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ABCDEF s.VGHIJKL
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a – abebrëchære, âbrëchære
abe brëchen, âbrechen – abe drumen
abe|ein – abe ertwingen
abe ervëhten – abegezogen
abegezogenheit – abe houwen
abehouwunge – abelæge
abe lantscheiden – abe lœsen
abelœsunge – âbentganc
âbenthan – âbentsunnenschîn
âbenttanz – aber|æhter
abe rechenen, abe rechen – aber|schâch
abe rücken – abe schieʒen
abeschiht – abeslac
abe slahen – abe stîgen
abestôn – abetragære
abe tragen – abe vâhen
abeval – abe wahsen
abe wæjen – abe weschen
abeweschunge – abe ziehen
      abeweschunge stF.
      abewësekeit stF.
      abe wësen V.
      abewësunge stF.
      abewîchunge stF.
      abe winden stV.
      abe winken V.
      abe winnen stV.
      abe wirken V.
      abewîsære stM.
      abe wischen swV.
      abe|wîse, â|wîse stF.
      abe|wîsec Adj.
      abe wîsen swV.
      abe|witze stF.
      abewörtec Adj.
      abe würgen swV.
      abe würken V.
      abe würzen swV.
      abe zeisen V.
      abe zeln swV.
      abe zern swV.
      abe zerren swV.
      abeziehære stM.
      abe ziehen stV.
abeziehunge – âbrëchære
âbrëchen – achter-, ahter-
achwent – ackervruht
ackerwërc – adellich, adellîche(n)
adelmuoter – âderslahen
âderstôʒ – affensmalz
affenspil – afterbier
afterblunder – aftermuoder
aftermûre – afterwort
afterzal – agleister
agleistervar – ahselrote
ahselspange – ahtehalp, ahtodehalp
ahten – âhui
ahzec – alamande
alanc – alde
aldê – algorismus
alheit – allergotesheiligentac
allerhalbe – allersamen, allersam, allersamet
allersêlentac – allwent
Alman, Almân – alp
alpha – al|tagelich
altære, altâre, alter – alters|eine
alterstat – altmæʒec
altmüede – alwaltecheit
alwaltende – ambahtære
ambahte – âmehte
âmehtec – ametiste
âmezûber – amt
âmügel – anderheit
anderleie – andorn
andouge – ane bereiten
ane bërn – anebot
ane botwarn – ane draben
ane dræhen – ane errâten
ane ersëhen – anegedenken
anegedenklich – anegeslaht
anegeslöufe – anegrîfunge
ane grînen – aneheftec
ane heften – aneinander
ane jagen – ane komen
ane koufen – aneleitrëht
aneleitunge – 2ane merken
anemerkunge – ane phîfen
ane phlanzen – anerüeftec
ane rüeren – aneschouwede
aneschouwelich – anesidel, anesedel
ane sîfern – ane sniudeln
ane snöuwen – ane springen
anespruch – ane strîten
ane stroufen – ane trëten
ane trîben – anevëhtigunge
anevëhtlich – anevluʒ
ane vordern – ane weigen
aneweigunge – anewîsunge
ane wonen – angelisch
angeln – angestnôt
angestsam – ankesmër
anlamin – antlæʒec
antlâʒen – antsmër
anttac – antwîch
antwürkæreknëht – apfelrîs
apfelrôt – ar
âr – arc|haft
arche – ardell
ardîse(n) – armbendec
armbouc – armiure
armlëder – arnebote
arnen – art
art – arzâtîen, arzedîen
arzâtîn – âsblâsende
ascalamus – â|schildes
aschlouch – aspentier
aspindê, aspindei – astronomierre
astronomus – atrament
atte, ette – avelen
âventiurære – â|witzec
â|witzen – âʒ|zît

   abeweschunge - abe ziehen    


abeweschunge stF. → abewaschunge

MWB 1 83,52;

abewësekeit stF. ‘Abwesenheit’ ey nu wirt sere grazen / der wolf uf dine schefelin, / die von dir verwustet sin / an diner abewesekeit Pass III 610,13

MWB 1 83,53; Bearbeiter: Tao

abe wësen V. → abe sîn

MWB 1 83,56;

abewësunge stF. ‘Abwesenheit, Fehlen’ di [ zwîvel ] durch vnser abewesunge willen nicht mogen [...] nuczlich werden enkscheyden UrkSchles(B) 131:12,6 (a. 1346 kopial); nu muz man pruven alhie bie / waz milde oder kerge sie, / waz der milden irrunge / und ouch ir abewesunge / schaden machet mangem man Secret 364

