Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gellic - geloubiclîche    


gellic Adj. 1 ‘gallig, bitter wie 1galle ; übertr. ‘Leid zufügend, verursachend’
2 ‘an der 2galle (Pferdekrankheit) leidend’
   1 ‘gallig, bitter wie 1galle’; übertr. ‘Leid zufügend, verursachend’ ez enist niht gelligers dan lîden und enist niht honicsamers dan geliten-hân Eckh 5: 433,4; [Kaiser Dâciân ist] væric als der slange, / unheiles wâre zange, / gellic als diu vipper Georg 4185; ir [schlechter, böser Herren] dornic herze, ir durkel rât, ir gellec munt / hât verhouwen dâ man was gesunt Sigeher 13,11    2 ‘an der 2galle (Pferdekrankheit) leidend’ daz ros [...] wart mager unde slach [...]. / ouch wart ez gellig unde laz Boner 51,39

MWB 2 359,57; Bearbeiter: Bohnert

gellin stF. ‘Rivalin, Nebenbuhlerin’ (zu gelle swF., vgl. Wilmanns, Dt. Gr. 2,311 und Anm. z.St.) oder Verschreibung von → gesellinne (so Klein/Bumke, Index s.v.): Cassandra quam gande [...]. / mit ir ginc Dimena / vnde ir gellin Ethra Herb 16359

MWB 2 360,4; Bearbeiter: Bohnert

gellof stM. ‘Schwager, Bruder des Mannes’ levir: gellof Gl 3:427,50, vermutlich ist aber gello = mhd. → gelle swM. zu lesen, s. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,142f., dort auch Näheres zur Bed. der Gl.

MWB 2 360,9; Bearbeiter: Bohnert

gëllunge stF. ‘lautes Tönen, Klingen’ wann sich darinne [im Kopf] gesämenent die überflüssigkait, das macht du kennen pei disen zaichen, das ist vinstre der augenn [...], gellunge der orenn [ tynnitus aurium ] HvHürnh 44,2

MWB 2 360,13; Bearbeiter: Bohnert

gëlm stM. → galm

MWB 2 360,18;

gëlmen swV. ‘laut tönen, schreien’, subst. Inf.: von lûter stimme gelmen / huop sich dâ wüefen unde braht KvWTurn 1036; rüffen und gelmen / was pey der wilden diet HvNstAp 13897; KvWTroj 33916. 36918; WhvÖst 10250. – bildl., genauere Bed. unklar, wohl verblasst: in des wunsches [personif.] gelmen / geloͤtet und gemalet was / an im [Wilhelm] der schoͤne spigel glas RvEWh 3160 (oder zu galm, gëlm stM.?)

MWB 2 360,19; Bearbeiter: Bohnert

gelobære stM. ‘der ein Gelöbnis ausspricht’ wirt ouch eyn gelobde vorwandilt zwischen dem gloubere und gelobir [...], die burgen syn von deme ersten [ursprünglichen] gelobde los RbMagdeb 424,34; an dit gelovede salt du din herce hangen [...]. / de gelovere, he is warehtihc [= wârhaftic ] Lilie 15,7

MWB 2 360,28; Bearbeiter: Bohnert

gelobede stF. gelübede

MWB 2 360,35;

gelobnisse stN. ‘Versprechen, Verpflichtung’ wir sulen och werven an deme pauiste einen conseruatôr [...] vͦuir dat gelofnisse inde dit gescrihte UrkCorp (WMU) 59,8. 79,14; vor dise gulde inde vor dit gelofnisse, so hain wir der selver vrouwen ze vnderpande gesat vnse hus ebd. N223,26

MWB 2 360,36; Bearbeiter: Bohnert

geloc stN. auch gelo(y)g, -loch. – vgl. mnl. gelach (MNW 2,1185ff.). Bed. wohl ‘Mahlzeit’ oder ‘Anteil, den jeder Teilnehmer eines Gastmahls bezahlt’ des hain ich gehaven 26 geloch, ygelich vor 7 haller StRechAachen 404,13. 404,15. 407,32. 407,37

MWB 2 360,42; Bearbeiter: Bohnert

gelohe swSubst. ‘(auflodernde) Flamme’ sô man ez [Ebenholz] in ain gar grôz feur legt, sô verprint ez und wirt verzert, aber ez gibt niht flammen oder glôhen BdN 321,9

MWB 2 360,48; Bearbeiter: Bohnert

gelôs Adj. ‘frei, ledig’ dei [ borglenen ] sulen wi gelos machen of wederlegen UrkCorp (WMU) 56,10; es lit an eime rehten underworfenen demuͤtigen gelosen grunde MerswNF 38,5; (oder = gelâʒenen?)

