alanc
Adj., Adv.
auch alinc.
1 Adj. ‘ganz, unversehrt’
2 Adv. ‘ganz und gar’
1
Adj. ‘ganz, unversehrt’
integer: alenger vel ganzer SummHeinr
2:342,01.34;
daz sunnen liet schinet durg mittlen [mitten durch] daz glas, / iz is alinc unde luter sint, als iz e des was. / durg daz alinge glas geit iz in daz hus, / daz vinesternisse verdrivet iz dar uz. / du [Maria] bis daz alinge glas, da der durg quam / daz liet, daz vinesternisse der werlde benam MarldA
19
2
Adv. ‘ganz und gar’
iedoch nesculen wir nit alanc ze sicher sin, daz wir durc sine barmherze unser sunde iht ze harte meren Spec
146,4;
hie verbiderbet sich der lib [...]. / des gescihit [...] alanch da nieht, / da ewicliche scinit daz unzegancliche lieht Himmelr
2,31.
4,1.
7,1.
9,2.
MWB 1 143,42; Bearbeiter: Tao
1alant
stM.
‘Alant’ (vgl.
alêne
):
alandes libre iii Ipocr
286;
enula, di heiset alant zu dute Macer
20,1;
der alant gesoten subert di wip an ir suche ebd.
20,3;
des alandez bleter ebd.
20,7
MWB 1 143,56; Bearbeiter: Tao
2alant
Subst.
ahd. alunt.
‘Aland’, ein Fisch:
capito vel capedo: alant vel munua SummHeinr
1:156,592;
capedo species piscis id est alant ebd.
2:222,220
MWB 1 143,60; Bearbeiter: Tao
alantwurz
stF.
‘Alantwurzel’
swem diu huste we tu, der nem guten win in ein vaz [...] und lege dar in alantwurz und laz ez uber naht sten und trinch ez morgens vastend BenRez
36
MWB 1 144,1; Bearbeiter: Tao
alare
stM.
auch ælære.
‘schwarzer Holunder’ (sambucus nigra, vgl. Pfeiffers Glossar und Marzell 4, 67-69):
swem der bouch geblæt ist unde der die wazersuht hât, der nem alare Barth
153,2;
dû solt den alare sieden in einem ezich ebd.
138,29.
138,27;
ælære
ebd.
136,35.
138,24
MWB 1 144,5; Bearbeiter: Tao
â|laster
stN.
‘Makel, Fehler, Schwäche, Sünde’
iust aber allen wol erkant, / daz nieman alse sælic ist, / der al der werlde und alle vrist / sô wol ze willen müge geleben, / im enwerde âlaster gegeben Tr
15488;
septem vitia principalia, / siben alaster sprichet daz SiebenTodsündenI
362;
swel mentsch únsern herren unwirdeklich enphahet in sin hertze, daz vol ist alasters und untugend, daz wirt me gekrenket denn gesterket, und ladet dester me súnd uff sich selben PrGeorg
84,5
MWB 1 144,11; Bearbeiter: Tao
albære
Adj.
→ alwære
MWB 1 144,21;
albchen
stN.
→ albel
MWB 1 144,22;
1albe
swstF.
1
‘hoher Berg’
2
‘Gebirgsweide, Alm’
3
‘die Alpen’ (Eigennamencharakter nicht immer deutlich, vgl. auch 1 )
1
‘hoher Berg’
do chert der helt iunge / uf aine hohe der alben Rol
3341;
zer wilden albe klûsen / die alten sâzen sunder wer Parz
190,22;
daz rîche ist vesteclîche / mit vesten wilden alben / beslozzen allenthalben RvEAlex
16807.
16960.
18011;
RvEWchr
2045;
auf ainr hôhen alben in Kärnden BdN
113,2.
– zusammen mit berc, plân, velt, wilde verwendet:
in dem plân und ûf den hôhen alben MF:Reinm
68: 2,3;
si kamen mit werlichin siten / gedrungen allenthalben / uz der wilde und von den alben, / da si virborgen waren RvEWchr
23430;
ûf velde und in alben EnikWchr
23374;
Hiob
13720;
Teichn
682,73.
– in Vergleichen:
wer mohte gecelin al die menige, / die Cêsari îltin ingeginne / van ôstrit allinthalbin, / alsi der snê vellit ûffin alvin [...]! Anno
26,4;
und wart iu dehein sne bechant, / als er von den alben gat, / noch dicher vielen an der stat / die leute tot dar nidere Dietr
9396;
vil starker schlege ward geton / uff lichten helm on allen won. / [...] / der schnew viel nie von alben / so vast als da die ringe GTroj
1202.
8004.
16009.
– als Bestandteil von Personennamen:
her Dvͤrinch von der Alben UrkCorp (WMU)
747,30;
her Fridereich von der Alben ebd.
