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ABCDEF s.VGHIJKL
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a – abebrëchære, âbrëchære
abe brëchen, âbrechen – abe drumen
abe|ein – abe ertwingen
abe ervëhten – abegezogen
abegezogenheit – abe houwen
abehouwunge – abelæge
abe lantscheiden – abe lœsen
abelœsunge – âbentganc
âbenthan – âbentsunnenschîn
âbenttanz – aber|æhter
abe rechenen, abe rechen – aber|schâch
abe rücken – abe schieʒen
abeschiht – abeslac
abe slahen – abe stîgen
abestôn – abetragære
abe tragen – abe vâhen
abeval – abe wahsen
abe wæjen – abe weschen
abeweschunge – abe ziehen
abeziehunge – âbrëchære
âbrëchen – achter-, ahter-
achwent – ackervruht
ackerwërc – adellich, adellîche(n)
adelmuoter – âderslahen
âderstôʒ – affensmalz
affenspil – afterbier
afterblunder – aftermuoder
aftermûre – afterwort
afterzal – agleister
agleistervar – ahselrote
ahselspange – ahtehalp, ahtodehalp
ahten – âhui
ahzec – alamande
alanc – alde
aldê – algorismus
alheit – allergotesheiligentac
allerhalbe – allersamen, allersam, allersamet
allersêlentac – allwent
Alman, Almân – alp
alpha – al|tagelich
altære, altâre, alter – alters|eine
alterstat – altmæʒec
altmüede – alwaltecheit
alwaltende – ambahtære
ambahte – âmehte
âmehtec – ametiste
âmezûber – amt
âmügel – anderheit
anderleie – andorn
andouge – ane bereiten
      andouge Adv.
      andromant stM. oder stN.
      andunge stF.
      ane Adv., Präp.
      ane stswFM.
      âne Präp., Konj.
      ane arten swV.
      anebæren swV.
      anebegër stF.
      anebeginne stN.
      ane beginnen V.
      ane begrîfen stV.
      anebegrift stF.
      anebegunst stF.
      ane behaben swV.
      ane behalten stV.
      anebehebunge stF.
      ane beheften swV.
      ane beherten swV.
      ane beklîben stV.
      ane bekomen stV.
      ane belîben stV.
      âne belîben stV.
      ane bëllen stV.
      ane bereiten swV.
ane bërn – anebot
ane botwarn – ane draben
ane dræhen – ane errâten
ane ersëhen – anegedenken
anegedenklich – anegeslaht
anegeslöufe – anegrîfunge
ane grînen – aneheftec
ane heften – aneinander
ane jagen – ane komen
ane koufen – aneleitrëht
aneleitunge – 2ane merken
anemerkunge – ane phîfen
ane phlanzen – anerüeftec
ane rüeren – aneschouwede
aneschouwelich – anesidel, anesedel
ane sîfern – ane sniudeln
ane snöuwen – ane springen
anespruch – ane strîten
ane stroufen – ane trëten
ane trîben – anevëhtigunge
anevëhtlich – anevluʒ
ane vordern – ane weigen
aneweigunge – anewîsunge
ane wonen – angelisch
angeln – angestnôt
angestsam – ankesmër
anlamin – antlæʒec
antlâʒen – antsmër
anttac – antwîch
antwürkæreknëht – apfelrîs
apfelrôt – ar
âr – arc|haft
arche – ardell
ardîse(n) – armbendec
armbouc – armiure
armlëder – arnebote
arnen – art
art – arzâtîen, arzedîen
arzâtîn – âsblâsende
ascalamus – â|schildes
aschlouch – aspentier
aspindê, aspindei – astronomierre
astronomus – atrament
atte, ette – avelen
âventiurære – â|witzec
â|witzen – âʒ|zît

   andouge - ane bereiten    


andouge Adv. → antouge

MWB 1 216,41;

andromant stM. oder stN. ein silberglänzender Edelstein (vgl. antrodrâgmâ): von dem andromant. andromanda, oder androdragma [...] ist ain stain, der ist silbervar und ist gar hert, sam der adamas BdN 436,3

MWB 1 216,42; Bearbeiter: Schnell

andunge stF. ‘Erregung, Aufgeregtheit, Aufruhr’ da von ist gesprochen: sin zorn vnt sin antvnge vertreit nicht deheine rach PrLeys 6,40; sô enmac der lîp niht wol sô ungewonlîche vreude vertragen âne etlîche andunge DvASchr 336,9; dar umbe sprechent die meister: gewerden des viures ist mit widerkriege, mit andunge und unruowe und in der zît [das Werden des Feuers vollzieht sich mit Widerstreit, mit Erregung und Unruhe und in der Zeit] Eckh 5: 34,18

