a – abebrëchære, âbrëchære abe brëchen, âbrechen – abe drumen abe|ein – abe ertwingen abe ervëhten – abegezogen abegezogenheit – abe houwen abehouwunge – abelæge abe lantscheiden – abe lœsen abelœsunge – âbentganc âbenthan – âbentsunnenschîn âbenttanz – aber|æhter abe rechenen, abe rechen – aber|schâch abe rücken – abe schieʒen abeschiht – abeslac abe slahen – abe stîgen abestôn – abetragære abe tragen – abe vâhen abeval – abe wahsen abe wæjen – abe weschen abeweschunge – abe ziehen abeziehunge – âbrëchære âbrëchen – achter-, ahter- achwent – ackervruht ackerwërc – adellich, adellîche(n) adelmuoter – âderslahen âderstôʒ – affensmalz affenspil – afterbier afterblunder – aftermuoder aftermûre – afterwort afterzal – agleister agleistervar – ahselrote ahselspange – ahtehalp, ahtodehalp ahten – âhui ahzec – alamande alanc – alde aldê – algorismus alheit – allergotesheiligentac allerhalbe – allersamen, allersam, allersamet allersêlentac – allwent Alman, Almân – alp Alman, Almân stM. Almânje, Alamanî stF. almarisch Adj. almatîn stM. al|mechlich Adv. almehtec Adj. almehtecheit, almehtekeit stF. almehteclich Adj. almeinde, almende stswF. almeine stF. almende stswF. almendîn, alabandâ M. al|meniclîch Pron. alment stF. almetîn stM. al|mugende Part.-Adj. almuosen stN. almuosenampt stN. almuosenære stM. almuosenærinne stF. almuosenhûs stN. almuosenphrüende stF. almuz, armuz stswSubst. âlôe stN. alp stMN. alpha – al|tagelich altære, altâre, alter – alters|eine alterstat – altmæʒec altmüede – alwaltecheit alwaltende – ambahtære ambahte – âmehte âmehtec – ametiste âmezûber – amt âmügel – anderheit anderleie – andorn andouge – ane bereiten ane bërn – anebot ane botwarn – ane draben ane dræhen – ane errâten ane ersëhen – anegedenken anegedenklich – anegeslaht anegeslöufe – anegrîfunge ane grînen – aneheftec ane heften – aneinander ane jagen – ane komen ane koufen – aneleitrëht aneleitunge – 2ane merken anemerkunge – ane phîfen ane phlanzen – anerüeftec ane rüeren – aneschouwede aneschouwelich – anesidel, anesedel ane sîfern – ane sniudeln ane snöuwen – ane springen anespruch – ane strîten ane stroufen – ane trëten ane trîben – anevëhtigunge anevëhtlich – anevluʒ ane vordern – ane weigen aneweigunge – anewîsunge ane wonen – angelisch angeln – angestnôt angestsam – ankesmër anlamin – antlæʒec antlâʒen – antsmër anttac – antwîch antwürkæreknëht – apfelrîs apfelrôt – ar âr – arc|haft arche – ardell ardîse(n) – armbendec armbouc – armiure armlëder – arnebote arnen – art art – arzâtîen, arzedîen arzâtîn – âsblâsende ascalamus – â|schildes aschlouch – aspentier aspindê, aspindei – astronomierre astronomus – atrament atte, ette – avelen âventiurære – â|witzec â|witzen – âʒ|zît
|
Alman, Almân
stM.
‘Deutscher’
di chuͦnen Almanne / sin ir geuerten Rol
7828;
er [Papst] gihet: ‘ich hân zwêne Allamân under eine krône brâht [...]’ Walth
34,7;
hier under antwurter dô / höfschlîche ir aller mæren: / Norwægen, Îrlandæren, / Almânjen, Schotten unde Tenen Tr
3703;
ich bin ein sündic Almân MarGr18
36
MWB 1 160,56; Bearbeiter: Tao
Almânje, Alamanî
stF.
