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ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   geloubiger - gëlt    


geloubiger stM. ‘Gläubiger, Kreditgeber’ noch dem sol auch der gelaubiger das haus oder erbe dem schuldiger anpieten [...]; wil oder mag er denne das nicht wider zu im ledigen, so mag der gelaubiger das haus oder erbe vorkaufen StRPrag 74. 73

MWB 2 369,4; Bearbeiter: Bohnert

gelöubisch Adj. ‘gläubig’ ob ez daz himelprôt sei, daz got dem gläubischen [La. geloubigen ] volk sante in der wüesten BdN 90,26

MWB 2 369,10; Bearbeiter: Bohnert

geloufe, gelöufe stN. ‘Auflauf, Aufruhr’ [die Kinder] waren erfert von dem gerúff das die lút machten und von dem geleuff das da was Lanc 59,9; daz geloufe wart sô grôz sân, / daz si [die herbeigelaufenen Scharen] muosen stille stân AlexiusF 1459; swo dehein samenunge wrde oder gelaufe vf der judin schadin, ez si jn der stat oder vffe dem lande UrkWürzb 40,145 (a. 1337); WüP 9,10; UrkMoselQ 169,3 (a. 1338); StRSchlettst 42; UrkBasel 4:147,26 (a. 1342); ClosChr 138,1

MWB 2 369,13; Bearbeiterin: Herbers

geloufte swM. ‘Anhänger, Mitläufer’ Satanat mit sinen gelouften Himmelr 12,31; disen sumer habent si mich verdrungen, er und ener sîn geloufte Herebrant Neidh WL 25:5,15

MWB 2 369,23; Bearbeiterin: Herbers

geloup Adj. ‘belaubt, mit Laub versehen’ seht an den walt, wie geloup, wie wolgestalt KLD:Kzl 12: 2,2; Aaronis ruͦte er [Moses] vant / berhaft, geloup RvEWchr 14026; sesse ein mensche vor eime kelre in eime sumerlichen tage, schone bedecket mit des geloͮbeten waldes schoͤne wat Seuse 466,5

MWB 2 369,27; Bearbeiterin: Herbers

geloup stMN. auch gelop, gelob; vgl. mnd. gelôf (MNDWB 2,55; Schiller/Lübben 2,46). 1 ‘Erlaubnis, Genehmigung’
2 ‘Zustimmung, Verpflichtung, Versprechen’
   1 ‘Erlaubnis, Genehmigung’ dinget eyn man sîme wîbe gût mit sîner sone geloube, die zu iren jâren comen sîn SSp 192,2; ein wîb en mag ouch ân ires mannes gelob nicht ires gûtes vergebn SSp(W) 1:45,2; âne sînes wîbes gelob ebd. 1:25,4. 1:20,1 u.ö.; UrkCorp (WMU) 51,37 u.ö.    2 ‘Zustimmung, Verpflichtung, Versprechen’ die vier purger di daz gelobt habent, sint genant [...], vnd ist der rede vnd des geloͮbes zevͦch, di hie sint genant UrkCorp 1456,2; s.a. gelübe 1.2

MWB 2 369,33; Bearbeiter: Bohnert

geloupbrief, geloubebrief stM. ‘beglaubigte Urkunde, Beglaubigungsschreiben’ daz der vorgnant hertzog Ott den pvrgærn des vorgnanten vnsers herren des kvͤnigs glavb brief, di er hat, an die pvͦrgær vnd an di jvden [...], in geantwuͦrtt, im vnd avch in selben ze behalten UrkCorp (WMU) 2817,20; alse mirh [l. mich ] de greve van Guͦliche min herre unde der rayd der stede von Kolne an uch mit yren gelouwe bryeve [ cum litteris credentiae eorundem 5:399,3] haynt gesant MGHConst 5:397,35 (a. 1318)