1006,27
u.ö.
2
‘Gebirgsweide, Alm’
der junge zü der alben gie / da er sins maisters viche lie / öne hütt hett verlön GTroj
2187;
daz ich deu guͦt [...] ze lehen han [...]: [...] den walt in der Dorenne vnd die alben, dev gericht in der Abtenowͤ vnd die vogtay UrkCorp (WMU)
3217,25;
der toͤt doch einen fremden man / an einer alben umb sein hab Teichn
293,13;
über alle wurz der alben / du heilest menschen sünde wunt Mügeln
151,11
3
‘die Alpen’ (Eigennamencharakter nicht immer deutlich, vgl. auch 1):
alpes: albun proprie montes Gallię sunt, quia gallorum lingua ‘alpes’ montes alti vocantur SummHeinr
1:227,370;
gegen Basel fuor der herre [vom Niederrhein her] . / über Albe cherte er do. / seiner chünfte waren die Walhen vro Serv
1075;
von der Tuͦnoͮwe, als si gat / und ir fluz da den namen hat, / untz an die hohsten Albe hin / ist, als ich bewiset bin, / dú obir Germanie gelegin RvEWchr
2222;
von dem guoten, wolgemuoten fragent si vil dicke bi dem Rine, / allenthalben uf den Alben lopt man in wol und die sine Tannh
1,66.
13,73
MWB 1 144,23; Bearbeiter: Tao
2albe
stswF.
aus lat. alba.
‘Albe, weißes liturgisches Gewand’
swenne wir unsich garwen in albe, so begên wir hôczit Spec
69,13;
waz betútet die alba? der meister sprach: Jeronimus heizzet die alben ephot. die alben, der si plagen in der alten e, die warent gewurkt uzer hare. [...]. vnser alben sint luter vnde sleht Lucid
87,6;
dú albe [des Priesters in der Messe] bezaichet daz luter hertze und daz rain leben daz únser hêrr uff ertrich hatte PrGeorg
8,31;
LvRegFr
3895;
KLD:Kzl
3:1,3.
– auch ‘weißes Gewand’
und die zu noten mir gesten, / die suln in alben mit mir gen, / wen sie sint iz wol wert [Apc 3,4]
HeslApk
4634;
tu wol und entpfach / disen gruz und der alben cleit ebd.
5127;
zwen engel in zwain albun / da sach si sitzen wol beklait SHort
9774
MWB 1 145,5; Bearbeiter: Tao
albeg
Adv.
→ allewëc
MWB 1 145,21;
albel
swSubst. ,
albchen
stN. ,
albling
stM.
aus lat. albulus.
‘kleiner Weißfisch’
3000 albellen, der je das hundert 1 ß wert sin sol UrbHabsb
1:284,6;
da lit oͧch ein muͥli; duͥ giltet jerlich ze zinse 1000 albellen, die 10 ß gelten suͥllent ebd.
1:284,9;
ælbelen ebd.
2,1:395,3;
albellan ebd.
2,1:406,8;
albchen
ebd.
2,1:68,8
u.ö.;
albling
ebd.
2,1:395,4.
– Sprichwort (vgl. TPMA 3,264):
ein smerl [La. albel
] ist bezzer ûf dem tisch / dan in dem wâge ein grôzer visch Freid
146,13
MWB 1 145,22; Bearbeiter: Tao
alber
stswM.
‘Pappel’ (vgl. Marzell 3, 969):
populus: alber SummHeinr
2:45,233
u.ö.
– in einer Ortsbezeichnung:
daz geshach ze Chestlan vnterme alber pei den wege UrkCorp (WMU)
N586,24.
– als Bestandteil des Ortsnamen Weißenalbern/Niederösterreich:
der hof leit daz dem Weissen Alberen UrkCorp (WMU)
2956,12.
2956,19
MWB 1 145,32; Bearbeiter: Tao
alberboum
stM.
‘Pappel’
von dem alberpaum. populus haizt ain alberpaum oder ain popelpaum und ist zwair lai, wan ainer lai ist weiz und der ander lai ist swarz BdN
339,26.
353,33
MWB 1 145,39; Bearbeiter: Tao
alberîn
Adj.
‘von Pappeln’
er nam alberîna staba, sneid in die rinte iewâ abe Gen
1400;
do wart / mit listen wunderlichir art / mit alberinen ruͦtin / von Jacobe dem guͦtin / das vihe virlistet gar RvEWchr
6390;
PrSchw_(St)
2,201
MWB 1 145,43; Bearbeiter: Tao
albern|ach
stN.
Kollektivbildung zu alber.
