a – abebrëchære, âbrëchære abe brëchen, âbrechen – abe drumen abe|ein – abe ertwingen abe ervëhten – abegezogen abegezogenheit – abe houwen abehouwunge – abelæge abe lantscheiden – abe lœsen abelœsunge – âbentganc âbenthan – âbentsunnenschîn âbenttanz – aber|æhter abe rechenen, abe rechen – aber|schâch abe rücken – abe schieʒen abeschiht – abeslac abe slahen – abe stîgen abestôn – abetragære abe tragen – abe vâhen abeval – abe wahsen abe wæjen – abe weschen abeweschunge – abe ziehen abeziehunge – âbrëchære âbrëchen – achter-, ahter- achwent – ackervruht ackerwërc – adellich, adellîche(n) adelmuoter – âderslahen âderstôʒ – affensmalz affenspil – afterbier afterblunder – aftermuoder aftermûre – afterwort afterzal – agleister agleistervar – ahselrote ahselspange – ahtehalp, ahtodehalp ahten – âhui ahzec – alamande alanc – alde aldê – algorismus alheit – allergotesheiligentac allerhalbe – allersamen, allersam, allersamet allersêlentac – allwent Alman, Almân – alp alpha – al|tagelich altære, altâre, alter – alters|eine alterstat – altmæʒec altmüede – alwaltecheit alwaltende – ambahtære ambahte – âmehte âmehtec – ametiste âmezûber – amt âmügel – anderheit anderleie – andorn andouge – ane bereiten ane bërn – anebot ane botwarn – ane draben ane dræhen – ane errâten ane ersëhen – anegedenken anegedenklich – anegeslaht anegeslöufe – anegrîfunge ane grînen – aneheftec ane heften – aneinander ane jagen – ane komen ane koufen – aneleitrëht aneleitunge – 2ane merken anemerkunge – ane phîfen ane phlanzen – anerüeftec ane rüeren – aneschouwede aneschouwelich – anesidel, anesedel ane sîfern – ane sniudeln ane snöuwen – ane springen anespruch – ane strîten ane stroufen – ane trëten ane trîben – anevëhtigunge ane trîben stV. ane trinken stV. anetrit stM. ane trühsen swV. ane trüllen swV. ane tuon V. âne tuon V. ane twingen stV. ane urborn swV. ane vâhen stV. anevâhunge stF. aneval stM. ane vallen stV. anevalz stM. anevanc stM. ane vangen, ane vengen swV. ane varn stV. anevart stF. anevarten swV. ane vêheden swV. ane vêhen swV. anevëhtære stM. anevëhte swF. ane vëhten stV. anevëhtigunge stF. anevëhtlich – anevluʒ ane vordern – ane weigen aneweigunge – anewîsunge ane wonen – angelisch angeln – angestnôt angestsam – ankesmër anlamin – antlæʒec antlâʒen – antsmër anttac – antwîch antwürkæreknëht – apfelrîs apfelrôt – ar âr – arc|haft arche – ardell ardîse(n) – armbendec armbouc – armiure armlëder – arnebote arnen – art art – arzâtîen, arzedîen arzâtîn – âsblâsende ascalamus – â|schildes aschlouch – aspentier aspindê, aspindei – astronomierre astronomus – atrament atte, ette – avelen âventiurære – â|witzec â|witzen – âʒ|zît
|
ane trîben
stV.
1 mit Akk.d.S. 1.1
‘etw. fortwährend tun, immer wieder machen’
1.2
‘etw. unterstützen, vorantreiben’
2 mit Akk.d.P. und Akk.d.S. (selten Gen.d.S.) 2.1
‘jmdn. zu etw. bewegen, anstacheln’
2.2
‘jmdm. etw. aufzwingen, aufdrängen’
1
mit Akk.d.S.
1.1
‘etw. fortwährend tun, immer wieder machen’
diß treib er so lang an das des Lyonel gewar wart Lanc
53,11.
69,2
u.ö.;
si want sich unde brach ir lîp / sus unde sô, her unde dar / und treip daz an, biz si gebar / ein sünelîn mit maneger nôt Tr
1748
u.ö.;
daz treib er zallen ziten an / [...] / unz er wol gelernet hate / daz selbe blatwerfen gar StrAmis
250;
dî wîle sî diz tribin an NvJer
5319
1.2
‘etw. unterstützen, vorantreiben’
Johannes baptista / und Johannes ewangelista / triben auch die bet an / die Maria hat getan HvNstGZ
7178;
er was der hôstin ein, / dî dô tribin an den mein / mit valschheit ungehiure NvJer
18453
2
mit Akk.d.P. und Akk.d.S. (selten Gen.d.S.)