MWB 2 369,45; Bearbeiter: Bohnert

gelouphaft, geloubehaft Adj. , gelouphaften Adv. 1 ‘glaubend, gläubig’
1.1 attr., geloubehafter muot/sin
1.2 präd.;
1.3 Adv.
2 ‘glaubwürdig’
   1 ‘glaubend, gläubig’    1.1 attr., geloubehafter muot/sin: ist iu kristengloube bî? / habt ir geloubhaften sin, / sô sage ich iu, wer ich bin Mai 182,9; daz gap gelouphaften [zu glauben bereiten, vertrauensvollen] muot / dem herren gegen der vrouwen guot RvEAlex 1115. – mit folgendem daʒ-Satz: trinket hie mîn bluot / und habet geloubhaften muot, / daz ez umb iuch vergozzen wirt RvEBarl 6898; ich hân gelouphaften sin / daz ich dîn genanne bin [...], / du bist Christ, sô bin ich kristen Wh 1,25    1.2 präd.; mit Gen.d.S. oder Präp.-Gruppe: des sule wir gelouphaft wesen Kröllwitz 3084; sîn herze in gotes minne bran / und was an Krist geloubhaft KvWPant 163. 217; der [Schächer zur Linken Christi] was niht wol geloubhaft GvJudenb 1955. – jmdn. ~ tuon ‘jmdn. gläubig machen’ die ungelouben tuo glouphaft WvRh 14271    1.3 Adv.: wir sulens [des Kreuzes] ouch gelouphaften pflegen Wh 31,30    2 ‘glaubwürdig’ ob ir des niht geloubet, / sô stânt hie zwelf biderbe man [...] / und sint sô gelouphaft KvHeimUrst 465; swie dû sîst geloubhaft RvEBarl 1497; da sol der vogt hin senden geloubhaffte liuͤte die den wunden [Verwundeten] sehen StRAugsb 117,13; SchwSp(W) 337,8

MWB 2 369,56; Bearbeiter: Bohnert

gelouphaftic Adj. 1 ‘glaubend, gläubig’
2 ‘glaubwürdig’
   1 ‘glaubend, gläubig’ die glaubhëfftigen kristen SchlierbAT(LS) 1,83; ein pawr ich pin / und han gelaubhaftigen sin Teichn 201,12; ze hilf vnd ze troͤst meiner sel vnd meiner voͤdern sel vnd aller gloubhaftigen sel UrkCorp (WMU) 2598,1    2 ‘glaubwürdig’ swaz dann der chlager bereden mag selbe dritte gelaubhaftiger leut UrkCorp (WMU) 847,4; der Leͮpolt Leͮbel vnd dar zvͦ alle die, die geloͮbhaftich levt sint ebd. 2358,2 u.ö.

MWB 2 370,18; Bearbeiter: Bohnert

geloupheit stF. ‘Gläubigkeit’ credulitatis: der globheite PsWindb 44,Oratio

MWB 2 370,27; Bearbeiter: Bohnert

gelouplich Adj., Adv. , -lîchen Adv. auch geloubelich. 1 ‘glaubhaft, einleuchtend, überzeugend, unzweifelhaft’
2 ‘glaubwürdig, vertrauenswürdig’ , von Aussagen, Darstellungen
3 ‘gläubig, fromm’
4 vereinzelt ‘nachgiebig’ (zu gelouben swV. 6 ), Adv.
   1 ‘glaubhaft, einleuchtend, überzeugend, unzweifelhaft’ er [der von Noah ( Gn 8,6ff.) ausgesandte Rabe] ne sagete ime niht widere / dehein gelovblich pilde. / do sante er uz di tuben. / der wolter gelovben VMos 13,8; doch habe wir dicke virnumin / vnd sin des vil zende kumin / mit geloublicher warheit, / daz [...] ChristhChr 973. – präd. (mit folgendem Subjektsatz): daz ist [...] unbegrîfelich und unglouplich. und dem ist reht; wan wære ez begrîfelich und wære ez glouplich, sô enwære ez niht reht Eckh 2:94,5; BdN 373,6 u.ö.; [Gott kündigte durch die Propheten seine Menschwerdung an,] daz iz deste gelouplicher ware, / swenne iz darnach gescahe, daz man in mennisc gesahe AvaLJ 1,4; so ist daz nút gelouplich daz der mensche in disen grunt iemer komen múge Tauler 300,29. 160,5; Eckh 5:116,23; BdN 271,5; MarcoPolo 5,17. – Adv.: wil er die wârheit selber spehen / und die geloublîchen sehen ErnstD 3630; [aus Christi Seitenwunde floß Blut,] daz man geloublich wêre gewis / daz der Christi lîchnam / wêr verwâr ein menschlich stam JvFrst 10726    2 ‘glaubwürdig, vertrauenswürdig’, von Aussagen, Darstellungen: [Christus,] den der wissagen geloͮbliche schrift gehiezen [interl. zu quem prophetarum fideles pagine spoponderant ] PsM H 42,4; präd.: her [Gott] louc nie nicht sam ein har, / wen sine wor [l. wort ] sint immer war / und sin eit geloubelich HeslApk 15163; das si [die Beichte] gelovplich sie vnn getriuwe Bihteb 16; PsM 92,5; vereinzelt von einer Person: ich [...] sol / gelouben dînen worten wol: / dû bist geloublich getân RvEBarl 1495 (oder Adv.?). – Adv.: aber Plinius der redet vil geläupleicher von der vippern BdN 286,1.    3 ‘gläubig, fromm’ die swester was dar an gereit / in geloublicheme sinne, / daz si der kuninginne / sagete des apostelen wort PassI/II 256,8; der [Kaiser Claudius] ouch underwegen liez / den geloublichen stic [Weg des Glaubens] PassIII 394,75. – Adv.: das solt du geloͮblich, diemuͤteklich und andehteklich núnstunt úberlesen Mechth Vorbericht 41; wir sulens [des Kreuzes] ouch gelouphaften [La. geloublichen ] pflegen Wh 31,30    4 vereinzelt ‘nachgiebig’ (zu → gelouben swV. 6 ), Adv.: er [König Machorel, der seine Tochter nicht verheiraten will] sol [...] geloublîchen tuon, / gebe si einem manne: sô hât er tohter unde suon OrtnAW 20,3