MWB 1 216,47; Bearbeiter: Schnell

ane Adv., Präp. 1 Adv.
1.1 alleine stehend, bisweilen schwer abzugrenzen von der Verbpartikel
1.2 in der Verbindung alleʒ ane → alzane
1.3 Pron.-Adv. mit dâ(r) → dâran ; mit hie(r) → hieran ; mit wâ(r) → wâran ; das Pron.-Adv. kann alle präpositionalen Funktionen von ane übernehmen
1.3.1 in Kontaktstellung
1.3.2 in Distanzstellung
2 Präp.
2.1 mit Instr., nur in der Wendung ane diu (daʒ) ‘dadurch (dass)’
2.2 mit Dat.
2.2.1 im Präp.-Obj.
2.2.2 in adv. Bestimmungen
2.2.2.1 lokal, eine räumliche Beziehung ausdrückend ‘an, auf, in’
2.2.2.2 temporal ‘an, während, innerhalb’
2.2.2.3 modal
2.3 mit Akk.
2.3.1 im Präp.-Obj.
2.3.2 in adv. Bestimmungen ‘an, auf, in, zu’
2.3.2.1 direktional, auf das Ziel einer Bewegung verweisend
2.3.2.2 temporal, auf das Ende eines Vorgangs verweisend
2.3.2.3 gelegentl. in der Wendung biʒ ane mit exzipierender Bedeutung ‘bis auf, außer’
3 Gradpartikel ‘fast, ungefähr’
   1 Adv.    1.1 alleine stehend, bisweilen schwer abzugrenzen von der Verbpartikel: dar rieden vonzich dusint an [da ritten fünfzigtausend herbei] Roth 3569. – in wörtl. Rede zur Kennzeichnung eines Imperativs ‘los jetzt!’ oder einer Aufforderung etw. zu beginnen ‘fang doch an!’ nu blas an / kurzliche SalMark 1837; [der Teufel rät Eva:] iz an, iz ist mîn rât [...] iz an, enphâ die gnâde / und gib ouch dîme manne Erlös 296; Boner 15,20; AdelhLangm 17,11; trût geselle [...] harpf an! Tr 3546; vil schone froͮwe, so klagent wider an WolfdD 1865,3; nu lêret an! [...] / uns wære guoter lêre nôt Tr 18524; nu merket an Frl 5:13,8; ‘nü rät / an’, sprach Alexander GrAlex 2354; getreuwer man, / Taliarce, nu ratt an / was wir tuen nu zu stunden HvNstAp 726; EnikWchr 25169; nu redet an, waz meinet ir? HvFreibTr 1052; Köditz 22,6; Boner 95,53; ‘sag an, wie hâstû daz vernomen?’ / sprâchen die juden zehant KvHeimUrst 368; Tr 6795; Lanc 141,13; nu sag’ an liebiu mære; jâ gib ich dir mîn golt NibB 225,3; hastu dinten end permit, / so schrif an als ich dich bit! MinneR 481 594; ja sinck ane, vogelgin, / ich willen dir gevolgich sin HagenChr 3084; Mechth 2:25,130; Boner 54,17; ‘so slag ich im sin heubt ab.’ ‘slahet an!’ sprach sie Lanc 366,1. 440,7; nu sprechet an, waz wellet ir? Tr 14730. 12088; Lanc 525,3; RvEWh 795; SM:Tr 6:3,1; [sie] sprach ze im: herre, trinche an PrSchw 1,133; dv hast sin mvͦt, nv tvͦ an TürlArabel *A 18,20; ‘liebiu maget, nû wîse mich / ein teil, des ich vrâge dich.’ / ‘nû vrâg an! ich sage dir / swaz dû wizzen wilt von mir’ RvEBarl 5815; MerswNF 165,25    1.2 in der Verbindung alleʒ ane → alzane    1.3 Pron.-Adv. mit dâ(r) → dâran; mit hie(r) → hieran; mit wâ(r) → wâran; das Pron.-Adv. kann alle präpositionalen Funktionen von ane übernehmen    1.3.1 in Kontaktstellung: er ist och guͦt des, daz er daz pluͦt verstrettet, daz uz der wnten oder den nasan fliuzzet, ob er dar ane gebunten wirdet PrüllS 1,10; sæ daz puluer dar ane Ipocr 171; dat mir din gedanc hiͤran werd schin MarlbRh 95,8; hie erzeicte sîne hövescheit [...] der bescheiden man, / unde ich sage iu war an Iw 2716    1.3.2 in Distanzstellung: dar mag min ana uuizzen. daz denne nâht. únde tâc ebinlanc sínt ÄPhys 7,4; da mugt ir die gotes martyr ane versten AvaLJ 32,4; da mite werden wir ermanet, daz got selbe daz cruce truͦc, do er die marter an liden wolte Lucid 88,12; ir muget hie selbe merken an, / daz si sich niht gehelen kan / der grôzen liebe Tr 13709    2 Präp.    2.1 mit Instr., nur in der Wendung ane diu (daʒ) ‘dadurch (dass)’ so der leo slafet so uuachent sinu ougen. an diu daz siu offen sint daranna bezeichenit er abir unserin trotin ÄPhys 1,12; an dîu bezeinet ez den fîánt dér dés mannis muôt spénit zedin uueriltlihen lusten ebd. 5,8    2.2 mit Dat.    2.2.1 im Präp.