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ABCDEF s.VGHIJKL
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a – abebrëchære, âbrëchære
abe brëchen, âbrechen – abe drumen
abe|ein – abe ertwingen
abe ervëhten – abegezogen
abegezogenheit – abe houwen
abehouwunge – abelæge
abe lantscheiden – abe lœsen
abelœsunge – âbentganc
âbenthan – âbentsunnenschîn
âbenttanz – aber|æhter
abe rechenen, abe rechen – aber|schâch
abe rücken – abe schieʒen
abeschiht – abeslac
abe slahen – abe stîgen
abestôn – abetragære
abe tragen – abe vâhen
abeval – abe wahsen
abe wæjen – abe weschen
abeweschunge – abe ziehen
abeziehunge – âbrëchære
âbrëchen – achter-, ahter-
achwent – ackervruht
ackerwërc – adellich, adellîche(n)
adelmuoter – âderslahen
âderstôʒ – affensmalz
affenspil – afterbier
afterblunder – aftermuoder
aftermûre – afterwort
afterzal – agleister
agleistervar – ahselrote
ahselspange – ahtehalp, ahtodehalp
ahten – âhui
ahzec – alamande
alanc – alde
aldê – algorismus
alheit – allergotesheiligentac
allerhalbe – allersamen, allersam, allersamet
allersêlentac – allwent
Alman, Almân – alp
alpha – al|tagelich
altære, altâre, alter – alters|eine
alterstat – altmæʒec
altmüede – alwaltecheit
alwaltende – ambahtære
ambahte – âmehte
âmehtec – ametiste
âmezûber – amt
âmügel – anderheit
anderleie – andorn
andouge – ane bereiten
ane bërn – anebot
ane botwarn – ane draben
ane dræhen – ane errâten
ane ersëhen – anegedenken
anegedenklich – anegeslaht
anegeslöufe – anegrîfunge
ane grînen – aneheftec
ane heften – aneinander
ane jagen – ane komen
ane koufen – aneleitrëht
aneleitunge – 2ane merken
anemerkunge – ane phîfen
ane phlanzen – anerüeftec
ane rüeren – aneschouwede
aneschouwelich – anesidel, anesedel
ane sîfern – ane sniudeln
ane snöuwen – ane springen
anespruch – ane strîten
ane stroufen – ane trëten
ane trîben – anevëhtigunge
anevëhtlich – anevluʒ
ane vordern – ane weigen
aneweigunge – anewîsunge
ane wonen – angelisch
angeln – angestnôt
angestsam – ankesmër
anlamin – antlæʒec
antlâʒen – antsmër
anttac – antwîch
antwürkæreknëht – apfelrîs
apfelrôt – ar
âr – arc|haft
arche – ardell
ardîse(n) – armbendec
armbouc – armiure
armlëder – arnebote
arnen – art
art – arzâtîen, arzedîen
arzâtîn – âsblâsende
ascalamus – â|schildes
aschlouch – aspentier
aspindê, aspindei – astronomierre
astronomus – atrament
atte, ette – avelen
âventiurære – â|witzec
â|witzen – âʒ|zît

   andersît - ane    


andersît Adv., Präp. auch andersîte, andersîten; häufig korrelierend mit einsît, einhalben (vgl. enandersît). 1 Adv.
1.1 lokal ‘auf der anderen Seite (von zwei Seiten)’
1.2 direktional: ‘auf die andere Seite (von zwei Seiten)’
2 Präp. mit Gen. ‘jenseits, auf der anderen Seite’
   1 Adv.    1.1 lokal ‘auf der anderen Seite (von zwei Seiten)’ vz pheif im daz blut, / einsit vnd andersit Herb 5453; der weinreb hât die art, daz er ain seit an dem ast an ainem knoden daz weinplat auzscheuzt und ander seit die weinper BdN 351,13; einsitt des wegs was groß gebrúch, und andersitt was ein starcker hage Lanc 322,25; WüP 85,3. – übertr.: enswiu ich vermisse, / mir ist einhalp als andersît, / wan mîn tôt an der wâge lît UvZLanz 1777    1.2 direktional: – ‘auf die andere Seite (von zwei Seiten)’ gein dem rucke er in in stach, / durch den buch andersit Herb 13239; Hestor [...] stach den [Ritter] der die frauwen hielt durch den arm und durch den lip biß andersytt uß Lanc 370,3. – ‘von der anderen Seite’ do quam Emilius vnuerzaget / andersit im engein Herb 12951    2 Präp. mit Gen. ‘jenseits, auf der anderen Seite’ disesit der Gera [...] andersit der Gera UrkCorp (WMU) 1393,22; diz geschach czu Betanie andir syt des Jordanis EvBerl 4,17