2.1
‘jmdn. zu etw. bewegen, anstacheln’
daz si den tugenthaften man / solher gernde triben an, / dâ er sich leider an liez Ottok
55867;
wære aber sîn ze vil, / daz ir mich an disem zil / wolt twingen unde trîben an, / sô wil ich ez wizzen lân / mînen oberisten rât ebd.
66551
2.2
‘jmdm. etw. aufzwingen, aufdrängen’
wan wir mit vrlivge, daz vns vnd vnser gotes hvs vbel livte an triben ane reht, in grozen schvlden waren UrkCorp (WMU)
145B,36;
diu funf klôster ir swære / klagten dem herzogen Albreht, / daz er si bî dem alten reht / lieze belîben. / des begunde man in trîben / grôze bete an Ottok
67628;
vriunt, troumet iu? sprach Tristan / waz mære trîbet ir mich an [welche Reden führt ihr gegen mich] ? Tr
14572.
19041
MWB 1 293,8; Bearbeiter: Diehl
ane trinken
stV.
→
ane
Adv., Präp. 1.1
MWB 1 293,38;
anetrit
stM.
‘das Einsetzen von etw.’
mit gewaldes antrit / brich mir lib vnde lit PassI/II
119,73;
sie bestund ein unruch / so hart, daz sin antrit / erschutte ein ieglich gelit / als von suchen qualden Pass III
53,11
MWB 1 293,39; Bearbeiter: Diehl
ane trühsen
swV.
‘etw. betrügerisch, ehrabschneiderisch anbahnen’ (?)
ir sult ouch under einander fride machen, niht einez zuo dem andern gên unde sagen bœsiu dinc unde gereizen unde gewerre machen: [...] phî trüllerin! wie stêt ez umbe dînen fride, den dû an trühsest unde trüllest? dîn fride heizet des tuivels fride PrBerth
1:56,29
MWB 1 293,44; Bearbeiter: Diehl
ane trüllen
swV.
‘vorgaukeln’
PrBerth
1:56,29
→ ane trühsen
MWB 1 293,51; Bearbeiter: Diehl
ane tuon
V.
1 refl. ‘sich anziehen’
2 tr. ‘etw. antun’
2.1 in Bezug auf Kleidung, Rüstung, Waffen 2.1.1
‘etw. anziehen, anlegen’
2.1.2
‘jmdm. etw. anziehen’ (mit Dat.d.P.) 2.2
‘jmdm. etw. antun, zufügen’ (mit Dat.d.P.)
1
refl. ‘sich anziehen’
Basilius [...] erlich sich antet, als ein bischof zu rechte sal Pass III
129,6
2
tr. ‘etw. antun’
2.1
in Bezug auf Kleidung, Rüstung, Waffen
2.1.1
‘etw. anziehen, anlegen’
íh bín ûze mînemo rócche geslóffan. uuîe scal íh ín uuídere áne getuon ? Will
78,2;
daz igelicher [...] ûz unde ane muge tûn sîne cleider unde sîne schûhe StatDtOrd
39,11;
er begunde [...] sinen halsberc ane tun Herb
14678;
nu hete der rise küene sîn gewæfen an getân, / sînen helm ûf sîn houbet NibB
489,1;
beide sunne inde mane, / duͦt uͥch swarze kleider ane, / ir sult bit mir bedruͤvet sin! MarlbRh
28,23.
– übertr.:
wat is dat manichvare kleit, / dat dich so wertlich ümbeveit, / wan aller dügde manichveldicheit, / diͤ din reinste geist ane deit? MarlbRh
113,28.
– phras. (?) ‘ins Kloster gehen’
einen grawen rok antuͦn Tauler
255,17
2.1.2
‘jmdm. etw. anziehen’ (mit Dat.d.P.):
ir cleidír tatín sie ír ane Athis
D 131;
im waren angetan núwú minnevúrige cleider Mechth
7: 59,10;
sie hetten eim ritter Lancelots wapen angethan Lanc
464,16;
da enpfing die ebtißinn den knecht zu bruder und dete im geistlich cleyder ane [als Zeichen der Aufnahme in die geistl. Gemeinschaft]
ebd.
16,12.
