ane beginnen
V.
‘anfangen’
so beginnet man an / mure mit der gazzen [...] gar vernuwen Daniel
6469;
subst.:
des morgins vrû / mit des tages anbeginnen NvJer
26050;
PrLpz
5,14
MWB 1 222,16; Bearbeiter: Schnell
ane begrîfen
stV.
‘jmdn. ergreifen’
do begriffen in die lute / ane; Jesus niht enfloh HeslNic
608
MWB 1 222,20; Bearbeiter: Schnell
anebegrift
stF.
‘Anfang’
sint der êrstin anbegrift, / daz der convent wart gestift / ûf dem hûse Kungisberc NvJer
18812
MWB 1 222,22; Bearbeiter: Schnell
anebegunst
stF.
‘Beginn’ (anders Pfeiffer, NvJer. S. 9 und S. 124 an begunst):
wol bescheiden anbegunst / ist des bûchis halbe kunst NvJer
221
MWB 1 222,25; Bearbeiter: Schnell
ane behaben
swV.
‘jmdm. etw. abgewinnen, mit Erfolg streitig machen’
die vursten dûht er ze hêre. / alle die êre / die si alle solten tragen, / die wolte der chunich in aine an behaben Kchr
12820;
wan zuo aller ir kraft / sô sint sî alze manhaft / daz in iemer dehein man / den sige müge behaben an Iw
6376;
Wig
2611.
– in Rechtstexten oft: jmdm. etw. mit rehte
~ :
und ist vihe drunder, und behabet ez im ieman mit reht ane SpdtL
123,13;
swenne ich dem hern Friderich [...] an behabet mit minne oder mit reht fvmf vnd zwainzich march silbers UrkCorp (WMU)
1806,19;
er hab ims emaln [ihm das Gut ehemals] anbehabt mit dem rechten StRMünch
338,8
MWB 1 222,28; Bearbeiter: Schnell
ane behalten
stV.
‘etw. (Kleidung) anbehalten’
sin hemde und sin nidercleit behielt er ane Lanc
611,28;
daz er [der Verurteilte] alsô vil anbehalde, ob es kalt ist, daz er nicht ervriese StRZwick
194
MWB 1 222,42; Bearbeiter: Schnell
anebehebunge
stF.
das gerichtl. Einschreiten:
die anbehebung sol inen in denselben frygheiten, genaden und rechten keinen schaden bringen UrkBern
5,140
(a. 1319)
MWB 1 222,46; Bearbeiter: Schnell
ane beheften
swV.
nur Part. Prät.
‘jmdm. angeheftet, eigen’ (meist von Eigenschaften):
mir ist der site als an behaft / daz ich des niht gemîden kan RvEAlex
6126;
die edelkeit, / die er [Edelstein] bezeichenlîche treit, / und waz im krefte ist anbehaft RvEBarl
1579;
RvEWchr
20977.
– von Personen: ‘jmdm. verpflichtet’
wie si im zallin stundin / muͦzin sin gebunden / und dienstlichin anbehaft / dienstlichir eiginschaft / mit libe und ouh mit guͦte RvEWchr
22625
MWB 1 222,50; Bearbeiter: Schnell
ane beherten
swV.
‘mit Gewalt abgewinnen’
swenn er mirs [mir meine Tochter] an beherte / mit selhem ungeverte Iw
4493
MWB 1 222,60; Bearbeiter: Schnell
ane beklîben
stV.
‘jmdm. anhaften’
schand [...], / di in [den Sündern] an bechleibet Vät
41169
MWB 1 222,63; Bearbeiter: Schnell
ane bekomen
stV.
1
‘gedeihen, sich voll entwickeln (?)’
2
‘jmdm. etw. vorlegen’ (mit Akk.d.P. und Gen.d.S.)
1
‘gedeihen, sich voll entwickeln (?)’
man wendet manige sache [Streit] wol e sie bekomet an Frl
9:17,14
2
‘jmdm. etw. vorlegen’ (mit Akk.d.P. und Gen.d.S.):
diu buoch ir wâren wol bekant, / sô daz si kunde wol entstân, / swes man si von in anbekan [was man ihr aus den Büchern vorlegte]
WvRh
1210
MWB 1 223,1; Bearbeiter: Schnell
ane belîben
stV.
‘am Körper bleiben’ (von Kleidungsstücken):
naket us gezogen daz keim die bruͦch anbleib ClosChr
84,13
MWB 1 223,8; Bearbeiter: Schnell
âne belîben
stV.
→ âne
1.3.2
MWB 1 223,11;
ane bëllen
stV.
‘anbellen’
swer daz welle machen, daz in die hunde niht anpellen Barth
148,17;
hat ein man einen hunt, der di lute bizet oder anbillet StRFreiberg
258,16;
Wig
5512;
SalArz
75,21
MWB 1 223,12; Bearbeiter: Schnell
ane bereiten
swV.
‘zurechtmachen’
der schreyber het sich an bereyt, / die cleyder schir an sich geleyt Magd
284,14
MWB 1 223,16; Bearbeiter: Schnell
ane bërn
stV.
nur Part. Prät.
1 von Eigenschaften: ‘jmdm. angeboren, einer Sache von Natur aus zugehörig’
1.1 präd., mit Akk. oder Dat. 1.2 attr. 2 Part.-Adj., von Personen ‘durch Geburt in einem bestimmten Zugehörigkeitsverhältnis stehend’ (z.B. Herr, Untertan, Verwandter)
1
von Eigenschaften: ‘jmdm. angeboren, einer Sache von Natur aus zugehörig’
1.1
präd., mit Akk. oder Dat.:
zorn / der sie von art ist angeborn HeslApk
14196;
ich wene, iz [ihn zu lieben] mich an ist geborn Herb
884;
allez, daz mir anegeborn ist, daz enmac mir nieman genemen Eckh
2:627,5;
ein ander werk ist noch inniger dem steine, daz ist neigunge niderwert, und daz ist im anegeborn ebd.
