g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
grîfzan
stM.
in der Wendung jmdm. einen ~ ougen
‘jmdm. einen Greifzahn zeigen, jmdm. schaden’ ( ‘jmdm. die Zähne zeigen’
?):
ist daz mir niht geswichet / min gewalt noch entwichet / vnd sol ich daz lebin
han / ich ovge ir einen grifzan / und tuon si frovden ane Martina
161,46
(vgl. jmdm. einen
→
wolfzan
ougen
ebd.
215,9 )
MWB 2 926,40; Bearbeiterin: Baumgarte
grille
swM.
‘Grille’ (zu lat. gryllus, vgl. DWB 4,1,6,315):
cicada: grille Gl
4:213,46
(BStK926);
der stolze grille niht anders gert / denne daz er loufe und springe snelle /
[...] und lûte grelle Renner
5572
u.ö.;
wer kan dirre werlte nâch ir willen / nû wol sprechen,
[...], wes / müggen sûsent, schrîent ouch die grillen:
/ wer kann dirre tumben diet ir muot erwern Marner
6,20
MWB 2 926,47; Bearbeiterin: Baumgarte
grillen
V.
wie
grëllen
stV. (Anm.z.St.), hier von Hunden bei der
Jagd ‘anschlagen, angriffslustig bellen’
Mâze, Lust, Gird, Willen [alleg. Jagdhunde] /
gerehtez jagen machet. / für si ich hôrte grillen [vorne/ voraus
hörte ich sie bellen (?)] , / ob si mit mezzen wæren nicht besachet
[als ob sie nicht mit Zurückhaltung ausgestattet
waren]
Hadam
323,3
MWB 2 926,55; Bearbeiterin: Baumgarte
grim
Adj., Adv.
auch krim.
1
‘zornig, wütend, kampfeswütig’
2
‘wild, unbändig, grausam’
2.1 von Personen(gruppen) 2.2 von Tieren 2.3 als Attribut zu ende oder tôt 2.4
grimme geisel ein Folterinstrument 3
‘schmerzerfüllt, verzweifelt, voll Jammers’
4 adv. auch intensivierend ‘in besonderem Maße, außerordentlich’
1
‘zornig, wütend, kampfeswütig’
die helde treip der grimme zorn / zem strîte
Wig
10942;
dâ wart vil grimme gestriten NibB
1608,4
u.ö.;
herre [...], / sint
[seid] niht sô grimmes muotes / noch al sô zornic
wider mich! KvWSchwanr
1486;
dâvon sol ich krimmer / nimmer gegen iu werden gesehen
Ottok
6955;
der [Christus] was zornig und
grimm, ê er mensch würd, wider die hôchvart der engel und wider die ungehôrsam der
läut auf erden BdN
161,31;
Mechth
3: 21,53;
Elmend
A 985.
– von der Stimme:
Polidamas sin zeichen schrei / lute vnd grimme
Herb
5248;
lûte âne mâze / hôrter [Iwein]
eine stimme / clägelich und doch grimme Iw
3830;
EnikWchr
19614;
Tr
9050;
HvNstAp
2979
2
‘wild, unbändig, grausam’
der sturm was grimme unde hart SAlex
3286;
vil sere si in villent [quälen] , si
marterent in vil grimme AvaLJ
62,5;
ouch sluog im her Liudegast vil manegen grimmen
[heftigen] slac NibB
187,1;
in die grimmen helle LvRegSyon
1293;
Mügeln
36,4
2.1
von Personen(gruppen):
dehein man wær sô grimme / des muotes noch des herzen, /
hêt er ir jâmers smerzen / und ir grôze klage ersehen, / im wær ze weinen
geschehen Wig
7685;
also loben wir dih [Christus]
geborne / uze der grimmen judescefte Litan
253;
Konr
19,62;
sin [Cernubiles] lant daz was
fraissam, / daz liut daz ist grimme Rol
3767;
der kaiser ist also grimme: / erne gefluhet nimer hinne /
durh dehainer slachte not. / ia suchet er den tot / unt alle di sine ebd.
8387;
Iw
696.
–
goͮte unde ubele sît Adames cîten sint alle
tôt [...] unde erstent iedoch alle gemeinlichen, so
der grimme [strenge] rihtare an der iungesten
urteile zornlichen chumet Spec
128,11;
alsus vert der grimme gottes vient vnd aller der cristenheite mit
zorne vnd mit grozeme vbermvͦt UrkCorp (WMU)
93,40.