MWB 1 83,57; Bearbeiter: Tao

abewîchunge stF. astronom. ‘Deklination’ (s. Glossar z.St.): durich der sunnen grozte abweichunge Sphera 71,9

MWB 1 84,1; Bearbeiter: Tao

abe winden stV. ‘abwickeln, losbinden’ si want mit ir hende / wider ab ir houbtgebende Parz 780,8; si erwarb eine strâle, / [...] daz gevidere si abe bant [La. Das veder seil sie abe want ] , / den brief si umb den zein want En 10815

MWB 1 84,4; Bearbeiter: Tao

abe winken V. zu winken ‘wanken, schwanken’. nur subst. in der Wendung sunder abewinken ‘beständig, ohne Unterbrechung’: ich wil ûch daz rîche / bereiten êwiclîche / der immer wernden vreuden, / dâ ir in sûzem geuden / wert ezzen unde trinken / sunder abe winken JvFrst 3128

MWB 1 84,9; Bearbeiter: Tao

abe winnen stV. vgl. abe gewinnen stV. ‘jmdm. etw. gewaltsam abnötigen’ wir wunnen im ein pfert abe: / dennoch her vaste hin vlô Eilh(L) 6860; ich wynne die croone dir af mit stryde, / dars [l. tarst ] duͦ tzuͦ velde komen MinneR 409 117; ich wynne dyn land zuͦ male dir af ebd. 121

MWB 1 84,15; Bearbeiter: Tao

abe wirken V. → abe würken

MWB 1 84,21;

abewîsære stM. ‘der zurückweist, ablehnt’ (zu abe wîsen 2): ir [ muotwilliger herren ] truhsêzen und ir spîser / sint armer liute abwîser Renner 622

MWB 1 84,22; Bearbeiter: Tao

abe wischen swV. 1 ‘etw. durch Wischen, Reiben entfernen’
2 ‘entwischen, entrinnen’
   1 ‘etw. durch Wischen, Reiben entfernen’ das golt, [...], das luchtit nicht, is si denne ymant, der den rost abwusche Cranc Bar 6,23; swa si warn iendert bluotvar, / daz wischet si mit ir stauchen ab Krone 12259; MarLegPass 25,143. – speziell ‘Namenszüge tilgen, löschen’ wen der eyne stirbit, czuhandis wischit man sinen namen abe. wer ouch wandilt sine herberge, der muz sinen namen abe wischin und schribin do her wonit MarcoPolo 47,3.4. – bildl.: daz ewige liecht [...], / daz nimmer mer vorlischet / und allen tran abe wischet / [...] / von den nazzen ougen HeslApk 4266; dienest gotes wunden / [der dienest für den am Kreuz gestorbenen Heiland] din [des Sünders] ougen regen dir wischet abe Frl 5:5,5 (s. FrlWB unter wischen); daz her uns den alden schimel / Adames abe wischete HeslApk 3099; sünde der werlt ~ PsM H 44,5; diu laster abwischende (Part. Präs.) ebd. H 62,4; uf dich wirt phaltzen [wohl: blatzen ] kummir, den du nicht magist abgewischen [ expiare ] Cranc Jes 47,11    2 ‘entwischen, entrinnen’ ‘du has gelogen / rechte als ein bose wicht. / des salt du han zuͦ hantgicht / van mir mit deseme stave, / du en gewisches in [ = deseme stave ] dalinc ave, / einen harde grozen slach / up din houvet inde crach.’ MorantGalie 2264

MWB 1 84,25; Bearbeiter: Tao

abe|wîse, â|wîse stF. ‘vom Normalen abweichende Art und Weise, Unart, Unfug, Unsinn’ (oder ‘Abweisung’ zu abe wîsen swV. ?): mit solher abwîse [La. abeis ] / grâf Yban vil lîse / wolde hân betrogen / von Ôstrîch den herzogen Ottok 25056. – hierher?: dâ bî gêt der rôsenstengel lîse, / der volget nâch di âwîse MinneR 27 8 (Bed.? Vgl. Anm.z.St.)

