âbenttanz
stM.
‘Tanz am Abend’
sî sprach: ‘ich wil beginnen / und machen einen âbenttanz.’ HeidinIV
1643
MWB 1 46,4; Bearbeiter: Plate
âbenttenzel
stN.
‘Tanz am Abend’
wir treten aber ein hovetänzel [La. âbent tenczel Kd bei Haupt/Wießner zu 40,24
] nâch der gîgen Neidh
WL 4:3,12
MWB 1 46,7; Bearbeiter: Plate
âbenttisch
stM.
‘Abendessen’, hier für das Abendmahl Christi :
[Christus] der [...] an den grunen dunresdag / sin cleit ouch hine zu dune plag / nach dem abentdisse Elis
2923
MWB 1 46,10; Bearbeiter: Plate
âbenttranc
stM.
‘Umtrunk am Abend’
man truoc al umb und umbe dar / [...] guot trinken [...]. als sich ante [endete] der âbenttranc [...]
UvEtzWh
1806;
einis âbindis solde / der vogit [...] trinkin sînen âbinttranc, / darzû er hatte ouch durch danc / geladin des landis bestin NvJer
10899
MWB 1 46,14; Bearbeiter: Plate
âbenttrinken
stN.
klösterlicher Brauch an Fastentagen:
diz ist von dem âbenttrinkene. / alle tage, sô man vastet, sô sulen die brûdere collacione halden [...] an dem tage, sô collacio ze halden ist, sô sulen die brûdere nâch vespere vor complête zu trinkene zu collacien kumen unde sulen dâ gote gnâde sagende nemen daz trinken, daz man in dâ schenket StatDtOrd
43,27
MWB 1 46,20; Bearbeiter: Plate
âbenttückelîn
stN.
‘kleiner Betrug am Abend’
ich sach iuch ein âbenttückelîn begân; / ein tumber gouch, daz ist noch ungerochen MF:Reinm
64: 1,6
MWB 1 46,28; Bearbeiter: Plate
âbenttunkele
swF.
‘Abenddämmerung’
der [
tac
] ne wart nie morginliche intlvtit [l. entliuhtet ‘erleuchtet’] . noch mit abindetvnchelin virselwit PrWack
4,46
MWB 1 46,31; Bearbeiter: Plate
âbentvröude
stF.
‘Abendunterhaltung’
in abent vreude hute dich wol, / dar an man zuht erkennen sol, / so spottet man din des morgens niht, / daz doch nu vil lihte geschiht ErzIII
36,141
MWB 1 46,35; Bearbeiter: Plate
âbentwint
stM.
‘abends aufkommender Wind’
ez hêt ein âbentwint / ze Wâleis in die marke gefüeret vil der helde Kudr
493,2
MWB 1 46,39; Bearbeiter: Plate
âbentwirtschaft
stF.
‘Festmahl am Abend’
ein mensche machete eine âbentspîse, eine grôze âbentwirtschaft. swer des morgens wirtschaft machet, der ladet allerleie liute; aber ze der âbentwirtschaft ladet man grôze liute und liebe liute und gar heimlîche vriunde Eckh
1:342,2. 3;
vil maniger [...] / vuͦrsumen wil / des richen kuninges gave. / sin abentwirtscaft ist bereit, / swer sich da wil zuͦ vursten lazen machen Reinolt
2:3,6;
cena daz ist also vil gesprochen also ‘ein abunt wurtschaft’. nach dem abuntessende envolget keine wurtschaft me noch nút arbeitendes eigenlichen, sunder rasten Tauler
89,20.
– besonders das Abendmahl Christi und das Altarsakrament:
man begât hiute in der kristenheit den tac der âbentwirtschaft, die unser herre machete sînen jüngern, sînen heimlîchen vriunden, dô er in gap sînen heiligen lîchamen ze einer spîse Eckh
1:342,5.
1:343,15;
meister Eckart bewisit hi wi di inphaunge unsis herrin lichamen heize ein abintezzin, und wilich di knechte sin di zu der abintwirtschaft ladin Parad
3,10
MWB 1 46,42; Bearbeiter: Plate
âbentwolf
stM.
Übersetzung von lupi vespertini bzw. lupi vesperi:
di abentwolve Cranc
Hab 1,8.
So 3,3
MWB 1 47,1; Bearbeiter: Plate
âbentzît
stF.