MWB 2 370,29; Bearbeiter: Bohnert

geloupsam Adj. ‘glaubwürdig, zuverlässig’ der sol sich entslahen an den heiligen mit siben geloͮbsamen mannen UrkCorp (WMU) 26A,37. N134,4; ayn wederreide voir dem richter ind den scheffenen ind andern geloichsemen luden UrkGerKöln 376 (a. 1344); vnde andren erberen lv́ten, der warheit gelobsam ist UrkCorp (WMU) 341,20; des [Wirken der Trinität] der sun [Christus] üns [...] / geloubsam urkunde gît WvRh 3783

MWB 2 371,14; Bearbeiter: Bohnert

geloupsame stF. alem.; vereinzelt swF. ( UrkTüb ). 1 ‘Glaubwürdigkeit; glaubwürdige Aussage’
2 ‘Beglaubigung, Bekräftigung’ , in der Publicatio oder Corroboratio von Urkunden
   1 ‘Glaubwürdigkeit; glaubwürdige Aussage’ wir [...] horten [...] dar umbe gezu̍ge, und gewnnen die herren ab Zu̍richberg die bessern geloubsami StBZürich 22; nach der geloͮpsami gesworren [vereidigter] gezúgen UrkCorp (WMU) 2214,42; daz bede taile ir kvntsami vnd ir geloͮbsami fv́r braͤhten ebd. 2285,33.43; swa wir der rechnunge nit gelôben woelten, da sol des gotzehuos kelner [...] vns gelopsaemin tivon [= tuon ] vf sin gehorsaemen UrkTüb 116 (a. 1304)    2 ‘Beglaubigung, Bekräftigung’, in der Publicatio oder Corroboratio von Urkunden: wir [...] kúnden allen den dise gegenwrtigon hantvesti iemer ane gesehent [...], aine geloͮbsami allir der dinge, so dar ane geschriben stat UrkCorp 2013,24; vnd ze ainer gewerer vnd oftern gelopsamj dirre scrift, so gaben wir v́nser stat jnsigel an disen brief UrkCorp (WMU) 2597,36 u.ö.; UrkGlar 115 (a. 1302); UrkBern 5,412 (a. 1324)

MWB 2 371,23; Bearbeiter: Bohnert

geloupwirdic Adj. ‘glaubwürdig, zuverlässig’ vnd andere gnvͦge, die geloͮbe wierdic sint UrkCorp (WMU) 295,4

MWB 2 371,43; Bearbeiter: Bohnert

gelôʒ stN. ‘Schicksalsbestimmung (durch das Los)’ ir edelen, merket daz geloz, / und schaffet, daz sich iuwer nam nach tode icht dürfe trinnen [dass sich euer Name nicht zu verstecken braucht] Frl 5:55,18

