anevüerærinne
stF.
‘Anleiterin’
zweyedracht und versmehonge, / [...] / des bin ich frauwe und anfuererynne, / heubtfrauwe und meisterynne Pilgerf
7495
MWB 1 303,11; Bearbeiter: Diehl
ane vüeren
swV.
1
‘etw. (Kleidung, Waffen, Schmuck) anhaben, tragen’
2
‘jmdn. anführen’
1
‘etw. (Kleidung, Waffen, Schmuck) anhaben, tragen’
man sach ín zuͦ den zítín / eínín halsberch ane vuorrín / mít ríemín und mít snuͦrín Athis
B 49;
ir ors, ir phert, ir cleidir / und swaz sie zierdin vuortin ane ebd.
C* 115;
er vurte einen wapenroc an Herb
12946;
sîne fuorte niht wan knoden an Parz
257,14;
diu maget vuorte ze kleide / ein scharlaches kappen an Wig
1737;
er fuorte von samîte / liehtiu wâpencleider an KvWTurn
360.
– mit Ersparung des Obj.:
so hiet ich einn verzagten muot, / solt ich an füern [eine Rüstung] und ir niht EnikWchr
28339
2
‘jmdn. anführen’
das sie der best ritter ane furte den die cristenheit hatt Lanc
252,28
MWB 1 303,15; Bearbeiter: Diehl
ane vüllen
swV.
Bed. unklar, ‘anfüllen’ im Sinn von ‘bedecken’ - oder mit Haupt, ZfdA 15 (1872), 247 ane vûlen
‘verunstalten’ zu lesen:
ir füllet iuch mit willen an, / iuwer dhaine ist so wol getan / si leg an sich all solche clait, / die iuch ze tragen solten lait / sin und die iuch missestant. / den lip ir alle unschone hant / daz git uns hohes muotes nicht UvLFrb
223
MWB 1 303,29; Bearbeiter: Diehl
ane wahsen
stV.
1 nur Part. Prät. ‘jmdm. angewachsen sein’
2
‘entstehen, sich entwickeln’
1
nur Part. Prät. ‘jmdm. angewachsen sein’
inn der [dem Juden abgezogenen] hute ging der ritter lobesan / in allen den geberden, / als were sie [die Haut] im gewachssen an SalMor
163,5
2
‘entstehen, sich entwickeln’
mit gemeine der Sachsen / sol zu Tzwickow ein spiegel hîr an wachsen StRZwick
6
MWB 1 303,37; Bearbeiter: Schnell
ane wæjen
swV.
1 mit Akk.d.P. ‘jmdn. anwehen’
2 mit Akk.d.P. und Akk.d.S. ‘jmdm. etw. zuwehen lassen’
1
mit Akk.d.P. ‘jmdn. anwehen’
lâ mich den wint an wæjen / der kumt von mînes herzen kuneginne KLD:HvA
2:1,1;
do der geist [Gottes] in [Johannes] dort an wete HeslApk
1632;
so der wind der gedultsami úns an waͤget PrGeorg
34,24
2
mit Akk.d.P. und Akk.d.S. ‘jmdm. etw. zuwehen lassen’
die tiuvel dâ mite [mit Blasebälgen] blæten, / daz fiuwer sî in [Tundalus] an wæten Tund
1322;
alle die uͤbeln wint die uns der tifel an wæt PrOberalt
44,30
MWB 1 303,44; Bearbeiter: Schnell
anewalt
stSubst.
‘Macht, Gewalt’ (mit Gen.-Attr.):
ouch Cristes gehorsam halt / und der getrwen anewalt / uns bezeiget ein ritter vrut [König David]
TvKulm
2418;
dez menschen bild [ist] beclecket, / gar vorschaffen und vorstalt / von der sunden anewalt ebd.
684;
di armen di hi muzen / liden betrubnis manicvalt / von der bosen anewalt Hiob
1846;
oder ist der Teufel als Sachwalter (vgl. anewalte) der Sünde bzw. der bösen Menschen gemeint?