– übertr.:
biz daz ir angetan wert mit der chraft vz der höch EvAug
208,21
2.2
‘jmdm. etw. antun, zufügen’ (mit Dat.d.P.):
da suln wir im dhain vngemah niht antun UrkCorp (WMU)
2998,24;
dar nach im och die diener sin / an tattend maͤnig grosse pin KvHelmsd
2110.
2519;
Eckh
5:59,17;
darnach bat er alle sin frunde das, was dot er den zwein an thete Lanc
541,5;
KvHelmsd
3807;
vil kræftlos von mænigem schaden / den sú im hettent an getan WernhMl
9635.
9859;
des nachtes in dem ersten slaff ging Morg und ir jungfrauwen zu Lancelot und daten im so großen slaf an das yn nymand erwecken kunt Lanc
574,24.
586,25.
– mit Ersparung des Dat.d.P.:
etslichen angitan unrehtin BrZw
7.
– Zu ane tuon in Aufforderungssätzen →
ane
Adv., Präp. 1.1
MWB 1 293,53; Bearbeiter: Diehl
âne tuon
V.
→ âne 1.3.2, → tuon
MWB 1 294,30;
ane twingen
stV.
‘jmdn. zwingen’ (fraglich, ob Partikelverb):
wære aber sîn ze vil, / daz ir mich an disem zil / wolt twingen unde trîben an, / sô wil ich ez wizzen lân / mînen oberisten rât Ottok
66551
MWB 1 294,31; Bearbeiter: Diehl
ane urborn
swV.
‘als Zinsgut anvertrauen’ (vgl. urbor):
teile vns diner tugende hort / der dich ist ane gevrbort / von dem himilschlichen adel Martina
79,80
MWB 1 294,36; Bearbeiterin: Baumgarte
ane vâhen
stV.
1
‘etw. unternehmen zu tun’ (präp. Bestimmung des Beginns mit an , in und ze , des Inhalts mit mit und von ) 1.1 allgemein ein Handeln anzeigend (tr.):
‘etw. (ein Verbrechen) begehen’
1.2 mit Fokussierung auf die Vorgehensweise ‘etw. (auf eine bestimmte Weise) machen, angehen’ (tr., der Akk. ist meist ein ana- oder kataphorisches Pron. [ eʒ , seltener daʒ u.ä.]) 1.3 mit Fokussierung auf den Beginn eines Handelns ‘etw. beginnen, anfangen’
1.3.1 tr. 1.3.2 intr. in parataktischen Konstruktionen mit einem zweiten, die begonnene Handlung spezifizierenden Verb 2 den Beginn der räumlichen oder zeitlichen Ausdehnung bezeichnend, ‘beginnen’
2.1 intr. 2.2 refl. 3
‘einfangen’ (tr.) 3.1 in Rechtstexten; durch Handanlegung ein eingefangenes Tier als Eigentum beanspruchen (vgl. anevanc 2.1 und anevangen 2 ; s.a. ane vallen 3.3 ) 3.2 Jägerspr. (?): ‘etw. (Jagdhunde) an die Leine nehmen’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, S. 5)
1
‘etw. unternehmen zu tun’ (präp. Bestimmung des Beginns mit an, in und ze, des Inhalts mit mit und von)
1.1
allgemein ein Handeln anzeigend (tr.): –
‘etw. (ein Verbrechen) begehen’
wer aber, daz dar vber ieman iemanne bi gestvͦnde [...], der die vnzvͦht ane gevienge, der sol in den selben schvͦlden sin als der, der die vnzvht ane gevieng UrkCorp (WMU)
795B,34;
weitere Belege WMU 1,107f.
– entleert, als Füllwort auf ein anderes Verb vorausweisend:
Annas Jesum angevînc / Caiphe zû senden / mit zûgebunden henden JvFrst
4910;
wie getorstes du daz angevân, / daz du mir engegen soltest gân? Boner
51,21
1.2
mit Fokussierung auf die Vorgehensweise ‘etw. (auf eine bestimmte Weise) machen, angehen’ (tr., der Akk. ist meist ein ana- oder kataphorisches Pron. [eʒ, seltener daʒ u.ä.]):
do deme tievel do missegie, anders er iz anevie AvaLJ
47,1;
virholne sie iz ane viengen GrRud
Ib 7;
wie si ir red des morgens an / vor dem kunic wolden vâhen, / daz woldens überslahen / an ir gemach under in Ottok
1508.
– in formelhaften Überleitungen mit Verben des Hörens und Sagens, seltener des Sehens:
ich sage iu, wie erz an vie Hochz
879;
Eracl
955;
nu vornemet wie siz ane vinc Eilh
St,7432b;
Wig
3667;
Eracl
3131;
nu hœrent wie siuz ane vie UvZLanz
632;
Herb
11263.
