gebröhsel
stN.
‘Lärm, Getöse’
da wart das gebröhsel so groß in jhener kirchen, das yn ducht
das sie allezumal off yn viele Lanc
565,27;
mit dem hort Meleagant gebröhsel das Lancelot macht mit syn
rittern ebd.
603,6
MWB 2 183,39; Bearbeiterin: Herbers
gebrôt
stN.
‘Brot, Brotähnliches’
und wær ez dîn grimmiger tôt, / du enbîzest tâlanc kein gebrôt BAdelh
18
MWB 2 183,44; Bearbeiterin: Herbers
gebrouche
Adv.
zu gebrouchen
‘biegen, beugen’ (vgl. Leitzmann, Lexik. Probl., S. 22)?
‘gewandt’?:
si vî in bî dem hâre / unde slûch im alsô gebrouche [Hs.
geburche
] / daz houbet von dem bûche JJud
1465
MWB 2 183,47; Bearbeiterin: Herbers
gebrouchlich
Adj.
‘geneigt zu etw.’
ir gemûte ist [...] / ze allem laster
gebrouchlîch Erinn
870;
du sollt nichtt greülich wesenn sunder genädigk unnd geprüchenlich
zentleibenn [verschonen] den du an gesigtt hast
HvHürnh
13,4
MWB 2 183,52; Bearbeiterin: Herbers
gebroʒ
stN.
‘Blütentraube’, als Bezeichnung für eine Kleesorte (Geißklee,
Schneckenklee):
cithisis : zepfo [Rispe] vel gebroz SummHeinr
2,241,39;
(vgl. AWB 1, 1428)
MWB 2 183,57; Bearbeiterin: Herbers
gebruch
stM.
1 wie
bruch 2.1
‘Mangel, Gebrechen, Schaden’ :
‘Fehlbetrag’
2 wie
bruch 1.3
‘Bruch, das Brechen’
3 wie
bruch 2.2
‘Rechtsverletzung’
1
wie →
bruch 2.1
‘Mangel, Gebrechen, Schaden’:
‘Fehlbetrag’
an welchem [...] leipding oder
ewigem gelte gebruche sein würdde, das man des disem male umb viertausend guldin nit
ankomen und gehaben moechte, so sol man des andern dest mer verkauffen, bis man die
summ achttausent guldin hat ungevarlichen StRAugsb
297,4.
299,19.
–
‘Abgang’
so sal die stat van Kolne van vnsen luden einen anderen kiesen an des
stat, des da gebruͦg is [der ausgeschieden
ist]
UrkCorp (WMU)
3470,5
2
wie →
bruch 1.3
‘Bruch, das Brechen’
doch wellent etleich maister, daz daz hirn hab enpfinden seins
gepruches, wenne man ez zepricht BdN
7,2
3
wie →
bruch 2.2
‘Rechtsverletzung’
so we oug iere [der Gräfin] gebeszirt inde
verbuͦzit hait bit guͦdeme vͦrkuͦnde, van wilcherhande
gebruͦgge dat dat si, dan ave ensulen wir engeinrehande beszeringe ove
buͦsze me vorderen ove nemen UrkCorp (WMU)
255,2.
3470,37
MWB 2 183,61; Bearbeiterin: Herbers
gebrûch
stM.
‘Benutzung, Gebrauch’
du [Gott] hast in gebruche dinere
gwaltigen hente / allere dinge anegenge jouch den ente Himmelr
1,21;
git in got in lidender wisen, so lident sú, git er in
[...] in schoͮwen oder in gebruche wise, so
gebruchent sú Tauler
24,24
MWB 2 184,17; Bearbeiterin: Herbers
gebrûchen
swV.
→
brûchen
(die präfigierten Formen sehr häufig in
Eckh , Mechth , Daniel ,
ThvASu , Tauler ).
‘gebrauchen, genießen’
also vil alse si hie vereinet waren, also vil gebruchet dort
únser vroͮwe und also vil gússet únser herre ob allen heligen in si
Mechth
6: 39,20;
git in got in lidender wisen, so lident sú, git er in
[...] in schoͮwen oder in gebruche wise, so
gebruchent sú Tauler
24,25.
–
‘jmdn. genießen, nutzen’
da sal man gebruchen offenbare / den suzen Jhesus, den wir hi up deme altare /
in des brodes in des wines formen intfen Lilie
44,3
MWB 2 184,23; Bearbeiterin: Herbers
gebrûcher
stM.
wer →
gebrûchunge
hat oder ausübt:
Christus were ein
wegman [
viator
] unde ein gebrucher
[
comprehensor
] gotlicher wesunge
ThvASu
92,15
u.ö.