MWB 2 371,46; Bearbeiterin: Herbers

gelôʒen swV. ‘sich verfügen, nach lôz handeln’ da svl wir loben einen tach, / dar ih mih gelozen mach / vnt wir der rede ein ende geben FabelCorp 5,24

MWB 2 371,51; Bearbeiterin: Herbers

gëlph- gëlf-

MWB 2 371,55; Bearbeiterin: Herbers

gëlsen swV. ‘lärmen, heulen, schreien’ [der Hund] gelset und hullet WhvÖst 3737; ain hunt gelset von slegen BdN 125,28; ich wird erschriket und ermant, / wenn ich in hohen velsen / hoͤr grimmen unde gelsen / unchunst mit stimme fraidik / gen mir Suchenw 41,60. – als Inf. nach bringen: ja, bœser wiht, wolt’ ich ez tuon, ich bræhte iu dikke gelsen [ich machte euch oft heulen] /, ir valscher hunt Rumelant 3,57b. – subst.: von tierin wart da schrien groͤz / gehorit in der wuͦste. / menlich sich forchten muͤste, / der noch hort sulchiz gelsin Baldem 53

MWB 2 371,56; Bearbeiterin: Herbers

gëlsîdîn Adj. ‘von gelber Seide’ ein slogier [...] / gelsîden unde wol geworcht HvFreibJoh 135

MWB 2 372,4; Bearbeiterin: Herbers

gëlster Adj. vgl. gëlsen swV. ‘laut tönend, hell’ sin stimme also gelster erschal Herb 3019. 3254

MWB 2 372,6; Bearbeiterin: Herbers

gëlsteren swV. vgl. gëlsen swV. (vgl. auch ergëlstern swV.). ‘schreien’, subst. Inf.: das gelstern [Geschrei] ward do ze stund / den wolgemütten helden kund GTroj 11855

MWB 2 372,8; Bearbeiterin: Herbers

gëlsterkorn stN. (vgl. ahd. gelstar stN. ‘Zins’). ‘Zinskorn’ censuales etiam homines annonam, quam debent in censu, qui dicitur gelsterkorn UrkOtterb 95 (a. 1255); die dem closter zinswin gebent vnd bergphenninge oder gelsterkorn, die sollent von dem gute keine betde [Abgabe] geben WeistPfalz 158 (a. 1340)

MWB 2 372,12; Bearbeiterin: Herbers

gëlsuht stF. ‘Gelbsucht’ swer si [Galle] ûz gerahsinet [ausspuckt] [...], / deme nemuot jouch den lîp gelesuht noch fîch [Feigwarze] Gen 160; regius morbus: gelesuht SummHeinr 1:379,557; aurugo: gelesuht ebd. 2:175,411; [ centaurea ] ist gut fur di gelsucht SalArz 90,31. 85,20 u.ö.; daz sie ein tætelîn an dem lîbe hât, eintweder die gelsuht oder ein anderz daz im glîche ist PrBerth 1:415,25; OvBaierl 49,4; Barth(H) 30; BdN 388,19 u.ö.

MWB 2 372,19; Bearbeiterin: Herbers

gëlsühtic Adj. ‘gelbsüchtig’ di selbe ercenie ist gut den gelsuchtigen SalArz 82,33. 82,48; wan er [der Luchsstein] ist den gelsühtigen guot BdN 451,14; sô wirdest dû wazzersühtic oder ûzsetzic oder gelsühtic [...] daz dû dir lange widerzæme bist und andern liuten PrBerth 1:433,17