–
sîn dinc ~
‘sein Vorhaben angehen, seine Sache (in bestimmter Weise) machen’
svie si doch ire ding ane vîngen, / si muͦstin Rômêrin alle dienin Anno
21,25;
Athis
D 8;
swer sîn ding reht anevie, / daz ez im dike wol ergie SM:Gl
2: 8,5
1.3
mit Fokussierung auf den Beginn eines Handelns ‘etw. beginnen, anfangen’
1.3.1
tr.:
do vienc der vil heilige gotes trv̂t daz heilige ewangelium an Konr
3 W1,160;
zu hant her an die rede vienc GrRud
I 15;
daz sich volende diu begunst, / die mir angevangen hât / des wîsen Barlââmes rât RvEBarl
7429;
die menschen, die daz niden an den füezen anhebent, daz si an dem haupt sölten anvâhen BdN
122,22;
der liegen und triegen an vienc StrAmis
41.
– mit Inf. (mit und ohne ze) oder Gerundium:
als ich iz schowen angevienc HeslApk
10579;
und loblich an viengent / Gott loben mit glichem mund KvHelmsd
2434;
Ihesus anviench ze sprechen zv der schare EvAug
22,23;
daz swaz zescauenden dv anvahist BrZw
Prolog.
– mit Nebensatz:
[den Weihnachtsstern] sæhe er gerne, / wa er an vienge, daz er uf gienge AvaLJ
22,4
1.3.2
intr. in parataktischen Konstruktionen mit einem zweiten, die begonnene Handlung spezifizierenden Verb:
– Verknüpfung mit vnde:
ouch uienc her ane da ce stete / vnde sagete in manige note Ägidius
590;
[sie sollen 3 Tage für die Äbtissin] visschen vnd sulnt ane vahen ze Mvnstere an staphel gruͦbe UrkCorp (WMU)
N306,15;
an sime houbet er anevinc / vnde spilt in vf den satelbogen Herb
10306.
– ohne Verknüpfung:
er uieng in oben zeder achselen an, / er zetailte ros unde man Rol
4055;
dirre Julius teilte iglichem manden sine tage vil ordenlich. er vienc an an dem mercen MNat
16,29;
AvaLJ
206,2;
Tauler
81,33
u.ö.
2
den Beginn der räumlichen oder zeitlichen Ausdehnung bezeichnend, ‘beginnen’
2.1
intr.:
des lant marcke vahet an / ze dem gebirge an Caucasas RvEWchr
1421;
[der Weg] der an der lantstrasse niden an vahet, da dv́ linde stuͦnt UrkCorp (WMU)
2214,40;
do der abent ane vienc StrKD
161,3;
Athis
C* 4;
MNat
7,13;
GrRud
H 48;
hie vahent an die zinsphennige ze Endinge UrkCorp (WMU)
1103,4;
nû sul wir rehte besehen, / wie ez der frouwen ergie / und wie ir dinc ane vie Eracl
644.
– von Schriftstücken: hantveste
UrkCorp (WMU)
542,24, brief ebd. 582AB,8, buoch
Gnadenl
3:O1,1, mære
RvEWchr
11090 u.ä.
– Part. Präs.:
und seit [sagte] im do den underscheid eins anvahenden, zuͦnemenden und volkomen menschen Seuse
113,20;
Tauler
70,15
2.2
refl.:
dar nâh vîng sich ane der ubile strît Anno
40,1;
[der Name] sich ze latein an ainam A anvâhet BdN
427,7;
deu andern sehs himlzaichen, die sich anvahent an der wag und enden sich mit den vischen KvMSph
25,23;
RvEBarl
9250
3
‘einfangen’ (tr.)
3.1
in Rechtstexten; durch Handanlegung ein eingefangenes Tier als Eigentum beanspruchen (vgl. anevanc 2.1 und anevangen 2; s.a. ane vallen 3.3):
was rosse geraubet werden awf der veint gut, [...], der mag man nicht czu recht angeuahen SchöffIglau
80;
subst.:
van anphahen der rosse StRBrünn
402
3.2
Jägerspr. (?): ‘etw. (Jagdhunde) an die Leine nehmen’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, S. 5):
nu heizt die hunde vâhen an, / ich wil in [den Hirsch] mit mir füeren hin PleierMel
2116
MWB 1 294,40; Bearbeiterin: Baumgarte
anevâhunge
stF.