– subst.:
die vorvluchten und die grimmen, / die diser werlde
walden HeslApk
22694;
ÄJud
30
2.2
von Tieren:
swenne in sin zorn ane quam, / als ein grimmer ber er
bram Herb
2990;
er [Isidor] spricht auch, daz
der veigenpaum sô grôzer kreft sei, pinde man ainen gar wilden grimmen ochsen
dar an, er werd zam und sänftig BdN
322,19.
132,4
u.ö.;
Mügeln
214,3;
Schrätel
234;
Wh
317,6.
– von Greifvögeln (vgl.
krimvogel
und
gramvogel
):
iedoch geschiht daz oft, daz diu üppigen hüendl
vliehent auz den getrewen flügeln der muoter alsô verr, daz si die grimmen
vogel hin füerent BdN
193,9.
200,15
2.3
als Attribut zu ende oder tôt:
im hete der recke Hagene den grimmen ende getân
NibB
2064,4;
dînes [Christi] grimmen endes
KvWLd
1,124;
ir mûzit alle den grimmin tôt kiesin PrMd
(J)
344,26;
wol ahzec sîner degene beliben dâ zestunt / mit dem
grimmen tôde NibB
1615,3;
der liebe herre sîn / leit des grimmen tôdes pîn
KvWHerzm
348;
unz an den grimmen tôt BdN
308,1;
Wahrh
76;
Wig
6965;
Mügeln
166,6
2.4
grimme geisel ein Folterinstrument:
anguilla: grimme geisel VocOpt
30.024;
scorpio: grimme geisel ebd.
30.025;
scorpio: grime geischel oder geluppet [giftig]
schos oder tarant VocClos
Sc 108
3
‘schmerzerfüllt, verzweifelt, voll Jammers’
diz ist ein grimmiu nôt, / daz alle
mîne [Etzels] recken suln vor in [den
Burgunden] ligen tôt NibB
2000,3;
des grimmen herzeleides
phnehen [Schluchzen]
KvHeimHinv
187;
si wainten uil grimme Rol
5620.
6745;
swie sie vor leide wæren grimme LvRegFr
4346;
KvWSchwanr
874;
KlageB
1481
4
adv. auch intensivierend ‘in besonderem Maße, außerordentlich’
Adam sin wip erchande so noch sit ist in dem lande; / ich mein ez an die minne
der man noch phlegit grimme GenM
21,5;
den von Tenemarke was vil grimme leit, / ir herre was gevangen
NibB
192,1;
ouch ist sô grimme stark der wundernküene man ebd.
872,3
u.ö.;
wan im [Jesus] so grimme we
beschach WernhMl
9361
MWB 2 926,63; Bearbeiter: Richter
grim
stM. , grimme
stF.
selten Pl. (
Gauriel
1894.
1982;
Kchr
7090
).
1 von heftiger Erregung und rohem, ungestümem Verhalten, nicht immer
klar zwischen den Bedeutungen zu unterscheiden 1.1
‘Zorn, Wut, Angriffslust’
1.2
‘Wildheit, Heftigkeit, Ungestüm’
1.3
‘Leid, Verzweiflung, Not’
2
‘Bosheit, Grausamkeit’
1
von heftiger Erregung und rohem, ungestümem Verhalten, nicht immer
klar zwischen den Bedeutungen zu unterscheiden
1.1
‘Zorn, Wut, Angriffslust’
dô der künic hôrte daz, / er begreif sô grôzen haz, / daz
sîn gemüete in zorne bran / und er grisgramen began. / von zorne wart er
missevar: / er sach vil zornlîche dar. / mit grimme er zürnende sprach
RvEBarl
8423;
in grimme wart gewâfent dô der helt guot
NibB
2325,2;
[des] kampfes grimme / verwandelt ir stimme, / daz sî
dâ wâren unerkant Iw
7519;
dô Gêrfridolt, dem enen sîn [dem Schwiegervater des
Gefallenen] , / wart gesagt, in het gevalt der Antschouvîn, /
man iach, daz er vor grimme wol îsen vraeze [zum ‘Eisen
fressen’ s. TPMA 2,449]
Loheng
5726;
Rol
8975.
5713;
EnikWchr
24579;
StrKD
58,I 113.
–
~
ûf/ zuo etw.:
er [der fromme Mensch] hat
oͮch enkeinen grim, wan alleine uf die súnde und uf gottes
smacheit [Entehrung]
Mechth
4: 18,63;
was hilfet liebin zuͦ gotte und
[gleichzeitig] grimmi zuͦ
guͦten lúten? ebd.