MWB 2 184,35; Bearbeiterin: Herbers
gebrûchic
Adj.
‘tauglich, brauchbar’
[ein gerade getauftes] kint ist nit so gezwidig vnd so
gebrüching zü wirken nach der frien willenkuͤr Gnadenl
3:A2,349
MWB 2 184,39; Bearbeiterin: Herbers
gebrûchlich, -lîche
Adj., Adv.
auch gebrûchenlich ( Tauler ).
1
‘nutzend, teilhabend’
2 Adv.
1
‘nutzend, teilhabend’
inwendig ist er [der Mensch]
versunken und versmolzen in sinem gebruchlichen anhangende an gotte
Tauler
158,20
u.ö.;
dô enwolte ich niht, noch enbegerte ich niht, wan ich was ein ledic sîn und
ein bekenner mîn selbes nâch gebrûchlîcher wârheit Eckh
2:492,5;
Seuse
332,18.
–
in gebrûchlicher wîse:
so muͤssent ir [die
Menschen] ime [Gott] einen lutern
unbekumberten grunt erbieten, so múgent ir sin gewar werden in gebruchenlicher
wisen Tauler
59,19.
210,22;
der mensch, der sich verstat daz niht, von dem
gesprochen ist, in gebruchlicher wise, blibet diz dem menschen alwegent?
Seuse
350,30.
351,1.
474,9;
HvFritzlHl
225,24
2
Adv.:
der [überlebende
Ehepartner]
[...] mag gebruchliche
[als Nutzer] sitzen mit den kindern in alleme
guͦde StRHeiligenst
77
MWB 2 184,43; Bearbeiterin: Herbers
gebrûchlîcheit, -lîchkeit
stF.
‘Gebrauch, Genuss’
[in der Verbindung zwischen äußerem und innerem Gebet] were
gebruchlicheit und wúrklicheit ein, als das ein von dem anderen ungehindert belibe
Tauler
156,15
u.ö.;
so blibet der geist hie in geistes art in der gebrúchlichkeit
[...] dero glich ewigen, glich gewaltigen, inneblibenden
und doch ussfliessenden personen Seuse
185,30
MWB 2 184,61; Bearbeiterin: Herbers
gebrûchunge
stF.
‘Gebrauch, Verfügen, Teilhabe, Genuss’,
überwiegend in myst. und theolog. Texten als Übersetzung für usus oder
fruitio, die Übergänge sind fließend:
diͤ suͤz gebruchung unses heren, / de dich in
erdrich so wold eren, / dat du sin muͦder soldes sin, /
[...] dat sal al din vröude meren MarlbRh
130,22;
ouch creftiget in diz spise an siner inrlicher gotlicher gebruchunge dez götlichen
wesennes und der götlichen gegenwirtikeit MvHeilFr
21;
want die verdientlichen werke dez menschen
[...] bestat in einer voller gotlicher gebruchunge
ThvASu
32,19.
58,16;
Seuse
334,2;
Parad
71,19.
–
in dem, der da hat gebruchunge dez frigen
willen [
usum liberi arbitrii
] , der wirt
niht beweget von got zuo der gerehtikeit ane bewegunge dez frien willen
ThvASu
336,9.
120,21.
–
sîne [Gottes] obersten krefte die
hâten eine besitzunge und eine gebrûchunge êwiger sælicheit Eckh
5: 270,13
MWB 2 185,5; Bearbeiterin: Herbers
gebrüdeme
stN.
‘Gebrodel’
wær [...] ælliu tiuvellichiu craft / hie
mit æller ir gebruͤdem, / ez moͤht daz
geluͤdem [Lärm] / kume tiuvellicher sin
WhvÖst
4407
MWB 2 185,24; Bearbeiterin: Herbers
gebrülle
stN.
‘Gebrüll’
dô wart ein grôz gebrülle, / daz ime der grimme tôt wart schin Virg
383,8
MWB 2 185,28; Bearbeiterin: Herbers
gebrümme
stN.
‘Brummen, Krach, Getöse’
vil manig groz gepruͤmme / schicket [bewirkt] ir
[
manheit, personif.] in den landen
MinneR444
282
MWB 2 185,30; Bearbeiterin: Herbers
gebrummen
swV.
subst., ‘das Brummen’
dô hôrter [
Gâwan
] ein
gebrummen, / als der wol zweinzec trummen / slüege hie ze tanze Parz
571,1
MWB 2 185,34; Bearbeiterin: Herbers
gebrunkel
stN.
zu
brunken
swV.?
