Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gebrëche - gebrockel    


gebrëche stN. zu brâche . ‘Brachland’ der herre sol ouch haben [...] das alte gebreche zu dem heiligen berge, das ist sin alleine WeistGr 1,701 (a. 1336)

MWB 2 175,54; Bearbeiterin: Herbers

gebreche stN. gebræche1

MWB 2 175,58;

gebrëchen stV. 1 brëchen
2 ‘jmdm. fehlen, mangeln’ , unpers.; das logische Subj. steht meist im Dat.
2.1 mit Nom.-Erg.
2.2 mit Gen.-Erg.
2.3 mit Präp.-Erg. ( an etw.)
2.4 ohne weitere Erg.
2.5 subst. (könnte in einigen Fällen auch als Subst. gebrëchen aufgefasst werden, vgl. → gebrëch, gebrëche swstM.)
   1 brëchen : – zu brëchen 1.1 ‘zerreißen, entzweigehen’ daz dem clostere vorbenant / uf sante Agneten grabe / ein teil gienc mit gebrechen abe, / [...] wand ez begonde risen / und zurvallen her und dar PassIII 118,82. – zu brëchen 1.2.4 ûz einer Sache ~ ‘sich von etw. entfernen’ guot gedinge ûz lônes rehte nie gebrach MF:  Reinm 39: 4,6. – zu brëchen 2.1.1 ‘etw. von etw. abbrechen’ silber enmac auch nieman gebrechen [abbauen] ûf einez andern mannes guot âne des willen SSpAug 116,19 – zu brëchen 2.1.4 ‘etw. mit Gewalt zerstören’; subst. ‘Zerstörung’ turn und erker musten lyden / lytlich gebrechen von den plyden [Steinschleudern] , / wann daz must allez samt entzwey Minneb 3644. – ‘jmdn. unter seine Gewalt bringen’ nu si der vînde marke [Arundel] / gar under sich gebrâchen / [...] Tristan der schicte al zehant / sîne lantmassenîe / wider heim ze Parmenîe Tr 18927    2 ‘jmdm. fehlen, mangeln’, unpers.; das logische Subj. steht meist im Dat.    2.1 mit Nom.-Erg.: nein, nein, sprach si dar zu, / warheit ist dir gebrochen PassIII 416,75. ich bitt uch durch gott, sprach er [Galahot] , das ir mir sagent was uch gebreche Lanc 283,14; er gie wider in den tan / als ain weys loser man, / dem alle freud geprach HvNstAp 6599; sunder uns gepricht der sunnen lieht KvMSph 60,9. – mit Akk. statt Dat. d.P.: da gebrach mich 8 veirdel [Wein] StRechAachen 404,12    2.2 mit Gen.-Erg.: daz mir allis des gebrach, / des ich zuͦ den erin solde tragin Athis A 56; iz ist recht, den du minnis, / daz du keiner dinge ane sinnis, / da im siner erin an gebreche Elmend A 699; dis boum bluͤet eweliche, / he is aller bluͦmen riche, / im ’n gebricht engeiner bluͦmen MarlbRh 7,25 u.ö.; so im lîbes und guͦtes / von schulden muͦz gebrechen StrKD 161,367; StatDtOrd 75,22. 39,29; Parz 412,10. 806,19; HvFreibßTr 242; PassIII 33,58 u.ö.; Kreuzf 4953. – häufig negiert: iz ne haben die boͮche gelogen / daz ime [König Rother] da an gote nichtes ne ge brach Roth 17; in im sô hân wir ein wâr wizzen. in der wârheit, uns engebrichet nihtes dan eines wâren glouben Eckh 5: 270,4 u.ö.; SalArz 1,4; SM:KvL 18:3,6; Wh 195,26. 449,7; StatDtOrd 33,2. 44,28. an jmdm. statt Dat.d.P.: si [die Kämpfer Rolands] heten zwaincec tusent man, / an den nichtes gebrach Rol 3247    2.3 mit Präp.-Erg. (an etw.): mir gebricht leider an der kunst SM:Gl 3: 8,5; Walth 83,22; Lanc 326,24    2.4 ohne weitere Erg.: doch ist daz vernihten und verkleinen niemer sô grôz sîn selbes, got envolbringe ouch daz selbe in im selber, sô gebrichet im Eckh 5: 292,8    2.5 subst. (könnte in einigen Fällen auch als Subst. gebrëchen aufgefasst werden, vgl. → gebrëch, gebrëche swstM.): zwene schone iungelinge, / die mit edelme dinge / wol bekleidet waren / und alles des enparen, / daz sich zu gebrechen treit [was mangelhaft ist] PassIII 309,29; da ist gebrechens steter bruch [d.h. da fehlt nichts] / nach richer vreuden gebot ebd. 671,8 u.ö.; den vierden ich ouch pruve / gebrechens wesen nuwe [unversehrt] / an alle sim geberde / dem gotis sune werde Daniel 1554; hat eyn man eynen [...] swertmogen, der von rechtis wegen siner kindere vormunde were, ab er dorzu nicht en tochte [...], der vater [...] bewise [...], darumme er ungerne welde, daz sine kindere gheme gevilen zu vormundeschaft durch solliches gebrechens [Makels] wille RbMagdeb 302,36