-Obj.: ter leo hebit triu dinc ann imo. ti dir unserin trotinin bezeichenint ÄPhys 1,6; Maria, wie guot din werch ist, / daz du ane mir hast getan AvaLJ 106,4; nu in kinne [erkenne] got [Akk.] an mir armen man Roth 923; er sprichet ouch anderswâ, daz der alze gîtic ist, dem an gote aleine niht engenüeget Eckh 5: 18,3    2.2.2 in adv. Bestimmungen    2.2.2.1 lokal, eine räumliche Beziehung ausdrückend ‘an, auf, in’ syn sporn an synen fußen warn alle blutig Lanc 36,31; [ mîns herzen turn ] der ist veste an allen sîten KLD:BvH 16: 2,4; biseit [erblickt] ein man an dir strazi [...] guit daz umi virstoln is Mühlh 121,3; ein sper vuorter ander hant Athis B 88; Joseph lac eines nahtes an sînem bette BuchdKg 4,13; an dem saltare lisit man, daz [...] JPhys 13,1. – übertr.: die groß kunheit die er teglich an im sah Lanc 9,32; entfriundet uns mîn aremuot, / so ist an dir swach der sippe haft KLD:Kzl 16: 11,6; an dir lernent diͤ geistliche luͥde MarlbRh 78,1    2.2.2.2 temporal ‘an, während, innerhalb’ an der stuͦnde. Moyses daz den livten kundete VMos 65,16; an dem tage MF:Reinm 10: 5,9; an der weil sach ich si fleissigklich an HvHürnh 25,2. – in der Wendung an der stat ‘sogleich’ → stat stF.    2.2.2.3 modal: vil liute sint an hunger tot TannhHofz 193. – ‘in Bezug auf’ scône bist tú an gûoten uuérchon. scône bist tú an rêinen gedánkon Will 22,2; div vierde [ist eine Frau] , div weder an mvͦt noch an libe vor got maget ist vnd die doch die lvte vur ein maget habnt PrBerthKl 3,11; des meien hôchgezît, rîch an fröiden, rîch an aller sælikeit KLD:UvL 13: 1,2; ich bin an fröiden tôt KLD:GvN 3: 3,10; ich muoz verderben / unde an fröiden sterben ebd. 5: 3,6    2.3 mit Akk.    2.3.1 im Präp.-Obj.: wir denchen an daz ellente Vateruns 208; si geloupten an di namen drí Rol 354; schabe im abe die schuͦpen, spalde in vnd snit in an stuͤcke BvgSp 19    2.3.2 in adv. Bestimmungen ‘an, auf, in, zu’    2.3.2.1 direktional, auf das Ziel einer Bewegung verweisend: di tavelen er an einen stein sluͦch VMos 54,5; daz raine opher si brachten, / do si daz cruce an sich namen Rol 3447; die wurzele anz houbt gebunden vertribet di suche Macer 75,5; er treip sin uihe an di guten weide VMos 34,28; sîne brüeder [...] vielen an iriu knie für in BuchdKg 29,4; so sîu dáz âzzin, só uúrdin sîo uértribin ándáz êllende ÄPhys 8,13. – übertr.: so mac he [...] sueri mit sien einis hant uffi din heiligin, wan iz umi geit an sien liep Mühlh 98,5; ir sprechet alze sêre / den rittern an ir êre Iw 168    2.3.2.2 temporal, auf das Ende eines Vorgangs verweisend: unze an daz ente der werlte JPhys 2,34; unze an di stunde VMos 40,11; biz an den ivngisten tag PrBerthKl 2,6    2.3.2.3 gelegentl. in der Wendung biʒ ane mit exzipierender Bedeutung ‘bis auf, außer’ swer solte gelten drizich tvsent march, der im die liez biz an dri phennige, der wer gar vro PrBerthKl 8,52; da was die burgk allesampt gewunnen biß an den großen thorn Lanc 8,36    3 Gradpartikel ‘fast, ungefähr’ an zwei hundrit wurden gezalt, / di den lîb dâ verlorn SAlex 1168

