gemeinhûs
stN.
‘Herberge, Absteige’
[Maria] neiget in nider in div chrippe. wan im enwas chain
stat niht dan daz gemeinhus in diversorio EvAug
127,16;
hospitale: gemeinhus VocOpt
5.011;
pandochium: gemeinhus ebd.
5.012
MWB 2 421,12; Bearbeiter: Diehl
gemeinic
Adj.
‘gemeinsam, gemeinschaftlich’
mit gemeinigeme rahte vnd mit vnser aller willen UrkCorp (WMU)
2730,4
MWB 2 421,17; Bearbeiter: Diehl
gemeinicheit
stF.
‘Gesellschaft, Gemeinschaft’ oder bereits pejorativ
‘Gewöhnlichkeit, Gemeinheit’ (vgl.
gemeine1
a
6
: gemeine vrouwe im Kontext der Prostitution):
o milder kunec, nicht neige dich / zu der wibe gemeinekeit, / wen ich spreche
unkuscheit / ist der swine eigenschaft Secret
819
MWB 2 421,20; Bearbeiter: Diehl
gemeiniclich
Adj., Adv.
adv. auch -lîchen, auch verstärkt mit al-, (vgl. auch
gemeinlich
).
1
‘gemeinsam, zusammen’
2
‘insgesamt’
3
‘im allgemeinen, gewöhnlich’
1
‘gemeinsam, zusammen’
gemainklich sind si über ain chömen HvHürnh
27,12;
nach gemainchlicher vnd williger bete bischolf Chvnratz von Chiemse, des
tvmbrobst Heinrichs vnd des capitels von Salzbvrch UrkCorp (WMU)
1377,1;
unser herre der hat uͤch alle gemeinclich arme und
ryͤche her auff heizzen komen als gewoͤnlich ist WüP
106,5.
–
du [Frau Minne] füege, daz der
lieben werde mir gelîche wê / und uns gemeineklîche twinge dîn getwang
SM:Te
8: 2,10;
ieglich pharvolc samte sich / unde giengen gemeiniclich,
/ die man sunder geschart Ottok
9435;
sie liefen unde drungen / algemeiniclichen dar / dâ der
keiser tôtgevar / lag KvWHvK
303;
UrkCorp (WMU)
3527,13;
HvBurg
5821
2
‘insgesamt’
lâ dir gekleit sîn, / got von himelrîche, / mîn nôt
gemeineclîche EnikWchr
3914;
nu wartet im das reiche / und die leutt gemaincleiche
HvNstAp
2286;
dar nach die fuersten all fuern / all gemainklich / yeslicher in sein
chunigreich Seifrit
8922
3
‘im allgemeinen, gewöhnlich’
daz ist doch gemeiniclich / lasterbær und schemelich / nâch
dem gewonlichen sit, / der der werlde wonet mit Ottok
45671;
dürrein schat den vischen sêr, wan si werdent gemaincleich
vaizt wenn regenzeit ist BdN
243,31.
214,6
u.ö.
–
‘alltäglich’
als noch dick geschiht / und man gemeiniclîch ouch siht HvBer
7375
MWB 2 421,26; Bearbeiter: Diehl
gemeinlich
Adj., Adv.
adv. auch -lîchen, (vgl. auch
gemeiniclich
).
1
‘gemeinsam, zusammen’
2
‘gleichermaßen’
3
‘insgesamt, in seiner/ihrer Gesamheit’
4
‘allgemein, herkömmlich, üblicherweise’
1
‘gemeinsam, zusammen’
pfaffin unt muniche sprâchin alle gemeinlîche: herre vatir,
weme leizist dû uns? PrMd(J)
340,34;
wand unses hern barmherzicheit / üver si al gemeinlich geit /
al van angin bitz an ’t ende MarlbRh
76,2;
den sol unser schultheize, [...], der
rat und die gemeinde gemeinliche ane grifen WüP
7f,11;
waz och gemein march heisset oder almeinde, súllent si gemeinlich niessen
UrkCorp (WMU)
327,15.
1797A, 16.