MWB 2 175,59; Bearbeiterin: Herbers

gebrëchlich Adj. 1 ‘mangelhaft, fehlerhaft, unvollkommen’
2 ‘schwach, krank, gebrechlich’
   1 ‘mangelhaft, fehlerhaft, unvollkommen’ wie möhte ich grœzer dinc glouben, die wîle ich mich niht alsô [gläubig] envinde, sunder mich gebrechlich vinde und geneiget ze vil dingen? Eckh 5: 270,10; alle creature sint gebrechlich und wandilhaftic Parad 121,33. 122,15 u.ö.; wanne di natûre di inkan nicht wirken danne in icht; dar ume ist ir werc gebrechlich HvFritzlHl 119,12; PsMb 29(Glossar).    2 ‘schwach, krank, gebrechlich’ ein lam gebrechlich kint Köditz 72,22; undir den vorgenanten gebrechlichen luten was ein juncfrouwe ebd. 82,29. 82,26

MWB 2 177,1; Bearbeiterin: Herbers

gebrëchlîcheit, -lîchkeit stF. auch -lickeit. ‘Mangelhaftigkeit, Unvollkommenheit’ dye [Güter und Lehen] wir durch gebrechlickeit menschlichis gedechtnisze hye namhafftig gemacht haben UrkCorp 222A,15; so ledin si abe di gebrechlichkeit uris lebines Parad 118,32. 56,26. 122,1; vil baz mac sich got bewarn, daz er niht vermâsiget werde von der gebrechlicheit der krêatûren Eckh(Pf) 612,28 u.ö.; Eckh 3:145,6

MWB 2 177,13; Bearbeiterin: Herbers

gebrëhe stN. ‘Glanz, Leuchten’ o ewigú wisheit, du bist der usglantz und ein gebrech des vetterlichen wesens, der ellú ding von núti geschaffen haͮt Seuse 537,3

MWB 2 177,22; Bearbeiterin: Herbers

gebrehte stN. selten -a- ( VMos , PrWack ). ‘Schall, Lärm’ 1 von menschl. Stimmen: ‘lautes Gerede, Geschrei’
2 bezogen auf (Vogel)Gesang
3 ‘Lärm’ .
   1 von menschl. Stimmen: ‘lautes Gerede, Geschrei’ nach der stilli do hvob sic ein gebrahte da zimile [= ze himile ] daz alliv div tvsint der heiligon engele [...] riephin. vnde lobeton den almahtigin got sinir genadon PrWack 1,112; der ritter und daz megetin / hortten ain gebrechtte / in ainem husse rechtte / von wortten dem gesinde GTroj 7953; dô wart ein lût gebrehte schîn / von maniger stimme schalle KvWPant 1066; etlichú menschen [...] durloͮffent daz closter mit unruͦw und gebrehte, daz man sú dicke e hoͤret, e man sú sehe Seuse 414,17; FrSchw 3424. 7078; KvWLd 25,17; KvWHvK 158; KvWTroj 35687; Widersp 66. – bezogen auf Kriegsgeschrei, Kriegslärm: wan der vîende dôz / und ir gebrähte was sô grôz / daz si niht trûten genesen KvHeimUrst 212; die kuͤnge kamen gedrungen / mit eim gebræhte harte groz Rennew 28429 u.ö.; Renner 14154; NvJer 22923. – bezogen auf Klagerufe, -geschrei: do wart michel geprahte / [...] uon kinden unde uon wiben / michel we scrien VMos 64,18; nû diz dinc alsô geschach / daz man den pfarren tôt gesach, / dô sprungen ûf mit schalle / die leiden jüden alle / und erhuoben grôz gebrehte KvWSilv 4845. 4869; Renner 3755 u.ö.; SHort 2954; Loheng 5050; FrSchw 220. 3525. – bezogen auf Gesang: sie sungen mit gebrechte : / ‘gloria alti deo!’ Daniel 4126. 7757. – ‘prahlerisches Gerede?’ wie groz ist din gebrechte / dat du van dime geslechte / mir drouwes hie zuͦ stunden? MorantGalie 1813    2 bezogen auf (Vogel)Gesang: nie wart stolzer vogellîn / mit sô kleinem lîbelîn / gesehen denne diu nahtigal, / daz sô wunneclichen schal / und sô manigerleie gebrehte / mit sô kleinem züngelîn mechte Renner 19697    3 ‘Lärm’. – lärmender, prunkender Aufzug: nu quamen mit gebrechte / dese heren vur den sal MorantGalie 2160. 3950; KarlGalie 1051. – lärmendes Vergnügen, Fest: deheinem herren ouch daz wol zimt, / daz er sînen armen liuten nimt / irs guotes mêre denne er ze rehte / nemen sol, und mit gebrehte / daz verzert bî rîchen liuten / durch werltliche êre und vingerdiuten Renner 2210; die [Knechte] soͤllent mit ir haben gepraͤcht / als mit ainer offnen fräwen [Hure] FrSchw 1910