MWB 1 84,52; Bearbeiter: Tao

abe|wîsec Adj. ‘verirrt’ si [Maria] ist des meres ein lichte sterne / und der vinsternisse eine lucerne, / si ist den abewisigen ein weg, / si ist den schifbruchigen ein steg Brun 12484

MWB 1 84,60; Bearbeiter: Tao

abe wîsen swV. 1 ‘jmdn. von etw. abbringen, abhalten’
2 ‘jmdn. abweisen, fortschicken’
3 rechtsspr. ‘jmdn. abfinden, aussteuern’
   1 ‘jmdn. von etw. abbringen, abhalten’ ichn weiz, wer mich des prîste, / ob ich sie des [vom Kampf gegen die Heiden] abe wîste Kreuzf 3332; daz er mit miete und mit gâb / sich het lâzen wîsen ab / ab rehtes gerihtes phat Ottok 71603; la dich nieman dannan [vom Beten] ab wisen noch ziehen Tauler 370,21    2 ‘jmdn. abweisen, fortschicken’ die [ schar ] fuorter heim ze lande: / mit êren âne schande / wart in geteilet dâ sîn habe, / mit valsche niht gewîset abe [erg.: diu schar ] Parz 336,24; alsus wart zorneclich abgewist [...] der unschemige lastirbalc von dem zuchtigen reinen furstin Köditz 18,23; dô solde hêr Joachîm sîn opher brengen zu Jêrusalêm zu deme tempele. dô wîsete in der oberste prister abe und wolde nicht sîn opfer HvFritzlHl 195,19; HvNstAp 652; Minneb 1230. – rechtsspr. ‘jmdn. (mit rechte) zurückweisen’ ab zwêne ûf éin gût sprechen [...], jene, der ez under ime [im Besitz] hât, der en sal ez nicheime antwurten, sie en vereinen sich mit minnen, oder der eine wîse den anderen abe vor gerichte mit rechte SSp(W) 3:15,1. 2:15,1    3 rechtsspr. ‘jmdn. abfinden, aussteuern’ kumin abir di kindir zu irin iarin unde werdin abegewisit, woldin denne diselbin [...] erbeteil vordirn unde mac denne ienir, der in deme erbe sitzit, bezugin mit dem richter [...], daz si abegewisit sin von dem erbe, daz muz he tun in den erstin drin iarin StRFreiberg 68,4.7 u.ö.

MWB 1 85,1; Bearbeiter: Tao

abe|witze stF. ‘Unverstand’ daz uns armen got irlidige / uon sundelichen banden / vnde [...] / uon hurlicher hizze, / uon des sinnes abewizze, / uon ujentlicher rache Litan 1298; wie turst ich daz immer tun / vor deme kunge heren? / er wurde mir ez keren / zu arge und ab witze, / ob er uwer antlitze / meger sehe der andern Daniel 221 (vgl. Dn 1,10). – Vgl. âwitze

MWB 1 85,30; Bearbeiter: Tao

abewörtec Adj. ‘wortlos, nicht artikuliert’ ez [ merwîp ‘Sirene’] singt auz der mâzen süezleich, idoch hât ez niht ain gestuckt [artikulierte] stimm als ain mensch, ez hât ain abwörtig stimm, sam die vogel habent BdN 240,21

MWB 1 85,38; Bearbeiter: Tao

abe würgen swV. 1 ‘erwürgen, erdrosseln’ , bildl.
2 ‘jmdm. etw. gewaltsam wegnehmen’
   1 ‘erwürgen, erdrosseln’, bildl.: do würget man der natur den hals abe PrEngelb 185,144. 198,180    2 ‘jmdm. etw. gewaltsam wegnehmen’ er het in nâch gevangen / [...]. / den liehten und den glanzen helm / wolt er im abe würgen KvWTurn 921

MWB 1 85,43; Bearbeiter: Tao

abe würken V. ‘sich/jmdn. (von etw.) trennen, lösen’ wirckent úch abe von zitlichen dingen noch sorgveltikeit, lúterent úch von creatúrlichen bilden Seuse 494,18. 166,27. in abwúrkender wise ebd. 339,27; wan daz abwúrken ersuͦchet ir innigostes gemarg ebd. 358,10

MWB 1 85,49; Bearbeiter: Tao

abe würzen swV. ‘eine Speise durch Zugabe von Gewürzen vollenden’ geslagen daz gebrete an ein ander vnd die swarten vz gekeret vnd gewunden in ein tuͦch. wol abe gewuͤrtz BvgSp 96