MWB 1 213,26; Bearbeiter: Diehl

anderstunt Adv. ‘zum zweiten Mal, wieder’ die ê daz suochen heten lân, / die begunden suochen anderstunt Iw 1371; swenn uns der touf wirt angeleit, / sô sîn wir anderstunt geborn RvEBarl 3215; swer den ban eines enphæhet, der bedarf in anderstunt niht enphâhen SpdtL 165,9

MWB 1 213,48; Bearbeiter: Diehl

anders|wâ Adv. seit dem 14. Jh. auch anderswô, semantisch nicht zu scheiden von → anderswar. 1 lokal ‘an (irgend-)einem anderen Ort, an anderer Stelle’
2 direktional ‘an (irgend-)einen anderen Ort’
   1 lokal ‘an (irgend-)einem anderen Ort, an anderer Stelle’ in Spanjenlant noch anderswâ / wart nie kein schœnerez erzogen Tr 6660; in Oesterriche und anderswa / wil er behalden ie den pris Tannh 1,9; weder hie noch anderswâ KvWHvK 637; der swan was anderswâ al wîz, / wan snabel unde vüeze rabenvar Wh 386,14; diu wurz, diu etswâ merretich haizt und anderswâ kren BdN 418,26; dâ vindest dû wâren vride und niendert anderswâ Eckh 5: 197,5. – häufig zum Verweis innerhalb von Texten ‘andernorts’ ouch hât gesprochen anderswâ / Jôhannes êwangelistâ RvEBarl 4443; ich han din lof ouch anderwa geschriven MarlbRh 15,15; als diu geschrift sagt in dem dritten puoch der künig und anderswâ BdN 349,2; an disem buoche und ouch anderswâ Eckh 5: 60,6    2 direktional ‘an (irgend-)einen anderen Ort’ ritter unde vrouwen die giengen anderswâ [nach verschiedenen Seiten] NibB 1671,2; er sazte ouch bischofe dâ, und fuor er predigen anderswâ KvHeimHinv 90; wolt ir des nicht, so muß ich yne anderswo furen Lanc 129,21

MWB 1 213,54; Bearbeiter: Diehl

anders|wâhër Adv. ‘anderswoher’ dv sol an der hofstat weder teil noch gemein han an dem, so ich dar geben han alde anderswahar got dar gefvͦget het UrkCorp (WMU) 1871,3

MWB 1 214,14; Bearbeiter: Diehl

anders|wâhin Adv. ‘anderswohin’ so tuͦt der mensche also ob er Gotte den rúcken oder den nack kere und spreche: ‘ich wil din nút, ich wil anderswo hin.’ Tauler 316,5

MWB 1 214,18; Bearbeiter: Diehl

anders|wannen Adv. ‘von anderer Seite’ vmbe das guͦte, das wir ze lehen haben anderswannen danne von dem gotzhuse ze Costenze UrkCorp (WMU) 730AB,39; dur sin eigen, das vnser vordern deme closter hent gen oder anderswannen ist gen ebd. 52,38

MWB 1 214,22; Bearbeiter: Diehl

anders|war Adv. semantisch nicht zu scheiden von → anderswâ 1 lokal ‘an (irgend-)einem anderen Ort’
2 direktional ‘an (irgend-)einen anderen Ort’
   1 lokal ‘an (irgend-)einem anderen Ort’ mîn gewerbe ist anderswar, / ich gê dannân oder dar MF:Reinm 60: 3,6; sô muose er ir spil sehen. / und sô daz niht mohte geschehen, / daz er lîhte was anderswar, / sô muose diu keiserinne dar Eracl 2845    2 direktional ‘an (irgend-)einen anderen Ort’ dô fuor der künec Karle dan / mit êren aber anderswar KvWSchwanr 1351; sîn herze stuont niender anderswar / niuwan dâ er sî weste Iw 1720; dar wil ich und niender anderswar. / kum ich dar, ez ist uns beiden frum KLD:UvL 42: 5,8; als ich das nit me vertragen mag, so muß ich anderswar dar mich gott gewiset Lanc 41,20