MWB 2 177,26; Bearbeiterin: Herbers

gebreite swstF. ‘Ackerbreite, großes Ackerstück’ tres coloniæ seu agri, qui vulgariter gebraita dicuntur UrkSlgAlmende 395 (a. 1284); UrkWürtt 4,70 (a. 1244); da ligent oͧch gebreiten, die in den hof hoͤrent UrbHabsb 1:295,1; einen weingarten vnt einen acker, die da haizzent bi namen gebrait UrkHeil 2,27 (a. 1310); WeistGr 5,401. – häufig in Orts- oder Flurbeschreibungen: von den drien ackern, die da ligent in der nvwen gebreite an eime stvͥcke UrkCorp (WMU) N750AB,18 u.ö.; item der Ger, lit zwischent dem weg und dss Ufhofers gebraiten UrkThurgau 8,549 (um 1340); und sint der gebreiten drie, ligent bi dorf, und uf Gütolsheim viere, [...] die alle heissent gebreite WeistGr 1,708

MWB 2 178,8; Bearbeiterin: Herbers

gebrennen swV. brennen 1.1 ‘etw. entzünden’ Dauid sprichit [ Ps 118,32 ] : a herre, ich loͮfe in deme wege diner gebotte, so du gebrennist min herce PrGeorg(Sch) 40,45