Bed. unklar, ‘blitzendes Kampfgetümmel’? (vgl. Johansson,
NvJer., S. 189).
in dem gebrunkele / blibbin zu den zîten / tôt von beiden sîten /
[...] wol drîzênhundirt edle man NvJer
21435
MWB 2 185,37; Bearbeiterin: Herbers
gebruoch, -e
stN.
‘Sumpf, Morast’
vnd darvmb was das gebruch so groß vnd so dieff das nymand daruber komen mocht
LancKarr
392;
syn [des Ritters] roß kam gande in ein
gebrúche, das von dem heißen wetter drucken was worden Lanc
192,11
u.ö.
MWB 2 185,42; Bearbeiterin: Herbers
gebruoder, -e
stM.
Pl. zu bruoder;
KvWTroj
35178
mit Umlaut -üe-.
‘Brüder’
1 als Verwandtschaftsbezeichnung ‘leibliche Brüder’
2
‘Gotteskinder, Mitmenschen’
3
‘Mönchsbruder, Ordensbruder’
1
als Verwandtschaftsbezeichnung ‘leibliche Brüder’
die gebruoder zesamen giengen Kchr
2957;
die gebruoder wârn von hôher art Parz
102,10;
wir, grave Egen vnd grave Heinrich, gebrvͦdere von Friburg
UrkCorp (WMU)
177,16
u.ö.;
Iw
2708;
KvWTroj
35178;
Lanc
1,2
u.ö.;
Tannh
6,73.
– häufig mit Angabe der Anzahl:
die selben dri gebruͦdere hettent eine swester, die
hiez Noemia Lucid
16,10;
ze Rôme wâren ze den selben stunden / zwêne gebruoder
hêre Kchr
13087;
die selben fvnf gebrvͦder UrkCorp (WMU)
714,38
u.ö.;
vnd waren bi vns siben gebrudere BiblMK
278;
KarlGalie
274;
PassI/II
233,20;
Kreuzf
1223
u.ö.;
RvEBarl
2187
2
‘Gotteskinder, Mitmenschen’
wane wir werden alle in demo toufe ze gotes chinden geheiligôt, daz uuir
geistliche gebrudere sîgen Alkuin
48;
er [Jesus] hât sân bewêrt [im
Vaterunser] mê, / daz wir gebruͦder alle sint
Kröllwitz
181
3
‘Mönchsbruder, Ordensbruder’
ob her dan da wolde werden / der gebruͦdere geistliche
uater / vn̄ ouch appit der stete / da werden wolde Ägidius
762.
1358.
1398;
wir sîn gebruoder BuchdRügen
537
MWB 2 185,48; Bearbeiterin: Herbers
gebruoderkint
stN., Plurale tantum.
‘Kinder von Brüdern’
mit hern Ruͦdolfe vnd hern Anselme, den ritterin von Drachinvels, die
gebruder kint sint UrkCorp (WMU)
882,22
u.ö.;
ich wene wol das sie geswister kint synt und gebruder kint
Lanc
95,33.
362,32
MWB 2 186,8; Bearbeiterin: Herbers
gebruoderlîche
Adv.
‘brüderlich’
er [Gott] hât sân bewêrt mê, / daz wir gebruͦder
alle sint; / [...] des sule wir triuwen walten / unde vns alle
halten / gâr gebruͦderlîche Kröllwitz
185
MWB 2 186,14; Bearbeiterin: Herbers
gebruote
stN.
‘bebrütetes Gelege’
[der Vogel] lat ez [sein Jungtier]
danne hin widere / undir sin gevidere / in sin heiz gebruote Hochz
839.
–
‘Geschwür’
daz swert von dem blüte / und von des eyters gebruͦte / sich glich
flucks entzunde Krone
15200
MWB 2 186,18; Bearbeiterin: Herbers
gebrûse
stN.
‘das Brausen, Getöse’
brûdir Heinrich, der [...] zwênzig brûdre an sich nam /
[...] heimelich und ân gepruis NvJer
19682;
und dô sî quâmen bî daz huis / do erhûb sich ein gepruis ebd.
22959
MWB 2 186,24; Bearbeiterin: Herbers
gebrüstet, gebrust
Adj.
zu
brüsten
swV. oder
brust
stF.
–
‘mit starker Brust, stark, kräftig gebaut’
sîn ros vil wol gebrüstet KvWEngelh
2856;
alsam ein löuwe ist er [Achilles] gebrust / und als
ein Hiune wol gelidet KvWTroj
29562;
er ist an massen groß und lank, / geprüstet in die weiten, / er hat eins
wilden leben gank, / [...] sein herz ist ganzer manheit
vol; / auf erd so lebt kein frecher helt Virg(St)
105,8
MWB 2 186,29; Bearbeiterin: Herbers |