‘Beginn’
aber dü ding, die da behörent zuo einem schowelichen leben, [...] sint etlich anvahunge der selikeit ThvASu
168,15
MWB 1 296,6; Bearbeiterin: Baumgarte
aneval
stM.
‘das Anfallen von etw.’ (vgl. anegeval)
1 allgemein 1.1
‘Auftreten’ , im relig. Kontext ‘Versuchung’
1.2
‘etw. von außen Herangetragenes’
2 häufig im rechtl. Kontext (vgl. DRW 1,619f. für weitere Belege) 2.1
‘Erbteil’
2.2
‘Anspruch auf ein Erbe oder Lehen’
2.3
‘Nachfolge’
2.4
‘Herrschaftsübergang’
2.5
‘Abgabe bei Besitzübernahme’
1
allgemein
1.1
‘Auftreten’, im relig. Kontext ‘Versuchung’
so ist daz ein irrsal / der da hat ainn anval / unglaubens Teichn
564,3378;
der heilige geist [...] benam den aneval der erbesunden HvFritzlHl
18,9;
allen schaden und verlust / siner habe uber al / von ungeluckes ane val Hiob
250.
161;
durch dis ertzes aneval [Vorkommen]
ebd.
10670;
vil groz wart der aneval [Andrang der Turnierzuschauer]
Krone
2887;
waz dw chirch gepoten hat, / daz ist ordenleich tat. / so haist ains ein anvall [zufälliges Ereignis] / das ist in der vreien wall Teichn
406,59;
weis [eines Liedes] ist nur ein an val, / aver wort sind an beginn ebd.
440,214
1.2
‘etw. von außen Herangetragenes’
wanne di sêle ist ein substancie, di gnâde in der sêle ist ein aneval HvFritzlHl
181,8.
181,14;
dâ von kumet [...] der mensche [...] ze gotte, enkleidet von irdenschem anevalle PrEkkewint
234
2
häufig im rechtl. Kontext (vgl. DRW 1,619f. für weitere Belege)
2.1
‘Erbteil’
do [...] sich sanctus Franciscus willeclîche hate verzigen alle sînes anevalles, dô zôch her ûz sîne kleider [...] und sprach zu ime: nimmer habe ich dînes gutis HvFritzlHl
214,7
2.2
‘Anspruch auf ein Erbe oder Lehen’
racione hereditarie devolucionis, quod vulgariter anval nuncupatur UrkMühlh
380
(a. 1325)
2.3
‘Nachfolge’
der groze chaam der regnyret unde helt dy herschaft ewiclich in synen kindern dy syn an val sint MarcoPolo
16,28
2.4
‘Herrschaftsübergang’
biz daz man sit / schreib dez ersten jaris zal / des kunges Cyri, an val / riches untz an Darium Daniel
324
2.5
‘Abgabe bei Besitzübernahme’
dc ichs [das Gut] sinen kinden sol liehen ane schaden vnd an anval UrkCorp (WMU)
434,31
MWB 1 296,10; Bearbeiter: Diehl
ane vallen
stV.
1 ohne Obj. ‘anfangen, hereinbrechen’
2 mit Akk.d.P., (selten bereits wie im Frnhd. Dat.d.P. - vgl. 2.2.3 ) 2.1 mit persönl. Subj. ‘jmdn. anfallen, angreifen’
2.2 mit unpersönl. Subj. 2.2.1
‘jmdn. befallen, überkommen’
2.2.2
‘jmdm. zukommen; jmdn. betreffen’
2.2.3 häufig ‘jmdm. (als Erbe, Besitz) zufallen’
3 mit Akk.d.S. 3.1
‘zu etw. gehören’
3.2
‘sich einer Sache zuwenden’
3.3
‘etw. (gestohlenes Gut) wieder in seinen Besitz bringen’ (vgl. anevâhen 3.1 ) 3.4
‘über etw. herfallen’
1
ohne Obj. ‘anfangen, hereinbrechen’
schire viel do die nacht an Roth
2661;
dô viel sîn gæher âbent an Tr
316
2
mit Akk.d.P., (selten bereits wie im Frnhd. Dat.d.P. - vgl. 2.2.3):
2.1
mit persönl. Subj. ‘jmdn. anfallen, angreifen’
si viel in an und ergreif in bî dem mantel BuchdKg
9,8;
daz daz tier starch sei und grausam, alsô daz ez alle läut anvall BdN
151,5.
– mit Ersparung des Obj.:
di begunden an vallen / und stigen über die mûre Ottok
57844.
