ane heften
swV.
‘etw./jmdn. an etw. befestigen, festmachen’
er fûrte einen starken schaft, / vor nâ dem îsene an gehaft Kreuzf
5802;
chainen vergen ich nicht loben mag, / dw weil er swimmet auf dem wag, / untz daz er geheftet an / do daz scheff zu recht sol stan Teichn
14,5.
– übertr.:
daz liet ich anhefte / vf dine gnade [stelle ich deiner Gnade anheim]
Wernh
D 74
MWB 1 246,32; Bearbeiter: Diehl
ane heilen
swV.
‘jmdm. etw. heilend anfügen’
[Jesus] heilde ime daz [abgeschlagene] ore ane HeslNic
621
MWB 1 246,40; Bearbeiterin: Baumgarte
aneheime
Adv.
nur präd.; in Rechtstexten, ‘zu Hause’
wer in der statt anhaim [wohnhaft] ist DRW
1,659
(Neustadt a. D.; a. 1273);
wenne der puͤrge erloͤzet wirt [...] so sol [das] der jude den puͤrgen kunt tuͦn in aht tagen, ob er anehaime ist. wer aber er niht anhaime [anwesend] , so sol er im ez kunt tuͦn zuͦ seinem hause in derselben frist NüP
189;
die weil sein gelter anhaim ist, und ob der gelter darnach von dem lande vert StRMünch
372,20
MWB 1 246,43; Bearbeiterin: Baumgarte
aneheimisch
Adj.
nur präd.; in Rechtstexten (vgl. DRW 1,660), ‘zu Hause’
ist der wirt dinne niht oder ist niht anheimisch, verbiutet danne der waibel des gastes gut in der frowen munt [...] so sol der wirt [später bei Gericht] davon antwurten als ob er daheime gewaesen waere StRAugsb
221,30.
104,2
MWB 1 246,53; Bearbeiterin: Baumgarte
ane hëlfen
stV.
‘helfen, etw. in Gang zu setzen’
wer och dc, dc die knechte in den muͥlinon [...] als sumig wêrin gegen den muͥlinon, so sullen die muͥlimeistra selben da sin vnd den muͥlinon an helfen, dc da enkein bre̋stvͥ si UrkCorp (WMU)
3474,43
MWB 1 246,60; Bearbeiter: Diehl
anehëllec
Adj.
‘anhängend, verbunden’
mein sele czu gefuͤget ist und anhaͤlik worden [
adhaesit anima mea Ps 118,25
]
PsMb
26(Glossar);
ich pin anhelig der gezeugnus deiner gepot [
adhaesi testimoniis tuis Ps 118,31
]
ebd.
26(Glossar)
MWB 1 247,1; Bearbeiter: Diehl
ane hëllen
stV.
‘jmdm. nacheifern’
du sollst nicht wöllen anhelen oder nachvolgen dem es glücket in diser welt [interl. zu noli aemulari in illo qui prosperatur in via sua Ps 36,7
]
PsMb
26(Glossar)
MWB 1 247,6; Bearbeiter: Diehl
anehengelicheit
stF.
‘Verbundensein, Anhänglichkeit’
do muͦs die nature ir selbes verloͤigenen [...] in aller kleblicheit und anhenglicheit do si sich an vint, es sin die frúnt oder die mogen Tauler
377,11;
er wil ouch daz dy vuchtekeyt / des wazzers und der erden / sich wol glichen der werden / an hengelkeit zu Gote Hiob
2865
MWB 1 247,10; Bearbeiter: Diehl
ane hengen
swV.
‘etw. an jmdn. hängen’ (mit Akk.d.S. und Dat.d.P.):
so hancte ich ir einen schürliz an SM:Ta
3:3,5;
wenestu das dir henge an / groze bete Leviathan [dass Leviathan dich um Gnade bittet] ? Hiob
14935
MWB 1 247,17; Bearbeiter: Diehl
ane henken
swV.
tr. ‘jmdm. etw. anhängen, etw. an jmdm./etw. befestigen’
so haben wir [...] gegeben disen brief [...] besigelt mit vnserme angehenkten jngesigele UrkCorp (WMU)
2228,44;
hafte gote ane, sô henket er dir alle güete ane Eckh
5: 199,7;
ein götlich hilf, die der creatur vergebens angehenkchet oder gegeben ist [
inpensum
]
Gnadenl
3:M1,192.
– Phras.: der katzen eine schelle ~
→ katze
MWB 1 247,22; Bearbeiter: Diehl
anehêrre
swM.