MWB 1 303,54; Bearbeiter: Schnell
anewalte
stswM.
‘jmd., der Macht ausübt’ (vgl. anegewalt):
1 aufgrund eigener Befugnis: ‘Anführer’
2 im Namen eines anderen: ‘Sachwalter, Stellvertreter, Bevollmächtigter’ (vgl. 2 HRG 1,255-263)
1
aufgrund eigener Befugnis: ‘Anführer’
und dô sus dî gemeine dît [die aufständischen Preußen] / sach ir anewaldin [Übers. von principales huius sceleris
] / sich zu den brûdrin [Ordensbrüdern] haldin / [...] in trat michil angist zû NvJer
19866
2
im Namen eines anderen: ‘Sachwalter, Stellvertreter, Bevollmächtigter’ (vgl. 2HRG 1,255-263):
so sol vnser herr, der brobst oder sein anwalt daz purchrecht verchauffen UrkKlostern
1,167
(a. 1319).
1,221
(a. 1326);
UrkCorp (WMU)
3452,2;
do samenten sich satrapen, meistir, richter und anwalden des kunigis Cranc
Dan 3,94;
TvKulm
4142;
von den anewaldin / des kunigs [im Schachspiel]
[...], di do rochir [Türme] sint genant PfzdHech
240,24;
di anewalt [Plural]
ebd.
241,14
MWB 1 304,1; Bearbeiter: Schnell
ane walten
stV.
nur subst. Part. Präs.
‘Mitstreiter’
Belin bleyff do haldene / myt synen ane waldene KarlGalie
7676;
ir ind ur anewaldende / solt heir blyven haldende ebd.
6593
MWB 1 304,17; Bearbeiter: Schnell
ane walzen
stV.
‘heranrollen’
gelücke ist gar ein wildez lôz, / daz dicke walzet an und abe KvWTroj
18401
MWB 1 304,21; Bearbeiter: Schnell
anewande, anewende
stF.
1
‘Anwandacker, Pflugwende’ (Acker oder Grenzrain, auf dem der Pflug gewendet werden darf bzw. an den andere Äcker stoßen; vgl. Schmidt-Wiegand, Pflugwende und Anwendrecht, RhVjbll. 47 [1983], 236-264; s.a. anewendære ) 2 allg. ‘Grenze’
1
‘Anwandacker, Pflugwende’ (Acker oder Grenzrain, auf dem der Pflug gewendet werden darf bzw. an den andere Äcker stoßen; vgl. Schmidt-Wiegand, Pflugwende und Anwendrecht, RhVjbll. 47 [1983], 236-264; s.a. anewendære):
ubirsnitit och ein man din andirin [mäht ein Mann über die Grenze des anderen] an einir aniwendi Mühlh
155,17;
ein acker, stozset vffe die anewande bi sancte Peters ackere UrkCorp (WMU)
N627,40.
N184,32;
er und jener Engelher / triben mich mit wîges her / ab mîner anewande Neidh
WL 12:2,13;
Himmelr
10,12.
– als Wegstrecke, hier in Zeitangabe:
vnd sol iegeliche stvnde sin, das ein man mohte drie anewanden gegan UrkCorp (WMU)
N818,11
2
allg. ‘Grenze’
wa wart erdaht an dih [Gott] der list / [...], / daz des abgrvͥndes anewant, / tal vnd berg vf wasser sizzet? TürlArabel
*A 3,4
MWB 1 304,24; Bearbeiter: Schnell
ane wanden
swV.
1
‘(an etw.) angrenzen’
2 übertr. ‘nahe (zu jmdm. heran) kommen, sich nähern’
1
‘(an etw.) angrenzen’
ein zweiteil stosset an den houeweg, daruf anewandunt die [Besitztümer der] frowen von Sulzberg UrkCorp (WMU)
3047,22;
der drit [Acker] anewant auf den Gerakcher UrbSonnenb
128;
ain akger lit in Schalmanlachen und anwandet des klosters aekger UrkHeiligkreuztal
283,4
(a. 1348)
2
übertr. ‘nahe (zu jmdm. heran) kommen, sich nähern’
darvmb tzimpt in [den Frauen] wol, das sy erberg vnd käwsch sein, also das chain, die tzw in anwanten, icht von in angemüetet werd Schachzb
86,172
MWB 1 304,42; Bearbeiter: Schnell
anewart
Adj.