MWB 2 372,29; Bearbeiterin: Herbers

gëlt stNM. 1 ‘Erstattung, Rückzahlung eines Darlehens, einer Schuld’
1.1 eigentl.
1.2 übertr.;
2 ‘Verpflichtung zur Rückzahlung, Schuld’
3 ‘Entgelt, Vergütung; Zahlung, Bezahlung’
3.1 allg.
3.2 als Kaufpreis, Pacht, Gebühr
3.3 als regelmäßig zu entrichtende Abgabe
3.4 als Strafgeld
3.5 übertr.
3.5.1 ‘Gegenleistung’
3.5.2 ‘Lohn’ ;
3.5.3 hierher?
4 ‘Vergeltung, Wiedergutmachung’ , auf Blutrache bezogen
5 ‘Ersatz’ für etw., das (für jmdn., den) man verloren hat
6 ‘Einkünfte, (wirtschaftlicher) Ertrag’
6.1 aus Grundbesitz und dessen Bewirtschaftung
6.2 aus dem Handel
6.3 übertr.
7 ‘Eigentum, insofern es Einkünfte bringt; Besitz, Vermögen’
8 ‘Preis, Wert einer Sache’
9 ‘Geld’
9.1 allg.
9.2 ‘geprägtes Geld, Münzgeld’
9.3 be-, gereitez gelt ‘verfügbares Geld, Bargeld’
10 ze allen gelten , Ausdruck des Würfelspiels, etwa: ‘mit vollem Risiko’
   1 ‘Erstattung, Rückzahlung eines Darlehens, einer Schuld’    1.1 eigentl.: ichn hân niht baz wider iuch getân [...], / dan der des andern guot entnimt, / und swenne ez ze geltenne gezimt, / daz er im geltes ist gereit Iw 7997; als der bœse geltære tuot, / der wol geheizet und geltes nie gedâhte MF:Fenis 1:2,8; bildl. auf Schlag und Gegenschlag im Kampf bezogen: si entlihen bêde ûz voller hant, / und wart nâch gelte niht gesant [das Geld für die Rückzahlung brauchte nicht erst herbeigeholt zu werden] Iw 7166. 7216    1.2 übertr.; auf Kampf bezogen: si entlihen nie einen slac / wan dâ der gelt selb ander lac Iw 7218; sô sal man den cristen / an keinen dingen vristen, / man gebe in volleclîchez gelt LivlChr 4019. 1576. do ward gehurdierett, / mit manhait gejustieret. / da ward geld wider geld HvNstAp 17666. 7466; dô gab man gelt umme widergelt LivlChr 4496; Virg 1041,1. – anders: nieman nedorfte sân [säen] [...], / want ime negab daz felt noh sâ sînes sâmen gelt [gab ihm nicht einmal seine Aussaat zurück (bei einer Dürre)] Gen 2129; hier anzuschließen? vor Akers [...] al die velt / trûgen rîcheit bernden gelt [Ertrag, Frucht] Kreuzf 1260    2 ‘Verpflichtung zur Rückzahlung, Schuld’ ir sult dem wirte sagen, / daz ich im gar vergolden habe, / min grœste gülte [La. grozer gelt ] ist abe geslagen Walth 100,26; allez din gelt dc han ich dir varn gelan [ omne debitum dimisi tibi Mt 18,32 ] PrSchw 1,141.142. 1,37; das die selben jvden [...] die vorgenanden [...] vmbe alle die gelt, die si von ir wegen in schvldig waren [...] hant verlasen genczliche UrkCorp 1984,20. in ~ komen/vallen; jmdn. in gelte lân: were oͮch dc, das deheinem lantman zvͦ sinem wibe wurde gegeben verndes gvͦt vnd er iro dc nicht angeleit, e dc er in gelt kvmet, so sol er gelten e dien rechten gelten [Gläubigern] vnd danne sinem wibe geben UrkCorp (WMU) N613,40; ist daz iemen in gelt gevallet einem oder me luten StRAugsb 226,13; UrkEichst 2,79 (a. 1312). 2,251 (a. 1335); daz Johans saelig der Schongawer vnd frawen Meht. saelig sein wirtin diu vorgenanten kint [...] in grozzen gelt gelazzen hant UrkUlrich 2,38 (a. 1313); Boner 72,29. – übertr.: sô sol mîn [...] hant / ir geltes selbe sîn ein pfant, / daz sî iu daz ze wandel gebe / daz sî iu diene unz ich lebe Iw 7554; Jêsus [...] / bant sich ze grôzem gelte. / die buoze er sunder missetât / vil gar ûf sich geluot KLD:  Kzl 2: 2,3    3 ‘Entgelt, Vergütung; Zahlung, Bezahlung’    3.1 allg.: daz eigen gæben si im [die Hungernden dem Joseph] ze gelde / ob er si nerte GenM 104,3; er het lesterlîche / sich gefrit [= gevridet ] mit dem von Babilô. [...] / er het des [dafür] gelt von im genumen Kreuzf 863; der êwartinne wart ir gelt / gesant, daz ir Antênor / ze miete ê gehiez dâ vor KvWTroj 47654. 