MWB 1 216,57; Bearbeiter: Schnell

ane stswFM. ahd. ana und ano fallen im Mhd. lautlich zusammen, Pl. meist nicht differenzierbar, das M. obd. häufig ene. ‘Ahn, Vorfahr’, meist auf Großmutter und Großvater bezogen: dîne muoter (diu ist mîn an) Wh 157,26; die muͦtter vnd die an Krone 21730; die solt dw nemen tzw ainer chan [Ehefrau] , der müeter vnd an dw habst erchennet, das sy schämig gewesen sein Schachzb 41,150; allen den erbteil, den mein howsvrowe vrow Margrete hat gehabt ze Seldenhoven nach ir ene [Großvater] vnd nach ir ane UrkCorp (WMU) 958,24; vnder vnsers enis jnsigel ebd. 1718,5; daz er [...] inen bigruobe dâ sîn vater jouch sîn ane lâge Gen 2649; ez leite etelîcher an, / daz sîn vater und sîn an / sô guotes nie niht gewan Eracl 2402. ein kuͤnc was mins anen an Rennew 32784 – im Pl. meist ‘Großeltern’ swelch man unbescholten ist von vater unde von muoter unde von sînen vier anen an sînem rehte, den mac nieman an sîner geburt beschelten SSpAug 142,9; SpdtL 142,18; von allen vieren enen ein gebûwer Neidh WL 31:6,8; men sol oh ir iargezit [...] began mit ein ander [...] vnd irs vattirs vnd irre mvͦter vnd irre anen UrkCorp (WMU) N236,30. – Lit.: Müller, Großvater, S. 17-50

