alûn
stM oder stN.
stF.
BairFärb
14,4.
aus afrz. alun oder lat. alumen, vgl. Suolahti 1,48; Rosenqvist 1,70 und 2,151f. (mit weiteren Belegen). –
‘Alaun’
beta mit alunnen gestossen unde an gestrichen vertribet daz helige vuͦr Macer
91,3;
ein wênic âlûnes Volmar
850;
swer plawe varb machen welle, der nem lasawr in ezzeich vnd siede daz mit gumi vnd mit alaun vnd verb da mit BairFärb
11,2;
do lazze die alaun vnd gumi dar vnder erwallen ebd.
14,4
u.ö.;
SalArz
79,32;
Mügeln
288,6.
– in lat. Form:
mit alumine gestossen vertribet daz heilige fiur unde helet daz gebrante Macer
69,3;
alumen, ezsige unde col: di dri zusamne gestosen unde das gestrichen an di vlecken, si vergen ebd.
50,9
MWB 1 189,54; Bearbeiter: Tao
alûnec
Adj.
‘alaunhaltig’
vngesmackiz wazzerer ist manchirleie. einiz ist gesalcin. einiz svebelic. daz dritte pechic. daz uirde alunic. daz vunfte ist spatic. daz sechste ist daz man uindit in den erzgengin SalArz
19,55;
daz alunige wazzer keret vnde truckent das uzvlizende blut vnde twingit di veic blater ebd.
20,5;
jst daz wazzer alunic. so sal man iz mischin mit suzeme tranke ebd.
20,27
MWB 1 190,5; Bearbeiter: Tao
alûnen
swV.
‘mit Alaun gerben’, übertr. ‘durchgerben, prügeln’
dâ liefen unde giengen / manc werder man in îsenwât: / den wart dâ gâlûnt ir brât / mit treten und mit kiulen Parz
75,6
u.ö.;
er wart mit stichen und mit slegen / galûnet an allen sîten. / sus muos er strîten Wh
57,13;
er sol mit stœzen und mit slegen / sich lâzen âlûnen vaste / den heinlichen mit dem gaste UvTürhTr
2488;
man sal sine blanke hut brunen / mit geiselstebe sere alunen Brun
9013
MWB 1 190,13; Bearbeiter: Tao
alûn|waʒʒer
stN.
‘alaunhaltiges Wasser’
man sol nemen holdern vnd sieden in alaunwazzer, da wirt grün varb oder swarcz varb aus, ob man es ein tail mischet mit scwarczer varb BairFärb
13,2
u.ö.
MWB 1 190,23; Bearbeiter: Tao
al|vermügende
Part.-Adj.
‘allmächtig’
zwischen gote unde gotheit an sîner alvermügender gewalt ist diz niht [Nichts] beslozzen unbeslozzenlich Eckh (Pf)
631,20.
631,24;
daz punt ist diu vermügentheit der drîveltikeit [...]. dâ inne wirt diu sêle alvermügende ebd.
503,34;
alleine nu got sine alvermúgende kraft berge und swiget Tauler
404,3
MWB 1 190,27; Bearbeiter: Tao
alvermügentheit
stF.
‘Allmacht’
diz ist beslozzen an sîner [Gottes] alvermügentheit Eckh (Pf)
631,26;
die drîe persônen sint ein alvermügentheit ebd.
503,35.
daz heize ich alrest ein alvermügentheit
667,33
MWB 1 190,35; Bearbeiter: Tao
alwalt
Adj.
‘allmächtig’
hie mit si den hochsten got / loben gar alwalden, / drilich und ainvalden, / lebend in wernder er / on end ymmer mer Vät
41401;
got der alwalde Pass III
75,12
MWB 1 190,40; Bearbeiter: Tao
alwalte
swM.
‘Verwalter’
do gebot der herre sim alwalten daz er sinen wercliuten ir lon gæbe Konr(Sch)
44,16
(vgl. Mt 20,8)
MWB 1 190,44; Bearbeiter: Tao
alwaltec
Adj.
auch alweltec.
‘allmächtig’
got alwaltig wolti irougin / sini crefti vili dougin SuTheol
31.
25;
dem alwaltigen herren / dem beualch er sine sele Rol
6918;
der alwaldige got TrSilv
333;
wær got an allen steten niht, / gebræst im des gewaltez iht, / so en wære got niht drivaltech / und wære niht alwaltech StrKD
12,222;
du hast vil wunderlich gesaget / von unsern goten, die wir haben / und dicke helfe an in entsaben, / wand si sint alwaldic Pass III
672,93;
alweldec
ebd.