MWB 2 360,52; Bearbeiter: Bohnert

gelöschet Adj. ‘mit lösche (feinem rotem Leder) versehen’ die Hildemârs gelöschten schuoh die sint von rôtem ledere Neidh WL 29:8a,1

MWB 2 360,57; Bearbeiter: Bohnert

gelost stMF. gelust

MWB 2 360,60;

gelœte stN. auch gelôt(e). – Koll. zu lôt stN. 1 ‘Gewichtstücke, Gewichtsatz’ , bes. zum Abwägen von Edelmetall
1.1 eigentl.
1.2 bildl.
2 ‘Gewichtsmaß: Münzgewicht, -sorte, Währung’ , mit Angabe des Geltungsbereichs, meist im Gen. qualitatis oder in Präp.-Gruppe
3 ‘festes Gefüge, Fuge’
   1 ‘Gewichtstücke, Gewichtsatz’, bes. zum Abwägen von Edelmetall    1.1 eigentl.: ein silberwâge er gewan / und ein gelœte alsô starc [schwer] / daz ez [La. er ] wol die zwelften marc / in die einleften wac [d.h. zwölf Mark für elf abwog] StrAmis 1839; der vnreht geloͤte hat. swer ein gelœte ringer machet eines einigen phenninges, denne ez ze rehte sin sol, dem sol man daz hovbet abe slahen SchwSp 159a; ez sol alles silbergloͤt gerihtet sein nach dez muͤnsmaisters gloͤt StRMünch 188,4; all weber suͤllen eysnein geloͤt haben ebd. 219,22. 437,8; steinein geloͤt ebd. 211,2 u.ö.; UrkCorp (WMU) 1161BA,11; StRAugsb 18,17 u.ö.; RbBasel 8,6.7. 7,10; NüP 193 u.ö. – auch Pl., für mehrere Gewichtsätze oder die einzelnen Gewichtstücke? alle die maze [...] vnd alle div gewege, da mit man silber oder golt wiget, [...] dar vber sol der schultheize vnd der rat zwene biderbe burger sezen, daz die bewaren, daz beide div mez vnd div geloͤte reht sin UrkCorp (WMU) 372,47. 1695,1    1.2 bildl.: nun loufet ez die lenge niht, / der allez daz, daz ime geschiht, / mit Karles lôte [La. geloͤte ] gelten wil Tr 277; manigen ellenhaften slac / ietweder dem andern durch ein sterben wac, / an dem geloete sie ez ein ander wâgen Loheng 2126; ich bin dir innenklichen holt, / hastu das geloͤte, ich habe das golt. / alles, das du hast dur mich getan [...], / das wil ich dir alles widerwegen Mechth 2: 25,75. – auch für die einzelnen Gewichtstücke: da [in der Hölle] ligent elliu diu gelote / uf des ewigen todes wage StrKD 136,144    2 ‘Gewichtsmaß: Münzgewicht, -sorte, Währung’, mit Angabe des Geltungsbereichs, meist im Gen. qualitatis oder in Präp.-Gruppe: vnd wart mir dc [ silber ] giwegen bi der gewiht, dc da heiset Zvrich geloͮte UrkCorp (WMU) 229,19; drivhvndirt marke silbirs Friburger giloͤtis ebd. 180,35 u.ö.; vur sehzech marche lothiges silbers nach Kostenzære gelothe ebd. N132,31; auch unflekt.: dreierhvndert vnd sechs vnd zwaynzich marchk lotiges silbers Regenspurger gelote ebd. 2699,35; zwo march silbers Wienisches gelôt ebd. N187,27    3 ‘festes Gefüge, Fuge’ der starken blech gelot / si [herabfallende Steine] von im entranten WhvÖst 11696

MWB 2 360,61; Bearbeiter: Bohnert

geloub- s.a. geloup-

MWB 2 361,42;