MWB 1 214,28; Bearbeiter: Diehl

anders|wie Adv. ‘auf andere Weise’ die vrowe duchte gar zu vil / der worte, die er ir gewuc, / wand si sie anderswie versluc [auffasste] / und sprach ‘nu seht der trugener’ Pass III 464,42; sie durchsuchten gar daz gras, / ob sie indert vunden / [...] / ein zeichen von des esels tot. / do sich daz nindert in irbot, / sie dahten: im ist anderswie. / der esel ist niht gezzen hie Vät 27339

MWB 1 214,42; Bearbeiter: Diehl

anders|wô Adv. → anders|wâ

MWB 1 214,50;

andert Adv. ‘auf der anderen Seite’ sælig wære, der daz rat [der Fortuna] mit heil ûf træte. / vallet aber er andert nider, / er kumet kûme iemer mê hin wider SM:JvR 1: 13,11

MWB 1 214,51; Bearbeiter: Diehl

anderteil stN. Übersetzung des lat. secunda (als zweiter, ‘anderer’ Teilungsgrad) bei der Gliederung des (Tier-)Kreises; entspricht der geometr. Sekunde: ain iegleich grad tailt sich in sehtzig minut; ain iegleich minut tailt sich in sehtzig andertail; ain iegleich andertail stukt sich in sehtzig drittail KvMSph 24,16

MWB 1 214,55; Bearbeiter: Diehl

anderunge stF. (swF. Pilgerf ) selten änderunge, enderunge. ‘Veränderung, Wandel (jeglicher Art)’ er nam sîn herze und sînen sin / und suohte anderunge in in Tr 11786; deweder hant noch zunge / die meinent noch minnent niht wan valsch und anderunge [Umsturz] MF:Gottfr 1:1,11; swer es merken wil, der sihit vil anderunge vf der erde: einer ist hv́te hie, morn anderswa UrkCorp (WMU) 2583,38; das ich machen, daz dun ich mit mussen, / dan ich nit ylen zu unmussen / und hassen alle anderongen sicherlich / die da gescheent ylentlich Pilgerf 1439; des mônen ändrung BdN 157,15; daz er ainen tôten leichnam behüett und behelt vor faulen und vor änderung [Verwesung] und vor gestank ebd. 370,23; geschiht aber div andervnge [Besitzwechsel] enzwischen svnegiht [Sonnenwende] vnd sant Martins mes, so sol man gen alse vil ze erschaz alse ze zinse UrkCorp (WMU) 383,43. – ‘Verschiedenheit’ von der anderung [ diversitas ] der neht und der tag KvMSph 6,17. 60,18

MWB 1 214,62; Bearbeiter: Diehl

anderwarbe Adv. auch anderwerbe, anderwerf (vgl. warp). ‘zum zweiten Mal, wieder’ do kart er vz dem ringe / vnde gurte sime rosse baz. / anderwerbe er vf saz / vnde laisirte in den ring Herb 1444; dô kam unser herre [...] und sprach: ‘vride sî iu!’ und anderwarbe: ‘vride sî iu!’ und ze dem dritten mâle: ‘nemet den heiligen geist!’ Eckh 2:186,4; unde nach enphahunge dirre [gotlichen] naturen so heizent si widergeborn oder anderwerbe geborn in gotis sün ThvASu 214,23. – in Aufzählungen ‘zweitens’ anegainde sprechin wir [...] andirwerue sagin wir [...] dirdewerue sagin wir [...] verdewerf sagin wir UrkCorp 796,37