‘Abendzeit’
ez was in der abunt zit Herb
14023;
an der abend zeyt HvNstAp
9702;
RvEWh
11023;
Cranc
Zach 10,1;
ouch sîget der tac sêre / gegen der âbentzîte Tr
2515;
diz triben sî von morgen / nâhe biz gên âbentzît Reinfr
25581.
– übertr. ‘Lebensabend’
in mîner âbentzît ich bin RvZw
180,1
MWB 1 47,3; Bearbeiter: Plate
abe nutzen
swV.
‘nießbrauchen, den Ertrag nutzen’
swanne daz vorgenante closter abgenutzet die vorgeschriebenen fünfzig phunt heller
2DWB
1:629,31
(Hs. Arch. Neuenstein)
MWB 1 47,10; Bearbeiter: Tao
abe|nuz
stM.
‘Nießbrauch, Nutznießung (eines Pfandes)’
süllen si [...] die burg, lüte vnd guot vnd gerichte [...] niessen vnd han für ir recht phant ze abe nvtze UrkEidgenG
5,1:479
(a. 1324);
vmb den vorgeschriben abnutze ebd.
5,1:479
(a. 1324).
– wie abniezendes phant
→
abe nieʒen
stV.
MWB 1 47,14; Bearbeiter: Tao
abephendec
Adj.
~ werden
‘durch Verpfändung entzogen werden’
der keiser enwolt nie gestaten, daz man kein lehen versatzte, durch daz daz [...] ez zu male den rechten erben icht enpfremdet [La. abephendig
] werde KlKsr
3,23;
~ gut
ebd.
3,10
(La.)
MWB 1 47,20; Bearbeiter: Tao
abe phlücken
swV.
‘ etw. abpflücken’
dirre [Prophet Amos] bedutet sich der abgezogene oder der abgephlickete [Namensetymologie nach lat. avulsus
]
Cranc
Vorr. Am 321,22
MWB 1 47,26; Bearbeiter: Tao
abe plundern
swV.
‘jmdm. etw. rauben’
sie hat mir ab geblundert / min freude, daz mich halt wundert, / wie ich sy so veraffet Minneb
2319
MWB 1 47,30; Bearbeiter: Tao
abe predigen
swV.
‘wegpredigen’
dar umbe enlâz dir dînen got niht abesprechen noch predigen Eckh
5: 264,6
MWB 1 47,33; Bearbeiter: Tao
abe prëssen
swV.
‘auspressen’, bildl.:
alle ire bosheit muze eynin ingang habin vor dich [vor Dein Angesicht gelangen] und presse sy [Sünder] ab, als du mich abgepressit hast [
vindemia eos, sicut vindemiasti me
] durch minir bosheit Cranc
Kl. Jer 1,22
MWB 1 47,36; Bearbeiter: Tao
aber
Adv., Konj.;
auch abo ( Will ), abe; frühmhd. überwiegend aver, ave (ausführlich zu Bedeutung und Gebrauch auch im Mhd. s. 2DWB 1,175-194).
1 Adv. 1.1
‘wieder, wiederum, noch einmal, von neuem’
1.2 häufig aber mit einem Verbum des Sagens, meist aber sprechen
‘wieder sprechen, antworten, entgegnen’
2 Konj. adversativ, restriktiv und kopulativ, kann an der Spitze, enklitisch am Satzanfang (Zweitstellung), im Innern oder am Ende eines Satzes oder Satzgliedes stehen (dazu s. AWB 1,706 und hier unter
2.1
). 2.1 adversativ ‘aber, jedoch, dagegen’ ; an der Satzspitze 2.2 restriktiv ‘aber, (je)doch, allein, nur’
2.3 kopulativ ‘und, auch, und auch; nun, nämlich; schließlich’
1
Adv.
1.1
‘wieder, wiederum, noch einmal, von neuem’
ích hábon mîne fûoze geduágan. scál íh sîe ábo beuuellan? Will
78,3;
Adam aver einen sun gewan Gen
661.
1344.
1361;
ob er [Jesus] von in [Juden] ersturbe, daz er aver lebentich wurde AvaLJ
136,7;
soldich immer schande han. / ich moz abir widir gan Roth
2088.
2304.
2543;
ähnl.
VAlex
950;
Herb
14369;
Tr
15112;
Parz
137,11
u.ö;
des muosen liehtiu ougen / aver nazzen MF:Wolfr
1: 1,6;
sus wart aber der grâl verlorn Parz
442,30.