geloube stF. swM. 1 ‘Zuversicht, Dafürhalten, Überzeugung’ ,
1.1 allg.
1.2 jmds. ~ ist , jmd. hât gelouben ‘jmd. glaubt, nimmt an, vertraut darauf’ , mit abh. Satz
1.3 jmdm. etw. ze geloube(n) sagen ‘jmdm. etw. glaubhaft, zuverlässig genau sagen’ , formelhaft in Ausdrücken der Unsagbarkeit
2 ‘Glaub-, Vertrauenswürdigkeit’
3 relig., ‘Glaube (an Gott)’
3.1 allg.
3.2 bes. rehter , wârer und unrehter , valscher
3.3 swacher ~ ‘Aberglaube’
3.4 ‘christliches Glaubensbekenntnis, Credo’
   1 ‘Zuversicht, Dafürhalten, Überzeugung’, teilw. nicht sicher von 3 abzugrenzen    1.1 allg.: si [Sarah, der die Geburt eines Sohnes verheißen wurde, Gn 18,10ff. ] lahchote, neheiner geloͮbe si ne phlac VMos 18,26; daz [Halmorakel] trœstet mich: dâ hœret ouch geloube zuo Walth 66,12; âne minne wirdet niemer herze rehte vrô. / sît ich den gelouben hân, / frouwe Minne, / fröit ouch mir die sinne ebd. 14,10; ez ist zwaier hand ait, einer von wissen, der ander von gelauben. der erst ait ist, daz ein man sweret, daz er gesehen oder gehoͤret hat und wares wais. der ander ait ist, daz ein man sweret, daz er ân zweivel vestichlichen gelaubet StRMünch 281,26; MF:Reinm 51b:3,6; MF:Mor 22:5,1; StrAmis 1466    1.2 jmds. ~ ist, jmd. hât gelouben ‘jmd. glaubt, nimmt an, vertraut darauf’, mit abh. Satz: der site [der Beschneidung] ist hivte undir judischem livte, / und ist ir geloͮbe ez si in bezzer danne div toͮffe GenM 37,8; mîn gloube ist, sol ich leben, / ich wirde endelîchen alt MF:Reinm 54: 5,1; daz ist der min geloube, [...] / daz sie [gefallene Krieger] uor gote iemir leben Rol 8648; Tr 6439. 4718; Eracl 1770; Ottok 5742; Tannh 1,51; MerswZM 49,14; Minne, kûme ich hân gelouben daz iht grôz sî dîn gewalt KLD:Kzl 4: 3,1; KvWSilv 1598    1.3 jmdm. etw. ze geloube(n) sagen ‘jmdm. etw. glaubhaft, zuverlässig genau sagen’, formelhaft in Ausdrücken der Unsagbarkeit: ich enkunde iu wærlîche / ze gloube [zuverlässig genau] nimer daz gesagen, / waz er ritter hât erslagen UvZLanz 3851; wer möhte in daz ze gloube sagen / daz ir künec gevangen lac? Bit 1614; ErnstB 3051; Dietr 9653    2 ‘Glaub-, Vertrauenswürdigkeit’ gezivge ditze chovfes vnd ditze gewerbes sint: [...] Perhtolt [...] vnd ander piderbe livte, die gvtes gelouben sint UrkCorp (WMU) N303,11; da sol er sweren vmb die erchantnus der sum, daz er also vil sol haben von dem schuldiger, vnd sol ym machen ein glauben mit einem offen justrument [l. instrument ] StatTrient 179    3 relig., ‘Glaube (an Gott)’    3.1 allg.: daz diu tumbe diet / sich von gotes gelouben schiet RvEBarl 9872. 14278 u.ö.; die christenliche gloube Gen 2868; nu íh ábo ze sînemo [Christi] gelôuben [La. siner gloubo ] bín kúman Will 48,19; und hiez in daz edel wîp / zuo dem gelouben bringen / [...] von der unrehten heidenschaft RvEBarl 12157. 13282; Will 48,41; die ave an dem [La. der ] geloube gestênt, vile wole der ding ergêt Gen 2875; wie sîn geloube stüende, / des enhete si deheine künde Wh 291,19; mir wone der geloube bî, / dâmit ich kristen genennet sî Ottok 62644; chetzer, iuden und heiden / dunchent uns die gotleiden, / wand si des glouben niht enhant StrKD 112,3; haran gedenken allie, die getoft sint [...] vnd ogen irn geloben, den sie hant ze gotde UrkCorp (WMU) 93,2.4; wurke den gelouben mit der hant [d.h. tue gute Werke, vgl. Iac 2,14ff.] ErzIII 36,235; VMos 12,10. 42,22; Rol 3925; SSp(W) 3:57,1. – auch Pl.: swie vil der ungelouben ist, / der glouben ist niht wan einer StrKD 158,659. – auf ketzerischen und nicht-christlichen Glauben bezogen: dv bihte werde getan [...] niht nah der chezer gelovbe vnd ir lere Bihteb 16; er ist unkristens glouben LvRegSyon 1304; nach der heiden geloube Ianus daz ist dez iares got MNat 16,12; Herb 3508. – personif.: Wisheit und Gerehtekeit, / Gloube Trost Bescheidenheit / [...] nu haten alle riche kleit / die juͦngfrauwen alle gar HvNstGZ 247a. 1346; SHort 1489    3.2 bes. rehter, wârer und unrehter, valscher ~ : katholicam fidem: rehten gelovben PsM C 11,1.3; fides recta: gloube diu rehte WindbAthGl 143; mit rechtime gelowen Roth 4140; Lucid 98,12. 101,2; PrGeorg 202,3; PrWack 20,51; er möht erbarmen die halt sint / des wâren gelouben âne, / juden, heiden, publicâne Wh 162,29; VEzzo 401; HvBurg 4594. die der sint in der ûnrechtun glouba PrWack 20,35; daz du dich lieszest töfen nach cristenlicher dat, / und falschen glauben lieszest underwegen sin WolfdD(H) 450,3; LvRegSyon 1319; MarGr10 34; TürlArabel *R 155,26    3.3 swacher ~ ‘Aberglaube’ deheines swachen gelouben er phlac Er 8123; ez ist ein ungevueger spot, / daz dû [...] irrest / an swachem gelouben; / nû lâz dich niht berouben / dîner wizze RvMunre 643; daz ich nimmer mêr gesage / keinen swachen gelouben ebd. 1247    3.4 ‘christliches Glaubensbekenntnis, Credo’ di rede des geloubin / aldus beginnit, / so man in den buchen uindet: / credo in unum deum Glaub 58; uns saget der geloube [...], / daz wir ze jungist schuln erstan VRechte 373; darumme sprechen wir in unsime geloubin daz he hait geschaffin di gesichticlichin und unsichticlichen dinc Parad 32,18. 31,24; Ottok 62642; TvKulm 2617. – jmdm. den ~ vorsprechen: dô sprach er im den gelouben vor. / er sprach hinnâch [verstärktes nâch ] EnikWchr 25483; daz man [...] den siehhen [...] den paternoster, daz Ave Maria und den gelauben vorspreche StRMünch 115,24; TrSilv 294; Ottok 3443. 3447; FabelCorp 37,148. den ~ kunnen, singen: swer den gelouben rehte kan, / der weiz wol, wier [Christus] uns wider gewan Freid 8,2; der dorfman ist niht wol beriht, / kan der pfaffe des glouben niht ebd. 70,21; nach dem ewangelio singet men den geloͮben Lucid 97,7. 79,3

