âne stân
V.
→ âne 1.3.2, → stân
MWB 1 286,26;
ane starn, ane starren, ane stern
swV.
die stammverschiedenen Verben werden gleich gebraucht.
‘eindringlich betrachten’
als man die sinn algare / upziut, dat man got ane stare MarlbRh
114,36;
SAlex
361;
VAlex
308;
HeslApk
7101.
–
dâ er mit weselîcher wîsheit an starret ân underscheit gotes alle vollekomenheit Eckh (Pf)
644,33.
–
wie siu den lutren klaren spiegel der blozen gotheit an sterent Seuse
242,18
MWB 1 286,27; Bearbeiterin: Baumgarte
anestarre
stF.
das Ansehen mit starrem Blick:
wart wol der lust sîner anstarre etwaz geminret; niht diu anstar, mer: der lust sîner anstarre Eckh (Pf)
644,37
MWB 1 286,36; Bearbeiterin: Baumgarte
ane starren
swV.
→ anestarn
MWB 1 286,40;
ane staten
swV.
Bed. unklar, variiert in den Hss. mit ane getastet:
ouch geschicht dicke, daz die ding benummen werdent oder angestattet [fortgebracht (?)] werdent, es si daz gemach, der frúnt oder daz guͦt oder die troͤstlichen ding, daz man Got dicke let gon Tauler
77,17
MWB 1 286,41; Bearbeiterin: Baumgarte
ane stecken
swV.
1
‘etw. anstecken’
2
‘in Brand setzen’
1
‘etw. anstecken’
dú sehte [
6. Jungfrau] stakte ir ain guldin vingerlin an PrGeorg
44,22
2
‘in Brand setzen’
Nerô [...] liz Rôme an vir enden anstecken zu burnende HvFritzlHl
148,7
MWB 1 286,47; Bearbeiterin: Baumgarte
ane stellen
swV.
1
‘entgegen wirken’
2
clage ~
‘Klage erheben’
1
‘entgegen wirken’
die pfaffen / die [...] groz unvuge stellen / mit unzellicher mane / des vordamnisses ane HeslApk
13618
2
clage ~
‘Klage erheben’
sint [weil] die clage slechtlich angestellet ist RbMagdeb
403,48.
343,38
MWB 1 286,52; Bearbeiterin: Baumgarte
ane stërben
stV.
‘durch Todesfall in jmds. Besitz kommen’ (mit Akk.d.P.):
Lignitz hiez sîn lant, / ê in Brezlâ an starp Ottok
69604;
[er klagte ein] daz der selbe hof [...] in von des vorgenanten Hainrich Hubners tode angestorben were, [...] wann der selbe Hainrich an erben vervaren were UrkHohenz
3,37
(a. 1337);
Lanc
63,16
MWB 1 286,57; Bearbeiterin: Baumgarte
ane stern
swV.
→ anestarn
MWB 1 287,1;
ane stinken
stV.
‘gegen jmdn. (guten wie schlechten) Duft verströmen’ (mit Akk.d.P.):
die súnden stinkent mich an us von dem abgrúnde des ertriches untz in den himmel Mechth
7: 10,3;
der arge stincchet die werlt an, / sam daz nie guten smach gewan Warnung
2843;
alsô er in chuste vile suozze in an stanch daz geruste [hier: die hergerichtete, präparierte Kleidung]
Gen
1164
MWB 1 287,2; Bearbeiterin: Baumgarte
anestôʒ
stM.
1
‘Angriff’
2
‘Anfechtung’ , das Bedrängtwerden von Versuchungen, Schwächen, inneren wie äußeren Leiden
1
‘Angriff’
daz sî dâ sulchir geste / vîentlîchen anestôz / nicht mochtin âne schadin grôz / vurbaz ubirhertin NvJer
12159
2
‘Anfechtung’, das Bedrängtwerden von Versuchungen, Schwächen, inneren wie äußeren Leiden:
dvr der anstoze dorne BrZw
13;
wan ie denne diu anvehtunge grœzer ist und der anstôz der untugent sterker ist Eckh
5: 271,10
u.ö.;
aber also die gruwelichen anstoͤsse kumment, so enwissent sú nút womitte sú umbgegangen hant Tauler
86,24
u.ö.
MWB 1 287,10; Bearbeiterin: Baumgarte
anestôʒære
stM.
‘Anrainer, Nachbar’
decheiner unser lanthere oder unser anestozzer UrkCorp (WMU)
369,13;
keiner unser anstoßer an unser marg DRW
1,743
(Eberbach);
von [...] den anstoßeren und anmirkeren, die an die vorgenante marke des hoves stoßen UrkMoselQ
192,3
(a. 1344)
MWB 1 287,20; Bearbeiterin: Baumgarte
ane stôʒen
stV.