MWB 1 218,49; Bearbeiter: Diehl

âne Präp., Konj. 1 Präp.
1.1 mit Akk. (vorangest. Akk. vgl. 1.3.2 )
1.1.1 ‘ohne’
1.1.2 ‘außer’ (vgl. 2.1.1.1 )
1.2 mit Dat. (durch mehrfache Konstruktionsfehler zweifelhaft)
1.3 mit vorangest. Gen.
1.3.1 ‘ohne’
1.3.2 ‘ohne, frei von, ledig’ , präd. und adv. bei sîn , wërden , wësen und anderen Verben, mit obligatorisch vorangest. Gen.; auch vorangest. Akk. ist (nur bei adv. Gebrauch?) möglich (Interferenz zu 1.1 ?)
1.3.2.1 bei sîn , wërden oder wësen
1.3.2.2 bei anderen Verben
2 Konj.
2.1 exzipierend ‘außer’ , selten ‘nur’ (vgl. 2.1.3 )
2.1.1 zur Anknüpfung eines Satzgliedes
2.1.1.1 einer Ergänzung im gleichen Kasus
2.1.1.2 einer präp. Fügung
2.1.1.3 eines flekt. Inf. mit ze
2.1.2 zur Anknüpfung eines Nebensatzes
2.1.3 zur Anknüpfung eines Hauptsatzes, hier: ‘nur’
2.2 konzessiv ‘wenn auch, obgleich’ (mfrk.)
2.3 adversativ ‘aber, sondern’ (mfrk.)
2.4 konjunktionale Wendungen ‘außer, ausgenommen, abgesehen von’
2.4.1 ~ daʒ, daʒ
2.4.2 ~ daʒ eine, daʒ
2.4.3 ~ daʒ
2.4.4 ~ (al)sô vil
   1 Präp.    1.1 mit Akk. (vorangest. Akk. vgl. 1.3.2)    1.1.1 ‘ohne’ ane dih ne ist nieht SEzzo 30; Will 55,10; ich ensol noch enkan / niet tun an vwern rat Herb 15249; âne willigen muot Iw 2694; nu hant ir mih ane kint / gemachit gar RvEWchr 7602; âne grôzen vrumen und nutz Eckh 5: 212,12. – mit al, aller slahte/hande u.ä. verstärkt: triuwe ân allen kranc KLD:UvL 8:3,6; ân aller slahte nôt Iw 4009; on allerhande barmherczikeit Lanc 62,16. – bildet eine Vielzahl von festen Wendungen wie z.B. âne mâʒe, âne nôt, âne zal, âne (jmds.) danc, âne (jmds.) schulde u.ä. (vgl. das jeweilige Subst.) – bei Zahlenangaben: vmbe an ainz fuͤnfzick [ 50-1=49 ] phunt Auspurger phenninge UrkCorp (WMU) 2250,12; weitere Belege WMU 1,90. âne mit Akk. des Dem.-Pron. in adv. Funktion, ‘ohnedies’ des sol man mir nv lonen. / ane diz han ich vil getan. / des wil ich diz bilde han Herb 16630; dar nach laid Saul an David hassz, / wan er im aͮn [d.i. ân ] das vÿend was KvHelmsd 3508.    1.1.2 ‘außer’ (vgl. 2.1.1.1): daz enweste niemen dâ âne in Er 9649; daz in dâ niemen ân die maget / erkande Iw 6893; ich weiz wol, daz mich âne sie nieman wol getroesten mac MF:Reinm 57: 3,6; ervert ez ieman âne uns driu Tr 12147; der sol avch alletag ze grihte sitzen an die svntag vnd on grozzer heiligen tage UrkCorp (WMU) 3110,16. – mit eine verstärkt: daz ez vil lützel ieman dô / âne eine ir ammen bevant Tr 1929. – konjunktionale Wendungen vgl. 2.4    1.2 mit Dat. (durch mehrfache Konstruktionsfehler zweifelhaft): ez in sal oͧch nieman slegeschatzes ledik sin, er si phaffe odir leige oder edele oder gemeine lute ane dem muntzmeister des ertzebischoves unde die husgenozzen WeistErf 13 (a. 1289)    1.3 mit vorangest. Gen.:    1.3.1 ‘ohne’ so klage ich manigen tag, / den ich in wâne / fröiden âne / hân gesungen SM:Gl 1: 12,6; wan daz man mich siht sus armen / in den fröiden fröiden âne KLD:GvN 3:3,7; ouch alle ding der sunnen an / gar zubrechen und vergan Hiob 14283; wan wer des wassers toͮff mag haben / und lat er sich des aͮn [d.i. ân ] vergraben, / der wirt vertriben ewenklich KvHelmsd 752; hierher oder zu 1.3.2.2? sît ich sîn âne [ohne ihn] komen bin Iw 4735    1.3.2 ‘ohne, frei von, ledig’, präd. und adv. bei sîn, wërden, wësen und anderen Verben, mit obligatorisch vorangest. Gen.; auch vorangest. Akk. ist (nur bei adv. Gebrauch?) möglich (Interferenz zu 1.1?)    1.3.2.1 bei sîn, wërden oder wësen: mit Gen.: der bittere [der Bitterkeit] wil got daz wir ane sîn Spec 125,17; des itewîzes unde mîn / mit êren ledec und âne sîn Tr 1492; dâ man alles valsches âne ist und frî SM:Te 8:3,10; dû bist werder minne liebes âne unde eine Marner 5,6; [in Gottes Haus] wir vnser sunte inne an werden Konr 23,32; mîner swære / schiere ich âne wære SM:KvT 5:2,2; mit Akk.: daz wir die sunde werden âne Wernh D 2624; dô daz der helt âne wart Parz 27,19; daz er waere sine sinne ane Albert 1415. âne wërden (mit Gen. oder Akk.) in Rechtstexten: ‘veräußern, aufgeben’ vnd wær daz, daz ich oder min erben mines tails wolten ane werden UrkCorp (WMU) 646,8; ob min vater vnde min mvter daz gvt [...] ane werden mvzen ebd. 200,8,9; weitere Belege WMU 1,109f.; auch ‘jmdm. etw. nehmen (etw. von einer rechtl. abhängigen Person veräußern?)’: unde gibet ein man sînem wîbe guot [...], daz guot mac er ir niemer âne werden, die wîl er ander guot hât SpdtL 97,23. 138,7    1.3.2.2 bei anderen Verben: belîben : [von den Ungetauften] ir swert dâ vil vorschrît, / daz sî des lebins blibin ân NvJer 17536; mit Ellipse des Gen.: nummet abir er ein wip zuͦr e, / [...]