28321; daz wazzer [eines best. Brunnens] kaufent die haiden umb grôz gelt BdN 483,33. 188,26; Herb 15985; Parz 693,15; wohl hierher (vgl. aber 9.3 ): der künic von Scandinâvîâ [...], / der solt [...] des geltes wern bereite [sogleich bare Zahlung leisten] Wh 257,10    3.2 als Kaufpreis, Pacht, Gebühr: daz ich gewert bin vnd enpfangen habe daz gelt, darumbe ich in diz benemmete guͦt verkoffet habe UrkCorp (WMU) 718,15; swer guot hât daz er umbe gelt hin lât daz man ez bûwe SSpAug 216,18; vnd so ich daz vorgenante gelt [die beim Eintritt in den Orden zu entrichtende Summe] gar han vergolten UrkCorp (WMU) 418,45    3.3 als regelmäßig zu entrichtende Abgabe: bin ich vch zv gelde / oder zv eigen gegeben, / daz ir mir dreuwet an daz leben? Herb 8258; swaz drîe pfenninge wac / sô ez ûf der wâge lac, / daz gap ein ieglîch man / der daz leben wolte hân. / der sich des wolte werjen, / den ersluogen die scherjen, / die daz gelt enpfiengen / unt fur die fursten giengen / mit cinslîchem horte Wernh 3751; UrbHabsb 1:151,2 (a. 1306). – als Naturalabgabe: dat gelt auer von dem korne von den vorwerken, von den molen vnd von dem lantgude [...] dat scolen si al beret hebben to sente Mertenes dage UrkCorp (WMU) 1299,31 u.ö.; UrkEichst 2,68 (a. 1311). – mit attr. Adj., jærgelîchez/stætez/vrîez/êwigez ~ : das ich han ze koͮfende gegeben ein phunt phenninge vnd vier phenninge Brisger jergeliches geltes UrkCorp (WMU) 2936,20 u.ö.    3.4 als Strafgeld: gilt her [der Gefangene] oder wirt her âne gelt ledic SSp(W) 3:41,1; swâr mêr lûte den ein zusamene geloben ein weregelt oder ein ander gelt, alle sint sie phlichtic zu leistene ebd. 3:85,1    3.5 übertr.    3.5.1 ‘Gegenleistung’ dîn dienst ich doch enpfâhen sol / niwan ûf gegendienstes gelt Parz 304,7; so möhte sie yme [...] / keinen groszern dienst erbieten, / da mit sie jne gemieten [belohnen] / zuͦ ewigem gelte mohte [so, dass er sich für immer zur Gegenleistung verpflichtet fühlte] Krone 21935    3.5.2 ‘Lohn’; Lohn der Welt: so reht bœs ist dîn [Welt] gelt, / und dîn valscher, arger lôn ze jungest ouch so bitter ende hât! SM:JvR 1: 8,2; PassIII 7,34. – Lohn/Strafe nach dem Jüngsten Gericht: von der künftigen welt, / dâ uns ist bereit daz gelt / nâch übel und nâch guote RvEBarl 3802; lon, vater herre, / mit dinem zehenzichvaltigem gelte / die uns in dirre welte / minnint, spisent unde vazzent Litan(M) 915; daz êwige leben / sol er im ze gelde geben UvEtzAlex 27596. – Minnelohn: si [Tristan und Isolde] wæren rîche in der werlt, / hæte si gelân der minnen gelt. / diu Minne in jæmerlîchen galt UvTürhTr 3643; ieslîcher ûf der minne gelt / nam sîn ros mit den sporn HvFreibTr 1738; RvEWh 11091; RvEBarl 11955; die [ knappen ] [...] sluogen ûf ein gezelt. / umb unvergolten minnen gelt / wart ez ein künec âne [Isenhart, dessen Liebe Belakane nicht erwiderte] Parz 61,10; dô saz der minnen geltes lôn [d.i. Gahmuret, der die von Belakane ihm erwiesene Liebe zu lohnen weiß] / ûf ein ors ebd. 23,7. – als Lohn für âventiure: lât mîme hêrren daz