1 tr. 1.1
‘etw. gegen etw. stoßen’ (mit Akk.d.S. und Präp.-Obj.) 1.2
‘jmdn. bedrängen, angreifen’ (mit Akk.d.P.) 1.3 phras. 1.3.1 etw. (ein Schiff)
‘ein Schiff anstoßen, um es in Bewegung zu setzen’
1.3.2 etw. (Feuer)
‘Feuer anzünden, entfachen’
1.3.3 Bed. unklar: etw. mit etw. , ‘füllen’ (?) 2 intr. 2.1
‘angrenzen, an einander stoßen’
2.2
‘anstoßen’ , hier: ‘anlegen’
2.3 phras. (?) ‘anklopfen’
1
tr.
1.1
‘etw. gegen etw. stoßen’ (mit Akk.d.S. und Präp.-Obj.):
daz dv leiht niht anstözzest / zv dem steine dinen fvz [
ne forte offendas ad lapidem pedem tuum Lc 4,11]
EvAug
134,2
1.2
‘jmdn. bedrängen, angreifen’ (mit Akk.d.P.):
swaz dich bechorvnge [Versuchungen] an stoze, den wider stant PrBerthKl
7,65;
zuͦhant also sú [Akk. Pl.] die gebresten anstossent Tauler
24,12
1.3
phras.:
1.3.1
etw. (ein Schiff) ~
‘ein Schiff anstoßen, um es in Bewegung zu setzen’
sô wart daz schif gestôzen an. / alsus sô vuoren si von dan Tr
1583
u.ö.;
diu shif sie an stiezen, / [...] sie enbeiten nit irs herren Rennew
192;
StrAmis
1831.
2323;
Ottok
13564.
– mit Ersparung des Obj. ‘in See stechen’
si gebuten ir ruoderæren, / daz si bereite wæren, / und zugen si selbe ir anker în, / [...] si stiezen an und vuoren dan Tr
2309;
[sie] mit im rittent / [...] unz an das mer. do stiez er an RvEWh
15051.
– hierher auch intr.:
die kiele stiezen aber an / und vuoren vrôlîche dan Tr
11875;
(vgl. aber ebd. 15569 intr. ane gestôʒen in der Bed. ‘anlegen’ [s.u. 2.2])
1.3.2
etw. (Feuer) ~
‘Feuer anzünden, entfachen’
das sie Claudas solten bestan in sym sale und solten fuer anstoßen und yn verbrennen darinn Lanc
63,31.
76,19;
dô kam diu rehte minne, / diu wâre viurærinne / und stiez ir seneviuwer an Tr
931;
Ottok
18220;
Hiob
8254;
Macc
5819.
– übertr.: ‘jmdn. entzünden’
och sint von sinen flammen / baidú frowen und man / windes halb gestossen an / und brunnent SHort
4862
1.3.3
Bed. unklar: etw. mit etw. ~ , ‘füllen’ (?):
der hefenlîn [kleinen Gefäße] er dheinez liez, / mit durrem kalc er ez an stiez Ottok
4458
2
intr.
2.1
‘angrenzen, an einander stoßen’
da sint gelegen nahe bi / montes Iperborei. / da stozet allir nehist an / Albania RvEWchr
2072.
– auch refl.:
daz di sele si ein ecke, da sich ane stozit zit und ewikeit Parad
25,8
2.2
‘anstoßen’, hier: ‘anlegen’
und als daz schif an gestiez, / Îsôt gebôt unde hiez, / [...] daz man in [den wallære
] durch got bæte, / daz er si trüege hin abe Tr
15569
2.3
phras. (?) ‘anklopfen’
si stiezen vaste an [klopften an] / und hiezen sich in lân Ottok
54481
MWB 1 287,27; Bearbeiterin: Baumgarte
ane stræjen
swV.
‘schäumen’ (?):
welch ros sich an strehet, zo nym daz gederme us eyme hunde unde slach im daz in den munt: zo vorstet is im czu hant Albrant
3,37
MWB 1 288,7; Bearbeiter: Diehl
ane strengen
swV.
‘jmdn. rechtl. belangen’ (in Züricher Urk.):
vnd loben fúr mich vnd min nachomen, dc ich die vorgenanden menschen vnd ir nachkomen niemer angestrenge vor gericht UrkCorp (WMU)
1644,36;
do swuͦr si [...] vnd Wezel ir sun, das si den apt vnd den conuent von Wettingen vmb das vorgenande guͦt niemer angestrangtin ald bekumbertin ebd.
1903,5
MWB 1 288,11; Bearbeiter: Diehl
anestrich
stM.
‘Substanz, mit der etw. bestrichen wird’ (hier: Blut statt Harz):
hœrt ir die dœne, Hagene, die dort Volkêr / videlt mit den Hiunen, [...] / ez ist ein rôter anstrich, den er zem videlbogen hât NibB
2004,4
MWB 1 288,19; Bearbeiter: Diehl
anestrîchærinne
stF.