5: 39,4;
Wig
10803
1.2
attr.:
in lêret angeborniu tugent / daz er ûf êre warte KvWTurn
78;
daz der stain gar schœnes angeporns gemæls hab zwischen seinen straimeln BdN
432,22;
Mechth
5:4,8
2
Part.-Adj., von Personen ‘durch Geburt in einem bestimmten Zugehörigkeitsverhältnis stehend’ (z.B. Herr, Untertan, Verwandter):
vnser angeborn mage [unsere Blutsverwandten]
UrkCorp (WMU)
N191,21 =192,30(Gegenurk.);
abir alle sin anegebornen erbin soln glich teil drabe haben ebd.
1161AB,39,37;
UrkSchles
27,169
(a. 1342).
– subst.:
den angebornen [den Verwandten] günde ich baz ie gutes wan den fremeden Frl
5:78,6
MWB 1 223,19; Bearbeiter: Schnell
anebeschouwede
stF.
‘Betrachtung, Anschauung’
unde hast gevestinet mich in anebescouwede diner [interl. zu et confirmasti me in conspectu tuo
]
PsTr
40,13
MWB 1 223,41; Bearbeiter: Schnell
ane beschrîen
stV.
‘anschreien’
daz vihe nimt der rede war, / [...] / da ez an beschrieren stet: / swenne ez vnrechte get Warnung
1259
MWB 1 223,45; Bearbeiter: Schnell
anebëtære
stM.
jmd., der (einen) Gott anbetet, ‘Glaubender’
diu zît sol komen [...], daz die wâren anbetære anebetent den vater in dem geiste und in der wârheit [
veri adoratores Io 4,23]
Eckh
2:23,5;
so auch:
ebd.
2:24,9.
2:26,8;
Tauler
68,18;
EvBerl
34,1;
gar in Bethel er vorbran, / waz abtgote anbeter waz HistAE
3727
MWB 1 223,48; Bearbeiter: Schnell
anebëte
stN.
‘Gegenstand der Verehrung’
sô muoz si iemer mê / nâch gote sîn mîn anebet, / wan si niht wan guot getet MF:UvG
Leich 7,11
MWB 1 223,55; Bearbeiter: Schnell
ane bëten
swV.
‘jmdn. anbeten, etw. als Gottheit verehren’
[diejenigen] die den heiligen Crist ane bettent Konr
10,86;
val nider unde bete mich [den Teufel] an AvaLJ
48,3;
[sie] ane betetin holz unt steine PrMd(J)
350,30;
daz wir silber unde golt, / steine und schone bilde / [...] nimmer durfen angebeten Pass III
548,53;
BuchdKg
67,10
MWB 1 223,58; Bearbeiter: Schnell
anebëtunge
stF.
‘Anbetung, Verehrung’
so behöret die selbe anbettunge [
adoratio
] zuo der muoter gottis in einer höchern wis denne den andern creature ThvASu
118,6.
116,24 u. 26;
dy haydnische anpetung PsMb
25(Glossar)
MWB 1 224,1; Bearbeiter: Schnell
ane betwingen
stV.
‘jmdm. etw. mit Gewalt abnehmen’
ê er mirs ab erdreut / oder halt an betwinge Ottok
13391
MWB 1 224,6; Bearbeiter: Schnell
ane bieten
stV.
1
‘(jmdm.) etw. anbieten, zur Verfügung stellen’
2 in Rechtstexten häufig ‘etw. feilbieten, (jmdm.) etw. zum Verkauf anbieten’
1
‘(jmdm.) etw. anbieten, zur Verfügung stellen’
– mit Akk.d.S.:
von der hûsvrouwen wart geboten an / getriuwelîcher dienest NibB
1325,2.
– mit Akk.d.P. und Akk.d.S.:
min dienist biedeich dich an Roth
935;
in welher maz ist er ein man. / der mich daz vehten biutet an [der mir anbietet, gegen ihn zu kämpfen]
Wenzl
26.
– mit doppeltem Akk.d.P.:
dô er den sige dâ gewan, / dô bôt in der wirt an / sîne tohter [als Ehefrau]
Iw
6800;
ebd.
6831.
– mit Dat.d.P. und Akk.d.S.:
diu künegîn vuorte den knappen dan. / si bôt im bezzer kleider an Wh
290,2
2
in Rechtstexten häufig ‘etw. feilbieten, (jmdm.) etw. zum Verkauf anbieten’
– mit Akk.d.S.:
er schol ez [...] an gebieten als recht ist und mit dem rehten verchauffen StRRegensb
107.
– mit Akk.d.P. und Akk.d.S.:
man sol aver den herren daz guot ane bieten ob erz gewinnen welle SpdtL
114,29;
– mit Dat.d.P. und Akk.d.S.:
daz man dem Chissinger nihtesniht an bieten solde UrkCorp (WMU)
619,40.
– mit Rel.-Satz statt Akk./Dat.d.P.:
wil aber ich oder min erben verchauffen, so shol ich ê an bieten, swer abte ze Gersten ist UrkCorp (WMU)
3022,36
MWB 1 224,9; Bearbeiter: Schnell
anebietunge
stF.
‘Angebot’
[wenn die Erben] nach der anpietung inner acht tagen nicht chauffent StRMünch
377,27
MWB 1 224,32; Bearbeiter: Schnell |