MWB 2 361,43; Bearbeiter: Bohnert

geloube swM. ‘der Gläubige’ so lont uns got so hohe niht, / als er nu den gloubenden [La. gelovben ] tuͦt; / die zæigent im geistlichen muͦt StrKD 12,111

MWB 2 363,21; Bearbeiter: Bohnert

geloubelîn stN. ‘kleiner Glaube’, pejorativ; Pl.: sô gît der tiuvel manigen rât, / daz wir dâ vone [vom rechten Glauben] kêren / unde lêzet uns vaste lêren / andere bôse geloubelîn [falsche Glaubenssätze, Aberglauben] Kröllwitz 3753

MWB 2 363,25; Bearbeiter: Bohnert

gelouben swV. 1 ‘(jmdm.) etw. (Gen./Akk.) glauben, etw. (von jmdm. Gesagtes, Vorgebrachtes) für wahr halten’
1.1 allg.
1.1.1 mit Gen.d.S., häufig des mit folgendem erläuterndem (meist daz -)Satz
1.1.2 mit Akk.d.S.
1.1.3 mit abh. Satz
1.1.4 mit Dat.d.P. und Gen./Akk.d.S.
1.2 im Ggs. zu sinnl. Erkenntnis/ wizzen
1.3 formelhaft obe ir mirs geloubet u.ä., beteuernd: ‘glaubt es mir’
1.4 phras.
2 ‘jmdm./  einer Sache (ver)trauen, Glauben schenken’
2.1 mit Dat.d.P.
2.2 mit Dat.d.S.
3 auf Zukünftiges bezogen, ‘auf etw. vertrauen, etw. zuversichtlich erwarten’ , mit Gen.d.S.
4 ‘an (einen) Gott glauben’
4.1 tr.
4.2 mit an
4.3 ohne Obj.
4.4 subst. Inf.
5 ‘an etw. (relig. Lehren) glauben, etw. für wahr halten’ , überw. in Glaubensbekenntnissen und katechetischen Reden
5.1 tr.
5.2 mit an
5.3 mit daz -Satz
6 ‘nachgeben, entgegenkommen; sich freundlich erweisen’
6.1 mit Dat.d.P.
6.2 mit Dat.d.S.
7 ‘jmdm. etw. erlauben, gestatten’
8 refl., mit Gen., ‘einer Sache entsagen, auf etw. verzichten, mit etw. aufhören, von etw./jmdm. ablassen, sich von jmdm. trennen’
8.1 mit Gen.d.S.
8.2 selten mit Gen.d.P.
   1 ‘(jmdm.) etw. (Gen./Akk.) glauben, etw. (von jmdm. Gesagtes, Vorgebrachtes) für wahr halten’    1.1 allg.    1.1.1 mit Gen.d.S., häufig des mit folgendem erläuterndem (meist daz-)Satz: dâ was von liuten grôz genuht, / für wâr sult ir gelouben des KvWTroj 24991; ez spricht auch Aristotiles, daz der igel stênde unkäusch mit seinem weibel [...]. iedoch sagt man mir, daz weibel leg sich an den ruck; des gelaub ich paz BdN 138,23 u.ö.; Wh 359,12; UrkCorp (WMU) 2787,41; wir bitten ivch, ist dc si ivch icht andirs han gesagit von vns, dc ir des nicht geloͮbent ebd. 902,27. geloubent endelîche des, / er [Achilles] wonte bî Schîrône KvWTroj 11178; frouwe, ir sult gelouben des, / daz der stolze Gâlôes / [...] tôt lac von der tjoste mîn Parz 134,23. 500,16; KvWTroj 13678; StrAmis 1730; daz beidiu wîp und man / gelouben wil der maere, / daz si [Kriemhild] der helle swaere / habe von solhen schulden KlageB 557; KvWTroj 10978    1.1.2 mit Akk.d.S.: swer dir saget ein mære / daz unmügelich wære [...], / daz engloube niemer LBarl 3890; vnd swaz der [ prior ] sagt, daz sol man gelovben UrkCorp (WMU) 487,24; daz di, di den brief an sehen, im [dem Empfänger der Urk.] di reid claubin ebd. 3588,9; NibB 129,3. 2334,1; Greg 3201. si gleubtin in selbir kein weg [für sich keinen Ausweg (vor der Sintflut) finden zu können] Dalimil 1,12. von jmdm. (an jmdn.) ‘in Bezug auf jmdn.’ er gloubet sô kranc dinc von gote, daz erz sînen kinden ungerne seite PrBerth 1:401,32; waz suln wir von gote geluͦben? Lucid 3,1; Konr 5,33; sô ist verlorn al swaz er [der niuwan schalcheite pfligt ] tuot, / wan nieman guotlichen muot / noch zuht an in gelouben [ihm zutrauen] kan WolfWiege 1709; mit Inf.: dar mugit ir geloͮbin / von manigir schonir urowen / weinim unde hantslagin [dass sie weinten und die Hände zusammenschlugen] Roth 2881    1.1.3 mit abh. Satz: wart iht dâ friwentlîche getwungen wîziu hant / von herzen lieber minne, daz ist mir niht bekant. / doch enkan ich niht gelouben, daz ez wurde lân NibB 294,3; UrkCorp (WMU) 980,27; Stagel 116,21; ganzeklih ze geloͮbenne, swc die vorgenanden drie sagiten UrkCorp (WMU) 2583,16; daz si geloubten âne wân, / swaz er spræche, ez wære wâr StrAmis 1276; jâ solt du dran [in Bezug darauf] gelouben, sun, ez [das gewant ] ist dir guot WolfdA 431,3. ûf jmdn. ‘in Bezug auf jmdn.’ herre kúnig, du solt uf mih / geloubin niht, das mih uf dih / iender dúrste oder uf din bluͦt / oder uf din riche oder uf din guͦt RvEWchr 25126    1.1.4 mit Dat.d.P. und Gen./Akk.d.S.: gloubet mir des ich iu sage: / der [Alexander] dêch baz in drîn tagen / dan al ander chint, / sô si drîer mânôt alt sint VAlex 117; daz er mir bi seinen triwen gesagen mach, des sol ich im gelovben UrkCorp (WMU) 2811,8; vnd iahen, daz gehort zv irem goteshavse. dez wold ich in nicht gelauben ebd. 3378,5; Parz 404,4; Wh 271,15; KvWTroj 13068. 