6: 30,9
1.2
‘Wildheit, Heftigkeit, Ungestüm’
hie liez er [der Löwe] sîne
grimme / und erzeict im [Iwein] sîne minne
Iw
3872;
si [das Volk des
Zernubele
] ezzent diu ros, / si lebent mit grimme. /
der tuuil wont dar inne Rol
2691;
sô möhte boum unde gras / und swaz ie grüenes bî mir was / dorren von der
grimme / mîner [Gregorius’] unreinen stimme
Greg
3525;
dâ man ê hôrt vogellîn sang: / der klang in tal, in lüften
erschal, / süezze stimme – / winters
grimme [Härte] / tuot siu swîgen überal SM:
WvH
7: 1,8;
KLD:Kzl
12: 1,9;
ez kumt ein wint, [...] / der sol mit grimme
ervarn elliu künicrîche Walth
13,14;
RvEBarl
15086.
– hierher oder anzusetzen als krim
‘Klammergriff’ zu
krimmen
stV. (zur Vermischung der Wortstämme s.
DWB 5,2307-2310):
ez tut mir not / daz ich so in jamer
lymme [schreie] , / wann mich hat in starkem
grymme / in sinen clowen ein mechtig ar. / der drucket zu so vestlich gar, /
daz ich den adem koume / gevahen mag Minneb
5072;
sag an: wie ist ez kumen dar / daz dich in sin cloen
ein ar / mit grymme hat derwischet? ebd.
5093
(vgl.
waz arn ez sy, der mich da grymme, / daz saltu hie
verhorn von mir ebd.
5104
);
sine spilende vreude was so starc / daz er mit
vreuden uf spranc, / als in diu gotes liebe ouch twanc, / die in hete in ir
grimme Vät
3247
1.3
‘Leid, Verzweiflung, Not’
sus wart ir nôt sô rehte starc / daz si von herzenleide /
ir blanken hende beide / mit grimme zuo einander vielt. / daz herze ir in dem
lîbe spielt / von sender jâmerunge KvWHerzm
519;
die vrouwe [Maxilla] erschrac,
dô siez [ihre brennenden Kleider] ersach; / sie rief
in grôzem grimme / mit wîssagender stimme: / ‘Jesûs, mîn got und hêrre
mîn!’ HvFreibKr
755;
diu bitter leides grimme UvZLanz
5261;
mit grimme unde mit sere AvaA
2,5;
Iw
1324;
EnikWchr
282;
WhvÖst
19066
2
‘Bosheit, Grausamkeit’
ich [Susanna] nie der dinge dort /
begienc, die sie [die beiden Alten] han geseit / uf mich
und uz geleit / boslich in irme grimme Daniel
7697;
alsô wurden si [die Römer] innen /
des kuniges ubele unt sîner grimme Kchr
7583.
1077
MWB 2 928,12; Bearbeiter: Richter
grimel (?)
Subst.
Bed. unklar, vgl. Anm.z.St.:
guldîn was sîn gügerel [Kopfschmuck des Pferdes] , /
ein boum mit löubern niht ze breit. / ein grimel was dar an bereit / mit sîdînen
weifieren [Spitzen]
UvZLanz (K)
4440
MWB 2 929,12; Bearbeiter: Richter
grimheit
stF.
‘Grausamkeit’
die ebdisse [...] bekenne daz daz sie sorge intfangen
hat der sicher selen und ubir die gesunden keine grimheit [
non
super sanas tyrannidem
]
BrEb
27
MWB 2 929,17; Bearbeiter: Richter
grimme
Adv.
→
grim
Adj., Adv.
MWB 2 929,21;
grimme
stF.
→
grim
stM.
MWB 2 929,22;
grimme
swM.
→
krimme
MWB 2 929,23;
grimmede
stF.
‘Zorn’
Moyses bat sînen herren got: ‘herre, war umbe zürnet dîn grimmede wider
dîn volk?’ [
Cur, Domine, irascitur furor tuus contra populum
tuum Ex 32,11 ]
Eckh
2:6,4
MWB 2 929,24; Bearbeiter: Richter
grimmelich
Adj., Adv.
s.a.
gremelich
.
1
‘zornig, wütend’
2
‘grausam, wild, fürchterlich’
1
‘zornig, wütend’
das tier gegen dem kunig spranck / mit grymlichem mute
HvNstAp
5007;
die [Drachen] kament mit grimlichem
muͦte / gegen dirre samenunge guͦte WernhMl
3649.