MWB 2 178,23; Bearbeiterin: Herbers

gebrëst, gebrëste, gebrësten stswM. auch gebrist NvJer 10944. – stN.: daz gebrest Rennew 13322. – stF.: eigne gebrest Seuse 94,30; dise gebrest ebd. 159,27. 1 ‘Fehlen, Mangel’ (mit Gen. oder an : von / an etw./jmdm.)
2 ‘Entbehrung, Ermangeln, Bedürftigkeit, Not’ ; bezogen auf leibliches Wohlsein ( gemach ), vor allem Essen und Trinken
3 ‘Schaden’ verschiedener Art
4 ‘physische Schwäche, Krankheit, Leiden’
5 ‘moralische Schwäche, Fehlerhaftigkeit, Makel; Geneigtheit zur Sünde, Übertretung von religiösen Geboten’
6 ‘Misshelligkeit, (Rechts-)Streit’
   1 ‘Fehlen, Mangel’ (mit Gen. oder an: von / an etw./jmdm.): samfti irvulter [Gott] disin gibrist [durch den Engelsturz entstandenen Verlust] . / er gischuf [...] Adam uzzir demo leimin SuTheol 66; jst der sichtum uon deme gebrestin der da ist an der craft di di spie solde behalden in dem magen SalArz 50,8; unde der gebreste der sunnen heisset eclipsis solis MNat 10,15; die sehint des manen gebresten umbe die dritten stunde der naht ebd. 1,5; Iulius, der mahte den kalendener rehte unde irvollette den gebresten mit einlof dagen ebd. 16,25; der februarius kumit sime gebresten wol nach, so ez schaltiar sint ebd. 16,35; nû sprichet ein meister von der êrsten sache, daz si sî oben wort. der gebreste ist an der zungen Eckh 1:329,2. – ‘Fehlbetrag, Abzug’ vnd han mich ouch vmb den gepresten vn̄ vmb dem abganch von den zollen, seit si min bruͦder von mir hat gehabt [...], mit minē bruder lieblichen vn̄ genzlichen verslichtet vn̄ verrichtet UrkCorp (WMU) 1057,12; unde ist des zinses gebreste, daz in daz guͦt nit mak uergelten ebd. 2279,26; were aber, das an den nûtzzen des vorgenanten houes brust alder gebreste wrde ebd. 2970,37; vnde gielobe dez guͦtis [...] zeresecinde [zu ersetzen] , swas giebrestin dran ist ebd. 424,16; vnd waͤre, daz er [...] der zwaier fvͦder niht moͤhte gewert werden [...], so sol ich [...] den gebresten ervollen vz minem zwain wingarton ebd. 3434,6; als sitlich vnd gewonlich ist so getan gelt ze rihten ân allen gebresten UrkHohenz 1,170 (a. 1347); UrkCorp (WMU) 1944,31. – ‘Versäumnis’ daz wir vns in der vorgenanten frist vmb alle sache mit im verrihten svln [...] vn̄ swa wir des niht entvͦn, also, daz der gebrest an vns leit, so sol er sin porgen manen UrkCorp (WMU) 1943,12. ~ an der gewer, dem gewern ‘Ausfall des Gewährsmanns, der Gewährleistung’ der gwer muͦz antwurten an seiner stat vur daz guͦt. wirt aber im gepresten an dem gewern, er muͦz daz mit gewette vnd mit puͦzze lazzen SpdtL(E) Ldr 146,4; wirt im an der gwer gebrest ebd. Ldr 114,1    2 ‘Entbehrung, Ermangeln, Bedürftigkeit, Not’; bezogen auf leibliches Wohlsein (gemach), vor allem Essen und Trinken: ezzen, trinchen, slaffen vil, / gemach und swaz sin lip wil; / wil er daz lazen fur sich gan, / und wil niht gebresten han [...], / der wil hie himelriche han StrKD 151,144; daz der koufman [...] sô pînlîche wege [...] vert und lîdet grôzen gebresten an spîse und trankes, slâfes und anders ungemaches Eckh 5: 59,25; swes wir gebresten hân, / daz ist von Hagenen schulden; der wil uns gern erdürsten lân NibB 966,3; ein grôz lant, / [...] dâ was gebresten alsô vil / von hunger EnikWchr 5793; daz hâr reiset auz von überigem gepresten der kost BdN 7,26; wol aht hundert [...] wîp [einer belagerten Stadt] [...], / an der varbe und gestalt / kôs man gebrestens meil Ottok 31492; von geprest zerswollen HvBurg 2667; für des âtem gepresten [gegen Atemnot] BdN 410,16; ir vindet zWienen schœne wîp, / der minne sô süezet, / daz ir iu sanfte büezet, / swes ir habt gebresten dort Ottok 1815. – bezogen uf Besitz allgemein: Esau was ein rîche man in vihe jouch in hîwen, / daz er in aller hêrscefte nehête gebresten Gen 1716; dâ bî leit er grôz nôt / und gebresten von der miltikeit, / wan grôzer gâb was er bereit EnikWchr 26593; dazu eîn diener od ein pvrger in solhem gebresten wær, daz er genaden wol bedarf UrkCorp (WMU) 1817,27; ob er iht gebrestens lit / vor armuot? Ottok 31701. 