MWB 1 85,55; Bearbeiter: Tao

abe zeisen V. ‘etw. zerzausen’, bildl.: sie [Juden] begunden en [Christus] heisen [l. heischen?] / hinderwert [Anm.z.St.: „sie griffen ihn hinterrücks an?”] , abe ceisen / pris, lob, dar zu ouch neisen [verunglimpfen] / steteclich sine lere Daniel 4049

MWB 1 85,59; Bearbeiter: Tao

abe zeln swV. Part. Prät. überw. abegezalt. 1 mit Akk.d.S.
1.1 ‘(jmdm.) etw. absprechen, entziehen’
1.2 ‘etw. erledigen, auslöschen, als erledigt betrachten’ , i.d.R. im Passiv: ‘erledigt sein’
1.3 ‘etw. abziehen, abrechnen (von einem Betrag)’ (?)
2 mit Akk.d.P.
   1 mit Akk.d.S.    1.1 ‘(jmdm.) etw. absprechen, entziehen’ wê dir, Bêheim, unde ach! / dîn êr und dîn gewalt / wirt noch ab gezalt Ottok 89761; in wêre gar der selbe gewalt / von den Rômêrn ab gezalt, / des si wêren beroubet / mit gewalt und uberhoubet JvFrst 6094    1.2 ‘etw. erledigen, auslöschen, als erledigt betrachten’, i.d.R. im Passiv: ‘erledigt sein’ ich wil unde han mich iu verselt, / min varende muͦt sie abe gezelt Ainune 181; unser vræude ist aber [l. abe mit HKOZ ] gezalt / der wir pflagen in maniger wis Rennew 13242; min leben daz wær abe gezalt, / swa Malfer an mich kæme: / moͤht er, min ende ich næme ebd. 26648; uns ist vil nâch ab gezelt / der vorder teil unsers leben Ottok 89430. – im Aktiv: awe mir, kuͤnc Tybalt! / ich han din leben abe gezalt, / ob du joch bist gevangen, / din leben ist doch zergangen Rennew 23898    1.3 ‘etw. abziehen, abrechnen (von einem Betrag)’ (?): so han ich den burgern abe gezalt und abe geslagen hundert mark silbers, die si vor mâl dem keiser hatten gericht MGHConst 4,2:1290,32 (a.1313)    2 mit Akk.d.P.: ‘ jmdn. verdammen, zum Tode verurteilen’ daz [Kaiser Friedrichs Geschlecht] het er [Papst] ab gezelt / mit rehter urteil Ottok 12097; wie wol du hâst abgezalt [La. abgetzilet ] mich JSigen 140,4; daz ist daz einig púntli, daz da scheidet die userwelten von den nit userwelten, daz die abgezelten blibend ligende Seuse 366,4; einen abgezalten menschen von diser welte hoͤret nút zuͦ, kurtzwil und trost hie suͦchen ebd. 431,14. den [Fürsten ] hat der tod nu abgezalt [dahingerafft] , / dem niemant mag entweichen Suchenw 5,97

MWB 1 86,1; Bearbeiter: Tao

abe zern swV. ‘etw. aufzehren’ als ich den wagen [Vorräte auf dem Wagen] abgezer Helbl 1,812. – refl., ‘sich aufzehren, abmagern’ ich han gesiechet disen summer / und mich gar gezert abe ErzIII 56,77

MWB 1 86,35; Bearbeiter: Tao

abe zerren swV. 1 ‘(jmdm.) etw. gewaltsam herunter-, losreißen’
2 ‘jmdm. etw. gewaltsam wegnehmen, entreißen’ , subst.
3 ‘jmdn. von etw. wegzerren’
   1 ‘(jmdm.) etw. gewaltsam herunter-, losreißen’ – mit Dat.d.P.: durch dorne und durch hagene / fuorten si [die wilden Rosse] den gotes trût, / si zarten im abe flaisc und hût Kchr 6358; daz gewafen si in abe zarten Rol 7094; Wig 5112; HvNstAp 5014; der kuͤnc von Marroch / het im den helm dennoch / nieman haizzen abgezart WhvÖst 10297. – ohne Dat.d.P.: er brach sîne site und sîne zuht / und zarte abe sîn gewant, / daz er wart blôz sam ein hant Iw 3235; der ellenthafte wigant / begunde har und das gewant / us brechen unde zeren abe, / so gros was sin ungehabe RvEWh 1523; WernhMl 9083    2 ‘jmdm. etw. gewaltsam wegnehmen, entreißen’, subst.: opherost du von unrehtem guͦt. [...] ez si von roͮbe. ez si von diepstal. ez si von abbrechende. ez si von abzerrende. [...] dc ist got allez sament ungenême PrSchw_(St) 3,71    3 ‘jmdn. von etw. wegzerren’ di entwenten von der milch, di abgezerreten von der brusten Cranc Jes 28,9