– von der Stimme ‘grimmig’
ein gespenste vil unrein, / sprach zu der helle gemein / in grimmeclichem
[La. grimmelichem
] done Pass
I/II (HSW)
9141
2
‘grausam, wild, fürchterlich’
das [Unrecht an Samson] er doch grÿmmlich
dar nach / gerochen hat mitt strenger rach KvHelmsd
1543;
durch sîne [des heidnischen Herrschers Maximian]
grimmelichen art / begunde er zornic schînen / und wolte vaster pînen / den
jungelinc [Pantaleon] an sînen liden KvWPant
1296.
288;
ich müeste ein ende hân genomen / und einen grimmelichen tôt
KvWTroj
18265;
zwen wurme grimelich SalMor
555,5;
Pass I/II (HSW)
6704(La.)
MWB 2 929,28; Bearbeiter: Richter
grimmen
stV. (IIIa)
s.a.
krimmen
(zur Vermischung der beiden Wortfamilien s. DWB
5,2307-2310).
1
‘brüllen, wüten, toben’
2 refl. ‘sich grämen, ärgern’
3
‘(mit den Zähnen) knirschen’ (vgl.
grinnen
stV.,
grisgramen
und
grisgrimmen
swV.)
1
‘brüllen, wüten, toben’
si begunden vaste grimmen / mit slegen durch und durch / und ouf ein ander
limmen [mit Geheul aufeinander losgehen]
Rab
760,1;
darumbe sach man limmen / den bâbest unde grimmen / als ein
eberswîn, / daz er den willen sîn / mohte niht volfüeren Ottok
53370;
ir vanen si ûf bunden / under iegwederme here. / si grummen
alse daz mere, / sô iz di starken winde / trîbent an den unden SAlex
2717;
Herb
4575;
BdN
121,22;
Frl
2:15,1;
Mechth
4: 4,39.
–
und wan sie in im himel wizzent in sô grôzen vreuden sînde, sô grimmet ir
herze mit bitterem jâmer DvASchr
351,6.
– subst.:
vor im muz nider vallen / sterbende vil manic man, /
vursten ire riche lan / allez vor sime grimmen Daniel
6181;
dô daz grimmen [Lärmen,
Aufruhr] wart vernomen, / daz si mit einander heten
Ottok
20557;
in eyme grossen grymmen Pilgerf
10362;
das brummen und das grimmen und das bissen und das nagen
Mechth
7: 39,44;
Hiob
1650;
Vät
1088
2
refl. ‘sich grämen, ärgern’
so grimmet sich ze ware der arme suntare, / deme sin gewizzede
daz saget, daz er gotes hulde niene habet AvaJG
9,6;
daz [dass jmd. älter wirkt, als er
ist] macht anders nicht dann pein, / daz ein mensch sich grimen
tuͤt Teichn
321,9
– hierher (?):
daz er [
mannes mut
] sich selwet
[betrübt] , grimmet / von nötikeit Frl
7:28,9
3
‘(mit den Zähnen) knirschen’ (vgl.
grinnen
stV.,
grisgramen
und
grisgrimmen
swV.):
do Lucifer disú mere vernam, do sas der gruntvient
und gram mit sinen zenen und grein, das sines zornes fúr úber alle
die helle schein Mechth
5: 23,94
MWB 2 929,46; Bearbeiter: Richter
grimmen
swV.
→
krimmen
stV.
MWB 2 930,16;
grimmetât
stF.
‘grausame Tat’
daz uns der tot berawͧbet hat / mit seiner vrechen grimmetat
Suchenw
2,26
MWB 2 930,17; Bearbeiter: Richter
grimmic
Adj.
auch krimmic.
1
‘zornig, wütend, angriffslustig’
2
‘wild, ungestüm’
3
‘grausam, schrecklich’
1
‘zornig, wütend, angriffslustig’
da sach ich [ein heidnischer
Spion] den grimmigen kaiser: / er froͮt sich diner
raise [König Paligans Kriegszug] / di wir her haben
getan Rol
7953;
der ameyze zv im [dem Löwen Vrevel]
lief / mit einem grimmigen mvte ReinFu
K,1295;
des wart der herre zornec unde grimmic genuoc
NibB
207,4.
2301,4;
chrimmigez gemuͦte TrudHL
55,29;
Roth
1049.
–
‘feindselig’
der gotes engel [...] sagete
ire [Hagar] ze wâre daz si sciere einen sun
gebâre, / der wurde scarf unde grimmich, wider daz liut unsâlich
Gen
855
2
‘wild, ungestüm’
di grimmigen Sorbiten / unt Baire di stritegen /
[...] : / si musen im [dem
Kaiser] alle nige Rol
6839;
capreola [...] ist ain wildeu gaiz
[...] und ist gar ain grimmigz tierl under seinem
gesläht. aber gegen andern tiern ist ez vorhtig und sänftig BdN
128,32.