–
‘einhellig, einstimmig, einträchtig’
wand arme unde riche / jahin gemeinliche / das solih
umbilde davor ê / geschehe in Israhel nie me RvEWchr
21303;
sô sulen alle [...] sweren, daz
sie wirdeclîche zu einem meistere den brûder nemen, den die welere gemeinlîche
oder daz mêr teil hat StatDtOrd
94,11;
als sie des wâren zu râte nu / die dûtschen worden
gmeinlich [waren überein gekommen] , / bi den
herren sie leiten sich Kreuzf
1145;
swez sie giemainlichen uber ain kemint UrkWürtt
9,371
(a. 1290)
2
‘gleichermaßen’
so getan genad tuͦt
er [Gott] uͤbeln und guten gemeinlich
PrOberalt
127,12;
der [...] / siner knechten aim gab zechen mark, / den
andern gab er gmainlich KvHelmsd
3639;
wir [...] gebietens [...]
beidiu den burchmannen und den burgern gemainlichen UrkFriedb
114
(a. 1331)
3
‘insgesamt, in seiner/ihrer Gesamheit’
wier [...], burgermeister, der alte
und der nue rat zu Wirzeburg, und die burger gemeinlich bekennen offinlich
WüP
9,4;
ir thut wiedder die cristenheit gemeinlichen und wiedder
gottes gebott Lanc
541,34;
StatDtOrd
26,18;
wir abbet Herman von Wingarten vnd gemanlich der conuente des selben closters
UrkCorp (WMU)
1705,11
4
‘allgemein, herkömmlich, üblicherweise’
vermis haizt gemainleich ain iegleich wurm BdN
310,3;
daz ist aber ain ander tier, daz wir gemainleich ain merswein
haizen ebd.
141,30.
25,13;
Pelzb
133,32;
daz enist niht aleine ein gebot, als man gemeinlîche sprichet
und wænet Eckh
5: 45,23
MWB 2 421,55; Bearbeiter: Diehl
gemeinman
stM.
nur alem.; unklar, ob Kompositum oder Syntagma (vgl.
gemeine1
5.3
).
‘Schiedsmann’
vnd svlnt die schidlvte older der gimein man, ob die schidlvte zirhellint
[uneinig sind]
[...],
gebvnden sin, min herrin die hertzogin vnd in [den
Kontrahenten] zi scheidinne nah minnen ald nah rehte
UrkCorp (WMU)
920,28;
das suͥllen sú uf einen biderben man setzen und ich uf einen, und sol
gemein man sin min oheim UrkZürich
7,5
(a. 1297)
MWB 2 422,32; Bearbeiter: Diehl
gemeinmarke
stF.
unklar, ob Syntagma oder Kompositum.
‘Gemeinbesitz, Allmende’
waz och gemein march heisset oder almeinde, súllent si gemeinlich niessen an
dem, daz wunne vnd weide genemmet ist UrkCorp (WMU)
327,14
MWB 2 422,42; Bearbeiter: Diehl
gemeinmerke
stN.
selten stF.
‘Gemeinbesitz, Allmende’
ad quam pertinet illa giemeinmerchi, que in monte sita est UrkSchaffh
131
(a. 1150);
vnde sol man oͮch inkein holz vzzer dem gemeinmerche geben wan mit der
gemeinde willen UrkCorp (WMU)
49,15;
das wir an dem genanden gvͦte ze Brvgtal nit enhein, vnd nit svllen
han, kein ansprache ze holz, old ze velde, vmb gemeinmerche, vmb ezweide old vmb
kein nvz UrkEidgen
201
(a. 1314);
DRW
4,251
(SchwyzLB.; a. 1339).
– ein auf die Allmende bezogenes Nutzungsrecht:
vmme die ansprache, die Reinher [...] hette
[...] an dem Tuzhebuͦche, in dem er sprach, er
heite ain gemainmerke UrkCorp (WMU)
2437,14
MWB 2 422,47; Bearbeiter: Diehl
gemeinmüetic
Adj.
‘einmütig, übereinstimmenden Sinnes’
omnes unanimes in oratione estote. min lieben, sprichet er, s. Petrus, west
gemæinmoͮtich unde ze allen citen geræit ze dem heiligem gebet PrHoff
125,30
MWB 2 422,61; Bearbeiter: Diehl
gemeinmüeticlich
Adj.
‘einmütig, einhellig’
es ist ouch zwischen uns baidenthalb also getaidinget, ob wir unde si
gemainmüteclich an ainen herren wolten komen unde guͦt. were aber das wir uns
des niht moͤhten verainen baidenthalb [...]
