohe
swSubst.
‘(auflodernde) Flamme’
sô man ez [Ebenholz] in ain gar
grôz feur legt, sô verprint ez und wirt verzert, aber ez gibt niht flammen oder
glôhen BdN
321,9
MWB 2 360,48; Bearbeiter: Bohnert
gelôs
Adj.
‘frei, ledig’
dei [
borglenen
] sulen wi gelos machen of
wederlegen UrkCorp (WMU)
56,10;
es lit an eime rehten underworfenen demuͤtigen gelosen grunde
MerswNF
38,5;
(oder = gelâʒenen?)
MWB 2 360,52; Bearbeiter: Bohnert
gelöschet
Adj.
‘mit lösche (feinem rotem Leder) versehen’
die Hildemârs gelöschten schuoh die sint von rôtem ledere Neidh
WL 29:8a,1
MWB 2 360,57; Bearbeiter: Bohnert
gelost
stMF.
→
gelust
MWB 2 360,60;
gelœte
stN.
auch gelôt(e). – Koll. zu lôt stN.
1
‘Gewichtstücke, Gewichtsatz’ , bes. zum Abwägen von
Edelmetall 1.1 eigentl. 1.2 bildl. 2
‘Gewichtsmaß: Münzgewicht, -sorte, Währung’ , mit Angabe des Geltungsbereichs, meist im Gen. qualitatis oder in Präp.-Gruppe 3
‘festes Gefüge, Fuge’
1
‘Gewichtstücke, Gewichtsatz’, bes. zum Abwägen von
Edelmetall
1.1
eigentl.:
ein silberwâge er gewan / und ein gelœte alsô starc
[schwer] / daz ez [La.
er
] wol die zwelften marc / in die einleften wac
[d.h. zwölf Mark für elf abwog]
StrAmis
1839;
der vnreht geloͤte hat. swer ein gelœte ringer machet eines einigen
phenninges, denne ez ze rehte sin sol, dem sol man daz hovbet abe slahen
SchwSp
159a;
ez sol alles silbergloͤt gerihtet sein nach dez
muͤnsmaisters gloͤt StRMünch
188,4;
all weber suͤllen eysnein geloͤt haben
ebd.
219,22.
437,8;
steinein geloͤt ebd.
211,2
u.ö.;
UrkCorp (WMU)
1161BA,11;
StRAugsb
18,17
u.ö.;
RbBasel
8,6.7.
7,10;
NüP
193
u.ö.
– auch Pl., für mehrere Gewichtsätze oder die einzelnen Gewichtstücke?
alle die maze [...] vnd alle div gewege, da
mit man silber oder golt wiget, [...] dar vber sol
der schultheize vnd der rat zwene biderbe burger sezen, daz die bewaren, daz
beide div mez vnd div geloͤte reht sin UrkCorp (WMU)
372,47.
1695,1
1.2
bildl.:
nun loufet ez die lenge niht, / der allez daz, daz ime
geschiht, / mit Karles lôte [La.
geloͤte
] gelten wil Tr
277;
manigen ellenhaften slac / ietweder dem andern durch ein sterben wac, / an
dem geloete sie ez ein ander wâgen Loheng
2126;
ich bin dir innenklichen holt, / hastu das
geloͤte, ich habe das golt. / alles, das du hast dur mich getan
[...], / das wil ich dir alles widerwegen
Mechth
2: 25,75.
– auch für die einzelnen Gewichtstücke:
da [in der Hölle] ligent
elliu diu gelote / uf des ewigen todes wage StrKD
136,144
2
‘Gewichtsmaß: Münzgewicht, -sorte, Währung’, mit Angabe des
Geltungsbereichs, meist im Gen. qualitatis oder in Präp.-Gruppe:
vnd wart mir dc [
silber
] giwegen bi der
gewiht, dc da heiset Zvrich geloͮte UrkCorp (WMU)
229,19;
drivhvndirt marke silbirs Friburger giloͤtis ebd.
180,35
u.ö.;
vur sehzech marche lothiges silbers nach Kostenzære gelothe ebd.
N132,31;
auch unflekt.:
dreierhvndert vnd sechs vnd zwaynzich marchk lotiges silbers Regenspurger
gelote ebd.
2699,35;
zwo march silbers Wienisches gelôt ebd.
