abe vrëʒʒen
stV.
‘etw. (von etw.) wegfressen’
sô muoz der lîp in dem grabe / von maden und von würmen, / [...] verdulden al die wîle ir stürmen, / unz sie daz fleisch gefrezzent abe LvRegSyon
2388;
der wurm frizt daz kraut ab und diu pleter ab den paumen BdN
301,5
MWB 1 80,5; Bearbeiter: Tao
abe vüeren
swV.
1 mit Akk.d.S., ‘etw. wegbringen, fortschaffen’
2 mit Akk.d.P., ‘jmdn. fortgeleiten’
3 mit Dat.d.P. und Akk.d.S., ‘jmdm. etw. gewaltsam abreißen, abtrennen’
1
mit Akk.d.S., ‘etw. wegbringen, fortschaffen’
ubirsnitit och ein man din andirin an einir aniwendi [...], unde wirt iz gini man giware, [...] so sal he iz un bite [so soll er ihn deswegen ersuchen] , daz he iz nicht abi invuri Mühlh
155,21;
SSp(W)
3:37,4
2
mit Akk.d.P., ‘jmdn. fortgeleiten’
kvnic Bilas [...] / sime nevin Aimone / bevalch das her vil schone / Gaitin abe vurte. / daz sie nicht stritis rurte / wedirnthalbin des hers Athis
A** 18
3
mit Dat.d.P. und Akk.d.S., ‘jmdm. etw. gewaltsam abreißen, abtrennen’
brvder Reinhart in begoz / mit heizem wazzer, [...] / daz fvrt im abe hvt vnd har ReinFu
K,696;
er wond [l. wolte
] manigem ritter den helm abe furen, den er úberall under das roß warff Lanc
270,2.
474,30;
si [...] zugen in durch steine alse lange biz daz ime di steine sîn vleisch abe furten HvFritzlHl
121,36
MWB 1 80,11; Bearbeiter: Tao
abevüerunge
stF.
‘Abtransport’, zu abe vüeren
1:
die bergwerk bedurffen vil wege [...] durich abefurung willen des ercz czu den mulen und hutten BgRIglau
334,21
MWB 1 80,29; Bearbeiter: Tao
abe vûlen
swV.
‘abfaulen ’
die vinger manegem ûz der hant / wâren alsô gefûlet abe / als einem, der tôt in dem grabe / gelegen ist wol hundert tage UvLFrd
336,7
MWB 1 80,33; Bearbeiter: Tao
abe wahsen
stV.
1
‘abnehmen, kleiner werden’
2
ûf und abe ~
, wohl ‘heran- und auswachsen’ (vgl. nhd. abwachsen
2 DWB 1, 1202f.), oder ‘heranwachsen und abnehmen’ (?)
1
‘abnehmen, kleiner werden’
ouch erbet û [= iu
] manheit von im an: / sol die an û wahsen abe, / daz ist mir leit Kreuzf
2543;
ich bin gewachsen abe / an fröide SM:Te
6: 2,5.
– subst.:
wanne als vil abwahsens ist an ainem stukke, als vil ist zuwahsens an dem andern stuͤkke KvMSph
39,26
2
ûf und abe ~
, wohl ‘heran- und auswachsen’ (vgl. nhd. abwachsen
2DWB 1, 1202f.), oder ‘heranwachsen und abnehmen’ (?):
auch nimt der mensch sein narunge mit ezzen und mit trinken und wechst auf und ab. mit dem geleicht er den paumen und den kräutern und allen den dingen, die narunge pflegent BdN
3,19
MWB 1 80,37; Bearbeiter: Tao
abe wæjen
swV.
‘weg-, fortwehen’
ein blat / daz der wint abe wæt, / swenne er in die boume schræt LvRegSyon
4288;
owê, ez kumt ein wint, [...] boume, türne ligent vor im zerslagen, / starken liuten wæt erz houbet abe Walth
13,17
MWB 1 80,50; Bearbeiter: Tao
abe walgen
swV.
st. Prät. GvJudenb .
‘herab-, fortwälzen’
abe walgot er den stein GenM
55,12;
der gieng zu dem grab, / den grozen stain wielger ab GvJudenb
2296;
walg ab dicz veͣslein [...]! HvBurg
6405
MWB 1 80,55; Bearbeiter: Tao
abe walken
stV.
‘durchprügeln’
mirst der rücke gewalken abe / und ich muoz einen arzet haben HundesNot
249
MWB 1 80,60; Bearbeiter: Tao
abe wallen
V.
‘herabfließen’, nur Part. Präs.:
er ward herzklich weinende von andaht, daz im die ab walenden trehen úber daz herz ab runnen Seuse
143,30
(vgl.
