ane ersëhen
stV.
‘erblicken’
und als er die stat ersach [La. an ersach
]
Greg
1847
MWB 1 232,46; Bearbeiterin: Baumgarte
ane ersiuften
swV.
‘jmdn. anseufzen’
sus neiger ir und wolte dan, / und si diu schœne ersûfte in an / vil tougenlîchen unde sprach Tr
786
MWB 1 232,48; Bearbeiterin: Baumgarte
ane erstërben
stV.
‘jmdm. als Erbschaft zufallen’ (mit Akk.d.P.):
kum wider, und nim von mîner hant / krône, zepter unde ein lant. / daz ist mich an erstorben Parz
77,3;
HvBurg
1527;
daz selbe lant / wær den stuol [dem päpstl. Stuhl] an erstorben Ottok
80504;
daz der selbe weingart nach irm tode mich solt an erstorben vnd an gevallen sein UrkCorp (WMU)
2620,14.
814,16.
1118,6
MWB 1 232,51; Bearbeiter: Schnell
ane erstrîten
stV.
‘jmdm. etw. (durch Kampf) abgewinnen’
sô wolder über mînen danc / mîn lant mir an erstrîten Wig
10173;
des muoz manic mîn genôz / jehn, der mîner manheit / gelîchen prîs nie anerstreit RvEBarl
8636;
daz Pâris [...] hâte ir houbetlant / sô vîentlichen an geriten / und guot und êre in an erstriten KvWTroj
42676;
Iw
5137
MWB 1 232,59; Bearbeiter: Schnell
ane erstürmen
swV.
‘jmdm. etw. (im Sturmangriff) abgewinnen’
eines sturmes man phlac, / dâmit man in sân / den vorhof ersturmte an Ottok
78587
MWB 1 233,1; Bearbeiter: Schnell
ane ertriegen
stV.
‘jmdm. jmdn. (durch Betrug) wegnehmen’
die mich von kinde hânt erzogen, / den habet ir mich nu an ertrogen Tr
11588
MWB 1 233,4; Bearbeiter: Schnell
ane ertrûren
swV.
‘etw. von jmdm. durch trûren erlangen’
wil er ir daz ertrûren an, dazs in minne, sost sîn tumber wân vil kranc KLD:UvL
27: 3,3
MWB 1 233,7; Bearbeiter: Schnell
ane ertwingen
stV.
‘jmdm. etw. durch Zwang abnötigen’
er machet in der habe fri, / der er lange wænet wesen bi / vnt chovme hat errungen, / rechten erben an ertwungen Warnung
31;
sîn hêrschaft die ich habe, / die ich den sînen an ertwanc RvEAlex
8275
MWB 1 233,10; Bearbeiter: Schnell
ane ervëhten
stV.
‘jmdm. etw. durch Kampf abgewinnen’
der selbe stat und lant / [...] her wider ervaht / den Venediæren an Ottok
96950
MWB 1 233,16; Bearbeiter: Schnell
ane erwinden
stV.
‘etw. ergreifen’
sînen sun er enbant, den ram er an erwant. / got er in oppherôte Gen
938
MWB 1 233,19; Bearbeiter: Schnell
ane eseln
swV.
refl. ‘sich zum Esel machen’
einem macht man esel orn / [...] daz man yn erkenn do bey / daz er ein tor, ein narr sey. / also eselnt sie sich an Teichn
556,71
MWB 1 233,22; Bearbeiter: Schnell
ane|etzede
stF.
‘Antrieb, Anstoß’ (vgl. AWB 1,461):
ich nihabo bihalten [...] in gote noh an mînemo nâhesten [...] reht anizide, reht uorebilide, rehte lêra BambGlB
147,31
MWB 1 233,26; Bearbeiter: Schnell
ane ëʒʒen
stV.
→
ane
Adv., Präp. 1.1
MWB 1 233,30;
ane gaffen, ane kapfen
swV.
auch kaffen ( SHort
5312).
‘von einem Anblick fasziniert schauen, betrachten’ (im Spektrum von ‘angaffen’ [selten] bis ‘sich vor Augen führen’):
[Trotz ihres böswilligen Spottes war er so vernarrt in sie] das er sÿ ze mal muͦst angaffen / mitt offem anlachenlichem mund KvHelmsd
1682;
die [Engel] sprachen: ‘sagt uns: wes chaft ir in [Christus] an / so tiwer? GvJudenb
2874;
alle gedanke und alle man / die kapfen niuwan Îrlant an: / dâ nemen ir ougen wunne Tr
8278;
subst.:
daz lustlîch ankaphen daz si hât âne underlâz in der gotheit PrNvStr
292,10.
– von Zuschauern ‘anstaunen’ ( ‘angaffen’ bis ‘bewundern’):
alsam tier diu wilden wurden gekapfet an / die übermüeten helde von den Hiunen man NibB
1762,1.