N187,27
3
‘festes Gefüge, Fuge’
der starken blech gelot / si [herabfallende
Steine] von im entranten WhvÖst
11696
MWB 2 360,61; Bearbeiter: Bohnert
geloub-
s.a. geloup-
MWB 2 361,42;
geloube
stF. swM.
1
‘Zuversicht, Dafürhalten, Überzeugung’ , 1.1 allg. 1.2 jmds.
~ ist , jmd. hât gelouben
‘jmd. glaubt, nimmt an, vertraut darauf’ , mit abh. Satz 1.3 jmdm. etw. ze geloube(n) sagen
‘jmdm. etw. glaubhaft, zuverlässig genau sagen’ , formelhaft in Ausdrücken der Unsagbarkeit 2
‘Glaub-, Vertrauenswürdigkeit’
3 relig., ‘Glaube (an Gott)’
3.1 allg. 3.2 bes. rehter , wârer und unrehter ,
valscher
3.3
swacher ~
‘Aberglaube’
3.4
‘christliches Glaubensbekenntnis, Credo’
1
‘Zuversicht, Dafürhalten, Überzeugung’,
teilw. nicht sicher von 3 abzugrenzen
1.1
allg.:
si [Sarah, der die Geburt eines Sohnes
verheißen wurde, Gn 18,10ff.
] lahchote, neheiner
geloͮbe si ne phlac VMos
18,26;
daz [Halmorakel] trœstet mich: dâ hœret ouch
geloube zuo Walth
66,12;
âne minne wirdet niemer herze rehte vrô. / sît ich den gelouben hân, /
frouwe Minne, / fröit ouch mir die sinne ebd.
14,10;
ez ist zwaier hand ait, einer von wissen, der ander von
gelauben. der erst ait ist, daz ein man sweret, daz er gesehen oder
gehoͤret hat und wares wais. der ander ait ist, daz ein man sweret, daz
er ân zweivel vestichlichen gelaubet StRMünch
281,26;
MF:Reinm
51b:3,6;
MF:Mor
22:5,1;
StrAmis
1466
1.2
jmds.
~ ist, jmd. hât gelouben
‘jmd. glaubt, nimmt an, vertraut darauf’, mit abh.
Satz:
der site [der Beschneidung] ist hivte undir
judischem livte, / und ist ir geloͮbe ez si in bezzer danne div
toͮffe GenM
37,8;
mîn gloube ist, sol ich leben, / ich wirde endelîchen alt
MF:Reinm
54: 5,1;
daz ist der min geloube, [...] /
daz sie [gefallene Krieger] uor gote iemir leben
Rol
8648;
Tr
6439.
4718;
Eracl
1770;
Ottok
5742;
Tannh
1,51;
MerswZM
49,14;
Minne, kûme ich hân gelouben daz iht grôz sî dîn gewalt
KLD:Kzl
4: 3,1;
KvWSilv
1598
1.3
jmdm. etw. ze geloube(n) sagen
‘jmdm. etw. glaubhaft, zuverlässig genau sagen’, formelhaft
in Ausdrücken der Unsagbarkeit:
ich enkunde iu wærlîche / ze gloube
[zuverlässig genau] nimer daz gesagen, / waz er
ritter hât erslagen UvZLanz
3851;
wer möhte in daz ze gloube sagen / daz ir künec gevangen lac? Bit
1614;
ErnstB
3051;
Dietr
9653
2
‘Glaub-, Vertrauenswürdigkeit’
gezivge ditze chovfes vnd ditze gewerbes sint: [...]
Perhtolt [...] vnd ander piderbe livte, die gvtes gelouben
sint UrkCorp (WMU)
N303,11;
da sol er sweren vmb die erchantnus der sum, daz er also vil sol haben von dem
schuldiger, vnd sol ym machen ein glauben mit einem offen justrument
[l. instrument
]
StatTrient
179
3
relig., ‘Glaube (an Gott)’
3.1
allg.:
daz diu tumbe diet / sich von gotes gelouben schiet
RvEBarl
9872.
14278
u.ö.;
die christenliche gloube Gen
2868;
nu íh ábo ze sînemo
[Christi] gelôuben [La. siner
gloubo
] bín kúman Will
48,19;
und hiez in daz edel wîp / zuo dem gelouben bringen /
[...] von der unrehten heidenschaft
RvEBarl
12157.