‘Deutschland’
Alemanniam ich eruacht, / Ungeren nam ich ir chraft Rol
6845;
nu was ein lantmære, / daz grôz urliuge wære / zAlmânje in dem lande Tr
18445
u.ö.;
iv werdent schier dvͥ riche kvnt, / dvͥ ich iv nemme hie zestvnt: / Provenz vnd Yspani, / Francrich, Gallici vnd Alamani TürlArabel
*A26,20
MWB 1 160,63; Bearbeiter: Tao
almarisch
Adj.
‘aus Almarîe’ (einem für seine Seidenstoffe berühmten Ort im heutigen Spanien):
in almariske siden / si die herren legeten Rol
7604;
von Almarischer sîden / truoc man rîche pfeller dar StrKarl
10744
MWB 1 161,6; Bearbeiter: Tao
almatîn
stM.
→ almendîn
MWB 1 161,11;
al|mechlich
Adv.
‘ganz gemächlich, ganz langsam’ (vgl. gemechlich):
almeclîch mit den sînen er / stapfte zu den bûdin lêr, / [...] / er lîz nicht wesin im zu gâch / den vluchtigin vîandin nâch, / want er lâge sich vorsach NvJer
6783
MWB 1 161,12; Bearbeiter: Tao
almehtec
Adj.
‘allmächtig’, von Gott:
so uuahta der alemahtigo fater sinen einbornin sun uone demo tode an deme triten tage ÄPhys
1,19;
duo gie der almahtige got / hinnen unt ennen after paradîses wunnen Gen
372;
ich gloͮbe an got vater almahtigin, der dir schephâr ist himilis vnde der erde vnde aller der geschephidi Spec
1,2;
RvEBarl
10800;
EnikWchr
8401;
Kreuzf
7285;
Frl
5:1,7;
HvBurg
3777;
Tauler
366,14;
WernhMl
465.
– vom Gebet:
daz kreftigeste gebet und vil nâch daz almehtigeste, alliu dinc ze erwerbenne, und daz aller wirdigeste werk vor allen dingen, daz ist, daz dâ gât ûz einem ledigen gemüete Eckh
5: 190,3
MWB 1 161,17; Bearbeiter: Tao
almehtecheit, almehtekeit
stF.
auch
almæchtigkait WernhMl
4175.
‘Allmacht (Gottes)’
wol der engen brüste, / darîn sich barc der hôhe gast, / des almehtekeit ist allen starken risen übergrôz! KvWLd
32,54;
daz die gotes almehticheit / gêbe craft der cristenheit Kreuzf
4967;
dar umb hât got den stainen die kreft geben ân ain zwischenwürkent kraft von seiner almähtichait BdN
429,10;
Eckh
3:177,4;
Seuse
180,3
MWB 1 161,31; Bearbeiter: Tao
almehteclich
Adj.
‘allmächtig’, von Gott:
dô dîn bilde almehteclich / hal in kindes forme sich KvWLd
1,193;
‘vil rîcher got almähteclich, / vor des gewalte niemen sich / mac beschirmen noch bewarn, / war ist Partonopier gevarn [...]? KvWPart
10269;
iz mac uns dirre leide / irgetzen wol gereide / der here almehtecliche got Elis
5447.
671.
– vom König Salomon:
do der [Salomon] ze kúnege was irchorn / und almehtecliche kúnig was RvEWchr
31865
MWB 1 161,40; Bearbeiter: Tao
almeinde, almende
stswF.
stM. oder N.:
an dem almende UrkCorp
N705,40.
– wohl eine Bildung aus al und gemeinde; hauptsächl. in Rechtstexten gebraucht, vgl. WMU 1, 63f., DRW 1, 483f. (dort mit ausführlicherer Beschreibung und vielen Belegen aus lat. Urkunden, in denen die Form teilw. latinisiert ist), zur Sache vgl. 2HRG 1, 169-180.