–
‘sich auf jmdn. stürzen (um ihn zu umarmen)’
Davit viel die frouwen an / [...] / er kust sie schôn an iren munt EnikWchr
10215;
reht als on scham ein gemahil iren gemahil anvellet, helset, umbvaht, treutet und umbsleuzt AdelhLangm
93,18;
[sie] viel in an vnd wolt in chuͤssen GestRom
107
2.2
mit unpersönl. Subj.
2.2.1
‘jmdn. befallen, überkommen’
smêgint sich diu kint des rîfen, sine gefalle ane dc tuͦ der lindin nath TrudHL
7,28;
dô viel der sorgen rîfe in an Tr
2080;
niht sværre slaf an valle [...] vns PsM
H 11,3;
sterke dich selber, so dich dekain kumber an valle, mit Gottes worte PrGeorg
240,20.
246,40;
alhie den lobelichen man / mit froste vil ein suchede an Elis
4588.
– mit Ersparung des Obj.:
so muiz di sele inplozit werdin hoffenunge, vorchte, freude, jamir, alliz des daz ane gevallin mac Parad
95,7
2.2.2
‘jmdm. zukommen; jmdn. betreffen’
swen den e genanten graven [...] v́rlvge vnd ehaftigv́ not an gat vnd an vellet UrkCorp (WMU)
825,12;
vnd verziehen vns alles des rehtes vnd der ane sprahe, die vns mohte ane vallen ebd.
N268,23;
sô dich kint anvallent, sô gedenkest dû: / ‘war sol ich nû? SM:Had
7: 2,1;
Antemok, / Aroyme, darnach Thitan; / dise namen sint in gevallen an HeslApk
19408
2.2.3
häufig ‘jmdm. (als Erbe, Besitz) zufallen’
die erben die daz guot ane vellet SSpAug
226,9;
Tr
5215;
ein jungelinc, hiez Herman, / dem geviel nâch dem vater an / des vater erbe Ottok
67712.
2243;
alles des rehtes vnd erbrehtes, daz die vorgnanten frowen Elsbetten an geuallen was oder angeuallen mohte von ir vater UrkCorp (WMU)
2843,26
3
mit Akk.d.S.
3.1
‘zu etw. gehören’
von allin deme daz da lipheit anegevallin mac, alse groize, lenge, licht und swer Parad
35,13
3.2
‘sich einer Sache zuwenden’
sîne gerten helfe decheine / nîwan dî vluht eine. / dî vîlen sî alle an JJud
1675;
wen swenne der arkwillige man / den irretum gevellet an HeslApk
15864
3.3
‘etw. (gestohlenes Gut) wieder in seinen Besitz bringen’ (vgl. anevâhen 3.1):
swa ein man sin reubigez oder sin diubigez vihe vindet, [...] daz sol er anvallen mit des rihters boten StRAugsb
97,26;
er vellet ez [sein Gut]
[...] an. und fvͤret ez fvͥr den rihter SchwSp
139b
3.4
‘über etw. herfallen’
vil manic frou daz golt an viel EnikWchr
15360
MWB 1 296,46; Bearbeiter: Diehl
anevalz
stM.
‘Amboss’
[Sieh zu] dat du haves den anavalz der verduldicheide, / so mach du den hamer intfain bit sicherheide Lilie
16,1
MWB 1 297,38; Bearbeiterin: Baumgarte
anevanc
stM.
1 zeitlich und räumlich ‘Beginn’ , gelegentl. kausal ‘Anlass, Ursache’
2 in Rechtstexten 2.1 durch Handanlegung begonnene Klage um Gut ‘Anfangsverfahren’ , Beanspruchung oder Rückforderung (gestohlenen) Gutes oder eingefangener Tiere (vgl. DRW 1,623 V., 2 HRG, 1,228-232) 2.2 eine Abgabe (vgl. DRW 1,623 III.)
1
zeitlich und räumlich ‘Beginn’, gelegentl. kausal ‘Anlass, Ursache’
– zeitlich:
aber daz muoz geschehen an dem anvang des siehtums BdN
364,11;
in dem lenzen und in dem anvang des sumers ebd.
376,27.
69,36;
KvMSph
20,7;
Augustînus [...] hât an seinem anvanch vil gesprochen, daz er hinden nâch widersprochen hât BdN
56,33;
in guot ende kanst du kêren / Êven tumben anevank SM:EvS
1: 11,12.