–
daz ich zuo dem brunnen var / und gieze dar und aber dar Iw
7796;
die stat er ime dô nennen bat / aber und aber Tr
3831.
13544;
vrouwe Îsôt und aber Îsôt ebd.
10326.
11507;
mêre und aber mêre RvEBarl
5300.
11950;
nâher unde nâher baz und aber baz KLD:UvL
14: 3,8.
–
ez lâgen thûsint unt aver thûsint VAlex
939.
–
et (eht)/ot aber:
ich muoz eht aber [eben noch einmal] die nôt bestân, / als ich vil dicke hân getân Iw
2469;
von ir ansehen min lip erschrac, / daz ich et aber swigens pflac UvLFrd
125,6.
109,8.
130,1;
NibB
2106,3.
2131,2
1.2
häufig aber mit einem Verbum des Sagens, meist aber sprechen
‘wieder sprechen, antworten, entgegnen’
duo sprach ave got Gen
292.
1456;
ÄJud
133;
JPhys
8,23.
21,1
u.ö.;
PrOberalt
90,2.
91,3
u.ö.;
Iw
1819.
4022
u.ö.;
Tr
753.
2785
u.ö.
2
Konj. adversativ, restriktiv und kopulativ, kann an der Spitze, enklitisch am Satzanfang (Zweitstellung), im Innern oder am Ende eines Satzes oder Satzgliedes stehen (dazu s. AWB 1,706 und hier unter
2.1
).
2.1
adversativ ‘aber, jedoch, dagegen’; an der Satzspitze:
nu sínt ándere ęcclesię uóne mir disseminatę [...] ábe dîe êresten ęcclesiam dîu ze Ierusalem gepflánzot uuárt. dîe ne / móht íh da behában Will
12,5;
[die dem Teufel Verfallenen] werdent ir fianten gegeben ze gewalte. wante si habent uohin teil an in. aue der himiliske chunig mendit mit sinen engelen JPhys
15,15.
24,14;
Spec
99,32;
[zwei Engel] fuͦrten sin heiligiu sele in die ewigen genaden. auer sin heiliger lichnam wart mit grozen eren bestat Konr
7,45;
‘ [...] wizzet ir war dô sîn vart / wurde? des bewîset mich.’ / er sprach ‘vrouwe, nein ich, / [...]. / aber ûf ten wec den er dâ reit, / dar wîs ich iuch [...] ’ Iw
5862;
Lanc
8,1.
93,13;
Eckh
5:60,22.
– enklitisch am Satzanfang:
der wol worehte, der enphienge daz ewige lôn; der auer ubele wrchet, der wirt geworfen in den ewigen charchære Spec
133,21;
die ime [dem Antichrist] denne gevolgent, got si erbelgent; / die ave an dem geloube gestênt, vile wole der ding ergêt Gen
2875;
ir einer wart dâ erslagen: / dern mohte niht dâ von gesagen: / der aber den sige dâ gewan, / der was ein sô hövesch man, / er hete ungerne geseit / [...] von sîner manheit [...]
Iw
1039;
verstôze wir an eime trite [verfehlen wir den Weg zur Minnegrotte] , / wirn komen niemer mêre / ze guoter widerkêre. / swer aber sô sælic mac gesîn, / daz er zer wilde kumet hin în, / der selbe hât sîn arbeit / vil sæleclîchen an geleit Tr
17091.
– im Satzinnern:
lex dîu quît [...] dú quídes ábo in dînemo euangelio Will
7,6.
– Konditionalsätze mit Spitzenstellung des Verbs (häufig in Rechtstexten):
so diu den man gésíhet nákédan so flûhet siu ín. gesíhet siu in áber giuuâtoten so springét sí annen in ÄPhys
11,22;
ähnl.
JPhys
11,33;
envar ich nicht, so chuͤmet eu der hilig geist nicht. var aver ich, so sent ich iu den hiligen geist PrOberalt
97,24
Mühlh
97,1.
99,12.
101,4
u.ö.;
SpdtL
88,9.
123,9.
225,6;
öfter in der Verbindung ist/sî/wære aber (daz):
Spec
50,17.
132,4.
139,5;
Roth
1803;
Rol
152;
MF:Reinm
13:2,5.
27:4,1;
Tr
1002.
6099;
Wig
6049.
7239;
Mühlh
98,7.
99,22
u.ö.;
PrBerthKl
2,62;
Eckh
5:13,14.
