âwasel
stM.
auch abesele, âwehsel, âwürhse.
‘Kadaver, Aas’
hât ein man einen brunnen gegraben an der strâzen, unde vellet sîns nâchgebûren vihe dar in, er muoz imz gelten: [...] unde der âwehsel belîbet jenem, der den brunnen niht bedakte PrBerth
1:287,4;
die âwürhsen ebd.
1:134,33
u.ö.;
ist daz ein ohse den andern wundet, unde ern stirbet niht ê an dem vierten tage, sô sol man den lebenden ohsen verkoufen unde den abasel, unde sol daz teilen SchwSp(W)
172,30.
172,31;
StRAugsb
35,19.
173,32;
demuͦt ist niht abesele, wan sist ob aller tugende JTit
5532,1
MWB 1 393,34; Bearbeiter: Diehl
awe
stF.
→ ouwe
MWB 1 393,46;
âwê
Interj.
→ ouwê
MWB 1 393,47;
â|webe
swSubst.
‘Zettelende, Längsende eines gewebten Stoffes’
und swer och ungelich aweben machot, die sol man im abschniden, da mit wirt diu linwat raine und guͦt UrkCorp (WMU)
584,15
MWB 1 393,48; Bearbeiter: Diehl
â|wëgec
Adj.
‘verirrt, vom Weg abgekommen’ (vgl. abewëge):
[Maria] di mih berihtet, / swenne ih awegie [l. awegic
] gen Pilatus
1,81
(vgl. Klein/Bumke, Index, S. 18)
MWB 1 393,52; Bearbeiter: Diehl
âwehsel
stM.
→
âwasel
MWB 1 393,56;
â|wërke
stN.
→ â|würke
MWB 1 393,57;
â|wîchen
stV.
→
â|wicken
MWB 1 393,58;
â|wicke
stN.
‘Abweg, Einöde’ (vgl. abewëc):
devia: awiki, abwege quasi extra viam SummHeinr
1:228,391.
2:266,01.9.
2:77,179;
avium: awicke ebd.
2:179,01.67
MWB 1 393,59; Bearbeiter: Diehl
â|wicken
swV.
‘(von etw.) abweichen’
die auer gâwicet habint mit hoͮpthaftin sundin, die schulin chomin ze wârer riwe unde ze warer buͦzze Spec
51,7
u.ö.;
uon geboten dinen niht awiket ich [interl. zu erravi
]
PsM
118,110;
jn allen dingen so volgin si der regele ir meistre vnd von ir en awike [
declinetur
] nieman vreveliche BrHoh
3;
hierher auch (vgl. Mellbourn, CVIf.):
so sint vnseriv herze wol gerihtet, so si niht âwichent wedir ze der vînstern noch ze der zeswin Spec
8,19
MWB 1 393,63; Bearbeiter: Diehl
â|wirche
stN.
→ â|würke
MWB 1 394,9;
â|wîse
Adj.
‘verrückt, dumm’
wande der win macht ovh wise livte awise [
apostatare facit (vgl. Sir 19,2)]
BrHoh
40
MWB 1 394,10; Bearbeiter: Diehl
â|wîse
stF.
→ abe|wîse
MWB 1 394,13;
â|witze
stF.
‘Unverstand’ (vgl. abewitze), hier: ‘Ungelehrtheit’
unsers herren parmherzikait / hot daz swach dirre werlt / im selber uzerwelt, / daz er mit der awiz / der werlt sterke und ir wiz / lester unde schende / an dem jungesten ende. / [...] pater sancte, / dir sei gnod und danch gesait, / daz du dein sußikait / der werlt weisen host vorverspart / und host si geoffen und gelert / deine klainen kindelin, / deu arm an irm geist sein MvHeilGr
1531
MWB 1 394,14; Bearbeiter: Diehl
â|witzec
Adj.