15987; man geloubt dir nû der mære StrKarl 6131; phras. (TPMA 5,36): es geloubt niht ein kint sînem vater [La. eime kinde nicht sin vatter; es ist ganz unwahrscheinlich] UvZLanz  (K) 4847. zewâre, geloͮbe dû iz mir, / got sprichet zuͦ dir Exod 853; daz geloubet mir Iw 1184. 8013; geloubet mir ein mære ebd. 2327; nu entwâfent er sîn houbet: / dô wart ez im geloubet / daz erz her Îwein wære ebd. 4262; Mühlh 150,17    1.2 im Ggs. zu sinnl. Erkenntnis/wizzen: man mag es wol gelouben, aber nút mit sinnen begriffen Tauler 121,23; wir blinden und wir touben / wizzent nicht, wir gelouben / der dinge die wir nie gesan HeslApk 3412    1.3 formelhaft obe ir mirs geloubet u.ä., beteuernd: ‘glaubt es mir’ het ich vil edele gesteine, / daz mües ûf iuwer [einer maget ] houbet, / obe ir mirs geloubet Walth 74,26; Parz 746,28; derz gelouben wolte, / sô erkande ich wol die vuoge, / wenne unde wie man singen solte Walth 48,22; WvRh 1441; geloubestu des, Prünhilt, er ist wol Gunthers genôz NibB 819,4; SAlex 4366; Priesterl 373; Parz 682,17    1.4 phras.: swerz niht geloubt, der sündet [man muss es unbedingt, ohne weiteres glauben] Parz 435,1; er sündet, swer des niht geloubet, / daz ich möhte geleben manigen lieben tac, / ob joch niemer krône kæme ûf mîn houbet MF:KaiserHeinr 3:4,1    2 ‘jmdm./  einer Sache (ver)trauen, Glauben schenken’    2.1 mit Dat.d.P.: swie wê dem menschen geschiht, / er geloubet doch dem andern niht Freid 23,11 (TPMA 5,36); Adam, daz dv dim wibe baz gloͮbest denne mir [Gott] Konr 24,37; er [der von Noah ausgesandte Rabe] ne sagete ime niht widere / dehein gelovblich pilde. / do sante er uz di tuben. / der wolter gelovben VMos 13,9; UrkCorp (WMU) 59,17; wer och, dc dekeiner wêruͥ der korn zeder muͥli brêchtuͥ, dem der muͥlner gelouben nuͥt enwolte vmb [in Bezug auf] dc korn [...], so sol er dc korn mêssen UrkCorp 3474,2. – formelhaft am Schluss von Zeugenlisten: Fritz der æhter vnd ander biderbe leute genuͦch, den man wol gelaubt UrkCorp (WMU) 2426,25; vnde vil anderre lvͦte, den ze globenne ist ebd. 1803,4 u.ö.    2.2 mit Dat.d.S.: si engeloupten niemens sage / niuwan ir selber ougen AHeinr 1392; wer sine wort gehorte, / der geloubete in Elis 3253; UrkCorp (WMU) 1083,8    3 auf Zukünftiges bezogen, ‘auf etw. vertrauen, etw. zuversichtlich erwarten’, mit Gen.d.S.: wan si des wol versâhen sich / und des gelouben wolten, / ob si gesigen solten, / daz müeste an sîner [des Priesters Zambrî ] helfe stân KvWSilv 2779. – mit Ersparung des Obj.: nû müeze mir geschehen, als ich gloube an ir [in Bezug auf sie] Walth 121,23    4 ‘an (einen) Gott glauben’    4.1 tr.: einen got vil lobesamen / geloube ich RvEBarl 1982; nû solt dû got / gelouben ebd. 3891. di sint vil saliger die mich [Christus] geloubent unde mich niene gesahen AvaLJ 184,5. ze einem gote geloube ich in [ Krist ] RvEBarl 8340. 12021    4.2 mit an: ih geloube an einen got Glaub 67. 189; Spec 1,2. 1,14; ich pin cristen vnd geloͮbe an den heiligen Crist Konr 13,18; Georg 3099; Parz 817,11; LaurinA  (L) 1041; Mechth 7:54,11. geloͮbe an die gote! Konr 13,19. 14,22; frou, an wen geloubet ir? / [...] herre, zwêne got ich hân: / Erculem und Apollen Georg 1956. – vereinzelt in: ih gloube in den heiligen geist Glaub 1658. 3642; LinzGl 459,1. 460,25    4.3 ohne Obj.: swer niht gloͮbet, der ist hie verteilet [ Io 3,18 ] Spec 2,3; RvEBarl 3173; Eckh 5:270,1; wir geloͮben cristanliche, nit alse juden noch als ungeloͮbige cristan lúte Mechth 7: 54,5. als die heidene gloubint MNat 15,32    4.4 subst. Inf.: gelouben und gedingen / müezen die rehten wîsheit bringen LvRegSyon 2864; ein ganz glouben ist vil mêr dan ein wænen in dem menschen Eckh 5: 270,3; HeslApk 21211    5 ‘an etw. (relig. Lehren) glauben, etw. für wahr halten’, überw. in Glaubensbekenntnissen und katechetischen Reden    5.1 tr.: ich [...] gloͮbe die gemeine allir gotis heiligin Spec 1,16. 