1
‘gemeinschaftliches Grundeigentum, Allmende’
2
‘Recht der gemeinschaftlichen Nutzung der Allmende; Nutzergemeinschaft’
3 Name eines von mehreren Dichtern benutzten Tons ( 2 VL 9, 357)
1
‘gemeinschaftliches Grundeigentum, Allmende’
daz dîe selbvn almeînde nîeman verkoͮfen sol noh emmag mit rêhte âne gemêinen rát vnd willen alre der gebîvrschefte UrkCorp
41,12;
wir clagent och: sit die almeinden gemeine svln sin arm vnd richen, so hant doch die gewaltiser [Bevollmächtigten] von Strazburc der almeinden vil vnder sich gezogen ebd.
N2A,32;
ervarnt aber die, den mans bevilhet, daz die gebúrschaft den walt her hat braht in rehter gewer vúr ir almende, so sol der von Vleckenstein [...] vmbe den schaden [...] gelt oder reht dvͤn ebd.
360,12.
–
der minir genoze / quamen sechscene / vf ir alemene [vgl. Anm.z.St.] / vn̄ clagetin trut herre min. / deme liebin vatir min Roth
5131.
– auch Wege, Straßen u.ä.:
das wir den herren des spitals [...] han verluhen ewecliche zvͦ rehtem erbe einen wec, der was vnser almende UrkCorp
N177,20;
her vmbe so hant die minrebruͦdere, vnserre stette gegebin ze eîner almende, daz gesselin bi der frowen hûs ebd.
2323,34.
– übertr.:
er wond, ir rubinrotter mund / der wer almente worden: / nein: aller ritters orden / möste ee an fröden sin verzagtt / ey sy die kaysserlichen magtt / liessend suss verkrenken GTroj
3323
2
‘Recht der gemeinschaftlichen Nutzung der Allmende; Nutzergemeinschaft’
videlicet potestatem secandi in silva publicali, quod vulgo almeide dicitur, & jus viarum eundi & redeundi UrkEls
1,203
(a. 1125);
untze zuͦ sante Michels tage, so sol jederman [Vogelsteller] stellen und tuͦn wie er gewinnen mag, und got das die almende nüt an StrassbP
178
3
Name eines von mehreren Dichtern benutzten Tons (2VL 9, 357):
in der alment des alten stollen Kolm(B)
138,Überschr.
MWB 1 161,50; Bearbeiter: Tao
almeine
stF.
wie almeinde:
das ich [...] han ze coͮfenne gegebin [...] den geburen gemeinlich ze Dúrrehein [...] mine wise, div da lit zwischent der almeine ir holzes, inen vnd allen iren nachkomenn ze behabenne iemer me ze einer rehter almeinde UrkCorp
1500,14.
680,36;
ein ander stözze [Streitigkeit] waz umb die almain an holtzern und an weide SchwäbWB
1,143
(St. 1335 / Pf. Urk 131)
MWB 1 162,27; Bearbeiter: Tao
almende
stswF.
→ almeinde
MWB 1 162,35;
almendîn, alabandâ
M.
auch almetîn, almatîn, alamande, alabadîn, alabander.
eine rötliche Granatart:
zwo svle waren rubine, / zwo almetine Herb
10774;
alabandâ Parz
791,19;
ir schilt von golde wol getân. / dâ diu buckel solde stân, / dâ stuont ein grôzer almâtîn ErnstB
3031;
manic rubîn und almedîn StrDan
6593;
der êrste ist ein almendîn, / des varwe sol rôt sîn Volmar
77;
der stapfel etesliche sint porfireticone / und alabanden riche JTit
6238,2;
allabadin HvNstAp
18146.
8232;
alamanden Erlös
405;
von dem alabander. alabandra ist ain edel stain [...] und ist an der varb geleich ainem granâten, [...], nâhent sam ains rubîns. [...] den vint man in dem dritten stuck des wonhaften ertreichs, daz Asia haizt, in dem land Alabandra, und dâ von hât der stain den namen BdN
435,17
MWB 1 162,36; Bearbeiter: Tao
al|meniclîch
Pron.