74,3;
SHort
5312.
– als Beispiel vor Augen führen:
swel hertz sich ermayen [erfreuen] / wolte, solti kapfen an / die jungen maget wol getan [die Braut von Kana] , / die man so reht minneclich / und och so wol gezogenlich / sach sitzen bi dem brútgomen SHort
7147;
reht und zuht ist hin geleit; / man kapfet nû die valschen an! [man schaut zu den falschen Vorbildern auf]
Wig
2383
MWB 1 233,31; Bearbeiterin: Baumgarte
ane gâgern
swV.
Intensivum zu gâgen; ‘jmdn. durch höhnisches Rufen herausfordern’
von dem povel wart der gast / vil an gegagert und gekaft, / wan er sich zu der ritterschaft / sô schône hête gezieret HvFreibJoh
217
MWB 1 233,55; Bearbeiterin: Baumgarte
ane gân
V.
1 intr. (refl. nur KvWSilv ) ‘anfangen’
1.1 zeitlich 1.2 räumlich 1.3 auf einen Text bezogen 2 tr. 2.1 mit persönl. Subj. 2.1.1
‘jmdn. angreifen’
2.1.2
‘etw. angehen, unternehmen; mit etw. beginnen’
2.2 mit sachl. Subj. 2.2.1 von Abstrakta 2.2.1.1 meist von Zuständen ‘über jmdn. kommen, jmdn. heimsuchen’
2.2.1.2 meist von Sachverhalten ‘jmdn. betreffen, einen Einfluss auf jmdn./etw. haben’
2.2.2 von Konkreta 3 Einzelnes: ‘in eine best. Richtung aufbrechen (?)’
1
intr. (refl. nur KvWSilv ) ‘anfangen’
1.1
zeitlich:
swanne der winter abe ginc / und der sumer ane ginc SAlex
5248;
daz iar gat zuo merzen von rehte an, nach der heiligen schrift MNat
6,28;
[er hatte] syn rytlersen [Reitstiefel] angethon, wann das kalt was angegangen Lanc
227,27;
[es] sint zwei jâr daz ane gie diser hunger harewer Gen
2434;
dô sich der ougest ane gie KvWSilv
2792
1.2
räumlich:
andersit [des Berges] ging ein großer walt an Lanc
420,20;
ostirhalp ein marche angat / an dem roten mer und streckit sih / westirt RvEWchr
1997
1.3
auf einen Text bezogen:
nu get hie an [das Kapitel] von den geliden Physiogn
113
2
tr.
2.1
mit persönl. Subj.
2.1.1
‘jmdn. angreifen’
sus gienger in mit slegen an Tr
6919;
also gingen sie den wißen ritter ane Lanc
162,16.
– mit Refl.-Pron. ‘sich selbst Gewalt antun’
dô gie si sich mit handen an: / die sluoc si tûsent stunde dar Tr
1174.
– mit Ersparung des Obj. ‘angreifen’
seid aber ains vor Sperrval / stuͤrmt er, do man liez hin ze tal / mit wuͤrffen vallen manigen stain, / [...] / do gie er an fuͤr ander leut Suchenw
9,213
2.1.2
‘etw. angehen, unternehmen; mit etw. beginnen’
sus vuocte sich nâch sælden ie / swaz Alexander ane gie RvEAlex
10492;
daz er ir leben ane gie [anfing, so zu leben wie sie]
ErzIII
143,31;
[die Heiden] die christenhait an giengen / und die toufe enphiengen Kchr
3933;
wil er werltlîch wunne / mit den wîben ane gân, / sô sol er brîsterlîchen orden nicht bistân Priesterl
555;
ja hat widir uch Nabuchodonosor [...] eynin rat angegangin Cranc
Jer 49,30;
Tr
6284
2.2
mit sachl. Subj.
2.2.1
von Abstrakta
2.2.1.1
meist von Zuständen ‘über jmdn. kommen, jmdn. heimsuchen’
freüd, kummer, eer, reichtumb, es sey was es sey, dz dich angang Tauler
425,15 App.;
swenn uns dehain not an get PrOberalt
60,23;
dô gesaz Tristan / und giengen in gedanke an / von sînem erbesmerzen Tr
19126;
e der rite den menschen an ge Macer
38,22;
swen sie [Schlangen] bîzint, den gêt der slâf ane PrMd(J)
354,1
2.2.1.2
meist von Sachverhalten ‘jmdn. betreffen, einen Einfluss auf jmdn./etw. haben’
was mag uch das gewerren das uch nit aneget? ir ensolts auch nicht fragen Lanc
53,15;
umme eteliche gescheffede [...] daz daz hûs unde den orden anegienge StatDtOrd
49,38;
dô der sun in der gotheit mensche [...] wart und die marter leit, daz gienc die unbewegelîche abegescheidenheit gotes alsô wênic ane, als ob er nie mensche worden wære Eckh
5: 414,7;
ginge sie min lieb yndert an [berührte meine Liebe sie] , / sie must doch [...] / anders zwor gein mir gebaren [als jetzt]
Minneb
4876;
Tr
10648
2.2.2
von Konkreta:
der nît was ûf dich grôz, dich gie ane manig gescôz [manches Geschoss flog auf dich zu]
Gen
2941
3
Einzelnes: ‘in eine best. Richtung aufbrechen (?)’
balde ez [das Volk Judas
] do uf brach / und gie baltlich im [La. nach im
] an [Moses folgend durch das geteilte Meer]
RvEWchr
10904
MWB 1 233,60; Bearbeiter: Schnell
âne gân
V.