13282;
Will
48,41;
die ave an dem [La.
der
] geloube gestênt, vile wole der ding ergêt
Gen
2875;
wie sîn geloube stüende, / des enhete si deheine künde
Wh
291,19;
mir wone der geloube bî, / dâmit ich kristen genennet sî
Ottok
62644;
chetzer, iuden und heiden / dunchent uns die gotleiden,
/ wand si des glouben niht enhant StrKD
112,3;
haran gedenken allie, die getoft sint [...] vnd
ogen irn geloben, den sie hant ze gotde UrkCorp (WMU)
93,2.4;
wurke den gelouben mit der hant [d.h. tue gute Werke, vgl.
Iac 2,14ff.]
ErzIII
36,235;
VMos
12,10.
42,22;
Rol
3925;
SSp(W)
3:57,1.
– auch Pl.:
swie vil der ungelouben ist, / der glouben ist niht
wan einer StrKD
158,659.
– auf ketzerischen und nicht-christlichen Glauben bezogen:
dv bihte werde getan [...] niht nah der
chezer gelovbe vnd ir lere Bihteb
16;
er ist unkristens glouben LvRegSyon
1304;
nach der heiden geloube Ianus daz ist dez iares got
MNat
16,12;
Herb
3508.
– personif.:
Wisheit und Gerehtekeit, / Gloube Trost Bescheidenheit
/ [...] nu haten alle riche kleit / die
juͦngfrauwen alle gar HvNstGZ
247a.
1346;
SHort
1489
3.2
bes. rehter, wârer und unrehter,
valscher
~ :
katholicam fidem: rehten gelovben PsM
C 11,1.3;
fides recta: gloube diu rehte WindbAthGl
143;
mit rechtime gelowen Roth
4140;
Lucid
98,12.
101,2;
PrGeorg
202,3;
PrWack
20,51;
er möht erbarmen die halt sint / des wâren gelouben âne,
/ juden, heiden, publicâne Wh
162,29;
VEzzo
401;
HvBurg
4594.
–
die der sint in der ûnrechtun glouba PrWack
20,35;
daz du dich lieszest töfen nach cristenlicher dat, / und falschen
glauben lieszest underwegen sin WolfdD(H)
450,3;
LvRegSyon
1319;
MarGr10
34;
TürlArabel
*R 155,26
3.3
swacher ~
‘Aberglaube’
deheines swachen gelouben er phlac Er
8123;
ez ist ein ungevueger spot, / daz dû [...] irrest
/ an swachem gelouben; / nû lâz dich niht berouben / dîner wizze RvMunre
643;
daz ich nimmer mêr gesage / keinen swachen gelouben ebd.
1247
3.4
‘christliches Glaubensbekenntnis, Credo’
di rede des geloubin / aldus beginnit, / so man in den buchen uindet: /
credo in unum deum Glaub
58;
uns saget der geloube [...], /
daz wir ze jungist schuln erstan VRechte
373;
darumme sprechen wir in unsime geloubin daz he hait geschaffin di
gesichticlichin und unsichticlichen dinc Parad
32,18.
31,24;
Ottok
62642;
TvKulm
2617.
– jmdm. den ~ vorsprechen:
dô sprach er im den gelouben vor. / er sprach
hinnâch [verstärktes nâch
]
EnikWchr
25483;
daz man [...] den siehhen
[...] den paternoster, daz Ave Maria und den
gelauben vorspreche StRMünch
115,24;
TrSilv
294;
Ottok
3443.
3447;
FabelCorp
37,148.
–
den ~ kunnen, singen:
swer den gelouben rehte kan, / der weiz wol, wier
[Christus] uns wider gewan Freid
8,2;
der dorfman ist niht wol beriht, / kan der pfaffe des glouben niht
ebd.
70,21;
nach dem ewangelio singet men den geloͮben
Lucid
97,7.
79,3
MWB 2 361,43; Bearbeiter: Bohnert
geloube
swM.
‘der Gläubige’
so lont uns got so hohe niht, / als er nu den
gloubenden [La. gelovben
] tuͦt; /
die zæigent im geistlichen muͦt StrKD
12,111
MWB 2 363,21; Bearbeiter: Bohnert
geloubelîn
stN.