gezelt / hie umb âventiure gelt [als Lohn für seine ritterliche Leistung] Parz 52,26; daz wunnenclîche velt, / dâ man der âventiure gelt / mit Karles lôte widerwac HvFreibTr 1676    3.5.3 hierher? dô mohte man schouwen ûf der plân / vil manic hêrlîch gezelt; / dâ was rîcheite gelt / wider einander gekêret [da glänzte Pracht gegen Pracht] Wig 9256    4 ‘Vergeltung, Wiedergutmachung’, auf Blutrache bezogen: dâ gap er mit dem tôde gelt / umbe den burcgrâven Kîûn. / den rach Heimrîches sun Wh 411,28; daz mîn râche ergê [...] / an sînem argen lîbe, der mir hât benomen, / vil der mînen wunne: des sol ich nu ze gelte komen NibC 1757,4; dîn leben ich wil zu gelde hân Kreuzf 4318    5 ‘Ersatz’ für etw., das (für jmdn., den) man verloren hat: swaz mir wolf oder diep genam des woltes dû vone mir gelt haben Gen 1472; ein mort und zwêne roube, die mir [Kriemhild] sint genomen, / des möhte ich vil arme noch ze liebem gelte komen NibC 1785,4; sô habt ir übele geltes mich gewert NibB 2372,1. – von einer Person: für sîner [des Gurnemanz] drîer süne tôt / ist im ein gelt [d.h. Parzival] ze hûs geriten Parz 175,17; allez daz er ie verlôs, / dâ vür er si ze gelte kôs Wh 280,6; swaz ir hie verlieset, des wil ich wesen gelt [das will ich ersetzen] NibB 1660,2    6 ‘Einkünfte, (wirtschaftlicher) Ertrag’    6.1 aus Grundbesitz und dessen Bewirtschaftung: sie waren kvmen zv gelde / an walde vnde an gefelde, / drizzic tusent marke wert / was ir gelt Herb 1863; den gelt von iuwerm lande / den teilet mit den armen Greg 2728; nu sint elliu miniu rich / leider gar ze bloͤde / und alle min gelt oede Dietr 7519; het er iht rîcher lande, / daz gelt daz wart alsô verzert / daz noch sîn lop vil wîten vert Bit 43; SM:We 2:2,11; Herb 3964; ReinFu K,16. vnd sol er [der Abt von Salem] mit den hvndert marken ain aigen koͮfen, vnd von dem gelt des aîgens ælluͥ iar siner samenunge [Konvent] gen [...] ainen dienst [ein Mahl] UrkCorp 1435,11.14; daz gelt des gûtes hât ez [unmündiges kint ] verlorn SSp(W) 2:58,3; SpdtL 215,13. der künic, mîn hêrre, lêch mir gelt ze drîzec marken Walth 27,7; daz ich einem erberm manne [...] verlihen han ze rehtem lehen zehen schilling geltes in dem Lengental UrkCorp (WMU) 98,5. swer daz [ eyn gût ] in nut unde in gelde hât unde den tzins dâ ûz nymt [...], de hât de gewere [Besitzrecht] dâ an SSp 175,27; daz wir [...] verchavft haben vnsers rehten aigens vierdhalb phvnt Wienner phenninge geltes, die da ligent avf behavsten holden UrkEnns 5,327 (a. 1322). 5,442 (a. 1326); UrkCorp (WMU) 145B,26. gelt von mülen unde von zöllen unde von münzen unde von wîngarten ist verdienet swenne der zinstac kumet, der im ze gelten bescheiden ist SpdtL 214,15; allez gelt von eiern unde von vogetlemmern daz sol man verdienen ze ôstern SSpAug 213,22. swer si [ milte ] bescheidenlichen hât, / des gelt wirt erschœzet [vermehrt] / und mit êren underweben KvWLd 24,6    6.2 aus dem Handel: der ist wol ein bœsewiht / der an den gelt gedenket iht, / swenner iht geben sol: [...] so ist er niht ein milte man. / der ist ein koufman gar / der durch gewin gît, daz ist wâr WälGa 14326; daz der koufman durch gewin eines kleinen geltes [...] dicke vert und lîdet grôzen gebresten [...] und doch alles des vergizzet [...] durch sô kleinen ungewissen nutz Eckh 5: 59,23    6.3 übertr.: daz beste gelt der vröiden