MGHConst
5:4,19
(a. 1313)
MWB 2 423,1; Bearbeiter: Diehl
gemeinsagunge
stF.
‘Kommunion’
nach der messe vnd nach der heiligen gemäinsagung gotez
leichnam [
post ... communionem
]
BrAlt
38
MWB 2 423,7; Bearbeiter: Diehl
gemeinsam
Adj.
‘gemeinsam, gemeinschaftlich’
bisz das der bùrgere / jn dem hofe da vernam / mit gewapenter hant gemeinsam /
sinen herren vnd die sinen Krone
17952;
cze den êrsten muz man uns abprechen auz den garten dirr werlt, daz wir chain
gemainsam frewntschaft noch minne czu ir haben MvHeilFr
36
MWB 2 423,10; Bearbeiter: Diehl
gemeinsame
stF.
‘Gemeinschaft’ (überw. im alem. Raum, vgl. jüngeres
gemeinsamicheit
):
die gemeinsame aller heiligen PrBerth
2:241,11;
diu hailige cristenhait, swenne man die mit gitekait und mit missehellungen
anvihtet, und dc si da von zertailet wiert von ain ander an dem fride und an der
gemainsaime PrSchw
2,32;
ander gemeinsami ensol noh enmag ich niemer me von ú noh mit
ú gehaben Seuse
73,3
u.ö.;
daz der gebannet wirt [...] daz man im gemeinsamy
[Umgang] verbüt DRW
4,189
(DiessenhofenStR.; a. 1350).
– in Rechtstexten bezogen auf die Teilhabe an einer rechtl. begründeten
Vereinigung (s.a.
gemeinde
stF. und
gemeine
stF., vgl. LexMa 4,1209ff., 2HRG
2,47ff.):
des rates vnd der gemeinsami der burger von Lv́cerren UrkCorp (WMU)
507,16;
daz dv̂ swester sol han verlorn v̂nser geselleschaft vnde v̂nser gemeinsami
ebd.
N373A,13.
671,32.
1408,2.
–
‘Rechte einer Gemeinschaft’
mit allir ehaftigi, mit allir frîheit [...] vnd mit
allir rehtir gemeinsamj des dorfis ze Nacche UrkCorp (WMU)
1449,27;
wir hein [...] den Bremgarten [einen
Wald]
[...] ze almend gegebenn und geben och vͥch
gemeinsami und ehaftigi [
communitatem et vsufructum, quod dicitur
ehafti
] in den forst StRBern
1:5,36;
als man ze Baden ein gemeinsami [Gütergemeinschaft]
und erbschaft durch recht vertigen sol UrkBaden
20
(a. 1349)
MWB 2 423,17; Bearbeiter: Diehl
gemeinsamede
stF.
‘Gemeinschaft’
[ich] gelob gemeinsamede der heiligon StGallGlBII
343,30
MWB 2 423,45; Bearbeiter: Diehl
gemeinsamen
swV.
1
‘Gemeinschaft haben mit jmdm.’
1.1 mit Dat. 1.2 mit präp. Erg. 1.3 mit Refl.-Pron. 2
‘jmdn. an einer Sache teilhaben lassen’ (mit Akk.d.P.)
1
‘Gemeinschaft haben mit jmdm.’
1.1
mit Dat.:
so ein mensche ze banne wirt getan, swer daz weiz vnde im dar nach
gemeinsampte, der ist ovch in dem banne SchwSp
153b;
UrkCorp (WMU)
93,23.
– und zusätzl. präp. Erg.:
bennigen lûten, unde die offenlîche zu banne gekundet
sint, den sal dekein brûder gemeinsamen geturren an den dingen, die
unreloubet sint StatDtOrd
50,46
1.2
mit präp. Erg.:
do der grâve Diepolt dar quam, / do verwandelt er ir beider namen / und
enwolde doch gemeinsamen / mit der heidenschefte nie, / daz er geloubet als sie
StrKarl
202;
daz er gemeinsamete mit vnrechten luͦten PrLeys
63,12
1.3
mit Refl.-Pron.:
do der vatter gebirt sinen sun in der ewikeit,
[...] so enmoͤhte er sich nút inne enthalten
er muͤste sich uzgiessen und gemeinsamen Tauler
8,21;
si [die toren] lebent vil nahen als ein vihe: /
[...] / sich ensol ir leben noch ir namen / dem
leben niht gemeinsamen / daz manige tugent behaltet StrFra
998
2
‘jmdn. an einer Sache teilhaben lassen’ (mit Akk.d.P.):
cze dem drittenmâl gemainsamt uns dise heilichait geselleschaft aller engel
MvHeilFr
27.