‘eine Frau, die sich zu stark schminkt’
da main ich an streicherinn / dw sich schoner machen wellen / denn si got selber chan gestellen Teichn
292,4
MWB 1 288,24; Bearbeiter: Diehl
ane strîchen
stV.
1
‘etw. (Kleidung) anziehen, überstreifen’
2
‘etw. auftragen’
2.1 Salbe 2.2 Schminke (übergehend zu negativem ‘sich herausputzen’ )
1
‘etw. (Kleidung) anziehen, überstreifen’
zwô scharlaches hosen streich er an / mit grôzem vlîze an diu bein Wig
4088;
dô strichen si ir kleider an, / diu besten, diu si brâhten dar EnikWchr
6710;
sînen bart het er geschorn / und niwe kleider an gestrichen Ottok
10056.
75279;
Krone
23175;
Mai
73,12
2
‘etw. auftragen’
2.1
Salbe:
beta mit alunnen gestossen unde an gestrichen vertribet daz helige vuͦr Macer
91,3.
29,5
u.ö.;
niuwan dâ er die nôt lite, / dâ hiez sî sî [die Salbe] strîchen an: / sô entwiche diu suht dan Iw
3445.
3449.
–
do der gotes holde / den kunic [...] / getoufte [...] / und wolde im nach gewonheit / des oleies heilikeit / anstrichen Pass III
95,19
2.2
Schminke (übergehend zu negativem ‘sich herausputzen’):
liutsælic was sie selpvar, / doch bezzert sie hals unde kel: kecsilber, gaffer, weizmel / mit altem smerwe streich sie an Helbl
1,1148;
waz diser poshait ist, / anstreichen und chind vermachen, / daz geschiecht [...] / von dez alten weibs rat Teichn
294,23.
– übertr.:
ich weiz niht varbe mê, / diu vrowen alsô schôn an stê / alsô güete: swelch vrowe di an / strîchet, diu ist gar wolgetân UvLFrd
564,16
MWB 1 288,28; Bearbeiter: Diehl
ane stricken
swV.
‘etw. an jmdm. befestigen’
Marke nam dô Tristanden / sînen neven ze handen, / swert unde sporn strict er im an Tr
5021;
GTroj
21428.
– übertr. ‘jmdm. etw. anhängen’
wer nu [...] / unser frawen daz an striket / daz si mit sünden sey geschiket Teichn
464,309
MWB 1 288,52; Bearbeiter: Diehl
ane strîten
stV.
mit Dat.d.P. (v.a. bei ane gestrîten) oder Akk.d.P.
1
‘gegen jmdn. ankämpfen’
2
‘jmdm. etw. streitig machen’
3 subst. ‘Angriff’
1
‘gegen jmdn. ankämpfen’
unz mir daz alter ane gestreit: / daz hât mir gar die kraft benomen Er
605;
doch het er ein swære, / diu sinen sorgen an gestreit StrKD
123,33;
hie mit der slâf im an gestreit. / in dirre nôt entslief er Wig
6860;
er [...] streit der heiden ungelouben an KvWPant
36;
reinikeit, / dâ mite der geist ie an gestreit / vleischlîcher gir, als sunne tuot dem touwe RvZw
35,11;
RvEWchr
16749.
17297.
21649.
–
[es] begunde in dô an strîten [anfechten] / zuo den andern sîten / daz im gar unmære / älliu diu êre wære Iw
1731;
dô er mich sô vil an gestreit [in mich drang] / verholn ichz im dô sagte Parz
498,4.
– mit Gen.d.S.:
sol mîn ritter sîn ein koufman, / des mich mîn swester vil an streit Parz
396,7
2
‘jmdm. etw. streitig machen’
[von den Griechen] wart mit ritterlichen siten / Troiære der sig an gestriten KvWTroj
40500
3
subst. ‘Angriff’
darumme saltû zu allin zîten / kein des tûvils anstrîten [Versuchung] / gereit sîn NvJer
3233
MWB 1 288,58; Bearbeiter: Diehl
ane stroufen
swV.
‘überstreifen’
obe ich einen dore [Narren] fynde, / das ich yme daz umb den hals bynde, / [...] / und yme eine bose woche an streuffe Pilgerf
7229
MWB 1 289,15; Bearbeiter: Diehl
ane stunt
Adv.
→ stunde
MWB 1 289,19;
ane stürmen
swV.
‘jmdn./etw. angreifen, überfallen’
als an drin teilen die / stat wolden ansturmen sie Kreuzf
2856;
von dem ansturmen der stat und der burc Elbinge NvJer
7806,Überschrift;
RvEWchr
16250
MWB 1 289,20; Bearbeiter: Diehl
ane stürzen
swV.
‘jmdm. etw. überziehen’
dem fuͤrsten angestuͤrtzet / was daz riche gewant WhvÖst
12840
MWB 1 289,25; Bearbeiter: Diehl
anesûne
stN.
→
anesiune
MWB 1 289,28; |