‘kleiner Glaube’, pejorativ; Pl.:
sô gît der tiuvel manigen rât, / daz wir dâ vone [vom rechten
Glauben] kêren / unde lêzet uns vaste lêren / andere bôse
geloubelîn [falsche Glaubenssätze, Aberglauben]
Kröllwitz
3753
MWB 2 363,25; Bearbeiter: Bohnert
gelouben
swV.
1
‘(jmdm.) etw. (Gen./Akk.) glauben, etw. (von jmdm. Gesagtes, Vorgebrachtes)
für wahr halten’
1.1 allg. 1.1.1 mit Gen.d.S., häufig des mit folgendem erläuterndem (meist
daz -)Satz 1.1.2 mit Akk.d.S. 1.1.3 mit abh. Satz 1.1.4 mit Dat.d.P. und Gen./Akk.d.S. 1.2 im Ggs. zu sinnl. Erkenntnis/ wizzen 1.3 formelhaft obe ir mirs geloubet u.ä., beteuernd: ‘glaubt
es mir’
1.4 phras. 2
‘jmdm./ einer Sache (ver)trauen, Glauben schenken’
2.1 mit Dat.d.P. 2.2 mit Dat.d.S. 3 auf Zukünftiges bezogen, ‘auf etw. vertrauen, etw. zuversichtlich
erwarten’ , mit Gen.d.S. 4
‘an (einen) Gott glauben’
4.1 tr. 4.2 mit an 4.3 ohne Obj. 4.4 subst. Inf. 5
‘an etw. (relig. Lehren) glauben, etw. für wahr halten’ , überw.
in Glaubensbekenntnissen und katechetischen Reden 5.1 tr. 5.2 mit an 5.3 mit daz -Satz 6
‘nachgeben, entgegenkommen; sich freundlich erweisen’
6.1 mit Dat.d.P. 6.2 mit Dat.d.S. 7
‘jmdm. etw. erlauben, gestatten’
8 refl., mit Gen., ‘einer Sache entsagen, auf etw. verzichten, mit etw.
aufhören, von etw./jmdm. ablassen, sich von jmdm. trennen’
8.1 mit Gen.d.S. 8.2 selten mit Gen.d.P.
1
‘(jmdm.) etw. (Gen./Akk.) glauben, etw. (von jmdm. Gesagtes, Vorgebrachtes)
für wahr halten’
1.1
allg.
1.1.1
mit Gen.d.S., häufig des mit folgendem erläuterndem (meist
daz-)Satz:
dâ was von liuten grôz genuht, / für wâr sult ir
gelouben des KvWTroj
24991;
ez spricht auch Aristotiles, daz der igel stênde
unkäusch mit seinem weibel [...]. iedoch sagt man
mir, daz weibel leg sich an den ruck; des gelaub ich paz BdN
138,23
u.ö.;
Wh
359,12;
UrkCorp (WMU)
2787,41;
wir bitten ivch, ist dc si ivch icht andirs han gesagit von vns, dc ir
des nicht geloͮbent ebd.
902,27.
–
geloubent endelîche des, /
er [Achilles] wonte bî Schîrône
KvWTroj
11178;
frouwe, ir sult gelouben des, / daz der stolze
Gâlôes / [...] tôt lac von der tjoste mîn
Parz
134,23.
500,16;
KvWTroj
13678;
StrAmis
1730;
daz beidiu wîp und man / gelouben wil der maere, / daz si
[Kriemhild] der helle swaere / habe von
solhen schulden KlageB
557;
KvWTroj
10978
1.1.2
mit Akk.d.S.:
swer dir saget ein mære / daz unmügelich wære
[...], / daz engloube niemer LBarl
3890;
vnd swaz der [
prior
] sagt, daz
sol man gelovben UrkCorp (WMU)
487,24;
daz di, di den brief an sehen, im [dem Empfänger der
Urk.] di reid claubin ebd.
3588,9;
NibB
129,3.
2334,1;
Greg
3201.
–
si gleubtin in selbir kein weg [für sich keinen
Ausweg (vor der Sintflut) finden zu können]
Dalimil
1,12.
–
von jmdm. (an jmdn.) ‘in Bezug auf
jmdn.’
er gloubet sô kranc dinc von gote, daz erz sînen kinden ungerne
seite PrBerth
1:401,32;
waz suln wir von gote geluͦben?