86,41.
88,48
MWB 1 190,47; Bearbeiter: Tao
alwaltecheit
stF.
‘Allmacht’
er nam die menscheit von mîner frouwen sante Marîen und bleib an der gotheit daz er was, unde diu alwaltikeit bekante an irre êwigen wîsheit die ordenunge aller dinge, daz was der heiligeist Eckh (Pf)
498,9
MWB 1 190,58; Bearbeiter: Tao
alwaltende
Part-Adj.
‘alles beherrschend, allmächtig’
nu hilf mir, alwaltintir got ÄJud
195.
200;
des enphi zu siner hende / der al waltente herre / ir uil raine sele Rol
5967;
herre, alwaltender christ, / in dîner hant beslozzen ist / dirre werlde umberinc, / himel und elliu diu dinc / diu dar inne sint bevangen KvHeimHinv
873
MWB 1 190,63; Bearbeiter: Tao
alwære
Adj.
auch albære.
1
‘schlicht, einfältig, dumm’
2
‘seltsam’
1
‘schlicht, einfältig, dumm’
er were / weizgot niht alwere, / swer sich behvͤtete ze aller zit ReinFu
K,168;
ouch ist ez alwære, / swer saget, daz Tristan ûf daz mer / nâch wâne schiffete mit her Tr
8616;
diz was diu alwære, / diu herzelôse blintheit ebd.
17738;
er ist vil alwære, / git er in sin guͦt vergebene StrKD
161,382.
58,II 174.
–
einveltic und ~
:
durch di libe unserez herren machte si sich einveldich und alewere und hielt ir swigen und liz al unnuze wort ungesprochen HlReg
60,22;
StrAmis
1319.
–
alber und guot
TvKulm
4159.
alber und gerecht
ebd.
4170
2
‘seltsam’
under andern dingen / lât iu ze liehte bringen / einen albæren sit, / der dem meister wonte mit Ottok
39142;
seltsæmer mære / unde albær wort / man vil von im hôrt ebd.
67427
MWB 1 191,6; Bearbeiter: Tao
alwære
stF.
‘Torheit’
ob ez [Sündenfall] niht wære geschehen von ir [Evas] alwære GenM
16,15;
sumelich uerleitot div ubirmuͦt, / si wolden sich uermæren / mit grozzer alwære / in die werlde wite ebd.
32,15
MWB 1 191,22; Bearbeiter: Tao
alwærekeit
stF.
‘Einfalt, Naivität’
dô lachte di reine, / dô si hatte wol gehort / sîne kintlîche wort / unde sîne alwêrekeit, / daz sô grôze tumpheit / an den schûler was gewant Klausner
694
MWB 1 191,27; Bearbeiter: Tao
alwëc
Adv.
→ allewëc
MWB 1 191,31;
alwegent
Adv.
→ allewëc
MWB 1 191,32;
alweltec
Adj.
→ alwaltec
MWB 1 191,33;
alz
Adv.
→ alles
MWB 1 191,34;
alz
swM.
aus lat. alcio, alcyon, alcedo.
‘Eisvogel’
von dem alzen. alcio ist ain klainer vogel [...]. der vogel legt sein air winterszeiten in den sant BdN
171,29;
sô nun der vogel seineu air hât gelegt [...], sô wirt daz mer gesänftigt [...], unz der alz seineu air geprüett ebd.
172,5;
die schefläut [...] haizent die vierzehen tag [die der Eisvogel für das Brüten und die Aufzucht braucht] der alzen tag ebd.
172,12.
– s.a.
îsvogel
MWB 1 191,35; Bearbeiter: Tao
alzane
Adv.
auch alzen
PrüllS
1,12;
Zusammenrückung von alleʒ ane.
1
‘immer, immer noch, fortwährend’
2
‘jetzt, nun, eben’
1
‘immer, immer noch, fortwährend’
ích tûon sîn îedoch sélbo álliz ána uuára Will
146,3
u.ö.;
mit mageden den jungen, / die mit sante Marien alzane sint in frouden Gen
427;
wan nieman weiz die zal [der Wunder] , / diu in der werlde überal / got durh den heiligen man / getân hât und tuot allezan LvRegFr
4811;
dir erste grad dir diemvͦti [...] ist daz. daz er fursichan gottis forchte vor sinen ogon heige. vnde er niemer virgessce. vnde er alzan gedenche was got gebottin het BrEng
7
u.ö.