→ âne 1.3.2, → gân
MWB 1 234,56;
aneganc
stM.
1
‘Anfang, Ursprung’
2
‘Begegnung am Anfang eines Weges oder Unternehmens’ (dieser wird ein vorausdeutender Charakter zugesprochen), auch ‘Deutung, Bedeutung (dieser Begegnung)’ , vgl. Hwb. dt. Abergl. 1,409-435 3
‘Angriff’
4
‘Anwandlung, Berührung’
5
‘Eintritt’
1
‘Anfang, Ursprung’
verstandenhait ist ain anegangk der tugent und ain wurtz und ain ersteu weraitschaft alles löblichen [...] lebens HvHürnh
6,2;
ungelaub ist maniger trifft / ane ganch und hant gift Teichn
203,2
2
‘Begegnung am Anfang eines Weges oder Unternehmens’ (dieser wird ein vorausdeutender Charakter zugesprochen), auch ‘Deutung, Bedeutung (dieser Begegnung)’, vgl. Hwb. dt. Abergl. 1,409-435:
sô geloubent etelîche [...] daz ein wolf guoten aneganc habe, der aller der werlte schaden tuot [...] unde daz ein gewîhter priester bœsen aneganc habe, an dem aller geloube lît PrBerth
1:264,22;
daz iz niht eben lege [nicht gut wäre] , / er [der Hase] tet uns den ersten ane ganc ErzIII
56,243;
[Moses] virbot allen anegang, / vogil vlug, stimme odir sang, / das da geloupte nieman an RvEWchr
15516
3
‘Angriff’
sus hal von Segremorse des vreidegen stimme: / ‘uf mangem snellen orse sol ir aneganc [der Angriff auf sie] hie werden grimme / mit tjosten hel, daz in diu lid erkrachen / muͤzen [...]’ JTit
4614,2
4
‘Anwandlung, Berührung’
swaz man dir [Maria] singet oder seit, / [...] ez lüftet sinne herze hô, / [...] / mit süezem anevange [La. anegange
]
LobGesMar
26,9
5
‘Eintritt’
der angang in die innern hailigkeit des vetterlichen hertzen wart im erlaubt HvNördlBrf
16,70
MWB 1 234,57; Bearbeiter: Schnell
anegântlich
Adj.
→
anegêntlich
MWB 1 235,20;
ane gëben
stV.
‘jmdm. etw. (Kleidung) anlegen, anziehen’
ein scharlaches mäntelîn / daz gap sî mir an Iw
327;
dô gap man im kleider an EnikWchr
22472;
Parz
270,11;
LvRegFr
2917
MWB 1 235,21; Bearbeiter: Schnell
ane gebieten
stV.
1
‘etw. anbieten’
→ ane bieten
2
‘etw. gebieten’
1
‘etw. anbieten’
→ ane bieten
2
‘etw. gebieten’
daz dichtet der phaphe Wernere, / von Elmindorf der capelan, / vnd hatez durch daz getan, / wandez ane gebot vnde bat / der probist von Heligenstat Elmend
A 11
MWB 1 235,25; Bearbeiter: Diehl
anegeborn
Part.-Adj.
→ ane bërn
MWB 1 235,30;
ane gebürn
swV.
meist mit Akk., selten Dat.d.P. ‘jmdm. zustehen’
die erben sullen ze der witwen ûf daz guot varn [...] durch daz si bewarn, daz des guotes iht verlorn werde des si an gebürt SpdtL
99,19.
102,16;
uf sin selbes erbe er bleib, / daz in angeburte Pass III
427,47;
und die bet und stiuͦr suͤllen die vorgenanten vier stete alle jar geben nach dem, als ie die stat angebuͤrt [ihr auferlegt ist]
UrkFriedb
157
(a. 1346);
daz im alle tage 4 phennige angeburtent ClosChr
106,14
MWB 1 235,31; Bearbeiter: Diehl
anegedæhtnisse
stNF.
‘Erinnerung’
ze angedaͤchtnúss diner not, / das du den bittern tod / durch menschlich kúnne hast erlitten KvHelmsd
3981
MWB 1 235,41; Bearbeiter: Diehl
anegedenken
stN.
→ ane denken
MWB 1 235,44; |