MWB 1 215,19; Bearbeiter: Diehl

anderweide Adv. auch anderweit. ‘zum zweiten Mal, wiederum’ Menelaus [...] hiz sin ros gurten baz / [...] vnde reit anderweit dare Herb 7110; gebristet dâ iht, man sol in anderweide phenden, ez ensî daz in êhafte nôt sûme SpdtL 185,4; aber sin sehin gibit allin dingin hi nature und gnade und sin anderwede sehin di ewigin ere Parad 65,25. – oft ~ geborn wërden (durch die Taufe): ir siet alle gar vorlorn, / irn wert anderweit geborn / in wazzir uf daz meiste / und in dem heilgen geiste TvKulm 3224; dv solt niht wundern wan ich gesprochen han ir müezzet anderweid geborn werden EvAug 214,8. – ‘außerdem’ ouch gab in di suͤze / [...] iegelicheme einen schilling / unde duͦch zu eime cleide; / si gab in ander weide / ie dem man ein simelbrot Elis 2950; ir habt anderweid gehört wan gesprochen ist den alten. dv solt niht swiren EvAug 9,14. – ‘anderswo’ [die Armen] mochten si [geschenkte Kostbarkeiten] wol anderweit / verkoufen umme ir libes nar Elis 3774. – ‘auf andere Weise, andersartig’ si wolde sich nit verschriben [verzichten] , / [...] der godelichen lere, / [...] si dachte ir anderweide / unde sprach Elis 6526; hierher vielleicht auch die von ihrer Bildung her unklare Wendung an der wet Ottok 35820 u.ö.

MWB 1 215,32; Bearbeiter: Diehl

anderweiden swV. 1 ‘etw. zum zweiten Mal machen, wiederholen’
2 ‘jmdn./etw. erneuern, verändern’
   1 ‘etw. zum zweiten Mal machen, wiederholen’ abir dô der bote sach, / daz dî andrin sîne wort / vor einen gam [Scherz] intpfîngin dort / er wart mit starkin eidin / dî mêr in andirweidin NvJer 7924; dise drî sacramente ensal man nummer mêr geanderweiden: toufe und firmelunge und pfaffen wîhunge. wer si anderweite der tête tôtlîche sunde. aber andere sacramente, [...] mac man alle anderweit nemen HvFritzlHl 53,39; deutronomius es ist / genant. des text ist so geleit: / was e gesprochen is / in exodo und genesis / und in den andern zwein, das wiß, / das wirt darinn geanderweit [ replicantur et resumuntur ] Mügeln 75,8 hierher wohl auch: des ersten buches sin ez [das 2. Maccabäerbuch] hat, / niht wan daz ez anderweidet / die geschihte baz bescheidet. / swaz in dem ersten niht ensi / beschriben gar, daz vint man hie Macc 7025. – ‘verdoppeln’ ist, daz ein man [...] die buze nicht leistet zu siner rechter zit, der richter mac die buze wol anderweiden StRFreiberg 215,26    2 ‘jmdn./etw. erneuern, verändern’ innova signa et immuta miracula. / daz sprichet: irnuwe daz wunder / und andirweide daz kunder Brun 4025; die munce zu Vriberc sal man nicht dicker anderweiden noch vernuwen anme slage unde an den pfenningen wen zu einem male in dem iare StRFreiberg 73,24; von disen horigen sunden / muz uns Got uz waschen / mit des todes aschen, / swen her uns anderweidet HeslApk 17989. – mit Refl.-Pron. ‘wechseln’ diselben zwelf geswornen zu Vriberc sullen sich anderweiden alle iar StRFreiberg 253,21

MWB 1 215,58; Bearbeiter: Diehl

anderwerbe Adv. → anderwarbe

MWB 1 216,27;

anderwërt Adv. ‘zum zweiten Mal, wieder’ (nur Lanc ): er fragt es anderwert und das dritt mal Lanc 394,30. 198,37 u.ö.