31373. Eckh 2:398,4. – sprichwörtl.: swer rehte milte wil begân, / der muoz gebrest durch milte hân Freid 87,1; wer gepresten nicht enhat, / der enruecht wie es umb den armen stat HvBurg 5217    3 ‘Schaden’ verschiedener Art: si [...] sach ez [Schwert] an / und schouwetez wâ unde wâ. / nu sach si den gebresten dâ; / si begunde an die scharten / lange unde sêre warten Tr 10072; sô wir gewis wæren, daz got unglîche minner mac gelîden neheinen gebresten noch schaden Eckh 5: 47,23; diu frou im irn gebresten kleit, / er hiet sie gehabt in nœten [vergewaltigt] EnikWchr 5304; für des rîches vogt / kom scharhaft gezogt / koufliut und burgære, / die klagten im ir swære / und des landes gebresten, / daz si der strâze nindert westen, / diu in ze varen wær bereit Ottok 12805; der abt kleit manigen gebresten / von Rôm dem kunic Ruodolf, / den er næm von dem bischolf / an sînem guote ebd. 26679; es sei schaur oder pisæs [Hagel oder Misswuchs] oder swelherlæi gepresten si haben an den weingarten UrkCorp (WMU) 2632,22; vͤntz daz ich minem herren den selben gebresten gepezzer vnd ableg ebd. 2362,13; den grozzen und unlidlichen gebresten, der von rowb [...] zwischen Augspurg und der Albe biz her beschehen [...] ist UrkLudw 193 (a. 1340); den schaden vnd den gebresten UrkCorp (WMU) 2817,37. 1312AB,2; UrkIndersd 62 (a. 1330). – als Strafe: uber dise setze alle sal der rat uzrichten dise vorgenanten gebresten uͦffe sinen eit WüP 7g,2    4 ‘physische Schwäche, Krankheit, Leiden’ do er aber din gebot vber giench mit vngehorsam, da wart er entrihtet an sel vnd an libe: an der sele mit vntvgenden, an dem lib mit vil totlichen gebresten DvAPatern 284; den gebresten unsers toͤtlichen leibs PrOberalt 53,37; gebresten an der gesiht RvEBarl 1520; gebresten an dem antlitze Eckh 5: 59,8; jst aber, das fro Katherin sturbe alde andern gebresten gewnne, das si ze closter nit kumt UrkCorp (WMU) 2387,27. 1126AB,29; iu enbiutet, lieber herre mîn, / mîn vater den gebresten sîn, / daz er vil krancheit an im hât EnikWchr 1584. 14959. 25403; gebreste manicvalter, / den dâ bringt daz alter Ottok 39678. 39154    5 ‘moralische Schwäche, Fehlerhaftigkeit, Makel; Geneigtheit zur Sünde, Übertretung von religiösen Geboten’ doch so enist diser mensche [...] úberwindelich von naturen an sinen natúrlichen gebresten, welicher kunne die sint, es si zornikeit, hochvertikeit oder trackeit oder lichtvertiger worte Tauler 128,6; ich weiz gebresten an ir nit, / wan daz si nâch der juden sit / leider niht enlebt, / wan si dâ wider strebt EnikWchr 7077; vnd do si [Pharisäer] sahen, daz sümlich vz sinen ivngern mit den gemainen henden azzen daz brot, disen gebresten beschulten si [ vituperaverunt Mc 7,2 ] EvAug 93,1; mæniger hand gepresten / den si an irem næhsten / sehent SHort 431; und leite uns in bekorung niht die uns in sünde senke, / wan ûf uns mang gebreste lît KLD:Kzl 18: 0,16; gedenche an die svnde, gedenche an dinen gebresten PrBerthKl 7,60; und diser gebrest [Hoffart] der warf die aller hochsten engele in das aller tiefste abgrúnde Tauler 135,14; als vil dich nu eigne gebrest hin zúhet, daz du súnde tuͦst Seuse 94,30. 115,8; dú waren von krankheit ires gemuͤtes [...] vervallen in súntlich gebresten ebd. 116,24. 161,18; der mensche sol unbewegelich sîn ze sünden und ze gebresten Eckh 1:303,5; swaz er biten wil vür sînen gebresten oder vür anderer liute sünde ebd. 2:566,8    6 ‘Misshelligkeit, (Rechts-)Streit’ wir scheiden vmb den gebresten, der zwischen der Startzhousær einhalb vnd des Læutenbechen anderthalben ist UrkCorp (WMU) 1274A,7; vmb alle di gebresten, di zwischen in vnder disen sachen vͦfgestanden sint ebd. 1549,43; jst aber, daz einem armem menschen vber deheinen sinen gebresten gedinges not geschiht [wenn für ihn wegen einer Streitsache Appellation notwendig ist] UrkCorp 1100B,24