‘jedermann’
daz si in fürbaz wæren / wider al meniclich / diensthaft unde helfelich Ottok
35138.
– Vgl. allermanneclîch
MWB 1 162,53; Bearbeiter: Tao
alment
stF.
→
almeinde
MWB 1 162,56;
almetîn
stM.
→ almendîn
MWB 1 162,57;
al|mugende
Part.-Adj.
‘allmächtig’
mit siner [Gottes] almugenden kraft Seuse
135,3;
uss der almugenden ewigen gotheit ebd.
185,7
MWB 1 162,58; Bearbeiter: Tao
almuosen
stN.
stM.
UrkCorp
1508,7;
F.
Lilie
59,15.
auch
alemonsen
SpitEich
28,9;
Lilie
59,12.
1
‘Werk der Barmherzigkeit, Wohltat; milde Gabe’
2
‘Stiftung von Gut und Nutzungsrechten (an kirchl. Institutionen)’ , in der Verbindung ze einem ~ / in ~ geben (mit Dat.- und Akk.-Obj.) 3
‘( von einer Institution oder von einem Erben gewährter) Lebensunterhalt’
4
‘Finanzmittel einer Zunft, Zunftkasse’
5
‘Werk der geistlichen Barmherzigkeit, der Gnade Gottes’
1
‘Werk der Barmherzigkeit, Wohltat; milde Gabe’
swer sin goͮt durch got gît mit rehter andaht, daz ist almoͮsen unde vrumet oͮch der sele Spec
91,11;
ir tôten truogen sî hin / ze münster, dâ manz ambet tete / mit vollem almuosen und mit gebete Iw
1410;
swenn der nu verderbe, / dâ lît doch mêr sünden an / denne almuosens dort gewan / an sînem toten [Patenkind] Heimrîch Wh
7,20;
dvrch ditz gelawde, [...], so machen wir ivch tailhaftig alles alemonsens vnd aller gvͦter werch, div geschen sint, vnd nvͤ geschent SpitEich
28,9.
– in Verbindungen mit Verben:
~ biten:
do sazze ein blinter man pei dem wege und bat dez almusens PrOberalt
53,18
u.ö.;
dô nam er ir und ir kinden allez ir guot, unde [erg.: sie] muosen des almuosens biten BuchdKg
56,11
(vgl. der ~ bittere
StatDtOrd
34,4.
34,10.
–
nâch dem ~ gân:
diu nâch dem almuosen giengen BuchdKg
59,9;
und auch dar umbe daz den vrauwen wirser stât, sullen si nâch dem almuosen gân, denne den mannen SpdtL
98,9.
– (jmdm.)
~ geben, vergeben:
ir sult iwer almôsin dicher gêbin, sult den durftîgen herbergen, sult ime iwer ezzin gêbin Spec
45,25;
her uirgab durh gotis willen / groz almuͦsen undir wegen Ägidius
1466;
daz almusen daz ir hie en erde gebet den armen, daz enphæhet got selber da ze himel PrOberalt
128,22;
fvr alle, die ir almosen gewent dem spital SpitEich
20,6;
Mechth
4:21,12;
BdN
203,10.
–
~ tuon, machen:
und kúndet yrn genern, das wer uch ymer me ein prise und ere, und detent auch groß almusen Lanc
354,11.
402,22;
darvmb so dv ein almvsen machest. dv solt niht ein bvsavn schellen vor dir EvAug
10,16.
10,19.
10,20.
– häufig mit gebet, vasten zusammen genannt:
den svlt ir hivte eren mit iwerm almvͦsen, mit iwerm gebete, mit allen gvͦten werchen Spec
33,16.
19,4;
Konr
19,11;
mit den vasten, mit wachen, mit stætigem gebet, mit dem almusen, mit andern gutæten PrOberalt
14,31;
mit messen vnde mit almuͦsen 57r vnde mit gebete Lucid
125,2;
Wig
3598.