26,16.
18,8.
84,9 )
MWB 1 80,63; Bearbeiter: Tao
abe walzen
stV.
‘weg-, hinab-, herabrollen’
– intr.:
swaz man wurfe ûf daz dach, / daz möht niht gâhes ab gewalzen Ottok
30438.
– tr. (vgl. abe welzen swV.):
abe wielz er den stein Gen
1272;
den engel vuͦnden si da und den stein ab gewalzen PrLpz
49,9
MWB 1 81,3; Bearbeiter: Tao
abewanc
stM.
1
‘Ausweichen, Betrug’
2 in Funktionsverbgefügen
1
‘Ausweichen, Betrug’
ich erkenne wol den abewank, / ir mûwet ûch al âne nôt En
9662
2
in Funktionsverbgefügen
–
~ nemen
‘sich abwenden’
lieber weri mir, daz ich dich sehe gebaͮret uff ligen, denne keinen abwank in so getaner wise von gotte nemen Seuse
456,15.
–
~ tuon
‘zurückweichen’
in stürmen und in strîten tet ich nie abewanc RosengD
467,2;
‘schwanken’
der gaist ist schnel, das flaisch ist krank / und tuͦt vil manigen abewank WernhMl
8554;
(vom Schwert) ‘sich verbiegen’
er sties es in den stein, daz es vil lut erklang. / do tet daz swert reine nie kein abewang WolfdD
1663,2
MWB 1 81,9; Bearbeiter: Tao
abewaschære
stM.
zu abe waschen
2:
abewaskare [
ablutor
] dere sunten PsWindb
114,Oratio
MWB 1 81,22; Bearbeiter: Tao
abe waschen
stV.
1
‘etw. durch Waschen entfernen’
2 übertr. ‘etw. (Schuld, Sünde u.ä.) tilgen, löschen’
1
‘etw. durch Waschen entfernen’
er hiez mich iz [
hor
] abe wasken ze aineme se AvaLJ
94,4;
KvHeimUrst
609;
sô nim des pluotes unde bestrîch die schulter [...] dâ mit unde wasch daz pluot aver in drin tagen niht abe Barth
153,22;
nim frische ele vnd wasche in abe den slim mit kalter aschen BvgSp
18;
darnach wasch iz abe mit merwazzer SalArz
62,38.
– mit Ersparung des Obj.:
daz kraut [...] hât die kraft, daz ez abwescht und rainigt, wan ez rainigt die zend von irr unsauberkait BdN
383,16;
wan daz hönig entlœst und wäscht ab ebd.
293,25
2
übertr. ‘etw. (Schuld, Sünde u.ä.) tilgen, löschen’
duo chom er [Jesus] zuo Jordane, / getoufet wart er dare. / er wuosch ab unser missetat VEzzo
203;
KLD:Kzl
2:14,12;
die alden meintat ~
TrSilv
296;
nu si [Maria] vns den prunnen der genaden vnd der parmunge praht hat, da ze dem wir vnser svnde abe waschen sulen Konr
16,73;
PrOberalt
33,7.
–
daz si mit ir zæchern alles ir unrecht ab waschent PrOberalt
113,28
u.ö.;
uon div muͦzzin wir unsir missetât mit unsern zahern abwaschen Spec
44,10.
– subst.:
daz [Jordantaufe] er ein abeweschen hiez / kristenlîcher künde [adv. od. abs. Gen.] / von aller slahte sünde Reinfr
18034;
die [...] sündær, die zuo dem süezen wazzer des abwaschens irr sünd gênt und werdent gesunt BdN
242,9
MWB 1 81,24; Bearbeiter: Tao
abewaschunge
stF.
zu abe waschen
2:
so hast du von dem wasser die abweschunge der schulde PrEngelb
183,52
MWB 1 81,52; Bearbeiter: Tao
abewaʒʒer
stN.
‘abfließendes Wasser’
in dem abewasser dur den muͤli runse UrkFreiburgGr
13,207
(a. 1336)
MWB 1 81,55; Bearbeiter: Tao
abewëc
stM.
vgl. âwicke.
1
‘Seitenweg’
2 wertend, ‘Irrweg, falscher Weg’
1
‘Seitenweg’
devia: awiki, abwege quasi extra viam SummHeinr
1:228,391;
gebirge, abwege unde walt WvRh
4184;
[N. H. erbt] den achra [...] mit wasser, weida, [...], wegen und abwegen, holtz und velt UrkBern
5,372
(a. 1323)
2
wertend, ‘Irrweg, falscher Weg’
daz du nieman [...] gelosest, [...] der dich keinen abweg wil wisen Seuse
371,23
MWB 1 81,58; Bearbeiter: Tao
abewëge
Adv.
s.a.
wëc
stM.