– räumlich:
der brunne ist dem vssflusse ain anfang Gnadenl
1,261;
der ruck hât seinen anvanch an dem hals und strecket sein leng unz an die mistporten BdN
24,8;
des selbin gebirgis strich / beginnit gein Marsilie sich / mit anvange hebin an RvEWchr
2536;
auf Texte bezogen:
[des Buches] ende, mittel, anevang / so hab in diner [Gottes] pfliht! SHort
4392;
niht verre von dem anevange / stêt an dem buoche der gesange / daz ich nû gesprochen hân LvRegSyon
2012;
SM:EvS
1:2,4.
–
‘Anlass, Ursache’
wîp diu sint dar under / besunder / ganzer fröide ein anevanc KLD:Kzl
11: 1,17;
ez ist der üppige gedanc / der sünden werke ein anevanc RvEBarl
6992;
in dem da ward des ersten kunt / des suͤssen saiten spils suͦsser klang, / das also hat ainen anefang [Ursprungslegende]
KvHelmsd
1892
2
in Rechtstexten
2.1
durch Handanlegung begonnene Klage um Gut ‘Anfangsverfahren’, Beanspruchung oder Rückforderung (gestohlenen) Gutes oder eingefangener Tiere (vgl. DRW 1,623 V., 2HRG, 1,228-232):
si quis equum suum cum iusticia apud aliquem detinuerit, quod dicitur anevanck StRIglau
257;
de jure, quod dicitur anevanck ebd.
290;
von dem rechten, das anfang haisset ebd.
290
2.2
eine Abgabe (vgl. DRW 1,623 III.):
ab [falls] hez vordiri wil, so sal he geibi sienin rechtin anivanc; daz is ein schillinc mulhuschir phennigi Mühlh
118,11.
119,9
MWB 1 297,41; Bearbeiterin: Baumgarte
ane vangen, ane vengen
swV.
1
‘beginnen’
2 in Rechtstexten; durch Handanlegung ein (gestohlenes) Tier, ein Gut als Eigentum beanspruchen ( vgl. anevanc 2.1 )
1
‘beginnen’
– tr.:
dô selbest Christ den tac anvengte JvFrst
1357;
davon solt man venngen an / guete werch in kraft der jugent Teichn
657,68;
e er an gefenget / sin lere HvNstGZ
5506.
– refl.:
[der tag] der zû vesperzît anvengte sich JvFrst
1368
2
in Rechtstexten; durch Handanlegung ein (gestohlenes) Tier, ein Gut als Eigentum beanspruchen ( vgl. anevanc 2.1):
welch man anvangen wil eine ku, der muz ouch sinen vurvanc geben unde muz si brengen vor di vir benke und spreche also: her richter, di ku wart mir abegeroubit StRFreiberg
93,29;
swelch man anvangen wil ein gewant, einen roc oder mantel [...] oder waz iz ist, der muz iz ouch brengen vor di vir benke [...] unde muz sprechen also: her richter, daz gewant [...] wart mir abegestoln ebd.
94,28;
KlKsr(M)
2,24.
– Part. Prät.: angevengt/angevangt in
StRBrünn
397;
aber gianivangit in
Mühlh
120,22.
MWB 1 298,14; Bearbeiterin: Baumgarte
ane varn
stV.
1
‘angreifen’
2 in Rechtstexten: ‘Besitz antreten’
1
‘angreifen’
sô varnt si die an mit den scharpfen kræueln irr grimmikait BdN
173,19;
daz si [die Seeleute] von deme suͦzzen sange. intslafent. so varant siu dei tîer [Sirenen] ane. unt zebrechent sie. ê sirwachen JPhys
5,10;
das es die túfel wol bewaren, das si die sele iemer angevaren Mechth
3: 21,112;
Renner
5367
2
in Rechtstexten: ‘Besitz antreten’
vnd sol [...] dieselben güter anfaren und geruweliche besizen, nutzen und niessen UrkEls
2,140
(a. 1329);
weitere Belege DRW 1,618
MWB 1 298,33; Bearbeiterin: Baumgarte
anevart
stF.
‘Angriff’
wol behuot / gegen der vînde anevart LvRegSyon
145;
da mit sie jne wolt fristen / vor aller freise anfart Krone
23244;
daz unser lîp mit deme heiligem lichename gevestinit wirt wider des tiefils anevart [Nachstellung]
Spec
49,27
u.ö.
MWB 1 298,44; Bearbeiterin: Baumgarte
anevarten
swV.
‘etw. vor Gericht beanspruchen’
es enmag nieman enhein ding geanevarton, swie ez jme genomen ist, nuwon er behabe mit seinem eide, daz es jme verstoln si UrkCorp
248AB,43,12
MWB 1 298,50; Bearbeiter: Diehl
ane vêheden
swV.