– personif.:
die erst die waz Karitas: / von hoher kost ir krone waz, / wann sie ging in allen vor. / die andern volgten irm spor: / Wisheit und Gerehtekeit, / [...] Rat, Guͦte, Ledikeit, / Almusen, [...]
HvNstGZ
253
2
‘Stiftung von Gut und Nutzungsrechten (an kirchl. Institutionen)’, in der Verbindung ze einem ~ / in ~ geben (mit Dat.- und Akk.-Obj.):
daz wir den hof ze Lohern die eigenshaft hin haben geben minen frowen von Sevelingen ze einem almvͦsen fvr vnser svnde vnd vnser fordern UrkCorp
323,27;
dat ich den bruderen van deme Dutschenhus van Ouerbreitpach han gegeven in almusen minen hof ebd.
337,18.
242,5.
– in Paarformeln mit gâbe/gift, guot, sêlgeræte s. WMU 1, 64.
– Mitgift beim Eintritt in den Orden:
der vorgenante rittir vnde die vier sv̓ne die wurdin zvͦ dem ordin lvttirliche dvrch got enphangin [...], die gabint oͮch lv̓ttirliche lip vnde gvͦt dem vorgenanten ordin ze eime almvͦsen eygin vnde lehin UrkCorp
1820,42
3
‘( von einer Institution oder von einem Erben gewährter) Lebensunterhalt’
do han ich geben, durch got vnd daz min tohter daz almvͦsen vmb svͤnst niht æzze, min gvͦt UrkCorp
3543,13;
so het er [Sohn] uns gegeben [...] zuͦ eime almuͦsen vúnfzig und hundert marke geltes unsern leptag, die uns die burger von Friburg jergeliches súllent geben zuͦ der liehtmes UrkFreiburg
3:299,31
(a.1316)
4
‘Finanzmittel einer Zunft, Zunftkasse’
zuͦ deme sv̓len si nemen sechse mit der râte der meyster ir zvnft vnd ir almvͦsen verrichte UrkCorp
80,26;
stirbet oͮch eine hie, der so arn ist, daz man în mit sime guͦte niht bestatten mac, den sol man bestatten mit dem almvͦsen ebd.
80,8;
oͮch sol man daz wissen, das si mit disem almvͦsen bezv̓nden svn zin hohgêziten in v̓n̂serme mv̓nster ebd.
80,10.
155,9
5
‘Werk der geistlichen Barmherzigkeit, der Gnade Gottes’:
vleget got sines almoͮsenes, daz er durc sine goͮte sîne lere an iv roͮche zeruollenne, daz ir wirdec moͮzzet werden des hêren lônes, der ewigen salde Spec
130,21;
aber wir gaischlichen lúte sont och gaischlich almuͦsen geben, daz wir úns sont erbarmen úber arm lúte PrGeorg
176,13;
hæte der mensche alle die werlt, sô sol er doch sich dünken arm und sol alle zît ûzrecken die hant vür die tür unsers herren gotes und biten umbe daz almuosen der gnâde unsers herren, wan diu gnâde machet sie gotes kint Eckh
2:151,5;
Tauler
37,10
MWB 1 162,61; Bearbeiter: Tao
almuosenampt
stN.
‘Amt für das Sammeln von Almosen und deren Verteilung’
von [...] des gotzhus emptern, es si von der kustrie, [...] von dem bu ampt olt von dem almuosen ampt
2DWB
2:524,53
(Luzern; D. Geschichtsfreund 20, 1864, S. 170)
MWB 1 164,24; Bearbeiter: Tao
almuosenære
stM.
1
‘Almosengeber, Armenpfleger’
2
‘Almosenempfänger’
1
‘Almosengeber, Armenpfleger’
wan daz er [Abt] in [Gregorius] dînem vater nam / und sîn almuosenære ist, / sô müese er uns, wizze Krist, / anders undertænic sîn Greg
1347;
die tugent der barmeherzikeit / gewan er so lieb darna, / daz er beide hie und da / vil vergab mit milder hant. / durch daz amt wart er benant / [...] Iohannes der almusener Pass III
138,30;
brvͦeder Chvͦenrat der herzoginn almvͦesner UrkCorp
1668,35.