Lucid
3,1;
Konr
5,33;
sô ist verlorn al swaz er [der niuwan
schalcheite pfligt
] tuot, / wan nieman
guotlichen muot / noch zuht an in gelouben [ihm
zutrauen] kan WolfWiege
1709;
mit Inf.:
dar mugit ir geloͮbin / von manigir
schonir urowen / weinim unde hantslagin [dass sie weinten
und die Hände zusammenschlugen]
Roth
2881
1.1.3
mit abh. Satz:
wart iht dâ friwentlîche getwungen wîziu hant / von
herzen lieber minne, daz ist mir niht bekant. / doch enkan ich niht
gelouben, daz ez wurde lân NibB
294,3;
UrkCorp (WMU)
980,27;
Stagel
116,21;
ganzeklih ze geloͮbenne, swc die vorgenanden drie sagiten
UrkCorp (WMU)
2583,16;
daz si geloubten âne wân, / swaz er spræche, ez wære wâr
StrAmis
1276;
jâ solt du dran [in Bezug darauf] gelouben,
sun, ez [das gewant
] ist dir guot
WolfdA
431,3.
–
ûf jmdn. ‘in Bezug auf jmdn.’
herre kúnig, du solt uf mih / geloubin niht, das
mih uf dih / iender dúrste oder uf din bluͦt / oder uf din riche
oder uf din guͦt RvEWchr
25126
1.1.4
mit Dat.d.P. und Gen./Akk.d.S.:
gloubet mir des ich iu sage: /
der [Alexander] dêch baz in drîn tagen / dan
al ander chint, / sô si drîer mânôt alt sint VAlex
117;
daz er mir bi seinen triwen gesagen mach, des sol ich im gelovben
UrkCorp (WMU)
2811,8;
vnd iahen, daz gehort zv irem goteshavse. dez wold ich in nicht
gelauben ebd.
3378,5;
Parz
404,4;
Wh
271,15;
KvWTroj
13068.
15987;
man geloubt dir nû der mære StrKarl
6131;
phras. (TPMA 5,36):
es geloubt niht ein kint sînem vater [La. eime kinde
nicht sin vatter; es ist ganz unwahrscheinlich]
UvZLanz (K)
4847.
–
zewâre, geloͮbe dû iz mir, / got sprichet zuͦ dir
Exod
853;
daz geloubet mir Iw
1184.
8013;
geloubet mir ein mære ebd.
2327;
nu entwâfent er sîn houbet: / dô wart ez im
geloubet / daz erz her Îwein wære ebd.
4262;
Mühlh
150,17
1.2
im Ggs. zu sinnl. Erkenntnis/wizzen:
man mag es wol gelouben, aber nút mit sinnen begriffen
Tauler
121,23;
wir blinden und wir touben / wizzent nicht, wir gelouben
/ der dinge die wir nie gesan HeslApk
3412
1.3
formelhaft obe ir mirs geloubet u.ä., beteuernd: ‘glaubt
es mir’
het ich vil edele gesteine, / daz mües ûf iuwer [einer
maget
] houbet, / obe ir mirs geloubet
Walth
74,26;
Parz
746,28;
derz gelouben wolte, / sô erkande ich wol die vuoge, / wenne unde wie man
singen solte Walth
48,22;
WvRh
1441;
geloubestu des, Prünhilt, er ist wol Gunthers genôz
NibB
819,4;
SAlex
4366;
Priesterl
373;
Parz
682,17
1.4
phras.:
swerz niht geloubt, der sündet [man muss es
unbedingt, ohne weiteres glauben]
Parz
435,1;
er sündet, swer des niht geloubet, / daz ich möhte geleben manigen lieben
tac, / ob joch niemer krône kæme ûf mîn houbet MF:KaiserHeinr
3:4,1
2
‘jmdm./ einer Sache (ver)trauen, Glauben schenken’
2.1
mit Dat.d.P.:
swie wê dem menschen geschiht, / er geloubet doch dem andern niht
Freid
23,11
(TPMA 5,36);
Adam, daz dv dim wibe baz gloͮbest denne
mir [Gott]
Konr
24,37;
er [der von Noah ausgesandte Rabe] ne sagete
ime niht widere / dehein gelovblich pilde. / do sante er uz di tuben. / der
wolter gelovben VMos
13,9;
UrkCorp (WMU)
59,17;
wer och, dc dekeiner wêruͥ der korn zeder muͥli
brêchtuͥ, dem der muͥlner gelouben nuͥt enwolte vmb
[in Bezug auf] dc korn
[...], so sol er dc korn mêssen UrkCorp
3474,2.