MWB 2 178,27; Bearbeiter: Plate

gebrëstelîn stN. ‘kleiner Fehler, kleine Sünde’ so verhengt got das er [der Mensch] in ein gebrestelin velt: lichte in ein zornlicheit, oder im enpfert ein swer pinlich wort Tauler 245,23

MWB 2 180,52; Bearbeiterin: Herbers

gebrësten stV. selten wie → brësten 1 ‘brechen’, subst.: vil michel wart daz chrachen: / die levt muͦsten erwachen / von dem gebresten [einer Säule] Wernh A 3753; meist (und viel häufiger als → brësten 2) ‘gebrechen’ in den folgenden Bedeutungen. 1 ‘fehlen, mangeln’
1.1 unpers., jmdm. gebristet e-r S. / jmds. / an, ze etw.
1.1.1 mit Gen.d.S./d.P.
1.1.2 an etw.
1.2 nicht unpers.; etw. (meist: niht /  iht /  wênic ) gebristet (jmdm./ an etw.)
1.2.1 ohne D.d.P.
1.2.2 mit D.d.P.
2 jmdm. gebristet ‘jmdm. schwindet die Kraft, jmd. ist / wird krank, schwach’
2.1 mit G.d.S., an, ze ‘an etw.’
2.2 jmdm. gebristet an dem wege / under wegen ‘jmd. bricht unterwegs vor Schwäche zusammen’
3 jmdm. gebristet ‘jmd. unterliegt, versagt (an einem Kampf, Wettstreit)’
4 jmdm. gebrosten sîn/hân (+ Gen.d.S.) ‘jmdm. Schuldiges nicht geleistet haben, etw. schuldig geblieben sein’ (vgl. → ungebrosten Part.-Adj.)
   1 ‘fehlen, mangeln’    1.1 unpers., jmdm. gebristet e-r S. / jmds. / an, ze etw.    1.1.1 mit Gen.d.S./d.P.: daz in der tage zuo ir vart / deweder gebrast noch über wart, / und kâmen ze rehten zîten Iw 6880. 3583. 3702; alsus was er sîn selbes gast, / daz im des sinnes gebrast [er den Verstand verloren hatte] ebd. 3564; dennoch gebristet in maniges rehtes daz die habent die êlîche geborn sint SpdtL 139,2; helde, ir sult besehen, / wes uns hie gebreste oder wen wir hân verlorn / hie in disem strîte NibB 1618,3    1.1.2 an etw.: nu was Davide, da er lag, / geprosten an der spise [war ihm die Verpflegung ausgegangen] RvEWchr 25217; daz uns an guten werken nine gebreste Rol 9092; die herren sie enphingen / mit allen den dingen, / daz da nichtes ane gebrast, / als man einen lieben gast / von rechte solde enphahen Herb 14641    1.2 nicht unpers.; etw. (meist: niht /  iht /  wênic) gebristet (jmdm./ an etw.)    1.2.1 ohne D.d.P.: des si dâ haben solden, wie wênec des gebrast! NibB 605,3; da ist alles daz guͦt ist, da gebristet allez daz uͤbels ist PrOberalt 97,14; ich wæne, dar an niht gebrast, / swes ein man gerte / an einem guoten swerte Eracl 4966    1.2.2 mit D.d.P.: den crichen gebristet niht. / ez ist ein harte riche dit Herb 2152; daz bediv îv unde uns iht gebreste, gêt unde coͮfet îv ole Spec 129,2; den gap man, swaz si wolden, daz in niht gebrast NibB 766,3; Lonius der raine / gab im das schafzagel staine. / da geprast im ain roch HvNstAp 8766. an etw.: daz in an dem gotes wort icht gebrest PrOberalt 137,1; der wirt und sîne recken enpfiengen sô den gast, / daz in an ir zühten vil wênec iht gebrast NibB 105,2    2 jmdm. gebristet ‘jmdm. schwindet die Kraft, jmd. ist / wird krank, schwach’    2.1 mit G.d.S., an, ze ‘an etw.’ so daz [Tier] altêt so gebristet imo des gesûnes án béden ougon ÄPhys 12,2; und sluͦc si noch so sere, / daz ir der sinne gebrast [sie ohnmächtig wurde] StrKD 161,519; so gebristet dem menschen an disen drien dingen [Erkenntnisvermögen] Lucid 63,10; darumbe, swenne iu zerinne, swenne iu gebreste an dem lîbe [wenn es zu Ende geht mit euch] Konr(Sch) 141,10; aller sin lip ist im chalt, / ze den chreften ime gebristet, / alliu sin tugente erlischet, / daz alter in begrifet HimmlJer 79; di ougen im uergiengen: / [...] sin tugent im do erlasc, / ze dem gesihen im do gebrast Rol 6427    2.2 jmdm. gebristet an dem wege / under wegen ‘jmd. bricht unterwegs vor Schwäche zusammen’ ich erbarm mich uͤber diz menig. die sint drei tag mit mir gewesen und habent nicht zessen, und lazze ich si also vasten, so gebrist in an dem wege [ Mt 15,32 ] PrOberalt 135,29. 137,17; Spec 36,18; so ist im gebrosten an dem wege ebd. 36,19; vil dike gebrast im under wegen Kchr 14437    3 jmdm. gebristet ‘jmd. unterliegt, versagt (an einem Kampf, Wettstreit)’ swer ir [Brünhilds] minne gerte, der muose âne wanc / driu spil an gewinnen der frouwen wol geborn. / gebrast im an dem einen, er hete daz houbet sîn verlorn NibB 327,4; den haiden gebrast: / diu scheph in uersunchen, / in dem wazer si ertruncken Rol 6937. 1703; nu daz dem valschen gebrast / unde der valschelôse gast / des hoves volge gewan Tr 11275; owê daz mir gebristet, owê daz mich die meister hant / mit sprüchen überlistet, / owê daz ich niht vinden kan / ir ûzerweltiu wort KLD:Kzl 2: 9,1; ThvASu 20,7    4 jmdm. gebrosten sîn/hân (+ Gen.d.S.) ‘jmdm. Schuldiges nicht geleistet haben, etw. schuldig geblieben sein’ (vgl. → ungebrosten Part.-Adj.): der die siben zit nith begat, der ist gote sines denestes gebrosten Lucid 78,7; wa ich ime alder er mir gubundun si ze helfenne alder wa ich ime alder er mir gvbrosten haben UrkCorp (WMU) 313,30