1,18; ih gloube eine toufe Glaub 3655. 3633. 3696; dû solt gelouben die ûfvart RvEBarl 3904. 567; die wîssagen [Lehren der Propheten] geloubten sie [Juden] ebd. 10767. die juden liezen rouben / ir herze des gelouben, / den sie gelouben solden RvEBarl 10755    5.2 mit an: ich gloͮbe an [...] die heilige christinheit allicki Spec 1,14; wir geloͮben an dú werk und an den tot únsers herren Jhesu Christi Mechth 7: 54,10    5.3 mit daz-Satz: wir gelouben daz di namen dri / ein wariu gotheit si VEzzo 415; dû solt gelouben, daz sîn tôt / uns lôste von der helle nôt RvEBarl 3899. 6753 u.ö.; BenedGlB 338,5 u.ö.; MünchnGlB 22 u.ö.; KvWSilv 1626. si [die chezer ] gelovbent, daz ein iegelicher gvot mensche mivge dem menschen aplaz geben siner sivnden Bihteb 16; wande siv [ die vngelobigen heidene ] englobent nvt, dc got sie UrkCorp (WMU) 93,16    6 ‘nachgeben, entgegenkommen; sich freundlich erweisen’    6.1 mit Dat.d.P.: ist got an sîner helfe blint, / oder ist er dran betoubet, / daz er mir niht geloubet? Parz 10,22; Rûal [...] geloubete Tristande / und sach die jugende an im an; / sô entweich [gab nach] aber Tristan / den tugenden an Rûâle Tr 4530; VRechte 88; En(FSch) 323 (vgl. Anm. z.St.). wol/baz ~ : [der Wolf erlegt dem Fuchs, wie dieser zuvor ihm, für dessen Sünden eine milde Buße auf:] ich gloube dir wol, sam tuostu mir Renner 3543; der wirt [...] geloupte dem gaste deste baz Iw 4395; WälGa 447    6.2 mit Dat.d.S.: si [Kudrun] wolte iedoch niht gelouben [...] Gêrlinde lêre Kudr 995,4    7 ‘jmdm. etw. erlauben, gestatten’ herre, nu erloube [La. gelofe ] duz mir Rol 1311; der sol noch hiute der erste sîn / an die rîter, ob ir erloubt [La. geloubet ] ez im Wh 335,19. – mit daz-Satz: dem meier und sînem wîbe / den mac man wol gelouben [d.h. nicht verübeln] , / man enwelle si rehtes rouben, / daz si dâ heime niht beliben AHeinr 1397. – mit Ersparung des Dat.: mîn muoter niht geloubet [erlaubt mir nichts, will mir keinerlei Freiheit gestatten] , / [...] mit den kinden zuo der linden ûf den anger ich doch muoz Neidh SL 8:2,2    8 refl., mit Gen., ‘einer Sache entsagen, auf etw. verzichten, mit etw. aufhören, von etw./jmdm. ablassen, sich von jmdm. trennen’    8.1 mit Gen.d.S.: ob sich ein man des swertes gelaubet und alles werltlîches geschäftes SpdtL 109,4; er geloubet sich der beider, / vreuden unde cleider Iw 2813; sumelich [Missgeburten] hieten an den brusten munt / an den ahselen oͮgen, dei muͦsen sich des hoͮbetes geloͮben [d.h. hatten keinen Kopf] GenM 26,6. gelovbe dich des vbelen vnde tvo daz gvote [ Ps 36,27 ] PrZürich 7,35; dû geloubter sich der heidenschefte sâ / unde geloubet ane got JJud 1599; si negiloupten sich ir zorne si wâren die flornen Gen 2734; geloubet iuch des sturmes, alle mîne man! NibB 216,1. 1544,4; sanges habent sich diu kleinen vogelîn geloubet: / alsô möhte ich wol mit mînem sange stille dagen Neidh WL 13:1,8; die jager und die hunde / sich in der selben stunde / geloubten der vorlornen jaget HvFreibTr 2417. ich râte ouch den tumben daz, / daz sie sich des gelouben / und in diu gotes tougen / sô tiefe niht gedenchen Aneg 53; des sult ir iuch gelouben Parz 364,22. 78,5; StrKD 122,14; MF:Reinm 21:1,6. 52:1,4; DvASchr 387,21; – wohl auch hierher: nû daz der keiser lobelich / alsus getâner rede sich / het aldâ geloubet [diese Rede beendet hatte] KvWSilv 1631. – vereinzelt mit Dat. des Refl.-Pron.: irn brennet noch enrovbet; / alles vbeles ir iv geloubet Warnung 256. – mit Gen. des Inf.: si [Maria Magdalena] hat mine [Christi] fuͤze al stunt / [erg. sich ] chussens nie geloûbet [ Lc 7,45 ] GvJudenb 753    8.2 selten mit Gen.d.P.: er [Iweins Kampfgegner] geloupte sich des man / und lief den [Iwein zu Hilfe gekommenen] lewen drâte an Iw 6765; sîn [Alexanders] fater habet sich sîner mûter geloubet [von ihr getrennt] [...]. / er lîz die sîne mûter VAlex 389; du solt dich gelouben / anderre wîbe. / [...] die solt du mîden MF:Eist 5,6; von diu negeloubest dû dich des wîbes [darum sagst du nicht, ich will nichts von ihr wissen] Kchr 12316