26.
–
‘jmdm. Teilhabe an etw. gewähren’ (mit Akk.d.S.):
ich haisse und gebúte daz ir die gnade gemainsamint enandren
PrGeorg
66,4.
66,38;
ein frunt ofnot vnd gemeinsamet sinem fru̍nt sin heimlichi
RvBib
101,10;
bisz danckber bisz an dinen tod des minniclichen liebes
und guͦtes, das er dir gemeinsamt hat Seuse
482,17
MWB 2 423,47; Bearbeiter: Diehl
gemeinsamicheit
stF.
‘Gemeinschaft’ (vgl.
gemeinsame
):
daz du gelich syest in menschlicher gemeinsamkeit, dir selber nit nëher denn
einem andern. du solt alle menschen dir gelich liebhaben Eckh
1:79,5;
Seuse
337,29.
– bezogen auf die Trinität:
die gemeinsamikeit der gotlichen wesung ThvASu
314,15
MWB 2 424,13; Bearbeiter: Diehl
gemeinsamiclich
Adj.
‘gemeinschaftlich, umfassend’
es ist sin ewiges wesen in der nemunge, als es sich in
gemeinsamklicher wise der kreature git Seuse
331,21
MWB 2 424,20; Bearbeiter: Diehl
gemeinsamunge
stF.
‘Gemeinschaft, Teihabe an etw.’
wan die gemeinsamung
[
communicatio
] der volkomenheit, also vil
alse man die bloslich betrahtet so behöret si zuo der guotheit ThvASu
276,29.
38,11
u.ö.;
minne ist ein zeichen der gemeinsamunge [
signum
communicationis
]
RvBib
101,9.
– bezogen auf die Kommunion:
durch die heiligen gemäinsamung [
propter
communionem sanctam
]
BrAlt
38
MWB 2 424,24; Bearbeiter: Diehl
gemeinschaft
stF.
1
‘Gemeinschaft’
1.1 allg. 1.2 in Rechtstexten (s.a.
gemeinsame
, vgl. LexMa 4,1209ff., 2 HRG
2,47ff.) 1.2.1 bezogen auf rechtl. begründeten Vereinigungen 1.2.2
‘Anteil, Teilhabe an etw.’
1.3 bezogen auf Geschlechtsverkehr 2
‘Gemeinsamkeit’
1
‘Gemeinschaft’
1.1
allg.:
ælliv div mennisk, div in der gemeinscefte sint der
heiligen kristenheit Spec
32,12;
und wil dar uz ze dute lesen, / daz mich nutze duncket
wesen / zu horen der gemeinschaft Vät
165;
das unbegriffenlich lop, das wir got leisten
soͤllen mit der gemeinschaft aller creaturen in allem únserm
tuͦnde Mechth
4: 18,66;
pei der seuren [einer
Eidechsenart] verstên ich den menschen, den diu gemainschaft
diser werlt hât verplendet an der vernunft BdN
279,18
1.2
in Rechtstexten (s.a.
gemeinsame
, vgl. LexMa 4,1209ff., 2HRG
2,47ff.)
1.2.1
bezogen auf rechtl. begründeten Vereinigungen:
in ir gemaeinschaft ze purgern [...] enphahen
oder nemen StRMünch
90,16;
swer daz niht tuot, der sol geben ze pêne zehen pfunt Berner, und sol
diu pêne gevallen der gemeinschaft der stat StRMeran
424;
die gemeinschaf der iuden zu Frankenvord UrkFrankf
2,62
(a. 1316);
alle, di in ainer aynuͦng und gemainschaft sein und wonen
MGHConst
8:365,39
(a. 1347);
Mühlh
180,6;
UrkCorp (WMU)
254,8;
vmb das gelvbde, daz ir habent tan got vnd den siechen
des spitales des hiligen geistes ze Eystet, so geben wir ive gemanschaft
[nehmen euch in die G. auf] vnseres spitals
SpitEich
5,41
1.2.2
‘Anteil, Teilhabe an etw.’