121,11;
PrOberalt
6,17;
Mechth
5: 11,18
3
‘grausam, schrecklich’
vil grimmech wirt diu not [
an dem jungisten
ende
]
AvaA
7,4;
mich habent begriffen div lêit des ubeln tôdis, div sere der
grimmigin helle habint mich geuangin Spec
38,14.
126,5;
der wirt sprach unsuoze, / wan er ein grimmic herze truoc
UvZLanz
4453;
ich vorchte dich, wen du eyn grymmyk [strenger]
mensche bist [
quia homo austerus es Lc 19,21]
EvBerl
138,21;
TrudHL
62,21;
NibB
1961,4.
– als Attribut zu tôt:
si wolten den grimmigen tot dolen Rol
5459.
8002;
der esel [Bileams] habete groze
not / uor ime sach er den krimmigen tot [den Engel mit dem Schwert,
Nm 22,23ff.]
VMos
73,24;
Reinhart bleip in grozer not, / er wante den grimmigen tot
/ vil gewislichen han ReinFu
K,360.
K,1248;
Spec
75,12;
Roth
518
MWB 2 930,20; Bearbeiter: Richter
grimmicheit
stF.
1
‘Zorn, Wut, Feindseligkeit’
2
‘Grausamkeit, Härte’
3
‘Wildheit’
1
‘Zorn, Wut, Feindseligkeit’
der knecht vorte [fürchtete] sinez herren grimekeit
HlReg
71,19;
ein bilde sie hervur tete, / [...] /
bezoubert vnd besworn. / ez was gut wider den zorn / vnde wider ander grimmekeit
Herb
1019;
der guote man Silvester, / der hie ze Rôme bâbest ist, / der hât vil harte
lange vrist / entsezzen dîne [Kaiser Konstantins]
grimmekeit KvWSilv
1229;
KvWPant
856;
Pass III
50,86
2
‘Grausamkeit, Härte’
die ubeln [...] heten iren spot daran. / den vil
heiligen man / si mit den gabeln mueten, / die von der hitze glueten / und stachen
mit grimmekeit Pass III
385,51;
vih unde liute wæren tôt / von sîner grimmekeite KvWPart
18173;
he [...] vurchte nicht di grimmikeit / der vinde
PfzdHech
245,11;
UvZLanz
1203;
Cranc
Vorr. Aba 347,20
3
‘Wildheit’
er [der Leopard] wirt nümmer sô
zam, daz er seiner grimmichait vergezz BdN
145,18.
147,24;
als balde ich [Jesus] zuͦ
in [den wilden Tieren] kam, / do bettetont sú
mich allú an / und kertent in senftmuͦtekait / ir naturlich grimekait
WernhMl
5472;
WvRh
5978
MWB 2 930,54; Bearbeiter: Richter
grimmiclich
Adj., Adv.
auch grimmenclich (
Pass I/II
105,14
), chrimmiclich (
TrudHL
39,22
); adv. auch -lîchen.
1
‘zornig, grimmig, feindselig’
2
‘grausam, schrecklich, fürchterlich’
3
‘schmerzhaft, heftig’
4 intensivierend ‘außerordentlich, sehr’
1
‘zornig, grimmig, feindselig’
daz wort er grimmiclichen sprach Rol
5696;
si erzeicten âne triegen / einen grimmeclîchen zorn Er
9082;
got herre, wes hât mich gezigen / dîn râche unmâzen grimmeclich
KvWEngelh
5375;
si [die Verdammten in der
Hölle] sint stetelich in so grimmeklichem muͦte, das inen
grúwelt vor allem guͦte Mechth
3: 21,79;
RvEAlex
14814;
HvNstAp
5125
2
‘grausam, schrecklich, fürchterlich’
dô sie [die Kästchen] wâren ûfgetân, / dô begunde
für gân / ein sô grimmiclîcher stanc / daz sie diu wîle dûhte lanc LBarl
2118;
[Gott] mensche wart, dur daz er uns von grimmeklicher nôt
zuo im erlôste SM:JvR
1: 5,13;
wie rehte grimmeclîchen vil swerte darinne erklanc!
NibB
2212,1.
2365,3;
RvEBarl
3732;
WernhMl
11256.