MWB 1 86,40; Bearbeiter: Tao

abeziehære stM. (zu abe ziehen 1.3) ‘der etwas von dem Text wegnimmt’ so werde deme abziere / got gehas HeslApk 23239

MWB 1 86,60; Bearbeiter: Tao

abe ziehen stV. 1 mit Akk.-Obj.
1.1 ‘etw. (auf der Oberfläche Aufsitzendes, Aufliegendes, einen Körper Umschließendes) wegnehmen, entfernen’
1.1.1 ‘etw. (Kleidung, Rüstung u.ä.) ablegen, (jmdm.) etw. ausziehen’
1.1.2 ‘etw., was jmd. an sich trägt, als Beute wegnehmen’ , mit Dat.d.P.
1.1.3 ‘etw. (Haut, Fell u.ä.) von etw./jmdm. ab-, herunterziehen, loslösen’
1.2 ‘(sich) von etw. (Kreatürlichem, Weltlichem) lösen’ , i.d.R. passivisch ( von etw.) abgezogen sîn/werden
1.3 ‘etw. jmdm. entziehen, wegnehmen’
1.4 ‘etw. (von etw.) herunter ziehen, wegziehen’
1.5 ‘jmdn./etw. (von jmdm./einer Sache) ablenken, abbringen, abhalten’
1.6 ‘einen Betrag in Abzug bringen, abrechnen’
1.7 ‘etw. (Wein von seinem Bodensatz) abfließen lassen und umfüllen’
2 refl.
2.1 ‘sich zurückziehen’
2.2 ‘von einem Amt zurücktreten’ , mit Gen.d.S.
2.3 ‘sich von etw. abwenden, lossagen’ , mit Gen.d.S.
3 mit Dat.-Obj.
3.1 ‘Enthaltsamkeit, Askese üben, dem Körper das Notwendige entziehen’ , mit Präp.-Obj. ( ane )
3.2 ‘einer Sache/jmdm. Abbruch tun, schaden’
3.3 ‘sich von etw. abwenden’
4 ohne Obj.
4.1 ‘weggehen, sich entfernen’
4.2 ‘an Land gehen’ (vgl. abe kêren )
    1 mit Akk.-Obj.     1.1 ‘etw. (auf der Oberfläche Aufsitzendes, Aufliegendes, einen Körper Umschließendes) wegnehmen, entfernen’    1.1.1 ‘etw. (Kleidung, Rüstung u.ä.) ablegen, (jmdm.) etw. ausziehen’ do zugen si abe ir gewant AvaLJ 24,2; dû solt daz harnasch ziehen abe Wh 232,18; sînen mantel zôch er abe Tr 2844; so men die westerhuͦte abezúhet Lucid 118,3; ir frouwen sie sich underwant / und zôch ir abe ir gewant / und fuorte sie zuo Paridê Eracl 3984. den hantschuͦch er abe zoch, / in gegen dem himel er in bot Rol 6889; sînen hantschuoch zôher abe; / er bôt in Môrolde dar Tr 6454. ziehet ab die zoume, diu ross lâzet gân NibB 1660,3. – bildl.: daz si ir flêisch hie besnîden von aller slâht âchuste unde ziehin ab den altin man, der ie nach der gîrde des fleisches lêbte, unde leigin an den niwen man, der nach gôt gepildet ist Spec 17,9    1.1.2 ‘etw., was jmd. an sich trägt, als Beute wegnehmen’, mit Dat.d.P.: mach ich den uberwinden, / daz ich dem die chrôni abe ziehe / unt ûz dem velde tûn geflîhen, / sô muget ir mir chuniges namen geben VAlex 377; man züge im nû den harnasch abe, / dar zuo alle sîne habe Wig 2322; er zôch ir abe ein vingerlîn / und nam ir vürspan âne ir danc ebd. 6331    1.1.3 ‘etw. (Haut, Fell u.ä.) von etw./jmdm. ab-, herunterziehen, loslösen’ nim daz zu mandilkerne den di hut abe gezcin si SalArz 44,55; dar nâch schol man in [den Fichtenzapfen] die rinden abziehen BdN 339,20; die uassint sich mit den ruhen húten, die sie den tierent abeciehent Lucid 23,6; nim frische ele, zuͤch in abe die hut BvgSp 37; daz si [Schlange] sich in dem winter auzhäutt und ir aigen haut abzeuht BdN 281,24; und so man si sere martret und ir daz flaisch ab zoh mit kroͤlen, des froͤwet