– formelhaft am Schluss von Zeugenlisten:
Fritz der æhter vnd ander biderbe leute genuͦch, den man wol
gelaubt UrkCorp (WMU)
2426,25;
vnde vil anderre lvͦte, den ze globenne ist ebd.
1803,4
u.ö.
2.2
mit Dat.d.S.:
si engeloupten niemens sage / niuwan ir selber ougen AHeinr
1392;
wer sine wort gehorte, / der geloubete in Elis
3253;
UrkCorp (WMU)
1083,8
3
auf Zukünftiges bezogen, ‘auf etw. vertrauen, etw. zuversichtlich
erwarten’, mit Gen.d.S.:
wan si des wol versâhen sich / und des gelouben wolten, / ob si gesigen
solten, / daz müeste an sîner [des Priesters
Zambrî
] helfe stân KvWSilv
2779.
– mit Ersparung des Obj.:
nû müeze mir geschehen, als ich gloube an ir [in Bezug auf
sie]
Walth
121,23
4
‘an (einen) Gott glauben’
4.1
tr.:
einen got vil lobesamen / geloube ich
RvEBarl
1982;
nû solt dû got / gelouben ebd.
3891.
–
di sint vil saliger die
mich [Christus] geloubent unde mich niene
gesahen AvaLJ
184,5.
–
ze einem gote geloube ich
in [
Krist
]
RvEBarl
8340.
12021
4.2
mit an:
ih geloube an einen got Glaub
67.
189;
Spec
1,2.
1,14;
ich pin cristen vnd geloͮbe an den heiligen Crist
Konr
13,18;
Georg
3099;
Parz
817,11;
LaurinA (L)
1041;
Mechth
7:54,11.
–
geloͮbe an die gote! Konr
13,19.
14,22;
frou, an wen geloubet ir? / [...] herre,
zwêne got ich hân: / Erculem und Apollen Georg
1956.
– vereinzelt in:
ih gloube in den heiligen geist Glaub
1658.
3642;
LinzGl
459,1.
460,25
4.3
ohne Obj.:
swer niht gloͮbet, der ist hie verteilet [
Io 3,18
]
Spec
2,3;
RvEBarl
3173;
Eckh
5:270,1;
wir geloͮben cristanliche, nit alse juden noch als
ungeloͮbige cristan lúte Mechth
7: 54,5.
–
als die heidene gloubint MNat
15,32
4.4
subst. Inf.:
gelouben und gedingen / müezen die rehten wîsheit bringen LvRegSyon
2864;
ein ganz glouben ist vil mêr dan ein wænen in dem
menschen Eckh
5: 270,3;
HeslApk
21211
5
‘an etw. (relig. Lehren) glauben, etw. für wahr halten’, überw.
in Glaubensbekenntnissen und katechetischen Reden
5.1
tr.:
ich [...] gloͮbe die
gemeine allir gotis heiligin Spec
1,16.
1,18;
ih gloube eine toufe Glaub
3655.
3633.
3696;
dû solt gelouben die ûfvart RvEBarl
3904.
567;
die wîssagen [Lehren der
Propheten] geloubten sie [Juden]
ebd.
10767.
–
die juden liezen rouben / ir herze des gelouben, /
den sie gelouben solden RvEBarl
10755
5.2
mit an:
ich gloͮbe an [...] die
heilige christinheit allicki Spec
1,14;
wir geloͮben an dú werk und an den tot únsers
herren Jhesu Christi Mechth
7: 54,10
5.3
mit daz-Satz:
wir gelouben daz di namen dri / ein wariu gotheit si
VEzzo
415;
dû solt gelouben, daz sîn tôt / uns lôste von der helle
nôt RvEBarl
3899.
6753
u.ö.;
BenedGlB
338,5
u.ö.;
MünchnGlB
22
u.ö.;
KvWSilv
1626.
–
si [die chezer
] gelovbent, daz
ein iegelicher gvot mensche mivge dem menschen aplaz geben siner sivnden
Bihteb
16;
wande siv [
die vngelobigen
heidene
] englobent nvt, dc got sie
UrkCorp (WMU)
93,16
6
‘nachgeben, entgegenkommen; sich freundlich erweisen’
6.1
mit Dat.d.P.:
ist got an sîner helfe blint, / oder ist er dran betoubet,
/ daz er mir niht geloubet? Parz
10,22;
Rûal [...] geloubete Tristande /
und sach die jugende an im an; / sô entweich [gab
nach] aber Tristan / den tugenden an Rûâle Tr
4530;
VRechte
88;
En(FSch)
323
(vgl. Anm. z.St.).