daz kein kieser keinen boͤsen heller wehseln
sol oder kauffen noch daran geselleschaft oder gemeinschaft haben sol
WüP
63,4;
Werner der voit [...], der gemeinschaft hat
an unser mulen [...] die er van uns hat zuͦ
lehene UrkMoselQ
198,13
(a. 1347);
jz schol auch dehains bvrger chint noch hausfrawͦ gemainschaft
haben mit den fragenern [Kleinhändler, Hausierer]
StRBurgh
182;
UrkCorp (WMU)
3328,37
1.3
bezogen auf Geschlechtsverkehr:
wavon chumt daz, / daz du pist swanger worden hie? / gemainschaft het ich
mit dir nie Suchenw
41,326;
ich schlieff als gerne by einer malatschen als by ir,
[...] und sprach das der ritter geuneret múst syn
der mit ir gemeynschafft hett Lanc
358,35.
das ye kein frauw kint gewúnne on mannes gemeinschafft
ebd.
250,3;
MarcoPolo
33,3
2
‘Gemeinsamkeit’
nû bist dû doch von den Juden, und ich bin ein Samaritânâ, und unser ê und
iuwer ê hânt keine gemeinschaft mit einander Eckh
3:115,2;
cypressus ist auch gar ain hoher paum und tregt vil
gemainschaft mit dem cederpaum BdN
318,34
MWB 2 424,33; Bearbeiter: Diehl
gemeinsin
stM.
‘Gemeinsinn’
sensus communis: gemainsin VocOpt
2.014
MWB 2 425,17; Bearbeiter: Diehl
gemeinunge
stF.
‘Übereinstimmung, Einigung’
ez ist zemerken, daz zwiveltigez gesteltnüsse der gerehtikeit
ist. eine [...], die da bestat in der verkouffunge unde in
dem kouffe unde in andern solichen gemeinunge oder
wandelungen [
communicationibus vel
commutationibus
]
ThvASu
274,33;
gemeinunge der sinnen
[
consentire
] zuo etwaz ebd.
148,4.
276,2;
sus hat gemeinunge / mit aller schepfunge / der mensche Secret
2417;
von gemeinunge der viende StRNordh
3,45
(vgl.
daz he di viende gemeinet ebd.
2,12 )
MWB 2 425,19; Bearbeiter: Diehl
gemeinveltigen
swV.
‘etw. verteilen, vervielfachen’
also groz ist div genade des almehtigen gotes. her zuo dem menschen daz er sin
hertz gemainveltiget havt her zuo im also verre daz dehain mensch verlorn mag werden
PrWack
31,12
MWB 2 425,30; Bearbeiter: Diehl
gemeit
Adj.
1 auf Stimmungen bezogen ‘erfreut, froh, freudig’
2 einen überwiegend äußeren Gesamtzustand bezeichnend ‘angenehm, schön,
stattlich’
2.1 v.a. von Personen, meist zur Hervorhebung der Vollkommenheit in Beschreibungen ritterlich-höfischer Repräsentation 2.2 seltener von Tieren oder Sachen 2.3 bezogen auf ein Handeln 3
‘unnütz, zwecklos’ (hier präd. auf das Obj. bezogen)
1
auf Stimmungen bezogen ‘erfreut, froh, freudig’
diu maget trûrec, niht gemeit, / ân urloup vome ringe reit
Parz
318,25;
der cristeneman was vil gemeit, / daz er den iuden dort betrouc PassIII
20,13;
wir suln sîn gemeit, / tanzen, lachen unde singen / âne dörperheit
Walth
51,23;
EvBerl
252.
– mit Erg. im Gen.:
des bin ich vrô unt gemeit NibB
1646,4;
sie waren des weters wol gemvt / vnde des gutes gemeit
Herb
17076;
wir sun frœlîch reien, singen, / lieber mære sîn gemeit
SM:KvL
3: 1,4;
sam der wirt zetisch tuͦt, / der siner gest ist so
gemait SHort
2789;
ûf ir strousak leit si sich dô, / des wart gemeit diu hungrig vlô
Boner
48,130.
– selten noch Anklänge an den negativen ahd. Bedeutungsschwerpunkt
‘hochmütig, töricht’, (vgl.