– als Attribut zu tôt:
ich han durch iuwere not erliten einen grimmechlichen tot
AvaLJ
163,2;
ez muoz sîn bitter ende sîn / und wirt sîn grimmeclicher
tôt KvWTroj
18199;
KvWLd
15,16;
WvRh
11531
3
‘schmerzhaft, heftig’
o Kyliane du pinigst mich gar grimmeklich
[
acriter
] ! ElsLA
785,17;
o Colomate du enzúndest mich gar grimmeklich mit hiczen! ebd.
785,18
4
intensivierend ‘außerordentlich, sehr’
grimmeclich groz was sin zorn, / daz tet her harte wole schin
GrRud
Kb 33;
diu rede was der frouwen / sô grimmiclichen swære / daz diu
vil tugentbære / gar inniclichen weinde / und grimme clage erscheinde / mit herzen
und mit munde KvWSchwanr
1473;
er quam an mich sô hurtlich / unde stach mir einen stich / sô
starc, sô grimmeclîchen hart, / swaz ich ie gestochen wart, / zwâr daz ist ein wint
dâ wider HvFreibTr
2213
MWB 2 931,12; Bearbeiter: Richter
grimmigære
stM.
‘jmd., der Grausames tut, grausam ist’
du [Gott] bist mir hart / in eynen
grymmeger gekart Hiob
12738
(Iob 30,21);
dem grimmiger, / der do hatte virhert / Agregentinos und virsert, / und waz he
lute gewan, / di leite he groze martir an PfzdHech
185,1.
261,1.
276,33.
292,8.
– bezogen auf Verleumder:
ein kung gut [...] virnam di mere / daz sine
grimmigere / zcu wirtscheftin sozin, / [...] mit snodin
lumundin / si den herren stochin / mit snodir aftirsprochin PfzdHech
181,30
MWB 2 931,47; Bearbeiter: Tao
grîn
stM.
1 von Menschen: ‘Geschrei, Jammer’
2 von Tieren: ‘Wiehern, Schreien; Knurren, Bellen’ usw. 3
‘(aufgesperrter) Rachen’
1
von Menschen: ‘Geschrei, Jammer’
elliv vrivde in churzer vrist / ist gærlichen hin geleit. / guͦt gemvte
niemen treit / niwan biterlichen grein Warnung
1677;
daz weinen lât / uber
mich [Christus] al hî sîn, / tût ûres weinens grîn /
uber ûch selbe und ûwer kint / di von ûch geboren sint JvFrst
8136;
in bitterkeit und in gryne Hiob
8479;
der mensch [...], / der kummerlich
und in gryne / von wibesnam geboren wirt ebd.
6012
(vgl. Iob 15,14);
HagenChr (G)
4971
2
von Tieren: ‘Wiehern, Schreien; Knurren, Bellen’ usw.
– von Pferden:
von stoze in hurte pine zwei orse [...] / in grozem,
lutem grine gaben schrie JTit
2264,2;
daz ors unt daz phärdelîn / erhuoben ein sô hôhen grîn, / daz
ez Iwânet erhôrte / vor der stat Parz
155,30.
– vom Hund:
da lit min hunt, der heizzet Grin KgvOdenw
13,110
3
‘(aufgesperrter) Rachen’
dû [Maria ] bræhte uns wider den lebenden schîn /
mit dîner reinen güete, / den uns verlôs der helle grîn LobGesMar
27,11
MWB 2 931,57; Bearbeiter: Tao
grindel, grëndel
stM.
ein längeres Stück Holz, Balken zu verschiedenen Zwecken
1
‘Tür-, Torriegel’
2
‘Sperrvorrichtung, Schlagbaum’
3 Holz, womit die Falle gestellt wird
1
‘Tür-, Torriegel’
den grindil mîner ture nam ich abe daz ich mîneme gemahelen
intsluzze TrudHL
71,8;
die ture sich entsluzzen, / die grintil dannen schuzzen, / diu
helle wart ouf getan Hochz
991;
die grintel muosen bresten AvaLJ
160,3;
darumbe mohte der reinen juncfroͮwen geist in den
himel nit komen, wan Adam hatte den grendel alze verre fúr geschoben
Mechth
5: 23,10.
6: 16,41
2
‘Sperrvorrichtung, Schlagbaum’
zweinzeg viertel rogen von dem aker, der da lit ze Brisach bi dem grendel
UrkCorp (WMU)
586,45.
– wohl ‘Gatter, Palisadenwerk am Stadttor’ (vgl.
SchweizId 2,757f.), nur Pl.:
daz dû diu tor gemeine / mit den fuozliuten wol bewarst
/ und mit in an die grendel varst KvWTroj
30312;
lâ der stete gesinde / dâ beiten unde harren / der
grendel und der barren ebd.