‘anwesend’
der [Bruder] , der zv dem verse nit anwart ist, der da nach ezzene wirt gesprochin BrHoh
43
MWB 1 304,54; Bearbeiter: Schnell
ane warten
swV.
1
‘jmdn. wahrnehmen, aufmerksam ansehen’
2
‘jmdn./etw. erwarten’
1
‘jmdn. wahrnehmen, aufmerksam ansehen’
si [Maria] begunde in [den Engel] ane warten / mit vil micheler vorhte Wernh
A 2126;
do sie in began anwarten ebd.
D 594
2
‘jmdn./etw. erwarten’
alle die mutharten / die daz riche [Gottes] an warten HeslApk
18914;
der vordrung lac / sô vil zwischen in / dem bischolf zungewin, / daz er ez [die Verhandlung] hart wart an Ottok
69654;
diu kuniginne [...] wart in übellichen an [erwartete den König missgestimmt]
ebd.
14768
MWB 1 304,57; Bearbeiter: Schnell
ane wæten
swV.
‘jmdm. etw. anlegen, anziehen’ (mit Akk.d.P. und Akk.d.S.):
ich weiz er in [der Pharao dem Joseph] ane wâtet einen saben guot Gen
2080;
anegewaetet sint die widere dere scaffe [interl. zu induti sunt arietes ovium
]
PsWindb
64,14.
– übertr.:
ewarte, biscove, bristere dine anelegen, aneguættet [l. anegewaetet
] werden deme rehte [interl. zu sacerdotes tui induantur iusticiam
]
PsWindb
131,9.
– mit Refl.-Pron., übertr.:
salige die des hie hungerot: / si begrabent mit gote den alten man [ihr bisheriges Leben] , / den niwen watent sie sich an Vateruns
150
MWB 1 305,4; Bearbeiter: Schnell
ane wecken
swV.
‘etw. anregen, wecken’
in Judam was gekrochen / und angewekt ein sulch gedanc: / [...] si gedenken sicherlich / ich sî ez den hî meinet Christ JvFrst
2695
MWB 1 305,16; Bearbeiter: Schnell
anewëgære
stM.
städt. Bediensteter zur Eichung der beim Fleischverkauf verwendeten Gewichte:
der richter sol einen anweger zuͦ dem vlæsche haben als der angiesser uͤber daz trinchen gesetzet ist StRMünch
199,23.
249,26.
250,3
MWB 1 305,20; Bearbeiter: Schnell
ane wegen
swV.
‘jmdn. bedrängen, beschuldigen’
Jesus zû der selben zît / kam mit im selbe in einen strît [...]. sulcher krîc Christ aneweit, / wan lîblich sin [...] mit vorchte wider den tôt sich spart JvFrst
3690;
[die Leute] di dô beseiten / sand Peter und aneweiten / sô, daz sîn eines lîb / begînc daz lougen [dass er Christus verleugnete]
ebd.
4792
MWB 1 305,25; Bearbeiter: Schnell
anewegunge
stF.
1
‘Anreiz’
1
‘Anreiz’
dise drî bewêrunge / wârn der Krîchen anwegunge JvFrst
1238;
di jungern unsers hêren Christ / enphîngen ein lidunge / von menschlicher anwegunge, / daz si um di êre / krîgten ebd.
2994
MWB 1 305,33; Bearbeiter: Schnell
aneweigære
stM.