MWB 2 363,30; Bearbeiter: Bohnert

geloubendic Adj. ‘gläubig’, präd.: Thoma, mich han gesehen dyͤ augen din, / dez schaltuͤ gloubending sin OsterSpI 1135

MWB 2 366,59; Bearbeiter: Bohnert

gelouber stM. ‘der glaubt, der Gläubige’ des tiuvels glouber [der an den Teufel glaubt, sein Anhänger ist] KvWPart 915; daz [die Jungfrauengeburt] lat nieman gut gesin / denn ain slechter [schlichter, unverbildeter] gelober Teichn 589,85

MWB 2 366,62; Bearbeiter: Bohnert

geloubic Adj. 1 ‘(an den christl. Gott) glaubend, gläubig’
1.1 attr.
1.2 präd.
1.2.1 ohne weitere Erg.
1.2.2 mit Dat.
1.2.3 mit Präp.;
1.3 subst.
2 ‘an etw. glaubend’ , im relig. Sinn
2.1 mit Gen.
2.2 mit Präp. an/in
2.3 mit abh. Satz
3 ‘(jmdm.) etw. glaubend, etw. für wahr haltend’ , mit Gen.d.S.
4 ‘auf etw. vertrauend, etw. zuversichtlich erwartend’ , mit Gen.
5 ‘(jmdm.) glaubend, vertrauend, Glauben schenkend’ ;
6 ‘glaubwürdig, vertrauenswürdig’ , von Personen
7 ‘glaubhaft, glaublich’ ;
8 ‘nachgebend, nachgiebig’ (zu gelouben swV. 6 )
   1 ‘(an den christl. Gott) glaubend, gläubig’    1.1 attr.: der glǒbige man nescol irre lere nieht suchen JPhys 22,6; der werde furste rich / wol gloubec unde cristenlich [...] / ein enlender bilgerin / wolde in godes namen sin Elis 4674; dar vmbe so ist der here sunnetage zu eren von allen geloͮbegen menischen Konr 1,19; UrkCorp (WMU) 93,5; BdN 268,8. 431,5; ClosChr 33,21. swer daz selb hilig bluͦt wirdichlich mit geluͤbigem hertzen enpfæcht PrOberalt 79,13; KvWPant 70; MarlbRh 57,15; dri besunder messe [...] ze hilfe vnd ze trost [...] allen gelaubeigen selen, si sint lebendig oder tot UrkCorp (WMU) 3581,40; PrGeorg 341,12; Spec 147,21; Rol 9090. in unsers herren ere / wuchs die geloubige zahl [die Zahl der Gläubigen] / zu Ierusalem PassIII 38,2    1.2 präd.    1.2.1 ohne weitere Erg.: swer geloubic ist und getoufet, / umbe den gab Christ sinen lip StrKD 112,22; wolt ich [Konstantin] niht geloubic sîn [...], / son hæte ich niht [...] / die boten mîn nâch dir [Silvester] gesant KvWSilv 1537; daz die lút gelobig wurdent und sich bekertent PrGeorg 9,25; Alkuin 26; Konr 10,69. 13,15. daz bézêichenet di der neuuedir noh ungeloubige noh rehte geloubige nesint ÄPhys 6,4; si [ ein riche wip ] waz nicht wol geloubic, wan si ginc mit dem dufele umbe HlReg 43,19; Thomaz wol geloubech wart / vnde an die wahrheit bekart / wande er im [Christus] in die wunden greif PassI/II 95,7. [Barlaam zu Josaphat:] ich weiz, daz dîn lant / von dîner lêre geloubic ist RvEBarl 15435    1.2.2 mit Dat.: dâ mite er [Christus] ein vorbilde lie / allen, die im gloubic sint RvEBarl 2731; daz der patriarche Abraham ime [Gott] also getruͦwe und also geleubeg was NvLand 12,22; RvEGer 6273    1.2.3 mit Präp.; überw. an: si wâren schiere worden / geloubic an den wæren got KvWSilv 851; do wart des ludes in dem zil / an Christum geloubich vil PassI/II 133,36. 80,89; [die von Jesus in seiner Kindheit gewirkten Wunder sind vergessen] wan an in gloubec nieman was / und wan er noch dô nit an in / genomen hâte die junger sîn, / die [...] haeten si sunder wân / der welte offen getân WvRh 6697. 8196; RvEBarl 6935. 