30302;
Prîant [...] dâ mit sîner huote
wielt / der grendel und der porten ebd.
34161
3
Holz, womit die Falle gestellt wird:
ich vurchte nit sin lag, / an duͤ grendel ich ez wag. / wie ichs nit
vor wiste, / so vieng er mich mit liste Ratte
20
MWB 2 932,13; Bearbeiter: Tao
grinden
swV.
‘mit Grind bedeckt sein, Hautausschlag haben’, Sprichw. (TPMA 1,232):
an dem arse grindet die mat [
= maget
] , /
wan sie sich nit ruren lat SalMark
341
MWB 2 932,36; Bearbeiter: Tao
grindic
Adj.
‘mit Ausschlag behaftet, grindig; räudig’
daz helpet de lude, de eyn bose houet han vnde grindich, ef en
daz houet myd syner harn weschet alle dage eyn half iar OvBaierl
75,9;
Pilgerf
7537
( →
grint
Adj.)
MWB 2 932,40; Bearbeiter: Tao
grînen
stV. (Ia).
1 von Tieren: ‘(wütende, drohende, klagende) Laute von sich geben’
1.1 allg. 1.2 bes. von Hunden 1.2.1 absol. 1.2.2 mit Präp.; meist in Vergleichen 1.3 von Schweinen 1.4 von Pferden 1.5 von anderen Tieren 1.6 übertr., vom tosenden Meer, subst. 2 von Menschen 2.1
‘knurren, murren’
2.1.1 absol. 2.1.2 mit Präp. 2.2
‘weinen, heulen, wehklagen, traurig sein’
2.3
‘(mit den Zähnen) knirschen’
2.4
‘(hämisch) lachen, grinsen’
1
von Tieren: ‘(wütende, drohende, klagende) Laute von sich geben’
1.1
allg.:
sô machte sich des tiuvels spil / ze vorhtlîchen tieren
vil, / die vil den herren muoten: / sie grinen sêre, sie luoten / mit
ängestlîcher stimme / gên im in grôzem grimme RvEBarl
15084.
– subst.:
da hub sich ain greynen: / das [l. ie
das
] dier pestund den seynen [jedes Tier
bekämpfte seinesgleichen]
HvNstAp
10159
1.2
bes. von Hunden
1.2.1
absol.:
ime wêre vil
unmêre [gleichgültig] , / waz der hunt gebulle
/ und grene unde sculle, / der ime [...] gescaden
niht ne mohte SAlex
4313;
weder ez [=
hundelîn
] engrein noch enbal, / noch erzeigete
ungebærde nie, / swaz schimpfes man mit ime begie Tr
15886;
[der Höllenhund Cerberus] ne grein noch enrief
En
3264;
der hunt enizzet höuwes niht / und grînt doch, sô erz ezzen siht
Freid
138,12;
(subst.:)
daz zwêne hunde ein bein nagen / ân grînen,
[...] hœre ich selten sagen ebd.
138,14
(vgl. TPMA 6,255f.);
(Part.Präs.:)
grînunden hunt, der nie gebeiz, / sult ir harte fürhten niht
Helbl
8,544.
– in Vergleichen:
do grein er als ein hunt / vnde sluc mit eime
slage dare / Cedio von sime libe gare Herb
7590;
ichn wil mich mit dem munde / niht gelîchen dem
hunde, / der dâ wider grînen kan, / sô in der ander grînet an
Iw
877
(oder zu 1.2.2);
di haiden we sungen: / si grinen sam di hunde
Rol
4837;
dv bist als gedultich als ein hunt, so man den
straichet so swiget er, so man in denne sleht so grinet er
PrBerthKl
3,63
1.2.2
mit Präp.; meist in Vergleichen:
der grimmen helle hunde / die da alle stunde / gein miner sele grinent
Martina
111,31;
sus wart zu Rome geniden / Ieronimus [...]. /
sumelicher uf in grein / alsam ein ungeslachter hunt Pass III
507,16;
vnder ein ander sie grienen / als zwene hunde
Herb
6316.