3
und ähnlich →
gemeiten
Adv. und →
gemeitheit
):
ir sit iwers muotes vil gemeit Wahrh
64;
der hirz dunket sich seiner hörner gar gemait
BdN
129,17;
dinir grozen [textkrit. problematisch durch
fehlendes Wort (vgl. Anm.z.St.)] bis nicht zu gemeit : / is ist
mislich, wie is dir irga. / hin abe sprichit Seneca: / ‘so di vederen sin
von grozereme namen, / so sich di kint me mugen schamen’
Elmend
A 904,
vgl. die lat. Vorlage nobilitas quoque plus ignominie quam laudis
degenerantibus solet afferre (Wilhelm von Conches, Moralium dogma
philosophorum 54,13)
2
einen überwiegend äußeren Gesamtzustand bezeichnend ‘angenehm, schön,
stattlich’
2.1
v.a. von Personen, meist zur Hervorhebung der Vollkommenheit in Beschreibungen
ritterlich-höfischer Repräsentation:
do gewan er vil liute, / rittere gemeite, / vil wol
bereite, / michil here schare Hochz
263;
ein ingesinde [...], / vrô und
vil rîche, höfsch unt gemeit, / wol vier und zweinzec fürsten tiwer unde hêr
NibB
1342,2;
Ercules der helt gemeit Herb
307;
NibB
119,4.
418,4;
si ist ze allen êren ein wîp wol erkant, / schoener
gebaerde, mit zühten gemeit, / sô daz ir lop in dem rîche umbe gêt
MF:Mor
1: 1,2;
ir sult mit zühten sîn gemeit, / in wîplîcher güete tragen herzeliep und
herzeleit, / baltlîche vröude mîden, tougenlîchen tragen hôhen muot RvZw
40,4;
UvZLanz
600;
ich sag iu für die wârheit, / daz Moysen antlütz gemeit /
wart lieht als diu sunne EnikWchr
8696
2.2
seltener von Tieren oder Sachen:
ein pfert, daz was gar gemeit EnikWchr
27812;
UvZLanz
468;
er [der Winter] wil ouch die
boume velwen, / die da hiure wâren vil gemeit SM:WvK
2: 1,4;
SM:KvL
7:1,2;
swie diu sumerwunne ist vil gemeit SM:WvK
5: 1,4;
SM:Ro
7:1,8;
guot und gevüege / waz das vürbüege, / starc unde vil gemeit Er
7732.
7669;
vil richú kleinoͤde gemeit RvEWchr
20635;
EnikWchr
16026
2.3
bezogen auf ein Handeln:
sy warent bayde froudenreych; / ir gruͤssen, ir dancken was gemaydt
Suchenw
46,61
3
‘unnütz, zwecklos’ (hier präd. auf das Obj. bezogen):
hâstû noh ganzen lîp, / zewiu treistû den gemaiten?
Kchr
2639
MWB 2 425,35; Bearbeiter: Diehl
gemeite
swN. , gemeiten
stN. (subst. Inf.?)
nur in den Wendungen daʒ ~ singen, des ~ biten
‘um eine angenehme Belohnung bitten’ (zum Brauch vgl. A. Holtorf:
Neujahrswünsche im Liebesliede des ausgehenden Mittelalters [GAG 20], Stuttgart
1973, S. 194ff.):
so gand die jungling dez nahtes us in unwisheit und bitent dez
gemeiten, daz ist, sú singend lieder und sprechent schoͤnú gediht und
bringent es zuͦ, wie sú múgent mit hoflicher wise, daz in ire liep schapel
geben Seuse
26,5.
26,9;
daz hienach [...] niemant, er si jung ald alt, den
andern hie zuͦ Ravenspurg [...], es si zuͦ
wichennaͤchten noch suss zuͦ dehainer andern zit in dem jar nicht
ansingen suͥllent weder mit dem gesang, daz man nempt das gemaitten, noch mit
dem buͦben orden ald anderm gesang StRRavensb
228,36
MWB 2 426,29; Bearbeiter: Diehl
gemeiten
Adv.
‘müßig, untätig’ (zu dem nur adv. gebrauchten ahd.
gimeita swF. mit negativem Bedeutungsschwerpunkt, vgl. AWB 6,392-394
und A. Leitzmann, in: AfdA 34 [1910], S. 124):
daz bezeichent, daz der gotes man / niht gemaiton sol stan
Hochz
804;
nicht slaf noch ganc gemeiten / zu dinen arbeiten, / arbeite,
wirb und wache HeslApk
5181.
5141
MWB 2 426,45; Bearbeiter: Diehl |