. blibet er ane, man sprichet: ‘er vindt / keine, die yͤn wulle nemen’ MinneR 52 122. gân : sus geistu beides ane HeslApk 6462. ligen : und nû der [ bluomen ] âne lît / diu kalte winterzît SM:Gl 1:1,5. machen : den macht si [die Lüge] aller tugende an HeslApk 23150; Hiob 11657. stân : ern müese leides âne gestên Wig 10605; StrAmis 444; Hiob 8260. tuon : er [...] hât uns der sinne / mit zouber âne getân Iw 1369; StrAmis 1734; EnikWchr 18546; der [Gott] mich ein die sorgen âne / mit gewalte wol getæte Wernh D 3046    2 Konj.    2.1 exzipierend ‘außer’, selten ‘nur’ (vgl. 2.1.3)    2.1.1 zur Anknüpfung eines Satzgliedes    2.1.1.1 einer Ergänzung im gleichen Kasus: – im Nom.: sie waren es alle gemeit, / an der kvnic, dem was ez leit Herb 1166; allez, daz da inder was, [...] an der Bernære Dietr 5284; das chain creatur tuet / an der mensch alleine HvBurg 3485; wer ist, herre, ane du / der mug erchennen nu / aller herczen taugen ebd. 3493; die [Geheimnisse des Himmels] nie mans augen / über sahen, wip noch man, / on der ewangelist Johan Märt 11304; fro Elisabet [...], der libdinge ellv́ dv́ vorgenanden guͦter sint ane der wingarte ze Woloshoven UrkCorp (WMU) 2065,38. – im Dat.: iz nis oug [es ist auch] niemanne kunt / ane den sæligen, die da sint MarldA 113; ze verchoͮfen [...] swem si wellen an einem manne, den ich offenwar benant han UrkCorp (WMU) 1137,9. – im Akk.: du bíst ôuh scône an dînen uuórton. uuante dú in dîner predicatione nîene mêinest âne mîn êra. unte fraternam utilitatem Will 54,7. 110,1; füeret ûz dem hûse lützel oder vil, / âne mîne vînde NibB 1994,3; daz wir die vorgenanten zwene hove lihen svln vnd swas wir da haben an die lvte UrkCorp (WMU) 3367,7    2.1.1.2 einer präp. Fügung: sîn herze dazn wart nie sô vrô / âne mit Îsolde alse dô Tr 16270; si [...] azzen nicht wen wazzer und prot / an in gar selten stundenn Märt 5067; in allen tiern sint diu weip behender und ainr hellern stimm wan die man, ân an den rindern BdN 159,24. 22,12; weitere Belege (âne bei Fügungen mit wider, umbe und vür) vgl. WMU 1,91 ( B 1.2)    2.1.1.3 eines flekt. Inf. mit ze: an allain ze setzende vnd ze ensetzende miner frowen der abbatissene [...] vmbe fûnfzege pfunt Haller UrkCorp (WMU) 1571,9    2.1.2 zur Anknüpfung eines Nebensatzes: daz wir deheinen wanc / von dir getuon immer mêre, / âne swâ wir dîn êre / gemêren und gebreiten mugen Ottok 87843; daz wir gen einander dehein voderunge oder ansprach tvͦn, an da wir wenen reht zv haben UrkCorp (WMU) 1196,33; weitere Belege WMU 1,91 ( B 2).    2.1.3 zur Anknüpfung eines Hauptsatzes, hier: ‘nur’ swer einen man ovf sinem goͮt hat, swes er si, der sol im dhein leit tvͦn vnd sol in ze lihtmesse wider vordern. an zîtlichen dinst sol er im tvͦn UrkCorp (WMU) 475AB,19,27    2.2 konzessiv ‘wenn auch, obgleich’ (mfrk.): [ohne Christus] so in maht du nimer riche werden, / ane besezes du den himel inde die erden [wenn du auch ... besäßest] Lilie 22,22. 23,10. 35; wand, an [obwohl] warn ouch andre luͥde reine, / sin muͦder weres du aleine MarlbRh 129,11; aen vmb vr have niet [wenn auch nicht wegen Eures Gutes] MorantGalie 406 Hs.    2.3 adversativ ‘aber, sondern’ (mfrk.): nuͦ indoint dis die luͦde neit; ayn [d.i. ân, ‘sondern’] eyn eicklich denckt wail an dat lyden vns heren in einre verlosschenre, blinder mynnen [vgl. aber ein ieklichs gedenket wol Tauler 199,21 ] Tauler(C) 1:97,17. 1:91,8; die machent alle [...] grois middel, die deme menschen die ouͦgen verblendent. ane as balde as [ ‘aber sobald’, vgl. und als balde als Tauler 196,5 ] der mensche [...] sich wille hait zo besseren na synre macht, zohantz so wirt is alze guͦt rait Tauler(C) 1:87,15    2.4 konjunktionale Wendungen ‘außer, ausgenommen, abgesehen von’    2.4.1 ~ daʒ, daʒ: dîn ôigon. sint tûbonôigon. âne dáz. daz án dír ínlachenes uerhólan ist [abgesehen von dem, was in dir innerlich verborgen ist] Will 54,2. 54,10. 57,2; sæhen si iht umb in ligen, / ân des, daz in wær gelegen, / daz müest in von des kunigs wegen / werden undertân [zur Belohnung] Ottok 88565    2.4.2 ~ daʒ eine, daʒ: ez was ein harte schone tac, / an daz eine, / daz sie alle gemeine / hetten ruwe vnde klauge Herb 11147; [sie] lebete mit im alsô wol, / [...] âne daz eine, daz sie nicht / mit sîner minne hête pflicht HvFreibTr 1121    2.4.3 ~ daʒ: âne daz du iht triutest [...] mîne lieben vrouwen [...] sô tuo ir, swaz du wellest NibB 655,1; wie vil wunnichleich ist dise stat / an das sy vil wildes hat Märt 21810; waitkraut [...] hât pleter nâhent sam diu lactuken, ân daz si smeler sint BdN 419,25    2.4.4 ~ (al)sô vil: daz sy ist verborgen gar / [...] den engeln, an so vil / als in Got offenbaren wil Hiob 10923; daz si selbem sach [...] svln rihten an als vil, ob dehein des gotshavses man wurd begriffen UrkCorp (WMU) 2087,36; weitere Belege WMU 1,91 (B 4). – mit folgendem Hauptsatz: so ist daz gelubt fuder an so vil: hat der Chappeller [...] UrkCorp (WMU) N118,6