MWB 1 216,28; Bearbeiter: Diehl

an der wet Adv. → anderweide

MWB 1 216,31;

anderwîs Adv. ‘auf andere Weise’ ist aber das du wirs ein dieb / oder anderwis ein bose man / und wiltu dich bekeren dan HeslApk 5209. 5337

MWB 1 216,32; Bearbeiter: Diehl

andorn stM. ‘Andorn’ (Marrubium vulgare, Lippenblütler, vgl. Marzell 3,58-60): marrubium heizet zu dute andorn. der ist heiz unde trocken Macer 36,1. 36,10; daz wib der div brust swere, div neme andorn vnde altes smere vnde stozze div zesamine Ipocr 333

MWB 1 216,35; Bearbeiter: Schnell

andouge Adv. → antouge

MWB 1 216,41;

andromant stM. oder stN. ein silberglänzender Edelstein (vgl. antrodrâgmâ): von dem andromant. andromanda, oder androdragma [...] ist ain stain, der ist silbervar und ist gar hert, sam der adamas BdN 436,3

MWB 1 216,42; Bearbeiter: Schnell

andunge stF. ‘Erregung, Aufgeregtheit, Aufruhr’ da von ist gesprochen: sin zorn vnt sin antvnge vertreit nicht deheine rach PrLeys 6,40; sô enmac der lîp niht wol sô ungewonlîche vreude vertragen âne etlîche andunge DvASchr 336,9; dar umbe sprechent die meister: gewerden des viures ist mit widerkriege, mit andunge und unruowe und in der zît [das Werden des Feuers vollzieht sich mit Widerstreit, mit Erregung und Unruhe und in der Zeit] Eckh 5: 34,18