mîn / daz lît an ir und aller mîner saelden wân MF:Reinm 9: 3,3; sîn [des liumet ] wirde und al sîn beste gelt / daz lît ûf krieges acker KvWTroj 24718 (vgl. UrkEnns unter 6.1 ) – auf Kampf bezogen: von Affricân künic Gêrfridolt / bôt und gap den sînen allen grôzen solt, / daz ir manheit in strît im würde ze gelde Loheng 4226; strîtes gelt: ir vesperî gap strîtes gelt, / ez mohte sîn ein turnei: / wan dâ lac manc sper enzwei Parz 79,10; vrô Pentesileâ / sich hâte ûf einen strît bereit. / si zogte [...] / ûz für diu tor ûf strîtes gelt KvWTroj 42421. 44914. – iron.: ich wolte [erg. daz er wære ] / mit mir vf dem felde: / ez queme wol zv gelde [es würde ihm schlecht ergehen] Herb 434    7 ‘Eigentum, insofern es Einkünfte bringt; Besitz, Vermögen’ [von der Konstantinischen Schenkung:] dô gap in [ den pfaffen ] êrste geltes teil der [ erste gelt der Hs.] künic Constantîn Walth 10,29; ein gelt gab er [der Kaiser] im unde lêch / daz jâres galt zweihundert marc KvWHvK 738; KvWSilv 2446; KvWTroj 2063. geltes hêten si [Fischer] niht mê / niwan ein schif daz si truoc Wig 5296; dirre brœden welte gelt / heizet er daz übele guot, / daz uns dort vil gnâden tuot [irdischer Besitz, als Almosen hingegeben, erwirkt Gnade beim Jüngsten Gericht] RvEBarl 5286    8 ‘Preis, Wert einer Sache’ ir [Säulen aus Edelstein] gelt vnde ir wert / was wol tusent marke wert Herb 9262; ez sint auch saphir [...], die sint klaines geltes wert und habent gar klain kraft BdN 458,7    9 ‘Geld’    9.1 allg.: waz dar inne [im Verkaufsstand] veiles læge? / derz mit gelte widerwæge, / der bâruc von Baldac / vergulte niht daz drinne lac Parz 563,4; den cleinsten bluotes troppfen / die er [Christus] vnzallich rerte, / swer den ze gelte kerte [in Geldeswert veranschlagte] , / der mohte von al der welte / doch nach rehtem gelte / niht vergolten werden Martina 215,110.112; ain muͤl die ist uns wol gelegen, / die hat akcher, wiz, und veld, / die chauff um daz selbe gelt Suchenw 31,104    9.2 ‘geprägtes Geld, Münzgeld’ swenne er [Räuber] maniger hande ware in sime sakke bringet, / so wirt im gelt, / davon im sin gere und ouch sin biutel dikke erklinget Rumelant 3,57a; ain phunt Tubinger geltes UrkWürtt 10,38 (a. 1292); zehen pfunt Haller geltes MGHConst 5:774,4.5.6 (a. 1324); aes: gelt EvAlem 29(Io 2,15); Seuse 146,15    9.3 be-, gereitez gelt ‘verfügbares Geld, Bargeld’ dô bôt Ehmereiz, mîn sun, / den schaden ze gelten disem lant: / [...] gein Karels lôt / wolt er wegen bereitez gelt Wh 256,23; StRBrünn 386; etw. umbe bereitez gelt koufen: PrBerth 1:438,24; HvFritzlHl 245,1. – einen Geldbetrag an (mit) be-, gereitem gelte geben/bezaln/enphâhen u.ä. (daneben vereinzelt an gelte Köditz 68,31 ): so sollin wir [...] vnserme soͤne [...] dusent marc Kolscher pennege an gereideme gelte [...] geben UrkCorp 1000,29.31; MGHConst 8:71,33 (a. 1346). 8:259,4 (a. 1347). 9:76,29 (a. 1349) u.ö.    10 ze allen gelten, Ausdruck des Würfelspiels, etwa: ‘mit vollem Risiko’ nu quam er [ topeler ] uf ein topelbret / und spilte zu allen gelden PassIII 407,65. – bildl.: ir [der Kämpfenden] spil stuont zallen gelten Eracl 5047; BFrau 421. – übertr.: der [gewohnheitsmäßige, reulose und unbußfertige Sünder] sundet zallen gelten. / er tuͦt, sam der geborget vil / und nimmer niht vergelten wil StrKD 120,118

MWB 2 372,35; Bearbeiter: Bohnert