MWB 1 219,10; Bearbeiterin: Baumgarte

ane arten swV. ‘jmdm. von art eigen sein’ (mit Akk.d.P.): des kuniclîchen stammes ein blûnder ast / [...] der êrlîche herzoge Polke, / der gerehter sînem volke / ist vor als ein werlich man, / als in daz wol ardet an Kreuzf 5576; [der Teufel erwartet von dem mit Sinnen ausgestatteten Menschen] daz in ouch von des vleisches art / an ardete der girden gart HeslApk 5956. 3151. 3157

MWB 1 221,57; Bearbeiter: Schnell

anebæren swV. ‘etw. darlegen’ dis wolt ich mit den maͤren / gerne also hie anbaͤren RvEWh 9794

MWB 1 222,1; Bearbeiter: Schnell

anebegër stF. ‘Geheiß, Forderung’ dede er auch des nit an dem anbeger des gerichtes StRWorms 9

MWB 1 222,3; Bearbeiter: Schnell

anebeginne stN. , anebegin stM. oder stN. ‘Anfang, Ursprung’ tecum principium. / daz anbeginne mit dir ist Erlös 3209; daz anbegyn des ewangelii Jhesu Cristi EvBerl 3,21; in dem anbeginne was daz wort, und daz wort daz was bî got Eckh 2:307,1; zv der svnnen anebeginne [Aufgang] , / da wir sie des morgens sehen Herb 14242; da saget ir die koniginne was ir wiedderfarn was, von dem anbeginne biß an das end Lanc 15,19; al mîner fröiden ursprinc unde ein anbegin KLD:WvB 1:2,8; WhvÖst 6723; OvBaierl 7,8

MWB 1 222,5; Bearbeiter: Schnell

ane beginnen V. ‘anfangen’ so beginnet man an / mure mit der gazzen [...] gar vernuwen Daniel 6469; subst.: des morgins vrû / mit des tages anbeginnen NvJer 26050; PrLpz 5,14

MWB 1 222,16; Bearbeiter: Schnell

ane begrîfen stV. ‘jmdn. ergreifen’ do begriffen in die lute / ane; Jesus niht enfloh HeslNic 608