MWB 1 216,47; Bearbeiter: Schnell

ane Adv., Präp. 1 Adv.
1.1 alleine stehend, bisweilen schwer abzugrenzen von der Verbpartikel
1.2 in der Verbindung alleʒ ane → alzane
1.3 Pron.-Adv. mit dâ(r) → dâran ; mit hie(r) → hieran ; mit wâ(r) → wâran ; das Pron.-Adv. kann alle präpositionalen Funktionen von ane übernehmen
1.3.1 in Kontaktstellung
1.3.2 in Distanzstellung
2 Präp.
2.1 mit Instr., nur in der Wendung ane diu (daʒ) ‘dadurch (dass)’
2.2 mit Dat.
2.2.1 im Präp.-Obj.
2.2.2 in adv. Bestimmungen
2.2.2.1 lokal, eine räumliche Beziehung ausdrückend ‘an, auf, in’
2.2.2.2 temporal ‘an, während, innerhalb’
2.2.2.3 modal
2.3 mit Akk.
2.3.1 im Präp.-Obj.
2.3.2 in adv. Bestimmungen ‘an, auf, in, zu’
2.3.2.1 direktional, auf das Ziel einer Bewegung verweisend
2.3.2.2 temporal, auf das Ende eines Vorgangs verweisend
2.3.2.3 gelegentl. in der Wendung biʒ ane mit exzipierender Bedeutung ‘bis auf, außer’
3 Gradpartikel ‘fast, ungefähr’
   1 Adv.    1.1 alleine stehend, bisweilen schwer abzugrenzen von der Verbpartikel: dar rieden vonzich dusint an [da ritten fünfzigtausend herbei] Roth 3569. – in wörtl. Rede zur Kennzeichnung eines Imperativs ‘los jetzt!’ oder einer Aufforderung etw. zu beginnen ‘fang doch an!’ nu blas an / kurzliche SalMark 1837; [der Teufel rät Eva:] iz an, iz ist mîn rât [...] iz an, enphâ die gnâde / und gib ouch dîme manne Erlös 296; Boner 15,20; AdelhLangm 17,11; trût geselle [...] harpf an! Tr 3546; vil schone froͮwe, so klagent wider an WolfdD 1865,3; nu lêret an! [...] / uns wære guoter lêre nôt Tr 18524; nu merket an Frl 5:13,8; ‘nü rät / an’, sprach Alexander GrAlex 2354; getreuwer man, / Taliarce, nu ratt an / was wir tuen nu zu stunden HvNstAp 726; EnikWchr 25169; nu redet an, waz meinet ir? HvFreibTr 1052; Köditz 22,6; Boner 95,53; ‘sag an, wie hâstû daz vernomen?’ / sprâchen die juden zehant KvHeimUrst 368; Tr 6795; Lanc 141,13; nu sag’ an liebiu mære; jâ gib ich dir mîn golt NibB 225,3; hastu dinten end permit, / so schrif an als ich dich bit! MinneR 481 594; ja sinck ane, vogelgin, / ich willen dir gevolgich sin HagenChr 3084; Mechth 2:25,130; Boner 54,17; ‘so slag ich im sin heubt ab.’ ‘slahet an!’ sprach sie Lanc 366,1. 440,7; nu sprechet an, waz wellet ir? Tr 14730. 12088; Lanc 525,3; RvEWh 795; SM:Tr 6:3,1; [sie] sprach ze im: herre, trinche an PrSchw 1,133; dv hast sin mvͦt, nv tvͦ an TürlArabel *A 18,20; ‘liebiu maget, nû wîse mich / ein teil, des ich vrâge dich.’ / ‘nû vrâg an! ich sage dir / swaz dû wizzen wilt von mir’ RvEBarl 5815; MerswNF 165,25    1.2 in der Verbindung alleʒ ane → alzane    1.3 Pron.-Adv. mit dâ(r) → dâran; mit hie(r) → hieran; mit wâ(r) → wâran; das Pron.-Adv. kann alle präpositionalen Funktionen von ane übernehmen    1.3.1 in Kontaktstellung: er ist och guͦt des, daz er daz pluͦt verstrettet, daz uz der wnten oder den nasan fliuzzet, ob er dar ane gebunten wirdet PrüllS 1,10; sæ daz puluer dar ane Ipocr 171; dat mir din gedanc hiͤran werd schin MarlbRh 95,8; hie erzeicte sîne hövescheit [...] der bescheiden man, / unde ich sage iu war an Iw 2716    1.3.2 in Distanzstellung: dar mag min ana uuizzen. daz denne nâht. únde tâc ebinlanc sínt ÄPhys 7,4; da mugt ir die gotes martyr ane versten AvaLJ 32,4; da mite werden wir ermanet, daz got selbe daz cruce truͦc, do er die marter an liden wolte Lucid 88,12; ir muget hie selbe merken an, / daz si sich niht gehelen kan / der grôzen liebe Tr 13709    2 Präp.    2.1 mit Instr., nur in der Wendung ane diu (daʒ) ‘dadurch (dass)’ so der leo slafet so uuachent sinu ougen. an diu daz siu offen sint daranna bezeichenit er abir unserin trotin ÄPhys 1,12; an dîu bezeinet ez den fîánt dér dés mannis muôt spénit zedin uueriltlihen lusten ebd. 5,8    2.2 mit Dat.    2.2.1 im Präp.-Obj.: ter leo hebit triu dinc ann imo. ti dir unserin trotinin bezeichenint ÄPhys 1,6; Maria, wie guot din werch ist, / daz du ane mir hast getan AvaLJ 106,4; nu in kinne [erkenne] got [Akk.] an mir armen man Roth 923; er sprichet ouch anderswâ, daz der alze gîtic ist, dem an gote aleine niht engenüeget Eckh 5: 18,3    2.2.2 in adv. Bestimmungen    2.2.2.1 lokal, eine räumliche Beziehung ausdrückend ‘an, auf, in’ syn sporn an synen fußen warn alle blutig Lanc 36,31; [ mîns herzen turn ] der ist veste an allen sîten KLD:BvH 16: 2,4; biseit [erblickt] ein man an dir strazi [...] guit daz umi virstoln is Mühlh 121,3; ein sper vuorter ander hant Athis B 88; Joseph lac eines nahtes an sînem bette BuchdKg 4,13; an dem saltare lisit man, daz [...] JPhys 13,1. – übertr.: die groß kunheit die er teglich an im sah Lanc 9,32; entfriundet uns mîn aremuot, / so ist an dir swach der sippe haft KLD:Kzl 16: 11,6; an dir lernent diͤ geistliche luͥde MarlbRh 78,1    2.2.2.2 temporal ‘an, während, innerhalb’ an der stuͦnde. Moyses daz den livten kundete VMos 65,16; an dem tage MF:Reinm 10: 5,9; an der weil sach ich si fleissigklich an HvHürnh 25,2. – in der Wendung an der stat ‘sogleich’ → stat stF.    2.2.2.3 modal: vil liute sint an hunger tot TannhHofz 193. – ‘in Bezug auf’ scône bist tú an gûoten uuérchon. scône bist tú an rêinen gedánkon Will 22,2; div vierde [ist eine Frau] , div weder an mvͦt noch an libe vor got maget ist vnd die doch die lvte vur ein maget habnt PrBerthKl 3,11; des meien hôchgezît, rîch an fröiden, rîch an aller sælikeit KLD:UvL 13: 1,2; ich bin an fröiden tôt KLD:GvN 3: 3,10; ich muoz verderben / unde an fröiden sterben ebd. 5: 3,6    2.3 mit Akk.    2.3.1 im Präp.-Obj.: wir denchen an daz ellente Vateruns 208; si geloupten an di namen drí Rol 354; schabe im abe die schuͦpen, spalde in vnd snit in an stuͤcke BvgSp 19    2.3.2 in adv. Bestimmungen ‘an, auf, in, zu’    2.3.2.1 direktional, auf das Ziel einer Bewegung verweisend: di tavelen er an einen stein sluͦch VMos 54,5; daz raine opher si brachten, / do si daz cruce an sich namen Rol 3447; die wurzele anz houbt gebunden vertribet di suche Macer 75,5; er treip sin uihe an di guten weide VMos 34,28; sîne brüeder [...] vielen an iriu knie für in BuchdKg 29,4; so sîu dáz âzzin, só uúrdin sîo uértribin ándáz êllende ÄPhys 8,13. – übertr.: so mac he [...] sueri mit sien einis hant uffi din heiligin, wan iz umi geit an sien liep Mühlh 98,5; ir sprechet alze sêre / den rittern an ir êre Iw 168    2.3.2.2 temporal, auf das Ende eines Vorgangs verweisend: unze an daz ente der werlte JPhys 2,34; unze an di stunde VMos 40,11; biz an den ivngisten tag PrBerthKl 2,6    2.3.2.3 gelegentl. in der Wendung biʒ ane mit exzipierender Bedeutung ‘bis auf, außer’ swer solte gelten drizich tvsent march, der im die liez biz an dri phennige, der wer gar vro PrBerthKl 8,52; da was die burgk allesampt gewunnen biß an den großen thorn Lanc 8,36    3 Gradpartikel ‘fast, ungefähr’ an zwei hundrit wurden gezalt, / di den lîb dâ verlorn SAlex 1168