‘jmdn. bekämpfen’
[er] begond sî offinbâr / vêdin unde vechtin an NvJer
8730
MWB 1 298,54; Bearbeiter: Diehl
ane vêhen
swV.
‘jmdn. bekämpfen’
ich gæbe niht ein kicher, / swie vil man mich mit reht / an wîget oder an vêht Ottok
32529
MWB 1 298,56; Bearbeiter: Diehl
anevëhtære
stM.
‘Angreifer, Feind’, im relig. Kontext auch ‘Versucher’
der strit wirt zwuschen der brut / und iren leidigen anevechteren Brun
10770;
Diocletiânus und Maximiânus [...] di wôren anvechtêre der kristenheit HvFritzlHl
22,3.
175,8;
kegen alle die anevechtere des Cholmeschen landes HandfKulm
141;
daz sie sich schirment wider ir betruͦber und anvechter MGHConst
8:413,4
(a. 1347)
MWB 1 298,59; Bearbeiter: Diehl
anevëhte
swF.
‘Anfechtung’
do magstu dich vil wol pewaren / vor anfechten und vor inzicht HvNstAp
2798;
daz ist die welt, die nummer ist / aen große anfechten Pilgerf
11841
MWB 1 299,4; Bearbeiter: Diehl
ane vëhten
stV.
‘jmdn./etw. bedrängen’
1 mit (Waffen-)Gewalt ‘jmdn./etw. angreifen’
2
‘jmdn./etw. anfechten, bedrücken’ , im relig. Kontext auch ‘versuchen’
3
‘etw. bestreiten, anfechten’ (auch im rechtl. Kontext)
1
mit (Waffen-)Gewalt ‘jmdn./etw. angreifen’
wir suln si ane vehten. / di mûre sule wir brechen SAlex
6978;
sî vâhtens bêdenthalben an, / hie der lewe, dort der man Iw
5405.
6785;
[sie] liddin dô vil swinde / nôt und anevechtin grôz / von der vîende widdirstôz NvJer
20106.
– subst.:
wan sô die edeln vogel der krâen anvehten und ir zuoschiezen lang vertragent BdN
178,1.
– jmdm. den sic
~
‘jmdm. den Sieg abgewinnen, streitig machen’
Alexander faht ime den sige ane, / er fûrte die corône mit im dane VAlex
385;
ir son mit sime here / siner mvter sige ane uacht Herb
17414.
14894.
14924
2
‘jmdn./etw. anfechten, bedrücken’, im relig. Kontext auch ‘versuchen’
swaz dich an vehti von untugenden, daz vertrip mit tugenden! PrGeorg
241,4;
ich nehan necheine craft / wider die mich herehaft / ane vehtent tegelichen SüklV
802;
der tieuel uihtet uns ane tages unde nahtes Spec
113,25;
die wegemüeden recken ir sorge si an vaht NibB
1818,2;
der predier orden wart sere angevohten von valschen meistern, dar zuͦ von manigem girigem súnder Mechth
4: 27,3;
ich haen aen vechten groiß van mynnen MinneR 336
31;
ez ist ain erznei etleicher töbichait, die die läut anvehtent [befallen]
BdN
328,9
3
‘etw. bestreiten, anfechten’ (auch im rechtl. Kontext):
es ist auch ein hochffart der vngelertten philosopheier vnd auch ir nachuolger, die mit jrm synn die rechtten warhait vnder varent vnd anuechttent, das ist die heiligen schrifftt anuechtent SchlierbAT(LS)
1,54;
swâ si die kraft ir brieve brechen, / und er sich sô überdâht, / daz er sîn selbes brief an vaht Ottok
71587;
KvMSph
38,3;
[am Teufel] ist aller der rat / der sich zu ubele pflihtet, / das das reht an vihtet Lutwin
378
MWB 1 299,8; Bearbeiter: Diehl
anevëhtigunge
stF.
‘Bedrängnis, Anfechtung’
sein hawsfraw [...], dy er genomen hett mer, das sy im wär ain gesellin seins lebens denn durch seins leibs anvechtigüng Schachzb
48,145;
ein laiswester [...] het vil gar die anvehtigung, daz sie auz dem orden wolt EbnerChrist
26,1;
twancksal, beswërnüs und anvechtigung UrkIndersd
65
(a. 1333)
MWB 1 299,44; Bearbeiter: Diehl |