2
‘jetzt, nun, eben’
Sŷmon, bistû der wâre got? / nû sprich, dû hêre wîssage, / waz ih in der hant habe, / ode wes gedenche ih mir alzan? / nekanstû mir des niht rehte gesagen, / sô bist dû ein unwerder got Kchr
2539;
so er allezan irtrinket, do sprach er an unser frowen mettin den uers: ave Maria, gratia plena PrHoff
92,16;
sage vil balde mir din art / oder du verst des todes vart / alles an von mime swerte Rennew
8513;
Mantel
815;
EnikFb
4117
MWB 1 191,44; Bearbeiter: Tao
al|ze
Adv.
verstärktes ze, zuo (Adv.), vor Adj. und Adv. ‘in zu hohem Grade, übermäßig’
do geroͮ si [Adam und Eva] alze spate ir missetate GenM
15,5;
ich lobet in leider alze vruo: / ich wânde er kunde lônen baz Iw
4194;
der rede der würde alze vil, / ob ich ez allez wolte / ergründen Tr
6566;
Lilie
61,7;
Mechth
2:2,19;
WernhMl
5812.
–
‘überaus, sehr’
dô lîfen ime inkegin zwêne di die tûfele hatten, von den greberen, di gîngen ûz alzuͦ grimmeclîche, alsô daz nîmant mochte gên durch jenen wec EvBeh
Mt 8,28.
Mc 9,2;
merket diz wort: ‘got minnet’, und ist mir gar ein grôz lôn und alze grôz, ob wir des begern sölten, als ich mê gesprochen hân, daz mich got minnet Eckh
2:285,8;
und gab unser herre ein al ze merklich glichnisse Tauler
358,27
MWB 1 192,1; Bearbeiter: Tao
al|zît
Adv.
auch all(e)zît.
‘immer, jederzeit’
in enkvnde dehein swere / vbergen noch leit, / er enwere allezit gemeit Herb
3052;
uch ducht das ir allczyt zu wenig gebent Lanc
62,24;
richtum sol haben alzit niur ein milten mut Frl
9:8,3;
swaz unser vrouwe klagete, und ander rede, die si tete, sô stuont doch alzît ir inwendicheit in einer unbewegelîchen abegescheidenheit Eckh
5: 422,6;
der hat gedinet strange / gar williclich und lang / mit truwen einer juncfrawen / und liez sich allzit schawen / durch iren willen, wo er mocht Minneb
3898;
diu slang läuft allzeit mit offem mund BdN
276,7
u.ö.
MWB 1 192,17; Bearbeiter: Tao
al|zoges
Adv.
‘durchaus, völlig; fortwährend, stets’
daz ist alzoges wâr Gen
2435;
AvaLJ
41,1;
VMos
43,8;
also warn die einlef pôtin, die wârn rein uor allin hoͮpthaftin suntin unde wârn iedoch niht alzogis âne sunte antlazliche Spec
52,26;
er was ain furste mare, / alzoges ain hubiscare Rol
5634;
da ist daz ewige leben, daz ist uns alzoges gegeben AvaJG
33,1;
an dir [Gott] stet alzos din uolleist Litan
1340;
won daz mag nit sin daz ich ain ieglich mentsch alwegent [La. alzogis
] mugi minnen alz mich selben PrGeorg
173,3
MWB 1 192,30; Bearbeiter: Tao
al|zuges
Adv.
‘durchaus, völlig’ (oder ‘sogleich’?):
ich wil och mere raten dir: / ob si von erst dins herzen gir, / din botschaft vnd din brievelin / alzuges nach dem willen din / niht endeliche maine, / noch sich zuͦ dir veraine, / dar vmbe la doch abe niht JvKonstanz
978.
–
‘mit beständigen Ruderschlägen’?
als er in daz schif kam, / dô hiez er den schifman / al zuges [
alle zuͦge Hs., verschr. für alzuges oder alzoges? vgl. Anm.z.St.] die strâzen / durch guot geverte lâzen / und varen durch die wîte / über velt ze aller zîte Craun
743
MWB 1 192,41; Bearbeiter: Tao
alzurn
M.?
‘Wein aus Auxerre’ (Suolahti 1,48 mit Bezug auf Scholls Text):
‘wa moht daz claret sein’, / sprach Key, ‘daz man so verzert / al zürn, vnd der kipper [
Alzurn u. k. Scholl] wert? [...]’ Krone
1982;
Knapp/Niesner z.St.: „(Der Gewürzwein), den man so in großen Humpen (z‘ürn = z‘ürnen) völlig wegsoff” (vgl.
ürn
stF.)
MWB 1 192,52; Bearbeiter: Plate |