si sich, daz si des wirdig waz daz si daz durch got solt liden PrGeorg 50,23; EnikWchr 28034. A II,763. A II,806; er tet den priestern vil heiz, / die platen er in ûz reiz, / den münichen die hût ab ziehen, / des mohten si niht enpfliehen EnikFb 1951. – rechtsspr. (vgl. WMU 1,33): deme [dem Verurteilten] ziehe men abe vel vnde flesch vnde sol in vs sthoͮzsin vúr die cil der stât UrkCorp 1653,45. – bildl.: diu sêle, diu got minnet, diu nimet in under dem velle der güete. vernünfticheit ziuhet gote daz vel der güete abe und nimet in blôz, dâ er entkleidet ist von güete und von wesene und von allen namen Eckh 1:152,6. vedern ~ ‘Federn abwerfen, sich mausern’ der wei mag sein federn niht ab geziehen, er vlieg denne gegen mittem tag an daz mer und trink des gesalzenn merwazzers BdN 204,21. 210,9    1.2 ‘(sich) von etw. (Kreatürlichem, Weltlichem) lösen’, i.d.R. passivisch (von etw.) abgezogen sîn/werden: daz ander, daz man abegelœset sî und abegezogen und îngezogen Eckh 1:120,6; allez abegescheiden und abegezogen und abegeschelt, daz dâ nihtes niht enblîbet dan ein einic ‘ist’ ebd. 2:372,5; dise beschoͮt ist in der vernunft, want hie ellv̍ sinlichv̍ ding abgezogen sint, vnd bekvmert sich daz gemvͤt allein mit verstentlichen sachen RvBib 68,1. – mit Präp.-Obj. (von): diu tugent ist alsô lûter und alsô gar abegezogen und abegescheiden von allen lîplîchen dingen Eckh 2:361,3; als du dich alsus abzúhest von [La. mit S] allem dinem vermúgende und gezogen hast von minnen und bekomernisse aller creaturen und dich uf getragen hast Tauler 150,5. 296,6. – subst. Inf.: Tauler 354,29    1.3 ‘etw. jmdm. entziehen, wegnehmen’ ein gelubde sie tâten under in, / wer die stat gewunne, des solde sîn / den gênden [Fußvolk] die bereite habe, / die solde den nieman ziehen abe Kreuzf 2860; an diseme gebotte verbvtet got alles vnrehtes abeziehen vromede gvot, mit stelenne, mit roube, mit wuechere, mit vntruiwe 2DWB 1:1310,17 (d. Geschichtsfreund 4, 1874, 124). – rechtsspr., einem Fremden einen Kauf durch Geltendmachen des Vorkaufsrechtes entziehen, diesen Kauf rückgängig machen: vnd kouf ein vngnoss güter, die mag im ein gnoss [...] abziechen vnd im sinen pfandschilling widergeben, werent in die güter vorhin nit veil gebotten WeistGr 4,393    1.4 ‘etw. (von etw.) herunter ziehen, wegziehen’ die vorster soͤlent [Holz vom Wagen] abe ziehen so vil sie moͤgent UrkCorp N815,32. – bildl.: [Christus zum Menschen:] du sist selber wol, das [...] guͦthe menschen sint, das die iemer etthewomitthe behefthet und gefangen sint das si herwidder abbe zúhet uffe ire nattuͦre MerswNF 156,28. – rechtsspr.: jmdm. die hant ~ jmds. Hand beim Schwur von Bibel oder Reliquien wegziehen und ihn damit am Eid hindern: hât ener niht geziuge, sô sol er im die hant abe ziehen unde sol alsô sprechen: „herre rihter, mit iuwerm urlaube sô were ich im den eit unde ziuhe im die hant von dem eide [...].” SpdtL 172,11; SchwSp 114b    1.5 ‘jmdn./etw. (von jmdm./einer Sache) ablenken, abbringen, abhalten’ di libe [ caritas ] lezet sich nicht / abe