MWB 1 222,20; Bearbeiter: Schnell

anebegrift stF. ‘Anfang’ sint der êrstin anbegrift, / daz der convent wart gestift / ûf dem hûse Kungisberc NvJer 18812

MWB 1 222,22; Bearbeiter: Schnell

anebegunst stF. ‘Beginn’ (anders Pfeiffer, NvJer. S. 9 und S. 124 an begunst): wol bescheiden anbegunst / ist des bûchis halbe kunst NvJer 221

MWB 1 222,25; Bearbeiter: Schnell

ane behaben swV. ‘jmdm. etw. abgewinnen, mit Erfolg streitig machen’ die vursten dûht er ze hêre. / alle die êre / die si alle solten tragen, / die wolte der chunich in aine an behaben Kchr 12820; wan zuo aller ir kraft / sô sint sî alze manhaft / daz in iemer dehein man / den sige müge behaben an Iw 6376; Wig 2611. – in Rechtstexten oft: jmdm. etw. mit rehte ~ : und ist vihe drunder, und behabet ez im ieman mit reht ane SpdtL 123,13; swenne ich dem hern Friderich [...] an behabet mit minne oder mit reht fvmf vnd zwainzich march silbers UrkCorp (WMU) 1806,19; er hab ims emaln [ihm das Gut ehemals] anbehabt mit dem rechten StRMünch 338,8

MWB 1 222,28; Bearbeiter: Schnell

ane behalten stV. ‘etw. (Kleidung) anbehalten’ sin hemde und sin nidercleit behielt er ane Lanc 611,28; daz er [der Verurteilte] alsô vil anbehalde, ob es kalt ist, daz er nicht ervriese StRZwick 194

MWB 1 222,42; Bearbeiter: Schnell

anebehebunge stF. das gerichtl. Einschreiten: die anbehebung sol inen in denselben frygheiten, genaden und rechten keinen schaden bringen UrkBern 5,140 (a. 1319)

MWB 1 222,46; Bearbeiter: Schnell

ane beheften swV. nur Part. Prät. ‘jmdm. angeheftet, eigen’ (meist von Eigenschaften): mir ist der site als an behaft / daz ich des niht gemîden kan RvEAlex 6126; die edelkeit, / die er [Edelstein] bezeichenlîche treit, / und waz im krefte ist anbehaft RvEBarl 1579; RvEWchr 20977. – von Personen: ‘jmdm. verpflichtet’ wie si im zallin stundin / muͦzin sin gebunden / und dienstlichin anbehaft / dienstlichir eiginschaft / mit libe und ouh mit guͦte RvEWchr 22625

MWB 1 222,50; Bearbeiter: Schnell

ane beherten swV. ‘mit Gewalt abgewinnen’ swenn er mirs [mir meine Tochter] an beherte / mit selhem ungeverte Iw 4493

MWB 1 222,60; Bearbeiter: Schnell

ane beklîben stV. ‘jmdm. anhaften’ schand [...], / di in [den Sündern] an bechleibet Vät 41169

MWB 1 222,63; Bearbeiter: Schnell

ane bekomen stV. 1 ‘gedeihen, sich voll entwickeln (?)’
2 ‘jmdm. etw. vorlegen’ (mit Akk.d.P. und Gen.d.S.)
   1 ‘gedeihen, sich voll entwickeln (?)’ man wendet manige sache [Streit] wol e sie bekomet an Frl 9:17,14    2 ‘jmdm. etw. vorlegen’ (mit Akk.d.P. und Gen.d.S.): diu buoch ir wâren wol bekant, / sô daz si kunde wol entstân, / swes man si von in anbekan [was man ihr aus den Büchern vorlegte] WvRh 1210

MWB 1 223,1; Bearbeiter: Schnell

ane belîben stV. ‘am Körper bleiben’ (von Kleidungsstücken): naket us gezogen daz keim die bruͦch anbleib ClosChr 84,13

MWB 1 223,8; Bearbeiter: Schnell

âne belîben stV. → âne 1.3.2

MWB 1 223,11;

ane bëllen stV. ‘anbellen’ swer daz welle machen, daz in die hunde niht anpellen Barth 148,17; hat ein man einen hunt, der di lute bizet oder anbillet StRFreiberg 258,16; Wig 5512; SalArz 75,21

MWB 1 223,12; Bearbeiter: Schnell

ane bereiten swV. ‘zurechtmachen’ der schreyber het sich an bereyt, / die cleyder schir an sich geleyt Magd 284,14

MWB 1 223,16; Bearbeiter: Schnell