5:111,15.
5:230,10.
– Anknüpfung eines Satz(glied)teils mit unde aber bzw. unde ... aber:
álse der háls dáz ézzan ín tréget. unte ábo dîe stímma ûz Will
58,9.
49,4;
[...] daz sîe dîna geséllen sîn. unte sínt ábo dîna uîende ebd.
13,11
2.2
restriktiv ‘aber, (je)doch, allein, nur’
disiu dinch uernement geistliche lîute wole. die aue ungeloubich sint. die nemugin iz uernemen JPhys
17,31;
vil salich bistu, Thomas, wande du mich gesehen hast. / ave di sint vil saliger die mich geloubent unde mich niene gesahen AvaLJ
184,5;
‘himel und erde vervarnt’, spricht unser herre, ‘aver mineu wort die vervarnt nicht.’ PrOberalt
12,5;
der iu mære bringet, daz bin ich. / [...] ich wil aber miete Walth
56,18;
Tr
5235;
Eckh
5:253,6
2.3
kopulativ ‘und, auch, und auch; nun, nämlich; schließlich’
dîe sûle da der dísk ûffe lág. dîe uuâron sílberin. ábo dîu líneberga. dîu uuas gúldin Will
52,3.
65,5;
uuîn trûbo uóne Cypro. in den uuîngarton Engaddí. in Cypro. da sint édele rébon [...] Engaddí ist áber êin stát. da der uuássent arbusculę ebd.
21,4;
die sich flizzent daz si die guten rede [...] ze sammen lesent, daz aver ander die minner gelert sint da von gebezzert werden PrOberalt
9,3.
37,14.
109,10;
dâ stât ein capelle bî: / diu ist schœne und aber cleine Iw
567;
dô gôz si daz wazzer nâch, / sanfte, und aber mêre Parz
576,17;
der [Marke] hæte dô ze sîner hant / Curnewal und Engelant. / Curnwal was aber sîn erbe dô Tr
427;
die dâ wâren / von sinnen oder von jâren / oder aber von in beiden / betrehtic unde bescheiden ebd.
5749
u.ö.;
wol im, der denket, waz er was / und ist und aber schiere wirt! SM:UvS
35: 2,2;
noch ist aber ein anderz, daz den menschen trœsten sol Eckh
5: 17,1.
5:16,14.
5:26,16
u.ö.
MWB 1 47,42; Bearbeiter: Gärtner
âber
Adj.
‘warm, milde’
der vierde heizit waltwint oder aberer wint, zephirus, von occidente MNat
10,3.
– Vgl. 2DWB 3,126 s.v. aper
MWB 1 49,24; Bearbeiter: Tao
æber
stN. (?)
zu âber Adj.
‘schneefreie Stelle’
ez wære æber oder snê, / dem wilde tet sîn schiezen wê Parz
120,5
MWB 1 49,27; Bearbeiter: Tao
abe raffen
swV.
→ abe ereffen
MWB 1 49,30;
aber|âhte, über|æhte
stF.
vberæchte SpdtL(E)
Ldr 261
(vgl. auch
übere [obere] âchte SSp(W)
3:34,3 )
geht auf umdeutende Übertragung von mnd. overachte
(
SSp(E)
Ldr 3:34,3 )
ins Hd. zurück, da nd. over sowohl aber als auch über oder ober heißen kann (vgl. DRW 1,46 und 2DWB 1,195).
–
‘abermalige, verschärfte Acht’
wir setzen avch vnd gebiten, swer mit rehte in die abraht chvmet, so sol vnser hofscriber an vnser ahtpuch screiben, vmb wel sache oder wor vmbe er in die abraht chomem si UrkCorp
3110,47;
der in wider bræht / in des tiuvels aberæht Helbl
8,1012;
in secundam proscriptionem in averacht UrkStVerf
206
(a. 1221 kopial);
alle achten und aberachten DRW
1,48
(Österr. unter Rudolf IV.; a. 1346)
MWB 1 49,31; Bearbeiter: Tao
aber|æhter
stM.
‘derjenige, der mit der aberâhte belegt ist’
sulen in alle hiezu behulfen sin, die sie darzu heizzent und vorderent, daz im da hingericht werd als hinz rehten aberahtern DRW
1,49
(Würdtwein, NovaSubs. 4, 268; a. 1332)
MWB 1 49,46; Bearbeiter: Tao |