3024,21
2
‘Almosenempfänger’
solte ich den pfaffen râten an den triuwen mîn, / sô spræche ir hant den armen zuo: ‘sê, daz ist dîn’. / [...] gedæhten, daz ouch sî durch got wâren almuosenære Walth
10,28;
pfî, gîtiger, wes hilfest dû disen armen gotes kindern? dû hilfest in, daz si vollen zuo almuosenæren werden müezen PrBerth
1:58,13;
und ist es nicht sein tegleich gesind an allin dingen adir sein almusner adir almusnerin, nimt ers [leiht er Kerze und Tuch aus der Zeche aus] darubir [gegen diese Bestimmung] , er gibt ein vierdunk czu puss PragMz
56
MWB 1 164,29; Bearbeiter: Tao
almuosenærinne
stF.
1 zu almuosenære 1 2 zu almuosenære 2
1
zu almuosenære 1:
[Gottes Gnade spricht zum Pilger:] wolde die die da ist eine almuserynne / [...] und eine ußgeberynne, / so viel dun gegen myme vatter, / der ir son ist, und sij sin mutter, / das er dich mir wolde widergeben, / noch soldes du nit verderben Pilgerf
10987;
nu bistu [Maria] godes cantzelerynne / und der gnaden almoserynne ebd.
11239
u.ö.
2
zu almuosenære 2:
PragMz
56
MWB 1 164,50; Bearbeiter: Tao
almuosenhûs
stN.
‘Pilgerhaus, Hospiz’
xenodochium: almuͦsenhus SummHeinr
1:264,206.
2:83,113
MWB 1 164,59; Bearbeiter: Tao
almuosenphrüende
stF.
Kirchenamt mit Einkünften aus einer Stiftung:
duͥ herschaft lichet ze Sekkingen ein almuͦzenpfrunde; duͥ giltet als vil an allen sachen, als der vrowen pfruͦnden eine. si hat aber nikt kur [Wahlrecht] in dem capitel, als die andern UrbHabsb
1:58,1
MWB 1 164,62; Bearbeiter: Tao
almuz, armuz
stswSubst.
aus mlat. almucium, almucia (vgl. MLLM 1, 46).
eine Kopfbedeckung ( ‘Mütze’?):
man sol allewegen hawen [...] achthe geviltzet schvhe vnd seshe groz almucen oder hvͦwen, daz die siechen, die ire dvrfen, si mvgen hawen, so si zvͦ der brivet [l. privêt Abtritt] wellent geen SpitEich
8,13;
hie vor dô zierten die man ir lîp / mit zöpfen sam nu diu wîp. / [...] dô wâren die kalwen vil unwert. / durch einen glimpflîchen nutz / gedâhte man der almutz Bîspel(Pf)
38,22;
armuzen [La. almvsen
] kund er sniden ze stucken gar, die schilte was er drumende JTit
5727,4;
ia wenn im das aremucz auff dem haubt nicht bestee Neidhc
117:9,10
MWB 1 165,4; Bearbeiter: Tao
âlôe
stN.
auch alene stF.
SalArz
88,38
u.ö.
(wohl hierher und nicht zu alêne; vgl. auch AWB 1, 233 und Marzell 1, 224).
–
‘Aloe’,
~
bezeichnet nicht nur die echte Aloe und die davon gewonnene bittere Droge (besonders bekannt als Abführmittel), sondern auch das Adlerholz und den davon gewonnenen Duftstoff zum Räuchern und Einbalsamieren, vgl. 2DWB 2,528ff., LexMA 1, 453, Marzell 1, 224ff.; eine Trennung der Belege im botanischen Sinne ist kaum möglich:
aloe ist zweirhande. daz eine, daz ist rotelech, alz manz brichet, alz ein lebere, unde hat grosse craft in der artztige. daz ander swarz alz ein pech, so manz brichet. daz ist nicht so guͦt Macer
88,1;
auz dem saf des krautes, daz aloe haizt BdN
354,22;
aloes ist ain holz und ist ain paum, der wechst in dem land India und in dem land Arabia ebd.