–
‘ abseits, beiseite, weg’
hie mit tet ez sich ab wege Krone
8042;
abwege ich in ein kamer fuor UvLFrd
38,9;
maniger vorcht sein gepot / so ser das er ab weg gie [sich verbarg] / und cham darnach zü liecht nie Märt
10513;
swelher flaisch verkauft, daz sol er abe wege tuͦn, daz er iht zuͦ ieman spreche, es sei verkauft NüP
86;
hawsgeraet, daz im verstoln oder abweg getragen waer StRMünch
326,25;
daz pest welfl ist daz ze letzst gesehend wirt oder daz diu muoter des êrsten abweg tregt BdN
125,21
MWB 1 82,1; Bearbeiter: Tao
abe wegen
swV.
‘etw. herunternehmen’
der engil quam von dem hemele unde gynk czu dem grabe unde weygete den steyn abe EvBerl
88,4
MWB 1 82,12; Bearbeiter: Tao
abe wëhseln
swV.
‘von jmdm. etw. durch Tausch erwerben’
do wæhselt ich im abe sogtan gut vnde er hete ze Weizzendorf, daz sin lehen was, mit drin gvten ze Tambach, [...] div min reht aigen waren UrkCorp
1044,30.
N430,9;
das [Gut] sol ime graue Cvͦnrat abe choͮfen alder abe wehseln ebd.
94,38.
2958,36;
daz selbe phvnt geltes habent sie von in ab gewechselt ebd.
3321,46
MWB 1 82,15; Bearbeiter: Tao
abe welzen
swV.
‘etw. weg-, hinunterwälzen’
der engel welzeda aba den stein [vom Grabe Christi]
FriedbChrist
17,5;
do waz der stein ab geweltzet PrOberalt
85,7;
si fvnden den steine [...] abgewaltzet von dem grab EvAug
205,20.
121,14
MWB 1 82,23; Bearbeiter: Tao
abewendec
Adj.
nur präd., mit machen und werden zur Umschreibung von abewenden:
ich hette [...] si abwendic gemacht von irim bosen wege und von irin snoden gedanken Cranc
Jer 23,22;
vil lute machte er abwendic von bosheit ebd.
Mal 2,6;
der herre [...] hat abwendic gemachit dine viende ebd.
So 3,15;
ich wirke, und wer mac daz abwendig machen? ebd.
Jes 43,14.
–
in alle disen dingen ist nicht abwendig wurden sin zorn Cranc
Jes 9,12.
17
MWB 1 82,28; Bearbeiter: Tao
abe wenden
swV.
1 tr. ‘jmdn. von etw. abbringen; etw. von sich tun’
2 refl. ‘sich abwenden’
1
tr. ‘jmdn. von etw. abbringen; etw. von sich tun’
aber di vursten gar ab wanten / si dâ von und verkêrten, / [...] und lêrten / daz si des geloubten nicht JvFrst
8708;
den zorn synis unmutis wirt er nicht abwendin Cranc
Jer 30,24
2
refl. ‘sich abwenden’
daz er sich mit sînen obersten kreften nie abegewante einen ougenblik noch einen punct [...]: sô bleip er [...] alle zît die gotheit aneschouwende Eckh
2:443,9
MWB 1 82,37; Bearbeiter: Tao
abewendunge
stF.
‘das Wegführen’
dis spricht der herre: sich, ich wil ummewendin di abwendunge [
convertam conversionem
] der tabirnakil Jacob und irir dach wil ich mich irbarmin Cranc
Jer 30,18
MWB 1 82,46; Bearbeiter: Tao
abe wenken
swV.
‘schwanken, abweichen, von etw. lassen’
daz was Rûal li Foitenant, / der êren unde der triuwe ein habe, / der nie gewancte an triuwen abe Tr
1596;
JTit
1889,2
(La.);
swer mir diz leit hilfet tragen [...] : / den verteg ich alsô mit habe, / daz er niht darf wenken abe Wh
170,16;
ich bin nút abegewenket von diner gesetzede
2DWB
1:1260,36
(ZfdWf. 2 [1902] 161)
MWB 1 82,51; Bearbeiter: Tao
abe wërden
stV.
‘erledigt sein, entfallen’
vnde swenne ime dv́ vnmvͦsse abe wirt, so sol er sich aber wider antwrten in die giselschaft UrkCorp (WMU)
2671,25
MWB 1 82,59; Bearbeiter: Tao |