zihen mit keiner suzekeit. / noch vorleiten mit keiner valscheit / noch zubrechen mit widersaze Brun 4720; swer die gerehticheit minnet, der stât sô vaste dar ûf, swaz er minnet, daz ist sîn wesen; den enmac kein dinc abeziehen, noch keines dinges enahtet er anders Eckh 1:104,6; nu sint ouch etliche dinc di da zu furderin daz man got irkenne. daz erste ist ein abezihin der begerunge fon allin den dingin di mugelichkeit habin des menschin herze zu inthaldine Parad 46,1    1.6 ‘einen Betrag in Abzug bringen, abrechnen’ die selben phenninge wellen wir auch allen unsern phlegern [...] abziehen an irer raytung UrkNeustift 252 (a. 1343)    1.7 ‘etw. (Wein von seinem Bodensatz) abfließen lassen und umfüllen’ ez sol auch niemant chainen met schencken, er hab in e zwir oder ainest zuͦ dem minsten abgezogen StRMünch 414,15. – ‘Feuchtigkeit u.ä. entziehen’, bildl.: daz geschiht dem verklerten geist, [...] dem die goͤtteliche hitze in der minnen fúre alle fúchtekeit und gropheit und ungelicheit hette abgezogen Tauler 121,4    2 refl.    2.1 ‘sich zurückziehen’ also vant er si dc si sich haten abgezogen und azen und trunchen PrSchw 1,16; der het sich nû ab gezogen / unde wolt gemaches phlegen Ottok 6081. – militärisch: eine cleine trucht / sich abe zôch und nam dî vlucht NvJer 15998    2.2 ‘von einem Amt zurücktreten’, mit Gen.d.S.: des amtis zôch er sich dô ab / und iz dêmûticlîch ûfgab NvJer 15409    2.3 ‘sich von etw. abwenden, lossagen’, mit Gen.d.S.: sint do die volle gnade quam / daz Jhesus Crist wart geborn / [...] do zoch her sich des alden abe, / [...] und greif an das nuwe HeslApk 18478; wand ir uch abe zihet / der metten, messe vlihet Daniel 2729; daz er die werlde vluhet / und sich sunden abzuhet ebd. 2450    3 mit Dat.-Obj.    3.1 ‘Enthaltsamkeit, Askese üben, dem Körper das Notwendige entziehen’, mit Präp.-Obj. (ane): alle idelkeit si danne floch; / ir selber si danne abe zoch / an willen unde an luste Elis 872. 2891; das du dime lichamen abeziehest an essende, an trinckende und an sloffende und an alleme gemache Tauler 425,11    3.2 ‘einer Sache/jmdm. Abbruch tun, schaden’ daz denne ie gewesen ist, daz muoste alsô stæte unde alsô volbrâht sîn, daz ez nimmer muge gewerren êwiclîchen, wan hête ez keinen gebresten, der züge im alle zît abe, daz ez ze jungiste müeste zeslîfen unde ze nihte werden DvASchr 365,1; die jene die dir abezogen, / Jherusalem, und uf dich logen, / die werden dich irkennende HeslApk 5699    3.3 ‘sich von etw. abwenden’ wan sî der minne abe ziehent, / die ir wîlent dienten ê MF:Veld 21:1,7    4 ohne Obj.    4.1 ‘weggehen, sich entfernen’ sie hêten zwô êrlîche rote, / mit den dar nâch abe zugen sie Kreuzf 5311. – passivisch statt aktivisch: dôn wart an ir rotte / ir keinem ze spotte / weder nâch noch niender abe gezogen : / si kâmen alle samet gevlogen / mit vliegenden banieren Tr 5571    4.2 ‘an Land gehen’ (vgl. abe kêren): in zwentzig tage wille koment sÿ an die habe: / von Kinstentinoppel ein mile do zugent sy do abe WolfdD 1920,4

MWB 1 86,63; Bearbeiter: Tao