355,20.
– häufig mit mirre zusammen genannt:
sámo myrra unte aloé beháltont dîe tôton lîchamon a putredine et a uermibus Will
70,5;
si bewnden si mit flize. / mit alue unt mit mírren Rol
7613;
GvJudenb
2166;
BdN
370,25;
sô nim hasenbein unde [...] mirren unde aloes: ûz disen dingen soltû machen ein stuppe und sæe daz ouf die wunden Barth
140,28.
–
lign(um) ~ / holz ~
u.ä.:
mit marmel was gemûret / drî vierekke fiwerrame: / dar ûffe was des fiwers name, / holz hiez lign alôê Parz
230,11.
484,17.
790,7.
808,13;
so man si gibet mit wine da lignum aloes inne ist gesoten SalArz
108,39;
sie branten lignâ âlôê RvEAlex
13278;
da uff iettlich gezeltt ste, / daz waz lignum aloe GTroj
4752;
so mache einen rouch uon wirouche vnde uon holze aloe SalArz
41,12;
mache dar ûz ein vingerlîn / und under den stein tuo / âlôes des holzes dar zuo Volmar
940;
Maria glichet sich deme holze aloes Brun
5631;
darnach das gewelib oben / was [...] von holcz aloe, / das gefault nymmer mer / und gibt gar edeln gesmach Seifrit
7211
MWB 1 165,18; Bearbeiter: Tao
alp
stMN.
md. alf ( Pass ), Pl. elbe, elber.
1
‘böser Geist, Alb; drückende Beklemmung’
2
‘Diener des Teufels’ (von
1
nicht klar zu trennen) 3
‘Narr, Tor’
1
‘böser Geist, Alb; drückende Beklemmung’
der rouch von der holewurz vertripet den alp oder ungehuren Macer
35,16;
wer getorste dich slân? / dir enhat nie man niht getân, / wan sô vil, daz dich zoumete / ein alp, dâ von dir troumete RvMunre
676;
uns ist ein niuwer alp gesundert, / Irregank und Girregar; / der sult ir alle nemen war, / und behuetet iuch dâ vüre ebd.
1420.
–
der ~ triuget jmdn. ‘der Alb leitet jmdn. irre, macht jmdn. töricht’
waz ist, daz ich geredet han? / kan daz imman vurstan? / daz ist harte wunderlich. / ich wene, die elber triegent mich. / machet minne, daz ich reben [phantasiere] ? / nein, mir ist zouber gegeben Herb
756;
swen der alp triuget, rouchet er sich mit der verbena [Eisenkraut] , ime enwirret als pald niht Barth
151,1;
swer sîne [Silvesters] helfe suochet, / den triuget weizgot niht der alp KvWSilv
5201
2
‘Diener des Teufels’ (von
1
nicht klar zu trennen):
so mac iz in nicht rouben / der tuvel noch sin elbe, / der sich nicht roubet selbe / des himeles mit unhovischer tat HeslApk
7437;
her selbe got gab sich selben / zu vorsuchene den elben / und allen tuvelen an der not, / dar sin menscheit leit den tot ebd.
9960;
du wândest, herre, daz der alp / unde ein tiuvel trüge dich, / dô du mich unsihteclich / fünde, werder kristen KvWPart
8054;
sus was ew ie valscheit bi, / ir ampet [= anbetet
] fur got ain chalp / (alsus triugt iu der alp ) GvJudenb
1682
3
‘Narr, Tor’
Ioseph ouch do bedachte / wer der was der im half / des bleib er nicht so tum ein alf PassI/II
277,69;
do enwas ouch iener nie so alf / er enpruuete wol die mere ebd.
367,6;
der unwise alf Pass III
302,90;
do wolde ouch disen tummen alf / got von siner megede slan ebd.
482,12
MWB 1 165,56; Bearbeiter: Tao |