‘Gegner, Widersacher’
mein anbeiger [La. anefechter
] hat ir selber gewissen darczuͤ betwungen, das sew vncz an dise czeit geswigen sind SchlierbAT(LS)
1,1
MWB 1 305,38; Bearbeiter: Schnell
ane weigen
swV.
möglicherweise zu anewîgen mit nhd. Diphthongierung
1
‘jmdn. angreifen’
2
‘jmdn. anfechten, versuchen, verfolgen’
3
‘etw. betreffen’
1
‘jmdn. angreifen’
wil disen an weigen sin geselle [...] so sol er daz vndervarn. vnd enmag er des niht vndervarn, so sol er dem helfen, den diser da an weiget UrkCorp (WMU)
475AB,4;
ist daz der bischolf [...] si [die Bürger] vnd di stat wil anwæigen mit gwalt, so suln si sich wern UrkWittelsb
1,391
(a. 1285)
2
‘jmdn. anfechten, versuchen, verfolgen’
iz moge nicht sîn moglich nû / daz ein menschlich sêle ûf erden / nicht sulle geanweiget werden JvFrst
3585;
er ist bereit / zû helfen den di angeweit / und angevochten werden ebd.
10258;
Senocrates [...] was als käwsch [...], das in dieselb fraw die gantz nacht anweygt vnd nye v̈berwinden möcht Schachzb
98,108;
GestRom
97
3
‘etw. betreffen’
mit allen dem, daz das hous anget oder anweiget UrkHeil
2,42
(a. 1315)
MWB 1 305,42; Bearbeiter: Schnell
aneweigunge
stF.
1
‘Angriff, Übergriff’
2
‘Versuchung, Anfechtung’
1
‘Angriff, Übergriff’
der selben stat ausvart vnd einvart sol sicher, vrey vnd vridsam sein vor aller beswaͤr vnd anweigung UrkLandsh
213
(a. 1335/38)
2
‘Versuchung, Anfechtung’
der [König] chom zuͦ ir vnd verhiezz ir vil [...] mit grosser anweigung die er sey an legt GestRom
82;
ayn anweigung an vns chumpt von dem teufel oder von der valschen werlt ebd.
83;
an den nidristen kreften hât diu sêle lîden und anweigunge, wan si wandelbêre und unstête ist Eckh (Pf)
356,38;
JvFrst
3588
MWB 1 305,60; Bearbeiter: Schnell
ane weinen
swV.
‘jmdm. zugewandt weinen’ (mit Akk.d.P.):
Marjâ Magdalênâ, / [...] / sich mit ir herzen touwe / von ir sünden reinde, / dô si Krist anweinde RvEBarl
4370;
do ward ain michel wainen / von grossen und von klainen: / aines waint das ander an HvNstAp
15985;
RvEGer
4199;
die [
küneginne
] sol er anruͤfen und anwainon PrSchw
2,97;
swie vil sie got an geruoften und bâten und an geweinten, daz mohte sie allez niht gehelfen PrBerth
2:81,22
MWB 1 306,7; Bearbeiter: Schnell
ane wëllen
stV.
‘jmdm. etw. anlasten’ (mit Akk. d. P. und Akk.d.S.):
er [Adam] wolt die sculde wellen ûf sîne gesellen [Eva]
[...] wie maht er den triugen der ane sihet alle getougen / unte in die scult ane wal Gen
397
MWB 1 306,17; Bearbeiter: Schnell
anewendære
stM.
‘Anwandacker, Pflugwende’ (Acker oder Grenzrain, auf dem der Pflug gewendet werden darf bzw. an den andere Äcker stoßen; vgl. anewande 1):
uf den anwendern da die huͦben uf enander stossent WeistGr
4,92
(Anfang 14. Jh.).
4,24
(a. 1354);
jtem ein acker, stoscet vf der mvnche anewender UrkCorp (WMU)
3037,10ff.;
jtem ein acker, vnd ist an eim ende ein anwender ebd.
3244AB,8ff.
MWB 1 306,22; Bearbeiter: Schnell
anewendærelîn
stN.
Dimin. zu anewendære:
jtem ein zweiteil vnd ist ein anewenderlin vor der gerúte von Kolbotzheim UrkCorp (WMU)
3244AB,38.
N150,13
MWB 1 306,31; Bearbeiter: Schnell |