14538; RvEWchr 997; vereinzelt auch von Maria: es wurd geschriben alles gar von gottes frúnden, die in den ziten warend und geloͤbig wurdent an got und an sin muͦter WernhMl 1,6. – vereinzelt in: niht vmb dis alein bit ich. svnder für dise di dvrch iriv wort gelaübich sint in mich EvAug 263,13    1.3 subst.: daz ih disi armin giloubigin / irlosi von den heidinin ÄJud 197; wildu auer wizzen wer din naheste sîge? daz ist ain igelich geloubigêr Alkuin 46; alliv dinch sint müglichen dem gelaübigen [ Mc 9,22 ] EvAug 99,13; JPhys 22,5; PrGeorg(Sch) 10,71; StatDtOrd 23,28; Eckh 5:61,5. – mit Gen.: allen gotes geloubigen [...] den wunschet bruder Burchart von Swanden [...] heiles in gote vnsem herren UrkCorp (WMU) 975,9; UrkDOHess 1,378 (a.1289). – vereinzelt mit Präp. in: allen gelouegen in Christum, beide, de nu leuen vnd noch leuedich werden, ewegen heil an vnsem herren godde UrkCorp (WMU) 1091,40    2 ‘an etw. glaubend’, im relig. Sinn    2.1 mit Gen.: tuo dû, herr, [...] / daz si gelouben, daz niht enist / dhein ander got wan dû ein, / und daz ouch niht sô rein / ist, sô dû, herr mîn, / und daz si des geloubic sîn EnikWchr 8362; die helle [diese Hölle, d.h. der helle grunt ] Jhesus nitt zerbrach / noch losst da niemand uss pin: / des soͤllend wir geloͤbig sin KvHelmsd 2476    2.2 mit Präp. an/in: sô tuo daz ich dir hân geseit, / und wirt geloubic an den touf KvWSilv 1531; da von so wil ich vechten / kein den die hie verechten / Jhesu cruce und die man / die geloubic sint daran Daniel 1738; allen den, die in Cristis namen giloͧbig sint UrkCorp (WMU) 173,41    2.3 mit abh. Satz: swaz si da singen oder sagen kunden / in kristenlicher wise, wart er und al di sine geloubik funden JTit 472,4    3 ‘(jmdm.) etw. glaubend, etw. für wahr haltend’, mit Gen.d.S.: [Elisabeth zu Maria:] wan du des engels worte [oder Dat.Sg.?] / bist geloubec worden nû, / dâ von gesegnet sô bist dû WvRh 3014; wie lange wil diz lút nu sin / ungeloubig an dén worten min / und niht geloubig mir, des ih / in han gesagit? RvEWchr 13660    4 ‘auf etw. vertrauend, etw. zuversichtlich erwartend’, mit Gen.: ‘ir vart sô zorniclîchen’ sprach diu frouwe guot, / ‘und bin doch des geloubic daz ir mir niht entuot’ WolfdA 300,2; du solt mir guotes biten, / wan ich dich nie erzurnde: des ich geloubic bin OrtnAW 75,3    5 ‘(jmdm.) glaubend, vertrauend, Glauben schenkend’; attr.: Îsôt diu weinde starke. / der geloubege [leichtgläubige] Marke / ‘schœne’ sprach er ‘saget mir, / waz wirret iu, waz weinet ir?’ Tr 13904. – präd.: welt ir mir niht geloubic sîn EnikWchr 7430; WhvÖst 6951; und dise menschen sint allen menschen geloͤibig [gegenüber allen Menschen vertrauensvoll] und barmherzig Tauler 176,15    6 ‘glaubwürdig, vertrauenswürdig’, von Personen: ist daz iemant eim purger [...] ein maulslack slecht, [...] der schol sich selb drit unschuldigen glaubiger man StRBrünn 366; Pertholt der âmman von Minnebach vnd manger ander gelovbiger man UrkCorp (WMU) 1104B,10    7 ‘glaubhaft, glaublich’; von Aussagen: sine [ des fursten ] spruche sunder var / waren gloubec unde war Elis 3250; geloubic ist daz worden / daz di drî verlougnus [des hl. Petrus] / ergîngen alle in Anne hûs JvFrst 4942. – von Sachen: kainer ward nÿ so weyß / der gar volschreiben möcht / daz wunder noch endöht, / wann ez nit gelaubig ist GrAlex 5693    8 ‘nachgebend, nachgiebig’ (zu → gelouben swV. 6 ): wir furhten dez libes tot / und sin im gelovbic wol Martina 243,77; wo die lúte [...] einen bihther findent der in liht semfte ist und in erloͮbet ire wise und in gloͮbig ist [...], den kiesent die lúthe us und sprechent er si ein bidderman MerswNF 28,27

MWB 2 367,3; Bearbeiter: Bohnert

geloubicheit stF. ‘Gläubigkeit’ credulitatem: globicheit PsWindb 92,Oratio; das der gelaub on die werck nicht trait / noch die werck an die gläubikaitt Teichn 701,122

MWB 2 368,58; Bearbeiter: Bohnert

geloubiclîche Adv. ‘gläubig, gläubigen Sinnes’ wir sulens [des Kreuzes] gelouphafte [La. geloubichlich ] ’npflegen Wh(L) 31,30; wiͤr sullen in [Christus] sehen mit dem muͤt / gelaubichleich Teichn 9,47; so begot man den dag [der Kirchweihe] hoch gelobkliche ElsLA 764,15

MWB 2 368,62; Bearbeiter: Bohnert