MWB 2 180,56; Bearbeiter: Plate

gebrëstenlich Adj. gebrëstlich

MWB 2 182,9;

gebrësthaft Adj. ‘mangelhaft, fehlerhaft, unvollkommen’ umb daz guͦt lobe got, umb daz sumig und gebresthaft habe ein missevallen mit eime guͦten willen zuͦ bessran Seuse 415,12. 499,22; uon natur gaͮt bekantniste, minne vnd warheit, aber die bekantnist vnd die minne, die ist gebresthaft Gnadenl 1,577. 1,574. 1,575; Katrei 324,31. – bezogen auf körperliche Makel: luͦge [...] wie die valschen minnerin tuͦnd: swaz unlútseliges, ungestaltes und gebresthaftes an in ist, daz bergent sú genote [mit Schminke] Seuse 449,25

MWB 2 182,10; Bearbeiterin: Herbers

gebrësthaftic Adj. ‘mangelhaft, fehlerhaft, sündig’ allez [...] daz lîphaftic und gebresthaftic ist Eckh 1:198,2; wir gebresthaftigú menschen Seuse 92,22; in siner [des Menschen] gebresthaftigen geschafenheit ebd. 157,28 u.ö.; Lucifer der kerte sich zv gebresthaftigen dingen: da von viel her vnd sal ewiclich vallen Katrei 374,7

MWB 2 182,21; Bearbeiterin: Herbers

gebrëstic Adj. ‘mangelhaft, unvollkommen’ das ist nit hintz got ze sprechen / daz er si gebrestig. / er hat almaͤchtigen sitt Teichn 582,41

MWB 2 182,28; Bearbeiterin: Herbers

gebrësticlich Adj., Adv. ‘mangelhaft, unvollkommen’ menger spricht, er [Gott] beger. / wenn daz wer, so bedorft er. / da mit wer [erg. er ] geprestiglich Teichn 582,51; Adv.: hast du bi dinen tagen ie gebrestklich gelebt, [...] dar ab solt du nit ze vast erschreken an der stunde dines todes Seuse 379,13