MWB 1 216,57; Bearbeiter: Schnell

ane stswFM. ahd. ana und ano fallen im Mhd. lautlich zusammen, Pl. meist nicht differenzierbar, das M. obd. häufig ene. ‘Ahn, Vorfahr’, meist auf Großmutter und Großvater bezogen: dîne muoter (diu ist mîn an) Wh 157,26; die muͦtter vnd die an Krone 21730; die solt dw nemen tzw ainer chan [Ehefrau] , der müeter vnd an dw habst erchennet, das sy schämig gewesen sein Schachzb 41,150; allen den erbteil, den mein howsvrowe vrow Margrete hat gehabt ze Seldenhoven nach ir ene [Großvater] vnd nach ir ane UrkCorp (WMU) 958,24; vnder vnsers enis jnsigel ebd. 1718,5; daz er [...] inen bigruobe dâ sîn vater jouch sîn ane lâge Gen 2649; ez leite etelîcher an, / daz sîn vater und sîn an / sô guotes nie niht gewan Eracl 2402. ein kuͤnc was mins anen an Rennew 32784 – im Pl. meist ‘Großeltern’ swelch man unbescholten ist von vater unde von muoter unde von sînen vier anen an sînem rehte, den mac nieman an sîner geburt beschelten SSpAug 142,9; SpdtL 142,18; von allen vieren enen ein gebûwer Neidh WL 31:6,8; men sol oh ir iargezit [...] began mit ein ander [...] vnd irs vattirs vnd irre mvͦter vnd irre anen UrkCorp (WMU) N236,30. – Lit.: Müller, Großvater, S. 17-50

MWB 1 218,49; Bearbeiter: Diehl