1
‘Großvater’ (vgl. ane swstM.) 2
‘Ahnherr’
1
‘Großvater’ (vgl. ane swstM.):
dînen vater dû, hêrre, hâst erslagen, / der [Kinder] anehêrren, die ich bî dir hân getragen UvEtzAlex
3084;
dô diu kint hôchgeborn / in des bâbstes dienste heten florn / den vater und den aneherren Ottok
80484.
87539
u.ö.
2
‘Ahnherr’
nu habe wir sînes sâmen. / der anherre er ist gesîn Kreuzf
1031
MWB 1 247,31; Bearbeiter: Diehl
ane herten
swV.
‘auf etw. beharren’ (mit Akk.d.S.):
wiltu abir eweclichen zornen adir das anherten zu ende uz? [
perseverabis in finem
]
Cranc
Jer 3,5
MWB 1 247,39; Bearbeiter: Diehl
ane hetzen
swV.
‘jmdn./etw. hetzen, jagen’
ir moͤcht es gern gesehen haͮn, / wir hatzten ainen hirssen an / zehant do ir geriten wart Teichn
487,54;
swen in [einen Menschen] der tot myt synen hvnden hetzet an, / so wuorf er gerne von ym hyn die svnde Wartb
Rs 83,5
MWB 1 247,42; Bearbeiter: Diehl
anehin
Adv.
1 direktional ‘hin’
2 temporal ‘weiterhin, immerfort’
1
direktional ‘hin’
nach dem Feuchtenpach anhin an den Goͤlh UrkSteirG
66
(a. 1348)
2
temporal ‘weiterhin, immerfort’
szo moͤchten wy anhen faren / stelen, rouben in allen landen KarlElegast
431
MWB 1 247,48; Bearbeiter: Diehl
ane hœnen
swV.
vermutlich eher ‘anheulen’ (zu
1hœnen) als ‘verhöhnen’ (zu
2hœnen):
da mit traibt er mich mit sinen lemern under die wolf, der mich maniger grimiglich an zanet und veintlichen an hönet und schalglichen verspottet HvNördlBrf
52,45
MWB 1 247,53; Bearbeiter: Diehl
1ane hœren
swV.
‘jmdn./etw. anhören’
nu Môrolt der hôrt allez an / und verdûhte in sêre, daz Tristan / sô vaste nâch dem kampfe sprach Tr
6221;
Tristan der hôrte unde sach / daz wunderlîche wunder an: / hunt unde schellen er began / bemerken unde betrahten ebd.
15860;
di stimme insal niman anehorin in der stille und in der ruwe Parad
49,33.
– mit Ersparung des Obj.:
er sprach: herre, nû hôrt an, / ich bin ein rehte frîer man Ottok
6436
MWB 1 247,59; Bearbeiter: Diehl
2ane hœren
swV.
‘(an-)gehören’ (nur hier auch ge-präfigierte Formen) meist mit Akk., selten Dat.
1 auf Besitz und Rechte bezogen ‘jmdm. zustehen, gehören’
2 auf Eigenschaften u.ä. bezogen 2.1
‘jmdn./etw. betreffen, angehen’
2.2
‘jmdn. kennzeichnen, jmdm. ziemen’
2.3 auf Menschen bezogen 2.3.1
‘jmdm. unterstehen, in rechtl. Abhängigkeit zu jmdm. stehen’ (z.B. Leibeigenschaft) 2.3.2 zu jmdm. oder einer größeren, übergeordneten Gruppe gehören, ‘angehören’
1
auf Besitz und Rechte bezogen ‘jmdm. zustehen, gehören’
[Alexander] hât manege gûte burch zestôret, / die unseren hêren ane hôrent VAlex
1188;
das dich ze reht / von unserm erbe gehôret an Ottok
94164;
so hat der gewalt, den der hauszins angehoͤret, darumb pfant ze nemen StRMünch
400,3;
das die vogeteie von Agemunde [...] den hertzog [...] vnde das lant von Osterrich angehorte vnde sin ist vnde zv dem lande gehoret UrkCorp (WMU)
1276ABC,10,15,43;
weitere Belege WMU 1,95 (B 1) und 1,101 (B 1)
2
auf Eigenschaften u.ä. bezogen
2.1
‘jmdn./etw. betreffen, angehen’
sun, vil lieber man, / disiu rede hœrt dich an RvEGer
4264;
an der ordenung des reichs [...] sind ettlich sunderlich lere [...], die dich [Alexander d. Gr.] angehörenn als vil ze deinem aigen gesinnde unnd ze der richtegunge des gemainenn volks HvHürnh
23,1;
die läut, die sich mêr an nement wan si volpringen mügent und beswærent sich mit fremden pürden, die si niht angehœrent BdN
219,33;
sie mochten auch keyn urteil off so hohe sach sagen, [...] wann es die heilige kirch anhorte Lanc
524,4;
was den glouben anhoͤrt Tauler
420,7
2.2
‘jmdn. kennzeichnen, jmdm. ziemen’
wolgespræchikait gehœrt die kaufläut an BdN
64,13;
alle dise ding [...] die gehoͤrent einem edeln menschen an Tauler
96,17;
das ist byderbekeit und alle gúte die den ritter anhöret Lanc
129,16;
wer gern stifftet und nicht stoͤrt, / dem mach herschafft undertan / mit grozzen eren, daz ghoͤrt / ainen weisen fuͤrsten an Suchenw
38,127.