–
swie lîhte im iht wirret der dâ in grôzen sünden ist, sô grînet er
umbe sich alse ein hunt unde zürnet gein gote PrBerth
1:427,6;
er lît reht als ein hunt, / der in sich grînet und doch niht bîzet /
und keiner guoten dinge sich flîzet Renner
16011
1.3
von Schweinen:
man hort sy [
eberswîn
]
chierren [= kërren
] und
greynnen Seifrit
5555;
under swinnen, / dú man hort rúheln und
grinen / nach grúschen [Getreideabfällen,
Kleien]
SHort
4320;
(Part. Präs.:)
ain greindez swein BdN
136,6
1.4
von Pferden:
man hôrte ros dâ weien / unde lûte grînen KvWPart
21723;
die [...] frechen jungen / diu ors mit spornen
twungen, / daz sî in grôzer müede schinen / und von übernœte grinen
Reinfr
17414;
DietrGlesse
675
1.5
von anderen Tieren:
sin [des Bären] widermvt was
grozlich, / mit grimme grein er vber [La.
umbe
] sich ReinFu
K,2216;
und sein [des Kamels] weip hât
sô grôzen gelust zuo im, daz si vor gelust greint BdN
124,23;
[der Drache] greint und ginet mit dem maul, aber er
schatt mit den zenden niht vil, iedoch ist sein piz gar schad ebd.
268,22;
Flata kam gelauffen herr, / tobigk als ain wilder per. /
si grain als ain lintwurm HvNstAp
5519;
(Part.Präs.:)
wanne der widerwertige vigent get umbe also ein grinender
lowe und suͦchet das er úch verslinde Tauler
100,19
1.6
übertr., vom tosenden Meer, subst.:
dar nach pey ainer kurtzen stund / ließ das mer sein
greynen HvNstAp
4961
2
von Menschen
2.1
‘knurren, murren’
2.1.1
absol.:
untriuwe in deme schînet, / swer lachende grînet Freid
43,25
(vgl. TPMA 7,246);
(Part.Präs.:)
der ouch grinunde gat, / so man sin unzuht understat Jüngl
271;
(subst.:)
mîn alter man der zürnet und ist ime leit, / ob ich
einen jungen gerne minne. / [...] ich hân an in
[den jungen] bewendet mîne sinne, / daz ich
dur sîn grînen nien enlâze MF:Reinm
64: 2,5.
– verbunden mit Verben ähnlicher Bedeutung:
grisgrammen:
PrBerth
1:466,12;
Jüngl
343;
zannen:
Pass I/II (HSW)
35148;
BFrau
36;
zürnen:
PrBerth
1:101,3.
1:271,5
2.1.2
mit Präp.:
der tûvil aldâ vor in quam /
[...] und vreislîch kegn im grînende
NvJer
18921(S. 523);
si grinen in sei [murrten über sie
(fremebant in eam Mc 14,5)]
EvAug
113,14;
die svnder [...] / die man hie sit grinen /
und werbin wider gotte Martina
198,42;
[der Leib zur Seele:] do ich vasten solt, / do
grain ich vast wider dich HvBurg
4713.
–
Iuda der da murmerot und grain wider sich selber do er sach dc
Maria Magdalena unserem herren sine fuͤze
[...] hat gesalbet PrSchw
1,47
2.2
‘weinen, heulen, wehklagen, traurig sein’
Pollixena [...] so lute schrei
vnde grein, / daz aller der palas / von irme ruffe vol was Herb
10638;
sam der tuot, / der niht erwern mag sîn guot / âne flêhen,
wan [= man
] füere imz hin: / der lachet
herûz und grinet hinin SM:Gl
2: 4,12;
ir hertz dik grinnet / so der lip geparet sich / sam er si
maniger froden rich SHort
424;
(Part.Präs.:)
und her wart betrûbit [...] und gînc inwec
grînende [
mærens
]
EvBeh
Mc 10,22.
– verbunden mit Verben ähnlicher Bedeutung:
hiulen:
Mechth
7: 39,13;
weinen:
EvBeh
Io 16,20.
Lc 6,25;
Tauler
193,6;
BdN
208,26;
zannen:
MarLegPass
25,260;
SHort
885
2.3
‘(mit den Zähnen) knirschen’
vnd sendent si in den ofen des fivres. da wirt weinen vnd
greinen der zende [
stridor dentium Mt
13,42]
EvAug
31,13.
32,5
2.4
‘(hämisch) lachen, grinsen’
nû habent si haz unt nît, / missehellunge unt strît, / wol
chunnen si spoten unt grînen Erinn
201;
ander in [Jesu] do schultent, /
irn spot also erfultent / mit grinen und mit rassen [=
razzen
‘Toben’
] : / also laid er ir hassen WernhMl
9629
MWB 2 932,45; Bearbeiter: Tao
grîner
stM.
‘einer, der grînet
’, hier als Bestandteil eines
Personennamens:
Volmar der Griner UrkCorp (WMU)
682,13
MWB 2 934,25; Bearbeiter: Tao |