‘Pappelgehölz’
ander boume und albernach / und eine linden er dâ sach: / durh den schate kêrt er dar Wh
49,7
MWB 1 145,48; Bearbeiter: Tao
al|besunderlingen
Adv.
‘im einzelnen, ganz genau’
daz herz [ = her (Minos, Richter in der Unterwelt) ez
] mit lôze bevant / mit listechlîchen dingen / al besunderlingen / die wîze von der helle En
3546
MWB 1 145,52; Bearbeiter: Tao
albkæse
stM.
‘Almkäse’
Pymerche gilt iaerichleich 4 chaes alpchaes [Übers. von cas. 4 alpynos
] , der iesleicher 10 schill. wert sol sein UrbSonnenb
63.
66.
71.
75
MWB 1 145,56; Bearbeiter: Tao
albling
stSubst.
→ albel
MWB 1 145,60;
al|bûwes
Adv.
‘mit Sack und Pack’
dî ouch mit irn geslechtin, / wîbin unde kindin, / und allin irn gesindin / albûwis quâmen in den jârn / von dûtschin landin gevarn NvJer
5583
MWB 1 145,61; Bearbeiter: Tao
älch
stM.
→
ëlch
MWB 1 146,1;
alches
stM. oder stN.
→
ëlch
stM.
MWB 1 146,2;
alchimîe
swF.
‘Alchimie’
von der alchimîen vil / sie haben guotes unde rîcheit, / von der astronomîen wîsheit UvEtzAlex
Anh. 908.
– mit lat. Flexion:
wie das öl sich twingen lat uß steine: / alchimiam ich meine, / in der ich Geber [ angebl. Verfasser eines alchimist. Sammelwerks] herschen fant Mügeln
288,11.
– personif.:
MügelnKranz
568a.
569
MWB 1 146,3; Bearbeiter: Tao
alchimiste
swM.
st.
BdN
477,4.
‘Alchimist’
hy alchymisten sint genant, / [...] / dy mit kunst diz ertz verandern / und eyns in dis ander wandern / twingen mit behender kunst. / dor zu gehoret swevels brunst. / uz blyge sy silber machen, / uz kuppher sy golt besachen Hiob
10612;
wir vinden judisten und alchimisten / und anderre künste vil bœse kristen Renner
16581;
alsô verderbt ez [Quecksilber] mangen goltsmit und mangen gesmeidkünstler, die alchimiste haizent BdN
477,4;
sein weis archemysten / die machten im mit listen / ein hubsches gleseins vas, / das vest und durich sichtig was Seifrit
6503
MWB 1 146,11; Bearbeiter: Tao
alde
Konj.
auch alder,
alt,
SM:Had
2:7,5;
old
BrEng
62.
‘oder; andernfalls, sonst’, Wörter oder Wortgruppen verknüpfend:
nim des wegerichis wrcun. vnde lubestechen [...] vnde trvcchinez allez an der sunnun. older in eineme ofene Ipocr
198;
er muͤste geben / ere, guͦt alder leben RvEWh
1332;
swâ man tanzet alder springet, / da ist er vor in allen SM:Go
2: 5,7.
– in durch ob eingeleiteten Sätzen:
menschlich vernunft gar sunder vâr prîs ich, sît sî erkennen kan / mit sinnen, ob ein rede sî / gezæme und vollekomen, / und ob si sî valsch alder wâr KLD:Kzl
16: 10,5;
so mugt ir schiere hân vernomen, / ob iuwer bitten ald iuwer flêhen / iu iemer sol ze trôste komen SM:Tr
6: 4,6.
– Sätze verknüpfend:
lebet Brangæne ald ist si tôt? Tr
12917;
swaz ich singe ald swaz ich sage, / sône wil si doch niht troesten mich vil senden man MF:Mor
24: 3,1;
frouwe minne, gip mir dînen rât, / alde ich lebe in sendem pîne KLD:GvN
21: 2,8.
– einen einschränkenden Satz (im Konjunktiv mit denne) einleitend:
ob deheine dem andern ein hoͮbetlug [schwere Lüge, Verleumdung] vfleit, im ze swekenne sine ere, der sol dem beszern ein phunt vnd den burgern ein phunt, ald er mv̓ge denne einen andern gestellen an sin stat, der den lug gestiftet hat UrkCorp
26A,42.
33A,35.
– in Verbindung mit weder (eintweder, deweder):
weder ez dô nôt ald übermuot / geschüefe, des enweiz ich niht Tr
342;
so enbin ich niht sô træge / ichn getorst wol wâgen den lîp / êntweder umb êre ald umbe wîp UvZLanz
546;
hân ich deheinen holden trût, / deweder mâc alde man, / dem lôn ich sô ich beste kan, / ob er den helt bringet her ebd.
2287
MWB 1 146,24; Bearbeiter: Tao |