‘unverständig, geistig beschränkt’
swer denne niht âwitzec ist, der sol sî [die Sünde] ob allen dingen hazzen, vürhten unde vliehen DvASchr
348,28
MWB 1 394,23; Bearbeiter: Diehl
â|witzen
swV.
‘von Sinnen sein’
swenner [Saul] awitzen began / und in sin unsin ane gie, / so was mit sinir herffen hie / vor im der junge David / und stiltim guͦtlich alle zit / sine tobesuht als ê RvEWchr
24312
MWB 1 394,27; Bearbeiter: Diehl
âwürhse
stM.
→
âwasel
MWB 1 394,32;
â|würke
stN.
auch â|wërke, â|wirche.
grober Flachs, Hanf, auch der beim Auskämmen entstehende noch verwendbare Abfall:
stuppa: awirki [Laa. awirchi, awurchi, awerke
]
SummHeinr
1:326,162.
2:483,399;
stuppa: awurk VocOpt
17.009;
tumetum: awurk ebd.
17.010
MWB 1 394,33; Bearbeiter: Diehl
axt-
→ ackes-
MWB 1 394,39;
ay
Interj.
→ ahî
MWB 1 394,40;
âʒ
stN.
, selten stM. (z.B. HeslApk
11091, Hiob
8099)
‘Nahrung’ (für Mensch und Tier), nicht immer klar von âs zu trennen (vgl. âs 3):
[sie] furten sie zv danke / mit azze vnde mit tranke, / als in harte wol gezam Herb
7840;
diz sint die besten zwei korn / [...] die der mensche mac gewinnen / durch tranc und durch sinen az HeslApk
11091;
UvZLanz
3686;
wen di maze an dren dingen steit: / an aze an slafe an kleiden Brun
3731;
daz sie nie menschin gesach noch entpfieng menschlichin az JenMartyr
48;
[der Habicht] wirft si [seine Jungen] auz dem nest und pringet in kain âz, dar umb, daz si iht træg sein BdN
170,12.
– als Schimpfwort:
du maden az, was hohst du dich? HvNstGZ
2328;
HvNstVis
145.
– übertr.:
von dir sprechen daz ist wol az [
refectio
]
Brun
12316
MWB 1 394,41; Bearbeiter: Diehl
æʒe
Adj.
‘essbar, schmackhaft’
daz her an sich cleidet daz brot, / daz tuet her nicht ane not: / gut brot ist also eze / daz des niemant wirt ubereze HeslApk
3187;
graz entspringet uber al / beide uf berg unde tal / [...] eze von des touwes vlut. / den tyeren [...] ist ez eine spise Daniel
1780
MWB 1 394,57; Bearbeiter: Schnell
æʒe
stNF.
1
‘das Weidenlassen des Viehs’
2
‘Weideland, Futterfläche’
1
‘das Weidenlassen des Viehs’
von der etz. tuͦt ieman dem andern schaden pey tag oder pei nacht mit etzzen an seinem chorn [...]
StRMünch
327,16
2
‘Weideland, Futterfläche’
jr sult auch verbieten daz iemen ir [der Kitzbühler] etzze niezz mit wit oder mit waid UrkCorp
4,50;
das guͦt ze Cranmos, [...] es lage in der esse von Vͦttenhusen ebd.
649,21;
daz ich [...] han gigên [...] zwene schillinge rehter herren gúlte zi dem nidern æsse us des Stainmaiers hôve ebd.
2644,8
MWB 1 394,63; Bearbeiter: Schnell
æʒec
Adj.
‘essbar, schmackhaft’
wan der alle die edel spise hette die die welt hat, ane brot, si enwere nút essig noch lustlich noch nútzlich Tauler
280,6;
ouch sol man den burgeren allen, tuomherren, pfaffen unde rittern win geben unde allez eszich guot, da manz veile hat RbBasel
6,2
MWB 1 395,9; Bearbeiter: Schnell
æʒen
swV.
→ atzen
MWB 1 395,15; |