–
wol/baz ~
:
[der Wolf erlegt dem Fuchs, wie dieser zuvor ihm, für dessen
Sünden eine milde Buße auf:] ich gloube dir wol, sam
tuostu mir Renner
3543;
der wirt [...] geloupte dem
gaste deste baz Iw
4395;
WälGa
447
6.2
mit Dat.d.S.:
si [Kudrun] wolte iedoch niht gelouben
[...] Gêrlinde lêre Kudr
995,4
7
‘jmdm. etw. erlauben, gestatten’
herre, nu erloube [La.
gelofe
] duz mir Rol
1311;
der sol noch hiute der erste sîn / an die rîter, ob ir
erloubt [La. geloubet
] ez im
Wh
335,19.
– mit daz-Satz:
dem meier und sînem wîbe / den mac man wol gelouben [d.h.
nicht verübeln] , / man enwelle si rehtes rouben, / daz si dâ
heime niht beliben AHeinr
1397.
– mit Ersparung des Dat.:
mîn muoter niht geloubet [erlaubt mir nichts, will mir
keinerlei Freiheit gestatten] , /
[...] mit den kinden zuo der linden ûf den anger
ich doch muoz Neidh
SL 8:2,2
8
refl., mit Gen., ‘einer Sache entsagen, auf etw. verzichten, mit etw.
aufhören, von etw./jmdm. ablassen, sich von jmdm. trennen’
8.1
mit Gen.d.S.:
ob sich ein man des swertes gelaubet und alles werltlîches
geschäftes SpdtL
109,4;
er geloubet sich der beider, / vreuden unde cleider
Iw
2813;
sumelich [Missgeburten] hieten an den brusten
munt / an den ahselen oͮgen, dei muͦsen sich des hoͮbetes
geloͮben [d.h. hatten keinen Kopf]
GenM
26,6.
–
gelovbe dich des vbelen vnde tvo daz gvote [
Ps 36,27
]
PrZürich
7,35;
dû geloubter sich der heidenschefte sâ / unde geloubet ane got
JJud
1599;
si negiloupten sich ir zorne si wâren die flornen
Gen
2734;
geloubet iuch des sturmes, alle mîne man!
NibB
216,1.
1544,4;
sanges habent sich diu kleinen vogelîn geloubet: / alsô möhte ich wol
mit mînem sange stille dagen Neidh
WL 13:1,8;
die jager und die hunde / sich in der selben stunde /
geloubten der vorlornen jaget HvFreibTr
2417.
–
ich râte ouch den tumben daz, / daz sie sich des gelouben / und in diu
gotes tougen / sô tiefe niht gedenchen Aneg
53;
des sult ir iuch gelouben Parz
364,22.
78,5;
StrKD
122,14;
MF:Reinm
21:1,6.
52:1,4;
DvASchr
387,21;
– wohl auch hierher:
nû daz der keiser lobelich / alsus getâner rede sich / het aldâ
geloubet [diese Rede beendet hatte]
KvWSilv
1631.
– vereinzelt mit Dat. des Refl.-Pron.:
irn brennet noch enrovbet; / alles vbeles ir iv geloubet
Warnung
256.
– mit Gen. des Inf.:
si [Maria Magdalena] hat
mine [Christi] fuͤze al stunt /
[erg. sich
] chussens nie geloûbet [
Lc 7,45
]
GvJudenb
753
8.2
selten mit Gen.d.P.:
er [Iweins Kampfgegner]
geloupte sich des man / und lief den [Iwein zu Hilfe
gekommenen] lewen drâte an Iw
6765;
sîn [Alexanders] fater habet
sich sîner mûter geloubet [von ihr getrennt]
[...]. / er lîz die sîne mûter VAlex
389;
du solt dich gelouben / anderre wîbe. / [...] die
solt du mîden MF:Eist
5,6;
von diu negeloubest dû dich des wîbes [darum
sagst du nicht, ich will nichts von ihr wissen]
Kchr
12316
MWB 2 363,30; Bearbeiter: Bohnert |