MWB 2 182,31; Bearbeiterin: Herbers

gebrëstlich, gebrëstenlich Adj. , -lîche Adv. 1 ‘drückend, bedrängend’
2 ‘mangelhaft, abnehmend’
3 ‘sündhaft, zur Sünde geneigt’
4 Adv. ‘mit Mängeln behaftet, schädlich’
   1 ‘drückend, bedrängend’ ain geprestleich pein Teichn 464,1513. 440,159    2 ‘mangelhaft, abnehmend’ wise liute sprechint daz der mane gebrestenlich lieht habe von eime manade an den anderen MNat 11,23    3 ‘sündhaft, zur Sünde geneigt’ wan, ie sich der mensche gebrestenlîcher vindet und mêr missetân hât, ie mêr er ursache hât, sich an got ze bindenne mit ungeteilter minne, dâ kein sünde und gebreste enist Eckh 5: 237,5. 1:132,1. 2:318,5; [der Mensch] sol gruntlich bekennen sin natúrlich nicht und sin gebrestlich nicht Tauler 365,21 u.ö.; Seuse 193,5. 5,11 u.ö.;    4 Adv. ‘mit Mängeln behaftet, schädlich’ in disen ziden ane vieng / ein hungernot, die umme gienc / alle dusche riche / also gebrestenliche [die hatte solchen Mangel zur Folge] , / daz [...] vil armer lude bliben dot Elis 3480

MWB 2 182,38; Bearbeiterin: Herbers

gebrëstlîcheit stF. ‘Mangelhaftigkeit, Unvollkommenheit, Geneigtheit zur Sünde’ die gebrestlicheit die der mönsche hat von dien vier elementen PrEngelb 183,66; enphengklich [...] aller gebrestlicheit [...] geneigklich [...] zuo süntlichen gebresten ebd. 187,199. 187,195; nu lat got dicke die lidunge der gebrestlicheit uf manigen menschen vallen Tauler 163,13; Eckh(Pf) 515,15; Gnadenl 3:M1,49; Eckh 2:76,1

MWB 2 182,56; Bearbeiterin: Herbers

gebrëstunge stF. ‘Abnahme, Rückgang, Niedergang’ wan also der mone fuͤmftzehen tag wæchst und andere fuͤmftzehen tag ab nimt, also tuͦt der mensch, der wæchst untz daz er drizzich jar alt wirt und nimt dann ab also der mon; von diu haizzet er in unser zung ‘gebrestung’ [ luna [...] in scripturis [...] defectum nostrae mortalitatis insinuat, qui crescimus nascendo, decrescimus moriendo, vgl. Anm. z.St.] PrOberalt 53,36

MWB 2 183,1; Bearbeiterin: Herbers

gebrieve stN. ‘Sammlung von Stundengebeten, Brevier’ sprich sexte nah dem geprieve daz vor dir stet. sprich daz capitulum zder tercie davor LambBrev 140

MWB 2 183,10; Bearbeiterin: Herbers

gebrievede stN. ‘Auflistung, Liste’, Glossenbeleg des 13./14. Jh.s s. AWB 3,1383

MWB 2 183,14; Bearbeiterin: Herbers

gebriten Part.Prät. brîden stV.

MWB 2 183,16;

gebriuwe stN. -û- md. 1 zu briuwen 1 : ‘Gebräu, eine bestimmte auf einmal gebraute Menge Bier’
2 zu briuwen 2 : ‘Intrige, Ränkeschmieden’
   1 zu briuwen 1: ‘Gebräu, eine bestimmte auf einmal gebraute Menge Bier’ dry rethe haben gesaczed, daz hinneforth eyn yclich man, der do bruwen wil, der ensal des jares nicht mer enkiezin zcu eyme gebruwe dann drizeg maldir gersten StRMühlh 117 u.ö.    2 zu briuwen 2: ‘Intrige, Ränkeschmieden’ wand etsliche ungetruwe / haben von bosme gebruwe / besezzen gewaldecliche / gar unserre vetre riche Macc 6600. 8112. 12864; daz geriun [Geflüster] und daz gebriwe Ottok 55756; sîn valsch gebrûwe NvJer 16306

MWB 2 183,17; Bearbeiterin: Herbers

gebrockel stN. ‘Reste, Überbleibsel’ 1 Speisereste
2 von Menschen (nur bei Cranc , stets für reliquiae )
   1 Speisereste: daz [...] die kleinen húndelin [...] gespiset werdent von dem gebrockele daz do vellet von der herren tische Tauler 44,22; heis mich armen bilgerin [...] spisen von dem gebruckel dines tisches ElsLA 427,22    2 von Menschen (nur bei Cranc , stets für reliquiae): herre, selige din volk, das gebrockele Israhelis Cranc Jer 31,7; daz gebrockil der zal der starken schutzen von Cedars sone wirt gemynret ebd. Jes 21,17 u.ö.

MWB 2 183,29; Bearbeiterin: Herbers