38,290
2.3
auf Menschen bezogen
2.3.1
‘jmdm. unterstehen, in rechtl. Abhängigkeit zu jmdm. stehen’ (z.B. Leibeigenschaft):
die twerge, die mit in gan, / die gehœren Laurein an Walberan
310;
Heinrichen, der vns ze aigenschaft an gehoͤrt UrkCorp (WMU)
1217,8;
weitere Belege WMU 1,95 (B 2) und 1,101 (B 2)
2.3.2
zu jmdm. oder einer größeren, übergeordneten Gruppe gehören, ‘angehören’
ouch quâmen dar in liehter schar / grâven, frîen, dienestman, / die daz rîche [zum Kaiser] hôrten an KvWHvK
34;
dis fumf syn [Sinne] gehorent den leib an HvBurg
4953;
daz tail [die Partei] , daz er an gehoͤrt UrkCorp (WMU)
1540,7;
got der lîdet gerne smâcheit [...] dar umbe, daz die in in vride hân, die in meinent und in anegehœrent Eckh
5: 305,1.
–
‘verwandt sein’
allez ir geslechte, vater und muter und alle di si ane horten HlReg
35,11;
ain hailig jungeling da was, / [...] der horte nache Ihesum an, / wan er was siner muͦmen sun WernhMl
6234
MWB 1 248,5; Bearbeiter: Diehl
anehou
stM.
1
‘Amboss’
2
‘Holzeinschlagsrecht’ (in Urk. des Moselraums)
1
‘Amboss’
als dem stale ir geschee, / der mit sinem gezowe [Werkzeug] / uf dem anehowe / wrde gebouge Pilatus
1,8
2
‘Holzeinschlagsrecht’ (in Urk. des Moselraums):
die burg Smideburg mit den burgman [...] dem burgfrede, und dazu wazzere, weiden, anehow, viescherie UrkMosel
1:1318,4
(a. 1330).
1:260,1
(a. 1351).
1:108,6
(14. Jh.)
MWB 1 248,58; Bearbeiter: Diehl
ane houbeten
swV.
‘zum Hauptmann haben’
Joas, / ein vater der kinde / von Esri und der gesinde / herre unde houptman, / den das geslehte houbtet an RvEWchr
18207
MWB 1 249,1; Bearbeiter: Diehl
ane houwen
stV.
‘etw. angreifen’
zweihundirt knabin, / mit den er wolde habin / ein huis dâ zu Littouwin / mit sturme angehouwin NvJer
20767
MWB 1 249,5; Bearbeiter: Diehl
ane hûchen
swV.
‘anhauchen’
ain merhunt. daz ist ain grausam tier [...] und hûchet die läut gar veintleich an BdN
234,18.
– subst.:
er hât ain tôtpringendez anhûchen oder anplâsen auz seinem hals BdN
269,19.
264,1
MWB 1 249,8; Bearbeiter: Diehl
ane huohen
swV.
‘jmdn. verspotten’ (vgl. Anm.z.St.):
snürrinc [Narr] , din snerren bi den granen ist enwicht. / man huge in an! Frl
8:25,6
MWB 1 249,13; Bearbeiterin: Baumgarte
anehurt
stF.
‘Angriff’
der brûdre, dî dâ blibin / [...] dî mûsten ouch zu pflege hân / aldâ ir kanen bî in stân / durch der Prûzin anehurt, / swen iz hette sich geburt / daz sî nicht mochtin blibin sîn NvJer
3723
MWB 1 249,16; Bearbeiterin: Baumgarte
ane îlen
swV.
‘jmdn. angreifen, Hand an jmdn. legen’
wen sie mit senden ougen blint / waren, die sine zeichen san / und doch den heilant ilten an, / der nicht arges hete getan HeslApk
2888
MWB 1 249,21; Bearbeiterin: Baumgarte
aneinander
Adv.
→ einander
MWB 1 249,25; |